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Hi ich bin Chris!

Ich bin Musiker, spiele Gitarre, Bass, Klavier, manage Künstler und schreibe Songs. Als Restaurantkritiker liebe ich natürlich Essen und das Reisen ist für mich der beste Weg, den eigenen Horizont zu erweitern.

Highlights und Tipps in Manitoba und Winnipeg

Kanada: Naturerlebnis Manitoba & Winnipeg

Der Kanada-Reisende wird sich wohl vornehmlich für die Städte Montreal und Vancouver als zentrale Dreh- und Angelpunkte seiner Reise interessieren. Es lohnt sich aber, das Inland in Augenschein zu nehmen, denn besonders in Manitoba offenbart sich die wahre Schönheit des Landes: Natur, Natur und nochmals Natur.

Ich durfte ein Woche in Winnipeg und im umliegenden Prachtland verbringen und präsentiere euch hier meine Highlights und Tipps für eure Reiseplanung!

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WINNIPEG: Viel zu tun!

Bereits bei der Ankunft fällt die Beschaulichkeit der scheinbar kleinen Stadt auf: Die knapp 700.000 Einwohner sind äußerst höflich zueinander, der Straßenverkehr scheint einer gewissen Gemächlichkeit zu unterliegen. Niemand fährt dicht auf, die Hupe könnte man hier auch ausbauen – sie glänzt seit dem Autokauf anscheinend unbenutzt in der Lenkrad-Mitte.

Gerne unterstellt das Internet den Kanadiern eine überbordende Freundlichkeit; bereits in den ersten Stunden wurde ich Zeuge davon und fühle mich auf Anhieb wohl. Lediglich die Fast-Food-Ketten und dicken Pickup-Trucks erinnern an die Nähe zu den Vereinigten Staaten.

Bevor man sich gleich ins Kanu setzt, um die Weiten der riesigen Naturprovinz Manitobas zu erkunden, sollte man sich aber zwei bis drei Tage Zeit nehmen, die Stadt zu erkunden. Hier meine Tipps:

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THE FORKS: Schlemmen & Flanieren

Den Zugang zu Land und Leuten finde ich am Liebsten über das Kulinarische, das sich in Winnipeg im stylisch-historischen The Forks Market in Downtown köstlich bündelt. Zwischen Fast-Food wie Pizza, Sushi oder typisch kanadischer Poutine (Pommes mit Bratensauce und „Cheese Curds“) findet sich das überaus angesagte italienische Restaurant Passero – unbedingt reservieren!

Vor den heiligen Fresser-Hallen tummelt sich der „Pegger“ gerne in den gemütlichen Anlagen am Red- und Assiniboine-River, zum kalten, frisch gezapften Bier gibt es oft Live-Musik auf der kleinen Bühne unter dem Pavillon. Im frostigen Winter heizen die Einheimischen mit Schlittschuhen über den gefrorenen Fluss – sogar zur Mittagspause, wenn der Hunger ruft.

Die Willkommens-Poutine von „Skinner’s“
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MUSEUM OF HUMAN RIGHTS: Eindrucksvoll beeindruckend

Mehr als eindrucksvoll ist das Museum für Menschenrechte, das in Kanada höchstes Ansehen genießt und sogar auf dem $10-Schein zu sehen ist. Noch nie habe ich ein derart hochmodernes, vom architektonischen Kopf bis Fuß durchgedachtes Museum gesehen.

„Interaktion“ wird nicht nur im Deutschen großgeschrieben
Die Wege zu den einzelnen Etagen

Vollgestopft, dennoch zu keinem Zeitpunkt überladen kann man sich hier mit der Befreiung von Minderheiten und den Revolutionen über ein unterdrückendes Regime beschäftigen, mal interaktiv, mal symbolisch, doch immer mit höchstmöglicher Sorgfalt präsentiert.

Jedes Detail unterwirft sich einer tiefer gehenenden Bedeutung, bevor der „Aufstieg“ in die Freiheit im lichtdurchfluteten achten Stock, mit tollem Blick auf die Stadt, endet.

Ich empfehle die 90-minütige Tour, die sicher nicht alle Facetten, aber zumindest einen bemerkenswerten Eindruck von dem Gebäude vermitteln kann.

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HERMETIC CODE TOUR: Im Hirn der Freimaurer

Auch wenn es sich erstmal nicht allzu verlockend anhört, ein Parlamentsgebäude zu besichtigen: Die Hermetic Code Tour ist nicht umsonst Kanadas „Pride and Joy“ in Sachen historisch-verwunschener Aufklärung. Dr. Frank Albo entschlüsselt die architektonischen wie symbolischen Schlüssel der Freimaurer anhand des „Legislative Buildings“ in unvorstellbarer Akribie.

Der Schein trügt: Jeder Zentimeter Stein birgt Wissenswertes

Wer nur einen Funken Freude an Filmen wie „Der Da Vinci Code“ oder „Das Vermächtnis der Tempelritter“ hat (oder, wie ich, Nicolas Cage für einen äußerst unterschätzten Schauspieler hält), wird begeistert sein von den Regeln und Chiffren des geheimen Männerbündnisses.

Die haben sich nämlich vollends in Sachen okkulter Mythologie und Philosophie, immer mit König Salomon als Blaupause, ausgetobt.

Das fühlt sich ein klein wenig „verboten“ an, und wenn es ginge, würde ich diese Zeilen flüsternd schreiben. Mehr will ich deshalb auch gar nicht verraten, außer vielleicht: Nach dieser Lehrstunde in Sachen Doppeldeutigkeit wird sich der eigene Blick auf alle kommenden historischen Gebäude verändern. Unbedingt machen!

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EXCHANGE DISTRICT: Alt & Neu

Es lohnt sich, ein paar Stunden im angesagten „Exchange“-Bezirk zu flanieren, der so gekonnt zwischen Street-Art-Moderne und historischem Industrie-Flair schimmert und einen schönen Eindruck vom früheren Winnipeg vermittelt.

Die Wände der alteingesessenen, zum Teil wunderschönen Gebäude – die meisten ehemalige Banken und Warenhäuser von 1880 bis 1920 – bewerben noch immer die handwerklichen Betriebe, darunter säumen Cafés, Ateliers, Restaurants und Designer die Straßen und markieren das Hier und Jetzt.

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ASSINIBOINE PARK ZOO: Verwaiste Eisbären

Der übermotivierte Autor

Üblicherweise würde ich an dieser Stelle keinen Besuch im Zoo empfehlen, aber da die Eisbären, die hier beherbergt sind, als Waisen geholt wurden, die in der Natur nicht überlebt hätten, fühlt es sich dann doch nicht ganz so falsch an, im Assiniboine Park Zoo Tiere hinter Zäunen zu beobachten.

Einzigartig für diesen Zoo ist der „gläserne Tunnel“, über und neben dem sich die Eisbären im Wasser tummeln. So nah würde man den Tieren, zumindest ohne ernst zunehmenden Fleischwunden oder dem Verlust einiger Extremitäten, sonst wohl nie kommen.

Wer Glück hat, sieht außerdem Polarfüchse und – meine absoluten Favoriten! – die behäbigen, dennoch voller Anmut und Glanz daher starrenden Schneeeulen!

Wer mehr zur Herkunft der Eisbären erfahren möchte, sollte Katrin’s Bericht über Churchill und die Eisbären lesen!

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ESSEN, ESSEN, ESSEN: Köstliches Winnipeg!

Winnipegs kulinarische Landschaft blüht förmlich, und jeder kommt hier auf seine köstlichen Kosten. Für zwei Tage empfehle ich folgende, magenfüllende Betätigung:

Frühstück: Der The Forks Market ist immer einen Besuch wert, aber auch das Clementine bringt den Morgen – israelisch angehaucht – zum Strahlen!

Humus, Ei und „ein bisschen Scharf“ im „Clementine“

Mittag: Die beste Poutine gibt’s laut den „Peggers“ im Le Garage (auf dem Rückweg kann man sich in der Fromagerie Bothwell mit Cheese Curds eindecken). Die besten Chicken Fingers im Johnny G’s. Fast! Food!

Merke: „Chicken Fingers“ sehen nur entfernt aus wie die Finger von Hühnchen
Die glorreiche Poutine von „Le Garage“

Zwischendurch: Eis! Winnipeg liebt Eiscreme. Sogar im frostigen Winter stehen die Leute Schlange vor dem Chaeban oder dem BDI, die derweil beide um die Kaltspeisen-Günste der Einheimischen ringen.

Hausgemachte Eiscreme. „Chaeban“ ist berühmt für seine enorm fettige Milch. Der absolute Veganerschreck!

Dinner: Wer es hip mag, dem wird das Deer + Almond gefallen. Hier werden Gerichte zum Teilen serviert, mal urig-kanadisch, mal mediterran. Wer eher klassisch-italienisch drauf ist, der reserviert im Passero im The Forks Market.

Eines der hervorragenden Gerichte im „deer + almond“. Links daneben eine Schale mit Essen.

After-Dinner: Ein oder mehrere ehrliche Bierchen unter Einheimischen kippt man im King’s Head Pub – wer Glück hat, bekommt auf der „Cube Stage“ direkt nebenan, auf dem „Old Market Place“, sogar etwas Live-Musik geboten. Wer auf Craft-Beer steht, schaut am besten im Nonsuch Brewhouse vorbei.

Die Jungs arbeiten ungemein akribisch an ihren Biersorten und scheuen selbst vor dem Malz-Import aus Bamberg nicht zurück, um ihren IPAs und Lagern und Pale Ales und was-weiß-ich die richtige, äußert delikate Würzung zu geben.

In beiden Lokalitäten gibt es übrigens hervorragendes Barfood, falls der nächtliche Appetit dann doch noch erbarmungslos zurückkehrt …

Beer-Tasting in der „Nonsuch Brewery“
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KANUFAHREN IN DEN SEAGRIM LAKES: Wow, wow, wow!

Unverzichtbar und wohl der absolute Höhepunkt meiner Reise: Der zweitägige Kanutrip mit Twin River Travel durch die Seen, Flüsse und Wälder im nördlichen Manitoba im „Nopiming Provincial Park“, ungefähr drei Autostunden entfernt an der Grenze zu Ontario.

Wer die perfekte Mischung aus Entspannung, Bewegung, Action, sitzen, liegen und stehen haben möchte – bitteschön!

Tagsüber geht es aufs Wasser, mit dabei unser Guide Liam, den man sich ohne jeden Zweifel als Paddel-Supermodel auf jeder Ausgabe der „Canoe Weekly“ vorstellen könnte: ein bärtiger, in Form gegossener Vorzeige-Kanadier.

Ein Mann, vier Buchstaben: LIAM

Paddeln ist aber nicht gleich Paddeln, denn um von See zu See zu kommen, muss das Kanu samt seines Inhalts (Gepäck, Menschen) von einer Uferseite zur anderen getragen werden. Das nennt sich „Portage“ und wird französisch ausgesprochen.

Ein Kanu kann man dabei alleine tragen, wenn man denn die „Portage Bump“ – eine kleine, nach vielen Jahren emotionslos-taube Stelle im Nacken – in Kauf nimmt.

Nach der „Portage“ geht es weiter, es folgen ggf. noch ein paar weitere „Portages“, bis man irgendwann, wenn Hunger und Durst sich zu Wort melden, das Zeltlager erreicht. In unserem Fall war das eine Mini-Insel mit ein paar Bäumen, Steinen und Grasflächen für unsere Zelte.

Eine kleine Toilette für großen und kleinen Nöte gibt es auf der Insel auch – den „einzigartigen“ Blick auf die Seen inklusive.

Kulinarisch wird übrigens nicht gelumpt: Über offenem Feuer brutzelten Butter Chicken, Grilled Cheese Sandwiches, Asiatische Gemüsepfannen, Pancakes, Bacon und Eier.

Es hat seinen Grund, warum nahezu jeder Online-Rezensent dieser Tour als allererstes die fantastische Verpflegung lobt.

Liam der Versorger, hier: Mit Butter Chicken

Nach dem postkartenwürdigen, fast schon kitschig-perfekten Sonnenuntergang: Mücken. Unzählige. Gut verpackt lässt es ich aber aushalten, am Feuer, in absoluter Ruhe, unter der mit vollster Sternenpracht gemaserten, schwarzen Himmelsdecke.

Richtig weg wollte ich hier nicht mehr und beneidete Liam dann schon ein ganz klein wenig für das Nahezu-Aussteiger-Leben, als es nach zweimal Schlafen zurück nach Winnipeg ging …

Ich habe leider nichts gefangen & wäre damit ein schlechter Liam

… damit endete auch ein wunderbarer, viel zu kurzer Trip durch die Provinz Manitoba. Gerne wäre ich in den Zug oder Mietwagen gestiegen und einfach weitergefahren.

Falls ihr gerade eure Reise durch das bezaubernde Land plant, denkt also dran, die „Pegger“ zu besuchen – es lohnt sich!

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DIE RESTLICHEN W-FRAGEN: Wo, wann, wie lange und mit was

WANN SOLLTE ICH NACH MANITOBA FAHREN?

Sommer und Herbst machen am meisten Sinn, denn der Winter ist hart, frostig und absolute No-Paddling-Season.

WIE LANGE SOLLTE ICH IN MANITOBA BLEIBEN?

Für Winnipeg empfehle ich zwei bis drei Tage. Die Länge der Touren durch die wunderschöne Natur kannst du dir dann selbst bestimmen, aber aus eigener Erfahrung sollte man immer ein oder zwei Nächte länger einplanen. Es ist einfach wunderschön.

WO WOHNE ICH IN WINNIPEG?

Das Mere Hotel bietet einen schicken Blick auf den Red River, ist sauber, hat zahlreiche USB-Steckdosen auf dem Zimmer und das Cibo Waterfront Café für ein Frühstück oder Bierchen am Abend direkt nebenan. Etwas zentraler, nämlich fast schon in Wurfweite zum The Forks Market ist das Inn at The Forks – allerdings auch eine Spur größer und exklusiver.

WIE ZAHLE ICH IN KANADA?

Nahezu überall wird die Kreditkarte akzeptiert, ATMs gibt es auch zuhauf, um an die Kanadischen Dollar zu kommen. In den Restaurants und Bars sind die Preise übrigens ohne Mehrwertsteuer ausgewiesen – die kommt dann, u.U. mit einer vom Restaurant bestimmten Service-Fee, auf die Rechnung mit drauf.

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Ein großes Dankeschön für die tolle Reise gilt Travel Manitobaund Destination Canada. Vielen Dank auch Sony, die mich wieder mit der bildstarken Alpha 9 ausgestattet haben!

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