Inhalt
Du planst deine Namibia-Reise und fragst dich, was ins Gepäck muss? Hier findest du meine erprobte Packliste für Selbstfahrer und Camper – mit allem, was ich auf zwei Namibia-Reisen wirklich gebraucht habe.
Warum ich weiß, was du einpacken solltest?
Ich war beim ersten Mal knapp vier Wochen als Selbstfahrerin in Namibia und Botswana unterwegs, beim zweiten Mal über drei Wochen alleine in Namibia. Beide Male mit 4x4 und Dachzelt, beim zweiten Mal eben dem Dachzelt auch für 2 Wochen in B&B, Lodges oder auch auf Gästefarmen. Was ich dabei gelernt habe: Die meisten packen zu viel ein. Namibia ist zwar abgelegen, aber du hast immer wieder die Möglichkeit, Wäsche zu waschen. In Windhoek und Swakopmund bekommst du alles, was du brauchst. Übrigens war ich bereits 11 Mal im Nachbarland Südafrika und bin sozusagen Expertin für das südliche Afrika, welches schon fast eine 2. Heimat für mich ist.
Was wirklich wichtig ist: die richtigen Sachen für extreme Temperaturunterschiede, eine durchdachte Reiseapotheke und ein paar Dinge, die dir das Camping-Leben leichter machen. Den Rest lässt du daheim oder kaufst ihn vor Ort.
Das Wichtigste in Kürze
- Pack weniger ein, als du denkst, dass du brauchst. In Windhoek und Swakopmund kannst du problemlos waschen und nachkaufen.
- Prüfe vorher, was dein Mietwagen-Anbieter mitliefert. Die meisten guten Anbieter wie Asco haben einen Long-Range Tank im Auto, Frischwassertank, einen kleinen Kühlschrank und Campingausrüstung an Bord. Frag gezielt nach Handtüchern und Ersatzreifen.
- Namibia ist ein Land der Extreme: 35 Grad am Tag, unter 5 Grad in der Nacht sind im Winter normal. Das Zwiebelprinzip ist Pflicht.
- Packe ein Fernglas für Safaris ein, wenn du keine Kamera mit Zoomobjektiv besitzt
- Seit 2025 brauchst du ein Visum – online vorab (eVisum) oder direkt bei Ankunft (Visa on Arrival).
- Ich habe dir meine komplette Packliste am Ende auch als PDF zum Download zusammengestellt – du findest sie am Ende des Artikels.
Gepäck: Koffer, Dufflebag oder Rucksack?
Welche Tasche die richtige ist, hängt davon ab, wie du reist. Als Selbstfahrerin mit Dachzelt war mir wichtig, dass alles flexibel auf die Rückbank passt. Genau deshalb würde ich keinen Hartschalenkoffer mitnehmen. Außerdem sind Unterkünfte oft im Sand, auf Schotter oder generell auf unbefestigten Wegen. Einen Koffer kannst du hier nicht rollen. Mein Gepäckstück: Duffelbag mit Rollen, den ich auch als Rucksack aufsetzen kann (Beispiel).
Auf Namibias Schotterpisten wird alles durchgerüttelt, und im Kofferraum eines 4 × 4 hast du keinen flachen Boden, auf dem ein Koffer schön steht. Weiche Reisetaschen oder ein Rucksack lassen sich in jede Ecke quetschen und sind deutlich praktischer.
Dazu kommt der Staub: Namibia ist unglaublich staubig, besonders auf den Gravelroads. Alles, was offen im Auto liegt, hat nach einem Tag eine rote Schicht drauf. Ich habe meine Klamotten in Packsäcken oder Beuteln sortiert. Das hält den Staub draußen und sorgt für Ordnung.
Was ich zusätzlich dabei hatte: einen kleinen Tagesrucksack (oder Fotorucksack). Der ist im Nationalpark Gold wert. Du darfst im Etosha nicht aussteigen, sitzt also stundenlang im Auto. Alles, was du brauchst – Wasser, Snacks, Sonnencreme, Fernglas, Kamera – muss griffbereit sein, ohne dass du den halben Kofferraum oder die Rückbank umräumst.
Dokumente und Formalitäten
Diese Dinge sollten in keinem Reisegepäck fehlen und sind am besten digital oder im Handgepäck aufgehoben:
- Visum (seit 2025 Pflicht)
- Reisepass (mind. noch 6 Monate gültig und zwei freie Seiten; Kopie digital auf Dropbox ablegen)
- Internationaler Führerschein (in Kapstadt wurde es bei den letzten Reisen nicht verlangt, sicher ist sicher)
- Reiseunterlagen (Digital auf Dropbox oder Google Drive, dann offline speichern – umweltfreundlich denken)
- Kreditkarte (mindestens eine und eine weitere als Ersatz. Hier meine empfohlenen Kreditkarten für Südafrika ansehen).
- Bargeld
- Nachweis deiner Auslandskrankenversicherung, ich empehle Hanse Merkur → Lesetipp: Welche Reiseversicherung benötige ich?
- Google Maps Karte offline gespeichert (Anleitung, wie du Google Maps Karten offline speicherst)
- Nützliche Apps für Südafrika wie UBER, Dineplan, EskomSePush
Hinweis zur Checkliste:
Dein Reisepass muss noch mindestens sechs Monate gültig sein und mindestens drei freie Stempelseiten haben. Prüf das rechtzeitig – ein neuer Pass dauert. Benötigst du wichtige Impfungen für die Reise?
Seit April 2025 brauchen Deutsche, Österreicher und Schweizer ein Touristenvisum für Namibia. Das ist neu und bei vielen Reisenden noch nicht angekommen – ich sehe immer wieder veraltete Infos in anderen Blogs. Du kannst das Visum on Arrival entweder hier vorab online beantragen oder direkt bei der Einreise die Dokumente am Flughafen als Visa on Arrival ausfüllen, bezahlen und erhalten. Egal, was du machst, es geht beides. Manchmal geht das eine schneller, mal das andere. Es kommt immer darauf an, wie viele Menschen in deinem Flug bereits ein Visum haben. Der Preis ist derselbe.
Als Selbstfahrerin brauchst du deinen nationalen Führerschein plus einen internationalen Führerschein. Letzterer kostet beim Bürgeramt um die 15 Euro und ist schnell beantragt. Wenn du schon einen hast, check, ob er noch innerhalb der dreijährigen Gültigkeit liegt. Manchmal wird er nicht verlangt, sicher ist sicher. Bei der letzten Reise musste ich keinen internationalen Führerschein zeigen.
Was ich außerdem empfehle: Mach von allen Dokumenten digitale Kopien und leg sie in eine Cloud (Google Drive, Dropbox – egal). Dazu Kopien auf einem USB-Stick oder als Ausdruck separat vom Original aufbewahren. Falls mal was verloren geht, kommst du so deutlich schneller an Ersatz.
Eine Reisekrankenversicherung mit Rücktransport ist Pflicht. Namibia hat außerhalb von Windhoek wenig medizinische Infrastruktur, und ein Rücktransport kann ohne Versicherung mehrere zehntausend Euro kosten. Ich nutze dazu immer die Hanse Merkur und habe damit immer gute Erfahrungen gemacht:
Kleidung: Das Zwiebelprinzip ist Pflicht
Zwischen Wüstenhitze am Tag und eiskalten Nächten auf der Campsite liegen in Namibia oft 30 Grad Unterschied. Morgens sitzt du mit Daunenjacke und Mütze am Frühstückstisch, mittags reicht ein T-Shirt kaum. Deshalb: wenige Teile, die du in Schichten kombinieren kannst.
Die ideale Kleidung richtet sich danach, wann du reist. Im Sommer bevorzuge ich Leinen, denn diese Textilien sind leicht und luftdurchlässig. Im Winter solltest du primär für den Abend und frühen Morgen warme Kleidung einpacken. Eine dünne Daunenjacke, Fleece oder eine Softshelljacke gehören dann in den Koffer. Eine Mütze ist bei Pirschfahrten im offenen Fahrzeug enorm von Vorteil.
Die Temperaturunterschiede im Winter zwischen Tag und Nacht sind groß. Daher packe ich im Zwiebellook, auch Lagenlook genannt. Das bedeutet, dass du einfach mehrere Bekleidungsschichten übereinander anziehst. Zwischen den einzelnen Kleidungsschichten entstehen Luftpolster, die wärmender sind, als eine einzelne Schicht.
Bist du nur im Etosha unterwegs? Dann benötigst du keine spezielle Kleidung für die Tierbeobachtung. Fährst du aber in andere Reservate wie z.b. ich in die von Wilderness und machst insbesondere das Black Rhino Tracking im Desert Rhino Camp zu Fuß? Dann benötigst du dringend gedeckte Farben, machst in Naturtönen (beige, sand, grün) tragen und am besten lange Hosen und feste Schuhe (ich habe "Vellies", das sind die typischen Lederschuhe, die man im südlichen Afrika trägt). Eine Baseballkappe oder Hut ist als Sonnenschutz essenziell. Sieh dir hier meine Packliste für Safaris an.
Bei der Kleidung kann es gerne leger sein. Vor allem Wilderness Lodges legen Wert auf angenehme und legere Kleidung, was meiner Auffassung entspricht.
- Leichte Kleidung: kurze Hosen, Kleider, T-Shirts, Tunikas, Tops (ich bevorzuge Leinen)
- 1 bis 2 lange Hosen / Leggings
- 2 bis 3 kurze Hosen (Frauen evtl. Kleider, aber Achtung: es ist oft windig)
- 1 bis 2 Pullover/Longsleeves
- Unterwäsche
- (Sneaker-)Socken, ggf. Wandersocken
- Sneakers oder Trekkingschuhe (Wanderungen), "Vellies"
- Tuch/Hemd zum Schutz vor Sonnenbrand
- Flip-Flops oder Sandalen (Birkenstock) – vor allem als Camper beim Duschen
- Badesachen
- Warme Jacke für kühle Nächte: Fleecepulli, dünne Daunenjacke oder Softshelljacke
- Regen- und Windjacke mit Gore-Tex (zur Regenzeit nützlich, aber kein Muss)
- Schlafanzug
- Mütze/Schal (Buff-Schlauchschal), ggf. dünne Handschuhe (im Winter ist es morgens eiskalt)
- Sonnenschutz: Baseballkappe, Sonnenhut oder Tuch
- Sonnenbrille mit 100% UV-Schutz
Tagsüber: Leicht, luftig, lang
Tagsüber ist es heiß – klar. Aber greif trotzdem nicht nur zu kurzen Sachen. Langärmlige, leichte Shirts aus dünnem Material schützen gleichzeitig vor Sonne und Mücken. Gerade in der Dämmerung, wenn du am Wasserloch auf Tiere wartest, ist das besser als jedes Mückenspray.
Für die Safari brauchst du übrigens kein Komplett-Outfit in Khaki. Gedeckte, natürliche Farben reichen – vermeide einfach knalliges Weiß oder Neonfarben. Ich war meistens in bequemer Outdoor-Kleidung unterwegs und hatte damit nie ein Problem. Hinweis: Schwarz und dunkelblau zieht Moskitos an.
Was bei mir bewährt hat: zwei Pullis, sieben kurze T-Shirts, zwei leichte lange Hosen, 3 Shorts und ein Buff-Tuch als Allzweckwaffe gegen Sonne, Wind und Staub. Dazu eine Softshelljacke. Dazu Unterwäsche für 10 Tage (ich wußte, dass ich nicht einmal pro Woche waschen kann).
Abends auf der Campsite und in der Lodge
Hier unterschätzen die meisten den Temperatursturz. Sobald die Sonne weg ist, wird es empfindlich kalt – besonders in der Trockenzeit von Mitte April bis Mitte September können die Temperaturen nachts unter 5 Grad fallen. Besonders für Camper wichtig. Für das Dachtzelt lohnt es sich auch, eine Wärmflasche einzupacken.
Meine Empfehlung: eine komprimierbare Daunenjacke (nimmt kaum Platz weg, wärmt enorm), ein Fleece-Pullover, eine lange Jogginghose oder Leggings für abends, warme Socken und eine dünne Mütze. Klingt nach viel, aber die Sachen sind klein und leicht.
An der Küste: Swakopmund und Walvis Bay
Swakopmund hat mich beim ersten Mal überrascht. Während es im Landesinneren über 30 Grad waren, stand ich an der Atlantikküste im Nebel und war froh über meine langen Klamotten bei 20 Grad und einem kühlen Wind. Der Benguela-Strom sorgt für ein ganz anderes Klima: kühl, windig, oft neblig am Morgen. Eine wind- und wasserabweisende Jacke gehört für die Küstentage unbedingt ins Gepäck.
Schuhe
Drei Paar reichen für Namibia. Trekkingschuhe mit fester Sohle oder "Vellies" (Veldskoen, die typischen Lederschuhe im südlichen Afrika sind spitze dafür, die nutze ich). In der Wüste gibt es Dornen, die durch dünne Sohlen gehen, und auf Wanderungen wie der Spitzkoppe brauchst du Halt. Dazu FlipFlops oder Birkenstock für die Campsite und die Dusche. Und ein Paar bequeme Sneaker als Allrounder für Windhoek, Swakopmund und Abende in der Lodge.
Was du nicht brauchst: offene Sandalen für Wüstenwanderungen. Sand und Dornen machen sie nutzlos. Und wenn du am Tag zu Fuß in der Wüste bist, kannst du auch Barfuß gehen, wenn der Sand nicht zu heiß ist.
Reiseapotheke und Sonnenschutz
In Namibia ist die nächste Apotheke oft Stunden entfernt. Zwischen Sossusvlei und Etosha gibt es wenig bis gar nichts, auch der Süden ist fast menschenleer. Eine gut gepackte Reiseapotheke gehört deshalb zu den Dingen, bei denen ich nicht spare und nicht improvisiere.
Grundsätzlich bekommst du die meisten Medikamente auch in Südafrika, vorrangig rund um Kapstadt, Durban und Johannesburg. Ich rate dir, die wichtigsten Dinge in deine Reiseapotheke einzupacken. Diese Bestandteile sollten Teil deiner Südafrika Packliste sein.
- Impfpass (digitale Kopie offline auf dem Handy gespeichert)
- (Blasen-)Pflaster
- Desinfektionsmittel
- Moskitospray mit DEET
- Schmerztabletten (Ibuprofen)
- Kohletabletten, Durchfalltabletten (Imodium Akut) und Elotrans (Elektrolyte)
- Wundcreme
- Zeckenzange (vor allem im Busch)
- Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor (mindestens LSF 30), je Hauttyp
- Persönliche Medikamente wie Pille, Insulin, Sinupret ...
Ich finde das kleine kompakte Erste-Hilfe-Set von Tatonka super. Es ist bei mir auf jeder Reise dabei.
Hinweise und Erläuterungen:
Sonnenschutz steht ganz oben auf der Liste. Die Sonne in Namibia ist brutal. Du merkst den Sonnenbrand oft erst, wenn es zu spät ist. Sonnencreme mit LSF 50+ ist Pflicht. Dazu Lippenbalsam mit UV-Schutz, denn die trockene Wüstenluft trocknet deine Lippen innerhalb von Stunden aus. Eine gute Sonnenbrille mit UV-Schutz und ein Hut mit breiter Krempe ergänzen den Schutz.
Für die Reiseapotheke hatte ich dabei: Schmerzmittel (Ibuprofen), ein Mittel gegen Durchfall (Imodium Akut Duo, wenn dein Magen auf ungewohntes Essen oder Wasser reagiert), Elektrolyt-Pulver, Pflaster und Wunddesinfektionsmittel, Antihistaminika gegen allergische Reaktionen oder Insektenstiche und meine persönlichen Medikamente (Sinupret) in ausreichender Menge.
Zum Thema Malaria: Namibia gilt in den meisten Regionen als malariafrei oder risikoarm. Im Norden, besonders in der Sambesi-Region (ehemals Caprivi) und rund um den Etosha, gibt es während der Regenzeit ein geringes Risiko. Ich hatte bei keiner meiner Reisen Malarone dabei. Sprich das am besten mit deinem Tropenmediziner durch, die Empfehlung hängt von deiner Route und Reisezeit ab.
Kamera und Fernglas
Wenn du gerne fotografierst, ist Namibia ein Traum. Für Safari-Fotos brauchst du ein Teleobjektiv oder zumindest ein gutes Smartphone mit starkem Zoom. Wenn du keine Kamera mit Zoom hast, nimm auf jeden Fall ein Fernglas mit. Am Wasserloch in Etosha stehen die Tiere manchmal weit entfernt, und mit bloßem Auge verpasst du viel.
Wichtig: Staubschutz für die Kamera. Namibia ist extrem staubig, und feiner roter Sand dringt überall ein. Mache einen Objektivwechsel am besten im Auto mit geschlossenen Fenstern oder habe wie ich eine Backup-Kamera dabei, damit du nicht immer das Objektiv wechseln musst (ich weiß, das ist Luxus).
Tipp: Stirnlampe
Eine Stirnlampe gehört auf jede Namibia-Packliste. Campingplätze sind nachts stockdunkel – es gibt keine Straßenlaternen, und den Weg zum Waschhaus findest du ohne Licht nicht. Auch bei gelegentlichen Stromausfällen in Lodges ist sie praktisch. Eine einfache LED-Stirnlampe reicht, Hauptsache, sie funktioniert. Oder du möchtest nachts die Sterne und die Milchstraße fotografieren. Auch dabei ist eine Stirnlampe nützlich.
Technik und Elektronik
Namibia ist kein Land, in dem du mal eben in den nächsten Laden gehst, wenn etwas fehlt oder kaputtgeht. Vorausschauend packen lohnt sich hier besonders – vor allem bei Technik.
Strom und Laden
In Namibia gibt es Steckdosen vom Typ D und M – das sind die großen, runden, dreipoligen Stecker, die du auch aus Südafrika kennst. Einen Reiseadapter musst du mitnehmen, die gibt es vor Ort zwar auch, aber verlässlich nur in Windhoek und Swakopmund. Allerdings ist das Land auf europäische Touristen vorbereitet und sämtliche Unterkünfte haben die Steckdosen so, dass du ohne Adapter laden kannst. USB-C ist allerdings noch nicht angekommen.
Hier benötigst du ein normales (altes) USB Kabel. Sowohl fürs Auto als auch in Unterkünften.
Eine Powerbank ist Pflicht. Auf Campsites gibt es nicht immer Strom, und wenn doch, dann teilst du dir die wenigen Steckdosen mit anderen Campern. Im Auto kannst du über den Zigarettenanzünder laden, aber auf Schotterpisten bei 40 km/h will dein Handy eher navigieren als laden. Ich hatte eine 10.000-mAh-Powerbank und eine kleinere dabei und kam damit gut zurecht.
Navigation: Offline-Karten sind Pflicht
Außerhalb der Städte hast du in Namibia keinen Mobilfunk. Kein Netz, kein Google Maps, nichts. Das klingt dramatischer als es ist, aber du brauchst Offline-Karten. Ich nutze dafür Google Maps und Organic Maps offline.
Bin eigentlich Fan von tracks4africa – die App kostet ein paar Euro, hat aber Stand 2026 keine aktuellen Karten und einige Fehler in der App. Daher habe ich immer Google Maps genutzt und vor Ort gefragt, welches aktuell die beste Strecke ist (bei C-Straßen hast du oft mehrere Möglichkeiten, bei der Regenzeit wichtig).
Am Flughafen in Windhoek kannst du dir direkt eine SIM-Karte von MTC kaufen (außen, nicht am Gepäckband, denn da zahlst du das Vielfache). Die Abdeckung in den Städten und entlang der Hauptstraßen ist gut, aber in der Wüste und abgelegenen Gebieten bist du offline. Für mich war das ehrlich gesagt einer der schönsten Aspekte der Reise – aber für die Navigation musst du vorbereitet sein.
Camping und Selbstfahrer: Was dein Anbieter liefert und was nicht
Dieser Abschnitt ist besonders für Selbstfahrer mit Camper oder Dachzelt relevant – und genau hier machen viele den Fehler, zu viel einzupacken.
Das Wichtigste zuerst: Prüf vor der Buchung genau, was im Camper-Setup enthalten ist. Die meisten guten Anbieter haben deutlich mehr an Bord, als du denkst.
Bei meinem Asco-Mietwagen war zum Beispiel dabei: ein Doppeltank mit insgesamt 140 Litern Fassungsvermögen (80 + 60 Liter), ein 40-Liter-Frischwassertank zum Spülen und Kochen, Kühlbox, Campingstühle und -tisch, komplettes Kochgeschirr, Gaskocher, Besteck und Geschirr. Damit bist du komplett ausgestattet – du musst keinen Campingkocher aus Deutschland mitschleppen.
Vorher klären: Die wichtigsten Fragen an deinen Anbieter
Bevor du buchst, frag gezielt nach diesen Dingen:
Sind Handtücher dabei? Bei vielen Anbietern sind sie NICHT im Standard-Equipment enthalten. In Lodges bekommst du sie gestellt, aber beim Camping stehst du sonst ohne da. Klingt banal, nervt aber, wenn du nach der ersten Dusche auf der Campsite nass im Wind stehst.
Wie viele Ersatzreifen sind an Bord? Zwei sollten es sein. Auf Namibias Schotterpisten ist ein Reifenschaden keine Seltenheit, und mit nur einem Ersatzreifen wird es bei Pech richtig unangenehm. Ich hatte bei beiden Reisen zwei Ersatzreifen dabei und würde das jedem empfehlen.
Ist Werkzeug und Wagenheber dabei? Sollte Standard sein, aber prüf es. Und lass dir bei der Übergabe zeigen, wie der Wagenheber funktioniert – auf einer einsamen Schotterstraße ist der falsche Zeitpunkt, das zum ersten Mal auszuprobieren.
Was ich selbst mitgebracht habe
Abgesehen von dem, was der Anbieter liefert, hatte ich ein paar Sachen dabei, die mein Camping-Leben deutlich angenehmer gemacht haben:
Wäscheleine. Klingt unspektakulär, ist aber einer meiner wichtigsten Tipps. In der namibischen Wüstensonne trocknet alles innerhalb einer Stunde. Du kannst unterwegs problemlos Wäsche waschen und musst deshalb weniger Kleidung mitnehmen. Einfach eine dünne Schnur zwischen Seitenspiegel und Dachzelt spannen – fertig.
Kleines Spülmitte von daheim einpacken. Ich habe immer ein kleines Spüli dabei, damit ich keine große Packung vor Ort kaufen muss.
Universal Gewürze von daheim. Da ich diese Packung sowieso im Camper daheim habe, war es Pflicht, sie hier dabeizuhaben. Denn große Packungen an Gewürze will niemand kaufen.
Hängematte. Ich habe eine ultraleichte Hängematte von Häng, die wiegt fast nichts und passt in eine Handtasche. Zwischen zwei Bäumen auf der Campsite aufgespannt ist sie perfekt für die Mittagspause, wenn es zu heiß zum Fahren ist. Kein Muss, aber ein echtes Upgrade.
Kleine Schüsseln mit Deckel. Die habe ich von daheim mitgenommen – für Essensreste beim Campen. Wenn du abends kochst und etwas übrig bleibt, willst du das nicht offen in der Kühlbox stehen haben. Klingt nach einem Detail, macht aber auf drei Wochen einen Unterschied.
Packbeutel gegen Staub. Große und kleine. Für Essen (Zip-Beutel), Elektronik, saubere Kleidung.
Was du vor Ort kaufen kannst
Versuch nicht, alles von daheim mitzunehmen. In Windhoek gibt es Supermärkte wie Checkers, Woolworth, Superspar und Pick n Pay, die gut sortiert sind und viele deutsche Produkte im Sortiment haben. Ich habe dort eingekauft: Wasser, Obst, Nüsse, Gemüse als Snacks für unterwegs, Feuerholz für Braai (gibt es an fast jeder Campsite oder Tankstelle), Wraps, Essig, Öl und Salat (ich liebe Salat). In Swakopmund kannst du deine Vorräte nochmal auffüllen, danach wird das Angebot dünner.
Bargeld: Weniger als du denkst
Das war für mich eine der positiven Überraschungen in Namibia: Ich habe in drei Wochen weniger als 200 Euro in bar gebraucht. Kreditkarte funktioniert eigentlich überall: Lodges, Tankstellen, Supermärkte, Restaurants. Selbst an manchen Campsites konnte ich mit Karte zahlen. Nur im Nationalpark am Fish River Canyon wurde nur Bargeld angenommen.
Bargeld brauchte ich hauptsächlich für Trinkgeld und einmal auf einer Farm, wo die Getränke an der Bar nicht inklusive waren und kein guter Empfang fürs Kartenlesegerät da war. Das war's.
Die Landeswährung ist der Namibische Dollar (NAD), der eins zu eins an den Südafrikanischen Rand (ZAR) gekoppelt ist. Beide werden überall akzeptiert. Am einfachsten hebst du am Flughafen in Windhoek am Geldautomaten ab – das reicht für die ganze Reise. Ich hatte auch Südafrikanisches Geld dabei von meiner letzten Reise. Denn dieses kannst du hier nutzen. Im Gegensatz dazu werden in Südafrika keine namibischen Dollar angenommen.
Mein Tipp: Informiere deine Bank vor der Abreise, dass du in Namibia bist. Manche Banken sperren Karten bei unerwarteten Auslandsabhebungen. Und nimm eine zweite Karte als Backup mit – wenn ein Automat deine Karte nicht nimmt, hast du eine Alternative.
Packliste nach Reisezeit
Der Grundstock deiner Packliste bleibt immer gleich. Aber je nachdem, wann du reist, packst du ein paar Dinge anders.
Trockenzeit (Mai bis September)
Die Trockenzeit ist die beliebteste Reisezeit für Namibia – und auch die kälteste in der Nacht. Tagsüber ist es angenehm warm mit klarem Himmel, perfekt für Safari und Fotografie. Aber abends und nachts kann es empfindlich kalt werden, besonders im Juni und Juli. In der Kalahari und rund um Sossusvlei fallen die Temperaturen nachts regelmäßig unter 5 Grad, manchmal sogar unter den Gefrierpunkt.
Packe für diese Zeit unbedingt ein: eine warme Daunenjacke, Thermounterwäsche für die Nacht, dicke Socken, eine Mütze und Handschuhe. Im Dachzelt ist ein warmer Schlafsack entscheidend – prüf beim Anbieter, ob die mitgelieferten Schlafsäcke für winterliche Temperaturen reichen, oder bring deinen eigenen mit.
Regenzeit und Übergangszeit (Oktober bis April)
In der Regenzeit wird es heiß und schwül, besonders im Norden. Die Nächte sind deutlich milder als in der Trockenzeit, dafür brauchst du andere Dinge: eine leichte Regenjacke (die Gewitter kommen schnell und heftig), mehr Mückenschutz (Repellent und langärmlige Abendkleidung, besonders in der Sambesi-Region) und leichtere Schlafkleidung.
Ich war sowohl zur Trockenzeit als auch in der Regenzeit in Namibia. In der Regenzeit war die Landschaft unglaublich grün und lebendig – aber die Straßen waren teilweise abenteuerlich. Dafür waren die Campsites leerer und die Preise niedriger.
Was du NICHT einpacken musst
Genauso wichtig wie das, was reinkommt: die Dinge, die du getrost daheim lassen kannst. Gerade beim ersten Mal in Afrika neigt man dazu, für jedes Szenario vorzusorgen. Das braucht es in Namibia nicht.
Moskitonetz – Die meisten Unterkünfte und Camper haben eins. Namibia ist zudem in den meisten Regionen malariafrei oder sehr risikoarm. Spar dir Gewicht und Platz.
Zu viel Kleidung – Du kannst in Windhoek und Swakopmund waschen. Mit einer Wäscheleine und der namibischen Sonne brauchst du unterwegs auch keinen Waschsalon. Fünf bis sechs Outfits plus Wechselwäsche reichen für drei Wochen.
Kabelbinder und Panzerband – Klingt nach Abenteuer-Ausrüstung, braucht aber in der Realität niemand. Namibias touristische Infrastruktur ist gut organisiert. Wenn wirklich etwas am Auto kaputtgeht, brauchst du einen Mechaniker, kein Klebeband.
Zu viel Bargeld – Kreditkarte reicht fast überall. Weniger als 300 Euro in bar haben mir für drei Wochen gereicht.
Packliste Namibia als PDF zum Download
Damit du beim Packen nichts vergisst, habe ich dir die komplette Liste als Checkliste zum Ausdrucken und Abhaken zusammengestellt.
Du planst gerade deine Namibia-Reise? Dann schau dir auch meine Namibia Tipps zur Rundreise als Selbstfahrer, zum Mietwagen und zur besten Reisezeit für Namibia an.
Ich hoffe, dir hat dieser Artikel gefallen und geholfen, deine Fragen zu beantworten, was du für Namibia einpacken musst. Falls du noch Ideen oder Fragen hast, dann freuen wir uns sehr auf deinen Kommentar hier auf dem Reiseblog.
Falls du keine Fragen hast: Wir freuen uns trotzdem auf dein Feedback und hoffen, dass du den Artikel mit Freunden teilst oder auf Pinterest speicherst. Dann findest du die Tipps später wieder.
Nützliche Links: Unsere Empfehlungen, hier buchen wir
Wenn du deine Reisen oder Ausrüstung über meine Links buchst, erhalte ich eine kleine Provision. So kannst du mir helfen, diesen Reiseblog (Technik & Hosting) zu finanzieren. Danke für deine Unterstützung und dass du Teil meiner Community bist. Herzlichen Dank für deine Unterstützung!
Hat dir der Artikel geholfen? Dann freue ich mich über dein Feedback!
Hinterlasse gern einen Kommentar, wenn du Fragen oder Anregungen hast – oder teile den Beitrag mit Freunden, denen er auch weiterhelfen könnte.
Für mehr Reisetipps und persönliche Empfehlungen:
Folge mir auf Facebook, Instagram, Pinterest oder Threads – oder melde dich für meinen Newsletter an, um regelmäßig neue Artikel und exklusive Tipps zu erhalten.
