Clarksdale, Mississippi – Geburtsstadt des Blues zwischen endlosen Baumwollplantagen

Nur wenige Orte unserer Reise erwischten uns derart auf dem positiven kalten Fuß wie das kleine Örtchen Clarksdale im Bundesstaat Mississippi, inmitten des Mississippi Delta. Zwischen hippie-eskem Gemeinschaftsgefühl und kreativer Lässigkeit scheint die Stadt und seine Bewohner nur wenig mit dem zu tun zu haben, was wir als US-Klischees in unseren Köpfen haben. Es lohnt sich also, hier ein oder besser zwei Nächte zu verbringen.

Clarksdale, Mississippi, ist ein wichtiger Ort in der Geschichte des Blues, der afroamerikanischen Musikrichtung, die in den USA entstanden ist. Es gibt mehrere Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Clarksdale, die mit der Blues-Musik und der Geschichte der Stadt verbunden sind. Uns hat es hier äußerst gut gefallen und wir wären gerne länger geblieben. Kein Wunder erzählen uns Lokals, dass Gäste immer wieder zurückkommen.

Unsere Highlights in Clarksdale

  1. Blues Clubs wie Ground Zero Blues Club und Bad Apple Blues Club
  2. Delta Bohemian-Tour mit Billy im Mississippi Delta
  3. Delta Blues Museum
  4. The Crossroads
  5. Hopson Plantation
  6. Cat Head Delta Blues & Folk Art
  7. Blues-Musik-Festivals: Besonders das Juke Joint Festival im April

Dies sind nur einige der Highlights, die Clarksdale zu bieten hat. Die Stadt hat auch eine reiche Geschichte und Kultur, die es zu entdecken gibt.

Wie lange soll man in Clarksdale bleiben?

Ich empfehle mindestens 2 Nächte in Clarksdale zu bleiben. Wenn Du am Tag Ausflüge unternimmst und dir den idyllischen Ort ansiehst und am Abend die Blues-Bars besuchst, wird es mit einer Übernachtung stressig. Wir hätten am Ende gerne eine weitere Nacht gehabt, da wir Clarksdale wirklich gut fanden.

Highlights in Clarksdale

Hier kommen unsere sieben Dinge, die du in Clarksdale sehen und machen kannst.

1. Blues-Clubs in Clarksdale besuchen

Es wäre eine Untat, sich in der Geburtsstadt des Blues‘ kein Konzert anzuschauen; Clarksdale ist dafür bestes gewappnet. Lass dir in deiner Unterkunft bei Ankunft eine Übersicht der Veranstaltungen geben. Denn es finden täglich Konzerte statt, nur eben zu unterschiedlichen Uhrzeiten an den jeweiligen Locations.

Bad Apple Blues Club

Am besten, man startet in den Abend, äh Nachmittag bei Seans Bad Apple Blues Club. Zwischen 15 und 18 Uhr gibt Sean „Bad“ Apple in diesem kleinen, vom Tageslicht gänzlich abgeschirmten Verschlag einen unterhaltsamen sowie interaktiven Live-Exkurs in Bezug auf Blues. Diese Einmann-Band ist zudem noch Barkeeper und Comedian – das macht Spaß!

Ground Zero Blues Club

Am Abend lädt dann Morgan Freemans Ground Zero Blues Club gleichen gegenüber vom Delta Blues Museum zu lauter Musik ein. Mittwoch bis Samstag treten hier hervorragende Bluesmusiker auf, dazu laden gezapftes IPA und Südstaaten Küche zum Verweilen ein. An unserem Abend ließ der junge Gitarrist und Sänger Django Knight mitsamt Band so einige Kinnladen heruntergehen.

Infos zum Programm und Öffnungszeiten auf der Webseite ansehen

Red’s

Am Ende des Abends verschlug es uns noch ins Red’s. Der Name ist Programm: Dieser „Juke Joint“ – das sind kleine und etwas schmuddelige Bars, in denen schwarze Bluesmusiker in Anfangstagen ihre ersten Auftritte hatten – ist enorm rot beleuchtet, das Flaschenbier kommt aus eisigen Kühltruhen, die Musik ist rau, laut und die Stimmung ungezwungen.

Hier kann man bis spät in die Nacht das erleben, was die Gegend und seine Musik, kurzum: Die gesamte Amerikanische Kultur bereichert und weltberühmt machte.

Das Red's scheint weder Facebook noch Webseite zu besitzen. Frage nach dem aktuellen Programm in deiner Unterkunft.

2. Delta Bohemian-Tour mit Billy

Wer wirklich etwas über die Geschichte und die Bewohner des Mississippi Delta lernen will, dem sei die „Delta Bohemian-Tour“ wärmstens ans Herz gelegt. "Chilly Billy Howell" ist gebürtiger Clarksdaler und nimmt uns mit auf eine dreistündige Entdeckungsreise durch die Gegend.

Zwischen Baumwollplantagen und Mississippi-Oasen ist der quirlig-fröhliche Kautz darüber hinaus offensichtlich ein echter Star der Gegend: Alle paar Minuten wird gegrüßt, umarmt, angehalten und kurz geplauscht.

Nicht nur mit Menschen: Ab der Hälfte der Reise, auf einer Düne über dem Mississippi, rennt "Whistle" schreiend (!) auf unser Auto zu: Den Esel und Billy verbindet eine innige Männerfreundschaft, die sogar vor dem gegenseitigen Apfelstücken-aus-Mündern-Klauben nicht zurückschreckt.

… und es gibt wohl kaum ein herzzerreißenderes Bild als ein Esel, der sich demonstrativ vor die Motorhaube stellt und damit ausdrückt: Billy, bitte fahr noch nicht …

Infos zur Tour mit Billy

3. Delta Blues Museum

Das Delta Blues Museum ist ein Muss für alle, die sich für die Geschichte des Blues interessieren. Es gibt eine Vielzahl von Ausstellungen, interaktiven Displays und Informationen über bekannte Blues-Künstler, die in der Region aufgetreten sind.

Clarksdale gilt als der Geburtsort des Blues. Muddy Waters, einer der bedeutendsten Blues-Interpreten, wohnte hier und spielte vor seiner Scheune das, was später die Grundlage von Rock’n’Roll und Pop sein sollte.

Im Delta Blues Museum gibt es dicht gedrängt alles dazu zu sehen und lesen, dazu Ausstellungsstücke aus diversen Spenden und privaten Sammlungen wie Gitarren und Kleidungsstücke. Außerdem ist ebenjene Veranda der Scheune von Muddy Waters – ja, das Original! – hier begehbar.

Infos zu Eintritt und Öffnungszeiten auf der Webseite ansehen

4. Cat Head Delta Blues & Folk Art

Dieses Geschäft ist ein wunderbarer Ort, um handgemachte Kunstwerke und Kunsthandwerk zu kaufen, die von lokalen Künstlern und Handwerkern hergestellt wurden. Sie finden hier auch eine riesige Auswahl an Blues-CDs und -Vinyls.

Webseite des coolen Shops

5. The Crossroads

Der Kreuzungspunkt der Highways 61 und 49 in Clarksdale ist der legendäre Ort, an dem, der Legende nach, der Blues-Musiker Robert Johnson dem Teufel seine Seele verkauft hat, um der beste Blues-Spieler aller Zeiten zu werden. Ein Schild am Kreuzungspunkt erinnert an diese Geschichte.

6. Hopson Plantation

Die Hopson Plantation ist ein historischer Ort, der eng mit der Geschichte der Landwirtschaft in der Region verbunden ist. Sie können eine Tour durch die alten Gebäude und Maschinen machen, die einst auf der Plantage verwendet wurden.

Wir haben die Plantage ausgelassen und viel darüber auf der Tour mit Billy (siehe oben) erfahren. Da wir in Tennessee und Louisiana einige Plantagen besucht haben, war es nicht schlimm, dass wir hier keine Zeit hatten. Hast du mehr Zeit, solltest du die Tour machen.

Webseite für Infos

7. Abendessen im Hooker Grocer & Eatery

Der Hunger ruft, und das lockt augenscheinlich halb Clarksdale in’s stylische „Hooker Grocer & Eatery“. Wir sehen hier jedenfalls viele Menschen wieder, die wir im Laufe des Tages auf Straßen und in Shops getroffen haben.

Das Essen ist unter „modernes Barfood“ einzuordnen: ein verführerischer Spinat-Auberginen-Dip mit ordentliche Käse, dazu saftig frittierter Catfish und ein richtig guter Salat, das macht Spaß!

Zur Webseite mit Speisekarte und Öffnungszeiten (wir hatten reserviert, ist sicherer am Wochenende)

Anreise

Es gibt mehrere Möglichkeiten, nach Clarksdale, Mississippi, zu gelangen. Wir raten dir, Clarksdale im Rahmen eines Roadtrips mit dem Mietwagen zu besuchen.

Mit dem Auto:

Clarksdale liegt an der Kreuzung der Highways 61 und 49, zwei wichtigen Verkehrsadern in Mississippi. Wenn du aus Memphis kommst, nimm die I-55 Süd und biege auf den Highway 49 ab. Von Jackson aus kannst du die I-55 Nord nehmen und dann auf den Highway 49 wechseln.

Wir kamen aus Tunica. Die Fahrzeit Tunica - Clarksdale betrug etwa 50 Minuten (wir sind nicht die Schnellstraße gefahren).

Der nächstgelegene Flughafen ist der Flughafen Memphis (MEM), der etwa 120 Kilometer nordwestlich von Clarksdale liegt. Von dort aus kannst du ein Auto mieten oder einen Shuttle-Service nutzen, um nach Clarksdale zu gelangen.

Wir haben einen Roadtrip von Chicago nach New Orleans gemacht. Den Mietwagen haben wir bei CANUSA gebucht.

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Für die Suche nach einem Mietwagen empfehlen wir dir die Plattform Sunny Cars oder billiger-mietwagen.de. Unsere Autos buchen wir immer auf einer dieser Plattformen vor der Reise.

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Unterkunft: Auberge Hostel

Eine ganz besondere Unterkunft ist das Auberge Hostel, ein Ableger eines gleichnamigen Hostels in New Orleans.

Nur wenig hat die Unterkunft (in der Schauspieler Morgan Freeman vorher für einige Zeit ein Restaurant betrieb) mit dem sonst so rammeligen Hostel-Flair zu tun; viel eher sind die Räume – von denen es auch einige Privat- und Doppelzimmer – hübsch wie funktional eingerichtet, dazu kümmert sich Gastgeber Robert hervorragend um das Wohl seiner Gäste.

Das Hostel buchst du am besten direkt auf der Webseite.

Bester Reiseführer

Einen aktuellen Reiseführer auf Deutsch zu finden, ist schwer. Daher haben wir uns den Moon Nashville to New Orleans Road Trip: Natchez Trace Parkway, Memphis, Tupelo, Mississippi Blues Trail gekauft. Zusätzlich haben wir uns das Reisehandbuch USA Südstaaten zugelegt (kam kurz vor unserer Reise auf den Markt). Die Kombination der beiden Bücher war ideal.

Hast du weitere Fragen zu Clarksdale?

Hinterlasse uns einen Kommentar. Schau dir auch den Artikel zum ganzen Trip ab Chicago bis New Orleans an, oder die Highlights im Mississippi Delta. Traumhaft schöne und aufregende Regionen in den USA.

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Hi ich bin Chris!

Ich bin Musiker, manage Künstler und liebe Sprachen. Als Restaurantkritiker interessiere ich mich außerdem für sehr gutes Essen – und da man das überall auf der Welt finden kann, reise ich auch gerne.

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