*Werbung* Die Highlights an Bulgariens Schwarzmeerküste

Städte, Steilküsten, Shopska: Bulgariens wunderschöne Ostküste am Schwarzen Meer

Bulgarien kann mehr als Strandpartytourismus. Die von vielen liebevoll als „Bulgarische Riviera“ bezeichnete Schwarzmeerküste ist durchzogen von beeindruckenden Steilküsten, historischen Sehenswürdigkeiten und kulturellen Eigenarten, die es zu entdecken lohnt – auf geht’s!

Einleitung

Bulgarien kenne ich vorrangig durch Erzählungen meiner Eltern. Damals, zu DDR-Zeiten, war das Land ein beliebtes wie erschwingliches Reiseziel und noch weit davon entfernt, dem Sauftourismus von Abifahrten und Junggesellen- und Junggesellinnenabschieden eine unverdiente Plattform zu bieten.

Umso mehr freute ich mich auf diese Reise, rief sofort meine Mutter an und holte mir mein erstes, Vorfreude-steigerndes Landesbild ab: das kristalline, strahlend blaue Wasser der Schwarzmeerküste, die Berge und Felsen des Rila- und Balkan-Gebirges, in denen Opa schon im Winter Ski fuhr, die trubeligen Städte, das deftige Essen und die diverse Weinkultur – spätestens bei den letzten beiden Punkten legte ich mein Telefon zur Seite (sorry Mutter!), formatierte die SD-Karte, setzte mich auf Pre-Radikaldiät und packte meinen Koffer.

Hier präsentiere ich euch meine Highlights der Ostküste des Landes!

Kap Kaliakra & Jailata

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Nur eine Fahrtstunde entfernt von der Hafenstadt Warna liegt das Kap Kaliakra. Diese geschichtsträchtige wie über Jahrtausende schwer umkämpfte Landspitze war bereits im 4. Jahrhundert v. Chr., spätestens aber mit dem Bau der namensgebenden Festung Kaliakra ein militärisch als auch handelswirtschaftlich enorm begehrtes Gebiet, um das sich zahlreiche Legenden ranken.

Eine äußerst eindrückliche ist die von der jungen Dame Kaliakra und ihrer 39 langhaarigen Jungfrauen. Um sich nicht der Eroberung der Türken auszusetzen und in einem Harem zu enden, überredete Kaliakra sie dazu, ihre Haare zusammenzuknüpfen und sich alle gemeinsam von den Klippen ins Meer zu stürzen. Hui.

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Neben den eindrucksvollen Felsenküsten, jahrhundertealten Statuen und einem wirklich sommerlich-putzigem Restaurant lohnt es sich, die kleine Führung in einer zu einem Mini-Museum umgebauten Höhle – von denen es unzählige gibt – mitzumachen.

Knapp 20 Kilometer nördlich, in der Nähe des Dorfes Kamen Brjag, findet sich in Jailata eine enorm weitläufige archäologische Ausgrabungsstätte mit zahlreichen Gräbern, Festungsresten und Höhlen, in der die Menschen des 5. Jahrhunderts lebten. Hier, direkt an der Steilküste, lässt es sich gut und gerne eine Stunde verbringen.

… und wenn man schon mal in der Gegend ist: Enorm großartig wie beliebt sind in Bulgarien Muscheln in allen Variationen, die sich besonders gut im Tjuleveno Restaurant – mit direktem Blick auf das Schwarze Meer – verspeisen lassen, nur wenige Kilometer entfernt. Für den Abend empfiehlt es sich, den Sonnenuntergang im El Balkon del Mundo mit einem kühlen Glas Weißwein und etwas Shopska-Salat zu begaffen.

Baltschik: Botanischer Garten, Marias Palast & Corona

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In der kleinen Hafenstadt Baltschik liegt der ausuferndste botanische Garten des gesamten Balkans – und der zweitgrößte in ganz Europa. 16 Hektar umfasst das Gelände um einen Palast mit Meerblick.

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Es handelt sich dabei um die Sommerresidenz der rumänischen Königin Maria Alexandrina Victoria de Edinburgh, die sich – anders als wohl manch ein anderer egogestörter Regierender des 19. Jahrhunderts – explizit der ihr umgebenden Natur unterordnete. Daher schmiegt sich hier jede Bebauung perfekt ein in die 3.500 Pflanzenarten (davon allein – und das spricht entweder für einen Fetisch des Gärtners oder für effiziente Wasserersparnis – sind allein 250 Kakteensorten zu finden).

Hier verbringt man vergnügsame zwei bis drei Stunden, vor allen Dingen dann, wenn man sich zu einer kleinen bis mittelgroßen Weinverkostung der zum Teil sehr guten, zum Teil wirklich abgefahren süßlich-aromatisierten Tropfen im Queen’s Winery House hinreißen lässt.

Einen tagesaktuellen Schmunzler ist das Mittagessen im Corona-Restaurant wert, was sich schlicht und einfach mit „Krone“ übersetzt. Hier wurde uns eine sensationell gute, hausgemachte Sujuc aufgetischt. Zugunsten der Pflanzenfreunde verzichte ich an dieser Stelle auf Fotos von optisch eher trist wirkenden türkischen Würsten, verschicke aber gerne auf Anfrage und beende diesen Absatz mit einer Katze.

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Pobiti Kamani: Interpretationswillige Steinsäulen

Der da hinten sieht ganz lustig aus
Der da hinten sieht ganz lustig aus

Etwa eine halbe Autostunde von der Küstenstadt Warna entfernt liegt Pobiti Kamani, was so viel bedeutet wie „gebrochene Steine“. Kilometerweit breiten sich hier obskure, manchmal durch ihre Größe, meistens aber durch ihre interpretationswillige Form beeindruckende Steinsäulen aus, deren genaue Herkunft noch immer nicht genau geklärt ist.

Ein preantiker Nussknacker! Was anderes KANN das nicht sein!
Ein preantiker Nussknacker! Was anderes KANN das nicht sein!

Manche Hypothese sieht die über 50 Millionen Jahre alte organische Sedimentation von Algen und Korallen, andere eine mineralische, nochmal andere wiederum die Sandkalk-Ablagerungen als Grund für die Entstehung.

Ob mineralisch, organisch oder sonstisch: Das Beschlendern der Gegend, der man eine „spezielle irdische Energie“ nachsagt, sowie das Deuten verschiedener Gesteinsformen (Gekicher included!) lohnen sich.

Warna: Ein Schmelztiegel

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Im Anschluss sollte man sich Warna nicht entgehen lassen. Die drittgrößte Stadt des Landes strahlt eine wunderbar schräge Mischung aus modernem Tagesgeschäft, prunkvollen Bauten und zerrütteter Historie aus. In jeder Ecke entdeckt man Beglotz- und Fotografierbares, zwischen Street-Art, Altbau-Perlen und Einsturzgefährdetem lohnt sich das Flanieren.

Im Zentrum der historisch-religiösen Stadt steht die Gottesmutter-Kathedrale mit ihren wirklich prunkvollen wie schönen Wand- und Deckenmalereien.

Das beste Essen der gesamten Reise erlebte ich am Abend im libanesischen Restaurant The Bay (Webseite nur auf bulgarisch verfügbar). Verführerische Lammspieße, Kebabs und Meeresfrüchte vom Grill im durchgestylten Ambiente direkt am Wasser, dazu eine Weinkarte, die bulgarische Tropfen mal wirklich glänzen lässt. Und: Hier werden auch Vegetarier- und Veganer:innen mehr als glücklich.

Sensationelle Speisen im Restaurant "The Bay"
Sensationelle Speisen im Restaurant The Bay

Aladscha: Luftiges Felskloster

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Über 18 verschiedene Höhlenklöster gibt es allein in Bulgarien. Eines der zugänglichsten wie umfangreichsten findet sich in Aladscha, und es ist imposant zu erfahren, wie sich die Mönche im 11. Jahrhunderts die Eigenarten der Natur zu den ihrigen machten; manche vermuten eine erste Besiedlung gar 700 Jahre zuvor. Ich behaupte deshalb, man darf die Höhlenklöster ohne Zweifel als die ersten christlichen WGs der Welt bezeichnen.

Hier versteckt sich ein ganzes Mehrfamilien-Townhouse
Hier versteckt sich ein ganzes Mehrfamilien-Townhouse

In 20 Metern Höhe befinden sich – mitten im Felsen – verschiedene Etagen mit zweckdienlichen Räumen wie einer Küche (inklusive Abzug!) sowie „Kirchen“, Schlaf-, Bet- und Rückzugsräume, in den unteren Etagen wurden die Toten aufgebahrt.

Nessebar: Weltkulturerbe meets Sonnenstrand

Die vielen historischen, gut erhaltenen Bauten brachten dem kleinen Hafenstädtchen Nessebar das UNESCO-Weltkulturerbe-Siegel, der direkt anliegende Sonnenstrand dann den Tourismus. Merklich dichter ist hier also die Fülle an Restaurants, Cafés und Souvenir-Geschäften, die sich in das als Freilichtmuseum zu verstehende Stadtbild schmiegen.

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Ich bin zur Off-Season hier, kann mir aber gut vorstellen, dass sich die hübschen Gassen im Sommer prall füllen können. Jetzt aber hab ich meine Ruhe und wandere durch die Ministraßen, in denen zahlreiche Katzen darauf warten, dass irgendwo eine Fischgräte aus dem Eimer flutscht. Eine davon – eine seltene Dachkatze – präsentiere ich euch in den Fotos, die anderen (ähnlich wie bei der Wurst weiter oben) auf Anfrage.

Eine besonders seltene Dachkatze
Eine besonders rare Dachkatze

Sosopol: Abseits vom Trubel

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Meine letzte Station ist etwas beschaulicher – was auch dem nun sonnigeren Wetter geschuldet sein kann – und heißt Sosopol. Eine Kleinstadt, die nicht viel mehr will, als sich mit ihren kleinen Holzhäuschen hübsch an die Schwarzmeerküste zu löffeln.

Apropos „Häuser“: Die werden nach oben hin immer breiter und ausladender, was den einfachen Grund hat, dass sich der Mietpreis der Immobilie über die Größe der Grundfläche berechnet. C. L. E. V. E. R.

Auf dem Weg fahren wir an einem hübschen, von den Fischer:innen in Eigenregie betriebenes Dörfchen namens Chengene Skele vorbei, ganz nah am gleichnamigen Naturschutzgebiet.

Dicht an dich reihen sich hier die bunten Fischerhäuser romantisch aneinander, und auch wenn die Sprachbarriere tiefergründigere Dialoge verhindert, merkt man deutlich: Diese Menschen wohnen schon über Generationen hier – und freuen sich über Besuch.

Kulinarisches Bulgarien

Bulgariens Küche ist – wie im gesamten Balkan üblich – durchaus fett und fleischhaltig. Wer sich dem öffnet wird allerdings belohnt mit einer exzellenten Mischung aus Gerichten, die aus dem jahrtausendelangen Gerangel um die Landesgrenzen entstanden sind; es mischen sich griechische, kroatische und türkischen Einflüsse zu einer einfachen, jedoch mit Frische und Verstand zubereiteten Landesküche, die besonders dank der Vielfalt an Meeresfrüchten und -Fischen der Schwarzmeerküste (und des rigorosen Einsatzes von Liebstöckel) enorm Spaß machen kann.

Eine essbare Legende: Der bulgarische Shopska-Salat
Eine essbare Legende: Der bulgarische Shopska-Salat

Überall auf der Karte: der Shopska-Salat. Eine verführerisch simple Kombination aus Gurke, Tomaten, Paprika und bulgarischem Schafskäse, lokal variiert mit Zwiebeln und frischen Kräutern.

Besonders im Sommer zu empfehlen ist die erfrischende Tarator-Suppe. Als „Gazpacho Bulgariens“ bestellen Balkan-Experten diese kalte Joghurt-Dill-Gurkensuppe in einem Bierglas und trinken sie mit einem Strohhalm.

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Wissenswertes zur Reise nach Bulgarien

Wie komme ich an Bulgariens Ostküste?

Es bietet sich an, bis nach Warna zu fliegen und von dort in einen Mietwagen zu steigen.

Wie reise ich in Bulgarien?

Das Busnetz wurde zwar in den letzten 10 Jahren ausgebaut, aber die kyrillischen Satzzeichen als auch die tendenziell eher mäßigen Englischkenntnisse können die Reise erschweren. Es empfiehlt sich daher ein Mietwagen.

Wie lange brauche ich für die Ostküste Bulgariens?

Eine Woche ist ausreichend. Es empfiehlt sich aber, auch die anderen Ecken des Landes zu erkunden; schau dir hier unsere Route durch das Land an!

Hotel-Tipps für Bulgariens Ostküste

Nördlich von Warna ist das Lighthouse Golf & Spa Resort zu empfehlen, etwas weiter südlich – und in Stadtnähe – das etwas noblere Astor Garden Hotel (mit ausladenderem Wellness-Angebot). Noch weiter südlich, in der Nähe von Sosopol, lässt es sich gut im Grand Hotel & Spa Primoretz nächtigen.

Was ist die beste Reisezeit für Bulgarien?

Beste Reisezeit: Mai – Juni und September – Oktober. Im Juli und August sehr heiß und dank Sommerferien voll – besonders die Gegenden in und um Gold- und Sonnenstrand.

Wie zahlt man in Bulgarien?

In Bulgarien zahlt man mit Leva (BGN) – mancherorts wird auch Euro akzeptiert, aber da zahlt man in der Regel drauf.

Roadtrip Checkliste für Bulgarien

Damit du garantiert nichts vergisst, habe ich eine Checkliste für einen Roadtrip erstellt.

Ein großes Dankeschön an Bulgaria Travel/#DiscoverBULGARIA für diese wunderbare Reise – meine Meinung ist natürlich meine eigene.

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Ein Kommentar

  • Sehr schöner Bericht… Und die Lage von The Bay ist wirklich traumhaft da direkt am Strand…Leider haben wir da nur Kaffee getrunken…Das Essen müssen wir offenbar nachholen!

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