Unsere besten 10 Tipps für Meiningen

Welcome back in Thüringen! Bereits im letzten Jahr waren wir in der Prachtregion im Südwesten des Bundeslandes unterwegs und schauten uns das beschauliche Örtchen Schmalkalden von Nahem an, diesmal ist die größte Stadt der Region dran: Meiningen!

Von der TV-Sendung „Quarks & Co“ bekam Meiningen den Titel „Q-City“ verliehen; sozusagen Deutschlands optimaler Standort, nicht mehr und nicht weniger. Die Universität Kaiserslautern erwägte dabei Faktoren wie Klima und Freizeitmöglichkeiten, aber auch Erreichbarkeit: Nahezu von jedem Ort in Deutschland braucht es nicht mehr als drei bis vier Autostunden, um diese hübsche Stadt zu besuchen.

Besonders historisch, kulturell, landschaftlich und natürlich kulinarisch gibt es in Meiningen eine ganze Menge zu entdecken: Schlösser, Staatstheater, der Thüringer Wald, die Rhön, Klöße und Sauce – da verliert man schnell mal den Überblick. Deshalb hier unser handlicher 10-Stufen-Plan für dieses wunderschöne Fleckchen Thüringer Erde: Zehn Dinge, die ihr in Meiningen machen müsst!

Die Fachwerkhäuser bestaunen

Das erste, was sofort bei Ankunft ins Auge springt, sind die vielen alten Fachwerkhäuser. Wir persönlich bekommen von diesen enorm gepflegten, bei jedem Wetter anschaulichen Schönheiten nie genug, und auch Meiningen lädt zu einer ausgiebigen Wanderung durch die Stadt und seine Gebäudefronten ein.

Auch der luftige Marktplatz mit seiner massiven Stadtkirche „Unseren lieben Frauen“, deren Dach mit bunten Zierknopf-Mustern versehen ist, sind ein echter Blickfang. (Direkt gegenüber gibt es übrigens fantastisches Gelato bei „La Voglia“.)

Lange Wanderungen unternehmen

Direkt an Meiningen schließen sich herrliche und gut gepflegte wie organisierte Wanderwege an. So kann man sich zum Beispiel mit Johannes Brahms höchstpersönlich auf morgendliche Streifzüge durch die Wälder begeben – QR-Codes am Wegesrand machen O-Töne aus den Tagebüchern des Komponistengenies hörbar.

Wer ein paar Stunden mehr Zeit hat, der kann sich dem „Meininger“ annehmen, ein etwa 11 Kilometer langer Trail mitten durch den Thüringer Wald. Ihr passiert verschiedene Aussichtspunkte, bei denen ihr die Stadt von oben bewundern könnt, lauft über Felder und Wiesen und kommt schlussendlich zum Schloss Elisabethenburg zurück.

Der will nur spielen.

Die richtig Sportlichen können sich auf den äußeren Ringweg begeben, der die Stadt östlich über das Werratal umkreist und 23 Kilometer misst. Das schöne aber an allen Routen: Man sieht nicht nur so gut wie keinen Menschen, sondern sie lassen sich in der Regel prima miteinander kombinieren.

Das Schlossmuseum besuchen

Das Schloss Elisabethenburg strotzt nur so voll interessanter Geschichten. Über allem thront sozusagen wortwörtlich die fulminante Geschichte von Adelheid Louise Theresa Caroline Amelia von Sachsen-Meiningen, später auch kurz: Queen Adelaide von Großbritannien!

Die Verlobung mit Wilhelm Heinrich von Großbritannien – seines eher mäßig ausgeprägten Intellekts wegen „Silly Billy“ genannt – und die darauffolgende Einkehr nach England ebneten den wahnwitzigen Weg einer schlichten Meininger Prinzessin an die die englische und irische Kronspitze. Den Weihnachtsbaum hat die Gute gleich mit auf die Insel genommen, sodass auch das Vereinte Königreich heute Tannen schmücken darf. Und warum heißt die Hauptstadt von South Australia nochmal „Adelaide“? Richtig. Was für eine Frau!

Diese und unzählige andere Geschichten erlebt ihr im Schloss Elisabethenburg, genauer gesagt: im Schlossmuseum der Meininger Museen. Nehmt euch dafür ruhig ein paar Stunden Zeit und lasst euch durch die Schlosskirche und die zahlreichen Räume führen. Uns nahm Herr Barthel professionell wie unterhaltsam an die Hand – einfach mal nachfragen, vielleicht ist er ja da, aber es findet sich auch ganz sicher ein:e andere:r patente:r Kollege/Kollegin.

Wer sich an Kronleuchtern und feudalem Überfluss sattgesehen hat, sollte sich auch die temporären und wechselnden Ausstellungen nicht entgehen lassen. So lernten wir, dass Günter Grass nicht nur ein ausgezeichneter Autor, sondern auch ein exzellenter Illustrator und Maler mit einem ungemeinen politischen Engagement war.

Danach bitte unbedingt noch eine weitere Etage nach oben laufen, denn dort müsst ihr …

Kuchen im Schlossturm-Café essen

Im Hessensaal des Turmcafés bietet sich ein enorm erhabener Kaffee- und Kuchengenuss inmitten barocken Interieurs. Kunstvoll verstuckte Decken und Wände, aufwendig verzierte Wappenschilder sowie wechselnde Torten, Kuchen und Eiscafés (sowie eine unerwartet breite Grüntee-Auswahl) laden euch zum Verweilen und die etwas betuchteren Damen der Gemeinde zum nachmittäglichen Tratschen ein. Beeindruckend – am besten reservieren!

Eine Inszenierung im Staatstheater anschauen

Meiningen heißt nicht umsonst „Theaterstadt“: Das Staatstheater Meiningen gilt als eine der renommiertesten Bühnen der Republik und als Geburtsort des modernen Regietheaters, das ihm Ende des 19. Jahrhunderts eine internationale Sonderstellung einräumte. Der Spruch „Meiningen: Ein Theater mit Stadt“ kommt nicht von ungefähr.

Bei unserem Besuch konnten wir uns nicht nur das Musical „The Sound of Music“ anschauen und einen Blick hinter die Kulissen werfen, sondern die enorm vielseitige und dem Theater angeschlossene Meininger Hofkapelle beim „Symphonic Pops“ im Schlossgarten erleben – inklusive Feuerwerk.

Schaut euch mal im Programmplan um – und lasst euch unbedingt eine Führung durch die geschichtsträchtigen Räume geben. Toi, Toi, Toi!

Alle Klöße vertilgen, die du finden kannst

Hütes“, das sind Thüringer Klöße, faustgroße Glücksbälle aus güldenen Kartoffeln. Einer Sage nach seien die Klöße erstmals im 16. Jahrhundert im „Schlundhaus“ in Meiningen hergestellt worden (hier nächtigten wir übrigens). Spielentscheidend war dabei die Sagengestalt Holle, die in ebenjenem Lokal einen derart ungenießbaren Wein trank, dass sie sofort alle Reben in der Region einfrostete. Gutmütig wie sie aber war, gab sie den Meiningern als Wiedergutmachung die Kartoffel – und das Rezept für den Kartoffelkloß.

Noch heute feiert Meiningen diese Geschichte mit dem sommerlichen „Hütesfest“, bei dem oben genannter Sagenunhold Holle ein Kloßrezept an den Bürgermeister übergibt und dabei die mahnenden Worte spricht: „Hüt es!“ – daher auch der volkstümliche Name.

Der perfekte Hütes ist dabei von einer gewissen Viskositität, man könnte fast sagen: halb flüssig. Eine Konsistenz zwischen fest und weich, die perfekt dafür geeignet ist, in der herzhaften braunen Bratensauce zermatscht zu werden.

Unsere Hütes-Studien führten uns zu mehreren Destinationen, aber besonders gut fanden wir die Klöße der Schloß- sowie der Ratsstube. Erstere bietet sogar moderne, gebackene Hütes und einen Hütes-Burger an, noch dazu sitzt man im noblen Schlosshof mit Blick auf das feudale Prachtgebäude. Ob mit Roulade, Schweinebäckchen oder Gulasch – die Dinger machen nicht nur glücklich, sondern auch hochgradig süchtig.

Im Englischen Garten entspannen

Meiningen ist grün! Neben dem Schlosspark gibt es noch den wunderbar hergerichteten wie ausladenden Englischen Garten. Hier lässt es sich bei nahezu fast jeder Tageszeit flanieren, joggen oder entspannen, entweder mit Blick auf den Parkteich mitsamt beleuchteter Brunnenanlage oder aber auf den Wiesen bei der Gruftkapelle, vor der euch der Kopf von Johannes Brahms beim Wegdösen beäugt.

Übrigens ist dies das allererste deutsche Denkmal an den wegweisenden Musiker, wie uns ein kundiger Meininger aus dem Nichts erzählte. Überhaupt erlebten wir die Ansässigen so redsam und fachkundig wie noch nirgends; ob beim Fotografieren eines Fachwerkhauses oder beim Wurstkauf auf dem Marktplatz, immer wieder wurden wir angesprochen und uns eine neue interessante Geschichte zugetragen. Die/der Meininger:in ist stolz auf das, was sie/er hat!

Meiningen von oben betrachten

Meiningen ist umgeben von bergigem Terrain, sodass es sich zu jeder Tageszeit anbietet, ein paar Minuten in die Höhe zu wandern und den prächtigen Ausblick zu genießen und ein bisschen durchzuatmen.

Das lässt sich zum Beispiel hervorragend beim Diezhäuschen erleben, oder in der Schaubach-Hütte – oder aber, wer ein paar Meter mehr zurücklegen aber dafür wirklich ungestört sein will, bei der Ruine auf der Donopskuppe. Besonders zum Sonnenuntergang ein fantastisches Bild!

Attraktionen in der Umgebung erkunden

Über die Landstraßen schlängelt sich das Tal über die Rhön und den Thüringer Wald vorbei an tollen Orten und kleinen Dörfern.

So lohnt Trip zu „Noahs Segel“, einem Aussichtsturm mit unvergleichlichem Blick über die Rhön, die Felder und Wälder Thüringens und etwa eine halbe Autofahrstunde entfernt von Meiningen. Für schmale 2 Euro kann man hinauf, hinab geht es dann über eine Rutsche.

Danach könnt ihr weiterfahren zum erloschenen Vulkan Dolmar, ein echtes Naturdenkmal. 730 Meter ragt der kalte Koloss über den Boden, der Aufstieg dauert ungefähr eine Stunde. Als Startpunkt empfehlen wir die märchenhafte Johanniterburg in Kühndorf.

Danach bahnt sich der Weg vorbei an der „Gerichtslinde“, die im Volksmund auch „Hexenlinde“ genannt wird. Eben deshalb, weil an ihr – einer grausamen Faszination gleich – noch bis 1660 vermeintliche Hexen ihre vermeintlich gerechte Strafe erfuhren.

Weiter geht es durch Wald und über Feld, oben wartet dann der Berggasthof „Charlottenhaus“ mit einem kühlen Getränk und vielen zutraulichen Katzen (!) auf euch. Wir empfehlen, vorher anzurufen um sicherzugehen, dass die Wirtschaft auch geöffnet ist.

Auf dem Weg zu und von den Sehenswürdigkeiten passiert ihr übrigens viele kleine, hübsche Dörfer mit enorm viel – ihr ahnt es – Fachwerkschönheiten!

So viele Bratwürste wie möglich verspeisen

… eine Bonusaktivität für alle Fleischesser.

Wir werden nicht müde zu erwähnen, dass es in dieser Region die besten Bratwürste der Welt gibt, also solltet ihr euch entsprechend darauf einstellen. Irgendwo findet sich immer ein Stand mit duftend vor sich her brutzelnden Langwürsten, zu Öffnungszeiten immer fündig wird man in der „Götz Höhle“, inklusive Ausblick über die Stadt.

Hier etwas Nerdwurstwissen: Der Thüringer Rennsteig wird in hiesigen Kreisen als „Kümmeläquator“ bezeichnet. Heißt: Nördlich davon wird Kümmel in die Thüringer Bratwurst getan, südlich – also auch hier, in Meiningen – nicht.

Überhaupt war das Thema „Kümmel“ ein heißdiskutiertes, besonders im Gespräch mit den Einheimischen beim sonntäglichen Metzgereinkauf auf dem Markt. Knoblauch oder Kümmel – scheinbar eine Glaubensfrage. Petri Wurst!

Häufige Fragen

Wie komme ich nach Meiningen?

Mit dem Zug ist’s möglich, aber eher schwierig, zumal man sich vor Ort der Reiseflexibilität beraubt. Wir empfehlen die Anreise mit dem Auto.

Wie reise ich in der Region?

Auch hier empfiehlt sich das Auto, allerdings haben wir auch viele Fahrradfahrer gesehen, denn: Die Meiningen-Haßfurt-Route ist äußerst beliebt.

Wie lange brauche ich für Meiningen?

Wenn man das ganze oben beschriebene 10-Stufen-Paket abdecken will, sollte man schon drei bis vier Nächte einplanen. Empfehlenswert ist dann die Weiterreise in andere Städte wie zum Beispiel Schmalkalden oder Oberhof.

Hotel-Tipps für Meiningen

Wir nächtigten im für den Kloß historischen Schlundhaus, einem hübschen kleinen Hotel in einem schmucken Fachwerkhaus mit Blick auf den Marktplatz und in direkter Nähe zum Schloss.

Ganz schön nobel, unser Schlundhauszimmer!

Was ist die beste Reisezeit für die Region?

Jede Jahreszeit hat ihre Vorzüge: Sommer und Frühherbst, wer der Wanderung, Rad- und Kanufahren frönt. Im Winter kommen die Schneesportler voll auf ihre Kosten.

Ein großes Dankeschön an Prachtregion.de für diese wunderbare Reise – meine Meinung ist natürlich meine eigene.

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Chris Lippert
Hi ich bin Chris!

Hi ich bin Chris Ich bin Musiker, spiele Gitarre, Bass, Klavier, manage Künstler und schreibe Songs. Als Restaurantkritiker liebe ich gutes Essen und das Reisen ist für mich der beste Weg, den eigenen Horizont zu erweitern. Kulinarische Reisen führten mich bisher nach Japan, China, Vietnam, Sri Lanka, Mexiko, Dänemark, Finnland, Norwegen, Indien, Österreich, Schweiz, Großbritannien, Israel, Thailand, Myanmar u.v.m.