Die USA von Nord nach Süd: Was dich auf einem Roadtrip von Chicago nach New Orleans erwartet – unser Reisebericht

Was ist die beste Art, die USA zu erleben? Ein 4-wöchiger Roadtrip von Nord nach Süd. Daher fahren wir jetzt für 4 Wochen mit dem Mietwagen von Chicago nach New Orleans. Ein Roadtrip von Chicago nach New Orleans ist eine eindrucksvolle Reise zwischen zwei der legendärsten Musikstädten Amerikas.

Planst du einen Roadtrip von Chicago nach New Orleans? Oder bist du einfach nur neugierig, was dich auf dieser Strecke erwartet? Dann solltest du unbedingt unseren Reisebericht lesen, den wir von unterwegs immer wieder aktualisieren werden (wenn wir nicht mit Sightseeing oder Essen testen beschäftigt sind).

Wir starten jetzt den 30 Tage gehenden vierwöchigen Roadtrip durch die USA, der in Chicago beginnt und uns bis nach New Orleans nach Louisiana führen wird. Wir versuchen, diesen Reisebericht von unterwegs immer wieder zu aktualisieren, damit du uns auf der Reise begleiten kannst. Nach der Reise findest du dann einen detaillierten Bericht über unsere Reise, einschließlich Informationen zu Flügen, Mietwagen, Entfernungen, Aktivitäten, Touren, Unterkünften, Restaurants und Highlights für jeden Ort! Auf Instagram und Facebook kannst du unseren (zeitversetzten) Storys folgen. Wenn du das liest, sind wir 7 Stunden hinter der Zeit in Deutschland.

Hier findest du unseren Reisebericht für unseren 4-wöchigen Roadtrip mit Route von Chicago bis New Orleans zum Nachreisen. Inklusive Entfernungen, Aktivitäten, Touren, Unterkünften, Restaurants für die jeweiligen Orte.

Warum ein Roadtrip von Chicago nach New Orleans?

Das ist eine berechtigte Frage. Unsere Geschichte, wie es dazu kam? Wir planten eine Rundreise nach New Orleans, überlegten dann, auf dem Hinflug über Chicago ein paar Tage dort zu verweilen und kamen dann auf die Idee: "Warum unternehmen wir nicht einen Roadtrip von Chicago nach New Orleans? Einmal von Nord nach Süd durch die USA?" Gesagt, getan und die Idee war geboren.

Nachdem du Chicago erkundet hast – für uns eine der schönsten Städte Amerikas – fährt du auf der legendären Route 66 von den Great Lakes bis nach St. Louis. Danach folgst du dem Mississippi River oder fährst auf direktem Weg nach Nashville und Memphis. Erkunde die Südstaaten und die Küche, erlebe kreative Musiker in den Bars und Clubs und besichtige die prachtvollen im Plantation Country Louisiana und Natchez. Als krönender Abschluss wartet New Orleans darauf, von dir erkundet zu werden.

Route von Chicago nach New Orleans

Die 926 Meilen lange Autofahrt von Chicago nach New Orleans dauert 13 Stunden und 33 Minuten ohne Zwischenstopps. Wir fahren durch 6 Bundesstaaten den Mississippi hinunter, von den Great Lakes an der Nordgrenze Amerikas bis zum Golf von Mexiko im Süden.

Da der Roadtrip von Chicago nach New Orleans so etwas wie eine musikalische und kulinarische Fahrt mit kleinen Abstechern ist, solltest du dir genügend Zeit nehmen, um die Kultur und Landschaft entlang des Weges zu erkunden.

Die Route, die wir nehmen werden, ist etwas länger und wird fast 15 Stunden Fahrt von unserem Ausgangspunkt in Illinois durch Missouri, Kentucky, Tennessee und Mississippi dauern, bevor wir unser endgültiges Ziel in Louisiana erreichen. Die gesamten gefahrenen Kilometer ergänzen wir am Ende der Reise.

Wenn du weiter nach Süden fährst und Natchez passierst, kommst du an vielen der bekanntesten Plantagen des Landes vorbei, und es lohnt sich, sich die Zeit zu nehmen, die reiche Geschichte des Mississippi-Deltas kennenzulernen und zu verstehen.

Obwohl die Route nach Memphis weitgehend ähnlich ist (je nachdem, wie genau du dem Fluss folgen möchtest), folgst du der US-61 und dem Highway 1, die dich schließlich nach Vicksburg und Natchez bringen, bevor du der Great River Road durch Baton Rouge bis New Orleans folgst.

Das ist die grobe Route, die sich allerdings noch ändern könnte:

  • Tag 1 - 4: Chicago
  • Tag 5: Chicago - St. Louis; Zwischenstopps: Polk-A-Dot Diner und Odell's alte Tankstelle
  • Tag 6: St. Louis
  • Tag 7: St. Louis - Nashville; Zwischenstopp: Smokin' Chickin
  • Tag 8 - 9: Nashville
  • Tag 10: Nashville - Memphis
  • Tag 11 - 12: Memphis
  • Tag 13: Memphis - Mississippi Delta: Tunica - Clarksdale
  • Tag 14: Clarksdale - Cleveland - Greenwood (Tallahatchie Flats) > Highlights im Mississippi Delta
  • Tag 15: Greenwood - Jackson
  • Tag 16: Jackson - Natchez
  • Tag 17: Natchez - St. Francisville - Baton Rouge
  • Tag 18: Baton Rouge - Slidell - Mandeville
  • Tag 19: Mandeville - New Orleans
  • Tag 20 - 23: New Orleans
  • Tag 24: New Orleans - Destrehan Plantation - Cajun Pride Swamp Tours - Oak Alley Plantation
  • Tag 25: Oak Alley - Morgan City - Franklin - Jefferson Island - New Iberia
  • Tag 26: New Iberia - Avery Island (Tabasco) - Lafayette
  • Tag 27: Lafayette
  • Tag 28: Lafayette - Houmas House Plantation
  • Tag 29: Rückflüg über Washington D.C. nach Deutschland
  • Tag 30: Ankunft am frühen Morgen in Deutschland

Route als Download: Entfernungen, Unterkünfte und Aktivitäten als PDF

Nach der Reise werden wir hier ein PDF zur Verfügung stellen, mit einer detaillierten Auflistung unseres Roadtrips von Chicago bis New Orleans mit allen Stops und Aktivitäten. Wir tragen die Entfernungen, Fahrzeiten, Unterkünfte und unternommenen Aktivitäten ein.

Das ist die aktuell geplante Route, die sich (wie oben bereits erwähnt) noch ändern kann:

Die Reise selbst - was wir auf dem Weg gesehen und gemacht haben

Es ist gar nicht so leicht zu entscheiden, welche Orte man auf einer Mietwagenrundreise von Nord nach Süd gesehen haben sollte. Wir haben die Strecke und Orte mehrfach umgeschmissen und geändert. Es gibt zu viel für nur eine Reise zu sehen. Eine 4-wöchige Reise langt natürlich nicht, um alle Highlights und Wunschorte zu besuchen. Daher haben wir versucht, Prioritäten zu setzen. Hast du nur 3 Wochen Zeit? Dann kannst du entscheiden, ob du kürzer in manchen Städten bleibst oder die Strecke abkürzt.

Wir möchten hier keine Empfehlungen aussprechen, da jeder anders empfindet.

Chicago (Illinois)

Die Windy City am Lake Michigan hat uns mit herbstlichen 24 Grad empfangen. Der Wind kam erst am nächsten Tag, sodass wir den Beinamen spätestens dann nachvollziehen konnten. Ab der ersten Minute hat uns die drittgrößte Stadt der USA begeistert: viel weniger hektisch als die Metropole New York, super freundliche Menschen, bestes Essen mit der für uns ungewöhnlichen (aber leckeren) Deep Dish Pizza und den grandiosen Hot Dogs im Chicago Style (einfach probieren und überraschen lassen, danach findest du kaum einen Hot Dog der diesen das Wasser reicht). Dazu kommen die vielen Hochhäuser, die du am besten bei der Chicago Architecture Foundation Center River Cruise erkundest. Oder natürlich die Aussicht vom Skydeck im Willis Tower in den Glasausbuchtungen "Ledger" oder 360 Chicago (mit TILT) aufsaugst.

Fahre bei Regen mit dem Big Bus und lausche dem Live-Kommentar des Fahrer. Apropos Regen: die Stadt bietet mit dem Field Museum und dem Art Institut gleich zwei Museen, in denen du einige Stunden verweilen kannst. Weniger empfehlenswert fanden wir das Shedd Aquarium, da so einige Tiere in für unserem Gefühl zu kleinen Aquarien untergebracht waren.  

Die Highlights und Aussichten sind so grandios, dass auch bei dir keine Langeweile aufkommen wird.

Highlights:

  • Millenium Park mit Cloud Gate (The Bean), Crown Fountain und
  • Skydeck im Willis Tower: mit 442,1 m das höchste Gebäude in Chicago und bietet von seiner Aussichtsplattform Skydeck einen atemberaubenden Blick auf die Stadt. Tipp: Pie in the Sky – Deep Dish Pizza am Abend mit Blick auf die nächtliche Stadt.
  • The Art Institute of Chicago: Tolles Kunstmuseum
  • Blue Chicage: Blues Bar mit toller Live Musik
  • Navy Pier mit einer tollen Aussicht auf die Skyline vom Riesenrad
  • Chicago Riverwalk (entlang findest du tolle Bars & Restaurants)
  • Hervorragendes Essen: Chicago Style Pizza (Deep Dish), Maxwell Street Polish Hot Dogs, Chicago Style Hot Dogs
  • Field Museum: eines der größten naturhistorischen Museen der Welt. Mit mehr als 2 Mio. Besucher im Jahr auch eines der beliebtesten.
  • Aussicht auf die Skyline vom Adler Planetarium
  • Aussichtsplattform 360 Chicago: Die neueste Attraktion heißt „Tilt”: Eine Glasbox, die sich nach außen neigst, sodass du über dem Abgrund "geneigt" wirst und dich fühlst, als würdest du fallen

Infos zu Chicago

Von Chicago auf der Route 66 St. Louis

Der Abschnitt der Route 66 von Chicago (Illinois) nach St. Louis (Missouri) beherbergt mehrere typische amerikanische Diner oder bizarre Attraktionen. Verpasse das Start-Schild der Route 66 nicht an der Ecke der S Michigan Avenue und E Adams Street in Chicago.

Sobald wir Chicago hinter uns gelassen haben, führt uns die Fahr entlang einer flachen Prärielandschaft sowie Farmland mit Maisfeldern. Ein schöner Kontrast nach vier Tagen Big-City-Life. Während der Fahrt haben wir uns zwei Stopps herausgepickt:

Polk-A-Dot Drive-in (Braidwood)

Das Polk-a-Dot Drive-in wurde vor über 50 Jahren gegründet und hat sich zu einer der interessantesten Attraktionen entlang der Route 66 in Illinois entwickelt. Mach hier auch eine Pause und sieh dir die Sammlung von Erinnerungsstücken an. Das Essen war "typisch" für Diner und nicht erwähnenswert. Kein Muss.

The Standard Oil Gas Station (Odell)

Die Tankstelle verkaufte bis in die 1960er-Jahre Benzin und wurde dann bis Ende der 1970er-Jahre zu einer Karosseriewerkstatt, als sie ihre Türen endgültig schloss. Sie verfiel und wäre zerstört worden, wenn es nicht die Stadt Odell und die Menschen gegeben hätte, die ihre Tankstelle liebten. 1997 wurde die Station in das National Register of Historic Places aufgenommen. Dadurch wurden Anstrengung unternommen, die Tankstelle wieder in ihrem früheren Glanz wiederherzustellen. Ein vom Dach hängendes Standard Oil-Schild schwingt sanft im Wind, und eine altmodische Zapfsäule sieht aus, als ob sie nur auf den nächsten Kunden wartet. Obwohl die Standard Oil Tankstelle von Odell kein Benzin mehr verkauft, ist sie zu einem willkommenen Zentrum für das Dorf Odell geworden.

Die Station wurde 2002 mit dem Cyrus Avery Award der National Historic Route 66 Federation für das herausragendste Erhaltungsprojekt der Route 66 des Jahres ausgezeichnet.

Als wir an der Tankstelle ankamen, fragte uns eine Frau, ob wir einen Blick hineinwerfen möchten. Sehr gerne sagten wir ja und waren vom Interieur und einem uralten Coca-Cola Automaten sowie der angeschlossenen Werkstatt mit alten Werkzeugen sehr angetan.

St. Louis (Missouri)

Die Stadt am Mississipi in Missouri ist ein guter Kontrast zu Chicago. Sehr beeindruckend ist der Gateway Arch, den du dir aus der Vogelperspektive ansehen solltest. Die Aussicht auf St. Louis sowie den mächtigen Mississippi ist beeindruckend. Ansonsten hat uns die Stadt ein wenig irritiert, da wir kaum Menschen an einem Wochenende auf den Straßen angetroffen haben.

Beeindruckend soll die abendliche Grand Hall Light Show (täglich von 17 bis 22 Uhr stündlich) in der Union Station sein. Leider fand bei unserem Besuch eine Hochzeit in dem Gebäude statt, sodass die Show ausfiel. Die historische Bahnhofshalle ist ohnehin ein Besuch wert.

Wenn du BBQ und Spare Ribs magst, solltest du unbedingt bei Salt + Smoke essen gehen.

  • Wie lange? 1 Tag genügt
  • Hotel in St. Louis: Hyatt Regency St. Louis at The Arch
  • Highlights: Fahrt mit der Tram auf The Arch (Aussicht); Farmers Market
  • Restaurant-Tipps: Salt + Smoke (BBQ)
  • Fahrtzeit Chicago - St. Louis: ca. 5 Stunden

Nashville (Tennessee)

Nashville, die Hauptstadt der Country Musik (und des Staates Tennessee). Die sich selbst ernannte "Music City" bietet viele Highlights für Besucher. Angefangen vom recht touristischen Broadway (Honky Tonk Highway) mit vielen Bars mit Live-Musik (muss man gesehen haben), der Country Music Hall of Fame mit einer Tour in das legendäre RCA Studio B, wo Elvis und Johnny Cash die meisten ihrer Hits aufgenommen haben bis zum Johnny Cash Museum.

Auch sehr sehenswert fanden wir das National Museum of African American Museum (Pflicht) und - falls es dir das wert ist - einen Besuch in der Grand Ole Opry, wo sämtliche Musiker ihre ersten Erfolge feiern konnten.

  • Wie lange? Mindestens 2 Tage (3 Nächte)
  • Hotel in Nashville: Element Nashville Vanderbilt West End
  • Tipps für Touren: RCA Studio B (Besuch nur mit einer geführter Tour möglich)
  • Highlights: Johnny Cash Museum, RCA Studio B, Bars abseits des Honky Tonk Highway mit Country und Fiddel Musik, 12 South Neighborhood mit toller Street-Art und netten Cafés, Restaurants und Shops
  • Restaurant und Essens-Tipps: The Continental Nashville by Sean Brock, Assembly Food Hall (Prince's Hot Chicken), Martin's BBQ Joint, Hattie AB’s (Hot chicken)
  • Fahrzeit St. Louis - Nashville: ca. 5 Stunden

Memphis (Tennessee)

Memphis, für viele ein Inbegriff im Zusammenhang mit The King: Elvis Presley. Ob du ein Fan oder einfach nur neugierig bist. Schließe dich den Massen an, um Graceland und Elvis Spuren im legendären Sun Studio zu besichtigen. Besuche das National Civil Rights Museum und den Ort, an dem Martin Luther King erschossen wurde. Schließe dich der Back Beat Tour an und erkunde Memphis musikalisch. Schlendere am Abend über die Beale Street und mach dich auf der Suche nach guten Blues-Bands.

Kulinarisch haben wir in Memphis die besten Hühnchen der Reise verkostet. Im neuen Caption Hotel in der Bar einem lokalen Soul-DJ gelauscht und in 2,5 Tagen die Stadt erkunden. Teils zu Fuß, manchmal mit dem Auto, da Graceland und manche Orte ein wenig außerhalb des Zentrums liegen.

  • Wie lange? Mindestens 2 Tage (3 Nächte, mit einem halben Tag Graceland)
  • Hotel in Memphis: Caption by Hyatt Beale Street, Memphis
  • Highlights: National Civil Rights Museu, Stax Museum of American Soul Musik, Back Beat Tour, Graceland, Viertel Cooper Young und Overton Square
  • Tipps für Touren: Back Beat Tour, Graceland (muss man einmal gesehen haben)
  • Tipps für Essen: Gus Fried Chicken (bestes Hühnchen), Rendezvous Charles Vergos (Dry Rips und Brisket), The Arcade Diner
  • Fahrzeit Nashville - Memphis: ca. 3 Stunden

Mississippi Delta (Mississippi)

Das Mississippi Delta ist eine sehr besondere Region der Vereinigten Staaten. Die Armut ist groß, die Zeiten, in welchen Sklaven auf den Baumwollfelder schufteten längst vorbei. Auch, wenn Baumwolle noch eines der wichtigsten Güter dieser Region ist, heute wird maschinell geerntet.

Wir haben auf diesem Trip ein paar wirklich sehenswerte Orte Besucht und dir unsere Highlights im Mississippi Delta hier ausführlich aufgeschrieben.

1. Tunica

Das Delta ist bekannt als Wiege des Blues in Amerika. So ist unser erster Stop auch das Gateway to the Blues Visitor Center in Tunica. Das interaktive Museum bietet viele Gitarren und originale Gegenstände der Musiker sowie Filme und Hörbeispiele. Du kannst hier deinen eigenen Blues schreiben, aufnehmen und dir später per E-Mail schicken lassen. Das verdeutlicht die musikhistorische Relevanz dieser Gegend eindrücklich.

Nur wenige Autominuten vom Museum entfernt liegt das The Hollywood Café. Als Marc Cohn in seinem Superhit „Walking in Memphis“ folgende Textzeilen sang: "Now Muriel plays piano, very Friday at the Hollywood", meinte er ebenjenes Restaurant, in dem wir ebenfalls eine Pause einlegen. Und das hat seine köstlichen Gründe: Das enorm saftige „Blackened Catfish“ ist der Kracher, dazu ein paar Fried Pickles (frittierte saure Gurken, die verdammt lecker sind) – die im Übrigen hier erfunden worden sind – und schon ist der Mittagshunger getilgt.

  • Wie lange? Kurzer Zwischenstopp auf der Fahrt nach Clarksdale genügt
  • Highlights: Blues Museum, Essen im The Hollywood Café
  • Fahrtzeit Memphis - Tunica: 1 Stunde

2. Clarksdale: Der stadtgewordene Freigeist

Nur wenige Orte unserer Reise erwischten uns derart auf dem positiven kalten Fuß wie das kleine Örtchen Clarksdale. Zwischen hippie-eskem Gemeinschaftsgefühl und kreativer Lässigkeit scheint die Stadt und seine Bewohner nur wenig mit dem zu tun zu haben, was wir als US-Klischees in unseren Köpfen haben. Es lohnt sich also, hier ein oder zwei Nächte zu verbringen.

Wir besuchen das Delta Blues Museum, denn Clarksdale gibt ebenfalls als Wiege des Blues. Muddy Waters, einer der bedeutendsten Blues-Interpreten, wohnte hier und spielte vor seiner Scheune das, was später die Grundlage von Rock’n’Roll und Pop sein sollte.

Es wäre eine Untat, sich in der Geburtsstadt des Blues‘ kein Konzert anzuschauen; Clarksdale ist dafür bestes gewappnet. Frage in deiner Unterkunft nach stattfindenden Events und Tipps. Wir starten bei Sean's Bad Apple am Nachmittag, vom Tageslicht abgeschirmt in uriger Wohnzimmer-Atmosphäre. Gehen dann über zu Morgan Freemans Ground Zero Blues Club und zum Abschluss noch ins abgerockte und schmuddelige Red’s.

Hier kannst du den ganzen Tag bis spät in die Nacht das erleben, was die Gegend und seine Musik, kurzum: Die gesamte Amerikanische Kultur bereichert und weltberühmt machte.

Wer wirklich etwas lernen will über das Delta, seine Geschichte und seine Menschen, dem legen wir die Delta Bohemian Tour wärmstens ans Herz. „Chilly Billy Howell“ ist gebürtiger Clarksdaler und nimmt einen auf eine dreistündige Entdeckungsreise durch die Gegend: Vom Moon Lake über Baumwollfelder und zum Mississippi.

  • Wie lange? Mindestens 1 Nacht, empfohlen 2 Nächte (wir hatten leider nur eine Nacht)
  • Übernachten in Clarksdale: Auberge Hostel (privates Zimmer mit Gemeinschaftsbad)
  • Highlights: Überall Live-Musik, vor allem im Ground Zero Blues Club
  • Tipps für Touren: Delta Bohemian Tour mit Billy
  • Tipps für Essen: Hooker Grocer & Eatery
  • Links: visitclarksdale.com; jukejointfestival.com
  • Fahrzeit Tunica - Clarksdale: ca. 50 Minuten (wir sind nicht die Schnellstraße gefahren)

3. Cleveland

Das Mississippi ist Geburtsort der meisten mit Grammys ausgezeichneten Künstler überhaupt. Kein Wunder also, dass sich das Grammy-Museum in Los Angeles eine Zweitstelle im Delta errichtete und wir dieses besuchen.

Von B.B. King bis Taylor Swift: Hier gibt es nicht nur die Geschichte des seit über 60 Jahren jährlich verliehenen Heiligen Grals der Musikpreise, auch bedeutende Performances, Kostüme, Instrumente und Musikstücke sind – oft interaktiv, wenn die Technik mitspielt – hör-, anschau-, spiel- und erlebbar.

  • Wie lange? Kurzer Zwischenstopp von 1,5 - 2 Stunden
  • Ticket: 16 $
  • Öffnungszeiten: Montags geschlossen, Dienstag bis Samstag 10 bis 15 Uhr und Sonntag 12 bis 15 Uhr
  • Fahrzeit Clarksdale - Cleveland: ca. 40 Minuten

4. Dockery Farms, ein weiterer Geburtsort des Blues?

Dockery Farms in Mississippi bei Cleveland ist eine historische Baumwollplantage aus dem Jahr 1895. Die Plantage war einst im Besitz des legendären Bluessängers Charley Patton und ist seitdem ein wichtiger Ort afroamerikanischer Geschichte und Kultur. Heute können Besucher an Führungen über das Gelände von Dockery Farms teilnehmen, die historischen Gebäude erkunden und mehr über das Leben auf einer Baumwollplantage aus dem 19. Jahrhundert erfahren.

Da wir spontan hier waren, gab es keine Führung und die Installationen in Form Audikommentaren funktionierte leider nicht. Dafür ist die Scheune geöffnet und du kannst die Maschinen zum Weiterverarbeiten der Baumwolle erkunden.

  • Fahrzeit Cleveland - Dockery Farms: 10 Minuten
Dockery Farms bei Cleveland, Mississippi. Ein wichtiger Ort für Blues Musik.
Dockery Farms bei Cleveland, Mississippi. Ein wichtiger Ort für Blues Musik.

5. Greenwood und Tallahatchie Flats

Eine ganz besondere Unterkunft bietet sich kurz vor der kleinen Stadt Greenwood, Geburtsstätte von Robert Johnson (und Morgan Freeman): Die Tallahatchie Flats sind eine Ansammlung von Hütten, die von verschiedenen Plantagen in Mississippi an diesen Ort verlegt wurden. Sie wurden nach dem angrenzenden Tallahatchie River benannt. Einige der Hütten sind Spenden von Plantagenbesitzern, die ihre historische Bedeutung und die Geschichten dahinter bewahren wollen. Hier verbringen wir die Nacht, während wir Greenwood erkunden.

Eines von drei Gräbern Robert Johnsons liegt nur wenige hundert Meter entfernt – angeblich das Echte – auf dem Friedhof der Little Zion Missionary Baptist Church.

Highlights im verschlafenen wirkenden Greenwood sind das Viertel Baptist Town, welches 1873 von freigelassenen Sklaven gegründet wurde. Der bekannte Schauspieler Morgan Freeman wuchs hier genauso auf wie Robert Johnson.

Besonders stolz ist man in Greenwood, dass der oscarnominierte Film "The Help" (2011) mit Emma Stone und Viola Davies hier gedreht wurde. Das Örtchen bietet hier die perfekte Kulisse.

  • Wie lange? Tallahatchie Flats mindestens 1 Nacht, für Greenwood genügen ein paar Stunden
  • Übernachten: Tallahatchie Flats
  • Highlights: Tallahatchie Flats, Baptist Town
  • Tipps für Essen: Fan & Johnny's (moderene Südstaatenküche), Crystal Grill (heiße Tamales
  • Links: visitclarksdale.com; jukejointfestival.com
  • Fahrzeit Cleveland - Greenwood: ca. 50 Minuten bis 1 Stunde

Jackson (Mississippi)

Leider auch nur 24 Stunden haben wir, um Jackson zu erkunden. Zumindest ein paar der wichtigsten Orte der Hauptstadt des Bundesstaat Mississippi.

Die Stadt hat eine historische Bedeutung als wichtiges Zentrum der Bürgerrechtsbewegung. Das Medgar and Myrlie Evers Home National Monument und das Mississippi Civil Rights Museum sind absolute Must-see.

Am 12. Juni 1963 wurde der Bürgerrechtler Medgar Evers vor seinem Haus – vor den Augen seiner Frau Myrlie und seiner Kinder – erschossen. Sein Mörder, der weiße Rassist Byron De La Beckwith, wurde erst 1994 dafür verurteilt, nachdem er zuvor mehrmals freigesprochen wurde.

  • Geführte Hausbegehungen sind ausschließlich mittwochs mit Reservierung möglich. Mehr Infos hier.

Das Mississippi Civil Rights Museum & Museum of Mississippi History ist das erste von einem Bundesstaat finanzierte Museum über Sklaverei, Unterdrückung, Bürgerkrieg und Bürgerrechtsbewegung.

Auf mehr als unglaublichen 18.000 m2 lässt sich die Geschichte Amerikas aus der Sicht der Leidtragenden eindrücklich wie schmerzlich nachvollziehen: Von indianischen Besiedlungen über Sklaverei, Bürgerkrieg, Separation und der großen Bürgerrechtsbewegung der 50er und 60er-Jahre.

Höhepunkt am Abend ist nach einem Essen in Martin's Downtown der Blue Monday im gegenüberliegenden Hal and Mal’s. Alle, die möchten, können das Mikro übernehmen. Dass Yolanda Clay-Moore – unsere touristische Ansprechpartnerin für die Stadt Jackson – eine herausragende Gospelsängerin ist, konnten wir ja nicht ahnen. So durften Chris eine der Gitarren der Band übernehmen, um die wunderbare Soulstimme von Yolanda für zwei Songs zu begleiten. Einzigartig – und ein toller Abend!

  • Wie lange? Mindestens 1, ideal sind 2 Tage
  • Übernachten: Homewood Suites by Hilton; typisches Businesshotel.
  • Highlights: Mississippi Civil Rights Museum & Museum of Mississippi History, Medgar Wiley Evers Home & Museum und Blue Monday im
  • Tipps für Essen: Martin's Downtown
  • Fahrzeit Greenwood - Jackson: ca. 2,5 Stunden

Natchez (Mississippi)

Knapp 14.000 Menschen wohnen in diesem kleinen, gepflegten Örtchen im Süden des Bundesstaates Mississippi. Beliebt außerdem bei Roadtrip-Fans, da die Lage im sogenannten Americana Music Triangle zwischen Memphis, Nashville und New Orleans einfach ideal ist.

Natchez ist vor allem dadurch bekannt, dass es hier noch schönsten erhaltenen Antebellum-Häuser, wie der historisch-klassizistische Baustil bis 1861 genannt wurde und besonders bei den damaligen Plantagenbesitzern geliebt war, gibt. Wir besuchen Stanton Hall, eine der schönsten Antebellum-Villen, im Rahmen einer Führung. Architektonisch durchaus beeindruckend, führen wir uns trotzdem immer wieder vor Augen, auf welche Kosten derartige Prachtbauten überhaupt möglich waren. Aber auch diese Seite der Geschichte ist es wert und wichtig, betrachtet zu werden.

Neben all den historischen Orten darf das Kulinarische nicht zu kurz kommen: Im Fat Mama's Tamales gibts nicht nur köstliche Sandwiches und Tamales, sondern auch „Knock-You-Naked“-Margaritas, die wir unbedingt verkosten sollen, meinen jedenfalls die Locals. Und falls du das Getränk nicht schaffst, kannst du es einfach mitnehmen. Denn in Natchez ist der Konsum von Alkohol auf der Straße nicht verboten.

Ansonsten solltest du es wie wir machen: Lass dich durch die Straßen treiben und genieße die schönen Ausblicke.

  • Wie lange? 1 Tag
  • Übernachten: The Beaumont House B & B aus den 1830-er Jahre. Hier ist die Zeit stehen geblieben. Einziges Manko: Die Klimaanlage wird zentral geregelt und geht nachts nicht aus – für uns temperaturempfindliche Europäer ungewohnt, für den Amerikaner wohl normal.
  • Highlights: Ausblicke zum Sonnenuntergang auf den Mississippi, Stanton Hall Historic Home
  • Tipps für Essen: Fat Mama's Tamales, Magnolia Grill (unbedingt reservieren),
  • Fahrzeit Jackson - Natchez: ca. 1,45 Stunden

St. Francisville (Louisiana)

Das kleine, gepflegte Städtchen St. Francisville hat schätzungsweise 1.700 Einwohner und bietet dem geneigten Naturfreund viele Möglichkeiten zur Betätigung. Wir freuen uns, nach den vielen Städten im Cat Island National Wildlife Refuge zu einer kleinen Wanderung aufzubrechen. Louisiana Schwarzbären haben hier zwar nicht getroffen, dafür konnten wir eine der größten Sumpfzypressen (das Alter wird auf 1.500 Jahre geschätzt) mit über 30 Metern Höhe und einem Umfang von 17 Metern bestaunen. Sehr beeindruckend.

Nach einer Stärkung im The Saint Restaurant mit köstlichen Boudin-Balls, einem Salat und Burger unternehmen wir einen Spaziergang durch das idyllische Städtchen (Historic District, alten Friedhof an der Grace Church sowie den Grandma’s Buttons Laden). Später besuchen wir die unter Touristen sehr beliebte The Myrtles Plantation. Hier spukt es, denn man sagt, es sei "One of the most hunted homes in the US". Du solltest hier unbedingt an einer Haunted-Tour teilnehmen. Aufgrund mangelnder Zeit bekamen wir eine kurze Zusammenfassung der Geistergeschichten. Zu gerne hätten wir hier übernachtet. Leider müssen wir weiter.

Hast du Zeit? Dann übernachte unbedingt in Saint Francisville.

  • Wie lange? Mindestens 1 Tag; wenn du mehr Zeit hast als wir: Unbedingt übernachten, zum Beispiel auf der Myrtles Plantation
  • Highlights: Der ganze Ort ist ein Highlight für sich
  • Tipps für Essen: The Saint Restaurant; Café auf der Myrtles Plantation
  • Fahrzeit Natchez - St. Francisville: ca. 1 Stunde

Baton Rouge (Louisiana)

Baton Rouge, die Hauptstadt des Bundesstaates Louisiana liegt wie so viele unsere besuchten Orte am Ufer des Mississippi. Leider haben wir auch hier nur 24 Stunden Zeit, aber diese nutzen wir voll aus.

Wir erkunden im Rahmen einer Führung das Old State Capitol, eines der historisch bedeutendsten Gebäude des gesamten Staates. Allein architektonisch würde sich ein Besuch inklusive Führung lohnen, aber auch inhaltlich wird hier bei wechselnden Ausstellungen, Programmen (darunter ein wirklich unterhaltsamer 4D-Film über die Geschichte des Hauses) und Kunst einiges über die facettenreiche Geschichte Louisianas erzählt.

Imposant ist die mit unzähligen farbigen Gläsern bestückte, den Raum in ein Farbenmeer tauchende Glaskuppel. Der Eintritt ist kostenlos, nur die sehr empfehlenswerte 4D-Präsentation kostet schlappe $ 2, die sich wirklich lohnen.

Als wichtigste Figur der politischen Geschichte muss Huebert Pierce „Huey“ Long im Zusammenhang mit Baton Rouge und dem Staat erwähnt werden. Denn viele Jahre lenkte er die Geschicke der Bevölkerung aus Baton Rouge als Gouverneur.

Dabei nutzte er nicht nur einmal die Grauzonen der Gesetzgebung zu seinem Gunsten aus, tat aber auch viel für die Bevölkerung und Infrastruktur der Gegend. Um sich selbst ein Denkmal zu setzen, baute er 1932 das größte Kapitolgebäude der Vereinigten Staaten: Vor dem 137 Meter hohen „New State Capitol“ (aus dem man eine tolle Aussicht auf Baton Rouge und seine Umgebung hat) thront eine Statue des exzentrischen Populisten, der in ebenjenem Monument einem Attentat erlag.

Hast du wie wir nur kurz Zeit für die Bundeshauptstadt, solltest du dich einer Stadtführung bei Red Stick Adventures anschließen.

So erfahren wir in kurzer Zeit viele Infos zur politisch und historisch äußerst bewegten Geschichte der Stadt.

  • Wie lange? 1 Tag
  • Übernachten: Watermark Hotel, modernes und sehr stylisches Hotel direkt am State Capitol
  • Highlights: Führung im Old State Capitol sowie die Stadtführung
  • Tipps für Essen: The Overpass Merchant (unbedingt die Trüffelpommes probieren)
  • Fahrzeit St. Francisville - Baton Rouge: ca. 40 Minuten

New Orleans' Northshore (Louisiana)

Die Region am Northshore von New Orleans befindet sich am Nordufer des riesigen Lake Pontchartrain. Das Gebiet erstreckt sich von Slidell bis Abita Springs und ist bekannt für üppige Feuchtgebiete und einzigartigen Landschaften. Hier werden alle, die Outdoor-Aktivitäten lieben glücklich: Kajakfahren, Wandern und Radfahren, sowie Sumpftouren finden regelmäßig statt. In den charmanten Kleinstädten findest du gemütliche Bars, kuriose Museen und leckere Restaurants.

Den bizarrsten Einstieg in die Region haben wir im Middendorf’s Restaurant in Manchac, wo wir von bayrischen Landesflaggen begrüßt werden und ein Deutscher in Lederhosen Volkslieder auf seinem Akkordeon spielt. Bekannt ist das Restaurant jedoch für seinen hauchdünnen Catfish.

Der Deutsche Horst Pfeifer und seine amerikanische Frau Karen übernahmen das Restaurant direkt am Lake Maurepas im Jahre 2007 und bieten neben ebendiesem dünnen Catfish auch das "traditionelle" Oktoberfest sowie Maultaschen und andere süddeutschen Gerichte. Was in der Region überaus gut ankommt.

Honey Island Swamp: Sumpftour zu Alligatoren, Schildkröten und Waschbären

Frisch gestärkt geht es mit Cajun Encounters Swamp Tours auf eine Sumpftour durch die Honey Island Swamps. Wir sehen viele Alligatoren und erfahren etwas über die Anatomie, die Umgebung, die Natur und Pflanzenarten der Sümpfe Louisianas.

Falls du diesen Trip aus New Orleans machen möchtest: Kein Problem, es gibt einen Sammeltransport zur Bootsanlegestelle und zurück.

Unsere Erfahrung mit dem Anbieter: Wir empfanden die enorm vollen Boote und die recht vehemente Forderung nach positiven Google-Bewertungen befremdlich. Außerdem finden wir es generell nicht gut, wenn Tiere angefüttert werden (in diesem Fall mit Marshmallows). Aber wen das nicht stört (und vielleicht noch nie einen Alligator in der Natur gesehen hat), der sollte sich dem kleinen Abenteuer hingeben!

Mandeville: Hier ist die Welt noch in Ordnung

Direkt am Lake Pontchartrain – und vis-à-vis der großen Stadt New Orleans – liegt das beschauliche Mandeville. Knapp 12.500 Menschen leben hier am Flussufer, alles ist gepflegt und zurechtgestutzt. Wir fühlen uns ein wenig nach Kalifornien versetzt, es weht ein kosmopolitischer Wind – und jeder scheint einen Hund zu haben. Hier, direkt am Ufer, erlebten wir auch die tollsten Sonnenaufgänge!

In Mandeville befindet sich auch unser B&B von dem aus wir das nördliche Ufer des riesigen Sees gegenüber von New Orleans erkunden. In unmittelbarer Nähe gibt es am Ufer ein paar Bars, in welchen du die Abende ausklingen lassen kannst.

De la Bleau Bed & Breakfast in Mandeville
De la Bleau Bed & Breakfast in Mandeville

Covington & Abita Springs

Die kleinen Orte des St. Tammany Parish, wie die Region heißt, eignet sich prima für eine Radtour auf dem angelegten Fahrradweg Tammany Traces.

Ab Brooks Bike Shop in Covington radeln wir bis Abita Springs und weiter, da es bei Ankunft noch zu früh für ein Mittagessen ist. Als wir zurückkehren hat unscheinbares aber absolutes Highlight geöffnet: Abita Mystery House, betrieben vom unverwechselbaren John Peble. Der ließ sich vom skurrilen „Tinkertown Museum“ in New Mexico inspirieren und stellt in seinem kuriosen Kunstkabinett tausende aus Wegwerfgegenständen und anderen Devotionalien hergestellte Objekte vor.

Wir könnten die Räder bei einer Filiale von Brooks Bike Shop abgeben, beschließen allerdings nach einem Mittagessen im Abita Brew House wieder zurückzuradeln. Bewegung tut einfach mal gut.

Boootstour auf dem Tchefuncte River

Der Tchefuncte River bei Madisonville ist seit Generationen ein beliebter Ort für Flora, Fauna und Tierwelt inmitten der malerischen Wasserstraßen. Mit Kapitän Mike erkunden wir die Bayous und Sümpfe, sehen Alligatoren, einen Fischadler und zu guter Letzt zeigt Mike uns einen der Drehorte des Kinofilms Der Gesang der Flusskrebse. Besonders an diesem Abend ist der Sonnenuntergang an Kitschigkeit nicht zu überbieten. Die Tour kannst du bei Louisiana Tours and Adventures buchen (wir haben die 3-stündige Tour gemacht, es gibt auch eine 5-stündige).

Nach der Tour bietet sich ein Abendessen im "The Anchor" mit Blick auf den Tchefuncte River in Madisonville an. Etwas feiner geht es in der oberen Etage im Tchefuncte’s Restaurant zu. Wenn du eine Abwechslung zum deftigen Soul Food suchst, bist du hier richtig.

  • Wie lange? Mindestens 2 - 3 Tage
  • Übernachten: De la Bleau Bed & Breakfast in Mandeville; köstliches Frühstück und ideal, um die Region zu erkunden
  • Highlights: Radtour, Ausblicke bei Mikes Bootstour
  • Tipps für Essen: The Anchor (Madisonville), Palmettos on the Bayou (Slidell), Abita Brew House (Abita Springs), The Anchor (Madisonville)
  • Fahrzeit Baton Rouge - Manchac: ca. 1 Stunde, nach Mandeville eine weitere Stunde

New Orleans (Louisiana)

Zweifelsohne ist New Orleans – von Einheimischen auch gerne „Nola“ oder „N’awlins“ genannt – eine der interessantesten und vielzitiertesten Städte neben Los Angeles, Chicago und New York.

Seine strategische Position an der Mündung des großen Mississippi-Missouri-Flusssystems machte es bei den Kämpfen der Europäer um die Vorherrschaft in Nordamerika zu einem Dreh- und Angelpunkt, weshalb sich hier viele kulturelle Bewegungen mischen.

So wild wie die Geschichte, so vielseitig ist auch die Stadt, die wie ein kultureller Melting Pot in Louisiana thront: New Orleans ist Geburtsort des Jazz, Heimat des Voodoo, Schauplatz des legendären „Mardi Gras“ und nicht zuletzt eine kulinarische Hochburg; nicht nur einmal hörten wir den Satz: „New Orleans offers the best food in the United States“. Diese Stadt ist also ein absolutes Muss!

Alle Reiseberichte im Überblick in unserem New Orleans Reiseführer

Highlights:

  1. Walking Tour im French Quarter: Erfahre mehr über die Geschichte eines der ältesten Wohnviertel der USA und Gründungsviertel von New Orleans, damals noch: „Nouvelle-Orléans“.
  2. Echter New Orleans-Jazz in der Preserveration Hall: Seit 1961 spielen in diesem kleinen Verschlag namhafte Künstler den alten New-Orleans-Jazz. Der ist nämlich – und das überrascht uns – gar nicht so einfach zu finden in einer Stadt, die genau dafür bekannt ist.
  3. Vue Orleans: 360°-Aussichtsplattformen mit Innen- und Außenbereich. Die Stadt von oben sehen und im modernen, interaktiven Museum alles zur Geschichte, Kultur und Einflüsse der Stadt erfahren
  4. Mardi Gras School of Cooking Class: Drei Gerichte der kreolischen Küche kochen. Einfach super.
  5. Muffuletta-Sandwiches im Napoleon House: Diese speziellen, üppig beladenen Sandwiches mit italienischer Salami, Coppa, Mortadella, Provolone und mariniertem Olivensalat (Oliven, Sellerie, Karotten und diverse Gewürze) sind so gut, dass wir gleich zweimal hier waren.
  6. Jazz Musik in der Frenchman Street: Während auf der Bourbon Street nur schlechter Cover-Rock läuft, gibt es hier noch richtig gute Jazz-Konzerte zu sehen. Unbedingt mal einen Abend hier verbringen und die nach Alkohol und anderen Dingen stinkende Bourbon Street lieber meiden ...
  7. New Orleans Saints – Football im Caesars Superdome (NFL): USA und Sport gehören zusammen wie Peter und Pan. Der Superdome ist übrigens die größte geschlossene Arena der Welt, supermodern und das ganze Happening hier so ziemlich beeindruckend (im Vergleich zu anderen US-Sportarten herrscht hier sogar Stimmung). Unbedingt mal bei einem Spiel vorbeischauen, alternativ: College Football, der noch mehr Zuschauer im Süden anzieht.
  8. Beignets: Café Beignet vs. Café du Monde: Jeder, der nach NOLA kommt, wird sie probieren. Wir würden dazu Faschingskrapfen sagen, nur die zentimeterdicke Puderzuckerschicht à la USA ist für Europäer etwas too much.
  9. Gumbo: Esse, so oft es geht, Gumbo. Chris hat sich überall durch den Eintopf probiert.
  10. Lake Pontchartrain-Brücke: Über den zweitgrößten Salzwassersee der Vereinigten Staaten führt eine gigantische, 40 Kilometer lange Brücke, die die Region nördlich des Sees mit New Orleans verbindet. Fahrzeit: 40 Minuten. Eine abstruse Erfahrung, denn die meiste Zeit ist kein Land in Sicht; man fühlt sich wie auf dem Meer. Beeindruckend.
  11. Killers & Thrillers Tour durch das nächtliche French Quarter: Wenn du ein Fan von True Crime bist, solltest du diese Tour buchen. Viele berühmte Verbrechen und Verbrecher suchten New Orleans heim. Von morbiden Morden bis spannenden Spukerscheinungen scheint es hier an nahezu jeder Ecke eine Geschichte zu geben, die sich lohnt, erzählt zu werden.
  12. Fahrt mit dem Streetcar

Infos zu New Orleans

Destrehan Plantation (Louisiana)

Nur 30 Minuten vom Stadtzentrum New Orleans‘ entfernt liegt die Destrehan Plantation. Hier kann man hautnah miterleben, wie die Menschen – Plantagenbesitzer und ihre Sklaven – lebten. Die 1787 von Jean-Baptiste d'Estrehan de Beaupré gegründete Anlage ist dabei die älteste dokumentierte Plantage im unteren Tal des Mississippis.

Das Hauptgebäude ist geprägt von französischer und spanischer Kolonialzeit. Über das Gelände führt uns Dianne Honore Destrehan, von vielen auch „Gumbo Marie“ genannt, eine direkte Nachfahrin von Jean-Baptiste Destrehan, der mit ihrer Urgroßmutter Genevieve Bienville – einer Sklavin – verkehrte.

Wir bekommen Gänsehaut, als sie uns über die menschenverachtenden Dinge erzählt, die hier geschehen sind; besonders bei einer Tafel, die die Sklavenpreise anhand des Alters, Geschlechts und der Fähigkeiten bemisst, müssen wir schlucken.

Hier – wie in den meisten anderen Plantagen der Gegend – wurde hauptsächlich Zuckerrohr angebaut und geerntet. Diese Arbeit ist besonders kräftezehrend, denn Zuckerrohr hat immer Saison; es ist schließt sich Ernte an Ernte an Ernte …

Während der Tour sind wir stets umgebenen von den riesigen, teils hunderte Jahre alten Eichen mitsamt des für die Gegend charakteristischen spanischen Moos‘; eine einzigartige Kulisse, die du dir auf keinen Fall entgehen lassen solltest.

Essen im Sea Food Pot:

Sea Food Pot in Louisiana

Cajun Pride Swamp Tours

Südwestlich des gigantisch großen Lake Pontchartrain, 40 Kilometer von New Orleans entfernt, legen die „Cajun Pride Swamp Tours“ ab, unsere zweite Swamp-Tour der Reise.

Der verästelte Manchac Swamp, ein Wildschutzgebiet in Privatbesitz, ist die Kulisse für außerordentlich viele und teilweise recht große Alligatoren, die unser Boot manchmal aufmerksam, meistens aber selig schlummernd oder daherschwimmend manchmal mehr, manchmal weniger Beachtung schenken. Sogar einige sich sonnende Schildkröten sowie eine völlig verblüffte schwarze „Creole“-Schweinefamilie lässt sich blicken.

Uns würde das Beobachten dieser augenscheinlich ungestörten Tier- und Pflanzenwelt mitsamt den geistreichen wie originellen Kommentaren durch Bootsführer Captain „T“ Tom  total ausreichen, aber der Amerikaner braucht wohl das Spektakel; also wird auch hier alle Nase lang mit Fleisch angefüttert und der Alligator zum „Herausspringen“ gezwungen.

Zumindest hatten wir hier das Gefühl, dass sich die Mitarbeiter hier ganz und gar der Natur verschrieben haben und mit ihr leben, sich um die Aufforstung und Alligatorenbestände in den Bayous kümmern. Außerdem waren die Boote bei weitem nicht so vollgestopft mit Touristen wie bei manch anderen Touren. Wenn du Alligatoren sehen willst – hier ist die richtige Adresse.

Hinweis: Das Anfüttern von Tieren unterstützen wir nicht, scheint hier im Süden Louisianas aber leider üblich zu sein. Es wurden bei allen von uns gemachten Sumpftouren Alligatoren, Waschbären und Wildschweine angefüttert. Die Tiere sind darauf konditioniert und so ist es nicht verwunderlich, dass Alligatoren Booten hinterher schwimmen, wenn sie eines sehen.

Oak Alley Plantation (Louisiana)

Die wohl bekannteste als auch optisch eindrucksvollste Plantage der Region ist die Oak Alley Plantation.

Berühmt für seinen mit 28 mächtigen Eichen gesäumten, 250 Meter langen und namensgebenden Weg bietet dieser Ort aus jedem Blickwinkel beeindruckende Anblicke. Die zahllosen freistehenden Eichen verstärken nochmals den mystischen Eindruck, der uns in der Zeit zurückreisen lässt.

Auch Oak Alley war einst eine Zuckerplantage die von versklavten Männern, Frauen und Kindern gebaut und betrieben wurde. Die „Slavery Exhibit“-Ausstellung, die in sechs originalgetreu nachgebauten Sklavenhütten Platz findet, thematisiert alle Facetten des Sklavenlebens auf der Plantage.

Eine Führung lohnt sich, besonders hinsichtlich der Geschichte der Sklaverei die – so finden wir schnell heraus – in jeder Plantage unterschiedlichen, hier aber den gebührenden Fokus findet.

  • Wie lange? Mindestens eine Übernachtung ist hier Pflicht
  • Unser Tipp: Anreise am späten Nachmittag, um den wunderschönen Sonnenuntergang zu sehen. Dann eine Übernachtung und am Morgen den atemberaubenden Sonnenaufgang mit den Eichen und dem spanischen Moos im morgendlichen Nebel erwachten total fasziniert. Nach dem Frühstück eine Führung buchen und dann weiterfahren.
  • Infos zu Touren und Übernachten hier ansehen
  • Essen gibts im hoteleigenen Restaurant, wir durften beim Kochkurs von Spuddy, der jeden Donnerstag auf Facebook Live übertragt dabeisein.

Von der Oak Alley nach Lafayette

Als nächstes fahren wir nach Lafayette. Wer Zeit und Interesse hat, kann auf dem Weg noch einige interessante Zwischenstopps einlegen:

Mr. Charlie, Oil Rig Museum in Morgan City

Etwas skurril, aber wenn es dich interessiert, dann kannst du einen Abstecher bei der ersten Offshore-Öldrill-Anlage, die vollständig transportable und tauchfähig war, einschieben: „Mr. Charlie“.

Das Museum ist kurzweilig, die Führung an einigen Stellen interessant, da diese mächtige Plattform zwar nicht mehr im regulären Betrieb ist, aber als Trainingsplattform, Pardon, -Anlage genutzt wird. Oder wusstest du, dass einen Unterschied zwischen Ölplattform und Öl-Rig gibt? Erstere sind stationär, letztere mobil und können ihre Standorte wechseln.

Wedell-Williams Aviation Museum

Auch hier: Kein Muss, aber wer das nötige Nischeninteresse an den Tag legt, der ist im Wedell-Williams Aviation Museum gut aufgehoben.

Sie macht das Erbe der Luftfahrtpioniere aus Louisiana, Jimmie Wedell und Harry P. Williams, erlebbar. Beide gründeten 1928 in Patterson gemeinsam einen Flugdienst und wurden dann im „Goldenen Zeitalter“ der Luftfahrt national bekannt. Beide kamen außerdem – das war damals nicht unüblich – bei Flugzeugabstürzen ums Leben.

Ihr Vermächtnis lebt in dieser üppigen Sammlung hübscher Sportflugzeuge weiter, die kurzweilige und recht aufwendig produzierte Dokumentation erzählt ihre turbulente Geschichte.

Wedell-Williams Aviation Museum

Franklin

Hier wollen wir eigentlich eine Kayak-Tour durch die anliegenden Gewässer unternehmen, der Guide ist allerdings krank; so führt uns Tausendsassa Ed „Tiger“ Verdin – sozusagen der Stadtpatron und übrigens auch Stadionsprecher im Caesars Superdome – durch das kleine, überaus gepflegte Städtchen Franklin.

Hier ist die Welt noch in Ordnung, und irgendwie scheint es hier immer etwas zu erzählen zu geben. Auch kulinarisch ist man – zum Beispiel – mit saftigen Beignets mit Sahne im „Lampligher Café“ oder bei herzhafter, leicht schärflich abgewürzter Shrimp Bisque im „The Forest Restaurant“ ausgiebigst versorgt. Für einen Lunch-Zwischenstopp bei gutem Wetter empfehlenswert.

Rip Van Winkle Gardens auf Jefferson Island

Westlich der kleinen Stadt New Iberia liegen die prächtigen Rip Van Winkle Gardens, aufgeführt im National Register of Historic Places.

Der Schauspieler Joseph „Joe“ Jefferson hat sich hier 1970 ein kleines Paradies aus Natur, Tieren und Architektur geschaffen. Er war der dritte Schauspieler dieses Namens in einer Familie von Schauspielern und Managern und einer der berühmtesten amerikanischen Komiker des 19. Jahrhunderts.

Er war bekannt für seine Darstellung von Rip Van Winkle auf der Bühne und in mehreren Stummfilmadaptionen. Diese Rolle ist namensgebende Instanz der 20 Hektar, die die Gärten umfassen und in denen es sich mühelos für ein, zwei Stunden flanieren lässt.

Hinweis: Eine Tour im Haupthaus haben wir aus Zeitgründen nicht gemacht (und glauben auch, dass es nicht unbedingt nötig ist, sich noch ein reiches Herrenhaus von innen anzuschauen), tatsächlich starten diese aber enorm pünktlich, und zwar jeweils zur vollen Stunde. Deshalb unbedingt 15 Minuten vorher dort sein, um den Laufweg von Rezeption zum Haus einzuplanen! Webseite aus Deutschland nicht erreichbar, Infos zum Besuch gibts hier.

  • Wie lange? Ein Tag genügt, wenn du kaum Zeit hast, kannst du dich auf die Rip Van Winkle Gardens als Zwischenstopp konzentrieren
  • Übernachten: B&B Madison Le Rosier in New Iberia
  • Tipps für Essen: Frühstück im Victor’s Cafeteria und Abendessen bei Preservation Bar & Gril (New Iberia), Lampligher Café und The Forest Restaurant (Franklin)
  • Entfernungen: Die Entfernungen zwischen den einzelnen Stopps sind nicht groß
Rip Van Winkle Gardens auf Jefferson Island
Rip Van Winkle Gardens auf Jefferson Island

Tabasco-Fabrik & Jungle Gardens auf Avery Island

Ein absolutes Highlight ist für alle Kulinariker und Hot-Sauce-Fans ist die Tabasco-Fabrik auf Avery Island, etwa 20 Autominuten westlich von New Iberia.

Es ist kaum zu fassen, aber ja: Hier wird der gesamte weltweite Bestand von Tabasco produziert! Und darauf ist man stolz: Die Marke Tabasco wird hier in Ehren getragen, alles ist enorm gepflegt und liebevoll hergerichtet.

Nachdem wir uns das Werk sowie das Museum angeschaut haben – das geht sowohl allein als auch mit Tour – probieren wir uns bei der hauseigenen Tabasco-Verkostung durch alle Sorten. Darunter gibt es auch zwei verschiedene Tabasco-Eissorten. Irre!

Hier gibt es außerdem die „Tabasco Family Reserve“-Flasche zu kaufen; eine Sorte, die über acht Jahre im Fass reifen durfte, bevor sie abgefüllt wurde und die ausschließlich hier, auf Avery Island, erwerbbar ist. Perfektes Mitbringsel für zu Hause, für alle, die es scharf mögen!

Für ein Mittagessen war auch noch Platz, um die verschiedenen Saucen auch ausgiebigst in der Praxis testen zu können. Saftige Po’Boys, eine prima Gumbo und ein eher rätselhafter Hot Dog (wobei wir nach unserem Chicago-Aufenthalt enorm Hot-Dog-verwöhnt sind …).

Danach solltest du die umliegenden Jungle Gardens bei einer selbstständigen Road-Safari erkunden. Der Eintritt ist im Museumspreis inbegriffen, und wir sind begeistert: Auf dem etwa fünf Kilometer langen Auto-Rundweg gibt es Natur satt, gerade Flora und Fauna aus allen Klimazonen der Welt scheinen hier mühelos zu gedeihen.

Bei unserer Reise sind die Wasserstände aufgrund der anhaltenden Regenlosigkeit und Hitze derart niedrig, dass wir nur wenige Alligatoren sehen; normalerweise gibt es hier mehr zu erspähen.  

Infos zum Besuch

Lafayette (Louisiana)

Lafayette liegt im Herzen von Louisianas Cajun-& Creole-Country. Die Geschichte der Stadt reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück, als die kanadischen Akadier vertrieben und in Louisiana angesiedelt wurden. Heute wird der Begriff „Akadier“ gleichgesetzt mit „Cajuns“.

Lafayette gilt als Epizentrum der Cajun-Küche und Heimat der Zydeco-Musik, zu der wir später noch kommen.

Wir erkunden Lafayette-Downtown rund um die Jefferson Street, trinken Hipster-Kaffee im Reve Coffee Roasters, essen hervorragende Garlic Knots im Central Pizza & Bar, genießen das Abendessen einmal im Spoonbill Watering Hole & Restaurant und dann im Vestal und stöbern durch die zahlreichen Bücher-, Klamotten- und Schallplattenläden. Das kostenlose Museum Acadania Center for Arts ist ideal bei Regen: kurzweilig und überraschend gut.

Ein besonderer Event ist das Zydeco Breakfast im Buck and Johnny’s im Vorort Breaux Bridge. Bereits um 8 Uhr stehen die Menschen samstagmorgens hier Schlange, um sich einen Platz zu ergattern. Zydeco ist eine speziell in Louisiana gespielte Musikrichtung mit Einflüssen aus Blues, Rhythm and Blues, Musik der Louisiana-Creolen und der amerikanischen Ureinwohner von Louisiana. Eine recht komplexe, von Ziehharmonika und Walzer-Rhythmen geprägte und damit extrem fröhliche, tanzbare Musik. Mit dem ersten Takt werden hier beim Paartanz die Tanzbeine geschwungen. Eine unerwartete Überraschung!

Wer wie wir bei einem langen Roadtrip müde ist, Museen zu besuchen (oft erwähnt wird das Vermilionville Living History Museum & Folklife Park), dem können wir einen Ausflug mit Wanderung rund um den Lake Martin empfehlen. Die 8,5 km lange Wanderung rund um den See, umgeben von Zypressen, Eichen und Weiden, beäugt von dem ein oder anderen Alligator tut gut.

Hinweis: Am Ende (bzw. am Anfang, wenn man mit dem Uhrzeigersinn läuft) kommt ein recht matschiger Abschnitt. Wer im Anschluss keine Schuhe putzen will, der sollte sich Wander- oder Ersatzschuhe einpacken.

  • Wie lange? 1 bis 2 Tage
  • Hotel in Louisiana: Courtyard by Marriott Lafayette South, zur Erkundung weniger geeignet, da es fernab vom Zentrum liegt und erneut eine nicht abschaltbare, laute Klimaanlage besitzt. Leider findet DAS wichtigste Football Spiel der LSU Tigers statt, sodass sämtliche Hotels lange im voraus rund um Baton Rouge und Louisiana ausgebucht waren.
  • Highlights: Wanderung am Lake Martin, Downtown mit den süßen Shops, außergewöhnliches Zydeco Breakfast
  • Essen und Trinken: Frühstück The French Press, Abendessen im Spoonbill, Vestal oder Central Pizza & Bar (Pizza sah toll aus, bekommen wir aber auch daheim)
  • Fahrzeit Avery Island - Lafayette: 2,5 Stunden

Houmas House (Louisiana)

Das Houmas House Estate liegt zwischen Baton Rouge und New Orleans und versucht, seinen Besuchern das Leben auf einer Zuckerrohrplantage im 19. Jahrhundert erlebbar zu machen.

Die Plantage hat seine Geschichte von allen drei von uns besuchten in unseren Augen am weitesten professionalisiert: Es gibt zwei Museen, drei Restaurants, mehrere Bars, bewohnbare Cottages, riesige Räume für Hochzeiten und sonstige Banketts sowie zahlreiche Mitarbeiter, die uns auf Wunsch bequem mit Golf-Karts von A nach B bringen können.

Das Herrenhaus wurde in die Antebellum-Ära zurückversetzt und spiegelt die Opulenz und den Reichtum dieser Zuckerrohrfarm in den 1880er-Jahren wider. Überall findet sich Kitsch und Tinnef, nahezu jedes Holzdekor ist mit Schnitzereien verziert.

Wir sind etwas irritiert, dass dabei die Sklaverei nicht mal im Nebensatz zur Sprache kommt; so scheint jede Plantage auf ihre Art mit ihrer Vergangenheit umzugehen. Wir finden es aber durchaus befremdlich, diesen Teil der bewegten Geschichte gänzlich zu verschweigen.

  • Wie lange? 2 bis 3 Stunden oder 1 Nacht
  • Infos zu Touren und Übernachtung auf der Webseite ansehen
  • Essen im The Carriage House Restaurant, davor einen Drink in der Turtle Bar (Tipp: Old Fashioned oder Sazerac) einnehmen. Das Essen im Restaurant ist normalerweise vorzüglich, bei uns war der Chefkoche leider außer Haus, daher können wir das nicht so ganz unterstreichen. Die Gumbo ist allerdings vorzüglich.
  • Fahrzeit Houmas House - New Orleans:  etwa 1 Stunde

Am nächsten Morgen ging es dann direkt zum Flughafen. Über Washington sind wir am nächsten Morgen wieder wohlauf in Frankfurt am Main bzw. Berlin gelandet.

Tipps für alle, die diesen Roadtrip machen wollen

Mietwagen oder Campervan für den Roadtrip?

Vor der Reise überlegten wir (allerdings nur kurz), ob wir den Trip sogar mit einem Wohnmobil machen möchten. Doch da campen in Städten wie Chicago, Nashville, Memphis oder New Orleans weniger ideal ist, haben wir die Idee schnell verworfen und uns für einen Mietwagen entschieden.

Wir haben einen Mietwagen bei CANUSA gebucht. Bei diesem erfahrenen Anbieter bekommst du wertvolle Tipps für die Route und auch Hotels gebucht. Ideal, wenn du dir unsicher bist. Du erhältst vor der Reise Voucher, damit du deinen Mietwagen direkt am Flughafen abholen könntest. Wir haben die ersten Tage in Chicago allerdings darauf verzichtet, da Parkplätze rar und kostenintensiv sind (auch in Hotels).

Den Flug hatten wir schon gebucht, ehe wir an den Mietwagen und an CANUSA dachten.

Unser Mietwagen für diese Rundreise
Unser Mietwagen für diese Rundreise

Anreise: Flüge buchen

Um unsere Flüge zu suchen, nutzen wir immer die Flugsuchmaschine skyscanner und manchmal Google Flight. Durch Corona und das ganze Lufthansa Flugchaos haben wir dann die Flüge direkt bei Lufthansa gebucht, was im Nachhinein auch gut so war. Denn die Hinflüge wurden annulliert, der Rückflug zeitlich geändert, sodass wir beim Umsteigen weniger als eine Stunde Zeit gehabt hätten und auch für diesen neue Flüge benötigten. Aus diesen Gründen macht es aktuell Sinn, direkt bei der Airline zu buchen.

Jedenfalls hatte für unsere Daten Lufthansa die günstigsten Flüge nach Chicago und zurück ab New Orleans mit einmal umsteigen angeboten. Für 730 Euro mit Gepäck (Chris ab Berlin über München nach Chicago und ich direkt ab München nach Chicago) kann man wirklich nichts sagen.

Wie lange im voraus wir buchen?

Wir werden oft gefragt, wie lange im Voraus wir Flüge buchen. Generell buchen wir oft viel zu kurzfristig, wenn Tickets knapp werden und die Preise teurer werden. Für diese Flüge haben wir 3 Wochen lang täglich nach den Preisen geschaut. Unsere Flüge haben wir 2 Monate vor Abflug gebucht. 

Einreisebestimmungen für die USA

Für die Einreise in die USA benötigst du folgendes: Einen biometrischen Reisepass, der noch mindestens 6 Monate gültig ist und zwei freie Seiten hat. Ein richtiges Visum benötigst du als EU-Bürger nicht. Dafür benötigst du eine elektronische Einreisegenehmigung (ESTA) im Rahmen des „Visa Waiver“ Programms.

ESTA beantragst du am besten mehrere Wochen vor der Reise online, indem du den ESTA Antrag ausfüllst. ESTA kostet eine Gebühr von 21 $ und ist für 2 Jahre gültig. Danach musst du ESTA neu beantragen. Du bekommst vor Ablauf eine Email.

Alle Infos zum Antrag und eine Schritt-für-Schritt Anleitung für das deutsche Formular findest du in diesem Artikel:

ESTA Formular für die USA – Schritt für Schritt Anleitung

Das ESTA Formular ist für alle Reisende auszufüllen. Egal, ob du privat oder geschäftlich reist. Sollte deine Reise jedoch länger als 90 Tage andauern, musst du ein Visum bei der Botschaft beantragen.

Achtung vor Abzockern

Wenn du nach der Webseite fürs ESTA Visum im Internet suchst, wirst du auf kostenpflichtige Dienstleister stoßen, die dir die „Arbeit abnehmen möchten“. Diese Agenturen kosten deutlich mehr. Beantrage ESTA nur über diese offizielle Webseite hier.

Impfung und Corona

Diejenigen, die vollständig geimpft sind, können in die USA reisen. Auch Genesene müssen vollständig geimpft sein (2 mal in den USA), bevor sie in das Land einreisen dürfen.

Alle Flugreisende müssen laut Information der US-Gesundheitsbehörde CDC zusätzlich zu den oben genannten Anforderungen dieses Gesundheitsformular ausfüllen und der Airline beim Boarding vorlegen. Wir werden aktualisieren, ob wir es benötigt haben.

Hier kannst du alles im Detail nachlesen

Wie viele Tage für den Roadtrip einplanen?

Wir haben Angebote für 17 Tage im Internet gefunden. Wenn du kürzer in Memphis, Chicago oder New Orleans bleibst, dazu St. Louis und den ein oder anderen Stopp in Louisiana auslässt, kannst du die Route in 3 Wochen abfahren. Wir sind selbstständig und haben daher die vier Wochen gewählt. Für die ursprünglichen Stopps hätten wir mindestens 5 bis 6 Wochen einplanen müssen. Wir werden einfach wieder kommen und einen Roadtrip rund um den Lake Michigan machen sowie noch viel mehr in Tennessee, Mississippi und Louisiana erkunden.

Reiseführer für den Roadtrip

Für den Roadtrip haben wir uns im Internet auf den offiziellen Tourismus Webseiten von Choose Chicago, Louisiana Travel, Tennessee und Visit Mississippi umgesehen. Dazu haben wir folgende Reiseführer für die Reiseplanung als Bücher gekauft:

Beste Reisezeit

Wenn du von Stadt zu Stadt reist, gibt es keinen falschen Zeitpunkt für diese Reise, da die meisten Attraktionen am Zielort nicht vom Wetter abhängig sind. Trotzdem musst du wissen, dass das Wetter in der Regenzeit in New Orleans miserabel sein kann.

Der Winter im Süden ist dafür sehr mild, im Norden in Chicago und St. Louis eiskalt. Daher empfehlen wir als beste Reisezeit entweder den Frühling (April und Mai) oder Herbst (September und Oktober). Diese Monate sind ideal für einen Mix aus angenehmen Temperaturen und wenig Niederschlägen laut Statistiken.

Da wir im Oktober angereist sind und den Trip in Chicago bekommen haben, haben wir Kleidung im Zwiebellook dabei gehabt.

Warst du schon mal in Chicago, Memphis, New Orleans oder den Südstaaten? Was waren deine Highlights und Erfahrungen?

Dieser Roadtrip vwurde von Louisiana Travel, Choose Chicago, CANUSA (Mietwagen und die Hotels in St. Louis und Nashville), Tennessee sowie Visit Mississippi unterstützt. Unsere Meinung und Tipps sind trotzdem unsere Erfahrungen, die davon nicht beeinflusst werden.

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Katrin Lehr viel-unterwegs.de Gründerin
Hi ich bin Katrin!

Ich bin Katrin und viel unterwegs! Mit Campervan oder Rucksack möchte ich die ganze Welt entdecken. Um meine Erfahrungen & Erlebnisse zu teilen, habe ich diesen Reiseblog gegründet!

2 KOMMENTARE
  • Besucher Kommentar von Ralf Viersch
    Ralf Viersch
    5. November 2022 um 15:09 Uhr

    Hallo Katrin, seit einiger Zeit geistert bei uns fast die gleiche Strecke herum. Nur dass wir in Neenah die Fahrt beginnen werden und wir das Programm straffen auf 3 Wochen (max. Urlaub) müssen. Eine Sache hast Du nicht angesprochen. Was muss man täglich für Unterkunft und Essen pro Person (günstig) rechnen. Alles andere habe schon im Internet gescheckt. Danke für eine Info und hoffentlich kä
    Önnen wir das nächstes Jahr auch machen. Ralf


  • Katrin Lehr viel-unterwegs.de Gründerin
    Katrin Lehr
    5. November 2022 um 15:53 Uhr

    Hallo Ralf,

    wir sind ja noch unterwegs (bis Montag), daher findest du noch nichts zum Preis. Mietwagen Chicago bis New Orleans mit Einwegmiete sind ca. 1000 Euro. Unterkünfte sind nicht günstig (je nachdem, wo man ist) und man muss mit 80 – 150 $ rechnen (grob geschätzt). Essen ist auch nicht günstig und somit würden wir mit mindestens 120 – 150 $ pro Person und Tag schätzen (in New Orleans und Chicago haben wir an einigen Touren teilgenommen). Wird alles noch aktualisiert und ergänzt, wenn wir zu Hause sind.

    Die Tour bekommt man auch in 3 Wochen hin, wenn man den ein oder anderen Stop einfach weglässt, der kein Muss ist (St. Louis wäre beispielsweise kein Muss).

    Liebe Grüße aus Lafayette,
    Katrin


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