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Das Desert Rhino Camp im Damaraland Namibias wurde vor mehr als 20 Jahren als einfache Forschungsstation zum Schutz der stark bedrohten Spitzmaulnashörner gegründet und hat sich zu einem vorbildlichen Beispiel für nachhaltigen Tourismus entwickelt.

Es existiert, weil das Spitzmaulnashorn fast ausgestorben wäre. In den 1980er-Jahren lebten in dieser Region noch 40 bis 50 Tiere. Heute sind es mehrere Hundert in der Palmwag-Konzession allein. Wilderness und der Save the Rhino Trust Namibia haben daran einen wesentlichen Anteil. Ich war im März 2026 für zwei Nächte dort, als Teil meiner Namibia-Reise. Einmal im Leben zu Fuß auf Spitzmaulnashörner zu treffen und das an dem einzigen Ort der Welt, wo sie noch ohne Zäune leben, ist eine dieser Sorten Erlebnisse, von denen man noch Jahre später spricht.

Was das Desert Rhino Camp von anderen Lodges unterscheidet

Wilderness als Betreiber

Wilderness ist Afrikas führender Ökotourismus-Betreiber und unterhält in Namibia allein sieben Camps, von den Dünen des Sossusvlei bis zur Skelettküste. Das Desert Rhino Camp war ursprünglich eine Feldstation, keine klassische Safari-Lodge, und dieses Erbe ist bis heute spürbar: Die Atmosphäre ist lässig, familiär und entspannt, ohne die Hochglanz-Inszenierung mancher Luxuscamps. Der größte Teil des Teams stammt aus den umliegenden Gemeinden Torra, Sesfontein und Anabeb der Palmwag-Konzession. Wilderness bezahlt diesen drei Schutzgebieten eine Pacht und bietet Arbeitsplätze und Ausbildung im Desert Rhino Camp.

Wilderness hat seit Jahrzehnten die Philosophie, dass Naturschutz nur funktioniert, wenn die Menschen, die in der Nähe leben, direkt davon profitieren.

Jeder Gast finanziert durch seinen Aufenthalt aktiv den Nashornschutz.

Die SRT-Partnerschaft seit 2003

Im Jahr 2003 gründeten Wilderness und die Save the Rhino Trust Namibia (SRT) gemeinsam das Desert Rhino Camp. Die SRT ist eine namibische NGO, die seit 1982 existiert, gegründet in dem Moment, als klar wurde, dass die Nashorn-Population im freien Fall war: Wilderei und eine extreme Dürre hatten die Zahl der wüstenangepassten Spitzmaulnashörner auf 40 bis 50 Tiere gedrückt. Heute leben in Afrika schätzungsweise 6.500 Spitzmaulnashörner, ein Drittel davon in Namibia. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von Jahrzehnten Feldarbeit, Gemeinschaftsprojekten und dem politischen Willen der namibischen Regierung.

Das Camp finanziert diese Arbeit direkt: 11 Prozent der Camp-Einnahmen fließen in die SRT, in Gemeinschaftsprojekte und in das Programm Children in the Wilderness, das Kinder aus lokalen Gemeinden mit Bildungs- und Führungsprogrammen unterstützt. Das Tracking- und Monitoring-Team, das jeden Morgen zum Nashorn-Monitoring aufbricht, wohnt auch auf dem Gelände von Wilderness und wird von Wilderness bezahlt.. Die Grenze zwischen Tourismus und Schutzarbeit ist hier bewusst fließend gehalten.

Nachhaltigkeit

Das Desert Rhino Camp läuft vollständig auf Photovoltaik-Solarenergie. Es gibt kein Dieselgenerator als Backup und auch keine Klimaanlage. Wasserfiltrierung und -wiederverwertung sind ins Betriebskonzept eingebaut. Die Küche arbeitet mit lokalen Produkten und hat Plastik weitgehend aus der Lieferkette entfernt.

Social sustainability, ein Begriff, den Wilderness selbst verwendet: 75 Prozent des Teams kommt aus umliegenden Gemeinden, 11 Prozent der Camp-Einnahmen gehen direkt an die SRT, an Gemeinschaftsprojekte und an Children in the Wilderness. Die Tracker, die täglich die Rhinos monitoren, werden von diesem System bezahlt. Wenn das Camp voll ist, haben sie Arbeit und Einkommen. Das schafft ein Eigeninteresse an funktionierendem Naturschutz, das jede externe Subvention überdauert.

Lage und Anreise: Palmwag-Konzession im Damaraland

Das Desert Rhino Camp liegt fernab der Zivilisation in der Palmwag-Konzession im nordwestlichen Damaraland, Kunene-Region. Die Konzession umfasst rund 450000 Hektar privates Schutzgebiet, ohne Zäune, ohne Nationalpark-Status, aber mit einer der höchsten Spitzmaulnashorn-Dichten Namibias.

Die Konzession grenzt im Westen an den Skeleton-Coast-Nationalpark. Die Ökosysteme der Palmwag-Konzession und der Skelettküste überlappen sich, Tiere wandern zwischen ihnen. Das macht die Region nicht nur zu einem isolierten Schutzgebiet, sondern zu einem Teil eines größeren Geflechts.

Das Damaraland ist keine artenreiche Savannenlandschaft im Sinne des Krüger-Nationalparks oder der Serengeti in Tansania. Die Landschaft ist offen, rot, mit Felsen, die aus dem Boden wachsen, und Trockenflüssen, die im März nach mehreren Regenfällen sogar fließen. Wer auf Elefantenmassen und große Löwenrudel wartet, ist hier falsch. Wer versteht, dass Wüstenwildtiere seltener zu sehen sind und genau deshalb wertvoller, ist richtig.

Auf unseren Ausfahrten haben wir gesehen: Springböcke, Zebras, Giraffen, Strauße, Schabrackenschakale und Klipspringer. Nördliche Schwarztrappen und Gelbschnabel-Nashornvögel. Und Euphorbia-Büsche, die man besser nicht anfasst.

Die Anreise

Die Anreise erfolgt per Wilderness Air, dem eigenen Charterflugnetz des Betreibers. Je nachdem, von wo man kommt, finden die Flüge statt. Wir kommen von der Wilderness Little Kulala Desert Lodge. Somit fliegen wir mit Zwischenstopps in Swakopmund und Doro Nawas (südliches Damaraland) weiter in einem kleinen Propellerflugzeug auf den Airstrip des Camps. Gesamtflugzeit: rund zwei Stunden.

Wer zum ersten Mal in so einem Flugzeug sitzt, sollte wissen: Die Maschinen sind klein, die Luft über dem Damaraland oft turbulent, und der Ausblick auf die Landschaft darunter ist atemberaubend. Wir bekommen quasi Namibia aus der Luft zu sehen. Unfassbar toll. Ab dem Airstrip sind es noch etwa 15 Minuten per Geländewagen zum Camp.

Das Desert Rhino Camp liegt für uns zwischen der Sossusvlei-Region (Wilderness Little Kulala Desert Lodge) und der Hoanib Skeleton Coast (Hoanib Skeleton Coast Camp) in unserer Wilderness-Namibia-Reiseroute. Wer wie wir alle drei Lodges verbinden will, braucht rund eine Woche für diese drei Camps allein. Die Transfers übernimmt Wilderness Air. Straßenverbindungen sind für Besucher an manchen Camps eine Option, sind aber anstrengend und sehr zeitaufwendig.

Das Camp: Sechs Suiten in der Wüste

Die Zelte

Das Camp wurde erst 2024 grundlegend renoviert, entworfen vom südafrikanischen Architekturbüro Migs + Drew. Aus ursprünglich acht Meru-Zelten wurden sechs größere Suiten, die jetzt auf erhöhten Holzplattformen stehen und eine tolle Sicht zum Busch bieten. Wer in der Regenzeit, also im März wie wir, anreist, schläft mit dem Geräusch der Wüste direkt neben sich: Vögel, Wind, gelegentlich das Trappeln von etwas, das in der Nacht am Zelt vorbeizieht.

Das Camp läuft vollständig auf Solarenergie, das Wasser wird von Solar-Erhitzern erwärmt. WLAN ist verfügbar, aber nur an den Zelten und gut genug, wenn man in Verbindung mit der Außenwelt bleiben möchte.

Gemeinschaftsbereich und Abende

Der zentrale Gemeinschaftsbereich hat eine offene Veranda mit Blick auf das Buschland, eine Bar und eine Feuerstelle. Abends versammeln sich hier alle Gäste, was bei maximal 14 Gästen die Stärke aller Wilderness-Camps ausmacht: Die Gruppe ist klein genug, dass aus Fremden innerhalb eines Abends Tischgesellschaft wird. So laden auch wir eine alleinreisende US-Amerikanerin an unseren Tisch ein und teilen unsere Reiseerlebnisse.

Eine der Nächte ist dem Boma-Abendessen vorbehalten (zur Regenzeit auch mal in der Lodge), einem Dinner am Lagerfeuer. Die Küche setzt auf lokale Zutaten. Wer Allergien oder Ernährungsbesonderheiten hat, gibt sie vorab an.

Essen im Camp und im Busch

Das Frühstück im Camp beginnt mit Früchten, Joghurt, Käse und Aufschnitt, dazu auf Wunsch Eier. An dem ersten Morgen, an dem wir Nashörner getrackt haben, gab es ein Mittagessen draußen im Busch, nach dem Tracking, zusammen mit den Trackern und unserem Guide. Eine kleine Überraschung, denn dass jemand für uns am Grill steht, haben wir so nicht erwartet.

Das Spitzmaulnashorn: Darum sind wir hier

Das Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis) ist die kleinere der beiden afrikanischen Nashornarten, erkennbar am spitzen Greifmaul, das ihm erlaubt, Zweige und Blätter zu fressen, statt Gras wie das Breitmaulnashorn. Es ist ein Einzelgänger, nachtaktiv, territorial und außerordentlich scheu. In der Wildnis begegnet man ihm selten, weil es einen lieber nicht sieht als andersherum. Normalerweise rennen sie schnell weg oder sind aggressiv und greifen an.

Die namibische Unterart, das wüstenangepasste Spitzmaulnashorn, lebt in einer der trockensten Landschaften, in der Nashörner überhaupt überleben können. Karge Vegetation, kaum Wasser, weite Wanderungen zwischen Nahrungsquellen. Die Tiere sind kleiner als ihre Artgenossen in feuchteren Regionen und haben gelernt, mit weit weniger auszukommen. Das macht sie zu einem eigenen Ökotyp, den Biologen seit Jahren dokumentieren.

Warum die Palmwag-Konzession? Weil es eines der wenigen großen, ungezäunten privaten Schutzgebiete Namibias ist. „Keine Zäune“ bedeutet freie Wanderung für die Tiere und damit natürlicheres Verhalten. Die SRT weitet das überwachte Gebiet mit Unterstützung des Camps zudem kontinuierlich aus.

Das Abend-Briefing: Vorbereitung auf das Tracking

Am Abend vor dem Tracking setzen wir uns mit Nelson, Mike und Mensley zusammen, den Community- und SRT-Trackern, die am nächsten Morgen mit uns in den Busch gehen werden. Das Briefing ist kurz, klar und wird ernst genommen, weil es ernst gemeint ist.

Die Regeln für das Tracking zu Fuß:

  • Neutrale Kleidung in Erdtönen, keine hellen Farben.
  • Kein Deo, Parfüm oder irgendwas, das an einen menschlichen Geruch erinnert.
  • Kameras lautlos schalten, auch auf weite Entfernung hören die Nashörner sehr gut.
  • Festes Schuhwerk, kein offenes Schuhwerk.
  • In einer Reihe hinter dem Tracker gehen, kein überholen.
  • Kein Reden oder kein Flüstern, wenn ein Handzeichen kommt.
  • Keine plötzlichen Bewegungen.
  • Nicht laufen (rennen), auch nicht, wenn der Impuls kommt.

Manche Punkte klingen unspektakulär, bis Mensley erklärt, warum. Das Spitzmaulnashorn sieht schlecht, es hört dafür aber ausgezeichnet, und es reagiert sehr schnell auf Geräusche. Oft rennt es weg. Oder es greift an, daher kein Deo oder menschliche Gerüche. Niemals rennen, immer langsam den Rückzug antreten, wenn einmal ein Tier zu nahe kommt. Immer.

Mensley erklärt auch, was die Tracker jeden Morgen tun: Sie verlassen das Camp vor den Gästen, um die Tiere zu lokalisieren. Jede Begegnung mit einem Rhino wird protokolliert: welches Nashorn man sichtet, Datum, Dauer, Abstand, Zustand (Gesundheit), Anzahl der Personen. Das ist Teil des Monitorings und der Schutzmaßnahme: Jedes Tier hat eine individuelle Begegnungstoleranz, und die Tracker wissen, wann die Grenze erreicht ist, ab der eine weitere Begegnung das Verhalten des Tieres verändern würde. Das Camp ist kein Zoo und will keiner sein.

Das Rhino-Tracking zu Fuß: Aufbruch kurz nach Sonnenaufgang

Kurz nach halb sieben morgens sitzen wir im offenen Geländewagen. Die Luft im Damaraland im März ist am frühen Morgen kühl genug, um einen Pulli zu brauchen. Die Sonne kommt noch nicht über die Felsen, aber das Licht ist schon da, dieses flache, seitliche Licht, das die roten Steine leuchten lässt.

Wir haben Glück: Letzte Nacht hat es nicht mehr geregnet, sodass Spuren nicht weggewaschen sind. Denn das macht das Finden zur Regenzeit manchmal eine Herausforderung. Auch wenn ich nach jahrelanger Safari-Erfahrung genau weiß, dass auch Nashörner ihre bevorzugten Territorien haben und die Tracker sich wissen, in welcher Region sie auf welche Nashörner treffen könnten.

Die Tracker waren schon vor uns draußen und haben einen Vorsprung. Wir fahren in Richtung eines Trockenfluss-Betts im westlichen Teil der Konzession, suchen selbst nach Spuren und warten auf den Funkspruch. In der Zwischenzeit gibt es genug zu sehen: Springböcke, Zebras in der Ferne, eine Giraffe, in der Ferne Geier.

Fährten lesen

Wir sehen nur ältere Nashornspuren am Wegesrand. Bis ein Funkspruch kommt. Unser Guide Lukas hält den Wagen an einem weichen Stück Boden an. Er steigt aus, kniet und zeigt uns den Abdruck. Klar und deutlich erkennen wir einen Nashorn-Fußabdruck im Schlamm von letzter Nacht. Wir erkennen auch, in welche Richtung das Tier gegangen ist. Mensley und das Tracking-Team müssen auf dieselben Spuren gestoßen sein, denn wir fahren genau in diese Richtung.

Die Begegnung zu Fuß

Als wir das Auto der Tracker sehen, parken wir. Sie geben uns aus der Ferne Zeichen und wir erkennen in der Ferne gleich zwei Nashörner. Der Adrenalinpegel steigt. Wir verlassen das Auto und gehen zu Fuß weiter. Im Gänsemarsch in Reihe. Unser Guide voraus, wir dahinter. Kein Sprechen. Wir müssen etwa 800 Meter zu Fuß gehen, langsam, durchs höhere Gras, hinauf auf einen kleinen Hügel.

Dann das Handzeichen: Stopp. Im Schatten eines Akazienbaums können wir jetzt die beiden Nashörner erkennen. Eine Mutter und ihr ca. 3 Jahre altes Kalb, beide fast hornlos, die Hörner gestutzt als Schutzmaßnahme gegen Wilderer. Sie nehmen uns wahr und heben die Köpfe. Blicken in unsere Richtung. Wir setzten uns, machten uns klein und gaben keinen Laut von uns. Ich halte den Atem an.

Laufen sie weg? Rennen sie auf uns zu? Was passiert als nächstes?

Wir harren aus. Plötzlich Erleichterung: Die Tiere fressen weiter, die Mutter dreht gelegentlich den Kopf in unsere Richtung. Rhinos sehen schlecht, aber sie riechen und hören gut. Mensley hat den Wind vorher geprüft, wir stehen mit dem Wind.

Viele Minuten sitzen wir und beobachten lautlos. Irgendwann entscheidet Mensley, dass genug ist, lange vor dem Punkt, an dem die Tiere unruhig werden würden. Wir gehen zurück, denselben Weg, immer noch in einer Reihe.

Die zweite Sichtung am nächsten Tag war eine andere Geschichte. Zwei Nashörner auf einem Hügelkamm, zu nahe und erhöht. Wir sind tiefer, was die Sache gefährlich macht. Daher bleiben wir im Fahrzeug sitzen. Die Tracker entscheiden in solchen Situationen, nicht die Gäste. Wir blieben im Auto und beobachteten von oben, vielleicht zwanzig Minuten. Kein schlechteres Erlebnis als das zu Fuß, nur ein anderes mit weniger Adrenalin.

Was, wenn kein Nashorn gefunden wird?

Die Tracker können keine Sichtungen garantieren. Das sagen sie beim Briefing mehrfach. Das Gebiet ist riesig, die Tiere sind frei und in ihrem eigenen Rhythmus. An manchen Tagen werden keine Nashörner gesichtet. Das Camp bietet für diesen Fall Pirschfahrten durch die Konzession, Naturwanderungen oder Sternenbeobachtungen am Abend an. Das Tracking ist der Kern, aber nicht das Einzige.

Ein Tag im Desert Rhino Camp

Ein typischer Tag, wie wir ihn erlebt haben:

Vor Sonnenaufgang Abfahrt zum Rhino-Tracking. Die Pirschfahrt dauert je nach Sichtung zwei bis vier Stunden. Im Anschluss Mittagessen im Busch am ersten Tag. Am frühen Nachmittag ist die Hitze am stärksten, das ist die Zeit für den Pool oder ein kurzes Nickerchen. Später am Nachmittag gibt es Kaffee, Tee und Snacks (oft Kuchen oder Törtchen). Dann erfolgt eine zweite Ausfahrt ("Nature Drive") oder eine Wanderung in der Umgebung des Camps. Sundowner an einem Felsvorsprung mit Blick auf die Ebene. Abendessen im Camp oder am Boma-Feuer. Je nach Wetter. Wir waren zur Regenzeit hier und somit mussten wir einen Nature-Drive am Abend verkürzen.

Dafür haben wir mit den Angestellten Jenga gespielt. Da wir die einzigen Gäste an diesem Tag waren, eine familiäre und tolle Sache.

Was diese Tagesstruktur von anderen Camps unterscheidet: Es gibt keinen Spa, keine Abendunterhaltung im Hotelsinn, keine Aktivitätenliste. Die Aktivität ist die Natur, und der Rest ist Raum zum Erholen.

Praktische Tipps

Buchung

Das Desert Rhino Camp solltest du direkt bei Wilderness auf der Homepage buchen. Frage nach Paketen, wenn du wie wir mehrere Camps besuchen möchtest. Oft gibt es günstigere Preise zur Nebensaison (wie zu unserem Besuch im März). In der Hauptsaison (Juli bis Oktober) sollte man sechs bis zwölf Monate im Voraus buchen. Wir haben als Teil eines Wilderness-Namibia-Pakets gebucht, das die Camps und alle internen Transfers kombiniert. Das ist der unkomplizierteste Weg.

Preise: Das Camp ist in der oberen Preisklasse für Namibia, all-inclusive außer Visa und Trinkgeldern. Genaue Preise bekommst du auf Anfrage bei Wilderness oder einem mit Wilderness kooperierenden Reisebüro.

Immer daran denken: Du bezahlst hier nicht für Luxus, der Luxus ist die abgeschiedene Lage und die Besonderheit, Spitzmaulnashörner ohne Zäune zu Fuß zu erleben. Das ist einzigartig auf der Welt und gibts so nur hier. Wenn du nur Budget für eine Nacht hast: Nutze dieses aus für diese besonderen Momente.

Beste Reisezeit

Die Trockenzeit von Mai bis Oktober gilt als beste Reisezeit für Tierbeobachtungen, die Tiere sammeln sich an Wasserstellen und sind leichter zu finden. Die Temperaturen sind tagsüber warm, nachts deutlich kühler.

Wir waren im März, also in der Regenzeit, und haben beide Male Nashörner gesehen. Das Damaraland ist ganzjährig bereisbar, die Regenzeit bringt eine andere Qualität: grüne Akzente in der Landschaft, tiefere Wolkenformationen, weniger Gäste und somit günstigere Preise. Ich reise gerne zur Nebensaison.

Wie viele Nächte

Ich empfehle, mindestens zwei Nächte, damit du zweimal die Chance auf Nashörner beim Tracking am Morgen hastd. Mit nur einer Nacht bekommst du zwar diese eine Pirschfahrt, das reicht für einen Eindruck, aber was ,wenn du genau dann keine Nashörner siehst? Wir hatten zwei Nächte und würden es genau so empfehlen, wenn es dein Reisebudget erlaubt.

Was ist inklusive

Alle Mahlzeiten und ausgewählte Getränke, alle geführten Aktivitäten (Tracking, Pirschfahrten, Wanderungen), interne Camp-Transfers ab dem Airstrip.

Nicht inklusive: Wilderness-Air-Flüge (werden separat gebucht), internationale An- und Abreise, Trinkgelder, persönliche Ausgaben.

Kinder, Malaria, Barrierefreiheit

Kinder ab 12 Jahren sind hier willkommen. Da das Camp nicht eingezäunt ist und Wildtiere sich frei in der Umgebung bewegen, müssen Kinder jederzeit begleitet werden. Das Malaria-Risiko im Damaraland ist gering, eine medizinische Beratung vor der Reise ist dennoch sinnvoll.

Barrierefreiheit ist durch die Holzplattformen und unbefestigten Wege eingeschränkt, für Gäste mit eingeschränkter Mobilität bitte direkt bei Wilderness anfragen.

Kleidung und Ausrüstung für das Tracking

Was ich für das Nashorn-Tracking konkret mitgenommen habe und was sich bewährt hat:

Kleidung in Erdtönen: Khaki, Olivgrün, Sandbeige, Braun. Keine hellen Farben, kein Weiß, kein Neongelb. Das ist keine Ästhetik-Frage, sondern Sicherheitsregel. Lange Hosen und Langarmshirt schützen gegen Dornenbüsche und Insekten, auch bei Wärme besser als kurz. Feste, geschlossene Wanderschuhe mit Knöchelschutz, keine Sneaker. Das Terrain ist uneben und felsig (Geröll liegt überall herum, Erdlöcher von Tieren sind im Boden nicht immer gut sichtbar).

Dazu empfehle ich: einen leichten Daypack mit einer Wasserflasche (mindestens einen Liter), Insektenschutz, Sonnencreme. Ein gutes Fernglas lohnt sich immer. Kamera definitiv mit Zoom-Objektiv (mindestens 400 mm, besser sind 600 mm), aber beim Tracking gilt: vergiss auch mal die Kamera und beobachte einfach mit deinen Augen.

Mein Fazit

Das Desert Rhino Camp in Namibia ist ein ganz besonderer Ort. Sehr abgeschieden und ein wirkliches Juwel. Und dafür bezahlst du. Nicht für den Luxus.

Hier siehst du, wie Naturschutz und Tourismus Hand in Hand funktionieren. Gemeinsam mit Locals wird hier die Philosphie wirklich gelebt, besungen und vermittelt. Wir haben uns pudelwohl gefühlt und waren eher Teil der Gemeinschaft als Gast.

Diese beiden Nächte zählen zu den Erlebnissen dieser Namibia-Reise, die ich am besondersten in Erinnerung behalten werde. Zweimal diese einmaligen Spitzmaulnashörner sehen zu dürfen, ist ein Privileg der besonderen Sorte.

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*Hinweis: Dieser Artikel ist Teil meiner Recherchereise durch Namibia mit Wilderness. Ich wurde eingeladnen, diese Lodge kennenzulernen, um darüber zu berichten. Weitere Artikel zu Little Kulala (Sossusvlei) und Hoanib Skeleton Coast Camp folgen.

Katrin Lehr, Gründerin Reiseblog viel-unterwegs.de und Reise-Expertin
Hi ich bin Katrin!

Ich bin Katrin, viel unterwegs und echte Reise-Expertin! Mit Campervan oder Rucksack möchte ich die ganze Welt entdecken. Um meine Erfahrungen & Erlebnisse mit dir zu teilen, habe ich diesen Reiseblog gegründet!