Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
- Ideal für den ersten Trip: Deutschland und Österreich (keine Sprachbarriere, keine Adapter nötig)
- Tagesetappen auf 3–4 Stunden begrenzen, alle 1–2 Stunden Fahrerwechsel
- Frischwassertank nur zu einem Drittel bis maximal zur Hälfte füllen – 20 Liter reichen meist bis zum ersten Stopp
- Zulässiges Gesamtgewicht kennen und vor der ersten großen Reise wiegen – Überladung kann teuer werden oder zur Stilllegung führen
- Park4Night und die Camping App (camping-app.eu) für die Stellplatzsuche europaweit, für Skandinavien zusätzlich Nordcamp
Camping bedeutet die ultimative Freiheit. Vor allem im Wohnmobil bist du vollkommen flexibel und kannst jederzeit losfahren und anhalten, wo es dir gefällt. Camping liegt im Trend; Tendenz der Camper-Zulassungen? Steil steigend!
Doch halt! Es gibt ein paar Dinge, die du beachten musst, um Katastrophen zu vermeiden: Von der Fahrsicherheit bis zur richtigen Beladung und der Entsorgung des Grauwassers.
Als Roadtrip-Fan mit Camper habe ich dir meine wichtigsten Camping Tipps zusammengetragen.
Bist du bereit? Dann lies weiter. Viel Spaß beim ersten Camping-Urlaub, egal ob mit eigenem oder Leihcamper!
Welcher Wohnmobil-Typ passt zu dir?
Kastenwagen, teilintegrierter, Alkoven oder Pickup-Camper mit Wohnkabine – die Auswahl an Wohnmobilen ist groß. Ein Wohnwagen ist vor Ort flexibler, weil das Zugfahrzeug separat unterwegs sein kann, mir aber zu "groß" für die tägliche Handhabung. Deshalb habe ich mir zuerst einen Kastenwagen (5,99 Meter Länge) gekauft, inzwischen fahre ich einen Pickup-Camper mit Wohnkabine (Big5 von Burow).
Mein Rat für den ersten Wohnmobil-Urlaub: Überlege genau, welcher Typ zu dir passt. Bleibst du unter 6 Metern und 3,5 Tonnen, zahlst du auf Parkplätzen, Fähren oder mautpflichtigen Straßen dieselben Gebühren wie mit einem normalen Pkw, nur bei Fähren kommt es oft zusätzlich auf die Länge an.
Pro-Tipp für Camping-Anfänger: Miete dir ein Wohnmobil und teste, wie es sich für dich anfühlt! Ehe du blind ein Wohnmobil kaufst, solltest du erst mal ausgiebig mit einem losreisen und alles testen. Ich habe selbst diverse Größen und Ausstattungen ausprobiert, vom Bulli über ein Auto mit Dachzelt bis zum Kastenwagen in kurzer und langer Version. Dazu kommen längere Fahrzeuge in den USA und Australien.
Denke dabei auch nicht nur an schönes Wetter, sondern auch an die Regentage! Bis ich mit einem Bulli auf einem komplett verregneten Trip unterwegs war, dachte ich, dieses Fahrzeug würde mir immer genügen. Erst der Härtefall hat mich eines Besseren belehrt.
Mittlerweile weiß ich außerdem, dass ich vollkommen autark sein möchte, und habe daher neben einer großen Batterie und 3 Solar-Panels auch ein Klo (Trenntoilette Ogo) und Dusche mit an Bord. Dazu eine gemütliche Sitzecke zum Arbeiten oder zum gemütlichen Essen, wenn es draußen stürmt. Ideal, denn ich arbeite unterwegs.
Nach ein paar Tests weißt du sicher, welcher Camping-Typ du bist und auf welche Ausstattung du besonderen Wert legst oder auch verzichten kannst.
Es dürfen nur so viele Menschen an Bord, wie TÜV-geprüfte Sitze vorhanden sind!
Wie viele Personen reisen gemeinsam im Wohnmobil? Beachte, dass du nur so viele Personen mitnehmen darfst, wie es zugelassene Sitzplätze gibt. Mein Camper hat zum Beispiel nur vier Sitze. Eine fünfköpfige Familie könnte damit nicht reisen.
Wer darf fahren? Besitzt du den richtigen Führerschein?
Hast du vor dem 1.1.1999 deinen Führerschein gemacht? Gratulation, dann darfst du auch größere Wohnmobile mit mehr als 3,5 Tonnen fahren (bis zu 7,49 Tonnen). Bist du jünger oder hast aus anderen Gründen deinen Führerschein später gemacht, musst du aktuell erst einen teuren Lkw-Führerschein machen, um diese großen Reisemobile fahren zu dürfen. Mein Tourne Mobile (Peugeot-Boxer-Basis) hat "nur" 3,5 Tonnen, der Big5 aktuell auch. Also darf jeder damit fahren, der einen Führerschein besitzt.
Tipp: Fahre vor deiner ersten Fahrt ein paar Stunden in deiner bekannten Umgebung herum, um dich mit den Abmessungen vertraut zu machen. Beachte auch, dass dein Bremsweg länger ist als mit einem normalen Auto. Schneide keine Kurven, sonst nimmst du den Randstein mit. Das wäre mir bei meiner allerersten Fahrt fast passiert, ich hatte Glück.
Wichtig: Notiere dir die Höhe und Breite
Die Maße deines Reisegefährts solltest du auf jeden Fall kennen. Denn manche Straßen sind so eng, Unterführungen niedrig oder Parkplätze mit einer Sperre für höhere Fahrzeuge versehen, dass du die Maße wissen solltest.
Route planen und ideale Reiseziele finden
Für den ersten Wohnmobil-Urlaub eignen sich Deutschland und Österreich am besten: keine Sprachbarriere, keine Adapter für Gasflaschen oder Strom nötig. In Europa sind in den Sommermonaten außerdem die Niederlande, Dänemark, Frankreich (Camping-Nation), Kroatien, Norwegen, Schweden und Finnland geeignet.
Wähle ein Reiseziel mit guter Infrastruktur und, gerade bei der ersten Reise, ein Land mit gemäßigtem bis warmem Klima. Wertvolle Tipps gibt es in speziellen Campingführern, die besonders einfache Strecken für die erste Reise mit dem Wohnmobil empfehlen.
Vielleicht planst du deshalb die ersten Tage deiner Reise im Detail und reservierst vorab auch schon den Campingplatz, bis du dich eingegroovt hast und bei den nächsten Etappen spontaner weiterfahren kannst.
Plane in Etappen, die nicht zu lang sind. Nutze Landstraßen statt Autobahnen, wenn du Zeit hast. Das Reisen ist entschleunigt und erholsamer. In den meisten Ländern sparst du dir auch die Mautgebühr, wenn du Bundes- und Landstraßen nutzt.
Perfekte weltweite Ziele für Roadtrips mit dem Camper sind Australien, die USA oder Kanada. Ich war in Australien für 3 Monate mit dem Camper unterwegs.
Roadtrips und Routen mit Wohnmobil in Europa
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Anfängerfehler: Zu lange Tagesetappen einplanen
Warum ist das ein Fehler? Wer die erste Route wie eine normale Autoreise plant, unterschätzt, wie viel langsamer und anstrengender das Fahren mit dem Wohnmobil ist. Lange Strecken rauben dir die Zeit und Energie, die du eigentlich vor Ort verbringen willst, und gerade an heißen Tagen wird die Fahrt am Steuer schnell zur Belastung.
So vermeidest du diesen Fehler: Plane keine Fahrt, die länger als 3–4 Stunden dauert. Wechselt euch als Fahrer alle 1–2 Stunden ab, vor allem an heißen Tagen. Baut bewusst Pausen ein, für einen Kaffee oder Snack an einem schönen Ort. Denk daran: Der Weg ist beim Campen das Ziel.
Wahl des geeigneten Campingplatzes/Wohnmobilstellplatzes
Es gibt drei Arten zum Übernachten: Campingplätze, ausgewiesene Wohnmobilstellplätze und das Freistehen (Wildcampen). Die richtige Wahl hängt von deiner Art zu reisen ab.
Benötigst du Strom und einen Stromanschluss, oder hast du wie ich genügend Solarpower an Bord? Entsprechend brauchst du einen Campingplatz oder kannst dir einen schönen Platz in der Natur suchen.
In Deutschland ist das Freistehen und einmalige Übernachten im Wohnmobil im öffentlichen Verkehrsraum erlaubt, um die "Fahrtüchtigkeit wieder herzustellen". Du darfst dich allerdings nicht dabei ertappen lassen, wenn du Tisch, Stühle oder Grill auspackst.
Bin ich auf Campingplätzen, suche ich davor nach "Natur Campingplatz", denn diese sind aus Erfahrung am schönsten und idyllischsten.
Pro-Tipp zur Platzwahl:
- Schattenplatz wählen: Nichts ist schlimmer, als morgens von der Hitze der auf den Camper scheinenden Sonne geweckt zu werden. Frag beim Buchen nach einem schattigen Platz.
- Abstand zu Sanitäranlagen halten: Direkt daneben kann es oft laut werden, vor allem in Süd- und Zentraleuropa. In Skandinavien, Australien, Kanada oder den USA sind die Plätze meist weitläufiger und größer, dort spielt das kaum eine Rolle. Vor allem in Australien sind die Camper Naturliebhaber, die Campingplätze entsprechend großzügig geschnitten. Eine Ausnahme ist der Uluru (Ayers Rock): Das Wahrzeichen ist so beliebt, dass die Plätze dort enger beieinanderstehen, obwohl der Campingplatz insgesamt recht groß ist.
- Balance finden: Ein ruhiger, abgelegener Platz bedeutet oft schlechtes Internet und weite Wege zu Sanitäranlagen. Ein Mittelding ist perfekt.
Campingplätze sind sichere Parkplätze
Siehe die Investition bei einer Buchung als sicheren Parkplatz. So kannst du entspannt die Umgebung erkunden und musst dir keine Gedanken machen, dass bei Rückkehr dein Camper ausgeräumt oder abhandengekommen ist.
Mein Tipp fürs Übernachten auf einem alternativen Stellplatz
Diese alternativen Stellplätze liegen in der Regel auf Bauernhöfen, Weingütern oder kleinen Bierbrauereien. In Frankreich und Deutschland habe ich diese bereits getestet, es waren immer schöne Stellplätze inmitten der Natur.
Diese Stellplätze sind kostenlos für eine Nacht, wenn du dir die passenden Bücher samt Plakette vor der Reise besorgst. Unterstütze die teilnehmenden Höfe und kaufe etwas im Hofladen als Gegenleistung für Wasser, Strom und eine heiße Dusche ein:
- VanSite Stellplatzguide (Stellplätze finden)
- Bauernleben in Österreich
- France Passion in Frankreich
- Nortrip in Norwegen
- Pintrip in Dänemark
- BritStop in Großbritannien
- España Discovery in Spanien
- Greenstop24 in Italien
- Portugal Easy Camp
- SVR in den Niederlanden
Unterwegs Wildcampen? Das musst du beachten
In Deutschland ist das Freistehen (Wildcampen) verboten, im restlichen Europa übrigens auch. Erlaubt ist es, einmalig für eine Nacht im öffentlichen Verkehrsraum zu übernachten, um die Fahrtüchtigkeit wiederherzustellen. Prüfe die Gegebenheiten im jeweiligen Land.
Der Unterschied zwischen einer erlaubten Übernachtung und verbotenem Wildcampen liegt oft im Detail: Sobald du campendes Verhalten zeigst, also Tisch und Stühle aufstellst, die Markise ausfährst oder den Grill anwirfst, gilt das nicht mehr als reine Übernachtung zur Fahrtüchtigkeit, sondern als Camping außerhalb ausgewiesener Flächen, und ist damit unzulässig. Bleib daher im Fahrzeug, parke unauffällig und verzichte auf jegliches Zubehör draußen.
Grundsätzlich gilt in Deutschland:
- Wildes Campen ist in Deutschland verboten
- In den Naturschutz- und Waldgesetzen des jeweiligen Bundeslandes findest du dazu mehr Informationen
- Detaillierte Infos gibt es bei Bergfreunde.de
Aber wie sieht es in Europa aus?
Bei Bergfreunde.de findest du die Regeln und Voraussetzungen zum Wildcampen in Europa zusammengefasst.
Restliche Welt
Aus Australien, dem südlichen und östlichen Afrika sowie den USA und Kanada gilt: Wildcampen ist überall verboten, vor allem an Ortschaften, am Wegesrand oder auf Parkplätzen. In Afrika ist es generell sicherer, auf einem Campingplatz zu übernachten, die meist ohnehin in Nationalparks liegen. In den USA gibt es in einigen Bundesstaaten Ausnahmen fernab der Zivilisation. Nutze dazu Park4Night oder die Camping App.
Apps zur Stellplatz-Suche und Wasserentsorgung
- Park4Night. Für mich die wichtigste App.
- Camping App (camping-app.eu). Europaweit mit über 60.000 Plätzen in 52 Ländern, seit 2015 am Markt.
- Nordcamp (nord.camp). Spezialisiert auf Skandinavien: Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland, Island, Färöer.
- Campermate: Für Australien und Neuseeland sehr nützlich.
- Landvergnügen. Rein digitale Mitgliedschaft für 69,90 €/Jahr, damit bekommst du Zugang zu über 2.100 Gastgebern mit mehr als 5.000 Stellplätzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Hier findest du idyllische Weingüter, Bauernhöfe oder kleine Brauereien.
Prüfe landesspezifische Regeln und Informationen zum Reiseziel
Wohin willst du fahren? Für Österreich benötigst du eine Vignette ("Pickerl"). Wiegt dein Wohnmobil mehr als 3,5 t, benötigst du zusätzlich die GO-Maut, die auch für Lkw fällig ist. Die GO-Box musst du dir vor der Reise besorgen, mehr Infos auf der offiziellen Webseite.
Für Italien und Spanien benötigst du spezielle Tafeln am Fahrradträger. In manchen Ländern sind Warnwesten pro Person vorgeschrieben. Reist du mit Haustier, prüfe ebenfalls die Regeln am Reiseziel.
Anfängerfehler: Frischwassertank randvoll machen
Wer das erste Mal losfährt, denkt meist, der Wassertank muss randvoll sein. Ein klassischer Anfängerfehler. Denn je mehr Wasser du tankst, desto schwerer wird dein Fahrzeug. Das verändert das Fahrverhalten und erhöht den Spritverbrauch mit jedem Kilo.
Tipp: Fülle den Tank nur zu einem Drittel bis maximal zur Hälfte, 20 Liter reichen meist bis zum ersten Stopp. Wasser bekommst du an praktisch jedem Campingplatz oder jeder Tankstelle nach. Entleere umgekehrt den Abwassertank vor jeder Weiterfahrt, das spart zusätzlich Gewicht. Für die Toilette gilt dasselbe.
Nur wenn ich weiß, dass ich in der ersten Nacht etwas mehr Wasser benötige, habe ich überhaupt 20 Liter dabei. Sonst sogar weniger. Bei einer Trenntoilette benötigst du kein Wasser zum Spülen.
Anfängerfehler: Das zulässige Gesamtgewicht unterschätzen
Warum ist das ein Fehler?
Sowohl mein Peugeot Boxer als auch mein Pickup Camper Big5 sind auf 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht ausgelegt. Das klingt großzügig, ist es aber nicht: Batterie, Solar, Wassertank, Toilette, Gepäck und Mitfahrer zehren die Zuladung schnell auf. Wird das Fahrzeug überladen, kann das teuer werden oder im Extremfall sogar zur Stilllegung führen.
Außerdem verändert sich das Fahrverhalten spürbar: längerer Bremsweg, mehr Windanfälligkeit, höherer Verschleiß an Reifen und Bremsen. Ich selbst hatte noch nie eine Gewichtskontrolle, aber das Risiko ist real, und in Europa zählt dabei jedes Gramm, während es außerhalb Europas, etwa in Australien, Afrika oder den USA, nie ein Thema war. Dort ist es völlig egal, wieviel du wiegst (dein Fahrzeug wird aber schneller am Ende sein).
Innerhalb Europas wird das Gewicht immer wieder kontrolliert, und die Regeln sind strenger, als viele erwarten. Besonders genau nehmen es Österreich und die Schweiz: Dort drohen schon ab wenigen Kilo Überladung Bußgelder. In Frankreich kann bei mehr als 5 Prozent Überladung sogar die Weiterfahrt untersagt werden. Da sich die genauen Bußgelder je nach Land ändern, findest du eine aktuelle Übersicht beim ADAC.
So vermeidest du diesen Fehler:
Kenne das zulässige Gesamtgewicht deines Fahrzeugs und behalte es im Blick, vor allem auf Reisen innerhalb Europas. Wiege dein beladenes Wohnmobil vor der ersten großen Reise, zum Beispiel beim Wertstoffhof, Mitfahrer nicht vergessen. Bist du am Limit, verzichte lieber auf Sat-Anlage, Fernseher oder Fahrräder, statt das Risiko einzugehen.
Wohnmobil richtig packen und beladen
Die erste und wichtigste Regel beim Packen lautet: Überschreite dein zulässiges Gesamtgewicht nicht. Achte auf das Leergewicht und das Gewicht deiner Zuladung plus Personen.
Schwere Sachen nach unten: Je tiefer der Schwerpunkt deines Campers, desto stabiler verhält er sich beim Fahren. Packe, wenn möglich, keine schweren Gegenstände über die Ablage der Fahrerkabine oder die oberen Schränke.
Verstaue außerdem die Dinge, die du oft benötigst, so, dass du sie schnell und leicht findest. Warndreieck, Warnweste und Wagenheber sollten jederzeit gut erreichbar sein.
Ladung richtig sichern
Klapperndes Geschirr vermeiden: Schau dich nach cleveren Aufbewahrungssystemen um und lasse keine Gegenstände in offenen Regalflächen liegen. Bei einer Bremsung wird daraus schnell eine Gefahr, besonders bei schweren oder spitzen Gegenständen.
In die Schubladen habe ich unter anderem Filz gelegt, damit auch darin nichts klappert. Ich habe keine Gläser mehr aus echtem Glas, sondern plastikfreie von Koziol. Es sieht trotzdem schön aus und bricht nicht.
Im Heck habe ich damals im Kastenwagen Spanngurte genutzt, um Tisch, Stühle und Kisten festzuzurren.
Prüfe außerdem, ob alle Fenster vor Abfahrt geschlossen sind, vor allem Dachfenster und die seitlichen Fenster im Heck. Ich sehe immer wieder Camper auf der Autobahn, wo das Dachfenster weit aufsteht.
Im Pick-up mit Wohnkabine höre ich beim Fahren kein Geklapper mehr, da alles abgetrennt ist.
Anfängerfehler: Zu viel einpacken
Warum ist das ein Fehler?
Bei meinen vielen Reisen habe ich eines gelernt: Man packt immer zu viel ein, egal wie wenig man glaubt, dabei zu haben. Das kostet nicht nur Übersicht und Stauraum, sondern wirkt sich, wie oben beschrieben, auch aufs Gewicht aus.
So vermeidest du diesen Fehler:
Packe minimalistisch nach dem Zwiebel-Prinzip, Kleidung für 7–10 Tage genügt, wir waschen unterwegs alle paar Tage. Packe eine Wind- und Regenjacke, Wanderschuhe, bequeme Turnschuhe und Badeschlappen ein. Bei der Grundausstattung gilt: nur mitnehmen, was du wirklich brauchst, pro Person 1–2 mal Besteck, Gläser, Tassen, Teller. Essen und Medikamente kannst du meist vor Ort besorgen. Für Obst nutze ich Netze, damit es bei holprigen Fahrten nicht zermatscht.
Habe immer Kleingeld in der Fahrerkabine parat
Sehr nützlich ist ein Geldbeutel mit Kleingeld, am besten in der Fahrerkabine, falls du für Maut, Parkplatzgebühren, Wasser, Waschmaschine oder Abwasserentsorgung etwas Geld bezahlen musst.
Anfängerfehler: Blind dem Navi vertrauen
Warum ist das ein Fehler?
Navis schlagen oft ungeeignete Strecken vor, enge Altstadt-Gassen statt Panoramastrecken, in Afrika oder Teilen Amerikas auch schlicht falsche Fahrzeiten. Mit dem Wohnmobil willst du schöne Panoramastrecken fahren, nicht in einer engen Gasse der Altstadt enden.
So vermeidest du diesen Fehler:
Prüfe immer aufmerksam, welche Route dir dein Navi vorschlägt. Habe eine gedruckte Karte an Bord, um unterwegs nach dem schönsten Weg zu schauen und Autobahnen zu meiden. Gute Tipps bekommst du auch von Einheimischen, die immer wissen, wo die schönsten Plätze sind. Das einzige Land, das uns immer haargenau gesagt hat, wann wir ankommen, war Australien: Kaum Verkehr, ideale Prognosen möglich.
Sei rücksichtsvoll zu anderen
Respektiere gewisse Etiketten auf dem Campingplatz oder Wohnmobilstellplatz. Grüße andere und sei freundlich. Sei nicht zu laut und halte einen respektvollen Abstand zum Fahrzeug deines Nachbarn. Schaue, in welche Richtung deine Nachbarn stehen, und parke wie sie. Ein bisschen Privatsphäre ist Gold wert.
"Kuschelcamper" mag niemand.
Anfängerfehler: Im eigenen Spülbecken abwaschen
Vor allem mit dem eigenen Camper solltest du so oft wie möglich in einem faltbaren Spülbecken spülen. So umgehst du, dass der Abfluss verstopft und Essensreste oder Fett für unangenehme Gerüche aus dem Abwassertank sorgen. Ich nutze die faltbare Wanne zum Abwaschen von Ortlieb und ein biologisch abbaubares Spülmittel.
Bist du autark unterwegs und stehst wie ich lieber "frei" oder auf Stellplätzen? Dann kannst du das leider nicht umgehen. Achte trotzdem darauf, dass du keine Essensreste in den Grauwassertank bekommst. Dadurch, dass ich einen Airfryer dabei habe, kann ich fettige Pfannen umgehen.

Hinterlasse keinen Müll
Verlasse den Platz so, wie du ihn vorgefunden hast. Entsorge Müll und Abwasser nur an den dafür vorgesehenen Stellen. Hinterlasse Duschen und Toiletten so sauber, wie du sie betreten hast.
Abwasser entsorgen
Warte nicht zu lange mit der Entsorgung, sonst fängt es an zu riechen. Entsorge das Grauwasser so oft wie möglich, spätestens vor der Weiterfahrt. Denke immer daran: Das ist überflüssiges Gewicht. Der Benzinverbrauch ist höher.
Mit dem Klo an Bord solltest du es genauso halten. Dank Trenntoilette stinkt bei mir gar nichts mehr und ich kann viel länger unterwegs sein, bis ich entleeren muss.
Fahre angepasst!
Kurven weit fahren, nicht eng wie mit dem Pkw. Längeren Bremsweg einplanen, das Bremsverhalten ist komplett anders als mit einem Pkw. Vor der ersten Reise üben, idealerweise nicht gleich in einer Region mit engen Haarnadelkurven und Serpentinen wie Sardinien oder den Alpen.
Es gibt auch Fahrsicherheitstrainings, zum Beispiel vom ADAC oder von Herstellern von Freizeitmobilen. Ich habe mit meinem Big5 zum Beispiel einen Offroad-Kurs bei TUFA gemacht, der war super.
Nützliche Gadgets beim Camping
- Badeschlappen oder Flip-Flops zum Duschen
- Feuerzeug, falls der Feuerstein am Gasherd versagt
- Stirnlampe/Taschenlampe
- Lichterketten oder Kerzen fürs Ambiente
- Leatherman, Multifunktionstool
- Kamera, Zubehör und Stativ
- Rabattkarten für Campingplätze
- Je Land: Mautboxen, für Südeuropa ist Bip&Go super





Checkliste für die erste Reise mit Wohnmobil
Hier findest du meine detaillierte Checkliste fürs Wohnmobil, damit du nichts vergisst. Schau auch in meine Grundausstattung fürs Wohnmobil, falls du dir einen eigenen Camper gekauft hast.
Jetzt kann's losgehen! Prüfe ein letztes Mal, ob auch alle Schubladen und Fächer geschlossen sind, Tisch und Stühle sicher verstaut sind und auch sonst nichts mehr herumliegt, das während der Fahrt herumfliegen kann.
Gute Fahrt!
Hast du weitere Fragen, Camping Tipps oder Tricks für die erste Reise mit dem Wohnmobil?
Hinterlasse mir am Ende dieses Artikels einen Kommentar! Ich freue mich. Verrate uns, wie du unterwegs planst. Das Finden und Buchen des Stellplatzes handhabt jeder anders.
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Das sagen unsere Leser
25 KOMMENTAREFreya
13. Mai 2026 um 22:43 UhrHallo 😊
beim Lesen deines Beitrags musste ich direkt schmunzeln, weil man einfach merkt, wie viel Herz im Thema Camping steckt 🤎
Liebe Grüße
Freya (dieplaudertasche.com)
Christine
13. November 2025 um 16:21 UhrDanke für deine tollen Tipps, mit denen wir als „Anfänger“ eine unvergessliche Zeit in Kanada erlebt haben
Su
28. April 2024 um 09:28 UhrSuper Tipps! Wir planen den Kauf eines Womos u fragen uns . …z.b. ich steh irgendwo für die Nacht…morgens ist ein Marktbesuch mit Stadterkundung geplant. Packe ich da alles ein u wo parke ich mit einem Womo mit unter 7m dann zentral? Dumme Frage?
Katrin Lehr
1. Mai 2024 um 15:41 UhrHallo Su,
immer wenn man weiterfährt, muss man alles sicher verstauen und einpacken. Unter 7 m heißt? Wenn es unter 6 m ist, kannst du auf normalen ausgewiesenen Parkplätzen am Tag parken. In den meisten Ländern über Nacht nur auf öffentlich ausgeschriebenen Wohnmobilstellplätzen oder Campingplätzen. Nur in manchen Ländern (Frankreich) kannst du ohne „Campingverhalten“ auf Parkplätzen übernachten. Das kommt wirklich auf das Land an und kann ich pauschal nicht beantworten.
Liebe Grüße Katrin
Romana Lorenz
14. Januar 2024 um 22:12 UhrEcht ein toller & hilfreicher Beitrag!
Wir planen momentan die letzten Details für unseren Roadtrip im Mai in Australien. Wir stellen uns die Frage über die Toilettensituation wenn wir mal auf keinem Campingplatz mit einer Toilette sind .. gibt es da generelle Infos, was erlaubt ist & was nicht. Es gibt ja „Klapptoiletten“ oder auch einfach eine Schaufel 😉 habt ihr da evt. mehr Infos? Danke im Voraus 🙂
Katrin Lehr
16. Januar 2024 um 09:36 UhrDie Campingplätze die wir besucht hatten haben alle Toiletten gehabt. Wir haben unsere in einem der Camper nie benutzt. Alles andere ist verboten und ihr solltet bitte auch nur öffentliche Plätze nutzen (die sind sehr weitläufig mit ganz viel Natur).