Einzigartiges Safari-Erlebnis in der Karoo: Mein Aufenthalt im Tiger Canyon Private Game Reserve
Das Tiger Canyon Private Game Reserve in der südafrikanischen Provinz Free State im Herzen von Südafrika ist ein ganz besonderer Ort für Tierschützer und Tierfotografen. Denn auf dem 6.100 Hektar großen Reservat und ehemaligen Farmland in der Karoo gibt es einen natürlichen Zufluchtsort für zwei der am meisten gefährdeten Katzenarten der Welt: asiatische Tiger und afrikanische Geparden.
Durch Zufall bin ich auf dieses wundervolle Reservat gestoßen, als ich in Indien im Ranthambore Nationalpark war, um eben bengalische Tiger in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen.
Schnell war ich skeptisch, was die angebliche Anzahl an Tiger in Indien anging. Ich recherchierte und stieß dabei auf einen Ort in Südafrika namens Tiger Canyon. Da meine nächste Südafrika Reise ohnehin geplant war, beschloss ich: Ich muss hierher, um mehr über den Tierschutz, der sich insbesondere auf asiatische Tiger und Geparden konzertiert, zu erfahren.
Darum ist Tiger Canyon etwas ganz Besonderes
Das Tiger Canyon Private Game Reserve in Südafrika ist ein Schutzgebiet, in dem neben Geparden auch Bengal-Tiger und sogar ein seltener weißer Tiger leben.
Tiger in Südafrika
Hier im Tiger Canyon Private Game Reserve findest du die einzige frei und wild lebende Tigerpopulation außerhalb Asiens.
Es gibt dort ein Tierschutzprojekt, um die weltweite Tierpopulation zu sichern und den Genpool zu erhalten. Im Park leben die Tiger in freier Wildbahn und können selbstständig jagen. Es handelt sich hier weder um einen Zoo, Streichelzoo noch um eine Aufzuchtstation. Die Tiere pflanzen sich natürlich fort, wenn sie alt genug sind. Das führt auch mal dazu, dass es 2–3 Jahre keine Tigerbabys gibt. Natürlich eben.
Neben den Tigern, die diese Safaris zu einem einzigartigen Erlebnis machen, gibt es eine Vielzahl an weiteren Wildtieren und Vögeln. Darunter auch die bedrohten Geparden.



Geparden sind stark bedroht
Vor dieser Reise und Besuchen weiterer Wildlife Conservation Projekte (z.b. GVI in Limpopo) war mir nicht so sehr bewusst, wie sehr Geparden bedroht sind. Durch diese Reise habe ich selbst gesehen und gehört, wie immer öfter Jungtiere von Löwen aufgrund Rivalität bei der Nahrungssuche getötet werden und seltener überleben.
Im Tiger Canyon Private Game Reserve gibt es keine Löwen oder Leoparden, die natürlichen Feinde. Geparden können ohne andere Großkatzen (Tiger sind in anderen Sektoren des Reservats) hier leben.
Der Tiger Canyon ist Mitglied des Metapopulationsprojekts des Endangered Wildlife Trust, in dessen Rahmen die Geparden-Nachkommen in andere Reservate innerhalb der Metapopulation umgesiedelt werden, um die Anzahl an Geparden zu erhöhen und die Genetik sauber zu halten.
Die Geparden sind an Menschen gewöhnt, sodass du diese wunderschönen Katzen aus nächster Nähe erleben kannst. Für mich das schönste Erlebnis dieser Reise.





Ideal für Fotografen
In der offenen afrikanischen Savanne der Karoo ist es ein besonderes Erlebnis für Tierfotografen, wo es viel mehr Licht gibt, als im dichten Wald Asiens, um Tiger zu fotografieren.
Im Winter muss es etwas ganz Besonderes sein, einen Tiger im Schnee zu fotografieren. Es gibt viele Bücher von Fotografen in der Lodge, wo du Tiger auf Felsen thronen siehst. Wir hatten dieses Vergnügen leider (noch) nicht, dafür viele andere tolle Momente mit den Großkatzen.
Ich fand die Natur besonders beeindruckend. Einen weißen Tiger zwischen Felsen im strömenden Regen zu erleben? Wow, sehr beeindruckend. Ein Tiger, der genau auf die Zugeht, und dir tief in die Seele schaut? Beängstigend. Kein Wunder, hat man hier keine offenen Safari-Fahrzeuge wie im Rest des Landes.

Die Lodge
Die exklusive Lodge verfügt über drei Suiten mit Blick auf die namensgebende Schlucht. Dadurch können maximal nur sechs Gäste gleichzeitig hier verweilen. Jede dieser Suiten verfügt über ein Kingsize-Bett oder zwei Einzelbetten.

Außerdem gibt es eine Außendusche, um am Abend unter dem Sternenhimmel des südlichen Afrikas zu duschen.



Wenn du diese Unterkunft buchst, ist das Essen (Frühstück, Lunch und Abendessen) sowie zwei Game Drives (morgens und nachmittags) inklusive.
Die Lodge selbst ist autark und wird von Solarenergie gespeist. Die Nachthimmel sind klar, denn hier in der Karoo gibt es keine Lichtverschmutzung. Wenn du also den Nachthimmel Südafrikas fotografieren möchtest (wir waren zur Regenzeit im Februar hier, hatten wolkenbedeckte Nächte, manchmal Regen), bist du hier genau richtig.

Das Team und die wenigen Gäste haben unseren Aufenthalt zu etwas sehr Einzigartigem gemacht. Ich würde jederzeit wieder diese Unterkunft besuchen wollen. Das Geld ist es mir wert. Im Vergleich dazu bezahlst du bei Luxuslodges entlang der Garden Route (sogenannte Big 5 Game Reserves) dasselbe und am oder im Kruger Nationalpark in Unterkünften ähnlicher Größe weitaus mehr.
Mal ehrlich: 3 Nächte im Tiger Canyon Private Game Reserve sind nicht nur etwas ganz Besonderes, sondern durch deine Übernachtung hilfst du auch, die gute Arbeit der Eigentümer beim Erhalt der Tiere fortzuführen.

Welche Tiere gibt es noch?
Im Tiger Canyon findest du keine Big Five. Dafür gehören neben Geparden und den Tigern auch Springböcke, Wildpferde, Gnus, Zebras, Topis, Karakale, Sektretärvögel sowie seit Neuem auch Oryx zum Bestand. Für die Karoo sind auch bekannt die süßen Erdhörnchen und Servalkatzen (eher nachtaktiv), die du im Kruger Nationalpark beispielsweise nicht sehen kannst.
Tierschutz im Tiger Canyon
Normalerweise sind Tiger in Asien zu Hause. Ihr natürlicher Lebensraum sind dicht bewaldete, dschungelartige Regionen, wie ich es im Ranthambore Nationalpark in Indien erleben konnte.
Da Tiger jedoch stark bedroht sind, und laut meinen Recherchen Wilderer in Indien sogar namentlich bekannt sind (Google mal nach Tiger Bone Trade), haben es sich die Gründer des Tiger Canyon zur Aufgabe gemacht, Tiger auch in Südafrika zu schützen. Gründer John Varty gelang es, zwei Tiger aus einem Zoo wieder auszuwildern. das ist einzigartig. Der Tiger Canyon ist das erste Reservat der Welt, dass die Ex-situ-Population wild lebender Tiger außerhalb Asiens in der Karoo Südafrikas etabliert hat.
Neben einem Geparden wurde auch ein Tierschutzprojekt erschaffen, um die weltweite Tierpopulation zu sichern und einen vielfältigen Genpool zu erhalten. So findet immer wieder ein Austausch statt, das Areal ist in mehrere Sektoren eingeteilt, damit sich die Gene mischen.
Warum der Schutz so wichtig ist?
Im letzten Jahrhundert hat der Asiatiasche Tiger 95 % seines Verbreitungsgebiets durch uns Menschen verloren. Daher müssen alternative Wildnisgebiete für das Überleben diese grazilen Raubkatzen erschaffen werden. Im Free State Südafrikas gibt es das: wenige Menschen und sehr viel unbewohnte Natur (zum Vergleich Einwohner pro km²: Deutschland 243, Indien 464, Südafrika 48 ).
Wichtig ist, dass es sich hier nicht um einen Zoo oder eine sogenannte „Petting Farm“ (Streichelzoo) handelt. Denn diese gibt es in Südafrika leider noch zu oft. Vor allem, um Löwen aufzuziehen, damit sie dann in Hunting Reserves (Jagdgebieten) gegen viel Geld als Trophäen erschossen werden können. Zu diesem Thema empfehle ich dir, den Film Blood Lions anzusehen (Amazon Prime).
Besuche die Webseite des Tiger Canyon Private Game Reserve, um mehr über die Lodge, den
Erhalt der Lebensräume von Tigern und Geparden zu erfahren.
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