Entdecke Nara in 24 Stunden auf eigene Faust
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Hi, ich heiße Hannah.

Als Katrin und ich uns in Heilbronn kennen gelernt haben, war ich noch nicht mal 18. Nach einigen beruflichen Stationen als Online Marketing Manager und Beraterin für Digitalisierung, hat mich das Reisefieber gepackt. Weg vom Schreibtisch, rein ins Abenteuer.

Am liebsten sitze ich auf einem meiner Fahrräder oder packe meine Koffer für die nächste Reise. Wer mich kennt, weiß dass ich eine riesige Schwäche für gutes Essen habe. Für VIEL UNTERWEGS suche ich immer die neusten Food-Hot-Spots.

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Entdecke Nara in 24 Stunden auf eigene Faust

Als wir begannen unsere Reise durch Japan zu planen, war Nara ursprünglich nur als kleiner Zwischenstopp geplant zwischen Kyoto und Osaka. Aber je mehr wir uns mit dieser kleinen Stadt beschäftigten, desto überzeugter wurden wir davon, dass wir hier eine ganzen Tag verbringen wollten inkl. übernachten.

Nara ist deutlich kleiner als die Millionenstädte Osaka und Kyoto. Genau deshalb ist Nara eine fast ruhige Insel, die es auf jeden Fall zu entdecken lohnt. Die wilden Leuchtreklamen Osakas werdet ihr hier nicht finden, aber auch nicht die überlaufenen Tempel Kyotos. Wir haben hier wundervolle 24 Stunden verbracht und die schönsten Orte der Stadt besucht. Ganz ohne Zeitdruck bekommt ihr hier viel Kultur, Natur und Ruhe.

Viel Spaß beim Entdecken unseres heimlichen Japan Highlights. Falls ihr weitere Fragen habt zu Nara, schreibt uns gerne in die Kommentare.

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Kurze Fakten zu Nara

  • Nara war von 710 bis 784 unter dem Namen Heijō-kyō die Hauptstadt Japans
  • Bei einem Angriff durch die Taira, eine der einflussreichsten Clanfamilien Japans, wurde 1180 ein großer Teil der Stadt zerstört.
  • Die Tempel und Schreine Tōdai-ji, Hokke-dō, Kōfuku-ji, Kasuga-Schrein, Gangō-ji, Yakushi-ji, Tōshōdai-ji und die Überreste des Heijō-Palastes sind Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.
  • Nara hat nur 353.989 Einwohner.

Anreise. Wie komme ich nach Nara?

Am einfachsten kommst du nach Nara mit dem Zug. Egal ob aus Osaka oder Kyoto, in maximal einer Stunde kommt ihr mit der Japan Railway oder der Kintetsu Linie nach Nara. Vom Kintetsu Linie Bahnhof benötigt ihr nur 5 min zu Fuß in den Nara State Park, vom Bahnhof der JR Linie sind es ca. 20 min zu laufen.

Wer im Besitz eine JP Passes ist, sollte diesen unbedingt in den JR Zügen nutzen. Dann ist die Fahrt nach Nara für euch kostenlos.

Alle wichtigen Hinweise und zum JR Pass und Informationen zum Kauf könnt ihr auch im Artikel Erfahrungen mit dem Japan Rail Pass nachlesen. Einen Mietwagen haben wir zu keinem Zeitpunkt in Japan vermisst und würden jedem den Japan Rail Pass empfehlen.

Unterwegs vor Ort

Nara ist nur 276,84 km² groß und deshalb sehr gut zu Fuß zu erkunden. Ihr benötigt nicht mal einen Bus um von Bahnhof an die Sehenswürdigkeiten zu gelangen. Wir haben den Spaziergang durch die Stadt sehr genossen. So haben wir auch die eine oder andere Ecke entdeckt, die man nicht in jedem Reiseführer findet.

Kofuku-ji

Kofuku-ji war ursprünglich der Familientempel des Fujiwara Clans. 710 n. Chr. wurde die Tempelanlage, bestehend aus über 150 Gebäuden, erbaut. Die eindrucksvollsten Gebäude waren sind die fünf und eine drei-stöckige Pagoda. Mit 50 Metern ist die fünfstöckige Pagoda die zweithöchste in Japan.

Bei unserem Besuch war die zentrale Goldene Halle leider noch nicht fertig gestellt. Nach vielen Feuern war sie lange Zeit verhüllt um wieder renoviert und aufgebaut zu werden. Seit 2018 ist sie wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Das Gelände des Tempels ist für Besucher kostenlos. Die zentrale Goldene Halle, die östliche Goldene Halle und das Kofuku-ji Museum kosten jeweils Eintritt. Es gibt auch ein Kombiticket für 800 Yen (ca. 6,70 Euro).

Besonders schön fanden wir die achteckigen kleinen Hallen die auch schon über 1000 Jahre alt sind. Leider sind sie nicht für Besucher geöffnet, aber auch von außen stellen sie ein tolles Fotomotiv dar.

Todai-ji

Bevor ihr Todai-ji betreten könnt, müsst durch große Nandaimon-Tor treten. Wie der Todai-ji besteht dies komplett aus Holz und wird von zwei ziemlich finsteren Statuen bewacht. Die Statuen stellen zwei Nio-Wächter Könige da. Sie bewachen den Eingang des Tempels.

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Der Eingang zum Todai-ji führt durch das Nandaimon-Tor.

Die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit ist der Todai-ji Tempel mit dem Daibutsu (Großer Buddha). Er zählt zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten Japans. Im Daibutsu-den (Großer Buddha-Halle), dem größten Holzgebäude der Welt, steht die riesige Bronzefigur. Heute nimmt die Halle nur noch ein Drittel ihrer ursprünglichen Fläche ein. Trotzdem ist sie immer noch 48,74 m hoch und 57 m lang. Der Daibutsu Buddha im Inneren der Halle ist ist fast 15 m hoch und hat ein Gewicht von 500 t. Als der Buddha enthüllt wurde war er mit Blattgold überzogen und war in der damaligen Zeit ein wohl wahrlich beeindruckender Anblick.

Wer genau hinschaut, sieht, dass Kopf und Körper des Buddhas eine unterschiedliche Färbung haben. Durch mehrere Erdbeben und Feuer wurde der Buddha immer wieder beschädigt und hat sogar schon mal seinen Kopf verloren.

Der Todai-ji Tempel ist ganzjährig geöffnet und der Eintritt Daibutsu zum kostet 600 Yen (5 Euro).

Nara Park

Der Nara-Park liegt mitten in der gleichnamigen Stadt und ist die Touristenattraktion schlechthin. Hier leben hunderte von Rehen, die Sikahirsche, und im Frühling ist der Park gefüllt mit Menschen welche die Kirschblüte feiern.

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Die heiligen Rehe von Nara. Ca. 1.200 leben in Nara.

Nara-Park ist nur 2 km lang und 4 km breit. Wenn ihr zum Todai-ji Tempel oder Kasuga Taisha möchtet, durchquert ihr den Park automatisch. Nehmt euch vor den Rehen und Hirschen in Acht. Sie sind sehr an Menschen gewöhnt und immer auf der Suche nach etwas essbaren. Auch vor Plastiktüten machen sie keinen Halt.

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Dieses freche Reh hatte es auf meinen Rucksack abgesehen. Dabei hatte ich gar keine Kekse dabei.

Ihr könnt an kleinen Ständen Hirsch-Cracker für die Tiere kaufen, allerdings würden wir das nicht empfehlen. Die Tiere sehen alle nicht immer ganz gesund aus und man muss ja nicht immer überall etwas verfüttern.

Die Hirschen sind übrigens ein Zeichen für Glück und so ziemlich jedes Nara Souvenir zeigt einen kleinen Hirsch. Achtet unbedingt auf die Absperrungen an Bauzäunen.

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Rehe sollen bei der Erfüllung von Wünschen helfen.

Yoshikien Garten

Im Zentrum Naras findet ihr den Yoshikien Garten der nach dem Yoshikigawa Fluss benannt ist. In Yoshikien findet ihr drei japanische Gärten. Einen Garten mit Teich, einen Moosgarten und ein Teezeremonie Garten.

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Der Teich im Yoshikien Garten.

Japanische Gärten sind unglaublich faszinierend. Sie werden mit einer unglaublichen Liebe zum Detail gepflegt. Wenn ihr im Frühling den Garten besucht, habt ihr die Chance die ersten Kirsch- und Pflaumenblüten zu sehen. Im Herbst färben sich die Bäume in alle erdenklichen Farben des Herbstes. Wirklich ein tolles Naturschauspiel.

Yoshikien hat ausser wenige Tage im Februar täglich geöffnet und kostet 250 Yen (ca. 2 Euro) Eintritt.

Kasuga Taisha

Kasuga Taisha ist neben Todai-ji wohl die beliebteste Sehenswürdigkeit in Nara. Die Anlage ist bekannt für ihre zahlreichen Laternen. Hunderte Stein- und Bronzelaternen, die von Verehrern der Anlage gespendet wurden, säumen die Wege und Gebäude.

Zwei Mal im Jahr werden zum Laternenfest alle Laternen der Anlage angezündet. Wer zufällig Februar oder August in Japan unterwegs ist, sollte sich dieses Schauspiel nicht entgehen lassen.

Wer Kasuga Taisha in Ruhe genießen möchte sollte relativ früh kommen, ansonsten schieben sich die bekannten Touristenmassen durch die Gänge.

Kasuga Taisha ist ganzjährig geöffnet. Bis auf einen inneren Teil der Anlage ist der Zutritt kostenlos

Nara Prefectural Government Office

In den 60er Jahren wurde das Gebäude des Nara Prefectural Government Office gebaut. An sich ist das Gebäude keine Sehenswürdigkeit. Aber hier verbirgt sich ein Geheimtipp. Ihr könnt kostenlos auf das Dach mit dem Aufzug fahren und von dort aus eine 360 Grad freie Aussicht über Nara genießen. Über ein paar Stufen kommt ihr noch eine Ebene höher. Bei freier Sicht könnt ihr den Kohfuku-ji Temple, Todai-ji und bis nach Asuka sehen.

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Traumhafte Aussicht auf die fünfstöckige Pagode vom Nara Prefectural Government Office.

Wer eine besondere Erinnerung möchte, kann sich am Empfang einen kleinen Origami Hirschen abholen.

Naramachi

Naramachi ist auch als alte Handwerkerviertel bekannt. Zahlreiche traditionelle Machiya Häuser säumen die Straßen. Machiya ist eine alte Bauweise in Japan. Sie zeichnet sich durch relativ schmale Häuserfronten aus, die sich schlauchförmig nach hinten ziehen. Im Erdgeschoss befindet sich häufig ein Ladenlokal zur Straße, weiter hinten und im ersten Stock wurden die Machiya als Wohnraum genutzt. Heutzutage gibt es nicht mehr viele Machiya, umso schöner ist es in Nara so viele ursprüngliche Häuser dieser Art zu finden.

Der Stadtteil Naramachi liegt unweit des Gankoji Tempels. Dass sich hier viele Handwerker niederließen hat historische Gründe. Sie verdienten ihr Geld mit Dienstleistungen die für den Tempelbau nötig waren.

Wir empfehlen auf jeden Fall eine Spaziergang durch das alte Viertel. Traut euch auf jeden Fall in die vielen kleinen Geschäfte. Hier kann man hervorragend Souvenirs shoppen die nicht vor Kitsch und Comic strotzen.

Izakaya Bar Kura

Jedes Mal wenn wir von unserem Abend in Nara sprechen, bekommen wir feuchte Augen. Es war wirklich unglaublich toll und nicht in Worte zu fassen. Dass es zu dieser Izakaya keine Bilder gibt hat einen besonderen Grund, es gibt nur wenig Sitzplätze. Geschätz haben maximal 20 Personen in dem kleinen Lokal Platz. Man sitzt u förmig an einem Tresen, in der Mitte bewegen sich die Kellner. Aufgrund der Intimität fanden wir es nicht angebracht die Kamera oder Handys zu zücken.

Die Karte im Kura war auf japanisch, keiner der Angestellten verstand Englisch und auch die anderen Gäste konnten uns beim Bestellen leider nicht behilflich sein. Wir haben einfach auf gut Glück bestellt. Immerhin das Wort Bier war allen dann doch ein Begriff. Das Licht war schwummerig, die Gäste wirkten alle künstlerisch angehaucht. Wie eine eigene kleine Welt und wir mitten drin.

Unser Highlight war aber definitiv unser Thekennachbar. Ein älterer Herr mit Liebe zur klassischen Musik hat doch seinen ganzen Mut zusammen genommen und uns angesprochen. Sein Herz haben wir mit Beethoven und den Bayreuther Festspielen erobert und den Abend gemeinsam in Sake ertränkt. Mit Händen und Füßen haben wir versucht uns zu verständigen und zusammen gegessen und getrunken. Es war wirklich einmalig. Zum Abschied haben wir handgemalte Postkarten des Lokals erhalten.

Wer in Nara ist sollte hier unbedingt hingehen. Seid nicht schüchtern die Reispapier Türe beiseite zu schieben und in diese fremde Welt einzudringen. Es lohnt sich so sehr.

Nara Karte zum selber entdecken

Um euch die Orientierung in Nara zu erleichtern, könnt ihr euch diese Karte direkt offline speichern. Hier findet all unsere Empfehlungen zu den Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Unterkünften.

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Hotelempfehlungen in Nara

Wir wir feststellen mussten, ist das Guesthouse welches wir damals gebucht hatten, mittlerweile geschlossen. Eine persönliche Empfehlung können wir also leider nicht abgeben.

In Nara bleiben nicht viele Touristen. Die Meisten nutzen die Gelegenheit nur als Tagesausflug. Aus diesem Grund sind die Übernachtungspreise im Vergleich zu Osaka und Kyoto relativ günstig. Ihr bekommt bereits für 50 Euro eine sehr schöne Unterkunft in Nara.

Wenn wir nochmal nach Nara reisen würden, würden wir wahrscheinlich in einem dieser drei Hotels absteigen:

Fazit

Nara war für uns nur ein Zwischenstop auf unserer Reise nach Kyoto. Viele empfehlen hier nur eine kurze Stippvisite. Aber unsere Erfahrung hat gezeigt, dass Nara viel mehr zu bieten hat.

Den Charme der kleinen Stadt bekommt man erst dann zu spüren, wenn die Touristenmassen sich schon wieder auf den Heimweg gemacht haben. Dann übernehmen die Einheimischen die Stadt und der wahre Charme Naras kommt zum Vorschein.

Vor allem in der kleinen Izakaya hatten wir einen wunderschönen Abend, der für uns jedes japanische Klischee voll ausgelebt hat. Hier haben wir endlich unser echtes und ursprüngliches Japan gefunden. Das wonach wir uns so sehr gesehnt haben und was unsere Japanreise erst wirklich perfekt gemacht hat. Wir können jedem nur einen Besuch in Nara inklusive Übernachtung ans Herz legen.

Wart ihr schon mal in Nara? Was hat euch am besten gefallen? Schreibt uns gerne eure Highlights in die Kommentare.

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