Kanada im Winter: Reisebericht zum Roadtrip mit Route

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Lake Minnewanka im Winter

Wolltet ihr schon immer mal mit dem Auto durch die malerischen Landschaften Kanadas fahren? Ich träume immer wieder davon. Da ich gerne auf ungewöhnliche Roadtrips stehe, habe ich nicht wie alle anderen Kanada im Sommer besucht. Nein. Viel besser: Ich habe einen Roadtrip im Winter unternommen!

Warum ich Kanada im Winter empfehlen kann?

Die riesigen Berge der Rocky Mountains liegen im Winter unter einer dicken Schneedecke. Die Straßen sind verschneit und die Äste der Bäume hängen vom Gewicht des Schnees nach unten. Die Hochgebirgskulisse mit den Ausblicken auf die gefrorenen und zugeschneite Bergseen, gigantische Schnee- und Eisfelder gepaart mit Wildnis und unglaublich schönen Skigebieten machen den Reiz noch größer.

Welcher Skifahrer und Snowboarder träumt nicht davon, einmal im Leben diesen Champagne Powder unter seinen Brettern zu spüren? Zum Entspannen gibt es natürliche heiße Quellen, sogenannte Hot Pools!

Natur pur und kaum Touristen im winterlichen Alberta! 

Reiseroute durch die kanadischen Rocky Mountains

Direktflüge aus Frankfurt gibt es mit Air Canada nach Calgary. Daher eignet sich die Stadt als idealer Ausgangspunkt für den Roadtrip. Ab Calgary geht es über Canmore nach Banff über den Bow Valley Parkway nach Lake Louise (alles im Banff Nationalpark) und ab dort über den legendären Icefields Parkway bis nach Jasper (Jasper Nationalpark) bis nach Edmonton. Die Stops: Calgary – Banff Sunshine Village – Banff – Canmore – Lake Louise – Jasper – Edmonton. Rückflug ab Edmonton über Calgary nach Frankfurt.

Eigentlich bietet es sich an den Highway ab Edmonton zurück nach Calgary zu nehmen, um die Einweggebühr für den Mietwagen zu sparen (Wenn du dein Auto am einen Ort anmietest und ihn an einem anderen Ort abgibst musst du eine zusätzliche Gebühr bezahlen, welche als Einwegmiete bezeichnet wird).

Route: Roadtrip von Calgary durch die kanadischen Rockies bis nach Edmonton

Start in Calgary, dem Tor zu den Rocky Mountains über Banff, Lake Louis und Jasper bis nach Edmonton

Die reichste Provinz Kanadas Alberta liegt im Westen der Prärielandschaft Kanadas und grenzt im Süden an die USA. Die größten Städte Albertas sind Calgary und Edmonton, welche zugleich auch die Provinzhauptstadt ist. In Calgary starten die meisten Touristen ihre Reise in die Rocky Mountains, so auch wir.

Nachdem man Calgary verlassen hat, fährt man durch verschneite Prärie, bis man am Horizont plötzlich die Rocky Mountains erblickt. Hier befinden sich die beiden beliebten Nationalparks Banff und Jasper, die jede Menge winterliche Aktivitäten bieten.

Dabei haben wir immer die atemberaubende Naturlandschaften im Blick. Unglaublich schön und so anders als ich es von den sommerlichen Fotos kenne.

  • Tag 1: Ankunft in Calgary
  • Tag 2: Banff, Sunshine Village
  • Tag 3: Banff, Mount Norquay
  • Tag 4: Canmore, Spray Valley Provincial Park
  • Tag 5: Lake Louise
  • Tag 6: Über den Icefields Parkway nach Jasper
  • Tag 7: Jasper, Marmot Basin
  • Tag 8: Jasper, Fahrt nach Edmonton
  • Tag 9: Edmonton und Rückflug über Calgary nach Deutschland

Weitere Artikel zum Winter-Roadtrip in Kanada:

→ Calgary: Ein Tag in Calgary als Start in die Rocky Mountains
→ Kanadische Rocky Mountains im Winter – Winteraktivitäten

icefields-parkway-karte

Ankunft in Calgary und Erkundung von Inglewood

Am Nachmittag des 13. März erreichen wir Calgary. Direkt am Flughafen nehmen wir unseren Mietwagen (einen Allrad SUV) entgegen und checken erstmal im Hotel Arts ein. Da wir nur diesen Nachmittag in Calgary haben, nehmen wir uns ein Taxi und fahren ins  „Canada’s Great Neighbourhood for 2014“: Calgary Inglewood. Calgarys ältestes und hippes Viertel mit vielen kleinen Shops und Läden.

Zuerst gibt es eine Stärkung im The Nash – wo wir köstliches Essen und zur Begrüßung ein lokales Craft Beer trinken.

Wir schlendern den restlichen Nachmittag der Hauptstraße entlang und besuchen den ein oder anderen Laden der noch offen hat. Es ist Sonntag und manche Läden haben bis 18 Uhr geöffnet. Zum Abschluss trinken wir bei Rosso Coffee Roasters einen mit viel Liebe und Zeit zubereiteten Kaffee um den Jetlag zu bekämpfen.

Nach einem kurzen Stop im Hotel geht es gegen Abend wieder mit dem Taxi Richtung 17h Avenue zum Abendessen ins Market. Sehr empfehlenswertes Essen, Weine, Cocktails, Craft Beer und ein tolles Ambiente.

→ Meine Tipps für Calgary hier ansehen

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Bei Rosso Coffee Roasters gibts Kaffee, der mit viel Liebe zubereitet wird. Ideal bei Jetlag!
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Inglewood Knifewear – hier findest du die besten Messer in Calgary
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Kent of Inglewood – alles was Mann braucht
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Calgary Inglewood mit seinen vielen kleinen Shops ist einen Besuch wert / Foto: Shutterstock

Fahrt nach Banff. Schneeschuhwanderung und Snowboarden im Sunshine Village

Am Morgen fahren wir ca. 145 km von Calgary nach Sunshine Village bei Banff. Das Sunshine Village in Banff hat mit der Sunshine Mountain Lodge die einzige Lodge in Kanada, die direkt neben der Skipiste liegt!

Wir checken neben der Talstation in die Lodge ein und treffen Silke, unseren Guide von White Mountain Adventures zum Schneeschuhwandern „On Top of the World in Sunshine Meadows„. Unser Gepäck mit Ski- und Snowboardausrüstung wird in der Zwischenzeit direkt zur Lodge nach oben transportiert.

Infos zum Schneeschuhwanderung und weiteren winterlichen Aktivitäten in den Rockies

Es schneit ganz leicht, die Sicht hält sich in Grenzen. Trotzdem macht es unglaublich Spaß durch den hohen und fluffigen Schnee mit Schneeschuhen zu wandern.

Schneeschuhwanderung in Banff (Sunshine Village)
Es schneit und die Sicht liegt bei 5 Metern. Trotzdem ist es ein Traum über den knirschenden Tiefschnee mit den Schneeschuhen zu gehen
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Traumhafte Landschaft in Sunshine Meadows im Banff Nationalpark

Susi und ich beim Schneeschuhwandern in Sunshine Village (Banff)

Nach einer Stärkung zu Mittag in der Sunshine Mountain Lodge bei offenem Kaminfeuer geht es ab auf die Piste! Equipmentwechsel ist angesagt und die Sonne kämpft sich durch die dicken Schneewolken.

Ab aufs Snowboard!

Den „Champagne Powder“ für das die Leute in den Rockies so stolz sind kann ich zwar nicht testen. Doch ein wenig Pulverschnee liegt dank des anhaltenden Schneefalls auf der Piste. Da in Kanada alles Nationalpark-Gebiet ist, kann jeder tun und lassen was er will. Auch die Pisten zu verlassen. Das mache ich ab und zu, um doch in tieferen Neuschnee zu kommen. So leicht und fluffig war es mir noch nie gefallen, durch Tiefschnee zu fahren. Ein Traum!

Auch die Pisten sind leer – so leer dass ich immer wieder anhalte und mich umschaue. Ich kann es nicht glauben. Breite schöne Pisten. Warum ist Kanada nur so weit weg, denke ich …

Mehr zum Skigebiet und Skifahren findest du in meinem Bericht

Neuschnee im Sunshine Village und leere Skipisten
Es schneit, die Pisten sind leer und die Sonne kommt leicht raus. Was will ich mehr?

Banff Sunshine Village und ich auf der leeren Piste
Leere Skipisten – in Alberta (Kanada) garantiert. Egal in welchem Monat. Ein Traum ist auch der fluffige Powderschnee.

Aprés Ski im Hot Pool!

Nach dem sportlichen Tag wechseln wir nach dem Snowboarden nur kurz die Kleidung, um Aprés Ski auf kanadische Art und Weise zu erleben: Im Hot Pool direkt neben der Skipiste. Leider haben wir nicht – wie alle anderen – unsere kühlen Getränke dabei. Hätten wir das gewußt…

Mein Fazit: Diese Art Aprés-Ski gefällt mir viel besser als Hüttengaudi mit schlechter Musik.

Unterkunft-Tipp: Sunshine Village Lodge. Die einzige Lodge direkt an der Skipiste. Vom Bett aus kann ich direkt auf Liftanlagen und Skipiste sehen.

Sunshine Village Lodge Zimmer mit Blick auf SkipisteSnowboarden am Mount Norquay, Banff und die Upper Hot Springs

Nach dem Frühstück checken wir aus und fahren mit der Gondel wieder zur Talstation in Sunshine Village. Unser Gepäck wurde schon bereitgestellt. Also können wir direkt ins nächste Skigebiet Mt. Norquay, dem Hausberg in Banff, aufbrechen.

Das Skiegebiet Mount Norquay liegt direkt vor Banff und gehört mit Sunshine Village und Lake Louise zu den „Big 3“. Zusammen bieten diese Gebiete einen Skipass an, von dem wir natürlich auch Gebrauch machen. Ideal für einen Roadtrip, um alles zu testen.

Besonders gut gefallen hier die Panoramablicke auf die Berge.

Skifahren Kanada Mt Norquay Panorama Banff
Mt. Norquay – Skifahren am Hausberg von Banff mit einem wundervollen Panoramablick
Skifahren Kanada Mt. Norquay Familienskigebiet
Mt. Norquay ist als Familienskigebiet bekannt. Trotzdem gibts hier Pisten für alle Stufen an Können – von Anfänger bis Buckelpisten und Fun Parks

Die Pisten sind okay, genauso leer wie im Sunshine Village, wecken in mir aber nicht das „wow“-Erlebnis. Das Gebiet liegt nicht so hoch, daher sind die Pistenverhältnisse eher wie bei uns und leicht eisig. Das Mittagessen in der Hütte ist klasse.

Auf dem Rückweg fahren wir zum zugefrorenen Lake Minnewanka und dem Johnson Lake. Auch im Winter bieten sich hier tolle Ausblicke, es ist atemberaubend schön.

Johnson Lake zugefroren im Winter - wunderschön
Der Johnson Lake im Winter – die Eisschicht ist dick. Als das Eis ächzt und sich in Entfernung ein Riss bildet, gehe ich ans Ufer

Ich harre aus, bis plötzlich das Eis unter mir zu ächzen beginnt und sich einige Meter weiter ein Riss auftut. Schnell gehe ich zurück zum rettenden Ufer, auch wenn ich noch auf einer meterdicken Eisschicht stehe. So ganz geheuer ist mir nicht.

Der Lake Minnewanka fasziniert mich nicht weniger und ich beschließe, dass ich unbedingt im Sommer zurückkommen muss.

Lake Minnewanka im Winter

Gefrorener Lake Minnewanka im Winter
Ich genieße die Stille und Ruhe. Keine Touristen weit und breit. Wir sind alleine am gefrorenen Lake Minnewanka.

Beim Weg zurück nach Banff beschließen wir, die Tunnel Mountain Road entlang zu fahren. Leider sind Teile davon im Winter gesperrt, so müssen wir umkehren.

Also erkunden wir den Ort Banff und shoppen günstige Winter- und Outdoorklamotten. Tipp: Hier gibt es alle Marken von Columbia bis Patagonia – und oft reduziert. Ich habe großzügig eingekauft und dabei viel Geld gespart.

Zum Entspannen geht es in die heißen Quellen der Banff Upper Hot Springs. Übernachen werden wir heute in The Fox Hotel & Suites in Banff.

Hot Springs in Banff - perfekt nach einem Skitag
Upper Hot Springs in Banff – hier kannst du nach einem Skitag entspannen

Eine Fahrt im Hundeschlitten und Übernachtung im Backcounry der Mount Engadine Lodge

Bist du schonmal Hundeschlitten gefahren? Ich bis heute auch nicht. Daher war ich schon am Frühstück aufgeregt. Wir fahren nach Canmore/Kananaskis, um mit Howling Dog Tours im Backcountry eine Tour zu unternehmen.

Zuerst geht es durch den Spray Valley Provincial Park zur Mount Engadine Lodge, wo wir heute Nacht verbringen werden. Die Straßen sind recht frei vom Schnee und somit gut befahrbar. Auch die unbefestigte Schotterstraße ist leicht befahrbar. Wir halten oft, um die Ausblicke von der Straße, die sich in Serpentinen die Berge hinauf windet, festzuhalten. Daher benötigen wir 1,5 Stunden bis wir an der Lodge ankommen.

spray-valley-provincial-park

strasse-spray-valley-provincial-parklKurzes Ausladen und umziehen. Bei Tee und einem kleinen Snack genießen wir die Aussicht auf den zugefrorenen See an der Mount Engadine Lodge, ehe wir zur Hundeschlittentour aufbrechen. In dieser Region wurde übrigens ein Teil von „The Revenant“ mit Leonardo DiCaprio gedreht.

Vor Beginn der Tour werden wir in Gruppen eingeteilt und dürfen danach die Hunde begrüßen und anleinen. Ich habe den Job, die Leine zu halten, bis Musher Teddy alle Hunde am Schlitten angeleint hat. Die Tour ist aufregend, auch weil ich einen Teil der Strecke neben dem Teddy stehen kann und somit den Schlitten lenke.

Mehr Infos & Bilder zur Hundeschlittenfahrt im Spray Lake Park

hundeschlittenfahren-canmore-spray-lakesDen Abend verbringen wir in der urigen Mount Engadine Lodge zusammen am großen Tisch mit anderen Gästen. Der Kamin ist an und wärmt uns. Ein Besuch der Saune wäre möglich, aber ich bin einfach zu müde.

Unterkunft-Tipp: Mount Engadine Lodge

mount-engadine-lodge-zimmerLake Louise Ski Resort und ein Spaziergang auf dem zugefrorenen See

Es geht ins nächste Skigebiet: Lake Louise Ski Resort! Zuerst müssen wir nach Banff fahren. Ab hier befahren wir den alten Bow Valley Parkway (viel schöner) bis Lake Louise (ca. 57 km).

Wir fahren direkt ins Lake Louise Ski Resort. Den Ski-Fans bekannt durch Weltcup Abfahrten. Auch hier finde ich breite Pisten jeglichem Schwierigkeitsgrades mit perfekten Bedingungen vor. Zur Mittagspause speisen wir im Sushi-Restaurant.

In Kanada ist Streß ein Fremdwort. Auf unseren Skipisten ein Fremdwort. Es wird am Kamin gestrickt, Bücher gelesen und stundenlang gegessen. Trotzdem treibt es uns nach dem leckeren Sushi wieder hinaus auf die Piste.

Mehr Infos zum Skifahren in Lake Louise hier

Skifahren Kanada Lake Louise Banff Skiresort
Der Funkpark in Lake Louise hat dazu so einiges zu bieten!

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Danach sind wir noch nicht müde, denn Susi möchte mir unbedingt noch den Lake Louise und das berühmte Chateau zeigen. Nicht das berühmte Fairmont Chateau Lake Louise Hotel. Nein, denn im Winter wenn der See gefroren ist, steht darauf ein Schloss aus Eis. Kinder spielen Eishockey, andere drehen so ihre Pirouetten auf dem Eis. Wir schauen uns das ganze an und spazieren auf der dicken Eisschicht des Lake Louise.

Ein Winter Wonderland wie es schöner nicht gemalt werden könnte.

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Ice Castle auf dem Lake Louise
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Eislaufbahnen und Eishockeyspielen in der Natur auf zugefrorenen Seen – in Kanada findest du dies überall.

Lake Louise im Winter zugefroren und idyllischÜbernachtungs-Tipp: Baker Creek Lodges & Chalets

Die kleine Anlage liegt direkt am Bow Valley Parkway und besteht aus vielen kleinen Blockhütten. Es gibt ein Restaurant (leckere Burger und Wein) für Leute wie wir, die nicht kochen möchten. Die Blockhütte hat aber auch eine Kochzeile für Selbstverpfleger. Ich mag den Kamin, so dass die Hütte schnell auf angenehme Temperaturen gebracht ist.

Über den Icefields Parkway nach Jasper

Heute fahren wir von Lake Louise über den legendären Icefields Parkway bis  Jasper (233 km). Die Fahrt ist noch spektakulärer als alles, was ich bis heute von den Rockies gesehen habe. Da Susi auch schon im Sommer hier war, weiß sie genau, welche Stopps wir einlegen müssen und ich weiß: Diese Fahrt dauert länger.

Wir haben einen strahlend blauer Himmel, die -12°C Grad fühlen sich dadurch wärmer an. Kurz nach unserer Unterkunft halten wir, um den ersten Stop am Bow Valley Parkway einzulegen. Es sind kaum Autos unterwegs, somit können wir uns Zeit lassen.

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Bow Lake

Am Bow Lake legen wir den nächsten Stop ein. Der Weg zum See durch den Tiefschnee ist wunderschön. Die Sonne wärmt uns, während wir die Ruhe am zugefrorenen und verschneiten See genießen. Außer vier Skitoutengeher – die sehr fit und profesionell aussehen – ist hier kein Mensch. Anscheinend wimmelt es im Sommer von Touristen. Für mich gerade unvorstellbar.

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Peyto Lake – absolutes Must-see

Der nächste Stop ist ein „Must see“: Der Peyto Lake, der von oben aussieht wie ein Coyote. Wir parken das Auto und gehen über den für uns im Schnee nicht sichtbaren Weg bergauf, um zum View Point zu gelangen. Im tiefen Schnee komme ich ein wenig ins Schwitzen. Der Ausblick entschädigt für die kleine Anstrengung (ok so schlimm war es nicht).

View Point am Peyto Lake Icefields Parkway im Winter

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Waterfowl Lake

Es folgt der Waterfowl Lake mit einem unglaublichen Blick auf die Gebirgskulisse. Wow! Da der See direkt an der Straße liegt bleiben wir sitzen und genießen einen Snack im Auto bei diesem genialen Ausblick.

Howse Pass

Am Howse Pass auf der Höhe von Saskatchewan River Crossing legen wir den nächsten Stopp ein, um die Aussichtspunkte abzugehen. An diesem Pass münden die drei Flüsse North Saskatchewan, Mistaya und Howse River. Der Howse Pass gilt als einer der wichtigsten Ost-West-Verbindungen in den Rocky Mountains, die schon von Siedlern genutzt wurden. Von hier haben wir einen Ausblick auf das weitläufige Tal. Infotafeln klären uns über die geografische und geschichtliche Bedeutung dieses Ortes auf.

kanada-icefields-parkway-howse-pass

kanada-icefields-parkway-howse-pass-ausblickAthabasca Gletscher

Wenige Kilometer später folgt das Highlight: Der Athabasca Glacier, ein kleiner Teil des riesigen Columbia Icefields. Davor passieren wir den Eingang zum Jasper National Park. Das Eisfeld ist im Winter kaum auszumachen, da alles vom Schnee bedeckt ist. Trotzdem würde ich am liebsten in einen Helikopter steigen, um das Ausmaß des Columbia Icefields zu sehen. Irgendwann beim nächsten Besuch denke ich mir heimlich.

Leider ist das Besucherzentrum im Winter geschlossen. Man könnte zu Fuß bis zum Ende der Gletscherzunge gehen. Doch der eisige Wind, der mir um die Ohren pfeift ist brutal. Nur 2 Minuten ohne Handschuhe zum Fotos schießen und die Finger sind taub. Ich gehe weiter und kehre nach wenigen Minuten um. Keine Chance. Auf Schildern kann ich mit Erschrecken das erkennen was wir alle wissen: Der Klimawandel macht auch hier keinen Halt. Der Gletscher hat sich in den letzten Jahren stark zurückgezogen.

Athabasca Gletscher Highlight am Icefields Parkway
Der Athabasca Glacier erstrahlt in der eiskalten Winterlandschaft – der Wind ist wirklich das mit Abstand kälteste das ich seit langem erlebe

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Athabasca Falls

Ehe wir Jasper erreichen legen wir einen letzten Stop bei den Athabasca Falls ein. Im Sommer tosend im Winter herrscht hier Stille. Denn die Falls sind fast komplett eingefroren. Die Wege übrigens auch. So schlittern wir von Geländer zu Geländer.

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Dann sind wir auch schon in Jasper. Über fünf Stunden haben wir am Ende für die wunderschöne Panoramastraße benötigt.

Übernachtungs-Tipp für Jasper: The Crimson an der Hauptstraße von Jasper. Das hört sich jetzt schlimmer an als es ist. Das Hotel ist neu, wir haben ein riesengroßes Zimmer mit Ausblick auf Berge und die Eisenbahnstrecke. Ja genau. Ich schaue immer wieder fasziniert zu, wenn ein langer Zug – also richtig lang – ungefähr 15 -20 Minuten lang vorbei fährt.

Ein vorbei fahrender kilometer langer Zug in JasperJasper – Marmot Basin auf dem Snowboard erkunden

Heute haben wir uns vorgenommen, den ganzen Tag in Jaspers Skigebiet Marmot Basin auf dem Snowboard herumzucruisen. Das Gebiet scheint kleiner als die berühmten Nachbarskigebiete in Banff. Es ist weniger los – trotz Wochenende – und trotz wenigen Liftanlagen sind die Möglichkeiten wieder unbegrenzt. Von jedem Lift gegen so viele Strecken ab, dass wir uns nie entscheiden können und spontan darauf losfahren.

Mehr Infos zum Skifahren in Marmot Basin (Jasper) hier

Skifahren Kanada Marmot Basin Katrin und Susi
Susi freut sich, dass eine Abfahrt (fast) nach ihrem Namen benannt ist – Marmot Basin (Jasper)

Am späten Nachmittag erkunden wir Jasper und klappern auch hier den ein oder andernen Outdoor-Laden ab. Es gibt zahlreiche Läden, Cafés, Bars und Restaurants. Fürs Abendessen gucken wir uns einen gemütlichen Pub mit eigener Brauerei im Keller aus: Jasper Brewing Co. Hier esse ich natürlich nochmal einen Burger und probiere das vom Braumeister persönlich empfohlene Craft-Bier. Er stellt uns sogar eine Selection auf den Tisch: Sechs Gläser, damit wir alle Sorten testen können.

Auf den Fernsehern läuft natürlich Eishockey – klar.

Bierprobe in der Jasper Brewing CompanyJasper (Ice Canyon Walk) und Edmonton (Eishockeyspiel)

Bevor es nach Edmonton geht, betätigen wir uns beim Maligne Ice Canyon Walk sportlich. Im Rahmen einer geführten Tour erhalten wir erstmal Steigeisen, die wirklich nötig sind. Der Maligne Canyon – im Sommer ebenfalls überfüllt, zieht im Winter nur wenige Touristen an. Völlig zu unrecht. Denn der gefrorene sonst tosende Gebirgsbach ist faszinierend schön.

Nach dieser Wanderung müssen wir uns vom Jasper National Park und den Rocky Mountains verabschieden. Schnell ziehen wir die Skiklamotten aus und fahren die ca. 365 km bis Edmonton. Denn wir haben heute noch ein Date!

Alles zum Ice Walk in Jasper nachlesen

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Beim Icewalk im Maligne Canyon habe ich meine Spikes getestet – zum Eisklettern war das Eis schon zu brüchig

Viel zu spät kommen wir in Edmonton im stylischen Metterra Hotel an. Ein Zeit für die Erkundung des trendigen Viertels um die Whyte Avenue und Old Strathacona bleibt uns leider nicht. Die Zeit drängt, denn Mitarbeiter vom Tourism Board in Edmonton haben uns zum Abendessen in der Stadt eingeladen, ehe sie mit uns zum Eishockeyspiel der Edmonton Oilers fahren. Das ist ein wenig schade, denn hier sind viele kleine Shops, Bars und Cafés. Doch unser Abendessen findet Downtown im Zentrum statt. Auch hier gibt es sehr hippe Adressen. Zum Beispiel das Woodwork, eine Mischung aus Bar und Restaurant.

Es sind schon einige Eishockeyfans in Fanshirts anwesend – Kanada ist eben doch das Mutterland des Eishockey. Wir bestellen viele kleine Gerichte und teilen alles gemeinsam.

Danach müssen wir uns sputen, den die Zeit zum ersten Bully naht. Wir nehmen die U-Bahn bis zum Stadion und entern unsere Plätze in einer Loge. Bei bestem Blick erleben wir leider eine Niederlage des Traditionsvereins um den Deutschen Leon Draisaitl. Die Stimmung im Stadion Rexall Place ist anders als in Deutschland. Viel wichtiger ist das Entertainment in den Unterbrechungen. Aber das habe ich schon vor Jahren beim Baseball erlebt.

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Ich konnte eines der letzten Spiele der Oilers in der alterwürdigen Rexall Hall ansehen.

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Edmonton – Shoppen in der West Edmonton Mall und Rückflüg nach Deutschland

Am Morgen sind wir im Shopping Rausch: Die West Edmonton Mail ist die größte Mall in Nordamerika und wir sind mittendrin. Nachdem wir unsere Einkäufe im Koffer verpackt haben, geht es schnell zum Flughafen in Edmonton. Mietwagen abgeben und ab in den Flieger. Zuerst nach Calgary und dann mit einem Nachtflug von Air Canada direkt nach Frankfurt.

Einreisebestimmungen: Visum für Kanada

Ab dem 15. März brauchst du auch für Kanada ein eTA (Elektronische Reisegenehmigung – Electronic Travel Authorization) – ähnlich dem ESTA in den USA. Das Visum kannst du auf der offiziellen Webseite von Visit Canada beantragen. Die Einreisegenehmigung ist fünf Jahre gültig, oder bis zum Ablauf des Reisepasses, wenn dieser davor seine Gültigkeit verliert.

Die offizielle Info lautet:

„eTA – electronic Travel Authorization/elektronische Einreisegenehmigung ist eine neue Einreisebestimmung für ausländische Staatsangehörige, die nicht visapflichtig sind und mit dem Flugzeug nach Kanada reisen. Die Genehmigung ist elektronisch mit ihrem Reisepass verlinkt und gilt für einen Zeitraum von maximal fünf Jahren oder bis zum Ablaufdatum Ihres Reisepasses.“

eta für kanada

Da Aussagen widersprüchlich sind, wurde uns von offizieller Seite (Travel Alberta) geraten, ein eTA Antrag zu stellen. Das Visum kostet 7 CAD (ca. 4.75 €).

Daten und Fakten zu Alberta

Albert liegt im Westen Kanadas. Die Hauptstadt ist Edmonton, die größte Stadt aber Calgary mit knapp über 1 Millionen Einwohnern. In Alberta dominieren vor allem die Ausläufer der Rocky Mountains, im Osten findet man weitgehend Prärieland.

Durch sein Ölvorkommen ist Alberta übrigens die reichste Provinz Kanadas.

Kanada Karte Übersicht

Diese Reise findet zusammen mit Travel Alberta statt, die mich zu dieser Reise eingeladen haben. Meine Meinung und Tipps sind trotzdem meine Erfahrungen, die davon nicht beeinflusst werden.

Hast du weitere Tipps für einen Roadtrip durch Alberta, Calgary, Edmonton, Banff oder Lake Louise? Hinterlasse einen Kommentar:

8 KOMMENTARE

  1. hallo Katrin,
    dein Vorhaben hört sich echt spannend an! Ich habe schon von Vielen gehört, dass Kanada ein echtes Muss-Reiseziel für alle Natur-und Entspannungsliebhaber sein soll :) ich wünsche dir ganz viel Spaß und freue mich schon auf deinen tätsächlichen Kanada-Reisebericht …liebe Grüße aus Seis

  2. Wow, das ist ja eine tolle Reiseroute – da werde ich schon fast neidisch.
    Die kanadischen Rocky Mountains und das vor allem im Winter. Unglaublich. Da möchte ich gleich meine Ski einpacken und mich zu dir ins Gepäck reinschmuggeln.
    Ich wünsche dir eine unvergessliche Zeit auf deinem Roadtrip über den Icefields Parkway sowie viele schöne Tage im Schnee. Ach muss das herrlich sein!
    Ich freue mich schon auf deine Reiseberichte und vielleicht kannst du etwas Schnee nach Österreich schicken ;-)
    Viele Grüße
    Dori

    • Hallo Alex,

      wir waren ab und bis Calgary insgesamt 10 Tage unterwegs. Den Icefield Parkway kannst du schnell durchfahren oder sogar noch langsamer als wir es getan haben. Im Winter kommt man zu vielen Seen nur per Wanderung hin, da die Zufahrtsstraßen gesperrt sind. Es kommt auch darauf an was du machen möchtest: Skifahren? Dann evtl. noch länger an einem Ort bleiben. Sunshine Village fand ich ein wunderschönes Skigebiet.

      Grüße Katrin

  3. Hallo Kathrin,

    bei der Planung für unsere Alberta-Rundreise Ende September bin ich auf Deine Artikel gestoßen – super informativ.
    Nach den vielen Infos über Calgary – kannst Du auch was über Edmonton sagen?
    Grüße
    Claudia

    • Sollte mal den Artikel dazu fertig machen. Edmonton hat ein paar tolle Ecken und ich war natürlich beim Eishockey. War leider nur einen Nachmittag/Abend dort und bin am nächsten Tag nach dem Shoppen in einer riesigen Mall wieder Richtung Deutschland geflogen.

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