Reisebericht: Städtereise nach Istanbul – verzaubert von der Metropole am Bosporus

Galata Brücke Istanbul

Für 5 Tage geht es auf Städtereise nach Istanbul! Mein erstes mal in dieser pulsierenden Metropole auf zwei Kontinenten am Bosporus. Istanbul oder auch Konstantinopel, wie die Stadt noch bis 1930 hieß, hat so wahnsinnig viel zu bieten, dass 5 Tage eigentlich zu wenig sind.

Die Gegensätze zwischen Arm und Reich, Alt und Neu liegen sehr dicht beieinander. Also reiste ich im Juni 2007 für 5 Tage nach Istanbul.

Hier findest du alle Istanbul Tipps 

Hotel in Istanbul

Unser Hotel liegt mitten im Stadtteil Sülemanye, nahe der Galata Bridge und dem Mirsi Carsisi, dem ägyptischen Gewürzbasar.Das Hotel ist ein wenig heruntergekommen und ist eher niedriger 3-Sterne Standard. Da wir nur zum Schlafen im Hotel sind – alles machbar und akzeptabel.

Nach einem stärkendem Frühstück heißt es erstmal zurechtfinden in der Stadt mit den unendlich langen und für uns unaussprechbaren Straßennamen.

Komisch. Anfangs haben wir über den riesigen Stadtplan im Reiseführer gelacht. Schnell stellen wir fest: Ohne sind wir aufgeschmissen. Einer buchstabiert Straßennamen der andere schaut im Plan. Wir müssen ein total bescheuertes Bild abgeben. Aber: Wir sind nicht die Einzigen.

Etwas befremdlich klingen für uns anfangs die Muezzin-Rufe, die aus allen Richtungen der Stadt zu hören sind.

Besuch des Basarviertels – ein Muss

Der Besuch des Basarviertels ist ein Muss. Ein Erlebnis das du nicht so schnell vergessen wirst. Nach kurzer Orientierungsphase gelangen wir zum Mirsi Carsisi Gewürzbasar und werden (natürlich 2 deutsche Frauen) direkt zum Tee trinken eingeladen. Verschiedene Gewürze dürfen wir auch probieren. Smalltalk as usual.

Genug Gewürze – jetzt schlendern wir gemütlich zumberühmten Großen Basar Kapali Çarsi. In dem Labyrinth aus engen Gassen, kleinen Plätzen und Passagen mit Tausenden Geschäften tauchen wir in die orientalische Atmosphäre einund lassen uns treiben. Zu kaufen gibt es hier wirklich alles. Vom Handwerk der Schmiede oder Holzschnitzer über gefälschte Handtaschen und Klamotten. Handeln und feilschen hat hier Tradition.

Hier zu bummeln macht Spaß und ist großes Kino: An gefühlt jedem 2. Stand werden wir zum Tee trinken eingeladen – Volkssport? Ein weiterer Volkssport scheint das Überreichen von Visitenkarten zu sein. Bis zum Ende des Tages haben wir ca. 30 Stück gesammelt, überreicht mit der Einladung, Abends doch zusammen Essen zu gehen und uns das Nachtleben zu zeigen…

Vorherrschende Sprache auf dem Markt? Flexibel. Die Türken sprechen die wichtigsten Sprachen der Touristen der Stadt: Deutsch, spanisch, russisch und englisch. Und diese verdammt flüssig. Veräppeln zwecklos. Als Deutsche werden wir sofort erkannt. Ein Versuch ist es trotzdem wert und antworten spanisch – ein müdes lächeln unseres Gegenübers. Total beeindruckend wie flüssig uns das Spanisch entgegen sprudelt. Nice try – peinlich.


Wenn du Lust auf eine Stadtführung mit einem einheimischen Guide hast, kannst du diese bei Rent a Guide buchen. Sie bringt dich zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Istanbul. Die Führung dauert ungefähr 4 Stunden und auch auf deutsch. Tour hier ansehen.

Wenn du Warteschlangen umgehen möchtest und in einer größeren Gruppe reist, kann ich dir diese Istanbul Tour empfehlen.


Galata Brücke verbindet Eminönü und Beyoğlu

Die Galata-Brücke führt über den Haliç und bringt uns vom Stadteil Eminönü nachd Beyoğlu. Hier fallen uns sofort die vielen Angler auf. Sie stehen hier Tag und Nacht und angeln hamsi (Sardellen). Die Hunderten Angelschnüre, an denen die Sardellen aus dem Wasser gezogen werden, sind ebenso faszinierend wie die herrliche Aussicht.

Am Rande des Markts essen wir Dürüm und laufen über die Galata Brücke nach Beyoğlu. Beobachten die Angler eine zeitlang.

Galata Brücke Istanbul
Angler an der Galate Brücke in Istanbul

sardellen

istanbul

In Beyoğlu nehmen wir den „Tünel“  – eine unterirdisch verlaufende sehr alte Standseilbahn – von Kabataş zum Taksim-Platz. Beim Fahrkartenkauf sollte man darauf achten, das Geld abgezählt passend zu haben. Als ich Rückgeld gefordert habe, verstand der Verkäufer urplötzlich kein Englisch mehr. So nach dem Motto „Nimm die Karte oder lass es“. Sehr ärgerlich wenn man derart offensichtlich über den Tisch gezogen wird. Istanbul hatte nicht nur in diesem Moment dicke Minuspunkte dafür gesammelt…

Jedenfalls fahren wir trotzdem nach oben und entfliehen dem Trubel, laufen durch die verwinkelten kleinen Gässchen und trinken in einem der unzähligen Cafés einen Kaffee. Zu Fuß gehts nach unten zum Galata kulesi (Galataturm) im Stadtteil Beyoğlu.

Für 10 YTL fahren wir mit dem Fahrstuhl nach oben und genießen eine herrliche Aussicht über ganz Istanbul. Danach laufen wir auf der anderen Straßenseite der Galatabrücke zurück und besuchen die Neue Moschee „Yeni Cami“, welche direkt neben dem Gewürzbasar liegt.

Neue Moschee Istanbul

Sehr beeindruckend. Zum Relaxen gehen wir danach erstmal eine Runde ins Hotel. Abends fahren wir mit der Metro (die direkt am Hotel vorbeiläuft) auf die andere Seite, um zu Fuß die steilen Straßen zum Taksim-Platz zu erklimmen.

Es wird einem eigentlich abgeraten, abends als Tourist die abgelegeneren Seitenstraßen zum Taksim-Platz zu gehen, aber uns ist das egal. Wir fühlen uns sicher.

Istanbul von oben

Türkisches Essen

Müssen – oben angekommen – wieder die Einheimischen um Hilfe nach der Suche nach der „Istikal Caddesi“ fragen. Die Istanbuler sind aber sehr nett und erklären uns den Weg. Gehen typisch türkisch Essen. Sehr lecker was die Türken uns auftischen!

Danach schlendern wir auf der Suche nach einer Bar noch ziellos durch die Gegend. Beobachten Backgammon spielende und Tee trinkende Männer, auch das ist Istanbul. Finden eine nette Bar und lassen den Abend ausklingen.

Am nächsten Tag haben schon viel mehr Orientierung in der Stadt und fahren direkt mit dem Tünel und danach mit der historischen Tram zum Taksim-Platz. Gehen in der Istikal Caddesi shoppen, gehen Kaffee trinken und laufen dann nach Eminönü, von wo aus wir eine 1,5h lange Bosporus Bootstour machen. Lohnt sich definitiv.

Auf dem Rückweg zum Hotel werden wir zum gefühlt 100.-ten mal zum Tee trinken eingeladen und nehem ein Pide mit Käse „to-go“ ins Hotel mit.

Zum Abendessen gehts zurück zum Taksim-Platz. Glücklicherweise erreichen wir die letzte Fahrt mit dem Tünel nach oben. Essen im „Ekvator“. Danach staunen und schauen in der Istikal Caddesi

Am letzten Tag laufen wir zu allererst zum Topkapi Palast. Danach zur Hagia Sophia. Da die Kuppel gerade renoviert wird sieht man fast nur Gerüst. Doch ein Besuch lohnt sich definitiv: eine Abbildung von Jesus erinnert an die Zeiten als die Hagia Sophia christlich war, rechts und links davon befinden sich Abbildungen des Islams.

Heute ist die Hagia Sophia weder richtig Kirche noch Moschee, lediglich dass Frauen einen separaten Platz im hinteren Teil der Moschee zum Beten haben erinnert an den Islam.

Hagia Sophia

Laufen danach ein paar Meter weiter zur Yerebatan Zisterne … sehr kühl, mystisch aber schön. Setzen uns dann ein bischen in den Sultanahmet Park und schauen dem bunten Treiben zu. Weiter gehen wir zur Blauen Moschee. Kommen mit zwei Deutsch-Türken ins Gespräch, die uns eine Führung geben und Bräuche erklären. Danach gehen wir mit den beiden typisch Türkisch Tee trinken und Backgammon spielen. Die beiden schlagen uns außerdem vor, mit dem Taxi nach Eyüp zu fahren.

Von diesen Hügeln hat man einen gigantischen Blick über Istanbuil und das Goldene Horn. Gehen zu Fuß nach unten, da oben alle Kaffees voll sind. Danach gehts mit dem Taxi zurück ins Hotel. Unser Taxi-Fahrer war mal Rennfahrer, was man an seinem Fahrstil bemerkt, Kontakt mit den nebenfahrenden Autos inklusive.

Yerebatan Zisterne

Blaue Moschee

Eyüp Istanbul

Was ich in Istanbul gelernt habe:

  • Nur noch mit jemand der die Sprache spricht in die Türkei gehen
  • Touristen werden abgezockt und zahlen mindestens das Doppelte (vor allem beim Taxi fahren oder Restaurant Rechnung mit einer extra Tax)
  • Simit-Snack –  ein ringförmiger Sesamkringel ist sehr lecker und irgendwie die Brezel der Türken
  • Im Großen Basar nie verneinen Deutsche zu sein und auf Spanisch antworten. Auch diese Sprache sprechen die Händler fließend wie auch Englisch, Französisch, Russisch…
  • Wenn Jungs wie ein Prinz gekleidet rumlaufen ist das vom Beschneidungsfest
  • Süße Teilchen sind sehr sehr sehr sehr süß
  • Der Mix aus Kultur, Tradition und Moderne konnte ich bisher in keiner anderen Stadt so erfahren.

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Mit einer Istanbul City Card kannst du bei deiner Reise Geld sparen und oft die Warteschlangen umgehen. Je nachdem was du ansehen möchtest gibt es unterschiedliche Karten, um in Istanbul Zeit und Geld zu sparen. City Cards hier ansehen.

Bazar Istanbul

Istanbul

Historische Tram Istanbul

Blaue Moschee

Einkaufsstraße Istanbul

Galata Bridge

Galata Brücke Istanbul

Gegrillter Mais

4 KOMMENTARE

  1. Danke für die Tipps, Katrin! Bin nämlich im Mai in Istanbul und freue mich schon sehr drauf. Mal schauen, wen ich dort mit Türkischkentnissen engagiere. ;-)

  2. Danke für den tollen Artikel & die schönen Fotos Katrin. Türkei hat so einen Zauber, dass man irgendwie immer wieder hin muss..

  3. Schöner Bericht – tolle Fotos. Was ich vor allem toll finde: Die Bilder scheinen ja von 2007 zu sein – aber nichts hat sich verändert…und das ist schön! Was ich – zum Glück – nicht nachvollziehen kann ist das wir als Touristen abgezockt wurden…weder beim Einkaufen noch sonst irgendwo – im Gegenteil! So viel Hilfsbereitschaft wie in Istanbul und in der Türkei allgemein – echt super! (Aber „schwarze Schaafe gibts ja leider überall)

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