Bulgarien Roadtrip – 5 Gründe dafür inkl. Reiseroute

Eine Reise nach Bulgarien? Die Zeit ist reif. Wer bei meiner Ankündigung, einen 5-tägigen Roadtrip durch das Balkan-Gebirge Bulgariens zu unternehmen den Kopf schüttelte, hat sich entweder noch nicht mit dem Land befasst und noch nichts von seiner Schönheit gehört, oder er war selbst schon mal da gewesen. Denn Kopfschütteln in Bulgarien heißt soviel wie „Ja“, Nicken heißt „Nein“.

Auf meinem 5-tägigen Roadtrip bin ich von Sofia aus knapp 700 km durch das Balkan-Gebirge und wieder zurück gefahren. Klar muss man hier nicht jede Kirche und jedes Kloster besichtigen (diese sind wirklich an jeder Ecke zu finden). Das habe ich auch nicht gemacht.

Touristen sind willkommen, immer mehr Sehenswürdigkeiten werden erschlossen (wenn auch an vielen Orten nur Schilder in kyrillischer Sprache stehen), Hotels und Restaurants sind vorhanden. Die Straßen sind sehr gut ausgebaut, was einem Roadtrip nichts mehr im Wege stehen lässt oder?

Der Reiz an Bulgarien ist die Vielfalt und der Kontrast zwischen Städten, Dörfern und der Natur. Auch die oft trist erscheinende Kulisse erstrahlt auf den zweiten Blick zu neuem Glanz. Der Spagat zwischen Ostblock, Westeuropa und Orient hat für mich auch eine gewisse Faszination für das Land entfacht.

Reiseroute durch Bulgarien

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6 Gründe die für einen Roadtrip durch Bulgarien

1. Bulgarien ist unbekannt, unterschätzt und (noch) nicht überlaufen

Ein in Europa oft unterschätztes Land, hatte mich direkt nach der Ankunft in Sofia in seinen Bann gezogen. Ein relativ junges Mitglied in der EU, nördlich von Griechenland und der Türkei gelegen, ist Bulgarien ein immer beliebter werdendes Reiseziel mit für uns günstigen Angeboten. Dazu ohne von Touristenmassen überlaufen zu sein.

Das Land an der Schwarzmeerküste ist überraschend abwechslungsreich. Bulgarien hat viel mehr zu bieten als kilometerlange feine Traumstrände. Abseits von Goldstrand, Meer und Sonne kannst du die Vielfalt und vor allem ein kontrastreiches Bulgarien erleben:<

Kontraste zwischen Tradition und Moderne in den Städten und auf dem Land. Die Spuren des Kommunismus und die damit verbundene Geschichte Bulgariens durch Skulpturen, Denkmälern und Sehenswürigkeiten. Im Kontrast dazu spriesen moderne Gebäude aus dem Boden – noch nicht sehr zahlreich, dafür immer schneller und höher.

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Kultur, gutem Essen und architektonischen Meisterleistungen ist dir hier sicher. Langweilig wird es nicht. Ob auf den Spuren der Thrakern bei Kazanlak, dem Besuch des Tals der Rosen, eine Kostprobe der bulgarischen Weine oder die bulgarischen Spezialitäten die mich mit Übergewicht nach Hause fliegen lesen (und damit meine ich nicht mein Gepäck).

In der Hauptstadt Sofia kannst du die Nächte zu Tage werden lassen und in den Nachtclubs durchfeiern, die auch mal in ehemaligen Bunkern angesiedelt sind.

Wenn du es lieber ruhiger magst, findest du das Kontrastprogramm in den Bergen des Balkan-Gebirges. Ob beim Wandern, Mountainbiken oder Klettern. Hier findest du zahlreiche Möglichkeiten aktiv zu werden oder einfach nur die Natur mit seinen tiefen Schluchten zu genießen.

Im Balkangebirge findest du ursprüngliche Bergdörfer und eine Gelassenheit, die ich mir in Deutschland oftmals herbeisehnen.

Hier ticken die Uhren noch anders...eines der Bergdörfer welches wir passiert haben
Hier ticken die Uhren noch anders…eines der Bergdörfer welches wir passiert haben

2. Sofia – eine spannende Hauptstadt im Wandel

Vergleicht man die Hauptstädte in Europa ist Sofia noch ein echter Geheimtipp für mich.

Die Hauptstadt Sofia liegt am Rande des Vitosha Gebirges, nur knapp 2 Flugstunden von Berlin entfernt. Die Stadt bietet dir eine bunte Abwechslung aus Moderne (vor allem mit seiner Street Art) und tristem Ostblockcharme.

Sofia eignet sich als idealer Ausgangspunkt für einen Roadtrip: Zahlreiche Hotels und Unterkünfte in den besten Lagen über Airbnb, sowie trendige, gemütliche und oft versteckte Cafés, Bars und Restaurants bieten dir die perfekte Einstimmung auf deine Reise. Sehenswürdigkeiten und Kuriositäten gibt es ebenso in Hülle und Fülle.
Mehr über Sofia erfährst du hier.

Nationaltheater Iwan Wasow in Sofia
Nationaltheater Iwan Wasow. Hier treffen sich Jung und Alt zum Tanzen. Musik kommt dabei aus einem alten Grammophon

3. Bulgarisches Essen: Einfach lecker!

Die Küche Bulgariens ist stark aus der osmanischen Zeit beeinflusst. Daher beinhaltet die typische Balkanküche Gerichte wie Jogurt, Paprika und Fleischbällchen. Viele Gerichte findest du oft sehr ähnlich in Griechenland, der Türkei und anderen Nachbarländern.

Hier schmeckt Gemüse wie es schmecken soll: Frisch und saftig. Vor allem Tomaten gibt es in roter, rosa und schwarzer Form. Diese rosa farbene Tomate findest du nur in Bulgarien. Der Geschmack ist unschlagbar. Unbedingt probieren!

Paprika gegrillt, eingelegt oder gefüllt ist ebenso fester Bestandteil des Essens wie Fleisch: Gegrilltes wie Fleischbällchen kyufte und kebapche gehören zur Balkanküche und Fleischliebhaber kommen in Bulgarien auf ihre Kosten.

Besonders köstlich fand ich den berühmten shopska-Salat und die kalte Gurkensuppe Tarator. Dazu ein Gläschen rakia (traditioneller Schnaps) oder bulgarischen Wein, der traditionell schon zum Salat getrunken wird – Prost – na zdrave!

Essen wird in Bulgarien zelebriert und dauert öfter ein paar Stunden. Ich liebe diese Esskultur die eine langwierige Angelegenheit sein kann. Auch bin ich froh, dass sich Fast Food nie so richtig in Bulgarien durchsetzen konnte.

Frühstück wird übrigens nicht so wichtig genommen. Daher nicht wundern, wenn die Angebote an Frühstück eher spärlich sind.

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4. Bulgarischer Wein

Vom Essen zum Wein. Bulgarien gehört zu den größten Ländern der Weinerzeugern. Hast du das gewußt? Nein? Ich auch nicht. Ich lebe in Heilbronn, wo auch sehr viel guter Wein angebaut wird. Aber die bulgarischen Weine haben mich alle überzeugt. Bulgarien wird als Weinland total unterschätzt. Völlig zu unrecht.

So sehr, dass ich die maximal erlaubte Menge mit nach Deutschland transportiert habe …

Probieren: Wein aus der Region Haskovo. Bevorzugt: Mavrud. Auch Merlot aus der Thrakischen Ebene ist eine Kostprobe wert. 

5. Landleben, Tradition und Handwerk in Bulgarien

Während sich Sofia längst auf dem Weg Richtung Westeuropa befindet, scheint auf dem Land oftmals die Zeit stehen geblieben zu sein. Sowohl architektonisch als auch in den Köpfen der Menschen hat der Kommunismus noch Spuren hinterlassen.

Pferdekarren die sich ihren Weg durch den Verkehr bahnen und Frauen die selbstgemachtes Handwerk am Straßenrand verkaufen ist keine Seltenheit. Die Plattenbauten und kaputten Straßen will man uns gerne verheimlichen, doch auch das ist Bulgarien.

In Bulgarien muss man wirklich nicht jedes Museum und jede Sehenswürdigkeit besucht haben. Der Besuch des Freilichtmuseums Etar bei Gabrowo hat mich begeistert. Hier wurde das ursprüngliche Dorf Gabrowo nachgebautArchitektur, Lebensweise und das Handwerk aus der zweiten Hälfte des 18. und 19. Jahrhunderts gilt es hier zu besichtigen.

Du kannst den Handwerken in ihren Werkstätten mit den damaligen Begebenheiten und vorhandenen Werkzeugen beobachten. Du findest hier unter anderem einen Schmied, eine Holzschnitzerei, eine Töpferei, eine Ikonenmalerei, eine Messerschmiede, eine Weberei und Kürschnerwerkstatt.

Außerdem gibt es zahlreiche Wasserräder und -mühlen.

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6. Natur des Balkangebirges in Bulgarien

Fast überall findest du grandiose Aussichten in Täler und tiefe Schluchten, vor allem vom höchsten Punkt auf dem Berg Botev (2376 m). Kleine malerische Dörfer in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint und gastfreundliche Menschen die dich an ihren Tisch bitten. Und diese Natur.

Die Artenvielfalt im Balkan zählt zu den größten Europas. Naturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten.

Bild Tal der Rosen (Karlovo Kazanlak) Blütenmeer im Mai und Juni

Im Nationalpark Zentralbalkan wachsen 20 Pflanzenarten, die du nirgendwo anders auf der Welt finden wirst. Auch deshalb wurde dieser Park als UNESCO Kulturerbe geschützt.

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Beste Reisezeit für Bulgarien

Bulgarien liegt im südlichen Osten Europas. Das Klima ist je nach Region eine Mischung aus Mittelmeerklima und einem kühlen kontinentalen Klima. An der beliebten Schwarzmeerküste gibt es heiße Sommermonate und einen milden Winter.

In der Tiefebenen und Küste sind die Sommermonate warm und oft richtig heiß. Speziell im Landesinneren wird es heiß und drückend, im Winter kann es hier dagegen sehr kalt werden. Es regnet hier das ganze Jahr gleichmäßig wenig.

Die Schwarzmeerküste ist sehr beliebt. Vor allem während den Sommerferien zur Hauptreisezeit im Juli und August sind die Tage am wärmsten. Leider sind dann auch sehr viele Touristen an der Küste unterwegs. Zum Baden sind die Monate Mai – Oktober geeignet. Das Wasser am Schwarzmeer ist dann angenehm warm.

Die beste Reisezeit für Sofia hier nachlesen.

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9 Kommentare

  • Dein Artikel ist lesenswert und informativ. Schöne Gestaltung und gute Foto Impressionen. Auf der diesjährigen PROWEIN habe ich schon einige Roséweine aus Bulgarien gekostet. Deshalb möchte ich auch gerne mit dem Auto das Land bereisen und weitere Weingüter kennenlernen. Hast Du Deine besonderen Favoriten ? Danke für diesen Artikel!

  • Toller Artikel, mich zieht es auch nach Bulgarien und möche auch eine Rundreise mit dem Auto machen. Wie lange warst du unterwegs? Was waren deine Higlights? Liebe Grüße, Lisa

  • Ich würde auf jeden Fall die echte Kulturhauptstadt des Landes, Plovdiv, empfehlen. Mit Auto/Bahn/Bus bequem in 2 Std. von Sofia zu erreichen. Die Stadt ist sehr alt, für Landesverhältnisse reich und gepflegt. Viele Künstler, Musiker und eine gut erhaltene Altstadt sind unvergesslich.

  • Sehr ansprechender Bericht, der Land und Kultur treffend beschreibt. Persönlich würde ich in meine Route immer einen Abstecher ans Schwarze Meer integrieren. Zum Beispiel lohnt sich ein Besuch des Kurorts Sweti Konstantin wenige Kilometer nördlich von Warna oder entspannen an einem Naturstrand abseits von Massentourismus „Asparuhovo“ im Süden von Warna.

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