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Tübingen eignet sich perfekt für einen Tagesausflug, weil du Altstadt, Neckarfront, Schloss und Stiftskirche bequem zu Fuß erreichst. Vom Bahnhof läufst du in wenigen Minuten zur Eberhardsbrücke und hast direkt den Blick auf die bunten Häuser am Neckar, den Hölderlinturm und die Stocherkähne.

Wir haben Tübingen bei einer Stadtführung durch die Altstadt erkundet. Besonders gut fand ich die kleinen Details zur astronomischen Uhr am Rathaus, zu den alten Universitätsgebäuden und zu Friedrich Hölderlin. Unser Guide erzählte auf Schwäbisch – trocken, kurzweilig und mit genau der richtigen Portion Humor.

Das Wichtigste zu Tübingen an 1 Tag

Tübingen lohnt sich für 1 Tag, weil du die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ohne Auto erreichst und trotzdem viel Abwechslung bekommst: Altstadt, Neckarfront, Schloss, Aussichtspunkte und Cafés.

  • Beste Route: Bahnhof → Neckarinsel → Neckarfront → Hölderlinturm → Marktplatz → Schloss Hohentübingen → Münzgasse → Holzmarkt → Stiftskirche → Nonnenhaus → Österberg
  • Schönste Sehenswürdigkeiten: Neckarfront, Hölderlinturm, Marktplatz mit Rathaus, Schloss Hohentübingen, Stiftskirche St. Georg, Neckarinsel und Stocherkahnfahrt
  • Beste Fotospots: Eberhardsbrücke, Neckarinsel, Platanenallee, Schloss Hohentübingen und Österberg
  • Ideale Dauer: Für die Altstadt, den Neckar und Schloss Hohentübingen reicht 1 Tag. Mit Museum, Stocherkahnfahrt und längerer Pause solltest du 6 bis 8 Stunden einplanen.
  • Mein Tipp: Starte vormittags an der Neckarfront und plane die Stocherkahnfahrt für den frühen Nachmittag ein. Öffentliche Stocherkahnfahrten finden von Mai bis September täglich um 13 Uhr statt, samstags zusätzlich um 17 Uhr. Die Fahrt dauert 1 Stunde und kostet 13 € für Erwachsene.

Lohnt sich Tübingen für einen Tag?

Tübingen lohnt sich für einen Tag, weil du die schönsten Sehenswürdigkeiten kompakt auf einer Route durch die Altstadt und am Neckar verbinden kannst. Besonders praktisch: Vom Bahnhof läufst du nur wenige Minuten bis zur Neckarinsel und bist damit direkt am bekanntesten Blick der Stadt.

Für mich ist Tübingen kein Ort, den du mit einer langen To-do-Liste abhaken solltest. Die Stadt lebt davon, dass du langsam durch die Gassen gehst, am Marktplatz stehen bleibst und dich zwischendurch in ein Café setzt. Genau deshalb eignet sich Tübingen so gut für einen Tagesausflug. Auch ideal für alle, die den Neckartalweg mit dem Fahrrad fahren und dabei in Tübingen einen Stopp einlegen.

Die wichtigsten Stationen für 1 Tag sind die Neckarfront mit Hölderlinturm, der Marktplatz mit Rathaus, das Schloss Hohentübingen, die Stiftskirche St. Georg und die Neckarinsel mit Platanenallee. Wenn du mehr Zeit hast, ergänze den Österberg, das Nonnenhaus oder das Museum Alte Kulturen im Schloss.

Wichtig für deine Planung: Das Museum Alte Kulturen im Schloss Hohentübingen ist mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, donnerstags bis 19 Uhr. Der Eintritt kostet 5 € für Erwachsene.

Meine Route für 1 Tag in Tübingen

Die beste Route für 1 Tag in Tübingen startet am Bahnhof und führt zuerst zur Neckarinsel. So kommst du direkt an den schönsten Aussichtspunkt der Stadt und kannst dich danach Schritt für Schritt durch die Altstadt treiben lassen.

Ich würde die Route so planen:

  1. Bahnhof Tübingen
  2. Eberhardsbrücke und Blick auf die Neckarfront
  3. Neckarinsel mit Platanenallee
  4. Hölderlinturm
  5. Marktplatz mit Rathaus und Neptunbrunnen
  6. Schloss Hohentübingen
  7. Münzgasse und Alte Aula
  8. Holzmarkt und Stiftskirche St. Georg
  9. Nonnenhaus und Ammergasse
  10. Österberg oder Neckarfront zum Abschluss

Diese Reihenfolge ist ideal, wenn du Tübingen zum ersten Mal besuchst. Du startest mit dem Postkartenblick, läufst danach in die Altstadt hinauf und beendest den Tag entweder mit Aussicht oder entspannt am Neckar.

Wo startest du deinen Tag in Tübingen am besten?

Du startest deinen Tag in Tübingen am besten am Bahnhof und läufst zuerst zur Eberhardsbrücke. Von dort hast du den klassischen Blick auf die bunte Neckarfront, den Hölderlinturm und die Stocherkähne.

Der Weg vom Bahnhof zur Neckarbrücke ist kurz und unkompliziert. Genau deshalb ist Tübingen so angenehm für einen Tagesausflug mit der Bahn. Du brauchst kein Auto und musst somit auch keinen Parkplatz suchen.

Auf der Eberhardsbrücke hast du den ersten freien Blick auf Neckarfront, Hölderlinturm und Stocherkähne.

Mein Tipp: Geh nicht nur über die Brücke, sondern auch hinunter zur Neckarinsel. Von dort wirkt die Neckarfront noch schöner, vor allem am Vormittag oder am späten Nachmittag.

Wichtigste Sehenswürdigkeiten in Tübingen

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Tübingen liegen fast alle in der Altstadt, an der Neckarfront und auf dem Schlossberg. Wenn du Tübingen zum ersten Mal besuchst, solltest du vor allem die Neckarinsel mit Platanenallee, den Hölderlinturm, den Marktplatz mit Rathaus, das Schloss Hohentübingen, die Stiftskirche St. Georg und die Münzgasse mit Alter Aula einplanen.

Viele dieser Orte liegen nur wenige Gehminuten voneinander entfernt. Genau deshalb kannst du Tübingen gut an 1 Tag erkunden, ohne dich zu hetzen.

Neckarinsel mit Platanenallee

Die Neckarinsel mit Platanenallee ist einer der besten Startpunkte für 1 Tag in Tübingen. Von hier blickst du auf die Neckarfront mit den bunten Häusern, den Hölderlinturm und die Stocherkähne auf dem Neckar.

Die Platanenallee auf der Neckarinsel ist ein Naturdenkmal. Laut Tübingen-Info kannst du hier spazieren gehen, auf den Bänken zwischen den hohen Bäumen sitzen oder auf die „Schokoladenseite“ Tübingens, die Neckarfront, schauen.

Besonders schön ist die Platanenallee im Sommer und Herbst, wenn die Bäume Blätter tragen. Dann ist die Insel ein guter Ort, um dem Trubel an der Neckarbrücke kurz auszuweichen. Am Ende der Allee liegt das Seufzerwäldchen. Der Name klingt kitschig, passt aber erstaunlich gut zu Tübingen.

Unser erster Stopp bei der Stadtführung führte uns über den Indianersteg auf die Neckarinsel. Wenn du mit der Bahn kommst, kannst du ähnlich starten: vom Bahnhof Richtung Neckar laufen, über die Brücke gehen und zuerst den Blick auf die Häuserzeile mitnehmen.

Mein Tipp: Geh nicht nur bis zur Eberhardsbrücke. Unten auf der Neckarinsel hast du mehr Ruhe für Fotos und siehst die Neckarfront ohne vorbeifahrende Autos und Fahrräder direkt vor der Nase.

Hölderlinturm

Der Hölderlinturm ist das bekannteste Wahrzeichen Tübingens an der Neckarfront. Der gelbe Turm mit dem spitzen Dach steht direkt am Wasser und gehört zu den Motiven, die du in Tübingen fast automatisch fotografierst.

Friedrich Hölderlin verbrachte 36 Jahre im Turmzimmer im ersten Stock. Heute befindet sich im Hölderlinturm ein Museum zu seinem Leben und Werk. Der Eintritt ist frei.

Am besten siehst du den Hölderlinturm von der Neckarinsel. Von dort steht der Turm nicht allein im Bild, sondern zusammen mit Neckar, Häuserzeile, Trauerweide und Stocherkähnen.

Mein Tipp: Für Fotos ist der Blick von der Neckarinsel besser als direkt vor dem Gebäude. Dort bekommst du den Hölderlinturm zusammen mit der Neckarfront aufs Bild.

Neckarfront

Die Neckarfront ist das klassische Tübingen-Motiv mit bunten Häusern, Hölderlinturm und Stocherkähnen. Wenn du nur 1 Foto aus Tübingen mitnimmst, mach es hier.

Die Häuser stehen dicht am Wasser und teilweise auf alten Mauern über dem Neckar. Genau diese enge Lage macht den Blick so besonders: unten der Fluss, darüber die schmalen Fassaden, dahinter die Altstadt.

Die beste Perspektive hast du von der Eberhardsbrücke und von der Neckarinsel. Auf der Brücke ist mehr los, dafür bekommst du dort den schnellen Überblick. Auf der Insel hast du mehr Platz und kannst in Ruhe fotografieren.

Mein Tipp: Komm am Anfang deines Rundgangs hierher. Dann hast du direkt den wichtigsten Blick auf Tübingen gesehen und kannst danach entspannt in die Altstadt laufen.

Stocherkahnfahrt auf dem Neckar

Eine Stocherkahnfahrt auf dem Neckar ist eine gute Ergänzung für deinen Tübingen-Tag, wenn du die Neckarfront vom Wasser aus sehen möchtest. Vom Kahn aus siehst du die Platanenallee, den Hölderlinturm und die Häuserzeile direkt vom Neckar.

Für Einzelpersonen und kleine Gruppen buchst du am einfachsten die öffentliche Stocherkahnfahrt. Die Tickets gibt es nur im Vorverkauf in der Touristinformation an der Neckarbrücke; eine Vorabbuchung ist sinnvoll. Treffpunkt ist die Anlegestelle Casino, Wöhrdstraße 25.

Die öffentlichen Fahrten finden von Mai bis September täglich um 13 Uhr statt, samstags zusätzlich um 17 Uhr. Bei schönem Wetter gibt es samstags teilweise schon ab Mitte April bis Mitte Oktober Fahrten. Die Fahrt dauert 1 Stunde inklusive Ein- und Ausstieg und kostet 13 € für Erwachsene sowie 11 € für Kinder bis 12 Jahre.

Für Gruppen buchst du besser einen privaten Stocherkahn. Tübingen-Info bietet klassische Gruppenfahrten von April bis Ende Oktober zu Wunschterminen an; die öffentlichen Zeiten um 13 Uhr und samstags 17 Uhr sind dafür ausgenommen.

Praktische Tipps für deine Stocherkahnfahrt:

  • Ticket: vorab in der Touristinformation an der Neckarbrücke kaufen.
  • Treffpunkt: Anlegestelle Casino, Wöhrdstraße 25.
  • Beste Zeit: mittags oder früher Nachmittag, damit du danach noch genug Zeit für Schloss, Marktplatz und Stiftskirche hast.
  • Bei Regen: vorher nachfragen, ob die Fahrt stattfindet.
  • Für Gruppen ab 4 Personen: Buche besser einen privaten Stocherkahn.

Mein Tipp: Für 1 Tag in Tübingen passt die öffentliche Fahrt um 13 Uhr am besten. Starte vormittags mit Neckarinsel, Hölderlinturm und Marktplatz, steig mittags in den Stocherkahn und lauf danach zum Schloss Hohentübingen hinauf.

Marktplatz

Der Marktplatz ist das Zentrum der Tübinger Altstadt. Hier stehen das historische Rathaus, der Neptunbrunnen und mehrere Fachwerkhäuser dicht beieinander.

Der Platz eignet sich gut für eine Pause während deines Rundgangs. Setz dich in eines der Cafés, schau auf das Rathaus und nimm dir Zeit für die Fassade. Besonders schön ist der Marktplatz an Markttagen, wenn Stände vor dem Rathaus aufgebaut sind.

In der Mitte des Marktplatzes steht der Neptunbrunnen.

Mein Tipp: Geh einmal langsam um den Platz. Die schönsten Details siehst du nicht aus dem Caféstuhl, sondern wenn du Rathaus, Brunnen und Fachwerkhäuser aus verschiedenen Blickwinkeln anschaust.

Rathaus mit astronomischer Uhr

Das Rathaus von Tübingen ist das prägende Gebäude am Marktplatz und vor allem wegen seiner bemalten Fassade und der astronomischen Uhr sehenswert. Es wurde 1435 als Markthalle sowie Sitz von Gericht und Rat erbaut. Das oberste Stockwerk kam 1495 hinzu.

Die Fassade ist voller Details. Du siehst unter anderem das Stadtwappen, das württembergische Wappen, Porträts bedeutender Tübinger und allegorische Figuren für Gerechtigkeit, Fleiß und Wissenschaft.

Besonders spannend ist die astronomische Uhr von 1511 am Rathausgiebel. Ohne Stadtführung hätte ich sie vermutlich nur kurz angeschaut. Mit Erklärung wird sie deutlich interessanter, weil sie zeigt, wie eng Tübingen schon früh mit Wissenschaft, Universität und Astronomie verbunden war.

Mein Tipp: Stell dich nicht zu nah vors Rathaus. Die schönste Perspektive bekommst du etwas weiter hinten auf dem Marktplatz, damit du die ganze Fassade und die Uhr im Blick hast.

Schloss Hohentübingen

Das Schloss Hohentübingen liegt oberhalb der Altstadt und lohnt sich wegen des Innenhofs, der Aussicht und des Museums der Universität Tübingen. Der Aufstieg ist kurz, aber durch das Kopfsteinpflaster etwas steil.

Schloss Hohentübingen wurde erstmals 1078 als „castrum twingia“ erwähnt. Heute nutzt die Universität Tübingen das Schloss unter anderem für das Institut der Klassischen Archäologie und das Museum Alte Kulturen.

Wir sind bei unserem Besuch hinaufgelaufen, haben aber keine Führung durch das Schloss gemacht. Schon der Weg, der Innenhof und der Blick über die Altstadt lohnen sich. Für das Museum solltest du zusätzliche Zeit einplanen.

Mein Tipp: Geh auch dann zum Schloss hinauf, wenn du nicht ins Museum möchtest. Der Blick über Tübingen ist einer der besten Stopps auf einer 1-Tages-Route.

Burse

Die Burse gehört zu den ältesten Gebäuden der Universität Tübingen und liegt in der Bursagasse nahe der Neckarfront. Sie wurde zwischen 1478 und 1482 für die Artistenfakultät gebaut, also für die Grundausbildung der damaligen Studenten.

In der Burse lernten junge Studenten die sogenannten artes liberales. Dazu gehörten Grammatik, Logik, Rhetorik, Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik. Erst danach konnten sie an einer der höheren Fakultäten weiterstudieren.

Auch Friedrich Hölderlin spielt in der Geschichte der Burse eine Rolle. Nach seinem Aufenthalt in der Universitätsklinik wurde er hier behandelt, bevor er später im Turmzimmer an der Neckarfront lebte.

Mein Tipp: Du kommst an der Burse fast automatisch vorbei, wenn du von der Neckarfront Richtung Altstadt läufst. Nimm den Stopp kurz mit und geh danach weiter zum Marktplatz oder zur Stiftskirche.

Evangelisches Stift

Das Evangelische Stift zählt zu den wichtigsten Orten der Tübinger Universitätsgeschichte. Das ehemalige Augustinerkloster wurde nach der Reformation zur Ausbildungsstätte für evangelische Theologen in Württemberg.

Berühmt ist das Evangelische Stift vor allem durch seine früheren Studenten: Friedrich Hölderlin, Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling wohnten hier Ende des 18. Jahrhunderts zeitweise unter einem Dach.

Das Gebäude liegt in der Altstadt nahe der Stiftskirche. Von außen wirkt das Evangelische Stift eher schlicht, deshalb reicht für 1 Tag in Tübingen ein kurzer Stopp auf dem Weg durch die Altstadt. Interessant ist vor allem die Geschichte, nicht ein spektakulärer Innenraum oder Aussichtspunkt.

Mein Tipp: Achte bei einer Stadtführung darauf, ob der Guide die Verbindung zwischen Hölderlin, Hegel und Schelling erklärt. Ohne diesen Hintergrund läuft man am Evangelischen Stift schnell vorbei.

Stiftskirche St. Georg

Die Stiftskirche St. Georg ist die wichtigste Kirche in der Tübinger Altstadt. Sie steht am Holzmarkt, nur wenige Schritte vom Marktplatz entfernt, und gehört für mich fest zu einem Rundgang durch das Zentrum.

Die Pfarrkirche St. Georg wurde 1191 erstmals urkundlich erwähnt. 1477 wurde sie im Zuge der Universitätsgründung zur Stiftskirche umgewandelt und spätgotisch neu errichtet. Im Inneren siehst du einen gotischen Lettner, einen Altar des Dürer-Schülers Hans Schäufelein, einen reich verzierten Taufstein, die Steinkanzel um 1500, das Chorgestühl und Glasfenster aus der Zeit um 1477. Der Chor dient seit der Reformation 1534 als Grablege des württembergischen Herrscherhauses.

Der Holzmarkt vor der Kirche lohnt sich ebenfalls. Hier wurde bis ins 20. Jahrhundert hinein Holz gehandelt. Heute hast du vom Platz aus einen guten Blick auf die Fenster der Stiftskirche und den Brunnen mit Georg dem Drachentöter. Gegenüber liegt die Heckenhauersche Buchhandlung, in der Hermann Hesse von 1895 bis 1899 als Buchhändlerlehrling und Gehilfe arbeitete.

Mein Tipp: Geh hinein, wenn die Stiftskirche geöffnet ist. Für einen kurzen Besuch reichen 10 bis 15 Minuten. Danach kannst du direkt weiter durch die Münzgasse zur Alten Aula laufen.

Alte Aula

Die Alte Aula ist eines der historischen Universitätsgebäude in der Münzgasse. Das Gebäude wurde 1547 als zentrales Haus der Universität Tübingen errichtet und diente über Jahrhunderte als Ort für Vorlesungen, Sitzungen und akademische Feiern.

In der Alten Aula befanden sich früher unter anderem Hörsäle, Archiv und Bibliothek der Universität. Auch der Senat tagte hier. Akademische Grade wurden verliehen, Streitfälle verhandelt und Strafen gegen Universitätsangehörige beschlossen.

Heute lohnt sich der Stopp vor allem, wenn du dich für die alte Universität interessierst. Die Münzgasse zeigt gut, wie eng die Geschichte Tübingens mit der Universität verbunden ist: Stiftskirche, Alte Aula und weitere Universitätsorte liegen hier nur wenige Schritte auseinander.

Mein Tipp: Lauf nach der Stiftskirche durch die Münzgasse zur Alten Aula. Der Abstecher kostet kaum Zeit und passt gut in einen Rundgang durch die Altstadt.

Universitätskarzer

Der Universitätskarzer liegt in der Münzgasse 20 und gehört zu den ungewöhnlichsten Orten der Tübinger Universitätsgeschichte. Von 1515 bis 1845 diente der Karzer als Gefängnis für die „cives academici“, also für Mitglieder der Universität. Meist saßen dort Studenten ein.

Eingesperrt wurden Studenten unter anderem wegen Saufgelagen, nächtlichem Randalieren, Würfelspielen, heimlichen Eheverlöbnissen oder Verstößen gegen die Kleiderordnung. Aus Langeweile bekritzelten sie die Wände. Später ließ die Universität die Räume mit biblischen und antiken Bildern und Sprüchen bemalen.

Besichtigen kannst du den Universitätskarzer derzeit nicht. Laut Tübingen-Info ist der Karzer aus Denkmalschutzgründen geschlossen. Für deinen Rundgang reicht deshalb ein kurzer Stopp vor dem Gebäude in der Münzgasse.

Mein Tipp: Nimm den Universitätskarzer mit, wenn du von der Stiftskirche zur Alten Aula läufst. Beide Orte liegen nur wenige Schritte voneinander entfernt.

Alter Botanischer Garten

Der Alte Botanische Garten liegt am Rand der Altstadt und ist heute ein öffentlicher Park der Universität Tübingen. Das Gelände wurde 1805 als Botanischer Garten der Universität angelegt. Seit 1969 befindet sich der Botanische Garten auf der Morgenstelle; der alte Standort wird als Grünanlage genutzt.

Der Park passt gut in deinen Rundgang, wenn du zwischen Altstadt, Schloss und Universität eine kurze Pause einlegen möchtest. Breite Wege, alte Bäume und Rasenflächen machen den Alten Botanischen Garten besonders angenehm, wenn es in den Gassen voll ist.

Historisch wichtig ist die Unterscheidung zu Leonhard Fuchs. Der Mediziner und Botaniker legte im 16. Jahrhundert beim Nonnenhaus einen frühen botanischen Garten an. Der heutige Alte Botanische Garten ist jedoch der Standort von 1805.

Mein Tipp: Nimm den Alten Botanischen Garten mit, wenn du nach dem Schloss noch Zeit hast. Für deinen ersten Rundgang sind Neckarfront, Marktplatz, Rathaus, Schloss und Stiftskirche wichtiger.

Weitere schöne Orte in Tübingen, wenn du mehr Zeit hast

Stadtmuseum im Kornhaus

Das Stadtmuseum im Kornhaus zeigt Tübingens Stadtgeschichte mitten in der Altstadt. Es liegt in der Kornhausstraße 10 und ist in einem ehemaligen Kornhaus untergebracht.

Das Kornhaus wurde ab 1453 als überdachter Kornmarkt am Ammerkanal genutzt. Heute zeigt das Stadtmuseum dort Ausstellungen zur Stadtgeschichte, zur Stadtentwicklung und zu einzelnen Tübinger Persönlichkeiten.

Der Eintritt ins Stadtmuseum ist frei. Geöffnet ist Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Für einen kurzen Besuch würde ich 45 bis 60 Minuten einplanen.

Mein Tipp: Das Stadtmuseum passt gut nach dem Marktplatz oder bei Regen in deinen Tübingen-Tag. Für den ersten Rundgang würde ich aber zuerst Neckarfront, Schloss, Marktplatz und Stiftskirche besuchen.

Französisches Viertel

Das Französische Viertel ist kein historischer Altstadtteil, sondern ein modernes Quartier in der Tübinger Südstadt. Es entstand nach dem Abzug der französischen Truppen auf einer ehemaligen Militärbrache.

Zusammen mit dem Loretto-Areal wurde das Gebiet zu einem gemischten Stadtquartier mit Wohnungen, Arbeitsplätzen, kleinen Betrieben, Cafés und öffentlichen Plätzen entwickelt.

Für 1 Tag in Tübingen würde ich das Französische Viertel nur einplanen, wenn dich moderne Stadtentwicklung und Architektur interessieren. Von der Altstadt liegt es ein Stück entfernt und passt nicht so direkt in die klassische Route an Neckarfront, Marktplatz und Schloss.

Mein Tipp: Besuche das Französische Viertel eher bei einem zweiten Tübingen-Besuch oder mit dem Fahrrad. Dann kannst du den Abstecher entspannter mit Cafés, kleinen Läden oder einer Tour durch die Südstadt verbinden.

Krumme Brücke und Ammergasse

Die Krumme Brücke und die Ammergasse zeigen eine ruhigere Seite der Tübinger Altstadt. Die Krumme Brücke markierte früher die Grenze zwischen Oberstadt und Unterstadt; die Ammergasse gehörte lange zum Arbeitsgebiet von Gerbern und Färbern.

Heute läufst du hier an kleinen Brücken, Wasserläufen, schmalen Häusern und Läden vorbei. Der Abschnitt passt gut, wenn du nach Marktplatz und Stiftskirche noch etwas durch die Altstadt schlendern möchtest.

Mein Tipp: Geh von der Münzgasse weiter Richtung Ammergasse statt direkt zurück zur Neckarfront. So bekommst du noch einen anderen Blick auf Tübingen abseits der bekannten Fotospots.

Karte: Alle Sehenswürdigkeiten im Blick

Hier findest du alle Top-Sehenswürdigkeiten in Tübingen im Überblick auf einer Karte.

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Mehr Informationen

Ausflugsziele rund um Tübingen

Rund um Tübingen liegen mehrere Ausflugsziele, die sich gut mit einem Wochenende in der Region verbinden lassen. Für einen reinen Tagesausflug nach Tübingen würde ich sie nicht zusätzlich einplanen. Dafür sind Altstadt, Neckarfront, Schloss Hohentübingen und Stocherkahnfahrt bereits genug Programm.

Burg Hohenzollern

Die Burg Hohenzollern liegt rund 25 km südlich von Tübingen bei Hechingen. Die Burg sitzt weithin sichtbar auf dem Zollerberg und gehört zu den bekanntesten Ausflugszielen der Region.

Mit dem Auto erreichst du die Burg von Tübingen aus am einfachsten. Ohne Auto fährst du mit der Bahn nach Hechingen und weiter mit dem Bus oder Shuttle Richtung Burg. Plane für Anreise, Besichtigung und Rückweg mindestens einen halben Tag ein.

Mein Tipp: Kombiniere die Burg Hohenzollern lieber mit einem Wochenende in Tübingen als mit deinem ersten 1-Tages-Rundgang. Sonst wird der Tag zu voll.

Neckartal-Radweg

Der Neckartal-Radweg führt direkt durch Tübingen und passt gut, wenn du die Stadt mit einer Radtour verbinden möchtest. Besonders praktisch sind die Etappen von Horb am Neckar nach Tübingen und von Tübingen nach Esslingen.

Die Strecke verläuft meist nah am Neckar und ist durch das moderate Profil auch für weniger geübte Radfahrer gut machbar. Tübingen eignet sich dabei als schöner Zwischenstopp: Du kannst an der Neckarfront pausieren, durch die Altstadt laufen und danach weiter Richtung Reutlingen, Nürtingen oder Esslingen fahren.

Mein Tipp: Plane Tübingen nicht nur als kurzen Fotostopp ein. Für Neckarinsel, Marktplatz, Stiftskirche und Schloss Hohentübingen solltest du mindestens 3 bis 4 Stunden Zeit lassen.

Essen und Trinken

Leckeren Kaffee und Frühstück aus der hauseigenen Backstube findest du im Willi. Du sitzt entweder drinnen auf stylishen Vintage-Möbeln (die du alle kaufen kannst) oder draußen im gemütlichen Außenbereich im Grünen. Auf Nachhaltigkeit wird hier besonders viel Wert gelegt, was mir sehr gefällt. Gegen einen Euro Pfand gibt's wiederverwendbare Becher (Adresse: Wilhelmstr. 3/1, mehr Infos)

  • Uni-Café-Ristorante Unckel: Pizza, Pasta und wechselnde Tagesmenüs. Studentenfreundliche Preise und eine lockere Atmosphäre (Adresse: Wilhelmstr. 17, mehr Infos).
  • Raban Buch: Sehr guter Kaffee und eine tolle Auswahl an aktueller und klassischer Belletristik. Das Raban Buchcafé ist ein tolles Örtchen zum Schmökern und Kaffee trinken. Außer Büchern gibt es auch tolle Geschenke und Postkarten (Adresse: Aixerstr. 44, mehr Infos)

Weitere Tipps für Tübingen

Anreise

Nach Tübingen gelangst du am einfachsten mit der Bahn. Vom Hauptbahnhof läufst du in etwa 10 Minuten zum Neckarufer und in die Altstadt. Das ist ideal für einen Tagesausflug, denn Parkplätze sind begrenzt und kostenpflichtig.

Bequeme Schuhe für Kopfsteinpflaster

In der Altstadt läufst du viel über unebenes Kopfsteinpflaster. Auch der kurze, aber steile Aufstieg zum Schloss Hohentübingen ist gepflastert. Trage deshalb bequeme Schuhe, besonders wenn du den ganzen Tag zu Fuß unterwegs bist.

Touren und Stadtführungen

Für Tübingen gibt es eine tolle Stadtführung mit viel Witz auf Schwäbisch. Die Tour beginnt direkt an der Touristinformation an der Neckarbrücke und dauert etwa 1,5 Stunden. Du kannst die Tour vor Ort an der Touristinformation buchen, oder wie wir vorab im Internet auf der Webseite von Tübingen Tourismus.

  • Die Tour kannst du hier buchen
  • Kosten: 10 Euro
  • Dauer: 1,5 Stunden
  • Stadtführungen in der Altstadt: April bis Oktober täglich 14.30 Uhr, samstags auch um 11.00 Uhr
  • Treffpunkt: Touristinformation an der Neckarbrücke
  • Zu bestimmten Daten gibt es auch Motto-Führungen (hier ansehen)

Bester Reiseführer für Tübingen

Falls du mehrere Orte in Baden-Württemberg besuchen möchtest, empfehle ich dir den Reiseführer Schwäbische Alb: Mit Tübingen, Ulm und Ostalb aus dem Trescher Verlag. Vor Ort habe ich mir außerdem den kleinen Guide Tübingen an einem Tag: Ein Stadtrundgang und einen weiteren Reiseführer in einer Buchhandlung gekauft.

Auch gut finde ich die Reiseführer Glücksorte in Tübingen: Fahr hin und werd glücklich. Allerdings besitze ich dieses Exemplar nicht selbst.

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Das sagen unsere Leser

2 KOMMENTARE
  • Besucher Kommentar von Wendy
    Wendy
    24. April 2023 um 13:38 Uhr

    Gute Zusammenfassung. Unter Essen & Trinken könnte man noch etwas ergänzen. Tübingen hat wirklich viele Cafés und auch Restaurants zu bieten. Die meisten davon tatsächlich in der Innenstadt: Collegium, Schwarzes Schaf, Jägers, Mokka, Caros Restaurant, Gasthaus Bären und und und. Nicht alles ist super aber vieles gut und der Ausblick auf die Fachwerkhäuser ist immer ein schönes Erlebnis.


  • Besucher Kommentar von Taxi Akbulut
    Taxi Akbulut
    18. Januar 2023 um 21:38 Uhr

    Tübingen muss man tatsächlich gesehen haben. Zu allen Jahreszeiten gibt es z.Bsp. verschiedene Märkte:
    Schokomarkt
    Umbrisch provenzialischer Markt
    Martini Markt
    Weihnachtsmarkt
    Tübingen macht das Multi Kulti sein aus.
    Bei ca. 90 000 gemeldeten Bewohnern und davon ca. 30000 Stundenten da könnte ihr euch vorstellen wie bunt es bei uns in Tübingen zugeht.


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