Guernsey Petit Port
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Alles was ihr vor eurer Reise wissen müsst

Insel Guernsey – kleine, aber stolze Kanalinsel

Ich muss ehrlich gestehen, Guernsey hatte ich weder geografisch noch politisch auf dem Schirm. Für mich bestanden die Kanalinseln bislang aus dem Steuerparadies Jersey und dem „Rest drum herum”. Dass Guernsey die viel bessere Steueroase ist, würde ich erst auf dieser Reise lernen. Ebenso die Tatsache, dass man Jersey in Guernsey besser nicht erwähnt – außer bei einem gutem Witz auf Kosten eines Jersey-Insulaners.

Das Football-Spiel der beiden Inseln gehört übrigens zu den wildesten in Europa, so sagt man. In diesem Artikel soll es aber weder um Steuerparadiese noch um die Hassliebe zweier Nachbarn gehen. Sondern um eine beschauliche Insel, die in vielerlei Hinsicht überrascht.

Hier findet ihr alle Tipps und Informationen für die Insel Guernsey!

Viel Spaß beim Lesen!

10 Dinge, die du über Guernsey nicht wusstest

Eigentlich müsste es heißen: 10 Dinge, die ich über Guernsey nicht wusste. Damit es dir nicht so geht wie mir, haben wir dir hier interessante Fakten über die Insel im Ärmelkanal zusammengestellt.

1. Wo liegt Guernsey?

Guernsey ist nach Jersey die zweitgrößte Kanalinsel zwischen England und Frankreich. St. Peter Port ist die Hauptstadt, insgesamt wohnen hier über 62.000 Menschen. Im Mittelalter gehörte die Insel zu Frankreich, was sich auch heute noch in Sprache und Kulinarik widerspiegelt.

Guernsey gehört zu den Kanalinseln, die vor der französischen Küste im Ärmelkanal liegen, und ist eine selbstverwaltete Kronbesitzung der britischen Krone. Die Insel ist bekannt für Strandresorts wie Cobo Bay und für ihre Steilküste. Die Burg Castle Cornet wurde im 13. Jahrhundert errichtet, um den Hafen der Hauptstadt St. Peter Port zu schützen, und beherbergt heute Geschichts- und Militärmuseen. Im prunkvoll ausgestatteten Hauteville House lebte einst der französische Schriftsteller Victor Hugo.

2. Zu welchem Land gehört Guernsey?

Eine der häufigsten Fragen, die ein Guernseyer im Laufe seines Lebens von Ausländern hört: Ist Guernsey Teil des Vereinigten Königreich oder nicht? Die Antwort: “It’s complicated” (dt. „Es ist kompliziert”). Die Insel hat einen ganz eigenen Status: sie ist der britischen Krone direkt unterstellt.

Das nennt sich dann “Britischer Kronbesitz”. Queen Elisabeth II ist somit das aktuelle Staatsoberhaupt. Damit ist Guernsey weder Teil von Großbritannien noch der EU. Aber keine Sorge, es fallen trotzdem keine Roaming-Gebühren für euer Handy an.

3. Guernsey war Kontinentaleuropa

Vor etwa 8000 Jahren, als der Meeresspiegel nicht ganz so hoch war, bildete Guernsey die Spitze einer Halbinsel und gehörte zum französischen Festland. Heute liegt die Insel ca. 40 Kilometer von der Normandie entfernt. Somit näher an Frankreich als an Großbritannien.

4. Victor Hugo

Als der französische Schriftsteller Victor Hugo zur Persona non grata unter Napoleon III erklärt wurde, verbrachte er 14 Jahren in Guernsey im Exil. Dort bewohnte er das Hauteville House in der Hauptstadt St. Peter Port. Das Haus könnt ihr heute besichtigen. In Guernsey schrieb Hugo übrigens einen meiner liebsten Romane: Les Misérables.

5. Zweiter Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg wurde Guernsey von der deutschen Wehrmacht besetzt und Teil des Atlantikwalls. Guernsey war zu dem Zeitpunkt bereits entmilitarisiert. Heute findet man zahlreiche Bunker, Tunnel und Observationsstationen auf der Insel, sowie ein Besatzungsmuseum. Schau dir dazu auch den Filmtipp am Ende des Artikels an.

6. Hexen und Steine

Im 17. Jahrhundert fanden auf der Insel viele Hexenprozesse statt. Den “Witches Seat” (dt. Hexen-Sitzplatz) findet man noch heute in vielen Häusern der Insel. Dabei handelt es sich um einen hervorstehenden Stein, meist in der Nähe eines Kamins. Er gibt vorbeifliegenden Hexen einen Platz zum Ausruhen und hält sie somit vom wilden Treiben innerhalb des Hauses ab.

7. Auguste Renoir

Pierre-Auguste Renoir zählt zu den bekanntesten französischen Impressionisten. Im September 1883 verschlug es den Maler für über einen Monat nach Guernsey. Hier soll er um die 15 Gemälde der Bucht um Moulin Huet gewidmet haben.

In einigen Berichten wird fälschlicher Weise erzählt, dass Monet die Insel besucht habe; das ist Hoax. Monet war zwar auch Impressionist, in Guernsey war er aber nie.

8. Gezeiten in Guernsey

Der Tidenhub in Guernsey gehört mit ca. 10 Metern zu den gewaltigsten weltweit. Bei Ebbe kann sich das Meer Hunderte Meter zurückziehen und lädt zum abenteuerlichen Entdecken des Meereslebens ein. Bei Flut kann man wundervoll schwimmen gehen.

9. Der Guernsey Pullover

Aller Wahrscheinlichkeit nach ist die Nachbarinsel Jersey Namensgeber für den populären Jersey-Stoff, der meistens für T-Shirts und Unterwäsche verwendet wird. Aber auch Guernsey mischt in der Modeindustrie mit. Guernsey Wolle ist besonders wetterfest und beständig und wird seit Jahrhunderten vor Seefahrern verwendet.

Der traditionelle Guernsey Pullover lässt sich übrigens von beiden Seiten tragen. So konnten die Seemänner, die sich während der Arbeit die Hände am Pulli sauber gemacht haben, problemlos damit abends in eine Taverne gehen, indem sie ihn einfach andersrum anzogen haben.

10. Guernsey Milch und Butter

Das Guernsey-Rind hat einen exzellenten Ruf. Die Guernsey-Milch hat eine einzigartige Qualität und soll aufgrund des höhen Beta-Carotin-Gehalts das Krebsrisiko minimieren. Auch die Guernsey Butter ist aufgrund des hohen Fettanteils eine beliebte Zutat und gehört in den traditionellen, inseltypischen Nachtisch Gâche Melée.

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Anreise zur Insel Guernsey

Wie bei den meisten Inseln beschränkt sich die Anreise auf Flugzeug und Fähre.

Anreise mit dem Flugzeug

Guernsey erreichst du über den Flughafen Guernsey (GCI) sowie mehrere Häfen. Von Düsseldorf fliegen Eurowings und Flybe die Insel (fast) direkt an. Meistens gibt es mit den Propellermaschinen einen Zwischenstop in Jersey.

Dort werden Passagiere rausgelassen, deren Reiseziel Jersey ist und neue Fluggäste eingesammelt, die nach Guernsey oder zurück zum Festland möchten. Der Flug von Jersey nach Guernsey dauert 9 Minuten. Alternative Flugrouten führen über England, meist London.

Anreise mit der Fähre

Mit der Fähre gelangt man mit Condor Ferries von den englischen Häfen Poole und Portsmouth oder St. Malo in Frankreich (Normandie) nach Guernsey. Mit dem französischen Manche Iles Express kommt man im Sommer von Granville, Diélette oder Carteret auf die Insel.

Guernsey-Hafen-St-Peter-Port

Anreise mit der Fähre

Mit der Fähre gelangt man mit Condor Ferries von den englischen Häfen Poole und Portsmouth oder St. Malo in Frankreich (Normandie) nach Guernsey. Mit dem französischen Manche Iles Express kommt man im Sommer von Granville, Diélette oder Carteret auf die Insel.

Guernsey-Hafen-St-Peter-Port

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Unterwegs in Guernsey

Für einen Pfund gelangt man mit dem Bus schnell und einfach über die Insel, egal wohin. Man kann Guernsey aber auch zu Fuß erkunden. Es gibt 20 sogenannte Tasty-Walks, die so ausgelegt sind, dass man die schönsten Landschaften und kulinarische Abenteuer erleben kann.

Auf der offiziellen Webseite sind die Wanderungen nach Schwierigkeitsgrad und Dauer geordnet. Auch Fahrradfahren ist eine tolle Option, die oft von den Insulaner genutzt wird.

Wir persönlich waren allerdings mit dem Auto unterwegs. Wichtig: die Höchstgeschwindigkeit beträgt in Guernsey 35 mph (56 km/h), innerorts meistens 25 mph (40 km/h). Damit möchte man die Insel für Fußgänger und Fahrradfahrer sicherer machen. Eine schöne Idee, wie ich finde.

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Steilküsten, Strände und Bunker

Guernsey ist sehr grün. Auf der Insel sinken die Temperaturen nahezu nie unter 0 Grad und es kommt selten zu Frost. Das Klima ist sehr gemäßigt. Dadurch wachsen hier viele Pflanzen, auch Vögel fühlen sich dank den angenehmen Temperaturen wohl.

Beim Spazieren passieren wir beeindruckende Küsten, wunderschöne Buchten mit Sandstränden und teilweise zugewucherte Bunker.

Der Zweite Weltkrieg hat Guernsey auch optisch verändert. Beton erhebt sich aus Klippen und demonstriert: auch dieses Stück Natur ist vom Menschen nicht sicher. Mehrere der vorhin beschriebenen 20 Tasty-Walks führen an Bunkern und Erinnerungen der Besatzungszeit vorbei.

Guernsey-Petit-Port-Anischten
Der Strand Petit Port aus zwei Perspektiven.
Guernsey-Fermain-Beach
Fermain Beach. Wenn jetzt Sommer wäre…
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Die Natur holt sich zurück, was ihr einst genommen wurde. Ein zugewachsener Bunker in Guernsey.
Guernsey-Observatiionsturm-MP4
Der Oberservationsturm L’Angle MP4 gehörte zu Hitlers Atlantikwall.
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Batterie Dollmann in einem Geschützbrunnen.
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Little Chapel

Auf die Little Chapel in Les Vauxbelets ist man in Guernsey besonders stolz. Die überkonfessionelle Kapelle soll die kleinste, offiziell geweihte Europas sein, womöglich auch weltweit. Daher zählt sie zu den Top-Sehenswürdigkeiten in Guernsey.

Das aus unzähligen Porzellanscherben und Muscheln verzierte Gebäude misst gerade mal 15 qm. Betritt man das Gotteshaus, erscheint es allerdings wesentlich größer. Der Vorraum über dem Turm ist zwar winzig, über Treppen gelangt man allerdings nach unten in die Krypta. Es ist schier unglaublich, wie viel Mühe und Detailverliebtheit in diesem Gebäude stecken.

Das Beste: Der Eintritt ist frei!

Little-Chapel-Guernsey
Womöglich das kleinste Gotteshaus der Welt: Little Chapel in Les Vauxbelets.
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Kaum vorstellbar, wie viele Muscheln und Porzellanscherben hier verbaut sind.
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La Valette Bathing Pools

Bereits seit 150 Jahren können Familien die künstlich erzeugten Pools bei St. Peter Port nutzen. Das Salzwasser kommt bei Flut direkt aus dem Meer. Die hohen Wände schützen das Badebecken 1, 3 und 4 gleichzeitig vor einem unerwünschten Eindringen der Meeresbewohnern und Algen.

Victor Hugo und Auguste Renoir sollen hier zu ihrer Guernsey-Zeit bereits gebadet haben. Das ansonsten eher kühle Meer kann sich in den drei Becken “aufheizen“, so dass sogar im Winter Menschen dort baden. Mir ist es selbst im April noch viel zu kalt.

Die Bathing Pools müssen also dieses Mal auf meinen Körper verzichten und dürfen sich nur mit meinen nackten Füßen vergnügen. Vielleicht nächstes Mal. Im Sommer dann.

Weiterhin gibt es einen offenen Pool (2), der sich erst bei Flut mit Wasser füllt.

Der Eintritt ist frei.

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Becken 1, 3 und 4 sind geschlossen. Becken 2 ist offen und wird deshlab erst bei Flut zum Pool. Gegenüber befindet sich übrigens das Militärmuseum (5).
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Becken 3 ist das größte. Es hat ein Sprungbrett und viel Platz zum Schwimmen.
Guernsey-La-Valette-Bathing-Pools-Becken-1-2
Becken 1 und das noch leere Becken 2.
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Mir persönlich ist es im April noch zu kalt. Aber es gibt tatsächlich Menschen, die hier täglich schwimmen gehen.
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Schlechtwetterprogramm: Militärmuseum

Auf der Insel kann es immer mal wieder regnen. Dann macht es keinen Sinn, die Bathing Pools aufzusuchen. Direkt gegenüber befindet sich das La Valetta Underground Military Museum.

Die Deutschen schufen während ihrer Besatzung zur Lagerung des Treibstoffs für ihre U-Boote zahlreiche Tunnelschächte. Darin werden Erinnerungsstücke hauptsächlich aus dem zweiten aber auch ersten Weltkrieg ausgestellt.

Auch Exponate der inseleigenen Miliz sind vorhanden.

Der Eintritt ins klimatisierte Museum kostet 6 £.

Guernsey-Militar-Museum
Der Tunnel, in dem das Museum ist, wurde von den Deutschen nicht zu Ende bebaut.
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Kleine Anekdote zu den Autokennzeichen in Guernsey

In Guernsey bestehen Autokennzeichen ausschließlich aus Ziffern. Damit sind sie meines Wissen nach weltweit die Einzigen. Je niedriger die Zahl, umso “wichtiger” – oder wohlhabender – ist die Person. Die 1 hat der Vogt, also der Amtmann von Guernsey.

Mittlerweile haben sich die Autokennzeichen zu einer eigenen Art Währung entwickelt. Das beliebte Nummernschild 007 wurde erst vor wenigen Jahren für satte 240.000 £ (= 264.500 €) versteigert. Ein Autokennzeichen bekommt man übrigens auch nur, wenn man ein Auto hat.

Das sorgt für teilweise skurrile Bilder, da relativ niedrige Ziffern auf teilweise schrottreifen Autos “geparkt” werden, damit sie die Besitzer nicht abgeben müssen.

Guernsey-Autokennzeichen
Autokennzeichen in Guernsey bestehen ausschließlich aus Zahlen. Die Nummern wurden in dem Bild aus datenschutzrechtlichen Gründen verändert.
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Tagesausflug zur Insel Sark

Besonders empfehlenswert ist ein Ausflug zur Nachbarinsel Sark. Die Überfahrt mit der Fähre dauert knapp eine Stunde. Etwa 500 Menschen Leben in Sark. Autos sind verboten. Hin und wieder fährt ein Traktor vorbei. Auch der inseleigene Krankenwagen muss von einem Traktor gezogen werden.

Am besten mietet man sich eine Fahrrad, um die Insel zu entdecken. Spürte man bereits eine Entschleunigung in Guernsey, scheint die Zeit in Sark still zu stehen. Die Gärten der Seigneuirie lassen Botaniker-Herzen schneller schlagen. Der amtierende Seigneur Christopher Beaumont hat uns persönlich empfangen und durch sein Anwesen geführt.

„In diesem Bett haben Prinz Charles und Camilla übernachten”, “Hier hat Sibyl Hathaway die Nazis empfangen” und viele weitere, interessante Anekdoten bekommen wir erzählt. Sark besteht übrigens aus zwei Teilen, Great Sark und Little Sark, die über den schmalen Grat “La Coupée“ verbunden sind. Mit dem Fahrrad braucht man knapp 20 Minuten vom Hafen Maseline.

Der Anblick ist wirklich atemberaubend. Mein persönliches Highlight. Dann geht es auch schon mit den Fähre zurück. Wer nämlich die letzte Fähre verpasst, muss auf der Insel übernachten. Auf dem Rückweg sehen wir Delfine und Papageientaucher. Leider zu weit weg um sie zu fotografieren.

Mein Tierfotografenherz blutet.

Fähre nach Sark aus Guernsey
Mit der Fähre dauert es 55 Minuten von Guernsey nach Sark.
Sark-Garten-Turm
Die Gärten der Seigneuirie. Im Hintergrund der Turm, der zum Anwesen des Seigneurs gehört.
Sark-Seigneur
Seigneur Christopher Beaumont erklärt sein Anwesen.
Sark-La-Coupee-Weg
Was für ein Anblick: der schmale Grat “La Coupée“.
Sark-La-Coupee
La Coupée ist ein super Fotomotiv.
Gefängnis Insel Sark
Das angeblich kleinste, operierende Gefängnis der Welt befindet sich in Sark.
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Essen und Trinken in St. Peter Port

Kulinarisch betrachtet haben Inseln einen sehr großen Vorteil gegenüber dem Festland: die direkte Anbindung zum Meer und somit frischen Fisch und Meeresfrüchte. Die benachbarte Insel Herm hat eine 3,25 Hektar große Austernfarm und beliefert vorwiegend das Feinschmeckerland Frankreich.

Das Viel-Untwegs Team hat sich schon öfters als Austernliebhaber geoutet, und auch dieses Mal wollte ich die Chance nicht verpassen.

Guernsey Essen Octopus Austern

Das Octopus Restaurant liegt nicht nur optimal an der Küste von St. Peter Port, das Essen ist auch überdurchschnittlich gut. Ich habe mir hier nicht nur die obligatorischen Herm- und Guernsey-Austern gegönnt, sonder auch einen Hummer. Beides war wirklich sehr gut. Dazu freundliches Personal und ein von Victor Hugos “Die Arbeiten des Meeres” inspiriertes Erscheinungsbild.

Ebenfalls empfehlenswert ist J B Parker’s Bar and Cellar. Weingenießer werden den großen Weinkeller lieben. Aber auch das Fleisch und die einheimische Nachspeise Gâche Melée sind sehr lecker.

Guernsey-JB-Parkers-Weinkeller

Guernsey-Essen-JB-Parkers
Leckeres Guernsey-Rind und die inseleigenen Spezialität: Gâche Melée.

Fleischliebhaber kommen im Slaughterhouse auf ihre Kosten. Sirloin, Rib-Eye, Rinderfilet, Tomahawk oder Chateaubriand. Dazu Poutine, eine eigentlich kanadische Spezialist: Pommes mit Bratensauce und Käsestücken.

Im Slaughterhouse haben wir auch ein Gin- und Vodka-Tasting bekommen. Matt Pulli, eigentlich Akademiker, der sich in Cambridge mit Insekten wie der blauen Schmeißfliege (engl. Blue Bottle Fly) beschäftigte, wollte lieber Schnapsbrenner werden.

Und so entstand der Blue Bottle Dry Gin, der einheimische Ginsterpflanzen und Pfeffer beinhalten. Matt hat uns dann auch seinen neuen Blue Mantis Vodka vorgestellt, der aber verglichen mit dem Gin gar nicht mal so lecker war. Kann aber auch daran liegen, dass ich Vodka generell nicht mag.

Der Blue Bottle Gin ist übrigens nicht der einzige lokale Gin aus Guernsey. Wheadon’s Gin, dessen Destillerie wir im Bella Luce Hotel in St. Martins besucht haben, enthält inseleigenen Meerfenchel. Sehr zu empfehlen.

Guernsey-Slaughterhouse-Gin-Vodka-Tasting
Matt erklärt uns, warum sein Gin und Vodka super sind.

Direkt neben dem Slaughterhouse befindet sich das “Surf and Turf”. Wer sein Essen lieber selber zubereitet, findet hier ausgezeichneten, frischen Fisch und Fleisch, wenn auch nicht ganz günstig.

Wer Abends in einer urigen Atmosphäre ein Bierchen trinken möchte, oder noch besser, den lokalen Cider Rocquette, kommt in St. Peter Port im Golden LionAlbion House Tavern oder The Cock and Bull auf seine Kosten.

Als Snack empfehle ich pork scratchings (Speckchips), die man in fast jeder Bar bekommt; entweder man liebt sie, oder man hasst sie.

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Klima und beste Reisezeit

Vertraut man den Insulanern, ist das Wetter in Guernsey optimal. Im Winter nicht zu kalt, im Sommer nicht zu heiß. Grund dafür ist der warme Golfstrom. Offiziell wird es als ozeanisches Klima eingestuft, mit eher trockenen Sommern.

Juli und August bilden mit durchschnittlich knapp 20°C die wärmsten Monate.

Januar und Februar mit durchschnittlich 8°C die Kältesten.

Der höchste Niederschlag findet zwischen November und Januar statt. Man muss sich allerdings auch bewusst sein, dass Wetter auf einer Insel schnell umschlagen kann. So hatten wir an einem vielversprechenden, sonnigen Morgen auf einmal Regenschauer.

Unser Tipp: Bei Wanderungen immer Regenjacke oder Regenschirm mitnehmen.

Guernsey-Wetter-Sonne-Wolken
Während der Hafen von St. Peter Port noch in der Sonne liegt, schleichen sich von der rechten Seiten schon Regenwolken an.
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Währung

Die Insel Guernsey hat eine eigene Währung: das Guernsey-Pfund. Obwohl es genau einem britischen Pfund entspricht und auch optisch diesem sehr ähnelt, wird es nur auf den benachbarten Kanalinseln anerkannt. Mit dem normalen Pfund Sterling lässt sich aber auch überall problemlos bezahlen.

Achtet aber unbedingt darauf, dass ihr britische Pfund beim Wechseln bekommt, zumindest bevor ihr die Insel wieder verlasst. In Deutschland wird das Jersey-Pfund von Banken nämlich nicht akzeptiert. Die Nachbarinsel Jersey hat mit dem Jersey-Pfund übrigens auch eine eigene Währung.

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Hoteltipp für Guernsey

Ich hab in der Hauptstadt St. Peter Port im Ziggurat Boutique Hotel übernachtet. Fast alle Zimmer bieten einen schönen Meeresblick auf den Hafe und die Hauptstadt. Im Stadtinneren und dem Hafen ist man in wenigen Minuten zu Fuß. WLAN und Frühstück sind inklusive. Beim Frühstück kann man neben den Büffet aus einem Menü mit mehreren Gerichten wählen, die dann firsch und lecker zubereitet werden.

Zum Hotel gelangt man übringens nur über Treppen. Wer also 3 Koffer hat, sollte vorher beim Hotel anrufen und fragen, ob man ihm mit dem Gepäck helfen könne.

Link zur Webseite des Hotels

Bett und Aussicht aus meinem Zimmer im Ziggurat Boutique Hotel in St. Peter Port.
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Reiseführer für die Kanalinseln

Für die Kanalinseln können wir gleich zwei Reiseführer empfehlen. An erster Stelle unsere Lieblings-Reihe DuMont direkt Reiseführer Kanalinseln. Alternativ finden wir den Baedeker Reiseführer Kanalinseln etwas umfangreicher und weniger kompakt. Auch super und wie der Dumont mit einer Karte zum herausnehmen. 

 

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Filmtipp: Deine Juliet

Der deutsche Filmtitel sagt leider relativ wenig über den Film aus. Im Original heißt der Film „The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society” (dt. Der Guernsey Literatur- und Kartoffelschallenkuchen-Verein). Er erzählt die Geschichte der Schriftstellerin Juliet, die kurz nach der Besatzungszeit einen damals geheimen Bücherclub in Guernsey besucht.

Der Film wurde aus produktionstechnischen und logistischen Gründen nicht in Guernsey gedreht. Er gibt jedoch gute Einblicke in der Zeit, als die Nazis die Insel eingenommen haben.

Als Amazon Prime Kunde kannst du dir dem Film hier kostenlos anschauen.

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Fazit zur Reise nach Guernsey

Egal ob zum WandernFahrradfahren oder Schwimmen. Guernsey ist definitiv eine Reise wert. Insbesondere Naturliebhaber kommen hier auf ihre Kosten. Die bunte Flora ist besonders. Durch die Nähe zu den benachbarten Inseln Jersey, Sark, Alderney und Herm bietet sich Inselhopping perfekt an.

Besonders gut gefallen haben mir die La Valette Bathing Pools. Zu schade, dass es es nicht warm genug war.

Das Essen in Guernsey ist hervorragend. Ich habe keine einzige schlechte Erfahrung gemacht.

Mein persönliches Highlight war La Coupée in Sark. Der Grat ist wirklich sehr beindruckend. Ein Bild, das man nicht vergisst.

 

Seid ihr schon auf einer der Kanalinseln zwischen England und Frankreich gewesen?

Habt ihr Tipps? Wir freuen uns über einen Kommentar!

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Disclaimer: Ich wurde auf diese Reise von Visit Guernsey eingeladen. Vielen Dank dafür. Meine Meinung und Ansichten bleiben trotzdem meine eigenen.
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