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Den Haag hat mich überrascht. Ich hatte eine artige Regierungsstadt erwartet und stattdessen eine Stadt bekommen, die alte Grachten mit futuristischer Architektur mischt, Weltniveau-Museen mit entspanntem Strandleben kombiniert – und das alles nur ein paar Tramstationen vom Meer entfernt.

Mit 530.000 Einwohnern ist Den Haag nach Amsterdam und Rotterdam die drittgrößte Stadt der Niederlande – und gleichzeitig der Regierungssitz und Standort der königlichen Paläste. Amsterdam ist zwar offiziell die Hauptstadt, aber regiert wird das Land hier. Kein Wunder, dass Den Haag gerne die heimliche Hauptstadt der Niederlande genannt wird.

Ich habe mich für 2 Nächte in Scheveningen entschieden – dem Küstenviertel direkt am Meer – und Den Haag von dort aus auf eigene Faust erkundet. Was aus diesem Wochenende geworden ist, findest du hier: meine Reiseroute mit allem, was sich wirklich lohnt.

Tag 1: Den Haag: Sightseeing in der heimlichen Hauptstadt

Den Haag lässt sich wunderbar zu Fuß und mit dem Fahrrad erkunden. Von Scheveningen aus nimmt man die Tram Nr. 10 und ist in wenigen Minuten mitten im Zentrum. Ich empfehle, früh loszufahren – die beliebtesten Spots sind am Vormittag deutlich ruhiger, und wer eine Führung auf den Haager Turm machen will, muss die Uhrzeit sowieso einplanen.

Binnenhof und Hofvijver – das älteste Parlamentsgebäude der Niederlande

Der Binnenhof ist der historische und politische Mittelpunkt der Stadt. Was im 13. Jahrhundert als Jagdschloss von Graf Floris IV. begann, wuchs über die Jahrhunderte zu einem der ältesten Parlamentsgebäude der Welt. Heute ist er Sitz des niederländischen Parlaments – Tweede und Eerste Kamer –, und der Innenhof mit der Ridderzaal (Rittersaal) gehört zu den eindrucksvollsten Orten der Stadt. Die Ridderzaal wird noch heute für Staatsanlässe genutzt, darunter die alljährliche Prinsjesdag-Rede zum Eröffnung des Parlaments.

Wichtig: Der Binnenhof befindet sich seit 2019 in umfangreicher Renovierung. Das Gebäude ist vorübergehend für Besucher eingeschränkt zugänglich – der Innenhof und die Fassaden lassen sich aber nach wie vor gut von außen besichtigen. Den aktuellen Stand zur Zugänglichkeit findest du auf der offiziellen Website des Binnenhofs.

Direkt daneben liegt der Hofvijver – ein rechteckiger Teich, in dem sich die Fassade des Binnenhofs spiegelt. Das Bild gehört zu den schönsten der ganzen Stadt.

Mauritshuis – Das Mädchen mit dem Perlenohrring

Das Mauritshuis ist eine der bedeutendsten Gemäldegalerien Europas – und gleichzeitig ein Ort, der sich nicht anfühlt wie ein Pflichtprogramm. Das Museum liegt in einem eleganten Stadtpalais aus dem 17. Jahrhundert, direkt am Hofvijver, und zeigt rund 50 Meisterwerke der niederländischen und flämischen Malerei aus dem 15. bis 18. Jahrhundert.

Das Bekannteste davon: „Das Mädchen mit dem Perlenohrring" von Jan Vermeer. Das Gemälde ist kleiner als die meisten erwarten – aber die Wirkung ist außergewöhnlich. Ebenfalls sehenswert: Rembrandts „Anatomie des Dr. Tulp", das eine Leichensektion zeigt und bis heute zu den faszinierendsten Gruppenporträts der Kunstgeschichte zählt. Und Carel Fabritius' „Der Distelfink" – ein winziges Gemälde von atemberaubender Präzision, das viele Besucher überrascht.

Plan für das Mauritshuis mindestens 1,5 bis 2 Stunden ein. Es ist nicht riesig, aber die Werke verdienen Zeit.

Tickets vorab online buchen – besonders in der Hauptsaison empfehlenswert

Öffnungszeiten und aktuelle Eintrittspreise: mauritshuis.nl

Haager Turm der Grote Kerk – die beste Aussicht über die Stadt

Den besten Blick über Den Haag gibt es nicht von einem Hochhaus, sondern vom Haager Turm der Grote Kerk – einem mittelalterlichen Kirchturm im Herzen der Altstadt, der lange auch als Leuchtfeuer diente. Die Führung dauert 1 bis 1,5 Stunden und ist kurzweilig: Man erfährt viel über die Geschichte der Stadt und hat oben bei gutem Wetter eine Aussicht bis nach Scheveningen ans Meer.

Die Touren finden zu festen Zeiten statt – Tickets unbedingt vorher buchen, die Gruppen sind klein.

  • März bis November: Donnerstag–Sonntag, 13:00 und 15:00 Uhr
  • Dezember bis Februar: Samstag–Sonntag, 13:00 und 15:00 Uhr
  • Treffpunkt: Rond de Grote Kerk 12, Den Haag
  • Kombiticket Turm + Grote Kerk: 10 Euro
  • Tickets: bei GetyourGuide oder vor Ort (wenn noch verfügbar, bei uns war selbst Anfang April die Tour bei wenig idealem Wetter ausgebucht und nur noch bei Get Your Guide haben wir Tickets bekommen)

Tipp zur Tagesplanung: Die Führung um 13 Uhr lässt sich gut mit dem Morgen am Binnenhof und im Mauritshuis kombinieren. Danach bleibt der Nachmittag frei für die restlichen Spots.

Falls die Tour ausgebucht ist: Haagse Toren

Der Haagse Toren, im Volksmund Het Strijkijzer (das Bügeleisen) genannt, weil seine Form an das New Yorker Flatiron Building erinnert – ist mit 132 Metern das höchste Gebäude der Stadt. Im 42. Stock befindet sich eine Aussichtsplattform sowie eine Sky Bar und ein Restaurant. Die Aussicht ist beeindruckend, der Turm liegt aber etwas weiter vom Zentrum entfernt. Mein persönlicher Tipp: Wenn du die Wahl hast, nimm den Haager Turm der Grote Kerk – das Erlebnis ist authentischer. Aber als Alternative ist der Haagse Toren eine sehr solide Option.

Die Passage, Lange Voorhout und Haagsche Bluf – Architektur und Flanieren

Diese drei Orte lassen sich bequem zu Fuß verbinden und machen zusammen eine schöne Nachmittagsrunde.

Die Passage ist die älteste überdachte Einkaufsmeile der Niederlande – eine elegante Glas-Stahl-Konstruktion aus dem 19. Jahrhundert, inspiriert von Pariser Passagen. Auch wer nichts kauft, lohnt sich ein kurzer Spaziergang hindurch.

Der Lange Voorhout liegt gleich um die Ecke: ein breiter, von mächtigen Linden gesäumter Boulevard, der als einer der schönsten Plätze der Niederlande gilt. Hier finden regelmäßig Märkte statt – der Antiquitätenmarkt ist besonders bekannt. Das Hotel Des Indes an der einen Seite gehört zu den großen klassischen Adressen Den Haags: Auch wer dort nicht übernachtet, kann in der Lobby oder der Lounge einen Tee trinken.

Der Haagsche Bluf ist für Architektur-Interessierte ein Pflichtprogramm: moderne Gebäude mit Fassaden im historischen Jugendstil-Look. Auf den ersten Blick sieht alles alt aus – erst auf den zweiten merkt man, dass hier Neubau und alte Anmutung geschickt kombiniert wurden.

Vredespaleis (Friedenspalast)

Der Friedenspalast am Carnegieplein ist Sitz des Internationalen Gerichtshofs der Vereinten Nationen und des Ständigen Schiedshofs. Das Gebäude wurde zwischen 1907 und 1913 errichtet – finanziert von Andrew Carnegie, dem amerikanischen Stahlmagnaten, der 1,5 Millionen Dollar für den Bau spendete und damit seiner Vision eines internationalen Rechtsfriedens Gestalt gab.

Von außen lässt sich der Palast jederzeit und kostenlos besichtigen – das schmiedeeiserne Tor, die Fassade und der Garten allein lohnen schon einen kurzen Stopp. Für eine Führung durch das Innere empfiehlt sich eine Voranmeldung über das Besucherzentrum.

Infos und Besucherzentrum: vredespaleis.nl

Panorama Mesdag – mitten im größten Gemälde der Niederlande

Das Panorama Mesdag ist einer der ungewöhnlichsten Orte in Den Haag: ein riesiges Rundbild aus dem Jahr 1881, das Scheveningen so zeigt, wie das Dorf vor über 140 Jahren aussah – mit Strand, Fischerbooten, Dünen und dem Meer im Hintergrund. Das Gemälde ist 120 Meter im Umfang und 14 Meter hoch, und weil man auf einer erhöhten Plattform in der Mitte steht, entsteht ein Panorama-Effekt, der erstaunlich echt wirkt.

Gemalt hat es der niederländische Marinekünstler Hendrik Willem Mesdag – zusammen mit seiner Frau Sientje und einigen weiteren Malern, angeblich in nur vier Monaten. Es gilt als eines der wenigen erhaltenen Panoramabilder seiner Art weltweit.

Der Besuch dauert etwa 45 bis 60 Minuten und ist weniger touristisch als erwartet. Wer am nächsten Tag nach Scheveningen fährt, sieht die Kulisse des Gemäldes plötzlich mit anderen Augen.

Kunstmuseum Den Haag – die größte Mondrian-Sammlung der Welt

Das Kunstmuseum Den Haag – bis 2019 unter dem Namen Gemeentemuseum bekannt – ist allein schon wegen des Gebäudes einen Besuch wert. Der niederländische Architekt H.P. Berlage entwarf es im Art-déco-Stil; der Backsteinbau mit seinen weiten Galerien und eleganten Proportionen gehört zu den schönsten Museumsgebäuden der Niederlande.

Innen wartet die größte Mondrian-Sammlung der Welt – darunter sein unvollendetes letztes Werk „Victory Boogie Woogie", das er kurz vor seinem Tod 1944 in New York hinterließ. Wer sich je gefragt hat, wie aus einfachen Linien und Primärfarben Weltkunst werden konnte, bekommt hier die Antwort. Daneben hängen Werke von Picasso, Kandinsky und Monet – die Sammlung moderner Kunst ist außergewöhnlich breit.

Das Museum liegt etwas außerhalb des historischen Zentrums, in der Nähe des Vredespaleis – beide lassen sich gut kombinieren.

Abends in den Foodhallen Den Haag

Den Haag hat eine der lebendigsten Essens-Szenen der Niederlande – und das hat vor allem einen historischen Grund: Die Stadt beheimatet die größte indonesische Community in den Niederlanden, eine direkte Folge der Kolonialgeschichte.

Das bedeutet: Nirgendwo in Holland isst man authentischere Rijsttafel als hier. Wer indonesisches Essen probieren möchte, ist in Den Haag genau richtig – die entsprechenden Restaurants häufen sich vor allem rund ums Zeeheldenkwartier und entlang der Wagenstraat.

Für einen gemütlichen und ungezwungenen Abend empfehle ich die Foodhallen Den Haag: 11 Stände mit Gerichten aus aller Welt, von Sushi über Bitterballen bis zu argentinischem Grill. Die Atmosphäre ist locker, die Preise fair. Wir fanden es hier super gemütlich und jeder konnte das essen, was er wollte. Außerdem gehts oft schneller, als in einem Restaurant.

Wer es ruhiger mag: Das Bookstor an der Denneweg ist eine Institution – ein Café, das seit über 100 Jahren gleichzeitig Buchhandlung ist. Holzregale, Kaffeeduft, gemischtes Publikum, keine Eile. Unter Deutschen offenbar kein Geheimtipp, aber aus gutem Grund nicht.

Tag 2: Scheveningen – Strand, Pier und Nordseeflair

Scheveningen ist heute ein Stadtteil von Den Haag, fühlt sich aber wie ein eigener Ort an: Strandpromenade, Fischerhafen, Dünen, Restaurants – und eine Atmosphäre, die irgendwo zwischen belgischem Seebad und modernem Küstenort liegt. Wer in Scheveningen übernachtet, hat den Vorteil, dass man morgens einfach ans Meer spazieren kann, bevor die Tagesbesucher eintreffen. Genau das solltest du nutzen.

Morgens am Strand – bevor der Trubel beginnt

Der Strand von Scheveningen ist einer der breitesten und bekanntesten der niederländischen Nordseeküste. Im Sommer zieht er Millionen von Besuchern an, aber früh morgens gehört er fast dir allein. Der Sand ist fein, die Wellen sind spürbar – das ist nicht Mittelmeer, sondern echtes Nordseeflair mit Wind, Weite und diesem ganz eigenen Licht.

Entlang der Strandpromenade (Kuststraat/Boulevard) reihen sich Strandpavillons, Cafés und Restaurants. Viele öffnen morgens schon für Frühstück – ein Cappuccino mit Blick aufs Meer ist ein guter Start in den Tag.

Pier Scheveningen – 60 Meter über der Nordsee

Der Pier ist das Wahrzeichen Scheveningens. Das heutige Bauwerk wurde nach dem Zweiten Weltkrieg neu errichtet – der Originalsteg aus dem 19. Jahrhundert überstand den Krieg nicht. Am Ende des Piers dreht sich das Riesenrad mit 60 Metern Höhe, das bei klarem Wetter einen weiten Blick über die Küste bietet: nach Süden bis Kijkduin, nach Norden bis in die Dünenkette.

Entlang des Piers findest du Souvenir-Shops, Imbissbuden, ein kleines Aquarium und Cafés. Touristisch? Ja. Trotzdem einen Spaziergang wert – vor allem die Aussicht vom Ende des Stegs.

  • Aktuelles zum Riesenrad und Eintrittspreise: pier.nl

Kurhaus, die Grande Dame der niederländischen Küste

Das Kurhaus (Grand Hotel Amrâth Kurhaus The Hague Scheveningen) ist unübersehbar: ein mächtiger Kuppelbau im Neurenaissance-Stil direkt an der Promenade, 1885 als Kurbad eröffnet und seitdem das architektonische Herz Scheveningens. Heute ist es ein 5-Sterne-Hotel, aber das Gebäude hat eine Geschichte, die weit über den Hotelbetrieb hinausgeht.

Schon Vincent van Gogh machte hier Skizzen. Die österreichische Kaiserin Elisabeth (Sissi) übernachtete hier, ebenso Präsident Roosevelt. Im Kurzaal – der großen Konzerthalle im Inneren – haben Orchester, Künstler und politische Empfänge Geschichte geschrieben. Wer das Innere sehen möchte, muss nicht unbedingt übernachten: Ein Kaffee oder ein Aperitif in der Bar des Kurhauses ist möglich – und allein der Blick in den Kurzaal lohnt den Abstecher.

Eine Übernachtung ist nicht günstig, aber für einen besonderen Anlass einzigartig. Aktuelle Preise und Verfügbarkeit bei Booking.com.

Nationaal Park Hollandse Duinen, die stille Seite Scheveningens

Wer die Promenade hinter sich lässt und sich nach rechts (Richtung Norden) oder links wendet, steht schnell vor den Hollandse Duinen – einem Naturschutzgebiet aus Sanddünen, das sich entlang der gesamten niederländischen Küste erstreckt. Für Scheveningen beginnt das Dünengebiet direkt hinter dem Strand.

Hier kann man wandern oder radeln, ohne jemandem zu begegnen – ein überraschend ruhiger Kontrast zur belebten Promenade. Die Dünen sind Teil eines wichtigen Ökosystems und bieten Lebensraum für zahlreiche Vogelarten. Wer einen halben Vormittag Zeit hat und Natur der Promenade vorzieht, ist hier gut aufgehoben.

Hafen Scheveningen – Fischkultur und frischer Hering

Der Vissershaven (Fischerhafen) von Scheveningen ist eine andere Welt als die Touristenpromenade: echte Fischerboote, Lagerhallen, Meeresgeruch. Einmal im Jahr, meist Anfang Juni, wird hier Vlaggetjesdag gefeiert – das traditionelle Fest zum Beginn der neuen Heringssaison. Die Fangboote kehren geschmückt zurück, und überall gibt es frischen Hollandse Nieuwe, den neuen Hering der Saison.

Auch abseits des Festtages lohnt ein Abstecher zum Hafen: An den Haringkraams (Heringsständen) direkt am Wasser bekommst du frischen Hering nach echter niederländischer Art – mit Zwiebeln und Gewürzgurke, in einem Brötchen oder klassisch am Schwanz gehalten. Für alle, die es noch nicht probiert haben: Das ist Pflichtprogramm in den Niederlanden.

Rund um den Hafen findest du außerdem mehrere Fischrestaurants, die auf frische Nordseefische und Meeresfrüchte spezialisiert sind.

Kijkduin und Zuiderstrand – der ruhige Strand der Einheimischen

Zwischen dem Hafen von Scheveningen und dem Küstenort Kijkduin erstreckt sich der Zuiderstrand – und das ist der Strand, den Einheimische bevorzugen. Kein Pier, kein Riesenrad, keine Souvenirläden: nur breiter Sand, Dünen und wenige Menschen.

Unter Den Haag-Bewohnern gilt Kijkduin als der ruhigere, natürlichere Teil der Küste. Wenn du einen Nachmittag suchst, an dem du einfach liegen, lesen und spazieren kannst, ohne von Reisebussen umgeben zu sein, ist das hier der richtige Ort. Per Fahrrad von Scheveningen aus in etwa 20 bis 30 Minuten erreichbar.

Wenn Lust und Zeit: Madurodam – Niederlande im Miniaturformat

Madurodam liegt zwischen Den Haag und Scheveningen und ist einer der meistbesuchten Orte der Niederlande – und das nicht nur wegen Familien mit Kindern. Im Maßstab 1:25 ist hier alles versammelt, was die Niederlande ausmacht: Grachtenhäuser, Windmühlen, den Hafen von Rotterdam, Schiphol, den Binnenhof. Die Anlage ist liebevoll gestaltet und auch für Erwachsene überraschend unterhaltsam.

Ich selbst habe es beim Besuch nicht mehr geschafft – aber ein niederländischer Freund aus Den Haag hat mir mit leuchtenden Augen von seiner Kindheit in Madurodam erzählt. Das reicht mir als Empfehlung.

Abendessen: Foodhallen Scheveningen und Strandpavillons

Die Foodhallen Scheveningen – an der Strandpromenade gelegen – bieten eine andere Auswahl als die Foodhallen in Den Haag. Austern, Sate-Spieße, Bitterballen, Dumplings, Pommes: Es gibt für jeden etwas, die Atmosphäre ist entspannt und hat den Vorteil, dass man keinen Tisch reservieren muss.

Wer lieber direkt am Wasser sitzen möchte: Entlang der Promenade reihen sich Strandpavillons mit Terrassen, die besonders am Abend eine schöne Kulisse bieten. Bei gutem Wetter mit einem Glas Weißwein und Blick auf die Nordsee – das ist das Beste, was Scheveningen zu bieten hat.

Tag 3: Rückweg über den Keukenhof – nur für die richtige Jahreszeit

Dieser dritte Tag ist kein Pflichtprogramm – sondern ein Tipp für alle, die im Frühling reisen und das Beste aus der Region herausholen wollen.

Der Keukenhof liegt rund 35 Kilometer von Scheveningen entfernt und gilt als der größte Blumenpark der Welt: 32 Hektar Parkanlage, über 7 Millionen Tulpen, Narzissen und Hyazinthen, die jedes Jahr von Mitte März bis Mitte Mai in voller Blüte stehen. Das Zeitfenster ist schmal – wer außerhalb dieser Wochen reist, kann den Keukenhof schlicht nicht besuchen. Wer aber ohnehin ein Wochenende in Den Haag plant und Frühling erwischt, sollte den Rückweg über Lisse einplanen.

Ein halber Tag reicht gut für den Park, bevor es weitergeht – nach Hause oder in die nächste Stadt.

Alle Details, Tickets und Tipps findest du in meinem ausführlichen Keukenhof-Artikel.

Nützliche Reisetipps

Wo übernachten: Scheveningen oder Den Haag Zentrum?

Das ist die Frage, die sich fast jeder stellt, der ein Wochenende in Den Haag plant – und die Antwort hängt davon ab, was dir wichtiger ist.

Wir haben uns für Scheveningen entschieden da wir am Meer sein wollten. Per Tram waren wir trotzdem in wenigen Minuten im Zentrum von Den Haag. Wer das Stadtleben dem Strandleben vorzieht, ist im Zentrum besser aufgehoben und ist näher an Museen, Restaurants und der Altstadt, dafür ohne das Meeresgefühl.

Scheveningen

  • Airbnb ist hier eine gute Wahl, besonders für Wohnungen mit Meerblick oder Strandnähe. Frühzeitig buchen lohnt sich, vor allem in der Hochsaison (Juli/August) und während der Tulpenzeit.
  • Grand Hotel Kurhaus: Das 5-Sterne-Haus direkt an der Promenade ist die ikonische Adresse Scheveningens. Schon Van Gogh, Kaiserin Sissi und Präsident Roosevelt haben hier übernachtet. Nicht günstig, aber für einen besonderen Anlass einzigartig. → Preise & Verfügbarkeit bei Booking.com

Den Haag Zentrum

  • Collector Hotel: Direkt an den Foodhallen und mehreren Restaurants gelegen – eine praktische, zentral gelegene Adresse für alle, die primär für das Sightseeing kommen. Preise & Verfügbarkeit bei Booking.com

Anreise nach Den Haag

Mit dem Zug

Den Haag hat zwei Bahnhöfe: Den Haag Centraal (für die meisten Reisenden der richtige Einstieg) und Den Haag Hollands Spoor (HS), der etwas südlicher liegt. Beide sind gut ans Tramnetz angeschlossen.

Aus Deutschland gibt es keine durchgehenden Direktzüge – die schnellste Verbindung führt meist über Amsterdam oder Utrecht, von dort sind es noch etwa 45 bis 60 Minuten weiter nach Den Haag. Von Amsterdam Centraal fährt mehrmals stündlich ein direkter Intercity nach Den Haag Centraal, Fahrzeit rund 50 Minuten.

Mit dem Auto

Den Haag liegt direkt an der A4 (Amsterdam–Den Haag) und der A12 (Richtung Utrecht/Deutschland). Parkplätze in der Innenstadt sind begrenzt und teuer – wer mit dem Auto anreist, parkt besser am Stadtrand und fährt mit der Tram weiter.

So kommst du durch Den Haag und Scheveningen

Per Tram

Das HTM-Tramnetz ist die bequemste Art, sich zwischen Den Haag und Scheveningen zu bewegen. Die Tram Nr. 10 Richtung Scheveningen fährt regelmäßig und verbindet Strandpromenade und Hafen mit dem Zentrum. Aktuelle Liniennummern und Verbindungen findest du auf htm.nl.

Für Tagesbesucher lohnt sich eine Tageskarte, die unbegrenzte Fahrten im gesamten Netz erlaubt.

Per Fahrrad

Den Haag ist eine ausgesprochene Fahrradstadt, alle wichtigen Sehenswürdigkeiten lassen sich bequem mit dem Rad erreichen, und der Weg von der Innenstadt nach Scheveningen ist flach und gut ausgeschildert. Auch entlang der Strandpromenade in Scheveningen konnte man überall Fahrräder leihen und losradeln.

Fahrräder und E-Bikes leiht man sich in der City am besten beim Den Haag Citybike-Verleih:

  • Standorte: Keizerstraat 27 in Scheveningen und Bierkade 18B im Zentrum
  • Ab 8,50 Euro pro Tag, online vorab buchbar: gadenhaag.cyclerent.com

Per Boot – Grachtentour

Nicht nur Amsterdam hat Grachten. Den Haag lässt sich auch vom Wasser aus erkunden: Eine Grachtentour führt rund um den Stadtkern durch das historische Kanalsystem aus dem 17. Jahrhundert.

  • Dauer: ca. 1,5 Stunden
  • Preis: ca. 15 Euro

Essen und Trinken in Den Haag und Scheveningen

  • Bookstor, Den Haag: Eine Mischung aus Café, Wohnzimmer und Secondhand-Buchladen. Seit über 100 Jahren kann man hier Bücher kaufen und dabei seinen Kaffee genießen – ein tolles Café mit echtem Flair. Unter Deutschen offenbar kein Geheimtipp, denn viele Besucher sprachen auch Deutsch.
  • Foodhallen Den Haag: Elf Stände mit Gerichten aus aller Welt, entspannte Atmosphäre, faire Preise. Ideal für den Abend nach einem langen Sightseeing-Tag.
  • Foodhallen Scheveningen: Die Foodhallen gibt es auch an der Strandpromenade in Scheveningen – mit einer ganz anderen Auswahl als in Den Haag. Ich habe mich hier bei Austern, Sate-Spießen, Bitterballen, Dumplings und Pommes sattgegessen. Sehr empfehlenswert.

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