Australiens Ostküste in 4 Wochen: Von Cairns über Sydney bis Melbourne über die Great Ocean Road. Seit ich klein war habe ich davon geträumt – einmal nach Australien reisen. Einmal Down Under am anderen Ende der Welt zu sein. So weit entfernt von Zuhause, wie es nur geht. Fast 14.500 Kilometer, um genau zu sein.

Gesagt, getan. Gute 15 Jahre später und mit wenig Klamotten, dafür viel Zeit im Gepäck, saß ich im Flieger nach Cairns, eine Stadt in Queensland, im Norden Australiens.

Meine Tipps für einen „easy-going“ Trip entlang Australiens Ostküste, von Cairns über Sydney bis zur Great Ocean Road, verrate ich euch hier.

Auch wenn es auf der Landkarte nicht unbedingt so aussieht – Australien ist riesig! Mit 30 Tagen Urlaub im Jahr wird es schon ganz schön eng, in einem Trip alles Sehenswerte zu sehen. Daher mein Rat an dich: Nimm dir Zeit! Du hast Semesterferien oder sogar ein Sabbatical? Herzlichen Glückwunsch, dann hast du sogar mehr als 4 Wochen Zeit?

Falls nicht, verrate ich dir jetzt, wie du in drei bis vier Wochen an der Ostküste Australiens nichts verpasst.

Wenn du wirklich die komplette Ostküste bereisen willst, empfiehlt es sich, entweder im Norden oder im Süden zu beginnen und die Strecke mit dem Auto, Camper oder Bus abfahren. Alternativ kannst du dir natürlich auch deine Highlights herauspicken und mit günstigen Inlandsflügen von A nach B kommen.

Reisen mit dem Greyhound Bus

Ich bin mit dem Greyhound Bus gereist, der – anders als oftmals in den USA – wirklich sehr komfortabel ist. Es reisen vor allem Backpacker damit von A nach B und bis auf ein paar kleine Verspätungen kann ich nichts Schlechtes berichten. Die Buchung für die nächste Etappe erfolgt online oder per Hotline ein bis zwei Tage im Voraus, in den vielen Greyhound Offices wird dir freundlich und schnell weitergeholfen.

Den Greyhound habe ich vor allem bei längeren Strecken gerne über Nacht genutzt denn so habe ich mir die ein oder andere Nacht im Hostel gespart. Mit WLAN und breiten Sitzen war das kein Problem.

Ich hatte den Hop-on-Hop-off Pass für etwas 400 AUD. Damit konnte ich innerhalb einer Zeit von drei Monaten die über 3.000 Kilometer lange Strecke von Cairns nach Sydney fahren und dabei beliebig lange Zwischenstopps einlegen. Von Sydney nach Melbourne bin ich dann geflogen. Mehr Infos hier.

Übernachten entlang der Ostküste

Alleine reisen ist in Australien mindestens so easy wie der gesamte Lebensstil der Australier und wirklich kein Problem! Um nicht ganz so alleine zu sein und nebenbei noch viele nützliche Tipps von anderen Reisenden zu erhalten, habe ich mich für Übernachtungen im Hostel entschieden.

Zur Hauptreisezeit sind die Hotels oft schon früh ausgebucht oder überteuert. Auch in den Hostels sieht es da oftmals nicht besser aus, die Plätze sind heiß begehrt. Mein ursprünglicher Plan, einfach mal „drauf los zu reisen“, ging daher nicht auf und ich empfehle euch, mit etwas Vorlauf eure nächsten Hostels zu buchen, wenn ihr nicht gerade im schäbigsten Hostel absteigen wollt (gibt es auch genug, die meisten sind aber wirklich in Ordnung und für 1-2 Nächte völlig okay).

Ich habe mich meistens für ein 4-,6- oder 8-Betten-Zimmer entschieden. Die Kosten lagen dabei bei 20 – 35 AUD pro Nacht. Viele Hostels bieten übrigens auch reine Mädelszimmer an.

Eine gute Auswahl an Hostels gibt bei Hostelworld. Außerdem findest du oft Angebote für Hotels, B&B's und Hostels bei booking.com.

Cairns und Great Barrier Reef

Der Flug nach Australien ist lang, die Zeitverschiebung groß (von Deutschland sind es ganze 12 Stunden). Wer in Cairns ankommt ist in den meisten Fällen erst mal eines: Gerädert! Nimm dir Zeit, dich zu akklimatisieren. Komm an, ruh dich aus und sortiere dich für die kommenden Tage.

Direkt an der Esplanade, mit Blick aufs Meer, lässt es sich an der riesigen Salzwasserlagune herrlich entspannen. Ganz ohne die gefährlichen „Stingers“, Quallen, die im offenen Meer teilweise durch Netze zurückgehalten werden. Typisch für Australien sind übrigens auch die Grillstellen, die kostenlos genutzt werden können und zu gemütlichen Grillabenden direkt am Meer einladen. Ebenfalls direkt an der Lagune befindet sich der Night Market in einer großen Halle, der mit allerlei Leckereien und Mitbringseln lockt.

Cairns an sich ist keine schöne Stadt, aber ihr zu Füßen liegt eines der atemberaubendsten Dinge, das ich je gesehen hab‘ – das Great Barrier Reef.

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Ein großer Haken auf meiner Checkliste: Ein Mal das Great Barrier Reef erleben

Vor allem in der Hauptreisezeit, von November bis Februar, wenn die Australier Weihnachten in Flip Flops am Strand feiern, empfiehlt es sich, Ausflüge zum Riff frühzeitig zu buchen. Vor Ort gibt es unzählige Anbieter, die unterschiedliche Pakete anbieten. Vom Tagesausflug bis zum mehrtägigen Trip auf dem Segelboot ist alles geboten. Wichtig ist, dass die Tour ans äußere Riff geht, denn das innere ist leider bereits sehr farb- und leblos.

Ich habe mich für einen Tagesausflug für 195 AUD mit der Ocean Freedom zum Schnorcheln am äußeren Riff entscheiden. Schnorchel-Ausrüstung und Verpflegung inklusive. Das Boot war super schön, die Crew sehr nett und hilfsbereit und das Erlebnis einfach unvergesslich!

Übrigens: Die meisten Anbieter haben mindestens einen Spielraum von 30 AUD, fragt nach dem allerbesten Preis!

Wer einen mehrtägigen Bootsausflug bucht, dem muss bewusst sein, dass es an Bord nur kleine Kajüten und sehr spärliche sanitäre Einrichtungen gibt – hallo, Lagerkoller! :)

Für mich hat eine Nacht in Cairns völlig gereicht. Wenn du länger in der Gegend bist, kannst du nördlich der Stadt ein Aborigine-Dorf und atemberaubende Wasserfälle mitten im Regenwald besuchen, leider hatte ich dafür keine Zeit.

Spar-Tipp: Es werden am Flughafen oft kostenlose Shuttles in die Stadt, vor allem zu den Hostels, angeboten. Einfach nachfragen! Die Australier sind sehr hilfsbereit und freuen sich, dir weiterzuhelfen.

Townsville & Magnetic Island

Mein nächster Stop liegt etwa 350 Kilometer südlich von Cairns. Von Townsville aus geht es mit der Fähre auf die 2.000 Einwohner-Insel Magnetic Island.

Mit dem Bus geht es weiter an die Horseshoe Bay. Wer Glück hat, ergattert eines der heißbegehrten Betten im YHA Hostel – das Fährenticket ist dann inklusive. Das Hostel liegt direkt am Bungalow Bay Koala Village. Dort finden dreimal täglich Führungen durch den Wildlife Park statt. Eine super Möglichkeit, die typischen Australischen Tiere näher kennenzulernen. Die 29 USD sind gut investiertes Geld, für einen Park in die artgerechte Tierhaltung großgeschrieben wird.

Direkt neben dem Park findet ihr außerdem eine tolle Badestelle mit Stinger-Netz. Wer noch nicht genug hat, kann auf eine ca. vierstündige Wanderung im National Park gehen und nach freilebenden Koalas in den Eukalyptusbäumen Ausschau halten. Ein unglaublich leckerer Kaffee im The Early Bird machen den Tag perfekt :)

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Muss sein: ein Koala-Selfie!

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Airlie Beach und Whitsunday Islands

Weiter geht’s in das touristische Airlie Beach. Und das nicht ohne Grund. Das Städtchen, das ca. 270 Kilometer südlich von Townsville liegt, ist die Pforte zu den bekannten Withsunday Islands. Ein Traum von türkisen Wasser und unglaublich feinem weißen Sand. Alternativ könnt ihr auch von hier noch an das Great Barrier Reef fahren.

Bootstouren aller Art werden in Airlie fast an jeder Ecke angeboten. Auch hier gilt es wieder, sich frühzeitig zu informieren. Ich kann Touren mit den Anbietern Wings oder Powerplay empfehlen.

Eine Tour mit dem Katamaran oder Speedboot bringt dich schnell zwischen den unzähligen kleinen Inseln der Whitsundays hindurch bis zum Highlight, dem legendären Whitehaven Beach  – WOW! Das muss man gesehen haben. Achte auch hier unbedingt darauf, dass du eine Tour zum Schnorcheln wählst, die Unterwasserwelt ist traumhaft.

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Der berühmte Whitehaven Beach
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Auf einer der unzähligen Whitsunday Islands

Fraser Island

Mein nächster Stop liegt ganze 1.000 Kilometer südlich von Airlie und nur noch 200 Kilometer nördlich von Brisbane. Da es für mich dazwischen nicht viel Sehenswertes gab, habe ich mich für eine Fahrt mit dem Nachtbus nach Hervey Bay entscheiden und so noch eine Nacht im Hostel gespart.

Mit Troopy Adventures geht es früh morgens und mit einem riiiiiesigen Ungetüm auf die Fähre und rüber auf die größte Sandinsel der Welt. Ich kann kaum glauben, dass eine so große Insel wirklich nur auf Sand existieren kann.

Und ich kann nicht glauben, was mich dort erwartet. Wie in einer anderen Welt düsen wir mit unserem 4-Wheel-Unimog durch den Sand, entlang an riesigen Bäumen. Es ist so holprig, dass es uns teilweise fast von den Sitzen haut. Mit einem normalen PKW hätte man hier garantiert keine Chance. Ich kann euch auch nur empfehlen, Fraser Island mit einem erfahrenen Guide und Fahrer zu erkunden, man kann zwar auch Geländewagen auf eigene Faust mieten, aber allein an diesem Tag sehe ich 3 schwere Unfälle, denn das Lenken und Fahren auf dem sandigen Untergrund will gelernt sein.

Auf Fraser fühlt man sich wie im Abenteuerland. Es geht über Stock und Stein zum Strand, zu einem klaren See im inneren der Insel, durch Regenwälder und mit etwas Glück kann man wildlebende Dingos beobachten. Ein absolutes Must-See „when in Australia…“.

Weitere Infos findest du hier.

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Rein ins Abentauer auf Fraser Island
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Welcome to the Jungle :)

Noosa

Eine Nachtfahrt später spuckt mich der Greyhound Bus im beschaulichen Noosa wieder aus – und ich bin schockverliebt! Die Ortschaften etwa 130 Kilometer nördlich von Brisbane bieten alles, was ich mir im Urlaub wünsche: nette Restaurants, kleine Shops zum Bummeln und traumhafte Strände in Noosa Heads. Sonntagmorgens ist hier schon alles früh auf denen Beinen beziehungsweise auf den Brettern – es geht surfen! Gefühlt surft in diesem Ort einfach jeder oder hängt auf dem Board in den wunderschönen Buchten ab.

Übrigens: Wer nicht surft, sollte unbedingt einen „Cliff Walk“ im Nationalpark entlang der Küste machen und in einer etwa zweistündigen Wanderung bis zum „Hells Gate“ laufen, wo die Wellen mit unfassbarer Wucht gegen die Felsen prallen! Mehr Natur geht nicht!

Australien Ostküste: Noosa Hells Gate
Noosa Hells Gate
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Der Strand in Noosa
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Brisbane

Byron Bay

Mittlerweile bin ich nur noch knapp 900 Kilometer nördlich von Sydney und erlebe in Byron einen faszinierenden Mix aus easy-going Surfkultur, Weltenbummlern, Familien, Spirituelle und Künstlern. So ist Australien immer in meiner Vorstellung gewesen!

Tagsüber wird am Beach abgehangen, Sport gemacht oder man trifft sich in einem der super-individuellen und liebevoll geführten Restaurants – ob zum fettigen Burger oder zur veganen Superfood-Bowl ist dabei ganz egal. In Byron treffen Welten aufeinander und genau das ist das Spannende!

Mein Tipp: Eine Wanderung zum Cape Byron Lighthouse am östlichsten Punkt des australischen Festlands – den Ausblick musst du gesehen haben!

Australien Ostküste: Cape Byron - Byron Bay
Traumhaft schönes Cape Byron – Byron Bay
Australien Ostküste Leuchtturm am Cape Byron
Leuchtturm am Cape Byron

Sydney

Wahrscheinlich gibt es über Sydney so viele Reiseberichte wie Touristen vor dem Sydney Opera House. Dass Australiens beliebteste Stadt mit mehr als viereinhalb Millionen Einwohner – und übrigens fast doppelt so vielen Touristen pro Jahr – viel zu bieten hat, brauche ich wahrscheinlich nicht erwähnen.

Ich erkunde Sydney zu Fuß. Mein Hostel in der Nähe des Bahnhofs ist dafür der perfekte Ausgangspunkt. Wer abseits des Trubels einen atemberaubenden Blick auf die weißen Segel der Oper werfen möchte, dem empfehle ich einen Spaziergang durch die Royal Botanical Gardens, ein riesiger Park, der an Blumen- und Pflanzenvielfalt kaum zu übertreffen ist. Der perfekte Fotostopp für Sydneys Wahrzeichen.

Vom Circular Quay geht es mit der Fähre nach Manly. Sydneys Stadtstrand ist zwar nur sieben Meilen von der pulsierenden Stadt entfernt, aber „a Thousand Miles from Care“, wie die Inschrift des Hafens verrät – und genau so ist es. Wer dem Trubel entfliehen will, der kann hier die Surfer beobachten, durch die Shops schlendern oder einfach nur am Beach abhängen.

Mein Tipp: Nimm die vorletzte oder letzte Fähre zurück, so erlebst du einen grandiosen Blick auf die Sydney Harbour Bridge und die Oper im Sonnenuntergang.

Neben Oper und Brücke ist Sydney natürlich auch für den legendären Bondi Beach bekannt – der Stadtstrand ist ein Besuchermagnet und dementsprechend gut gefüllt, aber allemal sehenswert. Ein Spaziergang entlang der Klippen bis zum Beach lohnt sich garantiert, denn hier erlebst du das typische australische Surf-Feeling.

Für Sydney möchte ich gar nicht so viel Tipps geben, denn hier gibt es echt an jeder Ecke etwas zu entdecken – erkunde die Stadt auf deine Weise!

Australien Ostküste Sydney Oper Harbour Bridge
Von der Fähre in Sydney hast du einen wunderbaren Blick auf Oper und Harbour Bridge

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australien-sydney-skylineNext Stop: Melbourne & Great Ocean Road – bald hier im Blog!

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Ostküste Australien: Highlight Great Ocean Road!
Hallo ich bin Isa. Im Winter bin ich vor allem an den Wochenenden auf den Skipisten im Allgäu und Österreich zu Hause. Nach vielen Amerika-Trips habe ich Asien für mich entdeckt. Meine Reiseerfahrungen teile ich gerne hier mit euch!

1 KOMMENTAR

  1. Ich hab auf Fraser Island eine 3-tägige Selbstfahrertour gemacht mit Drop Bear Adventures und kanns nur mega empfehlen. Wir hatten nie Probleme mit den Autos und nach einer Sicherheitseinführung und dem ersten Training kommt man ganz schnell ins Fahren rein. Und die Organisation war super genial, entspannt und es wurde darauf geachtet, dass man nicht mit den ganzen anderen Touristen gleichzeitig an den verschiedenen Orten ankommt. Ist sicher nicht gefährlicher als in Uganda in der Regenzeit ;) (Dank deinem Blog ein neues Wunschreiseziel)

    Zusätzlich kann ich auch Lady Elliott Island empfehlen, einer Miniinsel ganz südlich des Great Barrier Reef. Ist ein Schildkrötendomizil und nachdem wir zur ichtigen Zeit dort waren konnten wir Schildkröten in der Nacht Eier legen sehen und sogar kleine Babys schlüpfen und aus dem Sand kriechen sehen. Ist zwar sauteuer und man fliegt mit einer kleinen Maschine 30 min hin.

    Westaustralien kommt bei mir auf jeden Fall auch noch dran, das ging sich nimmer aus.
    Danke für den coolen Blog!

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