Ligurien ist mehr als der Cinque Terre Nationalpark

Ligurien Roadtrip: Sehenswürdigkeiten & Highlights meiner 1-wöchigen Rundreise

Ligurien Roadtrip: Sehenswürdigkeiten & Highlights meiner 1-wöchigen Rundreise 1

Italien zählt für viele zu einem der schönsten Länder Europas – völlig zu Recht, gibt es doch unzählige UNESCO-Weltkulturerbestätten, wunderschöne Strände und Berge, idyllische Seen und natürlich an jeder Ecke kulinarische Gaumenfreuden wie Pizza, Pasta, Fisch, Wein und Co.

Auch ich bin dem Charme von Bella Italia verfallen, jedoch hat es mich bislang eher immer in die Toskana oder noch weiter südlich nach Rom und Neapel gezogen.

Dieses Jahr hat es mich jedoch nach Ligurien verschlagen und ich muss sagen: Die Region braucht sich definitiv nicht vor den anderen Hotspots zu verstecken und hat so einiges zu bieten!

Im folgenden Artikel verrate ich dir, was du dir auf keinen Fall entgehen lassen solltest und wie du die schönsten Sehenswürdigkeiten Liguriens in eine spannende 7-Tages-Tour verpacken kannst!

Allgemeines über Ligurien

Ligurien – wo liegt das eigentlich genau? Die meisten können mit dem Namen der Region nicht viel anfangen. Spätestens jedoch bei der Erwähnung des Cinque Terre Nationalparks klingeln die ersten Glocken. Moment mal, das waren doch diese bunten Dörfer an der Küste…

Ganz genau. Der knapp 38km große Nationalpark um die fünf farbenfrohen Küstendörfer ist wohl das bekannteste Ziel in Ligurien.

Die Region befindet sich im Norden Italiens und grenzt im Westen an Frankreich, im Osten an die Toskana und nördlich an die Regionen Piemont und Emilia-Romagna. Und im Süden? Da liegt das Mittelmeer und damit einhergehend ein 300 km² langer, idyllischer Küstenabschnitt.

Die Hauptstadt Genua befindet sich relativ mittig in Ligurien – von hier kann man ostwärts Richtung Cinque Terre und La Spezia oder westwärts zur Blumenriviera und San Remo aufbrechen. Im Hinterland befinden sich die ligurischen Alpen und ein Teil des Apennin-Gebirges.

Ligurien ist eine Region mit vielen Facetten und ebenso vielfältig sind die Möglichkeiten, was man dort unternehmen oder welche Sehenswürdigkeiten man sich ansehen kann.

Im Folgenden erhältst du schon mal einen ersten Überblick:

Sehenswürdigkeiten, die du dir nicht entgehen lassen solltest

Zum „Pflichtprogramm“ deines Besuchs in Ligurien sollte unbedingt gehören:

  • die Bergdörfer Apricale und Dolceaqua
  • das verlassene Dorf Bussana Vecchio 
  • das noble Portofino 
  • Und ja, selbstverständlich darf auch der Cinque Terre Nationalpark nicht fehlen

Empfehlenswerte Ergänzungen zu deiner Ligurien Rundreise

Je nachdem wie viel Zeit du für deine Rundreise durch Ligurien hast, kann diese Liste noch beliebig ergänzt werden.

  • Hauptstadt der Region: Genua. Lange als hässliche Arbeiterstadt verschrien, bieten die schmalen Gassen der Altstadt und das bekannte Aquarium durchaus einen touristischen Reiz.
  • Eine Wanderung auf den Monte Galero im Landesinneren von Albenga – ein wundervoller Rundumblick wird dich hier erwarten!
  • Wer viel Zeit hat, kann auch einen Abstecher ins nahe gelegene Monaco oder an die Côte d’Azur unternehmen, beziehungsweise einen Ausflug ins Marmorgebiet von Massa und Carrara planen

Empfohlene Route durch Ligurien

Egal, aus welcher Ecke Deutschlands du kommst und ob du mit dem Auto, Wohnmobil oder dem Flieger anreist, dein Weg wird dich sehr wahrscheinlich erst mal nach Genua führen.

Von hier kannst du dich zunächst westlich orientieren und deine Reise entlang der berühmten Blumenriviera entlang bis San Remo starten. Nach einem kurzen Abstecher in die Berge von San Remo arbeitest du dich anschließend wieder die Küste bis nach Genua hinauf, um schließlich östlich der bekannten Hafenstadt einige der klassischen Sehenswürdigkeiten Liguriens mitzunehmen.

Alle beschriebenen Straßen sind mit einem Wohnmobil problemlos machbar – auch wenn es zu Beginn vielleicht etwas ungewohnt sein kann, auf den teils sehr schmalen Bergstraßen und dem quirligen Stadtverkehr Italiens unterwegs zu sein.

Im Folgenden siehst du schon mal einen Überblick über eine mögliche Route:

  • Tag 1: Genua – San Remo – Dolceaqua & Apricale 
  • Tag 2: Perinaldo – Bussana Vecchio
  • Tag 3: Imperia – Mendatica – Wasserfall Arroscia
  • Tag 4: Borgio Verezzi – Noli
  • Tag 5: Varazze – Portofino
  • Tag 6: Cinque Terre
  • Tag 7: Cinque Terre – Tellaro

Übernachtet habe ich auf dieser Route immer in der freien Natur – wenn man einen offenen Blick hat, findet man immer einen Platz, der sich dafür anbietet. Für mich gab es dabei keinerlei Probleme – allerdings bin ich auch sehr bescheiden unterwegs. Wer groß die Markise ausfährt und sich mit Tischen und Stühlen draußen häuslich einrichtet, braucht sich meiner Meinung nach nicht zu wundern, wenn er kontrolliert wird und darauf hingewiesen wird, dass wild Campen nicht erlaubt ist. 

Solltest du dich für das Freistehen entscheiden, verhalte dich den Einheimischen und der Natur gegenüber bitte respektvoll und hinterlasse alle Orte so wie du sie vorfindest – im Idealfall sogar noch ein wenig sauberer. Solltest du dich gegen das wild Campen entscheiden, findest du an der Küste zahlreiche Campingplätze und in den Bergen Airbnb’s und Hotels, auf die du zurückgreifen kannst. 

Reisebericht Ligurien Roadtrip

Im Folgenden findest du nun einen detaillierten Reisebericht über meine Rundreise durch Ligurien. Da ich mit dem Wohnmobil unterwegs gewesen bin, habe ich immer versucht, möglichst abseits von großen Städten zu übernachten und mich eher in der Natur aufzuhalten. 

Tag 1: Genua – San Remo – Apricale & Dolceaqua

Die Fahrt von Genua nach San Remo führt 2 Stunden entlang der Autobahn. Diese ist zwar kostenpflichtig, allerdings ist die Autobahn in dieser Region auch wirklich eine kleine Sehenswürdigkeit, denn sie führt über zahlreiche Brücken und Viadukte und verläuft eigentlich den überwiegenden Teil in der Luft. Auch wenn es viele Tunnel auf der Strecke gibt, so bekommt man doch regelmäßig einen schönen Blick auf die Küste und die kleinen Bergdörfer geboten.

Tipp:

Ich würde dir empfehlen, die Autobahn zu nutzen, wenn du gen Süden fährst – auf die Art sparst du zum einen Zeit und du kannst die landschaftlich reizvolle Küstenstraße (Via Aurelia) nutzen, wenn du wieder hinauf Richtung Genua fährst. Auch aus fotografischer Sicht ist das ratsam, da du auf diese Art nicht die Gegenspur auf den Bilden haben wirst,  wenn du (bzw. hoffentlich eher dein Beifahrer) während der Fahrt fotografierst.

San Remo selber wird zwar gerne als wunderschöner und sehenswerter Rat beschrieben, mir persönlich gibt die Stadt aber nicht viel. Ja, die Promenade mit den markanten Blumen, für die San Remo bekannt ist, ist ganz hübsch anzusehen, trotzdem lasse ich den Trubel schnell hinter mir und folge bis Bordighera der Küstenstraße weiter Richtung Frankreich. Hier biege ich auf kleine Sträßchen ab, die hinauf in die Berge führen. Gerade einmal 25 km trennen San Remo und Dolceaqua und doch hat man das Gefühl, man taucht in eine gänzlich andere Welt ein.

Sehenswürdigkeiten Dolceaqua:

  • Castello dei Doria: thront hoch oberhalb der Stadt. Es wurde erstmals 1177 erwähnt und kann besichtigt werden.
  • März – Oktober: 10-13.30 Uhr und 14.30-18.00 Uhr, letzter Einlass 30 Minuten vor Schließung
  • Oktober – März: 10-17 Uhr, montags Ruhetag
  • Weitere Informationen: www.visitdolceaqua.it/castello-die-doria-dolceaqua 
  • Ponte Vecchio di Dolceaqua: im 13. Jahrhundert erbaut, überspannt sie den Fluss Nervia in nur einem einzigen Boden. Claude Monet fand in dieser Brücke Inspiration für sein Gemälde.
  • Die gesamte Altstadt mitsamt seiner engen Gassen ist absolut sehenswert.

Weitere 5 km musst du nun nur noch stetig den Berg hinauf fahren, dann bist du schon in Apricale, der nächsten mittelalterlichen Stadt. Sie gehört der Vereinigung „Borghio più belli d´Italia“ an, welche die schönsten Orte Italiens zusammenfasst.

Sehenswürdigkeiten Apricale:

  • Zentrum des Ortes ist der Platz Piazza Vittorio Emanuelle II. Hier findest du die Lehnsburg, das San Bartolomeo Oratorium und die Kirche (welche übrigens ein Fahrrad auf dem Kirchturm ziert)
  • Beim Spaziergang durch die mittelalterlichen Gassen wirst du viele Steinarkaden und Wandmalereien verschiedener Künstler finden
  • Der Spaziergang lässt sich auch noch ausweiten und um die umliegenden Olivenhaine erweitern, wenn du dich gerne etwas mehr bewegen möchtest.

Tipp: Wenn du die Nacht in Apricale verbringst, bietet der noch höher gelegene Ort Perinaldo am Abend ein hervorragendes Fotomotiv.

Tag 2: Perinaldo – Bussana Vecchio

Wenn du schon dabei bist, dir mittelalterliche Orte anzuschauen, sollte Perinaldo ebenfalls nicht fehlen. Es ist der mit 572 m höchstgelegenste Ort der drei Dörfer. Du erreichst ihn nach kurzer Fahrzeit auf schmalen, kurvigen Straßen.

Überblick über Perinaldo:

  • Da hier zwei italienische Astronome geboren wurden, dreht sich im Ort sehr viel um den Himmel und die Sterne. Es gibt ein astronomisches Observatorium und ein Planetarium.
  • Cassini Museum: dokumentiert das Leben und Wirken des Astronoms Giovanni Domenico Cassini
  • Die Gassen des Ortes sind mit Fotos von Einheimischen aus alten Tagen geschmückt.

Tipp: Vor allem die Gassen um die Bar „DiVino“ herum haben es mir besonders angetan, da hier einige Gemälde an die Steinmauern gehängt wurden und zusammen mit dem richtigen Lichtspiel dadurch eine tolle Atmosphäre herrscht. Der perfekte Stopp für einen kleinen Snack oder ein Glas Wein.

Von Perinaldo kannst du entweder auf den Bergstraßen bleiben und über San Romolo Richtung Bussana Vecchio fahren oder du wählst die Variante mit den breiteren Straßen: dazu fährst du dieselbe Strecke nach Bordighera zurück, die du hinauf gefahren bist und folgst in Bordighera angekommen der Küstenstraße nordwärts bis Bussana. 

Typisch für Italien liegen die Altstädte oft oben in den Bergen, während sich das moderne Leben am Fuße des Berges entwickelt hat. So verfügt auch Bussana mittlerweile über einen neumodischen Stadtkern entlang der Küste und hat seinen alten, mittelalterlichen Ursprung noch auf der Bergspitze.

Wissens- und Sehenswertes für Bussana Vecchio

  • Bussana Vecchio wurde bei einem Erdbeben 1851 schwer zerstört, wobei etwa 2000 der Einwohner ums Leben kamen. Das Dorf wurde anschließend im Tal neu aufgebaut und die Überreste wurden sich selbst überlassen, bis vor einigen Jahrzehnten eine Hippie-Gemeinschaft Einzug im alten Bussana Vecchio hielt, mit der Mission, den Ort vor dem Verfall zu retten.
  • Mittlerweile ist Bussana Vecchio als Künstlerort bekannt – in fast jedem der noch existierenden Häuser befinden sich kleine Läden mit echten Unikaten. Es ist interessant, mal einen Blick hinter die Gemäuer werfen zu können und einen Eindruck in das Leben hier zu gewinnen
  • Der halb verfallene Ort ist wirklich schön anzusehen und bietet tolle Fotomotive, vor allem oben an der imposanten Kirche. Während ich so stehe und die Aussicht genieße, höre ich nur ein leises Platsch und ein Blick auf meine linke Schulter offenbart mir, dass es auch hier oben in den Bergen noch Möwen gibt, die sich augenscheinlich eine Auszeit vom Meer gönnen. Also nimm dich vor den Möwen in acht  ;-)

Tipps:

  • Der Ort ist autofrei. Es besteht die Möglichkeit, bis zum nahe gelegenen Friedhof zu fahren und dort zu parken, die Plätze sind aber begrenzt. Ich habe auf einem Supermarkt-Parkplatz in Bussana geparkt und bin hinauf gewandert.
  • Gleich am Ortseingang gibt es ein gemütliches Café (Piazetta Golosa), welches hervorragenden selbstgemachten Kuchen anbietet.

Tag 3: Imperia – Mendatica – Wasserfall Arroscia

Von Bussana folgst du weiterhin der Küstenstraße bis nach Imperia. Die Stadt wird dir direkt durch ihren markanten Dom auffallen, welcher das Stadtbild prägt. Am Besten parkst du am Hafen und schlenderst von hier vorbei an zahlreichen Yachten hinauf zum Dom.

Meiner Meinung nach hast du damit bereits das Wichtigste der alten Fischerstadt gesehen, so dass du relativ zügig zur Weiterfahrt in die Berge aufbrechen kannst. Zwar sind es nur knapp 40km bis nach Mendatica, doch auf den schmalen, kurvigen Bergstaßen ist schnelles Fahren nur bedingt möglich.

Tipp: Der kleine Ort Pieve de Teco bietet sich unterwegs für einen Fotostop und zum Beine vertreten an, denn hier gibt es eine schöne, alte Steinbrücke zu sehen.

In Mendatica kannst du auf einem öffentlichen Platz unterhalb der Kirche parken. Zum Einstieg der Wanderung musst du dann nur ein Stück die Straße wieder hinunter laufen und entdeckst dann direkt die ersten Wanderschilder.

Gute 60-90 Minuten solltest du pro Strecke für die Wanderung zum Wasserfall Arroscia (Cascate Arroscia) schon einplanen. Es geht etwa 300 Höhenmeter hinauf, doch die Wege sind gut beschildert und am Wasserfall gibt es eine Bank, die sich hervorragend für ein verdientes Picknick eignet.

Hast du mehr Zeit? Empfehlenswerte Ergänzung:

  • Wenn du länger Zeit hast, kannst du in den Bergen bleiben und weiter nach Garessio fahren. Unterwegs kommst du bei Balma del Messere an einigen Festungsanlagen vorbei. Garessio ist der perfekte Ausgangspunkt für Wanderungen in der Umgebung.
  • Empfehlenswerte Tour: der 1708 m hohe Monte Galero ist der höchste Gipfel der Provinz Savona. Gute 5 Stunden solltest du hin und zurück auf jeden Fall einplanen, denn es gilt 750 Höhenmeter zu bewältigen. Unterwegs wirst du mit herrlichen Blicken auf die Berge Liguriens belohnt.
  • Über Castelvecchio kommst du wieder zurück an die Küste. Unterwegs begegnen dir zahlreiche Burgen und Ruinen.

Tag 4: Borgio Verezzi – Noli

Von Mendatica nimmst du dieselbe Strecke wieder zurück nach Imperia und folgst von dort der Via Aurelia weiter Richtung Genua. Der Küstenabschnitt um Pietra Ligure herum ist besonders schön und felsig, also halte die Kamera auf jeden Fall griffbereit. In Borgio Verezzi kannst du einfach den Ausschilderungen folgen und kommst direkt zur Grotte.

Grotte di Borgio Verezzi:

  • Die Grotten wurden erst 1933 entdeckt und sind aufgrund verschiedener Mineralien die buntesten Grotten Italiens
  • Auf 800m Wegstrecke gibt es verschiedene Tropfsteine, Säulen und Stalaktiten zu bewundern
  • Preis für Eintritt und Führung 9€ pro Erwachsener, mehrere Führungen (ca. 40 Minuten) täglich
  • Genaue Zeiten unter www.grottediborgio.it

Leider waren die Grotten bei mir aufgrund von Corona noch geschlossen, ich würde sie dir aber auf jeden Fall empfehlen, da sie wirklich schön sind und ich viel positives darüber gehört habe.

Von den Grotten hast du es nicht mehr weit bis nach Noli. Hier ist fast ein wenig chinesischer Charme in Italien spürbar, aber nicht etwa aufgrund von billigen Souvenirs und Kitsch, sondern aufgrund der Stadtmauer, welche in ihrer Form und Verlauf ein wenig an die chinesische Mauer erinnert.

Sehenswürdigkeiten Noli:

  • Auch Noli gehört zu den „borghi più belli d´Italia“, den schönsten Orten Italiens
  • Die Festung der Stadt geht auf das 8. Jahrhundert zurück. Es sind noch drei Stadttore/Türme erhalten, welche die Stadt vor den Überfällen der Sarazenen schützen sollte.
  • Die Burgruine Monte Ursino oberhalb des Ortes kann gut zu Fuß erreicht werden. Unterwegs bieten sich tolle Blicke hinab auf Noli.
  • Die Kirche S. Paragorio aus dem 11. Jahrhundert besticht mit einem bemalten Kruxifix.
  • Der gesamte mittelalterliche Ortskern ist sehr gut erhalten und lädt zu einem Spaziergang ein.

Tag 5: Varazze – Portofino

Von Noli aus folgst du abermals der Via Aurelia. Unterwegs kommst du an Savona vorbei, einer wie ich finde, ziemlich hässlichen Stadt, die sich ewig in die Länge zieht. Lohnenswert ist es da eher, einen kurzen Zwischenstopp in Varazze zu machen. Hier gibt es einen schönen Hafen und eine lange Strandpromenade, wo du hervorragend eine kleine Badepause einlegen kannst.

Von Varazze fährst du weiter bis Genua – wenn du dir die Hafenstadt anschauen möchtest, kannst du das gerne tun, ich persönlich empfinde sie allerdings als nicht sonderlich sehenswert und würde dir daher empfehlen, die Zeit lieber für Portofino aufzusparen.

Tipp: Portofino ist autofrei. Parken kann man in Santa Margherita und von dort mit dem Bus (ca. 3€) nach Portofino fahren oder man wandert entlang der kurvenreichen Straße etwa eine Stunde und genießt eine atemberaubende Aussicht auf die Küste und die noblen Häuser. Ab Paraggia hat man zudem die Möglichkeit, auf den neu angelegten Weg „Passegiate dei Baci“ auszuweichen. Ich kann die Wanderung wirklich sehr empfehlen!

Sehenswürdigkeiten in Portofino:

  • Castello Brown: oberhalb von Portofino gelegen, Serpentinen führen hinauf zur Burg. Die Burg selber hat von innen nicht viel zu bieten, doch beim Blick aus dem Garten hinab nach Portofino verschlägt es mir schlicht die Sprache. Allein dafür lohnen sich die 5€ für den Eintritt definitiv!
  • Chiesa di San Giorgio: liegt ebenfalls erhöht auf einem Berg. Sie enthält die Reliquien von Sankt Georg.
  • Wanderweg „Passegiate dei Baci“, der Weg des Kusses. Vermutlich eine Anlehnung an den nahe gelegenen, bekannten Wanderweg „Via Delle Amore“ (den Liebesweg), der die Cinque Terre Dörfer verbindet. Der „Passegiate dei Baci“ ist ein neu angelegter Weg abseits der Straße, der Portofino mit Paraggia verbindet. Von hier oben hat man tolle Blicke auf das Meer, die pompösen Villen und kleinen Schlösser. Echt beeindruckend!

Tag 6: Cinque Terre

Die Cinque Terre (Fünf Dörfer) sind die Sehenswürdigkeit schlechthin in Ligurien. Zu Recht als wunderschöne, bunte und verträumte Küstendörfer bekannt geworden, hat sich daraus ein ziemlicher Hype entwickelt und man schiebt sich mit den Touristenströmen durch die Gassen. Dadurch geht ein wenig vom ursprünglichen Flair verloren, doch die Dörfer sind dennoch wunderschön. Seit 1997 gehören sie zum UNESCO Weltkulturerbe.

Die Dörfer selber sind nur zu Fuß begehbar, Parkplätze sind rar und recht teuer. Am Besten lässt du dein Auto in La Spezia stehen und fährst von dort mit dem Zug oder Schiff zu den Dörfern.

Cinque Terre im Überblick:

  • Monterosso: das nördlichste und größte Dorf und zudem das einzige mit einem großen Badestrand. Sehenswert ist die hoch gelegene Kirche San Francesco, die Statue des Giganten in Strandnähe und die Überreste der Burg.
  • Vernazza: oft als schönstes Dorf betitelt. Es gibt einen wunderschönen Hafen mit farbenfrohen Fischerbooten, die Doria-Burg mit toller Aussicht aufs Meer und die Kirche Santa Margherita di Antiochia direkt am Meer.
  • Corniglia: der einzige Ort, der nicht direkt am Meer liegt, sondern 100 m erhöht auf einem Felsen. Von Corniglia aus hat man die beste Sicht auf die Küste. Sehenswert ist zudem die Kirche San Pietro mit dem gotischen Rosenfenster. Es ist der ruhigste Ort der Cinque Terre Dörfer.
  • Manarola: das älteste Dorf. Es ist vor allem bekannt durch den Liebesweg, die Via dell´Amore, welcher Manarola mit Riomaggiore verbindet. Zahlreiche Liebesschlösser können unterwegs am Zaun gefunden werden. Doch auch für Nicht-Verliebte ist der Weg definitiv eine Empfehlung!
  • Riomaggiore: der quirligste und am meisten besuchte Ort. Die bunten Häuser steigen steil oberhalb der herrlichen Hafenbucht auf, wo Schiffe auf der einzigen Straße des Ortes geparkt werden und sich Restaurants aneinander schmiegen.

Tipp: Cinque Terre Card

  • Wenn du das Auto in Levanto oder La Spezia stehen lassen und mit dem Zug fahren möchtest, lohnt sich die Cinque Terre Card für dich. Damit kannst du die zahlreichen Wanderwege, welche die Dörfer verbinden, nutzen und hast unbegrenzte Zugfahrten auf der Strecke Levanto – Cinqque Terre – La Soezia und zurück.
  • Kosten: 1 Tag – 16 €, 2 Tage – 29 €
  • Weitere Infos und Onlinekauf unter: www.cinqueterre.eu.com/cinque-terre-card

Ich würde dir empfehlen, dir drei der Dörfer auszusuchen und sie dir in Ruhe anzusehen. Am nächsten Morgen kannst du noch ein weiteres Dorf zum Abschluss besichtigen und dann deine Reise fortsetzen.

Tag 7: Cinque Terre – Tellaro

Wenn du deine Besichtigung der Cinque Terre Dörfer abgeschlossen hast, empfehle ich dir, noch gute 30 km südlicher nach Tellaro zu fahren.

Es gilt als eines der schönsten Dörfer Italiens und steht in Sachen farbenfroher Häuser den Cinque Terre Dörfern in nichts nach. Allerdings hast du den hübschen Hafen und die steilen Gassen hier nahezu für dich alleine.

Tellaro

  • Gehört zur Vereinigung „borghi più belli d´Italia“
  • Liegt am Golf von La Spezia, 3 km südlich von Lerici
  • Am besten lässt du dich einfach durch die schmalen Gassen treiben. Am Hafen angekommen, bietet die Kirche Santa Maria in Sela ein schönes Fotomotiv und es gibt kleine Wege, die dich an der Küste entlang führen.
  • Wenn du noch Zeit übrig hast, kannst du dich auch an den 4 km langen Wanderweg hinauf ins Bergdorf Montemarcello machen. Auf einfachen, meist schattigen Wegen bieten sich tolle Ausblicke auf die Küste und Tellaro.

Tellaro liegt am Ende einer Sackgasse, du musst also dieselbe Strecke zurück fahren. Zurück nach Genua sind es gute 1,5 Stunden, wenn du die Autobahn wählst.

Weitere Ligurien Tipps und Informationen

Kulinarische Besonderheiten in Ligurien

Wie jede Region Italiens hat auch Ligurien seine kulinarischen Besonderheiten. Das Gebiet hier ist besonders von dem Zusammentreffen von Bergen und Meer geprägt: Fischgerichte auf der einen Seite, deftige Wildgerichte auf der anderen Seite. Und das Ganze (natürlich, wir sind schließlich in Italien) abgerundet von einem guten Tropfen Wein.

Bekannteste Spezialität Liguriens ist sicherlich das Pesto Genovese. Bestehend aus Basilikum, Pinienkernen, Knoblauch, Olivenöl und etwas Pecorino Käse schmeckt es hervorragend zu Pasta.

Auch das Focaccia Brot ist über die Landesgrenzen Liguriens hinaus bekannt: ähnlich einem Pizzafladen, aber deutlich dicker kann das fluffige Brot in verschiedensten Varianten zubereitet werden: ob pur, mit Käse, Zwiebeln oder als „Foccacia alla Genovese“ mit Tomaten, Oliven, Rosmarin und Salz. Eine weitere Variante in Ligurien ist die „Sardenaria“ – eine Foccacia, die aus Sardinen, Sardellen und Kapern hergestellt wird.

Weitere Fische, die neben Sardellen und Sardinen gerne auf den Tisch kommen, sind Goldbrasse, Muscheln und andere Meeresfrüchte, sowie Schwertfisch. All diese Fische sind vor der Küste Liguriens heimisch und finden entsprechend häufig Verwendung.

Wenn es dir eher nach Fleisch gelüstet, dann solltest du die verschiedenen Salamisorten probieren: diese sind oftmals mit schwarzem Pfeffer, Knoblauch oder Weißwein abgeschmeckt und sehr lecker. Eine weitere Spezialität ist Cima all Genovese; gefüllte Kalbfleischtaschen, die in Scheibent geschnitten und kalt verzehrt werden. Oder aber Coniglio; Kaninchen, welches gerne mit Oliven, Kräutern und Wein zubereitet wird.

Egal ob Fisch, Fleisch oder doch einfach eine traditionelle Pizza – in jedem Falle solltest du dein Essen mit einem Glas Wein abrunden. Das Weinanbaugebiet Liguriens ist nicht sonderlich groß, weswegen es kaum Weine in den Export schaffen, sondern alles vor Ort getrunken wird. Daher solltest du dir die Gelegenheit auf einen guten Tropfen hier auf keinen Fall entgehen lassen!

Anreise nach Ligurien

Wenn du mit dem Flugzeug anreisen möchtest, bietet es sich an, nach Genua zu fliegen und dort einen Mietwagen entgegenzunehmen. Flüge sind ab vielen deutschen Großstädten möglich, zum Beispiel Berlin, Frankfurt, Düsseldorf und München. Alternativ kannst du auch ins französische Nizza fliegen (im Übrigen auch eine wunderschöne Stadt) und nimmst dir von dort einen Leihwagen.

Auch die Deutsche Bahn bietet Verbindungen nach Genua an – je nachdem, aus welcher Ecke Deutschlands du kommst, verbringst du bei dieser Variante aber gut und gerne 14, 15 Stunden im Zug und musst etliche Male umsteigen.

Am einfachsten ist es vermutlich, wenn du mit dem eigenen Auto anreist – der direkteste Weg führt dabei über Mailand und dann immer der Autobahn gen Süden folgend bis nach Genua. Beachte jedoch, dass die italienischen Autobahnen mautpflichtig sind; auf längeren Strecken kommt da schon ein ordentliches Kleingeld zusammen.

Ich hoffe, meine Tipps konnten dir helfen, dich perfekt auf deinen Ligurien Roadtrip vorzubereiten. Hast du noch Fragen oder weitere Tipps? Dann hinterlasse mir gerne einen Kommentar!

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