Wer mich persönlich kennt, der weiß: Mein Herz schlägt für genau zwei Dinge wirklich hoch: Essen und Radfahren. Und wo kann man das besonders gut, auch wenn man kein Profiradler ist? Genau, in Holland, dem absoluten Fahrrad Paradies. Lest hier über meine persönliche "Radtour Holland". 

2017 wurde das Fahrrad 200 Jahre alt und anlässlich dieses Ereignisses hat das NBTC (Niederländisches Büro für Tourismus & Convention) unter dem Motto #lekkerradeln zur gemeinsamen Fahrradfahren, Radtour und Schlemmen in Holland eingeladen.

Zahlreiche Blogger und Journalisten haben sich zusammengetan, um in kleinen Teams 200 Kilometer durch alle Regionen in den Niederlanden zu radeln und das „Fiets“ (Niederländisch: Fahrrad) zu feiern. Einfach perfekt für mich…

Die Route

Legende:

  • grün mit schwarzem Punkt = Start
  • rot mit schwarzem Punkt = Ziel

Ede und Hoenderloo (1. Tag)

Bevor wir am Samstagmorgen zu unserer großen Fahrt aufbrechen sollten, mussten wir uns natürlich erst mal Fahrräder organisieren. Dank des Experience Center De Fietser wurden wir mit passenden Rädern ausgestattet, mein Team sogar mit E-Bikes.

Für mich war es das erste Mal, so ein Elektro-Fahrrad zu nutzen. Anscheinend hatten wir eine der anspruchsvolleren Strecken zugewiesen bekommen. Ich kann an dieser Stelle schon einmal verraten, dass dies nicht notwendig gewesen wäre. Wer wie ich regelmäßig auf dem Rad sitzt, empfindet Holland und seine flache Landschaft als puren Genuss. Meine Hassliebe zu Höhenmetern konnte ich getrost in der Tasche lassen.

Radtour Holland: De Fietser Fahrradladen
Experience Center De Fietser.
Holland Radtour E-Bike
Mein Begleiter zum Lekkerradeln in Holland: das erste Mal mit einem E-Bike

Unsere Unterkunft

Nach einer kleinen Testrunde durften wir unseren superschönen Bungalow im Ferienpark Miggelenberg beziehen. So ein Bungalow, wie wir ihn hatten, verfügt über 2 Schlafzimmer, ein Bad, einen Wohnraum mit angrenzender Küche und kleiner Terrasse. Ich kann durchaus verstehen, dass solche Ferienparks vor allem bei Familien beliebt sind.

Verkehrsberuhigt, viel Grün und Privatsphäre und doch Urlaubsfeeling sind hier sicher. Es lohnt sich auf jeden Fall, eine solche Anlage als potenzielle Alternative zum Hotel in Betracht zu ziehen. Auch ohne Kinder könnte ich mir durchaus vorstellen, hier noch mal einzukehren.

Auf dem Gelände des Ferienparks gab es nicht nur einen kleinen Supermarkt, um den täglichen Bedarf zu decken, sondern auch ein Restaurant. Und da das Motto ja #lekkerradeln war, haben sich dort abends alle Teams zum gemeinsamen 3-Gänge-Menü getroffen.

Die Karte ließ wirklich keine Wünsche offen: Bauernsalat mit Ziegenkäse, in Gänseschmalz gekochtes Kalbsfleisch und als Dessert einen hausgemachten Käsekuchen mit Schokoladen-Mousse. Eine wahrlich perfekte Grundlage. Bei einem Gläschen Wein haben wir den Abend ausklingen lassen und sind dann doch relativ früh ins Bett, um für den morgigen Tag fit zu sein.

Gelderland nach Overijssel (2. Tag)

8:30 Uhr Abfahrt. Es geht los. Wir starten bewaffnet mit unseren E-Bikes, Navi, ausgedruckter Karte und Fahrradtasche in unser Abenteuer. Team 3 bestand aus mir und meiner guten Freundin Linda, die ich freundlicherweise mitnehmen durfte.

Wir waren ja etwas skeptisch, ob das alles so funktionieren würde, aber dank der super ausgebauten Radwege in Holland, den vielleicht bekannten Fahrrad-Knotenpunkten und technischer Hilfsmittel haben wir die Strecke problemlos gemeistert. Im Notfall hilft Google Maps wirklich überall auf der Welt.

Erster Stopp war die alte Kornmühle de Leeuwe, in der immer noch Mehl gemahlen wird, und im angrenzenden Mühlenladen gab es neben vielen verschiedenen Mehlsorten auch Backmischungen und weitere Erzeugnisse. Die Sorte Appeltart kann ich wirklich wärmstens weiterempfehlen. Ich habe doch zahlreiche Komplimente dafür zu Hause bekommen.

Holland Lekkerradeln Mühle
Hier wird immer noch gemahlen: Die alte Kornmühle de Leeuwe

Unsere nächste Station mussten wir uns erst mal verdienen. Also radelten wir schöne 24 km durch die holländische Landschaft. Vorbei an Feldern, durch Waldstrecken und super angenehmen Radwegen.

Überall haben wir andere Radler getroffen, die alle freundlich grüßten. Man merkt einfach, dass Holland das Land der Räder ist. Auch Autofahrer nehmen unheimlich viel Rücksicht und lassen Radfahrern gerne die Vorfahrt. So macht das Radeln doppelt Spaß.

Dank der Knotenpunkte, auf Niederländisch „Fietsknoop“, war die Navigation wirklich einfach. Und so kamen wir schneller als eigentlich erwartet nach etwas mehr als einer Stunde am Landgoed Schulenberg an. In der Sonne bei Kaffee haben wir unsere nächste „Aufgabe“ erfahren.

Mein absolutes Highlight…

Von der netten Besitzerin des Restaurants bekamen wir einen prall gefüllten Picknick-Korb und machten uns damit auf den Weg Richtung Kanal. Dort bestiegen wir ein Flüsterboot, und anders als gedacht durften wir ganz alleine „in See“ stechen.

Mit unglaublichen gefühlten 10 km/h fuhren wir ganz leise den Kanal entlang. Irgendwo in der Mitte haben wir einfach den Motor ausgestellt und uns treiben lassen. Eine perfekte Gelegenheit, um den Korb zu plündern. So in der Sonne, mitten in der Natur auf dem Wasser, schmecken Käse und Wurst mit Oliven einfach doppelt so gut.

Ich hätte noch Stunden so vor mich hinschippern können. Leider geht jede Reise einmal zu Ende und wir mussten ja noch ein paar weitere Kilometer für das Team sammeln. Gut gestärkt fuhren wir die nächsten 20 km zu unserem Abholpunkt. In einem netten Café in Rijssen konnten wir dann noch ein Radrennen beobachten. Die Holländer geben wirklich alles, wenn es ums Radfahren geht. Mit meinem E-Bike hätte ich locker mithalten können 😉

Holland Lekkerradeln Radrennen
Im Sommer finden fast überall Radrennen statt. Holland ist einfach ein Paradies für Fahrradfahrer.

Wer unsere Route nachfahren möchte, hier gibt es die GPX-Daten als Download.

Walking Outdoor Dinner in Apeldoorn (3. Tag)

Das große Finale fand Samstagabend statt. Gewünscht wurde warme Kleidung und festes Schuhwerk. Eigentlich nicht die übliche Bekleidung für ein Abendessen, aber wir sollten schnell eines Besseren belehrt werden. Am Rand eines kleinen Waldes startete unsere Tour zum Walking Outdoor Dinner.

Im ersten Moment konnte ich mir darunter noch gar nichts vorstellen. Nach einem kleinen Begrüßungssekt starteten wir unseren ausgiebigen Spaziergang. Nach einer guten halben Stunde zu Fuß fanden wir auf einer kleinen Lichtung mitten im Wald ein wunderschönes Zelt, was im Inneren von Kerzen erleuchtet war. Es hatte fast etwas Mystisches so in der Abenddämmerung.

An langen, großen Tischen konnten wir uns im Zelt alle noch einmal zusammenfinden und den ereignisreichen Tag Revue passieren lassen. Vom Hotel Van der Valk De Cantharel in Apeldoorn wurden wir mit allerlei leckeren Dingen versorgt und konnten wieder zu Kräften kommen.

So ein Dinner im Wald ist wirklich etwas ganz Besonderes, so viel intimer und persönlicher. Man konnte den Köchen beim Zubereiten der Speisen zuschauen und das Personal war ganz für uns da. Dieses Modell kann auch für private Feiern gebucht werden und ist sicherlich eine schönere Alternative zum normalen Restaurantessen.

Holland Lekkerradeln Outdoor Dinner
Holland Lekkerradeln Outdoor Dinner

Am Ende des Abends wurden wir per Bustransfer wieder eingesammelt und zu unserer Unterkunft gebracht. Auf der Heimfahrt bin ich zum ersten Mal seit Langem wieder im Sitzen eingeschlafen. Wenn das nicht für ein glückliches und zufriedenes Wochenende im schönen Holland spricht.

Das nächste Mal bringe ich mein Rennrad mit und mache die Straßen in den Niederlanden unsicher. Ich freu mich jetzt schon auf die ganzen Gleichgesinnten und dieses überaus freundliche Radfahrer-Land. Bis bald…

Disclaimer: An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim NBTC (Niederländischen Büro für Tourismus & Convention), welches diese tolle Reise organisiert hat, bedanken für ein wunderbares Wochenende im schönen Holland. Wir kommen gerne wieder und fahren auch die Strecken der anderen Teams ab.

Weitere Tipps und Berichte über Holland

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Hannah
Hi ich bin Hannah!

Hi, ich heiße Hannah. Nach einigen beruflichen Stationen als Online-Marketing Manager hat mich das Reisefieber gepackt. Weg vom Schreibtisch, rein ins Abenteuer. Am liebsten sitze ich auf einem meiner Fahrräder oder packe meine Koffer für die nächste Reise. Wer mich kennt weiß, dass ich eine riesige Schwäche für gutes Essen habe. Für VIEL UNTERWEGS suche ich die neusten Food-Spots.

2 KOMMENTARE
  • Besucher Kommentar von Oliver Hübner
    Oliver Hübner
    4. Oktober 2019 um 12:52 Uhr

    Ah, da erkenne ich doch einiges wieder, danke für den schönen Bericht.
    Es ist zwar schon eine Zeit her, aber ich durfte seinerzeit auch mitradeln, etwas weiter westlich. Obwohl Eure Tour ja grenznäher ist, eine Region in der häufiger unterwegs bin, kenne ich die Ecke noch nicht. Ich sollte sie aber wohl einmal besuchen.
    An den geselligen Abend unter dem Zeltdach erinnere ich mich noch sehr gut, das war sehr romantisch!


  • Hannah
    Hannah
    9. Oktober 2019 um 11:43 Uhr

    Halloo Oliver,

    ja das war wirklich schön da. Auch wenn ich mir etwas mehr Sonne gewünscht hätte. Holland ist immer eine Reise wert 🙂

    Viele Grüße,
    Hannah


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