Blogger Relations: Wie arbeite ich mit einem Blogger zusammen?

Tipps wie du mit Bloggern zusammen arbeiten solltest

Viel zu lange schlummerte dieses Dokument auf meiner Festplatte. Nie hatte ich die Muße und Zeit, es endlich fertigzustellen und den „Veröffentlichen“-Button zu klicken.

Immer wieder spreche ich mit Bloggern, Destinationen oder Agenturen darüber, dass manche Erstkontakte so ziemlich in die Hose gehen. Egal von welcher Seite aus. Daher habe ich hier meine Erfahrung der vergangenen dreieinhalb Jahre mit meinem Reiseblog zusammengefasst. Schließlich komme ich ursprünglich „von der anderen Seite“ – einer Digitalagentur – und habe somit auch ein gewisses Verständnis für alle, die damit überfordert sind, wie man Blogger anspricht.

Anmerkung 1: Da ich einen Reiseblog betreibe, gehe ich speziell auf das Thema Reisen ein. Natürlich sind meine Beispiele auch auf andere Branchen anwendbar.

Anmerkung 2: Mittlerweile ist es manchmal echt peinlich zu sagen, dass man Reiseblogger ist. Es gibt immer mehr Blogger die durch die Medienberichte denken, sie machen mal „kurz einen Reiseblog“ und werden dafür „umsonst“ auf Reisen eingeladen.

Was ist Blogger Relations oder Influencer Marketing?

Blogger sind Influencer (von engl. to influence: beeinflussen). Sie sind da, wo die Zielgruppe sich mittlerweile immer häufiger befindet: Im Internet. Das Internet ist das weltweit führende Medium und hat das Fernsehen schon lange abgelöst.

Für viele Unternehmen ist diese „neue“ Zielgruppe durch Blogger viel einfacher und zielgerichteter zu erreichen.

Diese Punkte bringe ich in diesem Artikel zur Sprache:

  • Warum auch du mit Bloggern arbeiten solltest (oder: Warum du mit Bloggern gut umgehen sollst)
  • Wie du den richtigen Blogger und deine Zielgruppe findest
  • Du hast die Qual der Wahl: Die richtige Auswahl treffen
  • Pitch – die richtige Ansprache an Blogger

Hast du weitere Tipps und Ideen oder findest, ich habe einen Aspekt vergessen? Dann hinterlasse bitte am Ende des Artikels einen Kommentar. Jeder hat zu diesem Thema eine andere Meinung, daher muss meine Herangehensweise nicht deiner entsprechen.

Warum mit Bloggern arbeiten? (Warum du mit Bloggern “gut umgehen” solltest)

Menschen starten ihre Reiseplanung im Internet

Sie „Googeln“ (nutzen Suchmaschinen), durchsuchen Webseiten, Social Media Kanäle und vor allem Blogs. Im Fall einer Reise sind es natürlich Reiseblogs. Dabei beeinflussen wir Blogger unsere Leser in der Auswahl des Reiseziels oder dem Kauf eines Produkts.

E-Mails wie z.B.

„Bei der Suche nach dem „idealen“ Reiseziel, bin ich auf Deine Homepage gestoßen. Nachdem ich anfangs Sansibar zu meinen Favoriten gezählt habe, bin ich nun komplett verwirrt. Deine Berichte sind alle toll !!!!

Bei meinen Recherchen im Internet kam ich komplett durcheinander. Es gibt eben zu viele tolle Orte auf dieser Welt, die man unbedingt entdecken muss :)“

sind keine Seltenheit. Kommen wir daher zum nächsten Punkt:

Blogger sind Markenbotschafter

Leser vertrauen einem Blogger und dessen Tipps. Ich würde nie Produkte empfehlen oder bewerben, die ich nicht selbst nutze und getestet habe.

Übrigens: Laut dem Technorati Digital Influence Report (2013 aber immer noch aktuell), gehören Blogs zu den ersten Anlaufstellen von Käufern, um Infos und Rat einzuholen. Der Leser vertraut auf der Empfehlung eines Bloggers mehr als einem Post auf Twitter, Facebook oder Instagram.

Though blogs and influencers don’t get a large portion of brands’ digital spend, they rank high with consumers for trust, popularity and influence. When making overall purchase decisions, for consumers, blogs trail only behind retail and brand sites. With regard to overall sources for information on the internet, blogs rank among the top five “most trustworthy” sources.  As an example, according to consumers, blogs are more influential in shaping opinion than Twitter, and when it comes to affecting purchase decisions, more important than Facebook.”

81% der Konsumenten vertrauen Empfehlungen und Ratschlägen, die ein Blogger gibt!

Beispiel gefällig? Bekomme ich also eine Anfrage für Kamera A, nutze aber Kamera B und bin damit hochzufrieden, sage ich ab. Auch wenn es für mich sehr reizvoll (vermutlich auch vergütet) gewesen wäre.

Ein weiteres Beispiel? Ich wurde von Samsung gefragt, ob ich die neue Samsung Smartwatch testen möchte. Vom Zeitraum hat es bei mir nicht gepasst, denn ich war längere Zeit auf Reisen. Mein Bruder ist fast geplatzt vor Neid. Also habe ich ihm die Uhr zum Test überlassen und er hat sie wirklich ausgiebig getestet. Er liebt die Uhr heiß und innig und hätte sie vermutlich sowieso gekauft. Kann ein Bericht authentischer sein?

Blogger sind authentisch und berichten mit viel Leidenschaft

Jeder Blogger – egal ob Nebenberuflich oder Hauptberuflich – steck sehr, sehr viel Zeit und Herzblut in sein Projekt. Vor meiner Selbstständigkeit habe ich oft morgens vor und abends nach der Arbeit in einer Agentur noch an neuen Artikeln gefeilt, habe Bilder bearbeitet oder E-Mails und Kommentare beantwortet. Seit meiner Selbstständigkeit ist es nicht weniger Arbeit geworden – im Gegenteil. Es ist mehr als ein normaler Vollzeitjob.

Bitte würdigt die Zeit, die wir investieren und behandelt Blogger nicht abschätzig. Wir schreiben nicht nur. Wir machen auch Fotos, bearbeiten diese, gehen Kooperationen ein und pflegen Kontakte und unsere Social Media Kanäle. Manche erstellen aufwändige Videos.

Kennzeichnung von Artikeln

Zum Thema Authentizität gehört bei Bloggern auch, dass sie kennzeichnen, wenn sie eingeladen wurden oder Geld für einen Artikel bekommen haben.

Produkttests kennzeichne ich wie folgt:

Kennzeichnung von Produkttests auf Blogs
Die Subheadline enthält den Hinweis auf „Werbung“. Der Kunde einen „nofollow“ Link

Alle Hinweise wie z.b. „… entstand in Kooperation mit …“ ist nicht rechtens. Diese Blogger würde ich ja alle gerne mal anzeigen.

Kennzeichnung von Kooperationen bei Reisen:

Wenn ich mit einer Destination, einem Hotel oder Tour-Operator eine Kooperation habe bedeutet das, dass ich im Gegenzug darauf hinweise, was vom Partner übernommen wurde.

Habe ich einen Mietwagen im Gegenzug für Erwähnungen erhalten, schreibe ich darüber z.b. so:

Kennzeichnung bei Blogger Relations Kooperationen
Kennzeichnung von Kooperationen mit Partnern bei Reisen.

Artikel eines Bloggers vs. Banner und Werbung

Werbung in Printprodukten, im TV oder Radio sind nicht nur teuer, sie werden mittlerweile vom Leser, Zuschauer oder Zuhörer überhaupt nicht mehr wahrgenommen. Blogger dagegen berichten mit Emotionen über ihre Erfahrung, untermalen diese mit Bildern und Videos. Das nehmen die Leser wahr.

Blogger schreiben für eine Nische und erreichen zu 100% ihre Zielgruppe

Außer der Glaubhaftigkeit haben Blogs den großen Vorteil, dass sie für eine spezielle Zielgruppe schreiben. Meinungen von Bloggern werden immer wertvoller. Über Blogger können Unternehmen genau ihre gewünschte Zielgruppe erreichen und somit neue Kanäle erschließen.

Außerdem gilt: Leser wollen nicht von einer Marke selbst hören wie toll sie ist

Leser glauben Bloggern. Sie sind authentisch, glaubwürdig und ehrlich. Es gibt Blogger, die für Geld jedes Produkt bewerben. Ich jedenfalls lege sehr viel Wert darauf, dass auf meinem Blog nur Artikel veröffentlicht werden, die zu mir oder den anderen Autoren passen. Eine Marke, die selbst erzählt wie toll sie ist, bekommt nicht das Maß an Glaubhaftigkeit wie ein Blogger, der darüber (emotional) berichtet.

Blogger vermarkten sich selbst

Wer mit Bloggern zusammenarbeitet, muss sich um fast nichts mehr kümmern. Denn wir können uns alle sehr gut selbst vermarkten. Schreiben wir einen neuen Artikel oder veröffentlichen ein neues Video, teilen wir alles mit unseren Lesern per Newsletter, Facebook, Twitter oder anderen Kanälen (z.B. speziell für die Zielgruppe bestehenden Facebook Gruppen oder Internet-Foren). Wir sind darin bestrebt, dass unsere Empfehlungen und Erfahrungen gelesen, geteilt und kommentiert werden.

Blogger haben eine große Reichweite im Internet und Social Media

Suchmaschinen mögen Blogs oft mehr als Firmen-Webseiten. Auch auf Social Media Kanälen oder speziellen Facebook Gruppen über bestimmte Länder sind Blogger oft stark vertreten.

Mit Bloggern zusammenarbeiten ist eine langfristige Investition

Die auf dem Blog publizierten Artikel sind dauerhaft verfügbar. Sie werden nicht (wie Printprodukte) nach dem Lesen in einen Papierkorb geworfen. Bei einem Blog gilt das Gegenteil: Die Sichtbarkeit eines Artikels wird im Idealfall stärker, je länger er online ist. Er wird also immer weiter in den Suchmaschinen rutschen und mehr und mehr Leser erhalten.

Beispiel: Dieses Themengebiet ist schon älter. Die Artikel gingen recht schnell gut. Nach zwei Jahren richtig gut und im dritten Jahr noch besser. Die Investition ist also langfristig sehr wertvoll und nicht kurzfristig wie in einem Magazin, einer Zeitung oder einem TV- oder Radio-Beitrag.

blogger-relations-tippsBlogger sind kreativ

Unternehmen sind oft an interne Guidelines gebunden, was Ausführung, Auflagen und Content betrifft. Ich kann aus meinen Konzernzeiten selbst ein Lied davon singen. Dagegen sind Blogger „frei“. Außerdem sind die meisten von uns (nicht alle) sehr kreativ und haben oft eine andere Sicht auf Dinge. Sie kommen mit neuen Ideen, die Unternehmen selbst so nie umsetzen dürften. Traut euch!

Aber: Seid euch bewußt, dass eine Zusammenarbeit mit einem Blogger nicht kostenlos ist!

Wenn dir all diese Punkte bewußt sind, folgt als nächstes die Auswahl des Influencers. Hier sind meine Tipps, wie man die richtige Auswahl trifft:

Strategie, Ziel und Zeitplanung für eine Kampagne mit Bloggern

Vor allem im Reisebereich ist es schwer, den richtigen Blog zu finden. Täglich sprießen neue Blogs aus dem Boden. Reisen ist des Deutschen liebstes Hobby. Warum also nicht darüber berichten? Doch Unternehmen, Destinationen und PR-Agenturen fällt es immer schwerer einen Überblick über den Reisebloggermarkt zu bekommen.

Definiere deine Strategie

Als erster Schritt solltest du eine Zielgruppe, die Ziele der Kampagne und die beste Plattform (YouTube, Facebook, Blog, Twitter, Instagram, …) für deine Marke festlegen.

Definiere dein Ziel schriftlich

Überlege, was deine Ziele sind. Ist es eine Bloggerreise, solltest du definieren, was du von den eingeladenen Bloggern erwartest. Soll es ein Produkttest sein, halte fest, in welcher Form du einen Bericht darüber wünschst.

Zeitplanung

Um den perfekten Blogger zu finden, solltest du langfristig planen. Gute Blogger planen langfristig und haben bei kurzfristigen Anfragen oft keine Zeit.

So findest du den besten Blog(ger) / Influencer

Die Herangehensweise, um Influencer für sich zu gewinnen, ist unterschiedlich. Manchmal kommt es mir so vor, als ob Agenturen nach dem „Gießkannenprinzip“ Einladungen versenden. Nach dem Motto: „Einer wird schon Zeit haben“. Damit deine Kampagne ein Erfolg wird, solltest du genau dies nicht tun und zielgerichtet Blogger ansprechen, um diese für dich zu gewinnen.

Daher meine Tipps:

1. Recherche nach Blogs

Natürlich starten die meisten mit ihrer Recherche im Internet. Anlaufstellen sind oft Suchmaschinen, Verzeichnisse und Social Media Netzwerke.

Hier sind meine Tipps und Anlaufstellen, wie du den richtigen Blogger findest. Auch Hinweise von geläufigen Webseiten und warum diese nichts zur Recherche taugen.

Der Reiseblogger-Kodex

Für einen ersten Einblick in die Reiseblogger-Szene dient diese Seite als gute Anlaufstelle. Aber: Viele „große“ und erfolgreiche Blogger sucht man vergeblich.

Diese Webseite enthält eine Auflistung von Blogs zum Thema Reisen, Fotografie, Outdoor, usw. Einige der wichtigsten und reichweitenstärksten Blogs (wie auch meiner) fehlen hier. Der Grund: Eine Listung kostet eine Gebühr von 50 Euro. Ich erkenne keinen Mehrwert dahinter und der „Kodex“ wird von vielen genannten auch nicht eingehalten.

Link zur Webseite

Similarweb.com

Similarweb ist die derzeit mir einzig bekannte Quelle um herauszufinden, ob ein Blog wirklich so viele Leser hat wie er vorgibt. Die Zahlen stimmen laut unserer Prüfungen nicht immer genau überein. Trotzdem sind die Werte gute Richtwerte und kommen nahe an die „echten“ Zahlen heran.

Bei unseren Tests nimmt Similarweb manchmal die Auswertung der Besucher statt die der eindeutigen Besucher, manchmal liegen die angegebenen Werte auch minimal unter den korrekten Werten (Definition Besucher / eindeutigen Besucher nachlesen).

Wenn du bei einer Auswertung eines Blogs nach unten scrollst, siehst du außerdem, welches die wichtigsten Keywords eines Blogs sind. Auch hier habe ich die Richtigkeit geprüft. Es sind oft nicht die wichtigsten Keywords auf die ein Blog rankt.

Beispiel:

Gibt ein Blogger allerdings vor, ein „Luxus-Reiseblog“ zu sein und rankt auf „Billig Reisen“, solltest du genau überlegen, ob du dein Luxushotel hier passend vermarktet bekommst.

Link zur Webseite

Alexa Ranking

Das Alexa Ranking kann eigentlich vernachlässigt werden. Klicks werden unter anderem dadurch gezählt, wenn du die Alexa Tool-Bar im Browser installiert hast. Ruft ein Blogger also ständig seinen eigenen Blog auf, werden für den Blog bessere Werte angezeigt.

Meiner Erfahrung nach stieg ich im Ranking, wenn meine Zugriffszahlen gesunken sind. Im Gegensatz dazu rutschte ich plötzlich ab, obwohl ich einen neuen Zugriffsrekord hatte.

Das Alexa Ranking ist für mich also nicht relevant.

Link zur Webseite

Listen von Blogs für Leser

Zur Vorbereitung von Reisen erstellen Blogger oft Seiten mit ihren Lieblingsbloggern. Diese findet man zum Beispiel hier:

Die besten Reiseblogs – meine Auflistung guter Reiseblogs nach Reiseart, Spezialgebiet und Reiseziel.

22places haben Reiseblogger gefragt, welches ihr liebster Reiseblog ist – Hier siehst du das Ergebnis bei 22places ansehen.

Hinweis: Ich erwähne hier bewusst keine Blog-Verzeichnisse wie bloggerei oder ähnliche. Diese dienen vielen kleineren Blogs am Anfang, um Backlinks zu generieren. Sind für mich völlig irrelevant und geben mir schlechte Backlinks.

2. Prüfe die Sprache, Zielgruppe, Authentizität und Anzahl der publizierten Artikel

Schreibt der Blogger einigermaßen verständlich und macht nicht in jedem Satz einen Rechtschreibfehler?

Entspricht das Thema des Blogs meiner Zielgruppe? Kann ich dem Blogger erklären, warum meine Zielgruppe auch seine Zielgruppe sein könnte?

Ist der Blog authentisch und kennzeichnet Werbung als solche? Oder ist jeder veröffentlichte Artikel bezahlte Werbung (die meisten kennzeichnen das leider nicht, man erkennt die Werbung aber auf den ersten Blick). Mittlerweile werden übrigens erste Blogger abgemahnt, wenn sie Werbung nicht kennzeichnen.

Weviele Blogposts am Tag/pro Woche veröffentlicht der Blogger? Verschwindet der Artikel schnell von der Startseite oder ist er eine Zeit lang sichtbar? Nicht immer sind die, die viele Artikel veröffentlichen die beste Wahl.

3. Reichweite

Prüfe die Reichweite des Blogs. Gerne wird von Bloggern „schön geredet“, dass man in einer Nische keine große Zielgruppe haben kann. Ich sage: Auch dann kann man viele Leser – der Zielgruppe entsprechend – haben. Aber wenn man kaum Leser noch Rankings auf der ersten Seite von Suchmaschinen vorweisen kann wird es schwer, dass die Artikel des Blogs überhaupt deine Zielgruppe erreichen.

Prüfe mit Similarweb die Reichweite des Blogs. Denke aber daran, dass der größte Blog nicht immer der richtige sein muss.

Sei dir folgendes bewußt: 10.000 Instagram Likes sind nicht dasselbe wie 10.000 Page Impressions auf einem Blog. Follower und Likes kann man bei Instagram schon ab 5$ kaufen. Ich habe beobachtet, wie ein frisch hochgeladenes Bild in wenigen Minuten 1.000 Likes hatte. Bei einer Followerzahl unter 20.000 ein Ding der Unmöglichkeit, seit Instagram den Algorịthmus geändert hat.

Auch die Anzahl der Facebook Fans ist mit großer Vorsicht zu genießen. Ein Blog mit vielen Fans und nur maximal 5 Likes auf mehreren Posts? Mit großer Wahrscheinlichkeit wurde auch hier geschummelt und Fans gekauft.

Woher kommen die Fans und Leser?

Frage am besten beim Blogger nach, ob er dir einen Screenshots der Länder machen kann, woher die Fans kommen. Bei Instagram und Facebook ist dies nun möglich. Über Google Analytics oder Piwik für den Blog sowieso. Es bringt dir nichts, wenn du für den deutschen Markt eine Kampagne planst und dein Influencer über 60% seiner Fans und Leser aus Amerika hat. Oder? So werden aus 100.000 Lesern schnell nur noch 40.000.

Fakes und gekaufte Fans bei Facebook finden?

Es gibt unglaublich viele Blogger, die denken, sie müssten die Reichweite in den Sozialen Medien „stärken“ und günstig Fans dazu kaufen. Vor allem für Facebook kann man dank dieser Seite herausfinden, woher die Fans kommen. Wenn interessieren 90% Fans aus Indien oder Asien, wenn die Zielgruppe in D-A-CH sitzt?

Link: Likecheck für Facebook (inkl. Beschreibung) (Danke Heiko für den Link)

Warum also nicht einen Mix aus Blogger, YouTuber, Instagramer einladen? Oder Reiseblog trifft auf Food-Blog? So entstehen oft interessante Ideen und Geschichten.

Relevante Zahlen bei Blogs

Da immer wieder die Frage gestellt wird, welche Zahlen jetzt wichtig seien, hier mein Vorschlag:

Anzahl der Artikel: Seit wann existiert der Blog und wieviele Artikel wurden seitdem veröffentlicht? Wieviele Artikel pro Monat werden veröffentlicht und erhält der Blog auch Kommentare?

Aber: Auf manchen Blogs gibt es nicht soviele Kommentare, da je nach Alter des Lesers gerne auf einen privaten Kontakt per E-Mail oder persönlicher Nachricht (Facebook, Instagram) zurückgegriffen wird. Bei mir ist es zum Beispiel so, dass ich pro Woche mehr als eine Hand voll Emails und privaten Nachrichten auf Facebook bekomme.

Blog Analytics: Fast jeder Blog benutzt Google Analytics (oder Piwik). Daher sind diese Zahlen wichtig: Besucher (Unique Visitors), Sitzungen, Seitenaufrufe, Anzahl der besuchten Seiten pro Besuch, durchschnittliche Sitzungsdauer, Absprungrate.

Social Media: Facebook Fans, Instagram Follower, Pinterest Follower, Abonnenten bei YouTube. Als weniger relevant im deutschen Raum sehe ich Twitter (eher Blogger folgt Blogger oder Presse) und Google+.

Erstkontakt: Wie du einen Blogger kontaktierst

Für mich gibt es keine nervigeren Mails als die, die nicht mit dem Anliegen herausrücken. Oft lösche ich diese oder lass sie einfach unbeantwortet im Posteingang schlummern. Mails wie „ein Kunde würde gerne ein Produkt…“ – spätestens dann höre ich auf zu lesen.

Nicht nur mir geht es so, dass viele Anfragen kommen. Diese zu beantworten kostet viel Zeit. Wenn ich dann nachfragen muss, um welchen Kunden bzw. welches Produkte es sich handelt habe ich keine Lust mehr. Oft ist es so, dass ich nach dem 3. Mal Nachfragen immer noch keine genaue Antwort habe und somit nicht weiß, ob Kunde / Produkt überhaupt zu mir passt.

Daher mein Tipp für die Kontaktaufnahme: 

  • Stelle dich vor.
  • Stelle die Kampagne, dein Produkt oder die Bloggerreise und die Idee dahinter vor.
  • Falls es sich um eine Bloggerreise handelt, am besten gleich alle bekannten Details in die Email packen.
  • Zeitpunkt, Dauer, Anreise und was ist in der Einladung enthalten.
  • Was sind deine Erwartungen an den Blogger (Social Media Aktivitäten, Anzahl der Artikel,/Videos, #hashtags die verwendet werden sollten.
  • Beachte: Mache keine falschen Versprechungen die du nicht halten kannst (Verfügbarkeit von WiFi – wichtiges Thema) und beachte, dass Kampagnen bezahlt werden müssen.
  • Zusätzliche Informationen, die die Mail enthalten könnte: Sind individuelle Recherchereisen möglich, kann man zwischen unterschiedlichen Aktivitäten wählen, könnte der Blogger (gegen Bezahlung) einen Artikel für euren Blog schreiben, Videos produzieren …

Warum mit Bloggern arbeiten? Das kannst du erwarten

  • Live Berichterstattung während der Reise (Facebook, Instagram, Instagram Stories/Snapchat, Twitter, etc.).
  • Kreatives Storytelling, denn Blogger haben eine andre Sicht auf Dinge.
  • Lang anhaltender Einfluss, da die Blogartikel online bleiben und eher an Reichweite gewinnnen.
  • Qualitativ hochwertige Fotos (und Videos).
  • Authentische Artikel und Reiseberichte.
  • Erreichung einer vielfältigen Zielgruppe.
  • Ehrliches Feedback nach der Reise.

Vermeide diese Fehler

Manche Fehler passieren, doch diese lassen sich definitiv vermeiden, wenn man sich böse Antworten ersparen möchte. Diese Beispiele habe ich selbst erlebt. Gerne wird die Liste erweitert – auch damit ich mich nicht mehr mit irrelevanten E-Mails befassen muss:

  • Sende keine irrelevanten Anfragen an Blogger. Beispiel: Lade einen Blogger zu einer Familienreise ein, der nicht einmal Kinder hat und über Reisen mit Kind berichtet (mir schon passiert).
  • Versende keine Massenmail für eine Anfrage zu einem Outdoor-Trip. Blogger, die überhaupt nichts mit Sport zu tun haben, werden teilnehmen. Falsche Zielgruppe.
  • Poste keine Pressereise in eine Facebook Gruppe. Die falschen Blogger werden antworten. Falsche Zielgruppe.
  • Falscher Name in der Email. Ok gut, das kann jedem einmal passieren. Bei uns Bloggern schlagen aber relativ häufig Emails auf, die an einen anderen Blogger adressiert sind. Wir nehmen es oft mit Humor und leiten die Mail an den entsprechenden Blogger weiter ;-)
  • Sei fair und transparent! Auch wir reden und tauschen uns aus. Lade keine Teilnehmer zu unterschiedlichen Konditionen und Erwartungen ein.
  • Blogger veröffentlichen ihre Artikel – bitte teile sie! Falls du nicht die Zeit hast zu prüfen wer was veröffentlicht, dann bitte die Blogger darum, dass sie dir Links zu den fertigen Artikeln schicken.
  • Mache keine Zusagen, die du später nicht halten kannst!!!

Zum letzten Punkt: Ich habe in letzter Zeit die Erfahrung gemacht, dass Zusagen gemacht wurden, die später nicht eingehalten wurden. Bei manch anderem Blogger wurden Reisen kurzfristig abgesagt. Daher bin ich am überlegen, künftig eine schriftliche Zusage einzufordern. So kann ich und auch andere nicht arbeiten.

Beispiel Pressereisen

Vor einem Trip:

  • Erwartungen: Die Erwartungen an einen Blogger sollten vor der Reise klar und deutlich kommuniziert werden (eventuell mit Zusatz der Social Media Kanäle, Hashtags oder Kontaktpersonen).
  • Organisatorisches: Was wir bezahlt und übernommen? Anreise: Flüge, Bahn, Visum. Übernachtung, Essen, Touren und gegebenenfalls Aktivitäten.

Während der Reise:

  • WIFI oder SIM-Karten, um eine Live-Berichterstattung zu ermöglichen.
  • Zeit für individuelle Recherche vor Ort und Social Media Postings.
  • Je nach Reise: Tägliches Budget (kommt darauf an, ob es eine Kampagne oder ein Blogtrip ist).

Unterschied Journalisten – Blogger

Ich möchte jetzt nicht ein Bashing gegen Journalisten starten. Jeder Beruf hat seine Daseinsberechtigung. Ich gehe lediglich darauf ein, dass wir Blogger anders „ticken“.

Blogger sind oft keine Journalisten und haben darin auch keine Ausbildung. Die meisten (mir bekannten) Blogger sind dafür langjährige Spezialisten im (Online) Marketing, PR, Design oder stammen aus der Reisebranche. Manche sind sogar ausgebildete Journalisten.

Doch Blogger sind anders. Sie arbeiten während eines Trips und benötigen Zeit, um Bilder und Live-Berichte zu erstellen und hochzuladen. Außerdem machen wir eifrig Notizen und kümmern uns um unsere Vermarktung.

Falls Blogger während einer Führung ihr Handy zücken ist das nicht unhöflich. Kein Scherz, hier fühlten sich schon des öfteren Guides auf den Schlips getreten. Wir nutzen das Smartphone dann aber nicht zum Chatte oder im Internet surfen, sondern um Notizen zu machen oder auch, um auf Snapchat oder Instagram Stories Live vor Ort zu berichten. Wir arbeiten.

Auch sollte man sich darüber im klaren sein, dass Blogger authentisch berichten. Das bedeutet auch, dass ein Artikel kritisch sein kann oder unangenehme Rückfragen kommen.

Was Blogger nicht erwarten: Eine Übernachtung im besten Hotel der Stadt. Auch kein Essen im teuersten Restaurant. Wir sind immer auf der Suche nach besonderen und einzigartigen Orten.

Bist du bereit? Mach einfach mal den Anfang!

PS: Zum Thema Bezahlung von Bloggern gibt es hier einen aufschlussreichen Artikel für Advertorials. Zum Thema Bezahlung auf Reisen habe ich eine eigene Meinung, da mein Geschäftsmodell sich von vielen anderen Bloggern unterscheidet. Hier gibt es bald eine Ergänzung.

Hast du weitere Tipps und Aspekte, die ich vergessen habe? Her damit und hinterlasse einen Kommentar!

29 KOMMENTARE

  1. Hey Katrin,
    ich schick Dir diesmal keine persönliche Nachricht sondern sage hier janz laut: GOIL! :*
    Ehrlich, toller Artikel, der sicherlich ein schöner Dauerbrenner wird. Zuerst dachte ich oje, das wurde schon so oft beschrieben, aber Du hast noch die schönen feinen Details dazu geschrieben, die auch mir so richtig sind. Besonders die letzten drei Punkte haben z.B. in bisherigen Artikeln gefehlt und Du hast schön in länge beschrieben, wie man den richtige Blogger (und falsche) findet – super!
    Artikel wird gebookmarked und ab sofort als Antwort auf diverse Anfragen versendet, dazu ist er nämlich hervorragend geeignet. ;)
    Liebe Grüße
    /inka

    • DANKE DANKE DANKE liebe Inka! Dein Feedback freut mich sehr! Genau das war auch meine Intention: Einfach Link auf Anfragen schicken, spart Zeit und Aufregen.

      Liebe Grüße und bis bald in Berlin!

  2. Was für ein guter, umfangreicher Artikel! Ich habe an mehreren Stellen fleißig genickt, spätestens bei den Punkten zur Fehlervermeidung. Danke auch für den Absatz zum Unterschied zwischen Journalisten und Bloggern – grade der Smartphone-Hinweis ist so wichtig… Ich hoffe, der Artikel landet bei vielen vielen Agenturen und Destinationen auf der Must Read-Liste!

  3. Wow, das ist ein richtig fundierter Beitrag mit enorm viel Inhalt und keine leeren Floskeln – gratuliere!
    Die Seite similarweb.com kannte ich noch gar nicht, finde so eine Vergleichsseite aber schon sehr interessant, da echt immer viele mit unglaubwürdigem Traffic prahlen…

    Da werde ich jetzt öfters mal bei Dir vorbei schaun ;-)

    LG Markus

  4. Danke. Meine rede. Dennoch immer noch ein großteil aller anfragen ohne übernahme von reisekosten plus gratisarbeit. Plus unverständnis, warum man für eine gratisnacht nocht ewig dankbar ist.Dann bin ich noch gespannt, wie dein remunerationsmodell aussieht. Ich habe auch eigene koop.pakete. lg
    Angelika

  5. Servus Katrin!

    Vielen Dank für diesen sehr ausführlichen und sehr interessanten Artikel! Musste ich gleich an meine Pinterest Wand nageln.

    Du hast hier für beide Seiten – Blogger und Agenturen / PR-Leuten – sehr hilfreiche Informationen gesammelt. Super, dass du dieses Dokument aus seinem Dornröschenschlaf auf deiner Festplatte erlöst hast :).

    Have fun
    Horst

  6. Schade, dass du das Ranking von Florian (Flocutus.de) nicht erwähnst. Es ist meines Wissens die umfangreichste Liste von Reiseblogs und – praktisch für Agenturen und Destinationen – nach Art des Blogs (also Luxus, Backpacking, Outdoor usw.) sowie nach Zahl der RSS-Abonennten sortiert. Eine bessere Liste gibts für Agenturen derzeit nicht.

    • Hey Oli, das Ranking ist nicht drin, weil ich es irrelevant finde – sorry! Wer außer Nerds (oder Bloggern) nutzt RSS? Und das ganze dann als „Lesercharts“ zu betiteln ist genauso irreführend. Wenn man nach den reellen Lesern gehen würde, wäre mein Blog aktuell auf der 1 (ohne Angeben zu wollen aber isso). Der sollte dann in nem Ranking auch irgednwo vorhanden sein oder? Genauso wie einige anderen … und das sind auch einige Blogs drin, die Fans kaufen was das Zeug hält, Zahlen fälschen etc. Das möchte ich nicht sehen – auch aus Marketing oder Agentursicht. Genau die machen unser „Ansehen“ zur Zeit ganz schön kaputt.
      Aber meine Meinung dazu kennt Flo ja, auch wenn ich seine Arbeit dafür schätze. Jedem das Seine. Meines isses nicht (auch nicht aus Agentursicht) und daher auch nicht erwähnt. LG Katrin

      • Die Lesercharts heißen so, weil es um die Stammleser eines Blogs geht.

        Google Traffic ist außen vor, obwohl das sicher 80-90% des Traffics von vielen Reiseblogs ausmacht. Wenn ich mich persönlich frage, ob ein Blog empfehlenswert ist, dann interessiert mich ob andere Leser den Blog gerne und regelmäßig lesen und nicht ob der Blog SEO-optimiert ist.

        Bei den Lesercharts gab es in den letzten 15 Monaten 2 Vorkommnisse von irregulär angestiegenen Fanzahlen. Beide Blogs wurden ausgeschlossen.

        • Naja aber mal ehrlich Flo. Check mal die gelisteten Blogs da kann ich dir sofort welche nennen die a) bei Facebook Fans und b) bei Instagram für 5$ likes und follower kaufen. Kann man alles prüfen und ich hoffe gute Agenturen wissen wie es geht. (by the way ist mein Blog null optimiert, sagt mein SEO-Kumpel auch für alle die anderes denken. Aber guter Content ist nunmal einiges wert). Ich finde das Ranking trotzdem nicht gut. Ich selbst lese keine Blogs und frag lieber direkt nach, da die meisen Blogs für mich null Tipps oder Mehrwert enthalten (das was ich suche, wenn ich was suche). LG Katrin

          • Hej Katrin,
            guter Artikel, insbesondere weil Du das Ganze ja von beiden Standpunkten aus betrachten kannst.
            Aber deinen Kommentar oben verstehe ich ehrlich gesagt nicht so richtig: Du schreibst „Ich selbst lese keine Blogs und frag lieber direkt nach, da die meisten Blogs für mich null Tipps oder Mehrwert enthalten“
            Also *das* klingt jetzt irgendwie nicht nach einem besonders guten Argument mit Bloggern zusammen zu arbeiten, oder? Mir ist schon bewusst daß Du „für mich“ geschrieben hast, aber trotzdem wirkt das ein bisschen sehr streng. Nuja.
            So, bin meine 2ct losgeworden.
            LG,
            Hauke

          • Hihi jetzt bist du aber streng. Ich schreibe nur aus meiner Sicht, da ich eher nur praktische Dinge suche. Vor allem für meine „außergewöhnlichen“ Reiseziele gibts eben kaum Infos und Tipps im Internet. Und Geschichten lese ich lieber in Büchern. Videos auf YouTube schaue ich übrigens auch sehr selten. Das heißt aber nicht, dass eine Destination/Agentur nicht mit Bloggern arbeiten soll, die über Geschichten schreiben. Es gibt für alles eine Zielgruppe. Nur zähle ich mich nicht dazu. Argument verstanden?

            Liebe Grüße
            Katrin

      • Deine Antwort finde ich nun doch etwas irritierend. Du lehnst Florians Liste ab, weil RSS nur von „Nerds und Bloggern“ gelesen wird, empfiehlst aber im gleichen Text ein Ranking, das auf einer Umfrage unter Bloggern basiert? Irgendwie fehlt mir da die Gradlinigkeit bei der Argumentation. Aber das ist dein Wahl.

  7. Hallo Katrin, toller, umfangreicher Artikel. Als Österreicherin möchte ich anmerken, dass die Kennzeichnungspflicht nicht überall gleich ist. Hier ist zum Beispiel der Begriff sponsored Post immer noch ausreichend. Vermutlich wird sich das aber auch ändern. Liebe Grüße aus Salzburg Claudia

  8. Hallo Katrin,

    hättest du den Artikel nicht etwas eher veröffentlichen können? Dann hätte ich mir meine 50-Seiten-PowerPoint Präsi „Influencer Relations Strategie“ sparen können ;) Nein, im Ernst, guter und wichtiger Artikel. Ich bin immer etwas schockiert, wenn ich mitbekomme, dass eine zielgerichtete, persönliche und konkrete Ansprache noch nicht Standard ist.

    Eine Anmerkung bzw. Frage zur Kennzeichnungspflicht: Mein letzter Stand ist, dass das Wort „Werbung“ auf jeden Fall verwendet werden muss, wenn ein Honorar gezahlt wird oder wenn eine Leistung/ eine Sache überlassen wurde unter der Voraussetzung, dass darüber berichtet wird. Hat sich das geändert? (Also die Formulierung „Produkt xy wurde mir überlassen“ oder „In Kooperation mit…“ wäre nur dann richtig, wenn bspw. ein Produkt oder eine Reise gesponsert wird, aber ohne die Verpflichtung im Nachhinein darüber zu schreiben.)

    Viele Grüße
    Imke

  9. Hallo Katrin,

    eine schöne Auflistung.

    Mit einer Anmerkung, die ich gerne hier auch zur Diskussion stellen möchte:
    Ich finde Kennzeichnung schön und richtig, deshalb sieht das bei mir alles ähnlich aus wie oben bei dir beschrieben.

    Mit einem Unterschied: Gibt mir ein Partner vor, dass ich Social Media zu machen habe, dann wird auf jedem Insta- und facebook Bild darauf hingewiesen, dass es sich um Werbung handelt. Denn mit der Pflicht Social Media zu machen, entkoppelt sich meines Wissens, die Tatsache, dass mir ein Produkt (Reise) zum Testen zur Verfügung gestellt wird.

    Ab dem Moment habe ich mich in eine Geschäftsbeziehung begeben, die ich meinem Leser transparent darstellen muss. Gefühlt scheine ich das hier besonders eng zu sehen und war bisher sehr, sehr glückllich, dass auf meinen Recherchereisen bisher kein Zwang bestand.

    Wie siehst du das?!

    Zu Similarweb finde ich die Unterschiede teils gravierend. Weil ein paar Trafficquellen meiner Einschätzung nach dort nicht zählen, daher kommt es etwa in meinen Zahlen zu einem Unterschied von mehr als 10.000 Besuchern (die das Tool nicht kennt).

    Zu den Bloggerauflistungen finde ich noch jene von Anja bei Travel on Toast sehr schön, weil hier, wie bei dir gesagt wird, dass es persönliche Ansichten sind.

    So genug zur Diskussion angefügt. Ansonsten Top Artikel bei dem ich häufig nickend und seufzend da saß.

    Viele liebe Grüße
    Tanja

    • Wenn ich für ein Posting auf Instagram oder Facebook bezahlt werde, steht das dran bei mir. Was allerdings sehr sehr selten der Fall ist, weil die meisten Anfragen nicht passen und somit abgelehnt werden. Aber ich verstehe nicht was du meinst mit „Gibt mir ein Partner vor, …“ wenn es Pflicht ist, dann wäre die Überlegung ob es eine Kampagne ist und du somit für deinen Aufwand bezahlt werden solltest. Nicht?

      Bei similarweb darfst du nicht vergessen, dass es nicht die Uniques sondern meist die Visitors nimmt. Manche Blogger haben selbst falsche Zahlen, da z.b. Google Analytics doppelt eingeplfegt ist. Similarweb hat dann die richtigeren Zahlen dafür. Bei einem Bloggerfreund kam es bei Similarweb zu falschen Angaben, da eine Umstellung auf https erfolgte und man die Zahlen erstmal mit GA abgleichen musste. Mache ich auch immer wieder in similarweb. Man hat ja nichts zu verbergen.

      Stimmt Anjas Auflistung habe ich vergessen. Aber ich glaube es gibt noch einige Aufzählungen mehr die ich dann eventuell in meinem anderen Artikel verlinke.

      LG Katrin

      • Hallo Katrin,

        danke für die schnelle Antwort :-)

        Hm, dass die Verpflichtung zu Posts keine Pressereise, sondern Kampagne ist, habe ich so noch gar nicht gesehen, denke ich mal neu :-) Interessant, dass Imke wohl auf das gleiche raus wollte wie ich, vielleicht haben wir das beide in deinem Beitrag falsch verstanden. Ich bezog folgenden Part „Erwartungen: Die Erwartungen an einen Blogger sollten vor der Reise klar und deutlich kommuniziert werden (eventuell mit Zusatz der Social Media Kanäle, Hashtags oder Kontaktpersonen).“ auf Pressereisen, du wohl auf Kampagnen. Schön, dass es den Kommentardialog gibt :-)

        Und wg. Similarweb ich finde den Unterschied gravierend und glaube nicht, dass ich zu google analytics falsch eingebunden habe, bei der weiteren Prüfung habe ich aber gesehen, dass Seiten wie du einfach über google analytics gezogen werden und den Zugang habe ich jetzt auch verifiziert, dann muss ich mich über den Fehler nicht mehr aufregen.

        Liebe Grüße
        Tanja

  10. Schöner Artikel, das Tolle ist: Es gibt immer die Eine und die Andere Seite. Es gibt tolle Blogger die Ihren „Preis“ kennen und miese Unternehmen, die eine Dialogplattform nicht von einer Vertriebsplattform unterscheiden können. Dann gibt es tolle (neue) Produkte/Dienstleistung und übereitle, fast schon hochnäsige Blogger, die mit ihrer so tollen „Reichweite“ kommen. Reichweite ist nichts, wenn der Netto-Wert oder die Klickrate nicht akzeptabel ist. Hinzu kommt natürlich in gewissen Teilen noch das Image. Bei einem Initialstart bei dem man vorher noch nicht zusammengearbeitet hat schauen wir uns genau die Zahlen und Referrer an, tracken was woher und wie kommt sowie das Umfeld. Da ist es mir egal, was die „Blogger“ mir zeigen oder schreiben. Andersrum gilt es natürlich die Unternehmen anzuschauen und ggf. auchmal hinter das eigentliche Produkte zu blicken. Oft ergeben sich (bevor man die Zusammenarbeit mit dem Satz „bei mir kostet der sponsored Post € 350,-startet) eine spannende längerfristige Zusammenarbeit, die auf Dauer mehr bringt. Die Seite der Blogger ist zu verstehen, denn sie investieren viel Zeit und Fleiß in ihr Seite und schauen sehr genau, was sie tun (manchmal „zu genau“ und manchmal gar nicht). Ebenso sind da die Unternehmen, die im „Bloggerrreichtum“ (damit meine ich die Anzahl an Bloggern/Blogs) Goldgräberstimmung bekommen und meinen, sie könnten Ihr Angebot über eine Vielzahl von Bloggern „drüberbügeln“. Fakt ist (und das ist einfach nur meine Meinung und Erfahrung aus jetzt 17 Jahren mit meiner eigenen Agentur): Nehmt euch Alle (Blogger wie auch Unternehmen) nicht so verdammt ernst, eine Kooperation oder Zusammenarbeit nur digital (ohne sich z.b. vorher persönlich getroffen zu haben) , dem fehlt aus meiner Sicht die wesentliche aller Komponenten: Die „Chemie“. Es gibt unzählige Koops die sicher Super und für beide Seite toll laufen. Ich bin mir jedoch sicher, das es genauso viele Versuche gibt/gab, die kläglich geendet sind, bevor sie wirklich gestartet wurden. Fazit: Ich möchte hier weder für die eine, noch für die andere Seite sprechen. Doch es würde in der Hinsicht und Inhalt des Posts sicherlich hilfreich sein, wenn es eine Art „Alliance“ geben würde. Und damit möchte ich nicht nur eine Idee in die Runde werfen, sondern wir würden diese Idee sogar unterstützen und auch auch supporten! (P.S. Ich lese sehr oft das es (vertragliche) Probleme mit Bloggern Unternehmen gibt, Thema „Wenn der Blogger liefert und das Unternehmen nicht zahlt“) Ich frage mich, warum geht es immer nur mit rechtlichen Klauseln? Wir arbeiten seit 17 Jahren ohne einen einzigen Vertrag mit unseren Kunden (laufende monatliche Honorare) und hatten bisher nicht eine einzige gerichtliche/anwaltliche Ausseinandersetzung. Liegt es vielleicht daran, das ich/wir ALLEN Parteien vorher einmal persönlich in die Augen geschaut haben?Oder das bei uns der hanseatische Handschlag noch auf Traditionen, Ehrbarkeit und Rechtschaffenheit beruht? Trotz dessen: Der Artikel ist gut, ich stimme mit den Inhalten grösstenteils überein und freue mich über jeden neuen Impuls.

  11. Liebe Katrin,

    ich finde deinen Artikel richtig super. Auch wenn das Thema schon oft aufgegriffen wurde, manche Tipps für gute Blogger Relations kann man gar nicht oft genug wiederholen, denn viele Agenturen und auch Blogger sind immer noch nicht soweit leider.

    Eine kleine (fast persönliche) Kritik möchte ich jedoch einwenden. Du schreibst ja auch über das organische Wachsen (wofür ich auch absolut eine Verfechterin bin) und dem künstlichen pushen von Follower-Zahlen auf Instagram zum Beispiel. Es ist noch gar nicht so lange her, da fiel mir dein Account durch fast tägliche Kommentare auf meinen Bildern auf… Amazing! Wow! Cool! Love it! Die üblichen, unverfänglichen Kurzkommentare. ;) Und zwar so oft und regelmäßig und so in den Tiefen meiner wirklich alten (mittlerweile fast 5000) Insta-Photos, dass ich da auch etwas stutzig wurde. Entweder, du hast wirklich sehr viel persönliche Zeit investiert, um so tief in Feeds zu scrollen und zu kommentieren. Bitte nimm mir nicht übel, dass ich mir das ehrlich gesagt nicht vorstellen kann. Oder aber du hast eben auch vielleicht ein Tool mit Bots genutzt, um automatische Kommentare für ein besseres Wachstum angesichts des veränderten Instagram-Algorithmus zu erzielen. Die Art und Weise der Kommentare legt das leider eher nahe.

    Leider hast auf meine direkten, verwunderten Anfragen / Gegenkommentare nie reagiert. Was ich übrigens sehr schade fand. Schon allein im Sinne der echten Kommunikation jenseits von nur „Amazing!“

    Deswegen nutze ich hier einfach nochmal die Gelegenheit, nachzufragen… ;)

    Liebe Grüße
    Nic

    • Hallo Nic,

      danke für deinen Kommentar. Zu deiner Frage: Ja ich habe im letzten Jahr sehr sehr viel Zeit in Instagram investiert. Damals hat mir Instagram noch Spaß gemacht und ich habe probiert, wie man Reichweite aufbaut (und ob schnelles Wachstum wie es bei manchen Profilen passiert überhaupt noch funktioniert). Damals habe ich sehr sehr viel Zeit investiert und vielleicht mal „plumpe“ Kommentare hinterlassen. Da ich mehr offline als online unterwegs war zu dieser Zeit (Bsp.: Costa Rica, Panama, Honduras) kann es sein, dass ich dann nicht reagiert habe. Ich habe alle Benachrichtigungen am Smartphone abgestellt. Durch den geänderten Algorithmus bei Instagram bekomme ich außerdem immer wieder alte Bilder angezeigt – du nicht?

      Ich habe aber definitiv NICHT Geld bei Fyver oder sonstigen Plattformen ausgegeben, um Follower, Likes oder Kommentare zu erkaufen. Dafür sind andere Blogger zuständig. Leider macht Instagram daher nicht mehr soviel Spaß. Die Reichweite ist (wie bei Facebook auch) am Ende und gefaked wird mir viel zu viel. Mir tun Agenturen leid, die auf „die Falschen“ Plattformen setzen. Aber auch das ist Ansichtssache. Ich spreche hier aus meinem alten Job als Beraterin ;-)

      LG Katrin

      • Hallo Katrin,

        vielen lieben Dank für deine Antwort hier an dieser. Da musst du unterwegs wirklich viel Zeit investiert haben… und ich muss sagen nein, mir werden so alte Fotos wie die, um die es sich damals handelte, tatsächlich nicht angezeigt. ;)

        Mir geht es ja wie dir. Mir macht Instagram auch nicht mehr soviel Spaß wie früher und finde Manipulationen an Follower-Zahlen etc. echt übel. Das wäre für mich niemals eine Option. Umso sensibler bin ich dann, wenn ich das Gefühl habe, dass Kommentare eigentlich nur aus Algorithmus-optimierenden Gründen abgegeben werden, anstatt eine ehrlich gemeinte Kommunikation zu sein. Da bin ich ganz bei dir – das überlasse ich anderen Bloggern.

        Schade nur (und da bin ich ebenfalls bei dir), dass sich viele Agenturen von diesem Fakes blenden lassen. Das ist für alle, die organisch gewachsen sind, ein Schlag ins Gesicht.

        Liebe Grüße
        Nic

  12. Hallo Katrin,

    ich möchte Dir auf diesem Wege danken, dass Du mir viel Arbeit erspart hast. Eigentlich wollte ich auch so einen ausführlichen Artikel schreiben, habe dann aber Deinen gefunden, den ich in Zukunft auch weitergeben werde. Ich habe kürzlich selbst einen Travel/Digital-Nomad-Blog gestartet und versuche, meine langjährige Erfahrung im Bereich Content-Erstellung zu investieren, ohne dass die Qualität darunter leidet. Fake-Follower und dreist platzierte Werbung kommt bei mir nicht infrage.

    Mach weiter so; am Ende wird die Qualität siegen.

    Grüße
    Deian

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