Meine Tipps mit Highlights für die Catlins im Südosten der Südinsel Neuseeland

Küstenkinder sind in den Catlins im Südosten der Südinsel Neuseelands genau richtig: Stürmisches Wetter trifft auf zerklüftete Klippen, weiße Sandstrände und wilden neuseeländischen Urwald. Wer sich auf den östlichen Teil der Southern Scenic Route und damit auf den Highway SH92 wagt, wird mit einer reichen Tierwelt, weniger Touristen, fehlendem Handynetz und traumhaften Sonnenaufgängen belohnt.

Warum du The Catlins besuchen solltest

The Catlins Neuseeland Karte

The Catlins (auch The Catlins Coast) liegen im Südosten der Südinsel Neuseelands zwischen den Orten Balclutha und Invercargill (auf der Karte Gelb gefärbt). Das Gebiet ist dünn besiedelt, das Klima ist rau und die Landschaft bildschön.

Die zerklüftete Küstenlinie bietet nicht nur eine großartige Tierwelt mit Pinguinen, Robben und vielen äußerst seltenen und bedrohten Vogelarten, sondern auch eine starke Brandung, die Surfer anlockt.

Tagestouren in die Catlins

Wenn Du nicht mit dem eigenen Auto unterwegs bist, empfiehlt es sich, eine Tagestour von Dunedin oder Invercargill aus zu buchen. Das kannst Du entweder in der örtlichen i-Site oder auch direkt online bei Elm Wildlife Tours (erst wieder ab 1. Oktober) machen.

Wie viel Zeit solltest Du für die Catlins einplanen?

Zwischen Dunedin und Invercargill erstreckt sich entlang des Highway SH92 einer der am wenigsten befahrenen Streckenabschnitte Neuseelands: Die Catlins. Die Route startet südlich hinter Balclutha und führt Dich entlang der südöstlichen Küste. Zwei bis drei Tage solltest Du Dir für diesen Abschnitt mindestens Zeit nehmen.

Natürlich kannst Du die Catlins auch an einem Tag „abgrasen“, aber meiner Meinung nach ist es nur mit einer Übernachtung an einem der schön gelegenen Campingplätze möglich, das einsame Catlins-Feeling vollends zu erfahren! Außerdem kannst Du hier zum Beispiel auch Pinguine und Seerobben in ihrem natürlichem Umfeld beobachten! Ist das allein nicht schon einen Extratag wert?

Beste Reisezeit für die Catlins

Generell gibt es keine beste Reisezeit, die Catlins kannst du das ganze Jahr bereisen. Die Temperaturen sind durch die Lage am Meer recht mild, so richtig warm wird es allerdings nie. Das Klima ist immer rau, mit starkem Wind und Regen musst du immer rechnen.

Der neuseeländische Sommer bietet dir die höchsten Temperaturen. Die Sommermonate Dezember, Januar und Februar sind für Neuseeland generell die wärmsten Monate. Im Vergleich zum Rest der Südinsel musst du hier trotzdem mit kühleren Temperaturen rechnen. Trotzdem bleibt das Wetter sehr wechselhaft. Es kann einen Tag über 20 Grad haben und am nächsten wieder nur 10 Grad.

Die neuseeländischen Wintermonate (Juni, Juli und August) sind mild, aber sehr kühl. Die Temperaturen liegen im Durchschnitt bei 10 Grad.

Alle Reisetipps für Neuseeland kannst du ausführlich hier nachlesen

Vorbereitung: Beste Reiseführer für Neuseeland

Wir haben bei unserer letzten Neuseeland Reise diese Reiseführer genutzt:

Autofahren in den Catlins

Der Highway SH92 ist durchgängig asphaltiert, jedoch führen zu den eigentlichen Sehenswürdigkeiten meist nur Schotterstraßen, die zudem oft auch nur einspurig (One Way) zu befahren sind. Das solltest Du unbedingt zeitlich mit einplanen.

Da es an der Catlins Coast wenige Tankstellen sowie Unterkünfte und Shops gibt, solltest du davor volltanken und Lebensmittel aufstocken.

Sehenswürdigkeiten in den Catlins

Wir sind die Catlins von Norden aus mit unserem Camper hinuntergefahren und haben als Selbstversorger auf Campingplätzen übernachtet. Die folgenden Highlights und Aktivitäten solltest Du in den Catlins auf keinen Fall verpassen. In der Karte weiter unten findest du alle Locations markiert.

1. Leuchtturm am Nugget Point

Das erste (nördliche) Highlight der Catlins befindet sich am Nugget Point, einem steilen Felsvorsprung, auf dem in 133 Meter Höhe eindrucksvoll ein weißer Leuchtturm thront. Dieser ist bereits seit 1870 aktiv. Über einen kurzen Walkway gelangst Du zur Aussichtsplattform, von wo aus Du die sogenannten Nuggets – zerklüftete Felsen – bestaunen und neuseeländische Pelzrobben beobachten kannst.

2. Gelbaugenpinguine in der Purpoiose Bay

Hoiho“ ist der Maori-Name für die älteste noch lebende Pinguinart, die Du nur im südlichen Neuseeland antreffen kannst. Bedroht durch eingeschleppte Frettchen, Hermeline und Katzen, gibt es mittlerweile nur noch etwa 4000 dieser putzigen Pinguine. Ihre Nistplätze findest Du vorwiegend an der rauen Küste der Catlins, am besten aber an der Roaring Bay, der Purpoise Bay und am Rande des versteinerten Waldes in der Curio Bay.

Wir trafen unseren gut 45 Zentimeter großen Pinguin-Freund direkt auf einem Spaziergang auf dem Hügel hinter dem Campingplatz an der Purpoise Bay. Er stand einfach da auf seinen rosa Schwimmfüßen und blickte mit seinen blassgelben Äuglein auf die Bucht. Vielleicht wollte er, wie wir auch, ein paar Delphine erspähen?

„Hoiho“ ist der Maori-Name für die älteste noch lebende Pinguinart, die du auf den Catlins in Neuseeland findest
„Hoiho“ ist der Maori-Name für die älteste noch lebende Pinguinart, die du auf den Catlins in Neuseeland findest

3. Neuseeländische Seelöwen in der Cannibal Bay

Wie der Name bereits sagt, wirst Du die neuseeländischen Seelöwen vorrangig am Ende der Welt antreffen, und zwar am besten in den Catlins. Diese äußerst seltene Seelöwenart hat kaum Scheu vor dem Menschen. Darum solltest Du darauf achten einen Mindestabstand von 10 Metern einzuhalten, wenn Du sie in der Cannibal Bay besuchst.

Vor allem aber, falls sich ein gut drei Meter langes Männchen aufbäumt und anfängt zu brüllen, solltest Du schleunigst das Weite suchen! Die 400-Kilo-Männer sehen zwar gemächlich aus, können aber durchaus sehr schnell unterwegs sein.

4. Die kleinste Delphinart der Welt bestaunen: Hector-Delfine

Richtig viel Spaß kannst Du mit den schwarz-weiß markierten Delfinen in der Purpoise Bay haben. Hier tummeln sich die kleinsten Delfine der Welt, die Hector-Delfine. Wie der Neuseeländische Seelöwe, kommen auch diese selten vor. In den Catlins triffst Du dafür gerade im Frühjahr oft Weibchen mit ihren Babys an, denn diese bleiben bis zu zwei Jahre bei ihren Müttern.

Obwohl die Delfine sehr nahe an den Strand kommen, sind sie doch eher scheu. Darum ist es wichtig, die DOC-Regeln zum Umgang mit Delfinen zu befolgen: Nicht anfassen, füttern, umrunden oder jagen. Die Delfine kommen im Regelfall zu Dir, wenn Du im Wasser bist.

5. Wanderung zu Jack’s Blowhole

Ein 55 Meter langes Loch, dass durch den Einsturz einer unterirdischen Höhle entstanden ist – hört sich erstmal nicht soo spannend an. Allerdings ist Jack’s Blowhole durch einen 200 Meter langen Tunnel direkt mit dem Meer verbunden und bei Flut prescht das Wasser mit Wucht durch den Tunnel und wird an den steilen Felswänden in Form von Wasserfontänen nach oben gedrückt!

Zwar musst Du für das Spektakel das richtige Wetter erwischen (sprich: richtig schlechtes Wetter!), uns gefiel aber tatsächlich vor allem auch der 30-40minütige Spaziergang über Farmland und an der Küste entlang sehr gut.

6. Wasserfälle ohne Ende: McLeans Falls, Purakaunui Falls, Matai Falls

Wenn Du Wasserfälle liebst, bist Du in den Catlins genau richtig! Hier warten mindestens drei wunderschöne Wasserfälle auf Dich. Am beeindruckendsten fanden wir die 22 Meter hohen McLeans Falls, die Du über einen 40 Minuten langen Fußweg erreichst. Am besten schaust Du hier am späten Nachmittag vorbei, wenn das Licht am schönsten steht!

Platz zwei belegen die Purakaunui Falls, bei denen das Wasser über drei Stufen hinabstürzt. Wunderschön ist auch hier der kurze Weg zu den Fällen. Am Wegesrand (wie überall in den Catlins) findest Du zudem Schilder, die Dir erklären, vor welcher Baumart Du gerade stehst.

Die Purakunai Falls stürzen über drei Stufen hinab

Nur wenige halten an den Matai Falls. Wieder führt ein etwa 20 bis 30 Minuten kurzer Spaziergang durch Fuchsien und Silver Beech zu den Fällen. Überraschung am Ende: Es gibt sogar zwei Wasserfälle.

7. Camping in der Purakaunui Bay

Ungelogen, in den Catlins fanden wir den schönsten Campingplatz unserer Neuseeland Reise. Gute 17 Kilometer südlich von Owaka liegt die Purakaunui Bay. Eine traumhafte Bucht zum Surfen und Übernachten inmitten von grasenden Schafen. Wir haben es hier geliebt! Bei Sonnenaufgang schaute ein dicker Seelöwe vorbei, abends watschelten die Pinguine in ihre Nester.

Kosten: Für 8-10 Dollar bekommst Du hier Natur pur, Toiletten, fließend Wasser und Feuerstellen mit Feuerholz, das Du hier einfach selbst sammeln kannst.

8. Cathedral Caves

Die wohl prächtigsten Höhlen entlang der Catlins Coast findest Du bei den Cathedral Caves. Sie sind Teil einer großen Anzahl natürlicher, vom Meer geschaffener Höhlen. Über einen traumhaften Strand gelangst Du bis zwei Stunden vor oder nach der Ebbe dorthin.

  • Eintritt: $NZ 10 (Stand März 2022)

9. Versteinerter Wald in der Curio Bay

Direkt neben der Purpoise Bay liegt die Curio Bay, in der Du die Reste eines versteinerten Waldes aus der Jurazeit bestaunen kannst. Es ist wirklich beeindruckend, wie gut Du die Jahrtausende alten Baumstümpfe bei Ebbe klar erkennen kannst. In der Abenddämmerung watscheln auch hier die Gelbaugenpinguine zu ihren Nestern.

Versteinerter Wald in den Catlins
Versteinerter Wald in der Curio Bay

10. Schieße das Must-Have-Foto am Slope Point

Zum Abschluss Deiner Catlins-Tour solltest Du am Slope Point stoppen. Auf einem steilen Felsvorsprung findest Du, durch ein Schild markiert, den südlichsten Punkt der Südinsel. Dahinter kommen nur noch Stewart Island und die Antarktis.

Karte mit allen Highlights & Tipps

Übernachten in den Catlins

Wie bereits geschrieben, befährst Du die Catlins am besten als Selbstversorger mit dem Campervan oder mit dem eigenen Auto und einem Zelt zum Übernachten.

Natürlich findet sich auch das ein oder andere Motel, Lodges und Unterkünfte für alle, die nicht campen.

Unser absoluter Lieblingscampingplatz (und zwar der ganzen Neuseeland-Reise!) ist die Purakaunui Bay Campsite, die ihrem Namen absolut gerecht wird: ein traumhafter Campingplatz mitten in einer ausladenden Bucht auf Schaf-Weideland. Die Anfahrt erfolgt über eine Schotterstraße.

Die wichtigsten Infos zum Campingplatz:

  • 40 Stellplätze (non-powered)
  • Plumpsklo
  • Trinkwasser vorhanden
  • Feuerstellen und die Möglichkeit Feuerholz zu sammeln
  • Direkter Strandzugang
  • Vorab-Buchung notwendig
  • Preis: NZ$ 8 p.P. / Nacht; ab 1. Juli 2022 NZ$ 10 p.P. / Nacht (Stand März 2022)

Eine weitere Nacht verbrachten wir auf einem Umsonst-Platz namens Fortrose Township, der sich zwischen dem Slope Point und Invercargill befindet. (Nur „self-contained vehicles“; nur zwischen 1. August - 30. November)

Achtung: Wild Campen ist in den Catlins überall strengstens verboten und wir streng überprüft und geahndet!

Warst Du selbst schon in die Catlins und hast weitere Tipps? Welches waren Deine Highlights?

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Mandy Jochmann Autorin
Hi ich bin Mandy!

Moin, mein Name ist Mandy, ich bin ein waschechtes Ostsee-Kind und liebe das Reisen! Neue Kulturen und exotische Länder entdecke ich am liebsten in meinen Laufschuhen. Genauso mag ich die Abenteuer direkt vor der heimischen Haustür. Wenn ich nicht reise, unterstütze ich als Mentorin und Achtsamkeitstrainerin Frauen.

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