Ich erzähle dir, wie ich mit einem Reiseblog Geld verdiene – und warum man nicht mit Laptop am Strand sitzt (Wunsch vs. Realität)

Träumst du davon, dein Hobby zum Beruf zu machen? Ich habe es geschafft und bin hauptberuflich Reiseblogger. Vor mehr als sechs Jahren habe ich meinen Agentur-Job gekündigt, um mehr und vor allem länger auf Reisen gehen zu können

In diesem Artikel erzähle ich dir, wie ich dazu kam, einen Reiseblog zu erstellen, wie die ersten Einnahmen kamen und wie ich meinen Lebensunterhalt durch Reisen finanziere.

Ein ehrlicher Blick hinter die Kulissen von VIEL UNTERWEGS und der Arbeit, die dahintersteckt! Leider versteht vor allem das Finanzamt meine Arbeit immer noch nicht.

Seit ich "Blogger" bin, werden mir immer wieder dieselben Fragen gestellt. Egal ob von euch Lesern, meinen Freunden oder auch von Bekanntschaften, die ich im Alltag oder auf Reisen mache. So ganz versteht niemand, was ich eigentlich so treibe.

"Ach, du bist dann schon wieder im Urlaub? Viel Spaß!", oder

"Was machst du eigentlich den ganzen Tag, wenn du zu Hause bist?", oder auch

"Wie kannst du mit Reisen und diesem Blog Geld verdienen?"

"Wie kannst du dir die ganzen Reisen eigentlich leisten?"

- das sind die Fragen, die dabei am häufigsten gestellt werden.

Status Quo Reiseblogger

Werde ich auf Reisen gefragt, welchen Beruf ich ausübe, sage ich oft, dass ich im Online-Marketing tätig bin. Stimmt ja irgendwie. Die Berufsbezeichnung "Reiseblogger" verstehen viele nicht. Dass ich "so was" als Hauptberuf mache und davon leben kann, wirft dann doch mehr Fragen auf. Diese dann zu beantworten dauert dann etwas länger.

Erst kürzlich wurde ich auf einer Reise erkannt. Die restliche Tour wurde ich mit neugierigen Fragen gelöchert, womit genau ich mein Geld verdiene. Ich nehme mir dann gerne Zeit, um ausführlich zu erzählen. Ich selbst wäre ja genauso interessiert – bei solch einem außergewöhnlichen Beruf der klingt, als habe man 365 Tage Urlaub im Jahr.

Denn nach wie vor denken viele, wir liegen faul am Strand herum und trinken den ganzen Tag Cocktails im Hotel, in die wir eingeladen werden. Das ist ein Vorurteil, das ich hier aus dem Weg schaffe.

Wo fang ich am besten an? Das essenziellste Thema ist ja immer wieder das Geld verdienen. Also gleich als Erstes die Frage, die die meisten interessiert!

Kann man als Reiseblogger Geld verdienen?

Ja, das kann man. Die Frage ist wie viel. Die wenigsten haben alleine durch einen Blog genügend Einnahmen, um davon leben zu können. Ich habe mich anfangs über jeden Cent gefreut, da ich nicht glauben konnte, dass ich überhaupt nur einen Cent mit meinem Blog Geld verdienen könnte.

Allerdings möchte ich nicht verschweigen, dass die meisten Blogs mittlerweile zu ehrgeizig sind und nicht mehr reisen. Sie schreiben über Dinge, nur um "bei Google vorne zu stehen", ohne Ahnung zu haben, was sie überhaupt schreiben. Denn sie sitzen am Schreibtisch, während sie propagieren, vor Ort gewesen zu sein. Bei uns ist dies nicht so. Wir lieben Reisen und möchten am liebsten die ganze Welt erkunden und euch darüber – ungeschönt – darüber berichten.

Wie ich vom Bloggen leben kann, liest du im unteren Abschnitt des Artikels.

Mein Tipp an dich: Blogge aus Leidenschaft - nicht des Geldes wegen

Was mir besonders am Herzen liegt, ist, dass IHR als Leser bei mir immer an erster Stelle standet und steht. Das Geld verdienen passierte plötzlich nebenher und war ein positiver Begleiteffekt. Denn ich hatte einen Vollzeitjob und war damit glücklich. Kündigen und vom Bloggen leben wollte ich damals nie.

Alleiniger Grund, mehr über meine Reisen zu schreiben war der, dass ich anderen Tipps geben wollte, die ich selbst vor meiner Reise nicht im Internet oder in Reiseführern gefunden hatte.

Beispiel Kuba: Ich war zum Glück noch vor der "Öffnung" der Grenzen da. Es war nicht schwer dort individuell Herumzureisen und auch Varadero konnte vermieden werden, aber Infos und Tipps dazu waren nirgendwo zu finden. Hotels konnte man nicht im Internet ansehen oder buchen, private Unterkünfte sowieso nicht. Also schrieb ich alles während der Reise in meinem Reisetagebuch auf. Und als ich zurück war veröffentlichte ich es in tage- nein wochenlanger Fleißarbeit.

Als dann erste Kommentare kamen und sich Leser bedankten, habe ich mich sehr gefreut. Ich freue mich auch heute noch über jeden einzelnen Kommentar und jede E-Mail. Auch wenn ich oftmals länger brauche alle zu beantworten.

Digitaler Nomade? Bin ich nicht.

Zu der Zeit kam auch das Schlagwort "Digitaler Nomade" in Aller Munde. Schon damals habe ich auf irgendeinem Blog kommentiert, dass ich es nicht gut finde, das Leben als Digitaler Nomade in den Himmel zu loben und allen zu raten, ihre Festanstellung zu kündigen und einfach zu machen, worauf sie Lust hätten. Denn nur dies sei der "ultimative Lebensstil". Ich bin kein Digitaler Nomade – auch wenn ich durch meinen Job von der ganzen Welt aus arbeiten könnte.

Am besten und konzentriertesten arbeite ich zu Hause am Schreibtisch. Hier funktioniert mein Internet, ich habe einen großen Monitor und alles Equipment um mich herum, welches ich zum Arbeiten benötige. Auf Reisen reise ich nach wie vor. Ich will soviel wie möglich erleben und alles festhalten. Daher erscheinen auf meinen Reisen in der Regel keine neuen Artikel, sondern nur Bilder auf Instagram oder auf Facebook mit eher kürzer gehaltenen Reisestatements. Alles Weitere erledige ich, wenn ich zurück bin. Auch E-Mails werden unterwegs nur in Notfällen beantwortet.

Artikel die darüber berichten wie einfach es ist, einen Reiseblog zu starten, um die Welt zu reisen und davon leben zu können. Titel wie "Warum du deinen Job kündigen und um die Welt reisen sollst" habe ich nie unterstützt und für richtig befunden.

Versteht mich nicht falsch, aber planlos sollte man sich dann doch nicht in irgendetwas stürzen. Vor allem nicht, wenn kein Budget vorhanden ist. "Digitaler Nomade" ist seitdem ein Begriff, bei dem sich mir alle Haare aufstellen. Ich bin selbständig, das gibt und gab es schon immer. Ortsunabhängig arbeiten kann und tue ich auch.

Außerdem ist nicht jeder zur Selbständigkeit geboren. Ich wollte nie mein eigener Boss sein. Zumindest nicht die Last auf nur eigenen Schultern tragen. Dass es ganz anders kam ist erstens Zufall und zweitens die große Überredungs- und Überzeugungskunst meiner beiden Brüder.

Sie sahen, dass die Leserzahlen des Blogs stets rasant anstiegen und merkten, dass meine Leidenschaft zu reisen und darüber zu schreiben immer größer wurde. Dazu kamen erste Einnahmen die mir eine gewisse Sicherheit boten. Ohne diese hätte ich NIE GEKÜNDIGT!

Nach meiner Kündigung war es mir völlig egal, ob ich damit reich werde. Das war nie mein Lebensziel und auch Statussymbole sind mir nicht wichtig. Solange ich reisen konnte und mein Auto und die Miete der Wohnung weiter bezahlen konnte war ich zufrieden.

Dass ich mittlerweile gut davon leben kann, freut mich, denn ich arbeite auch sehr viel und hart dafür. Dazu später mehr, auch zur Frage, wie ich Geld verdiene.

Mein Weg zum Reiseblogger

Mein Weg zum Vollzeit-Reiseblogger bestand aus Zufällen (oder einer Verkettung günstiger Zufälle). Eine Intention davon zu leben – wie ich es heutzutage bei so vielen anderen erkennen kann – hatte ich nie.

Ehe ich auf viel-unterwegs.de meine Reisegeschichten (damals eher noch tagebuchartig) aufzuschreiben begann, habe ich auf einem anderen Blog über alles geschrieben: Street Art, Grafik Design und Reiseberichte.

Einfach aus Spaß daran WordPress zu lernen (so nennt sich die Webanwendung mit der dieser Blog erstellt ist) und um mehr über die Auffindbarkeit im Internet zu lernen. Ich sah es als Fortbildung neben meinem Hauptberuf in einer Agentur.

Ursprünglich angefangen habe ich als Mediengestalterin, dann als Medienfachwirtin, später als Social Media Managerin und am Ende (vor meiner Kündigung) war ich Senior Beraterin im Online-Marketing. Ihr seht, meine Erfahrung basiert auf einem breiten Spektrum.

Im Laufe meiner beruflichen Weiterentwicklung fiel die gesamte Palette in meinen Aufgabenbereich: Angefangen bei der Erstellung von Logos, Broschüren und Verpackungen über die Organisationen von Events und Internationalen Messen, der Erstellung von Newslettern bis zur Einführung von Social Media-Strategien. In meinem letzten Agentur-Job habe ich Kunden als Senior Beraterin zu all diesen Themen beraten.

Mir war früher immer schnell langweilig sobald ich längere Zeit mit einem Thema beschäftigt war. Also wollte ich immer schon mehr wissen und habe mich immer wieder fortgebildet. Als Resultat daraus entstand dann dieser Blog. Mein Fachwissen wurde größer, das Spektrum breiter.

Nebenberuflich hatte ich damals mit einem Freund und meinen Brüdern zusammen ein kleines Start-Up, in das wir eine Zeit lang sehr viel Energie gesteckt hatten. Ich war damals noch in einem großen Konzern beschäftigt und oft unterfordert. Unzufrieden, genervt von Hierarchien und Chefs, die mir nicht glauben wollten, wie wichtig Social Media und das ganze drum herum einmal sein werden.

Als wir mit unserem Start-up – das auch nicht so richtig lief – einen Blog zum Thema des Start-Ups dazu ins Leben riefen (Es ging um Filme), wie die Anzahl der Besucher nach oben schnellte. Doch das Thema des Start-Ups war nicht meine ganze Leidenschaft, so dass ich nicht noch mehr Energie hätte reinstecken wollen.

Reiserücktrittversicherung sinnvoll
So schnell geht's: Zwei Arme in Gips!

Zeitgleich dazu ging meine damalige Beziehung plötzlich in die Brüche. Und ich brach mir beim Bouldern (Klettern) beide Radiusköpfchen (in den Ellbogen) Das brachte mir nicht nur 10 Tage Gipsschienen an beiden Armen bis zur Schulter ein, sondern auch sechs zusätzliche Wochen Krankheitszeit zu Hause. Ich musste fast täglich zum Physio, konnte meine Ellbogen anfangs weder strecken noch belasten. Wenn der gesplitterte Knochen verrutscht wäre, hätte ich eine Operation benötigt. All das wollte ich nicht.

Ich kam an den Punkt an dem mir klar wurde, dass ich in meinem Leben irgendetwas ändern musste. Ich hatte viel Zeit mich mit mir und meinen Werten und Lebenszielen zu befassen. Darüber nachzudenken, dass ich im Konzern überhaupt nicht glücklich war. Das gut und einfach verdiente Geld, flexible Arbeitszeiten mit Überstunden zum Abfeiern waren mir dabei egal.

Ich wollte gesundwerden - und danach einfach reisen. Zeit zu planen hatte ich, Urlaub auch. Ich recherchierte im Internet und bin dabei auf Patricks Blog 101places.de gestoßen. Ich las das erste Mal darüber, dass Blogger auf Reisen eingeladen werden und er mit seinem Blog übers Reisen Geld verdient. Ich dachte: Cool, das kann ich auch und schrieb ihm eine E-Mail, die er mir auch sehr freundlich und schnell beantwortete.

Ein Name mit "viel-unterwegs" war schnell gefunden. Schließlich musste ich mir schon damals von Freunden anhören "Die Katrin, immer viel unterwegs" – dabei hatte auch ich damals nur 30 Tage Urlaub und während Agentur-Zeiten war ich chronisch Pleite.

Ich kaufte mir die Domain zum Namen und erstellte mir in 10 Minuten ein Logo. Ich hätte ja nie gedacht, dass ich irgendwann mal von genau diesem Blog leben könnte. Ich begann, den "alten Blog" auszusortieren und meine "alten" Reiseberichte über New York und Kuba auf den neu erstellten Reiseblog zu kopieren. Das war der Start. Es war der 1. August 2013. "viel-unterwegs.de" war somit geboren.

Ich hatte Spaß und war glücklich, immer ehrliche Berichte zu schreiben. Auch heute ist mir Ehrlichkeit und Authentizität in Zusammenhang mit der niemals endenden Lust zu Reisen das Wichtigste! Und ich bin verdammt froh, dass ich bis jetzt meine Seele noch nicht für Angebote – die bestimmt gut bezahlt gewesen wären – verkauft habe! Das wird auch so bleiben.

Der falsche Weg ist, einfach den Job zu kündigen

Sätze wie "Ich habe meinen Job gekündigt, mache jetzt eine Weltreise und einen Reiseblog und überlege mir dann, wie ich mein Geld verdienen kann" oder "Geld mit einem Blog verdienen ist ganz einfach" möchte ich nicht mehr lesen. Das ist in meinen Augen alles Quatsch.

Überlege dir immer, mit was du dein Geld verdienen kannst, ehe du kündigst. Hast du überhaupt keine Erfahrung in Online Marketing, Bloggen oder ähnlichem, wird es verdammt schwer, überhaupt nur eine Mahlzeit mit den Einnahmen finanzieren zu können.

"Ich arbeite da, wo andere Urlaub machen"?

Auch Bilder von (angeblich) erfolgreichen Bloggern mit Laptop am Strand und dazu der Satz "Ich arbeite, wo andere Urlaub machen" mögen zwar aus Marketingsicht toll klingen und den Absatz des eigenen E-Books, Blog-Kurses oder auch die Anzahl der PR-Anfragen für Interviews steigern. Die Wahrheit sieht anders aus:

Erfolgreiche Blogger, die immer reisen (ich selbst bin keine Dauer-Reisende oder Digitaler Nomade), sitzen oft im klimatisierten Hotelzimmer und verlassen dieses nur, wenn sie Hunger haben oder Wäsche waschen müssen. Am Strand liegen sie äußerst selten.

Außerdem bin ich gerne daheim. Auf Reisen reise ich und daheim schreibe ich dann die Erfahrungen auf.

Es gibt keine Abkürzung zum Erfolg

Falls du das Ziel hast als Blogger, Instagramer oder Youtuber erfolgreich zu sein, sage ich dir: Es gibt keine Abkürzung und keinen "schnellen Weg" zum Erfolg. Alle Erfolgreichen, die ich kenne, haben jahrelange Erfahrung gesammelt und ihr Business ist langsam – manchmal schneller – gewachsen. Das Wichtigste dabei: Alle sind und waren immer authentisch. Nur dann bist du erfolgreich und glaubwürdig.

Kaufst du Follower oder Likes (ja, das geht egal ob auf Youtube, Facebook, Twitter oder Instagram), fällt das guten Agenturen und Destinationen (also Länder oder Regionen) sehr schnell auf. Du landest auf einer "Blacklist" und wirst künftig gemieden.

Treffender Spruch, gefunden im 25hours Hotel HafenCity in Hamburg:

spruch-erfolg-keine-abkuerzung

Was arbeitest du als Reiseblogger den ganzen Tag?

Als Antwort auf diese Frage erwartet fast jeder, dass ich „Nichts“ sage. Oder Reisen, Spaß haben und feiern. Das wäre schön, entspricht aber nicht so ganz der Realität. Ich arbeite sogar mehr als in früheren Jobs. Aber es macht mir Spaß, denn ich arbeite für mich und mache es sehr gern!

Bei mir gibt es zwei "Zustände": Entweder ich reise oder ich bin zu Hause. Das Arbeiten unterscheidet sich dann grundlegend.

"Arbeiten" auf Reisen

"Ach, du bist dann schon wieder im Urlaub? Viel Spaß!

Auf Reisen "arbeite" ich in dem Sinn, dass ich von morgens bis abends recherchiere. Ich nehme an Touren teil, erkunde Regionen oder Städte, unternehme Wanderungen oder sonstige Aktivitäten. Ich mache das, was normale Reisende auch tun würden. Nur meist noch mehr. Ich war schon immer so, dass ich am liebsten alles ansehen wollte. Das hat sich bis heute – zum Leid meiner Mitreisenden – nicht geändert.

Doch seit ich Blogger bin entspanne ich vor oder nach dem Erkunden äußerst selten. Ich verbringe mindestens ein bis zwei Stunden damit, Akkus zu laden, Bilder meiner Kameras zu sichern und eine grobe Auswahl zu treffen. Diese ausgewählten Bilder bearbeite ich sofort, um dann einen Facebook Post für euch zu planen oder direkt zu veröffentlichen (je nachdem, in welcher Zeitzone ich mich befinde).

Danach schreibe ich noch alle Notizen auf, falls ich das nicht zwischendurch beim Mittagessen oder anderen Pausen getan habe. Da die letzen Reisen nach Australien (drei Monate) und Peru (vier Wochen) sehr lang waren, habe ich sogar live vor Ort meine Reiseberichte veröffentlicht. Das passiert allerdings wirklich nur auf längeren Trips.

Oft ist dann immer noch nicht Schluss, denn meist gilt es, wichtige E-Mails zu beantworten oder auf Reisen noch die nächsten Unterkünfte zu buchen, Touren zu organisieren und im Reiseführer (egal ob gedruckt oder im Internet) zu recherchieren.

Irgendwann kann ich dann meine Augen nicht mehr auf halten und schlafe ein. Daher genieße ich es mittlerweile, auf Reisen komplett abgeschnitten vom Handy-Empfang und Internet zu sein. In Australien haben wir sogar den Aufenthalt in den Nationalparks verlängert, damit wir selbst mal runterkommen und ein wenig Zeit haben diese grandiose Natur zu genießen.

Geld verdienen Reiseblog - fotografieren
Mein teuerstes Hobby auf Reisen: Flüge mit dem Helikopter. Auch hier ist die Kamera immer dabei!
Beruf Reiseblogger fotografieren
Immer mit Kamera und Handy "bewaffnet" und selten ohne. Seit ich Reiseblogger bin mache ich viel mehr Bilder als davor.

"Arbeiten" wenn ich zu Hause bin

Zwischen meinen Reisen bin ich zu Hause. Seit ich vollzeit blogge sind diese Zeitspannen recht kurz; das möchte ich 2018 ändern. Arbeitstage dauern im Schnitt 10 - 12 Stunden, oft sieben Tage in der Woche und sind selten kürzer. An Wochenenden arbeite ich sehr gerne. Denn dann kommen keine E-Mails und ich kann ohne Ablenkung am besten schreiben. Denn je größer der Blog und je mehr Leser, desto höher der Aufwand.

Natürlich habe ich trotzdem genug Zeit für Familie und Freunde, denn ich bin ja flexibel. Ich kann mir auch am Tag eine 1-2-stündige Auszeit nehmen, um mich zum Mittagessen zu verabreden oder andere Dinge zu unternehmen. Auch am Abend bleibt der Laptop aus. Es sei denn, es müssen wichtige Reisen geplant werden, für die ich noch nicht viele Dinge organisiert habe (kommt vor, da ich gerne spontan reise).

Gibt es eine tägliche Routine als Blogger?

Nein. Ich habe in den letzten beiden Wochen versucht, irgendwelche "normalen" Tagesabläufe herauszufinden, wenn ich nicht auf Reisen bin. Mein Hauptritual ist der Gang zur Kaffeemaschine. Denn ohne Kaffee geht nix. Das andere Ritual ist, dann Pausen zu machen, wenn ich nicht mehr konzentriert bin. Oft gehe ich dann raus zum Joggen oder mit dem Mountainbike in den nahegelegenen Wald.

Ich stehe übrigens auf, wenn ich wach bin. Einen Wecker stelle ich nur noch für und auf Reisen oder bei wichtigen privaten Terminen. Trotzdem sitze ich oft schon vor 8 Uhr am Computer. Hätte ich noch eine Festanstellung, würde ich meinen Wecker mindestens drei bis fünfmal auf Schlummern drücken. Seit ich mein eigener Boss bin, stehe ich freiwillig auf. Warum? Weil mir mein Job Spaß macht.

Aufgaben und Pflichten als Reiseblogger

Erst neulich bekam ich den Kommentar (eines anderen Bloggers) zu lesen "Als Vollzeit-Reiseblogger erwarte ich von dir schon, dass du mehr als einen Artikel pro Woche veröffentlichst" – haha ich musste herzlich lachen. Mir fehlt einfach die Zeit, ich reise mehr und schreibe lieber ausführliche und nochmals nachrecherchierte Artikel. Das dauert eben.

Auch bedeutet ein Blog professionell zu betreiben weit mehr, als nur Artikel zu schreiben:

E-Mails beantworten

Meistens prüfe ich – wenn ich noch im Bett liege – ob irgendwelche wichtigen E-Mails gekommen sind. Denn habe ich zu Anfangszeiten andere belächelt, wenn sie erzählt haben, wieviele E-Mails sie am Tag beantworten müssen, kann ich das jetzt voll und ganz nachvollziehen.

Ich versuche wirklich, jede ernst gemeinte E-Mail oder auch Kommentare zu beantworten. Das kann manchmal dauern, da ich auf Reisen wirklich keine Zeit habe. Ich bemühe mich und freue mich trotzdem immer über jegliches Feedback.

Mein Postfach quillt über mit Anfragen von Agenturen, Umfragen von Studenten oder Werbung, die mir ohne Erlaubnis geschickt wird. Selbst Abwesenheitsnachrichten auf Reisen werden ignoriert. "Hast du meine E-Mail nicht erhalten" bekomme ich oft von Agenturen zu lesen, obwohl in meiner Nachricht genau drin steht, wo ich gerade bin und ab wann ich wieder erreichbar bin.

Ich will nicht jammern, aber am schlimmsten sind Anfragen möglicher Kooperationspartnern (Eigentlich SEO-Agenturen die mir ihre tollen Texte und Links verkaufen möchten) die meinen Vorstellungen einer Kooperation nicht entsprechen und sich vor ihrer E-Mail nicht einmal mit meinem Blog auseinandergesetzt haben. Diese Mails werden immer häufiger gelöscht. Genau diese "Partner" sind am hartnäckigsten. Werde ich dann beim dritten Mal Nachfragen ob ich die E-Mail schon gelesen hätte sauer und verweise auf meine Seite über Möglichkeiten der Zusammenarbeit, wird mir Überheblichkeit vorgeworfen. That's life – damit kann ich leben.

Neue Beiträge schreiben

Als Leser denkt man vielleicht, dass es die einzige Aufgabe ist, neue Artikel zu verfassen. Das Schreiben ist mittlerweile ein kleines Teilchen des Ganzen. Nicht nur das Schreiben nimmt bei mir sehr viel Zeit in Anspruch (ich schreibe sehr ausführliche und lange Artikel, oft über mehrere Tage und Wochen verteilt). Auch das Formatieren und ins Backend des Blog-Systems (WordPress) zu stellen nimmt nochmals einige Zeit in Anspruch.

Dazu muss ich die Bilder sichten, auswählen, bearbeiten, auf die richtige Größe bringen (sonst lädt die Seite zu lang) und korrekt benennen. Auch das nimmt oft einen halben Tag in Anspruch.

Alte Beiträge überarbeiten und aktualisieren

Artikel wie meine Packlisten, meinen liebsten Kreditkarten auf Reisen oder auch zur Kameraausrüstung müssen immer wieder überarbeitet werden. Auch Tipps für Städtereisen aktualisiere ich hin und wieder, wenn sich Preise und Öffnungszeiten ändern.

Bilder bearbeiten

Vor allem nach Reisen bin ich Tage oder Wochen damit beschäftigt, Bilder meiner Reisen von kleinen externen Festplatten auf meine Sicherung daheim zu kopieren und zu sortieren. Alleine aus dem letzten Jahr habe ich noch zahlreiche Bilder von Botswana, Namibia und auch Costa Rica ungesichtet herumliegen.

Ein Grund, warum ich immer häufiger befreundete Fotografen mit auf meine Reisen nehme. Seitdem habe ich mehr Zeit, mich um andere Dinge zu kümmern.

Meine liebsten Tools am Laptop: Adobe Lightroom und Adobe Photoshop. 

Bilder bearbeiten Reiseblog Lightroom
Bilder sortiere und bearbeite ich in Adobe Lightroom (Screenshot) oder Adobe Photoshop.

Mit anderen Bloggern austauschen und gemeinsame Projekte besprechen

Immer öfter reise ich mit befreundeten Bloggern. Freunden ist es schon lange viel zu anstrengend mit mir zu reisen, wenn sie wissen, dass ich auf dem Blog etwas darüber veröffentlichen möchte. Ich will immer das Maximale erleben, hänge zwischendurch am Handy und organisiere dazwischen Touren, Aktivitäten oder die nächsten Reisen. Darauf hat nicht jeder Lust.

Daher bin ich täglich mit anderen Bloggern im Austausch. Mit Susi von Black Dots White Spots war ich mittlerweile in Kanada zum Skifahren, auf Roadtrips in Tadschikistan -Kirgistan, Uganda - Ruanda, Florida und der Bretagne unterwegs. Wir planen schon wieder gemeinsame Reisen. Und wenn wir mal telefonieren, kann es länger dauern.

Social Media

Natürlich findest du meinen Blog auch auf Facebook, Pinterest und Instagram. YouTube und Twitter habe ich auch. Mangels Zeit musste ich festlegen, was mir am wichtigsten ist und auch am meisten Spaß macht.

Auf Reisen findet ihr fast täglich Updates auf Facebook, Instagram und Instagram Stories. Somit kann ich euch mit auf meine Reise nehmen und ihr seid "Live" dabei! Das macht mir richtig Spaß, denn dank euren Kommentaren habe ich oft schon tolle Tipps bekommen. Danke dafür!

Auf Pinterest plane ich meine Reisen und lege Pinnwände an, auf denen ich Artikel und Orte auch von anderen sammele, um einen Überblick einer Destination zu bekommen. Das macht richtig Spaß!

Bekanntmachen des Blogs

Von der Reichweite meines Blogs bin ich selbst überrascht: Mehr als 450.000 eindeutige Besucher, über 750.000 Besucher (wenn ein Besucher mehrfach am Tag den Blog besucht) kommen monatlich auf meinen Blog! Empfehlen meine Freunde und Familie meinen Blog weiter, bekommen sie oft die Antwort: kenne ich schon. Das ist krass und überrascht mich selbst immer wieder.

Auch dass ich immer wieder erkannt werde ist nach wie vor ungewohnt. Die Mehrheit der Leser findet über Google zu mir. Trotzdem muss ich dafür arbeiten, dass viel-unterwegs.de auch auf anderen Medien bekannter wird.

Darum kommt die Frage "Wieviel Eigen-PR machst du Katrin?"die mir erst gestern in einem Interview gestellt wurde, nicht überraschend. Wenig bis gar keine lautete meine Antwort. Es gibt Blogger, die sind spitze, wenn es um die Eigenvermarktung geht. Sie tauchen immer wieder in SPON, T3N, oder sonstigen Online-Medien auf. Ich hingegen gehe nicht aktiv auf Medien zu.

Bis vor kurzem habe ich sogar fast alle Interview-Anfragen abgelehnt. Mir war das lästig oder ich war sowieso auf Reisen. Mittlerweile prüfe ich genau wer mich anfragt. Mein letztes Interview habe ich sogar an einem Sonntag gegeben. Gebucht werde ich mittlerweile für Events, um als Expertin zu sprechen und Fragen zu beantworten.

Um neue Artikel bekannt zu machen, schreibe ich einen Newsletter, den du kostenlos abonnieren kannst. Ich poste diese Artikel ebenfalls auf Facebook, Instagram und Pinterest. Dazu kommentiere und like ich bei anderen Bloggern und teile gelegentlich auch Artikel und Videos meiner Blogger-Kollegen (oftmals fehlt mir hierzu die Zeit).

So langsam gewöhne ich mich an diese Aufgaben und wer weiß, vielleicht gibt's in Zukunft auch aktivere Eigen-PR von mir. Es macht mir mittlerweile richtig Spaß auf Events und Veranstaltungen über meine Leidenschaft zu sprechen!

Organisation und Verwaltung

Als Selbstständige gibt es leider jede Menge Verwaltungsaufgaben, die ich auch während meinen Reisen erledigen muss. Denn das Finanzamt schickt sofort eine Mahnung, wenn ich meine Umsatzsteuervoranmeldung nicht pünktlich abgebe (ich habe leider keinen Aufschub erhalten).

Somit scanne ich Rechnungen ein (auf Reisen geht das wunderbar per App), mache Buchführung und Reisekostenabrechnungen. Vor allem der letzte Punkt nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Ich könnte mir für mich nichts Langweiligeres vorstellen als Buchhaltung! Damit alles auch korrekt ist habe ich einen Steuerberater, mit dem ich in regelmäßigem Kontakt stehe.

Technischer Kram und Weiterentwicklung

Um immer auf dem neuesten Stand zu sein, müssen in WordPress ständig Plugins upgedatet werden und Sicherungen des Blogs samt Inhalt erstellt werden. Auch die Performance muss beim Web Hoster gewährleistet sein.

Da sich die Anforderungen im World Wide Web ständig ändern und ich nicht alles weiß, ist hier der Kontakt zu Experten wichtig. Diese habe ich glücklicherweise in der Familie, im Freundeskreis und mit Ex-Kollegen!

Ein Blog ist eine große Baustelle, die ToDo-Liste dazu endlos lang. Viele Aufgaben im technischen Bereich gehen über mein Wissen hinaus. Hier muss ich investieren, damit ich für die Zukunft gut aufgestellt bin.

Wie kannst du dir die ganzen Reisen leisten?

Vor allem auf Instagram werde ich immer wieder gefragt, wie ich mir diese ganzen Reisen leisten kann. Viele Reisen sind teuer und diese Frage von euch dazu völlig legitim.

Wenn ich reise, sinken meine Ausgaben in Deutschland. Kosten für Benzin, Essen und Ausgehen mit Freunden fallen weg oder sind im Ausland oftmals viel günstiger. Seit ich so viel unterwegs bin, lege ich immer weniger Wert auf die neueste Mode und kaufe nur noch, was ich wirklich benötige. Im Gegensatz zu früher habe ich dadurch viel niedrigere Ausgaben und somit keine unnützen Dinge mehr herumliegen.

Statussymbole waren mir nie wichtig.

1. Blogger- oder Pressereisen

Es gibt Reisen, auf die wirst du als Blogger von Tourism Boards eingeladen. Zum Beispiel die Wanderungen in Kanada zur Eröffnung des Great Trail. Flug, Unterkunft und Essen wurden übernommen.

Dafür hast du bei dieser Art Reisen ein straffes Programm: morgens klingelte der Wecker ganz schön früh, ein Programmpunkt folgte dem nächsten. So ist das immer. Oft steht man auch vor sechs Uhr auf, bekommt Führungen, postet auf den Social Media Kanälen und tauscht sich mit anderen aus.

Eines muss auch bei Einladungen klar sein: Schreibe immer über deine eigene Meinung. Wenn dir etwas nicht gefällt, schreibe auch darüber.

Diese Einladungen nehme ich so gut wie gar nicht mehr an. Denn diese Reisen bringen kein Geld und ich kann während diesen Reisen nicht an meinem Blog arbeiten. Überlege genau, ob die Zeit das Geld wert ist.

Dabei ist wichtig, dass das Reiseziel und auch die angebotenen Aktivitäten wirklich passen müssen. Was noch wichtiger ist: Die Mitreisenden müssen passen. Glaube mir, es gibt nichts Anstrengenderes als Blogger, die Ellbogen ausfahren, um das beste Motiv zu bekommen oder immer in der ersten Reihe zu sitzen. Ich mag keine Egoisten und war schon immer eher Team-Player.

Was von mir dafür erwartet wird (aber kein Muss ist): ich schreibe dafür mindestens einen Artikel. Bei diesen Artikeln steht auch immer am Ende, dass ich eingeladen wurde. Transparenz ist mir wichtig.

Da ich mittlerweile eine ziemlich große Reichweite besitze, nehme ich diese Pressereisen nicht mehr an. Es sei denn, es ist eine Fernreise, die ich verlängern kann, um individuell vor Ort weiter auf Entdeckung zu gehen. Wenn jeder nach dem Trip über dasselbe berichtet, finde ich das ziemlich langweilig.

2. Individuelle Recherchereisen

Auf 99 % meiner Reisen organisiere und bezahle ich fast alles komplett selbst. Warum? Dann bin ich frei, kann darüber schreiben, wann ich will und bestimme meine eigene Route. Manchmal frage ich trotzdem nach Unterstützung. Zum Beispiel, wenn ich unbedingt in ein bestimmtes Hotel oder Unterkunft möchte, wie z.B. die Skylodge in Peru. Hier hätte ich sowieso übernachtet und Werbung gemacht.

Doch geschenkt ist heute nichts, somit frage ich nach, ob sie mich zu diesem Erlebnis einladen, von dem ich sowieso berichten würde. Manchmal klappt es, manchmal nicht.

In den drei Monaten Australien habe ich teilweise Unterstützung des Tourism Boards in Anspruch genommen oder in Form von Flugtickets von Qatar gerne akzeptiert.

Die Gegenleistung war sehr wertvoll: Durch die Mitnahme des #alphaddicted Koffers von Sony (hierfür habe ich kein Geld bekommen, aber viele wertvolle Kontakte und Aufmerksamkeit durch Events, Sony's Social Mediakanäle und PR-Newsletter, etc.) wurden Australien und Qatar Airways immer wieder erwähnt, von mir verlinkt und haben somit Werbung bekommen. In einem Magazin (über Fotografie) wurden sogar auf zwei Doppelseiten meine Bilder veröffentlicht.

Trotzdem hat mich die 3-monatige Australien Reise einen 5-stelligen Betrag gekostet. Ich sehe dies als Investition für meine Artikel. Nur wer authentisch ist, kann auch als authentischer Mensch wahrgenommen werden und Vertrauen aufbauen. Oder?

Darum bin ich stolz darauf, unabhängig zu sein und mein Geld über den Blog zu verdienen, um mir meine Reisen und das Equipment selbst zu kaufen.

3. Aufträge, um Content zu erstellen

Mittlerweile gibt es auch Agenturen und Regionen, die individuell mit dir in Kontakt treten, damit du zu einem bestimmten Thema Fotos, Videos und Texte erstellst. Oft auf den eigenen Kanälen, manchmal auch für die Webseite des Kunden.

Das ist genial, denn die Kunden kennen mich meist schon sehr gut und wissen, wofür ich stehe und was mir gefällt. Somit ergibt sich eine Win-win-Situation für deren Aufwand ich entsprechend entlohnt werde.

Diese Art Auftrag ergab sich beispielsweise für die Normandie, als ich mit meinem Campervan die Region erkunden konnte und dabei fünf Videos inklusive fünf Texten (inklusive Fotos) für deren neue Webseite erstellen konnte.

So verdienst du Geld mit einem Blog

"Geld verdienen durch Reisen als Reiseblogger? Wie geht das?" – auch eine Frage, die mir oft, vielleicht sogar am meisten gestellt wird. Meine Eltern verstehen bis heute noch nicht so ganz, wie ich vom Bloggen leben kann.

Wie ich mein Geld verdiene ist gar nicht so einfach zu erklären. Ich probiere es einfach mal. Auch hier gibt es viele Möglichkeiten, wovon ich die meisten ablehne, weil ich keine Zeit habe oder oft auch keine Lust.

Zum Beginn meiner Selbstständigkeit habe ich einen Businessplan geschrieben und somit eine Förderung bekommen. Dadurch war mein "Start" zumindest gesichert, das Geld reichte mir aus (und ich konnte sogar etwas auf die Seite legen, damit ich mir meinen Traum von drei Monaten Australien überhaupt leisten konnte).

1. Affiliate Marketing

Affiliate-Marketing wird oft als "passives Einkommen" bezeichnet, was so überhaupt nicht stimmt. Der größte Anteil meines Einkommens beruht auf diese Art Geld zu verdienen.

Ich empfehle euch Produkte wie z.B. Reiseführer, Reisekreditkarten, Hotels, Touren, Kameras, Objektive und Klamotten, die ich auch getestet habe. Nur wenn ich Produkte mag und davon überzeugt bin, erwähne ich auf meinem Blog. Diese Links nennt man Affiliate-Links. Bestellst Du über meine Verlinkung, ändert sich für dich nichts am Preis eines Produkts. Ich bekomme lediglich eine kleine Provision fürs Vermitteln.

Daher freue ich mich immer, wenn jemand etwas über meine Links bestellt, denn dies ist eine Art der "Belohnung" für den Aufwand, den ich mir bei den Recherchen und sorgfältig aufbereiteten Artikeln mache. Ich selbst schaue auch immer wieder bei anderen Reisebloggern nach Tipps zu Hotels, Kamera, Objektiv oder Ausrüstung und buche oder kaufe gerne über deren Affiliate-Links ein. Das ist meine Art "Danke" zu sagen für die Arbeit anderer.

2. Eigene Produkte verkaufen

Der beste Weg ein Einkommen aufzubauen, ist eigene Produkte zu verkaufen. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt.

Ich habe beispielsweise festgestellt, dass es kein Reisetagebuch gibt, das für mich so richtig passt. Darum habe ich eigene Produkte auf den Markt gebracht: Persönliche und individuelle Reisetagebücher!

Reisetagebücher im Shop ansehen

Übersicht Reisetagebücher selber schreiben
Von links nach Rechts: Roadtrip Reisetagebuch (Viel-Schreiber), Roadtrip Reisetagebuch (Wenig-Schreiber), Städtereise Tagebuch, blanko Reise-Notizbuch zum selber schreiben.

3. Texte schreiben, Fotos und Videos produzieren

Je nach Reise und Kooperationspartnern werde ich hin und wieder gefragt, ob ich auch Texte mit Reisetipps und Geschichten auch für andere Webseiten schreiben möchte. Das mache ich gerne, sobald das Angebot stimmt. Denn Schreiben kostet Zeit, die Bilder dafür auszusuchen erst recht.

Für Travel Alberta habe ich zum Beispiel geschrieben, warum es sich lohnt, im Winter nach Kanada zu reisen (und ich würde sofort noch mal hinfliegen). Für die neue Webseite für Australia.com habe ich vier Artikel beigesteuert (Beispiel).

Für Australien konnte ich fünf Texte mit Fotos veröffentlichen, ebenso wie oben erwähnt für die Normandie. Für weitere Länder und Regionen bekomme ich vermehrt diese Anfragen und Aufträge. Das macht wirklich Spaß!

4. Social Media

Manchmal bekomme ich Anfragen, ob ich Aktionen auf Facebook, Instagram oder Twitter teilen möchte. Ich schreibe ein Angebot, wenn ich die Aktion und auch die Firma, die dahintersteckt, gut finde. Dann markiere ich den Post aber als Werbung, Anzeige oder "bezahlt".

Manchmal biete ich auf Reisen an, einen Instagram-Takeover zu machen und nehme Abonnenten einer Destination mit auf meine Reise (Instagram und Instagram Stories).

5. Sprecher auf Events

Immer öfter kommen Anfragen, an Events teilzunehmen und als Sprecher aufzutreten. Auch hier werden mir eine Aufwandsentschädigung, Anreisekosten und Hotel bezahlt. Das ist zwar nicht viel, macht mir aber sehr viel Spaß und ich lerne überall sehr interessante Menschen kennen, die mittlerweile auch Freunde geworden sind.

Besonders gut in Erinnerung ist mir die Adobe Fotonacht (Video dazu ansehen).

Hier lernte ich die Fotografin Kristina kennen, die mich in Peru begleitet hat. Dazu Jens Burger, der in Abu Dhabi, Edinburgh, Glasgow, Kanada und Finnland dabei war. DomQuichotte reist unter anderem mit nach Südafrika, Sylt, die Schweiz und hat auch Reisen nach Guernsey und Thailand als Autor und Fotograf übernommen.

Das sind tolle Momente im Leben, die ich mittlerweile nicht mehr missen möchte!

6. Produkttests

Immer häufiger kommen Anfragen, ob ich Produkte testen möchte. In 99 % dieser Anfragen sage ich ab. Der Grund: Ich stehe nicht hinter dem Produkt. Daher gibt es bis jetzt nur 2-3 Produkttests auf meinem Blog zu lesen, für die ich bezahlt wurde (und die auch als Werbung gekennzeichnet sind).

7. Bilder verkaufen

An Destinationen verkaufe ich ab und zu Fotos meiner Reisen für ihre Social Media Kanäle. Auch das ist eine Einnahmequelle.

"Katrin du kommst an Orte, an die selten Fotografen kommen" - so die Aussage meines Freundes Murat Erimel, Head of Marketing bei Adobe Stock in Deutschland, dem Marktplatz für digitale Stockmedien, wo jeder Bilder, Videos und Grafiken verkaufen kann. Agenturen kaufen hier im Gegenzug ihre Fotos für Flyer, Prospekte oder Webseiten ein.

Dank meines Freundes fange ich nach und nach an, meine Fotos zu sichten und bei Adobe Stock zum Verkauf anzubieten. Ich werde mal schauen, ob ich mir hier noch ein kleines passives Einkommen aufbauen kann.

8. Workshops, Coachings und Beratung

Agenturen, Destinationen, Marken und auch Blogger fragen mich häufig an, ob ich nicht Beratung und Workshops anbieten möchte. Oft bin ich auf Reisen und muss bei diesen Anfragen leider absagen.

Für Destinationen habe ich schon Workshops zum Thema "Blogger Relations"  gegeben und plaudere ein wenig aus dem Nähkästchen. Für Blogger gebe ich äußerst selten Workshops und Beratung, da mir einfach die Zeit dazu fehlt. Manchmal mache ich aber eine Ausnahme.

Für Aruba Tourismus habe ich einen Blogger-Nachwuchs-Workshop gegeben. In Zingst auf dem horizonte Umweltfotofestival habe ich einen Fotowalk und Workshop gehalten.

Für eine größere Marke im Food-Bereich habe ich ein mehrmonatig andauerndes Coaching für Verkäuferinnen im Online-Marketing und "Verkaufen" gegeben. Das ist ein wahnsinnig großer Aufwand aber macht manchmal auch zur Abwechslung Spaß.

Andere Einnahmequellen als Blogger, die ich generell ablehne:

Advertorials also Texte, die Firmen schreiben um ihre Links zu platzieren und für das Veröffentlichen auf meinem Blog bezahlen würden lehne ich grundsätzlich ab. Die Texte platzen oft vor Keywords und passen einfach nicht in mein Konzept. Ich möchte dass alle Berichte über ehrliche und authentische Erlebnisse schreiben, die ich oder meine Autoren gemacht haben.

Link-Verkäufe oder die Platzierung von Infografiken gegen Bezahlung lehne ich generell ab. Ich platziere gerne Links in Artikeln zu allen Anbietern, Hotels oder Produkten, die ich empfehle. Alles andere hat auf meinem Reiseblog keinen Platz. Auch nicht für Geld.

Banner auf meiner Webseite biete ich ebenfalls nicht an. Sie stören mich auch bei anderen Webseiten. Daher lehne ich diese Art von Werbung auch grundsätzlich ab.

Wie andere Blogger ihr Geld verdienen?

Viele Reiseblogger nutzen ihren Blog als Visitenkarte, um an Aufträge zu kommen. Egal ob es sich dann um die Produktion von Videos handelt, sie Beratung anbieten, Texte verfassen oder Fotos erstellen. Wieder andere haben eigene Bücher veröffentlicht. Reiseführer, Bücher mit Reisegeschichten, oder bringen sogar ein eigenes Magazin heraus.

Weitere Einnahmen durch eigene Produkte

Reiseführer schreiben und verkaufen

Ich habe Blogger-Freunde, die in anderen Ländern leben oder ständig an dieselben Orte reisen. Daher sind sie absolute Spezialisten für bestimmte Destinationen. Ihre Reiseführer kann ich daher wärmstens empfehlen. Natürlich freuen sie sich, wenn auch ich ihre Reiseführer empfehle und belohnen mich damit mit Affiliate-Links und somit einer Provision:

  • Melissa von Indojunkie: 122 things to do in Bali & Bali Surf Guide*
  • Anne (früher Bloggerin auf goingvagabond) haben einen genialen Peru Reiseführer*, den ich auf meiner Reise dabei hatte, herausgebracht. Das neue Cover ist z.B. von Kristina, die mit mir in Peru unterwegs war.
  • Steve von Back-packer.org hat mehrere Reiseführer für Südamerika herausgebracht (Peru*, Argentinien und Chile)
  • Marcel und Tobi von "Home is where your bag is" sind absolute Südostasien Spezialisten und haben Reiseführer für Thailand, Vietnam, Lombok*, Koh Phangan und die Philippinen herausgebracht.
  • Stefan von Faszination Südostasien hat einen wundervollen Bangkok Guide* und Reiseführer für Thailand und Vietnam veröffentlicht.
  • Simone lebt zur Hälfte auf den Seychellen und hat einen wundervollen Seychellen Reiseführer* geschrieben.

Es gibt noch zig andere Blogger, die gute Reiseführer und Ratgeber geschrieben haben. Alle aufzuzählen schaffe ich nicht ganz.

Bücher und Reiseführer für Verlage verfassen

Wiederum andere Bekannte schreiben Reiseführer für Verlage, steuern einzelne Artikel  themenbezogenen Büchern über Reisen bei oder schreiben Ratgeber als Auftragsarbeit.

Gesa (Wonderful Wild) wurde Rangerin in Südafrika und hat mit ihrem Buch "Frühstück mit Elefanten" einen fesselnden Bestseller veröffentlicht. Mittlerweile hat sie eine eigene Agentur und veranstaltet Reisen im südlichen Afrika. Dazu sind zwei weitere Bücher erschienen.

Susi (Black Dots White Spots) hat zum Beispiel für Merian Momente einen Reiseführer für Thailands Süden verfasst. Ole (Out of Canada) hat diverse Reiseführer für Kanada und die USA veröffentlicht. Ich wurde auch schon angefragt, fand den Aufwand im Gegensatz zur angebotenen Bezahlung allerdings viel zu groß.

Ich bin mir sicher, dass es noch zahlreiche weiteren Einnahmequellen für Blogger gibt, um sich Reisen zu finanzieren.

Ist der Beruf Reiseblogger ein Traumjob?

JA! Absolut. Ich wünsche mir nie mehr etwas Anderes machen zu müssen. Ich lebe meinen Traum und brenne dafür zu reisen, andere Kulturen und Menschen kennenzulernen und darüber zu schreiben. Auch wenn ein Arbeitstag verdammt lang ist: ich wünschte, er hätte noch mehr Stunden!

Auch die skeptische Frage von Freunden "Macht dir das Reisen überhaupt noch Spaß?" kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Die Welt ist noch so groß, die Abenteuer und Regionen, die darauf warten, von mir entdeckt zu werden sind so zahlreich, dass ich am liebsten morgen schon wieder losziehen würde!

Update 2021: Das Jahr 2020 hat uns alle auf den Boden der Tatsachen geholt. Es ist hart, mittlerweile seit knapp einem Jahr von Erspartem und der Hoffnung, bald wieder Reisen können zu leben. Trotzdem gebe ich nicht auf und bin positiv. Ich gebe Coachings, die ziemlich viel Zeit in Anspruch nehmen, aber das hilft mir, die Situation zu überstehen. Denn das Fernweh steigt mit jedem Tag an.

Update 2022: Mit Beginn der Pandemie kam auch die erste Steuerprüfung meines zuständigen Finanzamts ins Haus geflattert. Nach Covid war der "Fall" geregelt mit dem Resultat, "ich würde ja nicht nur beruflich reisen", sondern auch genau diese Reisen, über deren Erfahrungen ich hier berichte auch Urlaub und somit privat machen.

Auch meine Kameras würde ich privat nutzen, genauso wie meinen Laptop. Wer mich kennt weiß, dass ich privat nie eine Kamera dabei habe und auch mit dem Handy fast nie Fotos daheim mache. Auch auf diesen Reisen wäre die Zeit "privat" genau die, in der ich zum Schlafen im Bett liege. Ich bin auch nach ein paar Monaten sprachlos und musste eine 5-stellige Summe nachzahlen. Liebes Finanzamt, verstehe doch einfach, dass Zeiten sich ändern und auch Berufsbilder andere geworden sind.

Wer mit seinem Job unzufrieden ist, soll seine Leidenschaft zum Beruf machen und nicht anderen, die genau das gemacht haben, ein Bein stellen. Mach dich auf alle Hürden gefasst... Selbstständigkeit in Deutschland ist wirklich nicht einfach. Egal, in welchem Beruf.

Tipps für dich zum Start

  • Mache nur Dinge, für die du brennst und eine Leidenschaft hast.
  • Erstelle keinen Reiseblog nur mit dem Ziel, Geld zu verdienen und kostenlos reisen zu können.
  • Bleib authentisch und echt, verstelle dich nie!
  • Habe Durchhaltevermögen! Der Anfang ist schwer, denn mittlerweile gibt es Reiseblogs wie Sand am Meer. Als "Neuling" wirst du einen steinigen Weg vor dir haben.
  • Bilde dich ständig weiter.
  • Nicht die Masse macht es auch, sondern die Klasse (schreibe keine Artikel, die keinen Mehrwert liefern, lege Wert auf Qualität und packe dein gesamtes Wissen hinein).
  • Bist du dein eigener Chef, dann musst du sehr diszipliniert sein. Auch ich musste das lernen und mir einen Plan machen.
  • Kündige nicht einfach einen Job, baue dir einen Blog oder dein Business nebenbei auf und sammle Erfahrung. Nach gewisser Zeit merkst du, ob du "dran bleiben" kannst und willst.
  • Wagst du die Kündigung, dann bist du so mutig wie ich: Selbstständigkeit kann das geilste auf Erden sein, aber auch die größte Frustration bieten (Covid-19). Darum sei dir über das Risiko bewusst, dass du eingehst und sichere dich ab. Lege Geld beiseite (Ich habe mir für mindestens 1 Jahr Geld beiseite gelegt, um Fixkosten decken zu können).

Bücher zur Inspiration für Reiseblogger

Möchtest du das Risiko eingehen und den Schritt in die Selbstständigkeit wagen? Dann habe ich ein paar Bücher für dich, die ich vor oder des Hauptberufs als Reiseblogger gelesen habe. Diese Bücher sollte man immer wieder in die Hand nehmen, denn sie sind zeitlos.

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Katrin Lehr viel-unterwegs.de Gründerin
Hi ich bin Katrin!

Ich bin Katrin und viel unterwegs! Mit Campervan oder Rucksack möchte ich die ganze Welt entdecken. Um meine Erfahrungen & Erlebnisse zu teilen, habe ich diesen Reiseblog gegründet!