Highlights in Halifax, Southshore und Cape Breton Island

Willkommen auf der Panamericana! Das wohl größte Abenteuer kann beginnen!

Wie für meisten anderen Reisenden startet mein Roadtrip entlang dieser einmaligen Traumstraße im Osten Kanadas. Nova Scotia ist eine der maritimen Provinzen Kanadas und kann sage und schreibe 7.600 km Küstenlinie vorweisen (was auch ein wenig mit den über 3.000 Inseln zu tun hat). Hier fühlen sich Papageientaucher und Robben heimisch und die Küche lebt von einem hervorragenden Fisch- und Hummerfang.

Nova Scotia ist ein fantastischer Startpunkt für die Reise entlang der Panamericana - doch auch unabhängig davon ist die Region eine Reise wert, weswegen ich dir die kanadische Provinz im folgenden Artikel gerne etwas vorstellen möchte.

Allgemeines über Nova Scotia

Nova Scotia liegt im Osten Kanadas am Atlantik und ist die zweitkleinste Provinz im Land - kleiner ist lediglich Prince Edward Island.

Von der Größe her entspricht die Provinz in etwa der Schweiz - ist allerdings deutlich flacher. Der höchste Berg misst gerade einmal 535 m und liegt auf Cape Breton. Die Insel im Norden wird auch als „Perle Nova Scotias“ bezeichnet und umfasst mit dem Cabot Trail die beliebteste Touristen-Attraktion der Provinz.

Nova Scotia wird von seiner Nähe zum Atlantik dominiert - egal, wo du dich befindest, du bist nirgends weiter als 54 km vom Meer entfernt. Entsprechend bieten sich überall allerlei Wasseraktivitäten an, von Walbeobachtungen bis hin zu einem Spaziergang zu Nordamerikas meistfotografiertem Leuchtturm.

Fakten über die Provinz

  • Einwohner: ca. 1 Million
  • Größe: ca. 55.500 km^2
  • Hauptstadt: Halifax

Doch woher eigentlich der Name? Nova Scotia steht für Neuschottland und geht auf die Geschichte der Provinz zurück. 1749 fingen die Briten an, das Land zu besiedeln - leider hatten die Franzosen eine ähnliche Idee und eine lange und erbitterte Schlacht begann. Sein europäisches Erbe kann Nova Scotia auch heute noch nicht verbergen - Schottenröcke und die Klänge von Dudelsackmusik sind definitiv keine Seltenheit. Auch findest du vielerorts Bezug zur französischen Sprache.

Sehenswürdigkeiten, die du dir nicht entgehen lassen solltest

Wenn du auf der Panamericana unterwegs bist, dann wird es dich möglichst schnell gen Westen ziehen. Ich würde dir aber empfehlen, dir noch ein wenig Zeit für Nova Scotia zu lassen.

In Nova Scotia kannst du wunderbar Urlaub machen - ganz gleich, ob mit der Familie, als Aktivurlaub oder als kulinarische Reise; hier ist für jeden etwas dabei.

Zum „Pflichtprogramm“ deines Besuchs sollte jedoch unbedingt gehören:

  • Ein Besuch der Hafenstadt Halifax
  • Das malerische Fischerdorf Peggys Cove
  • Das Heben und Senken des Wasserstandes in der Bay of Fundy
  • Eine Panoramafahrt entlang des bekannten Cabot Trails auf Cape Breton Island

Empfohlene Route durch Nova Scotia

Wenn du entlang der Panamericana reist, dann wird Halifax dein Startpunkt sein, denn dort legen die internationalen Schiffe an.

Doch auch wenn du Nova Scotia im Rahmen einer normalen Kanada-Reise erkunden möchtest, wird dich dein Weg sehr wahrscheinlich zuerst nach Halifax führen, denn es ist die größte Stadt und sie verfügt zudem über die besten Fluganbindungen. Aufgrund seiner geografischen Lage  bietet sich die Stadt außerdem sehr gut als Ausgangslager an, da du von hier den Westen der Provinz (South Shore und Bay of Fundy) und den nordöstlichen Teil inklusive Cape Breton Island erkunden kannst.

Wenn du dein eigenes Fahrzeug verschifft hast, dann kann es gut sein, dass du ein paar Tage vor Ankunft des Schiffes bereits in Halifax bist. In meinem Fall war das auch so, weswegen ich die Zeit genutzt haben, um mit einem Mietwagen den westlichen Teil von Nova Scotia zu erkunden und dann mit dem eigenen Wohnmobil direkt in den Norden starten konnte.

Im Folgenden gebe ich dir einen Überblick über eine mögliche Route:

  • Tag 1 & 2: Halifax Ankunft
  • Tag 3 & 4: South Shore - Peggys Cove und Kejimkujik National Park
  • Tag 5 & 6: Bay of Fundy
  • Tag 7: Zentrales Nova Scotia
  • Tag 8 & 9: Cape Breton Island
  • Tag 10: Rückfahrt nach Halifax

Da ich Nova Scotia im Rahmen meiner Panamericana-Reise besucht habe, habe ich jeweils in meinem Camper geschlafen. Mögliche Schlafplätze findest du problemlos in der gesamten Provinz verteilt. Natürlich gibt es auch offizielle Campingplätze, die mit Sanitäranlagen ausgestattet sind.

Tipp:

Wenn du vorhast, mit dem Wohnmobil unterwegs zu sein, dann empfehle ich dir die kostenlose App „iOverlander“. Sie ist ähnlich wie das europäische Pendant „Park4Night“ die absolute Nummer 1 Empfehlung für sämtliche Camper-Angelegenheiten in Kanada. Dort findest du bezahlte und kostenlose Schlafplätze und kannst nach sämtlichen Reisen relevanten Kriterien filtern wie beispielsweise Frischwasser, Tankstellen, Supermärkte, WLAN etc.

Reisebericht Nova Scotia

Im Folgenden möchte ich dir nun eine detaillierte Beschreibung über die einzelnen Stationen entlang des Roadtrips geben.

Tag 1 & 2: Halifax

Halifax ist die größte Stadt der atlantischen Provinzen Kanadas und damit ein wichtiges Handels- und Umschlagcenter. Die kleine Metropole braucht sich vor den größeren Städten Kanadas jedoch nicht zu verstecken, sondern hat einen wunderbaren gemütlichen Charme. Dominiert wird die Stadt von der großen Zitadelle und vom Hafen mitsamt der Uferpromenade, an der du herrlich spazieren kannst.

Halifax Zitadelle und Uhrturm

  • Die markante Befestigung in Sternform thront oberhalb der Stadt. Sie ist sehr gut erhalten und ist eine der am häufigsten besuchten Geschichtsstätten in ganz Kanada.
  • Öffnungszeiten: 09.00 - 17.00 Uhr (im Sommer bis 18.00 Uhr), Eintritt: 11.70 CAD (beim Parcs Canada-Pass inklusive)
  • Unterhalb des Citadel Hill findest du den Uhrturm (Old Town Clock). Er geht auf das Jahr 1803 zurück und ist mittlerweile zum Wahrzeichen von Halifax geworden. Wenn du von der Zitadelle hinunterläufst, ergibt sich ein schönes Fotomotiv mit dem Uhrturm und der darunter liegenden Hafenstadt.

Halifax Public Gardens

Gleich neben der Zitadelle befindet sich einer der öffentlichen Parks von Halifax. Im wunderschön angelegten „Public Garden“ kannst du farbenfrohe Gärten, Statuen und Fontänen genießen, ehe du dich an die weitere Erkundung der Stadt machst.

  • Adresse: 5665 Spring Garden Road
  • Öffnungszeiten: täglich von 7.00 - 20.00 Uhr geöffnet, Eintritt frei

Waterfront und Harbour Hopper Tours

Von der Zitadelle ist es nur ein Katzensprung bis zur „Waterfront“ - das ist die Bezeichnung der Einheimischen für das Gebiet entlang der 4 km langen Uferpromenade. Hier findest du allerhand Restaurants, Geschäfte, kleine Snacks und kannst wunderbar spazieren.

Ich würde dir empfehlen, unbedingt an den zahlreichen Imbiss-Ständen in die Welt der lokalen Leckerbissen einzutauchen. Von frischem Hummer bis hin zum kanadischen Nationalgericht Poutine (Pommes mit Bratensoße, Käse und wahlweise Fleisch) ist alles dabei.

Auch starten von hier viele Bootstouren, von denen du eine tolle Aussicht auf die Uferpromenade hast.

  • Eine der beliebtesten Möglichkeiten, die Stadt zu erkunden, ist mit dem Harbour Hopper Bus. Das besondere ist, dass es sich um ein Amphibienfahrzeug handelt und du Halifax sowohl von der Straße, als auch vom Wasser aus kennen lernst.
  • Touren gibt es von Mai bis Oktober, Kosten 45 CAD pro Person
  • Für weitere Informationen: www.harbourhopper.com

Doch Halifax kann mehr als nur ein hübsches Städtchen am Atlantik zu sein. Tatsächlich blickt die kleine Metropole auf eine spannende und traurige Geschichte zurück. Mir war bis zu meinem Besuch um ehrlich zu sein nicht klar, welche Verbindung die Stadt mit der Titanic hat. Gerade einmal 700 Seemeilen entfernt ist die Titanic 1912 gesunken - und von Halifax aus startete eine große Rettungs- und Bergungsaktion. Viele Originalteile sind heute im Museum ausgestellt und du kannst dich mit der traurigen Geschichte und den Schicksalen beschäftigen.

Dort erfährst du auch viel über die große Explosion, welche die Stadt kurz darauf im Jahre 1917 erlitt. 2.000 Menschen starben, als ein französisches und ein belgisches Schiff miteinander kollidierten. Es war eine der größten Explosionen in der Menschheitsgeschichte.

Maritimes Museum

  • Im ältesten maritimen Museum Kanadas lernst du viel über die Schiffsunglücke, die hier an der Küste stattgefunden haben, zudem gibt es 30.000 Artefakte zu bestaunen und eine große Ausstellung von Booten
  • Öffnungszeiten: Mo - So 9.30 - 17.30 Uhr, Dienstag bis 20 Uhr (können im Winter abweichen) Eintritt: Sommer 9,55 CAD, Winter 5,15 CAD
  • Weitere Informationen: www.maritimemuseum.novascotia.ca

Tipp:

Dienstags ab 17 Uhr ist freier Eintritt ins Museum. Wenn du dir nur einen kurzen Überblick im Museum verschaffen möchtest oder dir nur die Ausstellung über die Titanic anschauen möchtest, ist das perfekt für dich!

Titanic Friedhof

Nachdem ich mich derart mit der Geschichte der Titanic auseinandergesetzt hatte, wollte ich gerne einen der Friedhöfe, auf dem die Opfer untergebracht wurden, anschauen. Davon gibt es insgesamt drei in Halifax: den Fairview Dawn Cemetery, den Mount Olivet und den Baron de Hirsch. Der Fairview Dawn Cemetery ist der größte und bekannteste der Begräbnisstätten für die Titanic Opfer. 121 Gräber findest du hier vor. Ich muss sagen, dass ich es sehr eindrücklich fand.

  • Adresse: 3720 Windsor Street 
  • Öffnungszeiten: Montag - Freitag 08.00 - 16.00 Uhr

Halifax Public Library

Während deines Spaziergangs durch die Stadt solltest du unbedingt auch einen Abstecher in die öffentliche Bibliothek unternehmen. Ich als absolute Buchnärrin liebe es, mir die Büchereien anzusehen und finde es immer wieder spannend, wie unterschiedlich sie sein können: von ganz alt und in Holztönen bis hin zu hochmodern und technisch. Die Bibliothek in Halifax zählt definitiv in die zweite Kategorie und beeindruckt mit ihrer spannenden Architektur auch Nicht-Bücher-Fans. Im Inneren gibt es zudem ein gutes Café.

  • Die Bibliothek findest du in der 5445 Spring Garden Road
  • Öffnungszeiten: Montag - Donnerstag 09.00 - 21.00 Uhr, Freitag / Samstag 09.00 - 18.00, Sonntag 12.00 - 18.00 Uhr

Tag 3 & 4: South Shore - Peggys Cove und Kejimkujik National Park

Der bekannteste und beliebteste Tagesausflug von Halifax aus führt nach Peggys Cove. Gerade einmal eine knappe Autostunde südwestlich der Hafenstadt bietet Peggys Cove als malerisches Fischerdörfchen perfekte Fotomotive und lässt dich zudem ein bisschen Ruhe und Natur tanken. Lediglich 30 Menschen leben dauerhaft in dem kleinen Ort - was macht es also so berühmt?

Peggys Cove Leuchtturm

  • Der rot-weiße Leuchtturm befindet sich immer noch im Einsatz und markiert das östliche Ende der Saint Margaret`s Bay. Er hat sich zu einem der meist fotografierten Leuchttürme der Welt gemausert - entsprechend schön ist die Szenerie, aber entsprechend überlaufen kann es im Sommer auch zugehen.
  • 2,4 Millionen Besucher strömen jährlich in das kleine Fischerdorf - dafür hat sich Peggys Cove seinen ursprünglichen Charme aber gut bewahren können. Zwar findest du hier und da Souvenir-Läden, doch der Ort wirkt keineswegs touristisch zugekitscht.
  • Während der Sommermonate wirst du mit ziemlicher Sicherheit einen Dudelsack-Spieler vor dem Leuchtturm antreffen. Das mag im ersten Moment befremdlich wirken, unterstreicht aber die europäische Geschichte, die Nova Scotia hat. Und irgendwie hat es auch einen gewissen Charme, sich die raue Schönheit der Kulisse vor den Klängen eines Dudelsacks anzuschauen.

Peggys Cove ist aber nicht nur dadurch berühmt, weil es landschaftlich so schön ist. 1998 stürzte hier unweit der Küste eine SwissAir Maschine ab, die unterwegs nach Genf war. Alle 229 Insassen starben. Für mich als ehemalige Flugbegleiterin der Swiss natürlich ein sehr emotionaler Ort.

SwissAir 111:

  • Es gibt zwei Gedenkstätten, die an den Flugzeugabsturz erinnern. Die erste befindet sich 2 km weiter entlang der Route 333 Richtung Indian Harbour auf der linken Seite.
  • Die zweite SwissAir Gedenkstätte liegt in Bayswater auf der anderen Seite der St.- Margarets Bay. Diese zwei Seiten bilden mit der tatsächlichen Unglücksstelle draußen auf dem Wasser eine Dreiecksform, die sich auch in den Gedenktafeln wiederfindet.
  • An beiden Swiss Memorials wurden die geborgenen Habseligkeiten der Crew und der Passagiere begraben. Die Namen der Opfer kannst du auf den Steinen ablesen. 

Mahone Bay und Lunenburg

Folgst du der Küstenstraße anschließend weiter, gelangst du zu den Ortschaften Chester, Mahone Bay und Lunenburg. Früher wilde Umschlagplätze der Piraten herrscht hier heute eine ruhige und entspannte Atmosphäre. Du kannst durch zahlreiche Künstlerateliers schlendern, dir die prächtigen Kirchen von Mahone Bay anschauen oder dir ein Kajak mieten. Am schönsten ist Lunenburg bei Sonnenuntergang, dann leuchten die bunten Häuser entlang des Hafens besonders schön und die markanten Schiffe im Wasser geben ein starkes Bild ab.

Vermutlich ist Lunenburg aus dem Grund zur UNESCO-Welterbestätte erklärt worden (und ist damit auch die einzige in der Region).

Bei Liverpool angekommen musst du dich entscheiden, ob du der Küstenstraße bis Yarmouth folgen möchtest oder ob du auf die Route 8 wechselst, die dich durchs Landesinnere bis Annapolis Royals führt. Diese Variante würde ich dir empfehlen, denn auf die Art kommst du am Kejimkujik National Park vorbei.

Kejimkujik National Park:

  • Der Nationalpark mit dem unaussprechlichen Namen (und daher im Volksmund einfach kurz als „Keji“ betitelt) ist in zwei Teile untergliedert: den Kejimkujik National Park mitsamt der Historic Site im Landesinneren und den Kejimkujik National Park Seaside direkt am Atlantik.
  • Im Teil am Atlantik kannst du die Küstenlandschaft und herrliche weiße Strände entlang einer 7 km-Wanderung entdecken. Mit ein bisschen Glück erspähst du dabei auch Seehunde.
  • Im Nationalpark im Landesinneren gibt es Wanderwege von verschiedenen Längen: von der 5 km Runde bis hin zu mehrtägigen Touren ist alles dabei. Der Park lässt sich auch besonders gut mit dem Kanu erkunden.
  • Tagespass: 6,25 CAD (beim Parcs Canada-Pass inklusive)
  • Weitere Informationen, Stellplatzreservierungen und Karten findest du unter: www.parkscanada.gc.ca/keji

Tag 5 & 6: Bay of Fundy

Der Norden vom westlichen Nova Scotia wird komplett durch die Bay of Fundy dominiert. Zu Recht wird dieses Gebiet als „Kanadas Naturwunder“ betitelt, denn die Bay of Fundy ist weltbekannt für ihre immensen Unterschiede zwischen Ebbe und Flut. Die höchste Flut, die gemessen wurde, lag bei stolzen 16,6 m in Burncoat Head. Um das Naturschauspiel verstehen und sehen zu können, musst du dich ein wenig in der Region aufhalten: ein kompletter Durchgang von Ebbe und Flut dauert etwa 12,5 Stunden. 

Tipp:

  • Informiere dich vorab im Visitor Center oder online nach den aktuellen Zeiten, dann kannst du deinen Tag an die Gezeiten anpassen.
  • Die genauen Zeiten findest du auf der Environment Canada Seite: www.tides.gc.ca/eng/find/zone/30

Durch die starken Strömungen von Ebbe und Flut wird Plankton aufgewirbelt und das wiederum liefert ideale Bedingungen für Wale und Robben. Die Saison für Walbeobachtungs-Touren geht in der Regel von Mai bis Oktober, Veranstalter gibt es viele. 

Solltest du auf der Panamericana unterwegs sein und zur klassischen „Saison“ April / Mai verschifft haben, dann kann es zeitlich vielleicht zu früh für dich sein. Du hast aber auf deiner Weiterreise in New Brunswick nochmals die Gelegenheit für eine Waltour - dann bist du einfach auf der anderen Seite der Bay of Fundy.

Der einzige größere Ort an der Bay of Fundy ist Digby - er ist allerdings lediglich dafür bekannt, dass es eine Fährverbindung nach New Brunswick gibt. Ansonsten startet hier der langgezogene Landschaftsstrich des „Digby Neck“, der hin zu Long Island führt.

Long Island und Brier Island:

  • Inwieweit der Name der Insel etwas mit dem gleichnamigen Eistee zu tun hat, ist leider unbekannt - vermutlich aber gar nichts. Nichtsdestotrotz sind die zwei Inseln am Ende des langgezogenen Digby Necks ein lohnenswerter Abstecher.
  • Zwischen den beiden Inseln fahren stündlich Fähren (24 Stunden am Tag) und sie sind gratis. Im Sommer lohnt es sich allerdings, wenn du rechtzeitig mit dem Auto am Schiffsanleger bist, um sicherzustellen, dass du einen Platz auf dem Schiff bekommst.
  • Long Island ist leichter zu erreichen (da nur eine Fähre nötig ist) und bietet einige tolle Wanderwege, z.B. die einfache Tour zu den Balancing Rocks (ca. 1 - 1,5 Stunden hin und zurück).
  • Brier Island ist rau, windig und abgelegen. Auf der Insel befindet sich ein Leuchtturm und einige der besten Walbeobachtungs-Touren starten von hier.

An das Gebiet der Bay of Fundy schließt sich das Annapolis Valley an. Ein fruchtbares Areal, auf dem du jede Menge Obstanbau finden wirst - das Ganze geht noch auf die Kolonialzeit zurück, aber auch heute wird hier noch der größte Teil von Obst und Gemüse in Nova Scotia angebaut. Hauptsächlich wirst du hier Äpfel und Wein vorfinden - weswegen eine Tour durch eine der zahlreichen ansässigen Weingüter auf jeden Fall auf deiner Liste stehen sollte.

Cape Split

  • Ganz im Osten der Bay of Fundy findest du den Cape Split Provincial Park. Hier kannst du eine herrliche Wanderung unternehmen, die dich an zahlreichen Aussichtspunkten vorbei führt, von denen du auf die Bay of Fundy und das angrenzende Minas Basin schauen kannst. 
  • Länge: 13 km, Rundwanderung Zeit: ca. 3 - 4 Stunden

Tag 7: Zentrales Nova Scotia

Das zentrale Nova Scotia ist touristisch nicht sonderlich erschlossen. Die meisten nutzen das Gebiet, um nördlich nach Prince Edward Island und New Brunswick zu kommen oder um Nova Scotia von Ost nach West zu durchqueren. Du solltest mit etwa 3 Stunden Fahrtzeit rechnen, um vom Westen der Provinz bis zur Brücke nach Cape Breton Island zu kommen.

Den ein oder anderen kleinen Stop kannst du unterwegs aber sicher einbauen. So ist Truro nicht nur der Verkehrsknotenpunkt von Nova Scotia, sondern bietet sich auch als Versorgungsstation und zum Shopping an. In Pictou, wo die Fähre nach Prince Edward Island ablegt, kannst du eine kurze Zeitreise in die Geschichte unternehmen und dir auf einem Nachbau des Schiffes „Hector“ anschauen, wie die ersten schottischen Siedler 1773 nach Nova Scotia kamen.

Und in Antigonish kannst du am Strand entlang schlendern oder dir die St. Francis Xavier Universität anschauen, welche von schottischen Einwanderern gegründet wurde. Dort erfährst du auch viel über die Clans. 

Tipp

  • Solltest du im Juli in Antigonish sein, hast du vielleicht das Glück, die Antigonish Highland Games mitzunehmen. Dort wirst du Augenzeuge von starken Männern, die Baumstämme stemmen und Dudelsack spielen.
  • Weitere Informationen: www.antigonishhighlandgames.ca

Tag 8 & 9: Cape Breton

Die Insel ganz im Osten von Nova Scotia ist lange kein Geheimnis mehr - Grund dafür ist der „Cabot Trail“, eine knapp 300 km lange Panoramastraße durch herrliche Küstenlandschaft, in der es allerhand niedliche Fischerdörfchen zu entdecken gibt und auf der einem Elche auf der Straße und Wale im Meer begegnen. 

Die Insel ist mittels einer Stahlhängebrücke mit dem Festland verbunden, sodass die Anreise ohne Probleme mit dem Auto erfolgen kann. Die meisten Besucher kommen im Juli und August, dann ist Hochsaison auf der Insel. Allgemein ist die Reisesaison recht kurz: Viele Restaurants und Veranstalter haben lediglich von Juni bis Oktober geöffnet, die restliche Zeit wirkt die Insel recht verlassen.

Port Hastings ist der erste Ort, der dich begrüßt, nachdem du über die Brücke auf Cape Breton Island gekommen bist. Von hier führt dich der „Ceilidh Trail“ die Ostküste der Insel hinauf bis zum ersten größeren Stop in Louisbourg.

Louisbourg 

  • Das Örtchen Louisbourg hat einen hübschen Hafen, bekannt ist der Ort jedoch für seine historische Festung und den Leuchtturm.
  • Die Louisbourg National Historic Site geht auf das Jahr 1744 zurück und wurde bestens nachgebaut - inklusive verkleideter Darsteller. Während einer Führung kann man in die Geschichte und die Diskrepanzen zwischen den Briten und Franzosen eintauchen, die sich hier jahrzehntelang bekriegt haben. Du kannst aber auch auf eigene Faust die Festung erkundigen.
  • Eintritt: 18,75 CAD (im Parcs Canada Pass inklusive), Öffnungszeiten: Montag - Freitag 9.30 - 16 Uhr
  • Auf der gegenüberliegenden Seite der Meeresbucht befindet sich der Louisburg Leuchtturm. Informationstafeln erläutern die Geschichte des Leuchtturms und ein 6 km langer Wanderweg führt an der Küste entlang.

Von Louisbourg an der Ostküste von Cape Breton Island führt dich die Fahrt weiter über Sydney und schließlich zum Beginn des legendären Cabot Trails - mach dich gefasst auf 298 km puren Fahr- und Kurvenspaß vor einer malerischen Kulisse! Unterkünfte sind knapp entlang der Strecke und insbesondere im Sommer solltest du rechtzeitig buchen.

Am besten schaust du hierfür mal in den Ortschaften Baddeck oder Pleasant Bay. Wenn du mit dem Camper unterwegs bist, ist das natürlich weniger ein Problem. Es finden sich genügend Möglichkeiten zum Übernachten.

Cabot Trail 

  • Die kleinen Orte entlang des Cabot Trails sind allesamt recht hübsch - die wahre Attraktion ist jedoch die Straße und die Natur. Ein kurzer Spaziergang durch das französisch geprägte Chéticamp oder entlang des weißen Strandes von Ingonish Beach bietet sich aber an, wenn du die Zeit dafür hast.
  • Ansonsten plane auf jeden Fall ausreichend Zeit für die Panoramastraße ein - durch die vielen Kurven und Berge kommst du nicht sonderlich schnell voran; mal ganz abgesehen davon, dass die Aussicht zum Anhalten und Fotografieren lockt.
  • Der winzige Ort Pleasant Bay ist bekannt für seine Walbeobachtungs-Touren und für sein tibetisches Kloster. Mit ein bisschen Glück kannst du nicht nur Wale, sondern auch das Kloster vom Wasser aus sehen. Zudem gibt es ein ziemlich gutes Informationszentrum, welches über die Wale aufklärt.

Wildlife auf Cape Breton

  • Du möchtest gerne Wale sehen? Captain Mark von Mark's Whale and Seal Cruise fährt von Mai bis September mehrmals täglich hinaus aufs Meer und ist auf der Suche nach den besten Spots. Während meiner Fahrt mit ihm konnte ich 12 Wale sehen und würde die Tour auf jeden Fall empfehlen.
  • Weitere Informationen und Tourangebote unter: www.whaleandsealcruise.com
  • Hast du Lust auf noch mehr Wildlife? Englishtown ist der einzige Ort der Insel, von dem aus Papageientaucher-Touren starten,. Willst du die niedlichen Vögel aus der Nähe sehen, dann schau doch mal bei Donelda`s Puffen Boat Tour vorbei. Informationen und Preise unter: www.puffinboattours.com

Wandern auf Cape Breton

  • Zeit solltest du außerdem für den Cape Breton Highland National Park einplanen: er nimmt gut 20% der Landmasse der Insel ein und beheimatet einige wunderschöne Wanderungen. Eine Wanderung entlang des Skyline Trails gehört zum absoluten Pflichtprogramm!
  • Skyline Trail Länge: 7 km (Rundweg), Dauer: ca. 2 Stunden
  • Auf einem Steg läufst du in Richtung des Atlantiks und dann über zahlreiche Stufen hinab zu einem fantastischen Aussichtspunkt. Diese Wanderung ist eine klare Empfehlung!

Vom Cape Breton Highland National Park führt dich die Fahrt schließlich die Westküste hinunter zurück nach Port Hastings, wo du wieder auf das Festland übersetzt.

Tag 10: Rückreise nach Halifax

Plane den letzten Tag für deine Rückreise nach Halifax an. Von Osten kommend, wirst du dabei Dartmouth passieren. Die Stadt auf der gegenüberliegenden Uferseite ist fast genauso alt wie Halifax und doch hat Dartmouth lange gebraucht, um seinen Ruf als schäbigen kleinen Bruder loszuwerden.

Wenngleich sich in den letzten Jahren viel getan hat, reicht es dennoch, auf einen kurzen Spaziergang im historischen Zentrum zu bleiben, und sich dann auf den Rückweg nach Halifax zu begeben.

Tipp:

  • Anstatt die Brücke hinüber nach Halifax zu nehmen, kannst du auch die Fähre nehmen. Auf die Art bekommst du eine hübsche kleine Hafenrundfahrt für kleines Geld.
  • Fährverbindungen: aller 15 - 30 Minuten, Kosten 2,50 CAD

Zurück in Halifax kannst du noch einen kurzen Spaziergang entlang der Waterfront unternehmen. Und wie wäre es mit einer letzten Portion Poutine?

Empfehlenswerte Tipps für deine Reise

Anreise nach Nova Scotia

Nova Scotia erreichst du von Deutschland aus in gerade einmal 6-7 Stunden mit dem Flugzeug. Damit ist die kanadische Provinz rasch zu erreichen, was sie so beliebt macht.

In den Sommermonaten gibt es zahlreiche Direktflüge, zum Beispiel mit Condor von Frankfurt nach Halifax. Air Canada fliegt ganzjährig nonstop ab London Heathrow nach Halifax.

Alternativ kommst du das ganze Jahr über mit Lufthansa von München oder Frankfurt aus nach Halifax - hierfür ist eine Zwischenlandung in Toronto oder Montreal nötig.

Wenn du es lieber etwas abenteuerlicher magst, kannst du auch eine Anreise mit der Fähre in Erwägung ziehen. Das ist beispielsweise von Maine (USA) möglich oder auch von Neufundland.

Je nachdem, wie viel Zeit du in Nova Scotia oder in Kanada allgemein verbringen möchtest, kann es sich für dich lohnen, den „Discovery Pass“ zu erwerben. Dieser gilt für sämtliche Nationalparks und Nationale Historic Sites im gesamten Land - anstatt also jedes Mal den Eintritt einzeln zahlen zu müssen, hast du alle Eintritte in einem Pass inklusive.

Überblick Discovery Pass:

  • Kosten: 72,25 CAD, gültig für 12 Monate
  • Damit erhältst du Eintritt zu mehr als 80 Nationalparks und Nationalen Historischen Plätzen
  • Weitere Informationen findest du auf der offiziellen Parks Canada Homepage unter www.pc.gc.ca

Ich hoffe, meine Tipps konnten dir helfen, dich perfekt auf deinen Roadtrip durch Nova Scotia vorzubereiten. Möchtest du weitere Informationen oder dich mit einem Reisebericht weiter einstimmen? Dann schau gerne auf meinem privaten Blog (www.chasingmemories.de) vorbei.

Hast du noch Fragen oder weitere Tipps zu Nova Scotia? Dann hinterlasse mir gerne einen Kommentar!

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Jana
Hi ich bin Jana!

Ich bin begeisterte Weltenbummlerin, Bücherliebhaberin, Hundemama und Weitwander-Freak! Aktuell erfülle ich mir meinen großen Traum und bereise die Panamericana mit meinem selbstausgebauten Campervan.

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