Wir erkunden die Highlights in Gyumri an 2 Tagen

Gyumri ist die zweitgrößte Stadt Armeniens und Hauptstadt der Provinz Shirak in Nordarmenien an der türkischen Grenze. Sie gilt als eines der wichtigsten kulturellen Zentren des gesamten Landes, trotz aller Widrigkeiten: Der größte Teil der Innenstadt wurde 1988 bei einem schweren Erdbeben zerstört und fast 50.000 Menschen verloren ihr Leben. Seit dieser Katastrophe dauerte es lange, bis die Lebensfreude zurückkehrte – viele Einwohner kämpfen bis heute noch darum.

Die Stadt war zur UDSSR unter dem Namen Leninakan als eines der größten Industriezentren der Sowjetunion bekannt, mit über 15 Fabriken, die auf die Lebensmittel- und Textilindustrie spezialisiert waren. Nach dem Niedergang der Sowjetunion verschwanden die Fabriken und auch die Grundlagen der Bürger. Auf die Frage, welche Wirtschaft es hier jetzt gibt, von der Menschen Leben bekommt man nur die Antwort: "Die beste Wirtschaft ist es, Familie und Freunde in Deutschland oder woanders in Europa zu haben"

Als wir Gyumri erreichen, sehen wir zunächst nichts, denn der Flug aus Deutschland landet inmitten der Nacht. Die Fahrt aus Jerewan in den Norden Richtung türkische Grenze dauert fast drei Stunden. Ich komme daher noch vor Sonnenaufgang im Berlin Art Hotel in Gyumri an. Chris landet später und erlebt während der Fahrt den Sonnenaufgang und kann schon erste Eindrücke erhaschen, ehe auch er sich für ein paar Stunden im bequemen Hotelbett ausruht.

Nach einer kurzen Nacht starten wir unsere Erkundung für zwei Tage in der Stadt.

Hier kommen unsere Eindrücke und Erlebnisse, die wir an zwei Tagen in Gyumri hatten. Dazu haben wir einen Tagesausflug unternommen und auf dem Rückweg nach Jerewan weitere sehenswerte Orte besucht, die wir beim nächsten Trip gerne ausgiebiger (und länger) erkunden würden.

Wesentliche Reisetipps vorab

Beste Reisezeit: Sommer (Mai-September; sehr heiß, trotzdem sehr beliebte Monate auch für Tagesausflüge).
Mein Tipp: August, da dann zahlreiche Weinfeste, Bierfeste und weitere Festivals in Armenien stattfinden.
ReiseführerLonely Planet Reiseführer Georgien, Armenien, Aserbaidschan
Anreise: Direktflug mit Condor ab FFM nach Jerewan, ab Berlin über Warschau mit LOT: Flüge finden
Unterkunft: Berlin Art Hotel
Aktivitäten & Tourenshiraktours.am (an Rezeption des Berlin Art Hotels buchbar)

Gyumri erkunden

Die Altstadt erkundest du am besten zu Fuß. Die Fußgängerzone Alexandropol ist eine der Hauptstraßen und gesäumt von Architektur im Sowjetstil, sowie einer Vielzahl an Geschäften und Restaurants. Beginne am Vartanants-Platz - benannt nach einem armenischen Freiheitskämpfer - und gehe in Richtung Norden bis zum Waterloo-Platz, der zu Ehren von Napoleons Sieg in der Schlacht von Waterloo benannt wurde.

Die zweitgrößte Stadt Armeniens hieß früher Kumayri, Alexandropol und Leninakan, daher musst du dich nicht wundern, wenn an manchen Orten noch Leninakan zu stehen scheint. Auch die Stadt selbst wird manchmal "Gyumri", ein andernmal "Gjumri" geschrieben. Wir haben uns für erste Schreibweise entschieden.

Tag 1

Am ersten Tag erkunden wir die Altstadt Gyumris zu Fuß. Wir besuchen die Erlöserkirche, die nach dem verheerenden Erdbeben wie vor renoviert wird und von außen sehr imposant in schwarzem Tuffstein erstrahlt. Dazu bummeln wir durch die Fußgängerzone und erkunden später Künstler aus Gyumri in ihrem Atelier.

1. Erlöserkirche

Am zentralen Vartanants Platz dominiert das 36 Meter hohe Bauwerk der Erlöserkirche. Das Gebäude besitzt eine besondere Ausstrahlung und zeigt ausgezeichnet die typische Architektur Armeniens mit schwarzem und rot-orangenem Tuffstein sowie dem hübschen Zickzack-Dach der Kuppel.

Die Kirche wurde während des Erdbebens im Jahr 1988 schwer beschädigt, Reste der Zerstörung liegen als Andenken noch immer hier. Auf der Rückseite der Kirche befindet sich ein Denkmal mit der abgebildeten Uhrzeit, als die Kirche und die Stadt durch das Erdbeben von 1988 zerstört wurden.

Die Kirche ist bis heute noch nicht wieder vollständig aufgebaut. Du kannst ins Innere, falls die Türen geöffnet sind. Aber erwarte nicht zu viel, denn hier muss noch einiges wieder aufgebaut werden.

Richtung Vartants Platz findest du ein Foto das zeigt, wie die Kirche vor und nach dem Erdbeben aussah – ich bin gespannt, wann der Sanierungsprozess abgeschlossen ist. Auf der anderen Seite findest du die Allee "Kreuzstein-Weg" gesäumt mit Khachkars (auch Chatschkar), kunstvoll verzierte armenische Gedächtnissteine mit einem Reliefkreuz in der Mitte. Diese findest du überall in der Nähe von Kirchen in Armenien.

2. Vartanants Platz, zentraler Platz Gyumris

Dieser zentrale Platz ist Dreh und Angelpunkt der Stadt. Hier spielt sich das Leben der Menschen ab. Drumherum gruppieren sich die beiden Kirchen und das Rathaus, die zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten zählen. Von hier führen die beiden Einkaufsstraßen weg, es gibt ein Kino und Stände mit Unterhaltungsangeboten für Kinder. Am Abend werden die Gebäude angestrahlt und ergeben ein tolles Bild. Alle Unterkünfte liegen fußläufig entfernt. Ein idealer Ort, mit deiner Erkundung des Stadtzentrum zu starten.

Hinweis: Überall in Gyumri findest du Brunnen mit Trinkwasser. Pack eine Flasche ein, die du unterwegs auffüllen kannst.

3. Kirche der sieben Wunden der Heiligen Mutter Gottes

Am nördlichen Ende des Platzes befindet sich die Kirche der Sieben Wunden der Heiligen Mutter Gottes aus dem 19. Jahrhundert. Die Kirche trägt den Namen „Sieben Wunden“ nach den sieben Leiden der Jungfrau Maria.

Die Kirche ist im kreuzförmigen Stil der armenischen Kirchen mit einer äußeren rechteckigen Form erbaut.

Während der Sowjetzeit waren in Armenien nur zwei Kirchen geöffnet: Eine davon war die Sieben-Wunden-Kirche. Der eine Altar diente katholischen Gläubigen, der andere russisch-orthodoxen Gläubigen. So vereinte die Kirche alle Gläubigen in der Stadt.

Nach dem verheerenden Erdbeben im Jahr 1988 brachen die beiden Kuppeln ab und stürzten hinab. Diese kannst du noch vor der Kirche liegen sehen, denn sie wurden durch neue ersetzt.

Falls du an einem Sonntagmorgen hier bist, solltest du unbedingt mal hineinsehen. Der Gottesdienst dauert stundenlang, die Priester wechseln sich ab und alle stehen. Wir sind nicht gläubig, aber für ein paar Minuten haben wir uns trotzdem in die Kirche gewagt.

4. Stadtpark nach Maxim Gorki

Ein wunderschöner Park, der für uns im typischen Ostblock-Charme erstrahlt, indem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint: antike Fahrgeschäfte, Statuen und Brunnen bringen Nostalgie-Faktor. Die Atmosphäre an einem heißen Sommertag hat uns gefallen, hier kann man auch wunderbar joggen (allerdings sollte man sich vor den Straßenhunden in Acht nehmen, die einem gerne – aus Spieltrieb – hinterherlaufen).

Direkt am Park liegt das Alte Theater, in dem die berühmte Anush Oper das erste Mal aufgeführt wurde. Im Park hast du tolle Aussichten auf Schirak, das Fußballstadion, die Mutter Armenien Statue und die Schwarze Festung. Bei gutem Wetter siehst du bis in die Türkei.

Um die Ecke befindet sich der Balkon des bekannten Films "Der Tango unserer Kindheit" (armenisch: Մեր մանկության տանգոն, russisch: Танго нашего детства). Aufgrund dieses Drehorts der sowjetisch-armenischen Tragikomödie aus dem Jahr 1984 kommen viele Touristen an diesen Ort, der beim Erdbeben zerstört wurde. Angeblich soll bald mit der Restaurierung begonnen werden.

5. Abovyan Street

Die Abovyan Street ist die wohl belebteste Straße in der ganzen Stadt. Hier säumen sich Cafés, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten sowie kleine Flohmärkte. Dazwischen tummeln sich außerdem kleine Ausstellungen und viele lokale Galerien am Wegesrand.

Hier kann man sich außerdem das traditionelle Puppentheater anschauen – dazu hatten wir keine Zeit, aber wissen, dass diese Puppen eine lange armenische Tradition genießen.

In die Abovyan Street werdet ihr bei eurem Besuch sicher häufiger einkehren – ein regelrechter Dreh- und Angelpunkt der Stadt.

6. Mittagessen im Fischrestaurant Cherkezi Dzor

Das Cherkezi Dzor ist vorwiegend für seine Fischzucht bekannt. Doch neben der Zucht gibt es auch ein idyllisch gelegenes Restaurant (wenn man davon absieht, dass das russische Militär kurioserweise nebenan ihre Kaserne hat und öfter mal zum Mittagessen vorbeischaut). Hier haben wir in Gyumri wirklich hervorragend gespeist – und getrunken, denn hier wird köstliches Honigbier gebraut!

Spezialität des Restaurants ist die Aufzucht von vier Arten von Forellen und einer Art sibirischer Störe, dazu selbst gebrautes Honigbier. Dein Fisch wird frisch zubereitet und traditionell in einem armenischen Lehmofen (Tonir) zubereitet. Außerdem kannst du den Frauen dabei zusehen, wie sie ganz traditionell Lavash herstellen.

Auch hier gelangst du nur per Auto hin, das Restaurant liegt ca. 3,4 km vom Hotel entfernt – es lohnt sich!

7. Museum of National Architecture and Urban Life

In diesem Museum erfährst du alles über die Geschichte Gyumris und der Region Shirak. Dazu zeigt es traditionelle Handwerksberufe und Kunsthandwerk mit Artefakten und Exponaten, die Gyumri im 19. Jahrhundert Wohlstand brachten: Holzarbeiten, Stickereien, Silberschiedarbeiten und Kleidung. Es gibt ein großes Modell der Stadt, damit du sehen kannst, wie Gyumri vor dem Erdbeben einst ausgesehen hat.

In weiteren Zimmern sind begehbare Wohnräume einer bürgerlichen Familie vorhanden.

Da es kaum Informationen auf Englisch gibt, solltest du dir unbedingt einen Guide dafür nehmen, ansonsten wirst du kaum etwas verstehen und erfahren.

8. S. D. Merkurov's Haus-Museum

Das Museum wird gerade aufgrund Restauration der Treppe nicht geöffnet. Da die Verwalterin vor Ort war, und Alex (Chef des Berlin Art Hotel) freundlich fragte, durften wir einen Blick hineinwerfen. Ein sehr interessanter Ort, und die Erkenntnis, dass Merkurov sämtliche Totenmasken sowjetischer Persönlichkeiten erstellt hat.

9. Abendessen im Ani Restaurant

Das urige Ani Restaurant war eine Empfehlung des Berlin Art Hotel. Neben armenischer Küche gibt es an manchen Abenden Live Musik lokaler Künstler. Was uns nicht so sehr taugte: Die Musik ist extrem laut, sodass man sich kaum unterhalten konnte.

Mit seinem Ambiente und seinem hervorragenden Speiseangebot lädt das kürzlich eröffnete Restaurant Ani ein, das Beste der armenischen Küche zu genießen. Der Ort hat eine ruhige, authentische Umgebung, die die wunderbare Vielfalt traditioneller armenischer Gerichte prima ergänzt.

10. Absacker-Bier im „Biergarten“ des Berlin Art Hotel

Der Biergarten im Berlin Art Hotel ist ein wirklich idyllischer und sehr gemütlicher Ort, um den Abend ausklingen zu lassen. Es gibt (deutsche) Küche sowie Pizza und Burger, dazu frischgezapftes Bier (was enorm selten in dieser Gegend ist). Der Koch bzw. die Köchin sind allerdings ebenfalls hervorragend darin, armenische Speisen zuzubereiten. Frag am besten nach, ob sie dir etwas von der lokalen Küche zubereiten; wir hatten hier ein traditionelles armenisches Barbecue, gegart im Erdofen.

Falls du in einem anderen Hotel nächtigst, kannst du trotzdem den Biergarten besuchen. Es lohnt sich. Informationen findest du auf der Webseite

Tag 2

1. Marmaschen

Marmaschen ist ein gut erhaltenes und ziemlich idyllisch gelegenes Klosterkomplex ganz in der Nähe – nur knapp 20 Autofahrminuten nordwestlich – von Gyumri entfernt. Drei Kreuzkuppelkirchen – die große Katoghike, die St.-Petros-Kirche sowie die nördlich angrenzende Muttergotteskirche – aus dem elften Jahrhundert sowie Ruinen zweier weiterer Kirchen aus dem 13. Jahrhundert lassen historisches Feeling aufkommen.

Hinter dem Klosterkomplex fließt der breite Fluss Akhuryan. Der Schatten des Baumes lädt dazu ein, hier am Fluss eine kleine Pause von der lauten Stadt zu nehmen und einen kleinen Snack zu essen.

2. Der Eiserne Vorhang

Der Brunnen mit dem Namen "Eiserner Vorhang" ist aus Metall und wurde in der Sowjetzeit erbaut. Er hat das Erdbeben '88 überstanden, aber ist seitdem leider außer Betrieb. Aufgrund der außergewöhnlichen Architektur ist es ein besonderes Bauwerk, dass ein wenig mehr gepflegt werden solle. Würde wieder Wasser fließen, würden sicher mehr Touristen angelockt werden.

Eiserne Vorhang in Gyumri
Der Eiserne Vorhang in Gyumri, ein Überbleibsel der UDSSR. Leider fließt kein Wasser im Brunnen. Ein außergewöhnliches Bauwerk.

3. Besuch im Atelier von Albert Vardanyan

Albert Vardanyan, Bildhauer, ist in Gjumri geboren und aufgewachsen, obwohl er an der Kunsthochschule in Jerewan studierte. Seine Arbeiten wurden weltweit gezeigt, von Italien, Deutschland und Brüssel bis in die USA, und seine Auftragsarbeiten stehen in mehreren Ländern.

Vardanyans Arbeit spricht von universellen Konzepten – Frieden, Hoffnung, Krieg und Schmerz – aber seine Symbole spiegeln sein Heimatland wider, wie seine berühmten Eier- und Kreuzarbeiten. Seine „Knight“-Serie zum Beispiel zeigt gesichtslose, körperlose Figuren, die in verschiedene Rüstungen gehüllt sind, die normalerweise von einem scharfen Metalldorn verankert werden.

Alberts berühmte Skulptur „Pulsar“ – Symbol der Freiheit – steht jetzt vor der Hauptkirche in Bochum, Deutschland.

Wir besuchen Albert in seinem Zuhause, an dem gleichzeitig sein Atelier und die Arbeitsräume angeschlossen sind. Hier merken wir sofort die Gastfreundschaft der Armenier: Nach nur wenigen Minuten werden wir zu Kaffee, Wassermelone und Börek eingeladen.

Dazu besucht uns auch sein Sohn Hrachya Vardanyan, ebenfalls ein international renommierter Künstler. Seine Malereien wurden zuletzt in Berlin ausgestellt. Sehr beeindruckend!

4. Mittagessen & Snack: Aregak Bäckerei & Coffee

Die Aregak Café-Bäckerei wurde 2018 im Stadtzentrum Gyumris, auf der belebten Abovyan Street, eröffnet. Maßgeblich beteiligt war dabei die deutsche Caritas Voralberg: Die erste inklusive Café-Bäckerei schafft Platz für benachteiligte Jugendliche und Heranwachsende, die unter dem Projektnamen "Emils kleine Sonne" in Armenien betreut werden.

Die Bäckerei bietet Platz für zehn Arbeitsplätze und richtet sich vorrangig an Menschen, die es auf dem normalen Arbeitsmarkt ansonsten sehr schwer hätten, einen Platz zu finden. Ziel des Projektes ist, ihren Beitrag für die Welt sichtbar zu machen – das ist nicht unterstützenswert, sondern auch köstlich!

5. Besuch beim Künstler Vahan Topchyan

Ebenfalls ein gebürtiges Gyumri-Urgestein ist Vahan Topchyan. Der Maler und Illustrator lernte an der Gyumri School of Painting als auch am Polytechnischen Institut in Yerevan – sozusagen ein Universalgelehrter!

Der heitere Künstler arbeitet vorrangig auf Bleistift, Aquarell und Acryl und mit Bleistift und erschafft wunderbare, machmal verträumte, vielschichtige und ab und auch bizarre Figurenwelten: Katzen als Hüte und tubaspielende Prinzessinnen sind da keine Seltenheit. Wie passend, dass viele seine Motive in Kindermärchenbücher genutzt werden.

Vahan ist derweil international enorm renommiert: Von Moskau über Teheran, Deutschland und Großbritannien. Übrigens hat Katrin im von ihm gestalteten Zimmer im Berlin Art Hotel übernachtet.

6. Bahnhof Gyumri

Der Bahnhof, ein an die Sowjetunion erinnerndes Bauwerk, liegt an der Gorki-Straße, eine der längsten Straßen in Gyumri. Sie verbindet den Bahnhof mit der Innenstadt. Ich malte mir den Bahnhof ehrlich gesagt bombastischer aus, vermutlich weil ich von Moskau anderes gewöhnt war. Die innere Kuppel ist sehenswert, ansonsten eine alte Dampflok, die in einem kleinen Park auf der gegenüberliegenden Seite liegt.

7. Statue der Mutter Armenien

Am Rande der Stadt befindet sich in einem Park ein Hügel, auf dem die Statue der Mutter Armenien über alles ragt. Nach dem Tod Stalins und dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Frühjahr 1962 beschlossen die Armenier 1975, die Stalin Statue zu entfernen und durch diese zu ersetzen. Auch in Jerewan findest du eine Statue, wie du sie hier siehst.

8. Schwarze Festung

Die Highlights am Nachmittag kannst du auf eigene Faust erkunden, wobei die Statue der Mutter Armenien und die Schwarze Festung ein Stück außerhalb lieben.

Wir haben für alle Stops ab Bahnhof bis zur Festung die Tour mit dem Mondrian Bus gemacht: Ein bunter Bus mit interaktiven Audiokommentaren zu den jeweiligen Highlights, an denen wir anhielten.

Buchen kannst du die Tour direkt an der Rezeption des Berlin Art Hotel.

Tour mit dem Mondrian Bus in Gyumri
Tour mit dem Mondrian Bus in Gyumri

9. Abendessen & Drinks im Alexandrandrowski

Mitten auf der Abovyan-Street tut sich hinter einer Häuserfassade ein hübscher kleiner Innenhof auf. Im Alexandrandrowski könnt ihr moderne armenische Speisen genießen sowie frischgezapftes Bier und tolle Drinks trinken. Hier herrschte einer ausgelassenere, jüngere Stimmung als im Rest der Stadt – wenn das Wetter stimmt, dann unbedingt hier einkehren! Im Sommer wird hier außerdem eine Bühne aufgebaut, auf der wechselnde Solokünstler ihre Live-Songs zum besten geben.

Es ist allerdings nicht so leicht zu finden: Klickt hier!

Tagesausflüge aus Gyumri

Gyumri ist auch ein idealer Ausgangspunkt, um das nahe gelegene Land und die Städte zu erkunden, denn viele Attraktionen sind nur einen Tagesausflug und maximal drei Stunden mit dem Auto entfernt.

Viele Besucher fahren oft ins nahe gelegene Jerewan, wo du die vielen Museen und historischen Stätten erkunden kannst. Alternativ kannst du einen Tagesausflug zum Sewansee, dem größten See Armeniens, oder zum Dilijan-Nationalpark "Armeniens Schweiz" machen, wo du durch die atemberaubenden Berge und Wälder wandern kannst. Wir haben die Orte auf dem Weg nach Jerewan besucht.

Stadtführungen und Armenien erkunden

Shirak Tours und Holiday Armenia, die beide zum Berlin Art Hotel gehören, informieren dich direkt nach Buchung über Angebote für Ausflüge und Touren. Nach Wunsch erstellen sie dir eine Rundreise. Der Inhaber der Hotels Alex spricht fließend Deutsch.

Essen und Trinken

Natürlich gibt es viele weitere Orte, an welchen du in Gyumri gut speisen kannst. Wir hatten folgende auf unserer Liste, aber keine Zeit mehr dafür:

  • Gyumri Brauerei: Bist du Bierliebhaber? Dann kannst du der Entstehungsgeschichte des Bieres im historischen Viertel Kumayri folgen. Die Brauerei bietet Führungen und Verkostungen an. Bei uns wurde renoviert und alles war geschlossen. Dafür konnten wir im Biergarten des Berlin Art Hotels das köstliche Bier verkosten.
  • Gyumri Hacatun: BBQ & Kebab, nur 400 m vom Hotel entfernt
  • Nor Aleppo: 1,2 km vom Hotel
  • Florence Gyumri (ein wenig edler), 1 km vom Hotel
  • GGH by Chechil (ein wenig edler, tolles Surrounding glaube ich), 1 km vom Hotel

Karte mit allen Highlights

Hier findest du eine Karte, in der wir alle besuchten Orte eingetragen haben. Somit findest du dich vor Ort einfacher zurecht. Du kannst die Karte auch offline speichern.

Weitere Reisetipps

Hotel-Tipp: Berlin Art Hotel

Nach dem verheerenden Erdbeben 1988 wurde vom Deutschen Roten Kreuz Berlin ein Krankenhaus gegründet. Nachdem einige Jahre später die Unterstützung aus Deutschland geendet hatte, wurde man kreativ und funktionierte einen Teil des Krankenhauses zum Berlin Art Hotel um. Dabei ist das Wort "Art" wörtlich zu nehmen: Es gibt nicht nur eine Kunstgalerie mit wechselnden Ausstellungen, sondern jedes Zimmer ist geschmückt mit Kunstwerken anderer armenischer Künstler.

Außerdem ist ein Deutscher Biergarten angeschlossen.

Frage im Hotel nach, ob sie dir auch typisch armenische Gerichte kochen können. Diese sind wirklich unfassbar gut (und wer will schon Brezeln, Burger und Pizza auf Reisen essen, wenn die armenische Küche eine Offenbarung ist?). Im Hotel spricht jeder gutes Englisch oder sogar Deutsch. Es werden Touren und Ausflüge sowie einen Transfer vom und zum Flughafen angeboten. Ideal für alle, die, wie wir, ohne eigenes Auto in Armenien reisen. Außerdem könnt ihr hier auch Treffen in den Ateliers der oben erwähnten Künstler anfragen.

Etwas außerhalb von Gyumri gibt es außerdem eine neu gebaute Ökolodge, in der ihr ebenfalls – umgeben von der Natur mit einem herrlichen Ausblick über die Landschaft – schlafen könnt. Das bietet sich vor allen Dingen für Wintersportler an, die hier zahlreich unterkommen. Einfach mal nachfragen, Alexan Ter-Minasyan – der mit zahlreichen Projekten innerhalb der Stadt und in der Gegend aufwarten kann – hilft gerne weiter.

Anreise

Mit dem Flugzeug

Direktflüge aus Deutschland gibt es aktuell nur mit Condor ab Frankfurt nach Jerewan. Auch Gabelflüge aus Berlin kommend über Polen oder Wien landen nur in der armenischen Hauptstadt. Der Transfer per Taxi dauert etwa 3 Stunden.

Dabei gäbe es mit dem Shirak Airport nur 5 km außerhalb der Stadt einen Flughafen. Seit Corona wurden die Flüge aus Deutschland mit Billigfliegern nicht wieder aufgenommen (ab Berlin und Memmingen).

Mit dem Zug

Der Nachtzug aus Tiflis nach Jerewan, der auch in Gyumri anhält. Es gibt einen Schnellzug und einen älteren Zug (langsamer aber günstiger).

Alle weiteren Reisetipps für Armenien findest du auf unserer Übersichtsseite mit allen Reiseberichten für Armenien.

Fazit

Gyumri ist eine lohnende Stadt, in der es auf Schritt und Tritt eine reiche Geschichte und Kultur zu entdecken gibt. Egal, ob du dich für die Museen von Gjumri interessierst oder einfach nur durch die malerischen Straßen schlendern willst, es gibt viel zu erleben. Und wenn du die Stadt für ein oder zwei Tage verlassen möchtest, gibt es von Gyumri aus auch viele tolle Möglichkeiten für Tagesausflüge.

Weitere Tipps für Armenien hier ansehen.

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Katrin Lehr viel-unterwegs.de Gründerin
Hi ich bin Katrin!

Ich bin Katrin und viel unterwegs! Mit Campervan oder Rucksack möchte ich die ganze Welt entdecken. Um meine Erfahrungen & Erlebnisse zu teilen, habe ich diesen Reiseblog gegründet!

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