Fotografieren lernen – Grundlagen für Anfänger

Fotografieren lernen Grundlagen

Möchtest du richtig fotografieren lernen? Damit du auf deinen Reisen bessere Fotos machst, habe ich hier die technischen Grundlagen zusammengefasst. Auch ich bin nicht gut und weit weg von perfekt, was meine Fotos angeht. Trotzdem beginne ich in letzter Zeit, mich immer mehr mit meiner Kamera zu befassen, um künftig bessere Fotos auf Reisen machen zu können.

In Zeiten von immer besser werdenden Handykameras werden Fotos immer mehr zu Wegwerfartikeln: Speicherplatz kostet nichts mehr und einem Schnappschuss folgt der nächste. Immer weniger Menschen nehmen sich Zeit, sich richtig mit ihrer Kamera zu beschäftigen und zu fotografieren statt zu knipsen.

Umso mehr geknipst wird, umso höher die Ausschussrate oder danach der Aufwand, wenn man seine Bilder mit Bildbearbeitungssoftware bearbeiten möchte. Daher habe auch ich beschlossen: Jetzt ist Schluss! Ich möchte mich mehr mit meiner Kamera und der Technik zum perfekten Bild befassen. Daher gibt es ab sofort Tipps wie auch du (und ich) bessere Bilder aufnehmen kannst.

Auch wenn die neuesten Kameramodelle immer einfacher zu bedienen sind ist es von Vorteil, die technischen Grundlagen zu verstehen und zu kennen.

Ohne die Grundlagen in der Fotografie zu kennen ist dies leider nicht möglich. Daher findest du hier die – zugegebenermaßen – trockenen Grundlagen der Fotografie:

Fotografieren lernen: Mach dich mit deiner Kamera vertraut

Zuerst solltest du die Grundlagen zur Fotografie und die Funktionen deiner Kamera genauer einsehen. Ich weiß, das Thema ist ziemlich trocken. Ich lese nicht gerne in Büchern nach wie was geht. Trotzdem habe ich mir für meine Kamera ein Buch zugelegt, um mich endlich mehr mit dem Thema zu befassen. Welche Funktionen hat deine Kamera, welche Modi und wie bediene ich die Kamera überhaupt?

Fast jede Kamera und jedes System funktioniert anders. Ich hatte Glück, beim Workshop mit Bernd Ritschel meine neue Sony Alpha Kamera dabei zu haben. Denn Bernd hatte ebenfalls eine Sony Alpha dabei. Daher bekam ich sofort nützliche Tipps und Erfahrungswerte von einem Profi an dieser Kamera.

Trotzdem habe ich mir ein Buch gekauft, dass mir alle Details meiner Kamera nochmals genau erläutert hat. Für die Sony Alpha 6000 empfehle ich dieses Buch*, für die Sony Alpha 7II habe ich mir dieses Buch gekauft*.

Vor allem die Kapitel, die speziell auf deine Kamera zugeschnitten sind und dir die optimalen Einstellungen vermitteln sind viel Wert. Dazu musst du dir Zeit nehmen aber glaube mir, es lohnt sich!

Tipp: Meine Freunde von 22places haben einen tollen Online-Fotokurs erstellt, in dem sie dir zeigen, wie du selbst ganz einfach hervorragende Fotos machen kannst. Hier gehts direkt zum Kurs!

Keine Panik: Eine neue Kamera braucht Geduld und Zeit. Vor allem wenn man ein anderes System gewohnt ist und anfangs mit den Fingern die Knöpfe und Rädchen an den falschen Stellen ertasten möchte.

Fotografie Grundlagen Kamera verstehen
Beim Umstieg oder Neukauf einer Kamera musst du dich erst einmal mit den Knöpfen und Funktionen auseinandersetzen.

Belichtungszeit und Blende

Die Wahl der richtigen Belichtung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für schöne Bilder. Das Hauptmotiv soll ausreichend hell und scharf auf dem Sensor deiner Kamera landen. Die grundlegenden Elemente dafür sind:

  • Belichtungszeit: Über die Belichtungszeit (auch Verschlusszeit genannt) steuerst du, wie lange Licht auf den Sensor trifft.
  • Blende: Sie steuert die Größe der Objektivöffnung, durch die das Licht auf den Sensor trifft.

Die beiden sind voneinander abhängig. Änderst du die Blende um eine Stufe, musst du die Belichtungszeit ebenfalls um eine Stufe anpassen, damit das Bild gleich hell bleibt. Wenn sich die beiden Werte nicht die Waage halten, ist das Bild entweder über- oder unterbelichtet.

Daher kannst du auswählen, entweder im Modus Blendenpriorität (Av oder A) oder im Programm Zeitwert (TV, T oder S) zu fotografieren. Deine Kamera korrigiert dann die Zeit oder den Blendenwert nach, um ein ausgeglichenes Bild zu erhalten.

Belichtungszeit

Die Belichtungszeit bestimmt, wie lange das Licht von außen auf den Sensor treffen darf. Dadurch werden gleich drei Dinge bestimmt:

  • Bewegte Motive: Je kürzer die Belichtungszeit, desto schärfer dein Bild. Das Bild wird eingefroren und alles erscheint scharf. Das Gegenteil ist eine lange Belichtungszeit: Sie erzeugt Bewegungsunschärfe, die Wischeffekte erzeugt. Sie macht den Unterschied, ob Wasser eingefroren oder fließend erfasst wird.
  • Verwacklung: Eine Aufnahme kann durch eine zu lange Belichtungszeit aus der Hand verwackelt und unscharf werden.
  • Bildhelligkeit: Ist die Belichtungszeit zu kurz, ist dein Foto unterbelichtet. Ist sie zu lang, ist das Bild überbelichtet.

Hilfestellung für verwacklungsfreie Fotos

Ich habe mich anfangs immer gefragt: Wie soll ich wissen welche Belichtungszeit noch okay ist? Ab wann verwackeln meine Fotos, wenn ich kein Stativ verwende? Dafür gibt es eine ganz einfache Faustregel, die sogar ich mir merken kann. Dies Regel nennt man auch Kehrwertregel.

Dafür musst du nur wissen, welche Brennweite eingestellt ist (kannst du am Objektiv ablesen) und die Belichtungszeit, die auf dem Display angezeigt wird.

Die Kehrwertregel lautet: 

1/Brennweite = Belichtungszeit (ohne Bildstabilisator)

Ein Beispiel: 100mm Brennweite ergibt eine Belichtungszeit von 1/100 s. Wenn du bei dieser Belichtungszeit eine Brennweite von 35mm hättest, wäre die Wahrscheinlichkeit einer Verwacklung des Bildes erhöht. In der Realität werden diese Werte allerdings fast nie genau getroffen. Sie geben uns lediglich eine Hilfestellung damit wir grob einschätzen können, ab wann wir mit Verwacklungsunschärfe rechnen müssen

Durch Bildstabilisatoren kannst du mit deutlich längeren Belichtungszeiten verwacklungsfrei fotografieren. Mit meiner Sony Alpha, die einen SteadyShot Bildstabilisation im Gehäuse verbaut hat, kann ich den Wert der Belichtungszeit um bist du zwei Stufen verlängern (+2 EV). Beispiel: Bei 100mm Brennweite kann ich statt mit 1/100 s noch mit 1/25 s scharfe Bilder machen.

Je nachdem wie ruhig deine Hand ist, sind noch viel längere Belichtungszeiten möglich.

Blende

Das wichtigste Gestaltungselement deiner Kamera ist die Blende. Mit dir kannst du die Schärfentiefe deines Motivs beeinflussen. Die richtige Öffnung der Blende ist dafür verantwortlich, ob dein Motiv vor einem unscharfen Hintergrund freigestellt werden kann.

Die Blende bestimmt auch, wieviel Licht auf den Sensor durchgelassen wird. Denke immer an die Pupille des menschlichen Auges, wenn du an eine Blende denkst: Damit nicht zuviel Licht auf deine Netzhaut (Kamera = Sensor) gelangt, zieht sich die Pupille zusammen. Wenn du ins Licht siehst, weitet sie sich.

Die Blende ist eine mechanische Vorrichtung im Objektiv und aus mehreren Lamellen zusammengesetzt. In der Mitte befindet sich ein rundes Loch. Die Größe der Öffnung wird entweder von der Kamera oder von dir festgelegt. Je nachdem in welchem Modus du fotografierst: Im manuellen Modus (M) oder der Blendenpriorität (AV oder A für Aperture = Öffnung) kannst du die Größe selbst bestimmen.

Die Blendenöffnung wird mit den Blendenwerten angegeben. Beispielsweise f5,6 oder f11. Je größer der Wert, umso kleiner wird die Öffnung. Mit jeder Stufe halbiert sich die Lichtmenge, die auf den Sensor trifft.

Funktion der Blende

Über die Blende kannst du die Schärfentiefe des Bildes steuern. Je höher der Blendenwert (f11 ist größer als f5,6) umso mehr Schärfentiefe. Vor allem bei Landschaftsaufnahmen möchte man oft durchweg scharfe Bilder und erhöht daher den Blendenwert.

Manchmal möchte man den Fokus aber auf ein bestimmtes Objekt lenken. Dann können die unwichtigen Elemente unscharf sein. Der Blendenwert sollte dann möglichst gering sein. Je geringer umso mehr Unschärfe.

Die Schärfentiefe hängt zusätzlich von der Distanz zum Motiv und der Größe des Bildsensors ab. Das geht allerdings schon zu weit über die Grundlagen hinaus.

Was bedeutet wenn jemand von Abblenden spricht?

Viele Fotografen sprechen davon, dass man abblenden muss. Als Anfänger stehst du da und denkst: Was will er denn jetzt von mir? Eigentlich ist es ganz simpel: Abblenden bedeutet, dass du eine größere Blendenzahl wählst (statt f5,6 z.B. f8), damit die Öffnung kleiner wird und weniger Licht auf den Sensor dringt.

ISO-Wert

Außer Blende und Belichtungszeit kommt jetzt noch eine dritte Komponente hinzu, die bestimmen, ob dein Bild optimal belichtet wird: der ISO-Wert.

In der analogen Fotografie gab es Filmrollen mit ISO-Wert 100, 200, 400 und 800. Meist wählte man Filme mit ISO 100 oder 200. Je besser und Lichtempfindlicher die Sensoren der modernen Kameras werden, umso wichtiger wird auch der ISO-Wert.

Wenn du den ISO-Wert nach oben setzt, kannst du auch in der Nacht noch verwacklungsfreie Bilder aufnehmen.

Wenn du bei einer Reise kein Stativ zur Hand hast aber die Belichtungszeit verlängern müßtest, um noch ein gut belichtetes Bild zu bekommen kannst du stattdessen den ISO-Wert erhöhen. Waren bis vor kurzem hohe ISO-Werte ein Ding, was es zu vermeiden galt, da dadurch ein Bildrauschen erzeugt wurde, ist es mittlerweile möglich, ISO-Werte bis zu 6000 zu erhöhen und rauschfreie Bilder zu erhalten.

Wie der ISO-Wert mit Blende und Belichtungszeit zusammenhängt?

Bei der Erhöhung des ISO-Werts bei gleichbleibender Blende (Modus: AV, A) kannst du eine kürzere Belichtungszeit wählen. Bei festgelegter Belichtungszeit (Modus: TV, S) und erhöhtem ISO-Wert kannst du den Blendenwert erhöhen.

Er bewirkt, dass du bei gleichbleibender Blende die Belichtungszeit verkürzt. In der Praxis ist dies oft bei Landschaftsaufnahmen oder der Makrofotografie ohne Stativ der Fall: Du möchtest eine hohe Schärfentiefe erreichen und benötigst einen höheren Blendenwert. Durch das Erhöhen des ISO-Wertes kannst du so ein verwacklungsfreies Bild machen.

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Haltung der Kamera

Richtige Körperhaltung

Sehr oft werden Kameras falsch gehalten. Die Wahrscheinlichkeit für verwackelte Aufnahmen steigt. Die Gründe sind oft dieselben: Man benutzt nur eine Hand, weil es einfach lässiger aussieht. So schaffst du es leider nicht, die Kamera ruhig zu halten und ein scharfes Bild zu machen.

Kamera mit beiden Händen halten

Vor allem bei Systemkameras oder Spiegelreflexkameras mit großen Objektiven rate ich dir, die linke Hand unter das Objektiv zu legen, um einen ruhigen Halt zu gewährleisten. Dabei sollten Daumen und Zeigefinger in der Lage sein, den Zoom des Objektivs zu bedienen. Die rechte Hand hält die Kamera am Handgriff. Arme und Ellbogen presst du dabei an deinen Oberkörper.

Nutze den Sucher

Auch wenn ein großes Display verlockend ist, nutze den Sucher! Dadurch dass du die Kamera an die Stirn drückst hast du einen zusätzlichen Haltepunkt.

Stabiler Stand

Achte auf einen stabilen Stand! Am besten setzt du ein Bein leicht nach vorne und stehst breit. Wenn du keinen festen Stand hast steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Bild verwackelt wird.

Vor dem Abdrücken ausatmen

Ausatmen, still halten und abdrücken! Nach dem Ausatmen ist der Körper am ruhigsten. Bei manchen ist es die Zeit nach dem Einatmen. Teste es am besten selbst aus, was für dich besser funktioniert.

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Weitere Tipps zur Fotografie:

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1 KOMMENTAR

  1. Hallo Katrin,
    schön zusammengefasst und auf das wichtigste begrenzt. Nicht zu viel und nicht zu wenig.
    Bei deinem Beispiel zur „Kehrwertregel“ muss ich dir jedoch widersprechen.

    Bei 35 mm und 1/100 tel Sek. wäre dann natürlich die Gefahr nicht so hoch zu verwackeln.
    Denn bei 35 mm kannst du natürlich nach der Regel 1/35 tel Sek. belichten.

    Grüße

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