Der Japan Knigge – 11 wichtige Benimmregeln für Japan
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Hi, ich heiße Hannah.

Als Katrin und ich uns in Heilbronn kennen gelernt haben, war ich noch nicht mal 18. Nach einigen beruflichen Stationen als Online Marketing Manager und Beraterin für Digitalisierung, hat mich das Reisefieber gepackt. Weg vom Schreibtisch, rein ins Abenteuer.

Am liebsten sitze ich auf einem meiner Fahrräder oder packe meine Koffer für die nächste Reise. Wer mich kennt, weiß dass ich eine riesige Schwäche für gutes Essen habe. Für VIEL UNTERWEGS suche ich immer die neusten Food-Hot-Spots.

So benimmst du dich am besten in Japan ohne in ein Fettnäpfchen zu treten

Der Japan Knigge – 11 wichtige Benimmregeln für Japan

Je weiter man sich von Europa entfernt desto unterschiedlicher sind die Sitten und Gebräuche. Je nach Land sieht man das mehr oder weniger streng. Wenn ihr bald eine Reise nach Japan plant, dann macht es aber durchaus Sinn, dass ihr euch mit den dortigen Gepflogenheiten vertraut macht. Vieles was wir als unhöflich empfinden, ist in Japan absolut normal oder gehört sogar zum guten Ton. Das Gleiche gilt aber auch umgekehrt.

In diesem kleinen Japan Knigge möchten wir euch ein paar Verhaltensregeln mit an die Hand geben um die üblichen Fettnäpfchen zu vermeiden. Aber wir können euch schon an dieser Stelle beruhigen. Die Japaner wissen durchaus, dass sie sehr unterschiedliche Verhaltensregeln zur westlichen Welt haben. Touristen wird ein Fehler natürlich schnell verziehen. Dennoch kann es sicherlich nicht schaden, ein paar Tipps im Gepäck zu haben.

Viel Spaß beim Lesen. Lasst uns gerne wissen, welche Erfahrungen ihr in Japan gemacht habt in den Kommentaren am Ende des Artikels.

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Verbeugung

Händeschütteln zur Begrüßung? In Japan bitte nicht. Eigentlich ist körperlicher Kontakt in der Öffentlichkeit grundsätzlich unüblich. Dafür gehört die Verbeugung zum gesellschaftlichen Leben. Sie wird nicht nur zur Begrüßung sondern auch zum Dank, zum Abschied oder als Signal zum Aufbruch genutzt.

Je nach Tiefe und Länge der Verbeugung wird der Status des Verbeugenden und dessen vor dem sich verbeugt wird klar. Grundsätzlich gilt die Regel: der Rangniedriger verbeugt sich länger. Somit wird der Respekt dem Gegenüber Ausdruck verleiht.

Bei Westlern wird in der Regel eine mittlere Verbeugung akzeptiert. Als Faustregel könnt ihr dabei ungefähr eine Winkel von 30-45 Grad anwenden, die Verbeugung wird 3 Sekunden gehalten. Wichtig ist nur, dass ihr nur mit dem Oberkörper nach unten geht. Die Beine bleibe gestreckt und der Po wird nicht nach hinten gestreckt.

In anderen Teilen Asiens werden auch die Hände zusammengelegt beim Verbeugen. Das gilt nicht für Japan, hier werden die Hände auf den Oberschenkeln abgelegt und dann verbeugt.

Die Verbeugung von Servicepersonal müsst ihr nicht erwidern, das gehört zum guten Service dazu. Ein Lächeln oder Nicken als Zustimmung reichen hier aus.

Geschenke

Gastgeschenke haben eine große Tradition in Japan. Solltet ihr eine private Einladung erhalten, ist es üblich ein Gastgeschenk mitzubringen. Auch bei manchen Geschäftsessen sind Geschenke angebracht. Hierbei gibt es auch einige Regeln zu beachten um nicht in Verlegenheit zu geraten.

Üblicherweise wird als Gastgeschenk gerne etwas essbares in aufwendiger Verpackung verschenkt. Dies gilt als Zeichen der Wertschätzung. Besonders Obst ist als Gastgeschenk sehr beliebt. Dies ist allerdings auch etwas teurer als wir es aus Deutschland kennen, schließlich kommt nur das schönste und perfekteste Obst in den Handel.

Europäern müssen sich im Übrigen nicht ganz so streng an die Gastgeschenk Regeln halten, bzw. es wird nicht von ihnen erwartet. Wenn ihr etwas traditionelles aus der Heimat mitbringt, macht ihr alles richtig. Seid nur nicht enttäuscht falls der Beschenkte das Gastgeschenk nicht in eurem Beisein öffnet. So möchte man vermeiden ein enttäuschtes Gesicht zu machen und somit den Schenkenden in Verlegenheit zu bringen.

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Obst ist ein beliebtes Geschenk, vor allem weil es so teuer ist. Diese zwei Äpfel haben fast 3 Euro gekostet.

Stäbchen

In Japan wird traditionell mit Stäbchen gegessen. Schon alleine mit ihnen fehlerfrei das Sushi in den Mund zu bugsieren, ist eine Kunst für sich. Was ihr aber immer vermeiden solltest ist folgendes:

  • Mit Stäbchen Essen übergeben
  • Mit Stäbchen spielen, auf den Tisch klopfen/trommeln
  • Mit Stäbchen die schon den Mund berührt haben gemeinsaftliches Essen berühren
  • Die Essstäbchen senkrecht in Reis stecken
  • Schüsseln mit den Stäbchen zu sich heran ziehen

Außerdem ist Rülpsen und sich die Nase putzen am Tisch ein absoluter Regelbruch. Das Schlürfen von Suppe ist allerdings gerne gesehen bzw. gehört, das ist ein Zeichen dafür dass es gut schmeckt und dient der vollen Entfaltung des Geschmacks am Gaumen.

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Beim Essen mit Stäbchen gibt es viel zu beachten. Reibt die Stäbchen nicht aneinander, das unterstellt dem Gastgeber mindere Qualität.

Zusammen trinken und Alkohol

Es gibt nichts besseres in Japan als einen Abend in einer Izakaya. Wir hatten unsere schönstes Bar/Izakaya Abend in Nara. Wer darüber mehr erfahren möchte sollte unbedingt den Artikel: XYZ lesen.

Doch auch hier gibt es ein paar Tipps, damit auch dort alles regelkonform abläuft. Wenn ihr in Gesellschaft seid, gilt dass man sich nicht selber nachschenkt. Das übernimmt deine Begleitung, also auch ihr selber eurem Gegenüber. Also Vorsicht, wenn ihr nichts mehr trinken möchtet, dann trinkt euer Glas nicht leer. Sonst ist das eine Endlosschleife.

Wer sich übrigens fragt, warum die Japaner so oft sehr schnell betrunken sind: machen fehlt ein Enzym, dass für den Abbau von Alkohol verantwortlich ist. Sie können also „fast“ nichts dafür.

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Japanisches Bier schmeckt vorzüglich, aber Vorsicht beim Trinken in Gesellschaft.

Trinkgeld und Feilschen

Das Geben von Trinkgeld ist in Japan nicht üblich. Es gilt sogar als unhöflich. Auch Servicepersonal und Taxis werden nicht getippt. Es soll anscheinend sogar schon Situationen gegeben haben, wo Taxifahrer hinter ihren Fahrgästen hergelaufen sind, um ihnen das Rückgeld zurück zu geben.

Wenn ihr eure Wertschätzung für guten Service Ausdruck verleihen möchtet reicht ein normales Danke und Nicken oder Verbeugen. Für uns Europäer ist das oft ungewohnt aber an sich doch mal eine nette Abwechslung nicht rechnen zu müssen.

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Einfache Regel in Japan: kein Trinkgeld.

Zug fahren

Viele der Regeln in Japan was das Zug fahren angehen, sollten uns bekannt sein. Es wird in Bahnen nicht gegessen, abgesehen vom Shinkansen, man legt seine Füße nicht auf den Sitz. Wenn man auf einem Sitz sitzt, der für Schwangere oder Ältere vorgesehen ist, dann sollte dieser frei gemacht wenn sie gebraucht werden.

Eine Erfahrung die wir allerdings gemacht haben, die sich doch deutlich von Europa unterscheidet, ist das Anstehen und Drängeln. Drängeln gilt als äußerst unhöflich und an jeder Bahnstation gibt es Markierungen am Boden die euch leiten wo ihr zu stehen habt.

Und falls die Bahn voll ist, nicht mit voller Gewalt rein pressen. In der Regel kommt die nächste nur wenige Minuten später und dann könnt ihr sicher mitfahren.

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Schlange stehen können die Japaner sehr gut.

Toilettenbesuch

In Hakone in unserem Guesthouse haben wir zum ersten Mal Kontakt mit Toilettenschlappen gemacht. Grundsätzlich werden Häuser in Japan nicht mit Schuhen betreten. Am Eingang werden die Schuhe ausgezogen und man erhält entweder Gästeschlappen oder läuft in Socken weiter. Als kleiner Tipp: achtet darauf, dass eure Socken immer in Ordnung sind. Man weiß nie wann andere sie zu Gesicht bekommen.

Toiletten werden übrigens nicht mit Socken betreten. Dafür gibt es die Toilettenschlappen. Diese verlassen den Toilettenraum auch nicht, also achtet darauf, diese genau am Eingang wieder auszuziehen. Es gehört sich auch, dass man die Schlappen so positioniert, dass der nächste problemlos in sie hinein schlüpfen kann.

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Diese Schlappen verlassen niemals den WC Bereich.

Onsen

Für viele ist der Besuch eines Onsen, eines japanischen Bades, ein Must-Do auf einer Japanreise. Aber auch hier gibt es einige Regeln an die ihr euch halten solltet.

In vielen Onsen wird schon an der Türe deutlich „Keine Tattoos“ erlaubt. Dies hängt noch mit der japanischen Vergangenheit zusammen, wo vor allem Mitglieder der japanischen Mafia, der Yakuza, tätowiert waren. Wenn ihr am Eingang des Onsen einen Hinweis darauf findet ist dies bindend. Das gilt auch für jedes noch so kleine Tattoo. Die Größe ist dabei nicht entscheidend. Wer Tattoos hat, sollte sich vorher über die Regeln des Wunsch-Onsen informieren. Ansonsten gibt es auch die Möglichkeit einen privaten Onsen zu buchen z. B. in einem Guesthouse. Dort könnt ihr dann auch mit Körperkunst in aller Ruhe schwitzen.

Traditionell wird im Onsen auch nach männlich und weiblich getrennt. Diese Bäder dienen der Entspannung und nicht dem Spaß. Verhaltet euch ruhig und rücksichtsvoll sowohl im als auch außerhalb des Wassers. Fotos sind verboten, ebenso wie laute Gespräche oder herum springen.

Vor dem Bad im Onsen ist Duschen absolute Pflicht. Dort reinigt ihr euch um das Onsenwasser nicht zu beschmutzen. Falls ihr kleine Hocker seht in den Duschräumen, sollten diese genutzt werden. Aufstehen gilt in solchen Fällen als unhöflich. Je nach Einrichtung findet ihr Duschbrausen oder große Schüsseln mit kaltem und warmen Wasser. Das kleine Handtuch, Tenugui, dient euch zum Einseifen und Schweiß abwischen während des Onsenbesuchs. Dieses Handtuch kommt allerdings nicht mit dem Onsenwasser in Berührung. Es wird während der Sitzung im Wasser auf dem Kopf getragen. Wer sich unsicher fühlt, einfach die Japaner beobachten und ihnen gleich tun.

Rauchen

In Japan wird in vielen Restaurants und Bars noch geraucht. Mittlerweile verzichten zwar viele Lokale auf diese Angewohnheit, dennoch wirst du in Japan noch mehr Raucherlokale finden als z. B. In Deutschland. Das Rauchen in der Öffentlichkeit ist allerdings verpönt. Vor allem beim Gehen zu rauchen gilt als absoluter Fauxpas.

Wenn ihr Raucher seid, nutzt dafür unbedingt die vorgesehenen Raucherbereiche. Diese sind klar gekennzeichnet und befinden sich meist versetzt zum Bürgersteig hinter Glaswänden, um die Mitmenschen zu schonen.

Da es in Japan kaum öffentliche Mülleimer gibt, macht es Sinn einen eigenen Taschenaschenbecher mitzuführen. Das entsorgen der Stummel auf der Straße ist nämlich verboten.

Im Tempel

Japan ist das Land der Tempel und Schreine. In jeder Stadt findet ihr eine Vielzahl von Tempeln die ihr besichtigen könnt. Diese sind unglaublich Die Verhaltensregeln sind aber auch hier relativ streng.

Natürlich solltet ihr euch hier ruhig verhalten, die Handys sollten lautlos sein und vor jedem Tempel gibt es Hinweisschilder mit den dort geltenden Regeln.

Eine Erfahrung die wir allerdings selbst gemacht haben, galt dem Verzehr von Getränken. Dies ist grundsätzlich in vielen Tempeln verboten. Dazu gehört auch das Trinken von Wasser. Nehmt also nochmal einen großen Schluck bevor ihr eine Tempelanlage betretet.

In historischen Anlagen ohne Steinboden müsst ihr auch oft die Schuhe ausziehen und Leihschlappen anziehen oder in Socken unterwegs sein. Entweder eure Schuhe werden in einem Regal aufbewahrt oder ihr bekommt dafür eine extra Tüte. Um eure Nerven zu schonen empfehlen wir euch Schuhe zu tragen die ihr schnell an und wieder ausziehen könnt. Wir müssten bei einer Tempelbesichtigung sage und schreibe 5x unsere Schuhe an und wieder ausziehen.

Das Wort Nein

Das Wort „Nein“ gilt als sehr unhöflich in Japan. Immerhin drückt man dadurch Ablehnung aus und das vermeiden Japaner grundsätzlich. Schließlich möchte man seinem Gegenüber kein schlechtes Gefühl geben.
Aus diesem Grunde wird das reine „Nein“ im täglichen Sprachgebrauch auch eigentlich nicht genutzt. Man zieht sich eher durch dezente Aussagen zurück. Die Sandwich-Methode ist dabei besonders beliebt. Die Ablehnung wird zwischen Höflichkeiten verpackt. Beispiel: „Ich würde sehr gerne mit Ihnen essen gehen, aber…“. 

Auch beliebt ist die Aussage „Das ist schwierig.“ anstatt eines klaren Nein. Hier gilt es also auch zwischen den Zeilen zu lesen. Aber auch selber kann man das direkte Nein im Koffer lassen.

Fazit

Wir hoffen dieser kleine Guide hilft euch als Vorbereitung für Japan. Er gibt euch ein bisschen mehr Sicherheit wie ihr euch verhalten solltet ohne in zu viele unangenehme Situationen zu kommen. Macht euch nicht zu viele Sorgen, wer höflich ist und rücksichtsvoll wird genau so behandelt. Schließlich ist Japan dafür bekannt.

Habt ihr noch Erfahrungswerte oder lustige Geschichten aus Japan? Dann schreibt uns gerne in die Kommentare.

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