Slowenien – eine Liebesgeschichte in drei Akten

slowenien-piran-sonnenuntergang

Ungefähr so liefen viele Gespräche ab, als ich von meiner anstehenden Reise im vergangenen Herbst erzählte, die mich sechs Tage durch Slowenien führen sollte.

„Ich fahre nach Slowenien.“

„Wohin?“

„Nach Slowenien.“

„Slowenien? Ach ja stimmt, da sind wir auf dem Weg nach Kroatien durchgefahren.“

Und was kann ich all diesen Durchreisenden nur sagen? Ihr habt das Beste verpasst!

Ich habe mich in dieses Land, das so gar nicht osteuropäisch auftritt, verliebt. In seine Landschaften, seine Vielfältigkeit und die unglaublich freundlichen Menschen, die mich überall mit offenen Armen empfangen haben. Aber zurück zum Anfang, als ich an einem wunderschönen Tag am Flughafen in Ljubljana landete.

1. Akt: Der Bleder See, die Julischen Alpen und Höhlen von Postojna

Bleder See in Slowenien

Nach Ljubljana, der Hauptstadt von Slowenien, fliegt man mittlerweile von Berlin, Frankfurt am Main oder München in nur knapp einer Stunde. Meinen ersten Stopp nach der Landung legte ich im kleinen Ort Bled ein, bekannt durch seinen See, den Bleder See.

Slowenien Bleder See Bootstour
Definitiv einen Besuch wert: Der Bleder See in Slowenien. Wer auf die bekannte Insel in der Mitte des Sees möchte, der kann sich auf einer Bootstour von dem wunderschönen Panorama verzaubern lassen.

Der Ort ist eigentlich als Kurort beliebt und bekannt, wird aber auch mittlerweile von vielen anderen Touristen entdeckt. So kann man sich nicht nur in schönen Hotels, sondern auch Campingplätzen und zahlreichen Ferienwohnungen sowie Airbnb-Angeboten* einmieten und das zu wirklich sehr attraktiven Preisen.


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Den besten Blick hat man natürlich von oben. Also nichts wie rauf zum Schloss, das über Bled thront und von dem man eine wunderbare Aussicht über den Ort und den See hat. In der Mitte des Sees (einmal rundherum sind nur 6 km, also auch für einen Spaziergang sehr gut geeignet) gibt es übrigens eine kleine Insel, die besonders bei Brautpaaren sehr beliebt ist.

Slowenien Bleder See
Blick auf den Bleder See von oben

Echte Männer tragen ihre Zukünftige die 99 Stufen zur Kirche empor und zeigen somit ihre positiven Absichten und stellen ihre Manneskraft unter Beweis. Bis September kann man im See auch übrigens bei bis zu angenehmen 24°C baden und um zu viel Trubel im Wasser muss man sich auch keine Sorgen machen. Der See ist nämlich für den Individualverkehr gesperrt und somit herrlich ruhig. Wer zu der Insel möchte, steigt in eines der traditionellen Pletna-Boote, die sich schon immer in streng gehütetem Familienbesitz befinden.

Und wie immer darf ein Essenstipp von mir nicht fehlen: Bleder Cremeschitte! Das süße Gebäck, das an einen Bienenstich erinnert, ist ein absolutes Gedicht und sorgte bei mir für genügend Power für die nächste Station meiner Reise. Die Sünde gibt es in jedem Café und Hotel rund um Bled – einfach anhalten und genießen.

Julische Alpen in Slowenien

Danach hieß es für mich, auf nach Kranjska Gora…Auf dem Weg dorthin fuhren wir am berühmten Berg Triglav vorbei, von dem es heißt, dass jeder Slowene einmal in seinem Leben diesen Berg bezwingen muss.

Die Julischen Alpen in Slowenien
Naturliebhaber werden in den Julischen Alpen glücklich

Am Fuße der Julischen Alpen liegt der beliebte Skiort Kranjska Gora am Dreiländereck von Slowenien, Österreich und Italien. Natur pur ist hier das Motto. Berge, kleine Wasserfälle und Seen betten sich in diese teilweise fast unberührte Landschaft des Nationalparks ein.

Nordische Zentrum Planica
Die Flugschanze in Planica

Aber auch Sport spielt hier eine große Rolle. Vor allem bei Wintersportlern, insbesondere Skispringern, ist die Gegend bestens bekannt. Nur weniger Kilometer entfernt ist das Nordische Zentrum Planica. Hier trainieren internationale Skispringer und andere Sportler. Wer sich selbst wie ein Skispringer fühlen möchte, kann das im Sommer am Wochenende und an Feiertagen auf der weltweit steilsten Zipline tun. Mit bis zu 90 km/h geht’s die 566m den Berg hinunter, direkt über der Original Flugschanze.

So eine Chance habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen und bin mutig mit dem Sessellift nach oben gefahren. Diese Erfahrung muss man unbedingt mal erlebt haben, ein einfach unbeschreibliches Erlebnis, herzhaftes Schreien meinerseits inklusive. Wer es weniger aufregend mag, kann einen Skisprung auch im Simulator des Trainingszentrums testen oder im Sommer in der hauseigenen Tiefgarage eine 8km lange Langlauf Loipe testen.

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Ein kleiner See in den Julischen Alpen

Zum Hotel zurück hab ich mir ein Fahrrad geschnappt. Mountainbiken in den Alpen stand schon immer auf meiner Bucket-Liste: check. Die Landschaft ist wirklich einmalig. Es gibt auch eine alte Bahntrasse, die sich durch das gesamte Tal zieht und praktischerweise aufgeschüttet wurde und sich somit perfekt als Radweg für Jung und Alt eignet. Erst eine angekündigte Fackelwanderung inkl. kulinarischer Rundreise durch den Ort, konnte mich ins Hotel zurücklocken.

Julisches Alpen in Slowenien mit dem Mountainbike
Perfekt zum Mountainbiken: Die Julischen Alpen in Slowenien.

Höhlen von Postojna in Slowenien

Nach Zipline und Montainbike hatte ich immer noch nicht genug Aufregung, da musste doch noch mehr gehen. Also führte mich meine Reise am nächsten Tag in die berühmten Tropfsteinhöhlen der Postojna-Grotte.

Slowenien Höhle Postojna
Beeindruckende Höhlenwelt in Slowenien. In der Höhle Postojna gibt es kilometerlange Gänge, die das Ausmaß dieses Naturhighlights erahnen lassen.

24 Kilometer lange Gänge ziehen sich durch die Höhle. Diese können entweder per elektrischem Zug bewältigt werden oder man zieht sich formschön wie ich an. D.h. einen Overall, Gummistiefel und einen Helm inkl Stirnlampe und seilt sich in die Tiefe ab, fährt mit einem Gummiboot über kleine Seen und wandert dann zu Fuß durch das unterirdische Netz aus Gängen, Höhlen und Hallen…ein unglaubliches Naturschauspiel aus Stalagmiten und Stalaktiten.

Slowenien - Wanderung durch die Postojna Höhle
Slowenien – Wanderung durch die Postojna Höhle

In der Mitte gibt es sogar einen Konzertsaal, der für Veranstaltungen geöffnet wird und wenn man ganz viel Glück hat, findet man sogar einen Grottenolm. Ich kann es nur jedem empfehlen, der gut zu Fuß ist, es mir gleichzutun und eine Runde Höhlenforscher zu spielen.

2. Akt Izola, Piran und der Golf von Triest

Slowenien ist so besonders, weil man hier alles geboten bekommt, was das Reiseherz begehrt. Hier kommt wirklich jeder auf seine Kosten. Neben Bergpanorama darf es auch etwas Meer sein…in nur 2h fährt man direkt aus den Bergen an den Golf von Triest und hat sofort Küstenflair in der Luft.

Von Süddeutschland aus sind es übrigens nur ca. 5 Autostunden an die Küste der Adria, ein Flirt mit Italien ist ebenfalls in nur wenigen Minuten möglich. Einfach die Küste entlanglaufen und schon ist man in Bella Italia. Egal ob Izola, Piran, Koper oder Portoroz – hier ist Mittelmeer Feeling angesagt mit leckeren Fischgerichten, hervorragendem Wein, Strandpromenaden und der schönen Gelassenheit, die nur das Meer und mediterranes Flair in den Menschen wecken kann.

Slowenien Piran Bucht
Die Bucht von Piran in Slowenien

Ich entdecke Städte ja am liebsten zu Fuß, ohne Karte, ohne festes Ziel, einfach treiben lassen. Bei meinem Streifzug habe ich eine süße kleine Fischhalle in Izola entdeckt und frisches Obst gab es an einem kleinen Marktstand einfach umsonst. Überall wurde man freundlichst empfangen und zum Verweilen eingeladen.

Slowenien Izola Fischhalle
Die Menschen waren überall sehr freundlich. Auch in der kleinen Fischhalle in Izola.
Slowenien Marktstand in Izola
Der Markt mit Obst- und Gemüseständen in Izola

Izola und Piran sind wunderschöne kleine Küstenstädtchen mit historischem Stadtkern, charmanten Cafés und leckeren Lokalen. Aber wenn man schon mal am Meer ist, sollte man auch ein Boot besteigen. Dazu haben zwei lokale Weinproduzenten geladen – inkl. Verkostung von ihren Erzeugnissen und lokalen Spezialitäten. So lässt sich das Leben genießen, wie man sicher auf dem Bild erkennen kann.

Slowenien Weinprobe in Izola
So lässt es sich leben.

3. Akt Ljubljana – Hauptstadt, hier spielt das Leben

Um meine Begeisterung komplett zu machen, reichte ein Besuch der lebhaften Hauptstadt Ljubljana. 2016 wurde Ljubljana zur Grünen Hauptstadt Europas gewählt und das vollkommen zu Recht. Es ist ja sooo hübsch hier. Was mir sofort auffiel, war wie jung die Menschen sind.

Ljubljanica-Terrassen
Wunderschön: Die Ljubljanica-Terrassen sind ein beliebter Treffpunkt.

Und alles ist zu Fuß oder mit einem der Mietfahrräder, welche die Stadt zur Verfügung stellt, unterwegs. Für das Fahrradsharing vorher online anmelden, die erste Stunde kostet nichts, jede weitere einen Euro. Wegen der großen Universität leben vor allem viele Studenten in der Stadt, aber auch sehr viele junge Touristen sind in den Straßencafés entlang der Ljubljanica anzutreffen.

Innenstadt Ljubljana
Die Innenstadt Ljubljanas lädt zum Spazierengehen und Radfahren ein.

Es herrscht ein interessantes Sprachengewirr. Aber keine Sorge: Mit Englisch kommt man hervorragend zurecht. Die Stadt ist auch architektonisch wunderschön. Überall finden sich überaus gut erhaltene Stadthäuser aus den letzten Jahrhunderten, die liebevoll und detailgetreu renoviert wurden.

Slowenien Ljubljana
Ljubljana ist definitiv eine hübsche Stadt, in der man sich sofort wohl fühlt.

Zwischen März und Oktober findet übrigens immer ein Straßenmarkt in der Innenstadt statt, der die Slowenische Küche hochleben lässt. Regionale und saisonale Produkte werden angeboten und hier können die Bewohner in entspannter Atmosphäre das Wochenende einläuten. Unter der Woche kann man sich aber auch herrlich in den überdachten Markthallen vom kulinarischen Angebot überzeugen lassen.

Überdachte Markthalle in Ljubljana
Überdachte Markthalle in Ljubljana
Mietzimmer in einem alten Gefängnis in Ljubljana, Slowenien.
Mietbare Gefängniszelle im Hostel Celica

Wer übrigens mal etwas anderes möchte als die üblichen Hotels, der kann sich in einem alten Gefängnis einmieten, das zu einem Hostel umgebaut wurde. Im Hostel Celica wurde jede Zelle von einem anderen Künstler gestaltet und ist so gar nicht mehr dunkel und grau. Die Gittertüren sind allerdings erhalten geblieben und führen einem nochmal die sowjetische Vergangenheit vor Augen. Ein echtes Erlebnis und mein Tipp für eine Städtereise mit schmalem Budget.

Für alle Kunst- und Kulturliebhaber gibt es natürlich auch eine Ljubljana-Card, die zum Eintritt in zahlreiche Museen berechtigt, für 31,50 Euro für 3 Tage. Ob sich diese allerdings lohnt, kann ich leider nicht sagen, da ich nur einen Tag in Ljubljana verbringen konnte, bevor es für mich wieder zurück nach Deutschland ging.

Weitere Tipps für Städtereisen in Europa und der Welt

Slowenien Ljubljana Schuhe
Auch ein Grund für einen Trip nach Ljubljana: Hier finden deine alten Schuhe eine neue Bestimmung!

Fazit meiner Slowenien-Liebesgeschichte in drei Akten

Ich hatte keinerlei Erwartungen an Slowenien, ich hab mich einfach treiben lassen und wurde von meiner Begeisterung völlig überrascht. Dieses Land ist einfach eine Perle in Europa und jeder sollte die Gelegenheit nutzen, so schnell wie möglich einen Trip dorthin zu planen. Ich werde auf jeden Fall wiederkommen.

Diese Reise nach Slowenien wurde freundlicherweise vom Slowenischen Fremdenverkehrsamt Deutschland ermöglicht. 1000 Dank für tolle 6 Tage im Geheimtipp Slowenien, besonders an unsere lieben Organisatorinnen Anja und Andreja.

DuMont direkt Reiseführer Slowenien
  • Dieter Schulze
  • DUMONT REISEVERLAG
  • Auflage Nr. 2 (22.07.2014)

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Hi, ich heiße Hannah.

Katrin und ich haben uns vor über 12 Jahren beim Kellnern kennen gelernt, wo wir damals das nötige Kleingeld verdient haben für unsere Reisekassen.

Mittlerweile lebe ich in Köln und arbeite im Bereich Online Marketing. Wenn ich nicht im Büro sitze, fahre ich sehr viel Fahrrad und wenn es mal etwas weiter weg sein soll, flüchte ich gerne in die Welt und erkunde neue Länder.

Ich habe eine riesige Schwäche für gutes Essen und muss mich immer durch alle landestypischen Gerichte probieren.

2 KOMMENTARE

  1. Hallo Hannah, sehr schön geschrieben. Ich kenne die von dir beschriebenen Landschaften auch mehr oder weniger nur vom „vorbeifahren“. Allerdings schon auch mitten durch „die Prärie“. Dabei habe ich damals auch schon daran gedacht „Mensch, hier musst du nochmal hinfahren“. Ich werde deinen Bericht mal zum Anlass nehmen, meine konkrete Reiseplanung zu erstellen. ;-)

  2. Gerade sind wir von einem 4-wöchigen Rundtrip mit dem Wohnmobil durch Slowenien zurück. Wir sind restlos begeistert und ich kann mich den schön erzählten Reiseerlebnissen von Hannah nur anschliessen. Ich könnte hier noch endlos „Must have seens“ anfügen. Noch faszinierender als Postojna ist die Höhle von Skocjan ganz in der Nähe mit unterirdischem Wasserfall und Fluss. Die Termalbäder im Osten des Landes oder die Gegend um Tolmin, wo man in der Nähe durch eine Schlucht zum ehemaligen Partisanen Hospital Franja wandern kann oder ganz in der Nähe am Ufer der türkisgrünen Soca Soci Forellen speisen kann. Nicht zu vergessen die Wanderungen zu den schönsten Wasserfällen des landes, angefangen in den julischen Alpen bis hin zum Kozjak Wasserfall.
    Bestechend die adretten Häuser und Gärten, die netten Leute, die guten Strassen. Wir sind keinen km Autobahn gefahren!
    Aber pssst, nur ausgesuchten Leuten das Land ans Herz legen, damit es nicht in Kürze überlaufen ist und sein Charme dadurch geschmälert wird.

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