In 6 Tagen über die Machame Route hinauf zum Uhuru Peak

Eine Reise, die wohl ewig in deinem Gedächtnis bleiben wird: Die Besteigung des Dachs Afrikas – hoch auf den Kilimandscharo!

Von den 50.000 mutigen Menschen, die sich jedes Jahr auf den beschwerlichen Weg machen, erreichen jedoch nicht alle den Gipfel. Wir glauben aber: Wenn der Wille dazu vorhanden ist, dann packt das jeder – so auch wir. Hier findest du unseren Erfahrungsbericht zur Machame Route in sechs Tagen. Viel Spaß mit dem Nachlesen unseres Abenteuers!

Unsere Wahl: Die Machame Route

Die Machame Route wird oft auch "Whiskey Route" genannt, eben weil sie etwas anspruchsvoller als die "Coca-Cola"-(Marangu-)Route sein soll. Sie zählt außerdem zu den landschaftlich attraktivsten und vielfältigsten Wegen hinauf zum Uhuru Peak und daher zu den aktuell beliebtesten Routen zum Kibo, dem höchsten Berg des Kilimandscharo.

Nützliche Infos vorab

Etappen der Machame Route (6 Tage)

  • Anreise zum Kilimanjaro Airport – Arusha, Übernachtung in der African View Lodge
  • Tag 1: Arusha – Machame Gate (1.790 m) – Machame Camp (2.835 m)
  • Tag 2: Machame Camp (2.835 m) – Shira Camp (3.750 m)
  • Tag 3: Shira Camp (3.750 m) – Lava Tower – Barranco Camp (3.900 m)
  • Tag 4: Barranco Camp (3.900 m) – Karanga Camp (3.995 m, Mittagspause) – Barafu Camp (4.675 m)
  • Tag 5: Barafu Camp (4.675 m) – Uhuru Peak (5.895 m) – High Camp (3.950 m)
  • Tag 6: High Camp (3.950 m) – Mweka Gate (1.640 m) – Moshi (Zeremonie) – Arusha
Kilimandscharo Karte mit Akklimatisierungswalks in 6 Tagen auf der Machame Route
Kilimandscharo Karte mit Akklimatisierungswalks in 6 Tagen auf der Machame Route

Katrin hat alle Etappen mit ihrer Garmin fenin 7s getrackt und auf Komoot veröffentlicht:

Tag 1: "Hakuna Matata!"

Machame Gate (1.800 m) - Machame Camp (2.835 m); ca. 5 Stunden, 12,4 km, ➚ 1.210 m, ➘ 50 m

Um 8:30 Uhr ging es mit unserem Guide Hans und Kellner Isaac etwa zwei Stunden mit dem Auto von Arusha zum Machame Gate auf etwa 1.800 Metern Höhe. Hier registrierten wir uns und ließen unser Gepäck aufteilen, wiegen und auf etwaige Plastiktüten kontrollieren – die sind hier nämlich verboten. Das Prozedere dauerte etwa 90 Minuten.

Um 12:00 Uhr war es dann soweit: Der Kilimandscharo-Aufstieg begann, vor uns lief ein weiterer sehr erfahrener Assistant-Guide namens Andrew.

Vorerst ging es durch dichten Dschungel. Moos, Lianen und unglaublich viel grüne Vegetation ebneten uns den Weg zum Mittagessen mitten im Wald; wir bekamen Essenspakete bestehend aus einem kleinen Cheeseburger, einem Muffin, zwei kleinen Bananen, einem Apfel, etwas Hühnchen, Gebäck und einem Saft – enorm üppig also, aber uns wurde bereits auf der Fahrt gesagt: "Ihr müsst viel Essen!"

So gingen wir weiter, mit prall gefüllten Bäuchen, immer hinauf, in kleinen Trippelschritten, damit wir uns an die Höhe gewöhnen konnten. Die Einheimischen nennen das "Pole Pole", sehr langsam. Überhaupt herrschte überall – sowohl bei uns als auch den Guides – eher lässige Stimmung, ein "Hakuna Matata!" hier und ein "Mambo Djambo!" verdeutlichten die Gelassenheit.

Auf dem Weg überholten uns unsere und andere Träger im wahnwitzigen Tempo, dabei auf den Schultern 20 Kilogramm Gepäck und an den Füßen – wenn überhaupt – nur ausgelatschtes Material. Auch in den folgenden Tagen sollte uns diese unbegreifliche Anstrengung stets beeindrucken.

Die Gespräche wurden mit jedem Höhenmeter etwas stiller, und ab und an setzte Regen ein, als wir um kurz vor 17 Uhr das Machame Camp erreichten. Auf etwa 2.800 Metern Höhe sollten wir hier unsere erste Nacht verbringen. Der Dschungel war derweil einem Nadelwald gewichen – das "Moorland" kündigte sich bereits an. Das Wetter: prima, wenngleich diesig, als wir unsere Zelte bezogen, Isomatten aufbliesen und die Schlafsäcke ausrollten.

Danach entspannten wir uns bei Tee und Popcorn, bis es um 18 Uhr das Abendessen gab: pfeffrige Gurkensuppe, gebratenes Schweinefleisch, gebackene Kartoffeln und frisches Gemüse sowie Obst. Immer wieder erstaunlich, was Köche auf diesen mehrtägigen Wanderungen auf ihren Gaskochern, gänzlich ohne Strom, leisten.

Nach einem kleinen Briefing für den folgenden Tag und Sprachkurs mit Suaheli-Basiswissen ging’s ab in die Zelte, während die Spitze des Kilimandscharo beeindruckend wie bedrohlich in der Ferne am vom Mond hell erleuchteten Nachthimmel über uns thronte. 

Tag 2: "Pole Pole ..."

Machame Camp (1.800 m) - Shira Cave Camp (3.750 m), mit gemütlichem Spaziergang zum Shira Camp II (3.850 m) und Lavahöhlen zur Akklimatisierung; ca. 6,5 Stunden, 11,2 km, ➚ 1.010 m, ➘ 190 m

Um 6:30 Uhr wurden wir mit Kaffee und Tee geweckt, übten uns in Katzenwäsche und aßen Frühstück: Ei, Bacon und Toast.

Um 8 Uhr fanden wir uns zu einem kleinen Klatsch-, Sing- und Tanzkreis mit all unseren Guides, Küchenpersonal und Trägern zusammen – 15 Leute für uns fünf Amateur-Bergsteiger. Zusammen besangen wir mit "Jambo Bwana" von den "Them Mushrooms" den Berg, die Gruppe und unseren Aufstieg. Das machte positive Stimmung, wenngleich wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, dass wir diesen Song über die nächsten Wochen nicht mehr aus unseren Gehörgängen bekommen sollten.

Um 8:30 Uhr gingen wir los. Fünf Stunden sollte es heute stetig aufwärts gehen, und das war nicht gelogen: Es wurde sehr steil, als sich die Umgebung peu à peu zu einer magisch anmutenden, wunderschönen Wald-, Steppen- und Moorlandschaft verwandelte. Bedrohlich im Nebel und Wind wehende Bäume mit spanischen Moos, hier „grandfather’s beard” genannt, schafften eine mystische Stimmung.

Es wurde etwas kühler, besonders dann, wenn die Sonne dichtem Nebel wich. Das war allerdings ganz förderlich, da wir weniger schwitzten. Wir tranken dabei UNMENGEN an Wasser – pro Tag in Summe sicher fünf bis sechs Liter –, um der Höhenkrankheit ein Schnippchen zu schlagen.

Das Machame Camp war schnell nur noch ein kleiner Punkt hinter, genauer gesagt: unter uns.

Nach einer kurzen Pause für Snacks und Energieriegel setzten wir den Aufstieg fort durch die neblige, immer flacher und trockener anmutende Landschaft.

Gegen 13:30 Uhr erreichten wir nach sechs Kilometern steilem Bergauf das Shiva Camp. Auf 3.750 Metern lag hier das Shiva Plateau mit seinen vielen Höhlen. Einst erhob sich die Spitze des Shiva über die des Kilimandscharos, aber eine Explosion ließ nur noch eine riesige, steppenartige Kraterlandschaft als Hochebene übrig. 

Die Vegetation war indes gänzlicher Baumfreiheit gewichen. Geierraben – enorm üppige Vögel! – umkreisten das Terrain auf der Suche nach Übriggebliebenem der vielen Touristen, die hier heute ihr Zelt aufschlugen.

Nach einem warmen, vorzüglichen Mittagessen mit Pasta und Fleischsauce sowie Einrichten unserer Zelte erkundeten wir mit Hans und Andrew die Gegend. Knappe zwei Stunden gingen wir durch die Höhen, auf etwa 3.900 Meter, und besuchten das naheliegende Shiva II Camp sowie Lava Höhlen. Wunderbar für die Akklimatisierung.

Danach spielten wir bei Tee und Popcorn Karten, aßen zu Abend (Zucchinisuppe, Reis mit Gemüsesauce) und lernten erneut ein paar mehr Suaheli-Grundlagen.

Diesmal ging es bereits enorm früh – um 19:15 Uhr – in die Zelte. Der nächste Tag sollte uns über 10 Kilometer Strecke auf wahnsinnige 4.700 Meter Höhe bringen …

Tag 3: "No Sweet without Sweat"

Shira Cave Camp (3.750 m) - Lava Tower (4.640m) - Barranco Camp (3.900 m), ca. 7 Stunden, 11,3 km, ➚ 840 m, ➘ 680 m

Nach einer erholsamen Nacht klingelte der menschliche Wecker namens „Isaac“ erneut um 6:30 Uhr mit Kaffee und Tee an unserer Zelttür. An diesem Morgen war die Luft derart klar, dass sowohl Mt. Meru als auch der mit jedem Tag näher kommende Kili-Koloss in vollem morgendlichem Sonnenglanz erstrahlen konnten.

Shira Cave Camp mit Blick auf den Kilimandscharo beim Sonnenaufgang
Shira Cave Camp mit Blick auf den Kilimandscharo beim Sonnenaufgang

Ein Hirsesüppchen („Millet Porridge“, in Kenya, Uganda und Tansania sehr beliebt), Toast, prima Gemüse-Omelettes und etwas, das an „Käse“ erinnern sollte später packten wir unsere Sachen. Dem obligatorischen Sing- und Tanzkreis folgte um 8:30 Uhr der Aufstieg. 800 Höhenmeter über sieben Kilometer sollten uns hinauf zum Lava Tower bringen.

Etwa viereinhalb Stunden schleppten wir uns durch das Moorland. „Pole Pole“ – „langsam“ – war an diesem Vormittag mehr als sonst angesagt, und spätestens ab ungefähr 4.300 Metern setzten bei einigen die ersten Kopfschmerzen ein; das sei aber, genau so wie Übelkeit und Erbrechen, eine völlig normale Reaktion des Körpers.

Wir überholten außerdem die ersten Wanderer, die den Weg nach unten antreten mussten; die Höhe ist nicht für jedermann, und wie der eigene Körper damit umgeht ist individuell und – bis zu einem gewissen Grad – abhängig von der jeweiligen Tagesform.

Mit jedem Schritt Richtung Lava Tower wird es karger und kälter.

Dennoch schafften alle von uns es um 13 Uhr auf 4.700 Höhenmeter zum Lava Tower Camp. Hier akklimatisierten wir uns beim Verzehr unserer Lunchboxen – Hühnchen, French Toast mit Marmeladenfüllung, Apfel und Saft – bevor wir um 13:40 Uhr zum Abstieg aufbrachen. Wobei hier den ersten der Atem stockte, und das nicht wegen der Höhe.

Der Abstieg führte nämlich vorerst durch den Lava Korridor steil bergab. Bei Regen war höchste Konzentration angesagt, ausrutschen wäre fatal. Je weiter wir abstiegen, desto mehr klarte es aus, umso grüner wurde die Umgebung.

Mit jedem Höhenmeter weniger wurde außerdem die Luft reichhaltiger, das Atmen fiel spürbar leichter. Und als wir nach zwei Stunden, um 15:35 Uhr, das Barranco Camp auf 3.900 Höhenmetern erreichten, wich der leichte Regen etwas wärmenden Sonnenschein.

Zu unserer Linken erhob sich nun nicht nur die schneeweiß glänzende Kili-Spitze, sondern auch die Baranco Wall, eine einschüchternd hohe wie steile Felswand, deren Besteigung den ersten Teil des nächsten Tages füllen sollte. Vor uns lag das Tal zu unseren Füßen. Uns wurde jetzt erst bewusst, wie hoch wir eigentlich waren – aus diesen Höhen stürzen sich Fallschirmspringer üblicherweise aus Flugzeugen. Eine einzigartige Kulisse.

Hier gehts hinauf: Barranco Wall auf dem Weg zum Kilimandscharo
Hier gehts hinauf: Baranco Wall auf dem Weg zum Kilimandscharo

Der Regen setzte erneut ein, und im Camp war es auch deutlich windiger als am Tag zuvor – uns fröstelte es, und wir waren ordentlich kaputt.

Nachdem wir unsere Wunden geleckt, ausgepackt und ein bis zwei Schichten mehr angezogen hatten, ließen wir den Tag bei Tee, Kürbissuppe und Pasta mit Gemüsesauce Revue passieren – und auch die Energie kam wieder. 

Unsere Guides Hans und Andrew sowie der angehende Bergführer Isaac gaben uns schließlich das Briefing für den folgenden Tag sowie eine letzte Stunde Sprachkurs in Suaheli.

Die letzten beiden Etappen sollten noch einmal richtig anstrengend werden … „It’s a piece of cake, and tomorrow we’ll give you some sugar!” – Hans‘ Worte in Gottes Ohr!

Tag 4: "Piece of Cake!"

Baranco Camp (3.900 m) - Karanga Camp (3.995 m) (Barafu Camp (4.673 m), ca. 7 Stunden, 11,3 km, ➚ 840 m, ➘ 680 m

In dieser Höhe – insbesondere mit diesen Flüssigkeitsmengen intus – mussten wir nachts das eine oder andere mal auf Toilette. Eine stetige Reißverschluss-Kakophonie untermalte daher die kalte, sonst ruhige Nacht, und wenn man dann im hellen Mondschein auf andere Klogänger traf, die mit Minischritten vor sich hertrotteten, wirkten diese wie waschechte Stirnlampen-Zombies; surreal!

Diesmal klingelt Isaac bereite um 6 Uhr. Nach dem üblichen Gemenge aus Tee, waschen, packen und Frühstück ging es um 7:15 Uhr zur ersten großen Etappe: der Besteigung der Baranco-Wall.

Zwei Stunden kraxelten wir – umgeben von anderen Touristen und Trägern – die aus der Nähe betrachtet gar nicht mal so steile Wand hinauf. Menschen mit Höhenangst können an dieser Stelle beruhigt aufatmen!

Oben angekommen ging es dann wieder bergab, dann wieder bergauf, dann erneut bergab bis wir nach einem letzten, recht steilen Aufstieg um kurz vor 12, nach 4,5 Stunden und sechs Kilometern, das Karanga Camp auf 3.995 Metern erreichten. Die Spitze des Kilis kam immer näher ...

An den Kräften wurde schon gut gezehrt. Einige von uns hatten Kopfschmerzen, andere wahlweise Durchfall oder Verstopfung, mit dabei waren auch Rücken-, Nacken- und Ohrenschmerzen. Wir stärkten uns bei Hühnchen und Pommes und begaben uns um 13:15 Uhr zum letzten Aufstieg des Tages: Auf zum Barafu Camp, der letzten Rast vor dem Gipfelaufstieg.

Weit unter uns donnerte ein Gewitter über dem Dschungel, als wir uns über karges Lavagestein den Weg nach oben bahnten; Schritt für Schritt, so langsam wie es eben ging. Das Camp schien bereits so nah, zog sich aber scheinbar ewig hin. Eine mentale Herausforderung.

Gegen 16:40 Uhr erreichten wir das Barafu Camp auf 4.673 Höhenmetern, links von ihm lugte bereits die Spitze des Kilis verlockend hervor.

Ab jetzt galt nur eins: schnell essen, dann den Rucksack für die Gipfelnacht packen und versuchen, sich auszuruhen – die meisten können auf dieser Höhe kaum Schlaf finden. In den wenigen Stunden, in denen wir ebenjenen suchten, schickte der Berg bedrohliche Windböen und Schnee um unsere Zelte, als wollte er sagen: Seht euch vor!

Tag 5: "Point of no Return" – Der Gipfelaufstieg

  • Teil 1: Barafu Camp (4.673 m) - Stella Point (5.756) - Uhuru Peak (5.895 m), ca. 8 Stunden, 7,43 km ➚ 1.340 m, ➘ 80 m
  • Teil 2: Uhuru Peak (5.895 m) - Barafu Camp (4.673 m), ca. 2 Stunden, 7,64 km, ➚ 40 m, ➘ 1.340 m
  • Teil 3: Barafu Camp (4.673 m) - High Camp (3.950 m), ca. 2 Stunden, 4,22 km, ➚ 10 m, ➘ 820 m

Wie versprochen wurden wir um 23 Uhr gewohnt sanft von Isaac geweckt. Wir bemühten uns – von der Müdigkeit ungelenk – in unsere vielen Zwiebelschichten: Die Temperatur fiel hier weit unter den Gefrierpunkt, und auch erst hier machte sich die sorgfältige Vorbereitung im Hinblick auf Bekleidung bezahlt.

Wie prall gefüllte Lasagnen aus Funktionsunterwäsche, Fleece, Daunen, Regenjacke und Merino-Baumwolle tranken wir Tee und aßen Kekse, bevor es um Punkt Mitternacht – in tiefstem Dunkeln – Richtung Bergspitze ging. Wahlweise mit oder ohne Sturmhaube, Kapuzen, Jackenschichten, dicken Wollmütze, Skihandschuhen und Stirnlampen sahen wir aus wie bunte Astronauten.

Diesmal waren ein paar mehr Leute als unsere Guides Hans und Andrew dabei, genauer gesagt: für jeden von uns einen, für den Fall, dass etwas passiert oder mal ein Rucksack getragen werden musste. Einer der Träger war sogar das allererste Mal auf dem Gipfel des Kilimandscharos. 

Wir passierten das nächste Camp namens „Kosovo“, bevor der steile Gipfelanstieg begann. Der Wind blies pfeifend von rechts, dazu schneite es stetig vor sich her, als wir uns mit Minischritten Zentimeter für Zentimeter Richtung Gipfel vorarbeiteten.

Dabei spielte die Höhe ihre Spielchen: Manch einer musste sich übergeben, ein anderer bekam starken Schwindel und fiel einfach um, wieder andere dagegen plagten Kopfschmerzen. Das ist alles nicht unnormal, zusammen mit der allgemeinen Kurzatmigkeit brachte uns das aber an unsere körperlichen Grenzen.

Das ging sogar so weit, dass ein Gruppenmitglied nur mit positiver Energie und physischen Kraft unseres Assistant Guides Andrew die letzten Stunden bestreiten konnte – und dann sogar vor dem Rest der Gruppe am Gipfel war!

Dazu kam, dass unser Wasser auf dieser Höhe – nun bereits knapp 5.400 Meter – gefror. Wir hatten zwar die Trinkblasen und Wasserschläuche isoliert, aber die kamen beim beißendem Wind bei -7 (gefühlt -14) Grad nicht gegen den Frost an. Ergebnis: Wir tranken viel zu wenig. 

Irgendwann, es war noch mitten in der Nacht, drehte sich unser Guide Hans um und sprach die magischen Worte: You now have reached the point of no return!” – von hier aus gab es kein Zurück mehr. Der Mann wusste, wie man motiviert.

Wir arbeiteten uns durch Schnee und Stein, während sich der Sonnenaufgang wie ein golden glänzender Streifen zwischen die Wolkenschichten schob. Atemberaubend, einzigartig und jede Anstrengung wert!

Gegen 6:45 Uhr erreichten wir dann endlich den Stella Point, den ersten Gipfel des Kilimandscharos auf 5.756 Metern Höhe. Doch wir gingen direkt weiter ...

... denn etwas daneben – etwa eine Stunde Geschlurfe und 800 Meter weiter – lag der richtige Gipfel und höchste Punkt Uhuru Peak, auf unglaublichen 5.895 Höhenmetern.

Wir waren zwar enorm fertig, aber überglücklich, dass wir alle (!) die Spitze erreichten. Unter uns tat sich das Wolkenmeer auf, das von einer Fassade aus schneeweißen Eisgletschern flankiert wurde. Hier oben fühlte man sich zur gleichen Zeit enorm groß und ganz, ganz klein – irre!

Auf dem Gipfel des Kilimandscharo: Uhuru Point auf 5.895 Meter
Alle glücklich auf dem Gipfel des Kilimandscharo: Uhuru Point auf 5.895 Meter

Mit dieser Motivation sangen und tanzten wir mit unserem Team, bevor wir die knapp 1.200 Höhenmeter über einen anderen Weg hinab zu unserem gestrigen Barafu Camp gingen.

Zwei Stunden über staubigen, alles und jeden mit einer dünnen Schichte Sand bedeckenden Schotter – spätestens danach waren wir fix und fertig. Das ist der Grund, weshalb man nur Nachts auf den Gipfel steigt: Stein und Geröll sind dann gefroren.

Hinweis: Laut unseren Guides gingen wir zum Stella Point einen anderen Weg als die meisten Gruppen. Dieser dauert ein wenig länger, ist aber wohl angenehmer zu gehen. Unser Weg beim Abstieg war dann der Weg, den die meisten Gruppen auch nach oben nehmen. Da aber nachts alles dunkel und gefroren sowie mit Schnee bedeckt war, können wir keine Aussage treffen, was besser oder schlechter ist. Wir haben unseren Guides vertraut und sind auch dank ihnen ans Ziel gekommen.

Bei Ankunft im Camp wurden wir erneut besungen und mit Limonade verköstigt, und trotz zweistündigen Mittagsschlafs waren wir müde und kamen beim Packen kaum in die Gänge. Es gab ein kleines Mittagessen, doch einige von uns hatten kaum bis gar keinen Appetit. Außerdem brutzelte uns die Sonne nun ganz ordentlich auf den Helm, als wir zwei Stunden bergab zum auf 3.950 Metern gelegene High Camp schleppten, wo wir die letzte Nacht des Abenteuers bestreiten sollten. In diesem Camp hatte es vor nicht allzu langer Zeit gebrannt, und die schwarzen Stümpfe und Äste, die den Hang prägten, waren tote Zeugen dessen.

Ein letztes Mal Isomatte und Schlafsack ausrollen, ein letztes Mal den Sonnenuntergang über den Wolken sehen, ein letztes Mal Reis und Gemüseeintopf. Wir konnten es selbst kaum glauben, dass die Zeit bereits vorüber war – und schon gar nicht, dass wir noch am Morgen des gleichen Tages auf der Spitze des größten Bergs Afrikas standen!

Hinweis: Uns wurde freigestellt, ob wir zwei Stunden zum High Camp oder vier Stunden zum Mweka Camp gehen wollten. Nach dem sehr kurzen Schlaf beschlossen wir einstimmig: nur noch zwei Stunden gehen, denn Kraft und Konzentration waren am Tiefpunkt. Auch daran merkten wir, dass wir mit dem Touranbieter alles richtig gemacht hatten.

Tag 6: "Sugar and Vanilla"

High Camp (3.950 m) - Mweka Gate (1.684), ca. 4,75 Stunden, 12,7 km, ➚ 0 m, ➘ 2.130 m

Nach einem kurzen Frühstück – Ei, Chapati, Toast, Wurst — ging es um 7:40 Uhr auf zum letzten Abstieg. Wir bekamen jetzt also das, was uns unser Guide Hans vor ein paar Tagen mit "Sugar and Vanilla" beschrieb: die Belohnung für die Mühen.

Etwa fünf Stunden, fast 13 Kilometer und etwas mehr als 2.000 Höhenmeter trennten uns vom Mweka Gate. Dabei überholten uns wieder unzählige Träger mit ihrem aberwitzig schweren Gepäck im rasanten Tempo.

Mehr noch: Diesmal kam uns sogar ein kräftiger Mann entgegen, der ein „Kilimandscharo Taxi“ auf dem Kopf nach oben trug. Dieses Einrad-Liege-Gefährt diente dem Transport etwaiger Verletzter in Richtung Stadt, denn der Helikopter kann bei Notfällen nicht immer fliegen. Ob man sich aber diese "African Massage" auf dem unebenen Terrain antun will, ist fraglich ...

Wir erfuhren auch, dass erst gestern zwei Personen vom Tal hoch ins Karanga Camp (knapp 4.000 Höhenmeter!) gingen, um uns frische Nahrungsmittel zu liefern – und danach wieder bergab liefen. Wahnsinn.

Die Natur änderte sich nahezu minütlich. Die Steppe wandelte sich zu dichtem Dschungel, die Bäume wurden von Höhenmeter zu Höhenmeter größer. Wir hörten auf einmal wieder viele Vogelgeräusche, sahen bunte Blüten (Gladiolas und Elefantenrüssel) und sogar Affen in den Bäumen: schwarzweiße Stummelaffen und Diademmeerkatzen.

Am Mweka Gate angekommen – nach etwa 4,5 Stunden – schmeckte der erste Schluck kalten Bieres und Colas so gut wie noch nie. Wir fuhren ins Büro der Reiseagentur und aßen gemeinsam mit unserer gesamten Crew – 15 Menschen, bestehend aus Trägern, Köchen, Kellnern und Guides – zu Mittag.

Schweine- und Rinderbarbecue, Ugali, gegrillte Bananen und höllisch scharfe Chili-Dips, dazu kaltes Bier, danach ging es uns schon deutlich besser. Im Kreistanz wurden die Gipfelbesteigungsurkunden vergeben, danach gab’s Trinkgeld, und dann wurde Bier getrunken – und zwar VIEL Bier.

Wir sprachen an diesem Tag mit ebenjenen Menschen, die uns dieser Reise erst ermöglicht haben. So erfuhren wir, dass Andrew bereits Opa war, Hans nebenbei eine Bar namens „Kili View“ in Mochi betrieb oder dass Isaacs Lieblingsvogel die Gabelracke ist und er auch bald ein Guide sein möchte. Denn so sehr dieser Berg auch für den Tourismus industrialisiert wurde, so einzigartig wie liebevoll sind die Menschen, die von unserem Guide Hans als „Motor“ von allem bezeichnet wurden; ohne sie ging hier nichts.

Bestes Team bei unserer Kilimanjaro Besteigung. Asante Sana!
Bestes Team bei unserer Kilimanjaro Besteigung. Asante Sana!

Nach einigen Herzlichkeiten und vielen Fotos kamen wir gegen 18:20 Uhr in der „African View Lodge“, unserem damaligen Startpunkt, an. Endlich wieder duschen! Endlich wieder richtige Toiletten! Und: endlich wieder frische Sachen!

Das Abendessen war kurz, wir waren alle glücklich, aber total gerädert. Einige plagten grippeartige Symptome, sodass es wieder recht früh, gegen 21 Uhr, in ein richtiges Bett ging. So ein bisschen vermissten wir den Schlafsack aber schon … 

Kilimandscharo, du bist toll! Asante sana und großer Dank an Julius, Emmanuel, Elaison, Hellena, Richard, Joachim, Simon Moshi, Christopher, Emanuel Mtui, Katitia, Faraji, Isaak Lymo, Erasto Shayo, Andrew Mwanga und Hans Mosha – ohne euch wär das nichts geworden.

Allgemeine Infos

Warum die Machame Route wählen?

Es gibt sechs Hauptrouten zum Gipfel des Kilimandscharo: Marangu, Machame, Lemosho, Rongai, Shira und Umbwe. Diese Routen variieren in Schwierigkeit und Länge der Wanderung. Die Marangu-Route gilt als die einfachste und komfortabelste (Übernachtung in Hütten), aber aufgrund ihrer Beliebtheit auch als die am stärksten frequentierte. Die Umbwe-Route gilt als die schwierigste, bietet laut unseren Guides aber auch einige der besten Aussichten.

Wir haben die Machame Route ausgewählt. Sie gilt als ebenso hochfrequentiert, allerdings war es nie so, dass wir ein Camp als voll oder überfüllt empfunden hätten. Vor der Reise liebäugelten wir mit der Lemosho Route, unser Anbieter empfahl uns aber die Machame Route in sechs (statt von uns anfangs angedachten sieben) Tagen. Dadurch konnten wir danach noch zwei Tage länger auf Safari und Sansibar entspannen.

Route in 6 oder 7 Tagen?

Alle unsere Quellen empfahlen die Machame Route in sieben Tagen – unsere Ansprechpartner der Reiseplanung versicherten uns aber, dass wir es auch in sechs Tagen schaffen würden. Einige von uns waren durchaus skeptisch.

Nach dem Erreichen des Uhuru Peak stellen wir fest: Ob ein Tag mehr oder weniger – es wäre weder einfacher oder schwerer gewesen. Lediglich der vierte Tag – der Tag vor der Gipfelbesteigung – war lang und anstrengend, die Ruhepause am Basecamp mit vier Stunden sehr gering. Allerdings können die Meisten auf einer Höhe von 4.600 Meter sowieso nicht schlafen. Für uns war die Besteigungsdauer perfekt.

Unterschied der Machame Route an sechs und sieben Tagen ist der vierte Tag:

Vom Barranco Camp (3.900 m) geht es zum Karanga Camp, um dort nur die Mittagspause zu verbringen, wo andere eine Nacht verweilen. Danach geht es direkt weiter mit dem Anstieg bis zum Barafu Camp, dem "Base Camp", auf 4.675 m – vor der Gipfelnacht. Das bedeutet, dass du erst gegen 15.30 / 16 Uhr am Barafu Camp ankommst, etwas zu Abend isst und dann versuchst, zu schlafen. Wir hatten dazu rund vier Stunden Zeit, ehe wir um 23 Uhr geweckt wurden. Danach stand ab Mitternacht der Gipfelan- und darauffolgende -abstieg an, vor 11 Uhr Vormittag ist man nicht zurück. So müde waren wir schon lange nicht mehr.

Unser Anbieter und die Ausrüstung

Nachdem klar war, dass wir den Kilimandscharo wirklich in Angriff nehmen wollten, erkundigten wir uns bei Freunden nach empfehlenswerten Anbietern. Ziemlich schnell fiel der Name des Reisespezialisten Diamir, mit dem wir kurze Zeit später die Route und Reisezeit festlegten. Erst dann beschlossen wir, im Anschluss der Bergbesteigung weitere Highlights in Tansania zu besuchen: den Serengeti-, Ngorongoro-, Tarangire- sowie Mkomazi Nationalpark – letzterer wird derzeit noch als Geheimtipp gehandelt. Als auch dieser Plan festgezurrt war, kam die Idee auf, noch ein paar Tage auf Sansibar zu verbringen. Alles wurde von Diamir in ein individuelles Programm gegossen, gebucht und wir umfassend informiert.

So mussten wir uns keine Sorgen machen, dass wir vor Ort gute Isomatten (kannst du ausleihen, waren von Friluft), Zelte (Salewa) und einen lokalen vertrauenswürdigen Anbieter und Diamiar-Partner vorfanden – perfekt organisiert!

Hier kannst du die Machame Route bei Diamir anfragen und buchen (beachte, dass hier die An- und Abreise aus Deutschland mitgerechnet wird).

Klima und Wetter

Tansania liegt südlich des Äquators und entgeht durch seine Nähe zum selbigen den extremen Temperaturen des Winters und Sommers. Stattdessen existieren jedes Jahr lediglich zwei verschiedene Jahreszeiten: eine Trockenzeit gefolgt von einer ausgiebigen Regenzeit.

Das Wetter am Kilimandscharo ist unvorhersehbar und launisch. Es kann von 2.100 mm Niederschlag pro Jahr im Regenwald bis zu nur 120 mm auf dem Gipfel reichen. Ähnlich verhält es sich mit den Tagestemperaturen, die in der Höhenlage schnell wechseln.

Der Kilimandscharo bietet fünf verschiedene ökologische Zonen, die sich über eine Höhe von jeweils 1.000 Metern erstrecken:

  • Ackerböden auf den niedrigen Erhebungen im Tal
  • Regenwald-Zone
  • Heide- und Moorland mit alpiner Vegetation
  • Loses Gestein und unfruchtbares Ödland
  • Gipfel mit Schnee und schmelzenden Gletschern, die der einer mondähnlichen Wüste gleichen

Mit zunehmender Höhe nimmt die Niederschlagsmenge, die Temperatur und das Leben in den einzelnen Klimazonen stetig ab.

Zu Beginn des Aufstiegs am Fuße des Berges herrschen Temperaturen von 28 - 32° C. Schon kurze Zeit später, beim Verlassen des Regenwaldes, wird es kontinuierlich kälter. Auf dem Gipfel musst du mit allem rechnen: In der Nacht hatten wir -12 Grad mit Schneefall und eisigen Wind, sodass die gefühlte Temperatur bei -15 bis -16 Grad lag. Als die Sonne aufging, wurde es schnell spürbar wärmer.

Du solltest generell immer auf jedes Wetter vorbereitet sein. Von nass und kalt über sonnig und warm hatten auch wir jede Jahreszeit auf dem Gipfel dabei. Bekleidung nach dem Zwiebelschalenprinzip ist ideal.

Beste Monate für den Gipfel

Generell solltest du die lange Regenzeit zwischen Februar und Mai meiden. Es ist nicht nur nass, rutschig und dadurch deutlich gefährlicher, sondern auch mit eingeschränkter (Aus-)Sicht weniger empfehlenswert. Die kleine Regenzeit ist im November und Dezember, doch wir haben uns dadurch nicht abschrecken lassen und sind Anfang Dezember auf den Kilimandscharo gewandert. Laut Guides hatten wir enormes Glück: Wir wurden nur selten nass.

Ein klarer Vorteil: Da viele den Dezember meiden, war auch weniger los. (Wir ziehen es sowieso vor, nicht zur Hauptreisezeit zu verreisen.) Am besten soll der Kili in der Trockenzeit von Juni bis Oktober und Januar bis März zu besteigen sein – dann ist es aber auch richtig voll.

Gepäck und Träger

Generell hast du zwei Gepäckstücke dabei: Deinen Tagesrucksack mit Getränken, Snacks, Sonnencreme, Regenjacken, Klopapier und allem anderen, was du bei der täglichen Wanderung schnell zur Hand haben musst.

Alles weitere – Schlafsack, warme Klamotten, Isomatten, Wechselschuhe und viel mehr – tragen die Porter in einer weiteren Reisetasche, die je nach Anbieter (wie bei uns) zwölf bis (wie bei anderen) 20 Kilogramm wiegen darf. Das ist im Idealfall ein Dry bzw. Duffle Bag, also eine wasserdichte Tasche für Trekkings und Expeditionen. 70 Liter Volumen waren für uns ausreichend – und keine unserer Porter-Taschen wog mehr als acht Kilogramm. Wer viel mehr mitnimmt, sollte nochmal unsere Packliste mit ihrer/seiner eigenen abgleichen.

Generell ist vorgeschrieben, dass du für die Besteigung einen Guide (Hauptführer) und einen Assistant Guide dabei haben musst. Dazu kommen ein Koch und je Person bei einer sechs- bis siebentägigen Wanderung etwa drei Träger pro Wanderer – so zumindest die Richtwerte. Unser Team bestand aufgrund unseres leichten Gepäcks nur aus 15 Personen (uns fünf ausgenommen).

Ohne diese Träger, die jeden Tag 20 Kilogramm pro Person Richtung Gipfel schleppen, wäre das alles nicht möglich. Sie tragen neben deiner Tasche auch die Zelte, Stühle, einen Tisch, eine ganze Küche und Nahrungsmittel – also den ganzen Komfort und Luxus, der dir das Leben auf der Reise deutlich vereinfacht. Noch dazu gehen sie zusätzliche Wege, um frisches Wasser aus Flüssen zu besorgen. Die Tagesetappen meistern sie oft in einem Drittel der Zeit, die du dafür benötigst. Sie sind die echten Stars dieser Expedition und verdienen den größten Respekt.

Essen am Berg

Am ersten Tag gab es noch Lunchboxen, für das restliche Essen am Berg sorgt danach ein Koch. Dazu reichten man uns jeden Morgen zum Aufwachen Tee oder Kaffee mitsamt einer Schüssel warmen Wassers für die Katzenwäsche.

Zum Frühstück gab es Hirsebrei ("Millet Porridge"), Toast, Rührei/Omelette und Obst, manchmal Würstchen und Bohnen. Zum Mittagessen üblicherweise "Hot Lunch" vom Koch vor Ort oder – je nach Route und Zeit – eine Lunchbox für unterwegs mit Hühnchen, Apfel, Saft im Tetra Pak, gekochtes Ei, Sandwich mit Käse oder Samosa mit Gemüse und einen Muffin. Etwaige Diäten oder Unverträglichkeiten solltest du im jeden Fall vorab mit deiner Reiseagentur besprechen.

Am Abend wurde immer warm gekocht. Die Mahlzeiten variierten: von Reis und Kartoffeln bis zu Nudeln mit Gemüse oder Fleischsaucen und Geflügel. Tomaten und Gurken fanden sich genau so auf dem Teller wie frisches Obst. Das Essen war immer schmack- wie nahrhaft, denn die mehr als 2.000 Kalorien, die wir am Tag verbraucht haben, mussten ja irgendwie wieder gegessen werden.

Das Essen: Einfach, aber meistens delikat und vor allen Dingen: nahrhaft

Beim Erreichen eines neuen Camps – nach Abschluss einer täglichen Wanderung – warteten außerdem Tee, Kaffee, Kekse und Popcorn zur Spontanstärkung auf uns. Wir haben das Essen wirklich genossen – wenngleich einigen ab einer gewissen Höhe der Appetit wortwörtlich vergangen war.

Für Snacks während der Wanderung raten wir, ein paar Energie- und Müsliriegel, Nüsse, Kekse oder Schokolade mitzunehmen. Magnesiumtabletten für die beanspruchte Beinmuskulatur sind außerdem ratsam. Für Wasser eignet sich eine 3-Liter-Getränkeblase für den Rucksack sowie – für die Gipfelnacht – Thermoskannen oder herkömmliche, wiederbefüllbare Ein-Liter-Wasserflaschen, da die Wasserblasen und -schläuche bei den Minustemperaturen gefrieren – selbst isolierummantelt.

Falls dir der Schwarztee, grüne Tee oder löslicher Kaffee nicht schmeckt, solltest du dir von daheim eigene Teebeutel oder Kaffee mitbringen. Magen-Darm Tee ist nie verkehrt, da viele mit zunehmender Höhe Magenprobleme bekommen.

Trinkgelder

Das Trinkgeld ist in bei den Kosten der Kili Besteigung nicht inkludiert. Daher solltest du dich vor der Wanderung mit dem Thema auseinanderzusetzen und eine ausreichende Menge Bargeld in kleinen Scheinen dabei zu haben. Gerade am Ende solch einer strapaziösen Unternehmung möchte man nicht noch an Bankautomaten halten müssen.

Wir orientierten uns bei der Höhe des Trinkgelds an den von unserem Reiseanbieter vorgeschlagenen Richtwerten:

  • pro Guide (Bergführer) – 15-18 US$ / Tag
  • pro Assistant Guide – 10-13 US$ / Tag
  • pro Koch – 10-13 US$ / Tag
  • pro Waiter (Kellner) – 6-8 US$ / Tag
  • pro Porter (Träger) – 4-6 US$ / Tag

Die genannten Beträge sind jeweils auf die gesamte Gruppe bezogen, der Betrag wird also durch Anzahl der Teilnehmer geteilt (wir waren zu fünft). Man rechnet pro Gast mit drei Trägern auf allen Zeltrouten (bei längeren Routen rechnet man glaube ich mit 4). Bei uns waren es aber – aufgrund des leichten Gepäcks – deutlich weniger. Wir waren mit Guide und Assistenz-Guide 15 Personen plus uns fünf.

Wir empfehlen daher, euch die Namen aller Crewmitglieder und deren Rolle im Team von eurem Guide auflisten zu lassen. Einige von ihnen übernahmen bei uns mehrere Aufgaben, sodass sich die Trinkgelder zum Teil signifikant unterschieden. Für die Übergabe eignet sich die kleine Feier im Reiseagentur-Büro am Ende der Wanderung, mit allen zusammen in geselliger Bierlaune (plant auch dafür ein Budget ein und gebt eurem Team Getränke aus).

Wir riefen alle nacheinander mit ihrem Namen auf und haben jeder Person unserer Crew persönlich übergeben. So könnt ihr sicherstellen, dass euer Trinkgeld auf jeden Fall in vollem Umfang bei der jeweiligen Person ankommt. So waren am Ende alle glücklich.

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Chris Lippert
Hi ich bin Chris!

Hi ich bin Chris Ich bin Musiker, spiele Gitarre, Bass, Klavier, manage Künstler und schreibe Songs. Als Restaurantkritiker liebe ich gutes Essen und das Reisen ist für mich der beste Weg, den eigenen Horizont zu erweitern. Kulinarische Reisen führten mich bisher nach Japan, China, Vietnam, Sri Lanka, Mexiko, Dänemark, Finnland, Norwegen, Indien, Österreich, Schweiz, Großbritannien, Israel, Thailand, Myanmar u.v.m.

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