Die schönsten Orte & Tipps für die kolumbianische Metropole Medellin, die du ansehen solltest

Auf meiner Reise durch Kolumbien habe ich natürlich auch Medellín besucht. Die Stadt mit 2,5 Millionen Einwohnern wurde in Europa vor allem als Heimat von Pablo Escobar und Netflix berühmt. Doch Medellín ist viel mehr und das will ich dir zeigen.

Noch nicht allzu lange ist es her, dass Medellín als eine der gefährlichsten Städte der Welt galt. Doch das hat sich gewandelt. Die Stadt wächst schnell, wird modernisiert und manche Viertel sind vordergründig bei digitalen Nomaden äußerst beliebt. Daher trägt Medellín auch den beinahmen "Stadt des ewigen Frühlings". Hier sind die schönsten Medellín Sehenswürdigkeiten für einen unvergesslichen Trip.

Bist du zum ersten Mal in Medellín? Dann verrate ich dir, welche Orte zu unbedingt besuchen musst, welche Ausflüge sich lohnen und was du alles in und um Medellín erleben kannst.

Mitten in einem Tal der Anden liegt Medellín
Mitten in einem Tal der Anden liegt Medellín

Von der einst gefährlichsten Stadt der Welt

Anfang der 1990er galt Medellín als die gefährlichste Stadt der Welt. In der Hochburg des Drogenkartells „regierte“ der Drogenboss Pablo Escobar, täglich wurden Menschen auf offener Straße erschossen. Das Land galt als korrupt; vom Polizisten über die Regierung bis hin zum kleinen Mann. Tourismus war nicht vorhanden. Somit ist die zweitgrößte Stadt Kolumbiens nicht erst seit dem durchschlagenden Erfolg der Netflix-Serie „Narcos“ in aller Munde.

Nach dem Tod Escobars 1993 und anschließender, weitreichender politischer Umwälzungen, ist Medellín heute mehr als nur der Schauplatz eines der dunkelsten Kapitel des Landes. Innerhalb von zwei Jahrzehnten hat sich die Stadt zu einer der innovativsten und sichersten Städte Südamerikas entwickelt: Ein modernes Transportnetz durchzieht die Stadt, es gibt viele Radwege und moderne Seilbahnen verbinden die ärmeren Viertel in den Bergen mit dem Stadtkern im Tal. Das Bildungs- und Gesundheitssystem wurde in den vergangenen Jahren ausgebaut und der breiten Bevölkerung zugänglich gemacht. Als Universitätsstadt genießt Medellín einen hervorragenden Ruf.

Für Touristen lockt die „Stadt des ewigen Frühlings“ mit ihrem ganzjährig angenehmen Klima, ihrer spektakulären Lage mitten im Aburra Valley zwischen den Hügeln der Anden und einem bunten Potpourri kolumbianischer Kultur, seinem aufregendem Nachtleben und einer Prise Entrepreneur-Geist. Eine Stadt voller Leben, die ihr Lächeln wiedergefunden hat.

Wichtigste Sehenswürdigkeiten in Medellín

Die bekanntesten Wahrzeichen in Medellín sowie die geschichtlich wichtigsten Orte der Stadt. Diese sehenswerten Orte musst du beim ersten Medellín Besuch meiner Meinung auf jeden Fall besuchen.

Plaza Botero

Fernando Botero ist einer der bekanntesten bildenden Künstler des südamerikanischen Kontinents und berühmt für seine überaus wohlgeformten Skulpturen. Auf dem großzügigen Plaza Botero stehen 23 der skurrilen Bronzeskulpturen des Kolumbianers. Unter anderem die fetten Katzen, die üppige Lady oder ein pummeliger Herr.

  • Kosten: Kein Eintritt, da es ein öffentlicher Platz ist
  • Wo? In der Altstadt, nahe der Metro Station „Parque Berrio“

Catedral Metropolitana

Die Catedral Metropolitana ist die Hauptkirche der Stadt und Sitz des römisch-katholischen Erzbistums Medellín. Optisch kommt sie zunächst sehr einfach daher, ist jedoch der größte Lehmziegelbau der Welt und sehr beeindruckend.

  • Kosten: Eintritt frei
  • Wo? Der Eingang befindet sich in der Nähe der Metrostation „Parque Berrío“

Parque Bolívar

Direkt vor der Kathedrale befindet sich, der nach dem Unabhängigkeitskämpfer Simón Bolívar, benannte Park, mitten in der Innenstadt von Medellín. Buntes Treiben und auch viele Souvenirstände erwarten Dich vor Ort.

  • Kosten: Eintritt frei
  • Wo? Der Eingang befindet sich in der Nähe der Metrostation „Parque Berrío“
Der Parque Bolívar mit der Catedral Metropolitana

Friedensvögel im Parque San Antonio

Im Parque San Antonio findet sich eine weitere bedeutende Skulptur Boteros: Pájaro de Paz – der Friedensvogel. Bei einem terroristischen Anschlag 1995 wurde eine Bombe in der Skulptur versteckt. Bei der Detonation starben 29 Menschen und der Vogel wurde zerstört. Er wurde jedoch im Anschluss nicht abgerissen, sondern danach als Mahnmal auf eben diesem Platz erhalten. Botero fertigte daraufhin eine Kopie des Originals an, die seit Anfang der 2000er direkt neben dem ursprünglichen Vogel steht.

  • Kosten: Eintritt frei
  • Wo? Der Eingang befindet sich in der Nähe der Metrostation „San Antonio“
Der Friedensvogel von Botero – Pájaro de Paz

Botanischer Garten: Jardín Botanico

Mitten in der Stadt liegt diese angenehme Oase der Ruhe: Der botanische Garten ist perfekt, um der Großstadthektik zu entfliehen. Nur am Sonntag, da scheint jeder Medellíner Geburtstag zu haben und ihn ausgerechnet hier zu feiern! Der Park ist dann gerammelt voll, allerdings mochte ich diese Geschäftigkeit und die Entspanntheit der Kolumbianer, die in großen Familiengrüppchen oder in Pärchen im Schatten der Bäume relaxten.

  • Kosten: Eintritt frei
  • Wann? Täglich bis 16.30 Uhr geöffnet
  • Wo? Der Eingang befindet sich direkt an der Metrostation „Universidad“

Pueblito Paisa

„Du hast Medellín nicht gesehen, wenn Du nicht einmal auf den Bergen warst!“, meinten Freunde vor meiner Reise zu mir. Dem kann ich nur zustimmen! Wenn Du in Medellín bist, solltest Du mindestens einmal auf einen der vielen Hügel steigen, um das Ausmaß und die Schönheit der Stadt zu begreifen.

Um die Stadt von einer Anhöhe aus zu bestaunen, gibt es viele Möglichkeiten. Wenn Du nur wenig Zeit hast, empfehle ich Dir den Aufstieg zum Sonnenuntergang auf Pueblito Paisa. Hier findest Du den Nachbau eines typischen Dorfes der Provinz Antioquia, in der Du Dich hier befindest. Natürlich sehr touristisch, aber für einen romantischen Sonnenuntergang sehr nett.

Es liegt auf dem Hügel Cerro Nutibarra etwa 20 Minuten vom Zentrum entfernt. Von hier aus hast Du eine traumhafte Aussicht über die Stadt.

Mirador Las Palmas

Ein weiteres Highlight, wenn Du die Stadt von Oben sehen willst, ist die Plattform Mirador Las Palmas. Es ist einfach eine Parkbucht an der sich Einheimische, wie Touristen treffen und den Sonnenuntergang genießen.

Anfahrt am besten mit einem Taxi- oder Uberfahrer zur Plattform „Mirador Las Palmas

Aussichtsplattform Mirador Las Palmas Medellin
Blick auf die Stadt von der Aussichtsplattform Mirador Las Palmas

Mit der Gondel zum Parque Arví

Ein weiteres Must-Do und gleichzeitig die Möglichkeit einen tollen Ausblick über die Metropole zu erhaschen, sind die Fahrten mit den Metrocables. Diese hochmodernen Gondeln verbinden viele der an den steilen Abhängen liegenden Comunas mit der Metro und so mit dem Stadtzentrum. Unter anderem fahren die Gondeln zur Comuna 13, aber auch über Santo Domingo (Comuna 1) hinauf zum Parque Arví.

Wenn Du den Parque Arví besuchen möchtest, plane ausreichend Zeit ein. Der Name Parque ist ein wenig irreführend, denn es handelt sich um ein großflächiges Naturschutzgebiet inmitten wilder Berglandschaft, mit ausgedehnten Wanderwegen und unter anderem mit einem tollen Schmetterlingshaus.

  • Kosten: Der Park ist kostenlos, aber für die Fahrt mit der Gondel brauchst Du zwei Tickets:
    Metroticket bis zur Station Santo Domingo kostet 2.300 COP, dann löst Du ein weiteres Ticket bis zum Parc (5.200 COP p.P. und Strecke) (Stand: 2017)
  • Wann? Täglich
  • Wo? Mit der Metro-Linie K fährst Du bis „Acevedo“ und steigst in die Gondel um.
Gondel zum Parque Arví Medellin
Mit der Gondel zum Parque Arví

Comuna 13

Anfang der 1990er galt die Comuna 13, ein ärmerer Stadtteil von Medellín, weit über dem Stadtzentrum als das gefährlichste Viertel der Welt. Heute gilt das Viertel als eines der leuchtenden Beispiele für den Anschluss der Armenviertel. Keine Spur mehr von Guerilla- und Drogenkrieg, dafür Schulen und Kinderlachen.

Um die Comuna 13 zu entdecken und um authentisch in die bewegende und zum Teil wirklich brutale Geschichte des Ortes einzutauchen, empfehle ich Dir eine geführte Tour.

Escaleras Electricas De La Comuna 13

Um den Zugang zu den Vierteln in den steil gelegenen Berghängen zu erleichtern, wurde 2011 in der Comuna 13 die größte Freilufttreppe der Welt eingeweiht: Die escaleras eléctricas. Die Rolltreppe umfasst insgesamt eine Länge von 348 Metern. Damit überwindet das orangefarbene Bauwerk einen Höhenunterschied von umgerechnet rund 28 Stockwerken.

Am besten besuchst Du auch die Rolltreppen mit einer geführten Tour.

Die größte Freilufttreppe: Die Rolltreppen in der Comuna 13

Santo Domingo, Comuna 1

Danach machen wir uns auf den Weg, mit der Metro und Seilbahn zu fahren. Ab in eines der einst gefährlichsten Vierteln der Welt: Comuna 1 oder auch Santo Domingo genannt.

Die moderne Metro ist echt klasse. Noch besser  sind die Seilbahnen, die in die hoch gelegenen Armutsviertel der Stadt führen. Mittlerweile gibt es sogar vier davon. Der Ausblick aus den Skigondeln ist grandios! Wer Narcos gesehen hat weiß wie es in einem dieser Viertel aussieht.

Blick über die Comuna 1

Paragliding über der Stadt

Du kannst natürlich auch direkt den Weg in die Luft antreten und Dir Medellín auf Wolkenhöhe anschauen. Aufgrund der starken Thermik, die zwischen Berghängen und Tal herrscht, ist das Umland ein Paradies für Gleitschirmflieger:innen. Ja, ich gebe zu, ich selbst habe mich nicht getraut, aber mein guter Freund Willi schwebte über der Stadt.

Die Anbieter starten außerhalb von Medellín in San Felix. Du kannst Deine Tour einfach online oder von Deiner Unterkunft aus buchen. Es wird ein Abhol-Shuttle angeboten.

Paragliding-Anbieter in Medellín:

Das darfst du auch nicht verpassen

Jogge oder radle während der Ciclovía

Mein persönliches Sport-Highlight in Medellín war eindeutig die Ciclovía. Bis zu dreimal die Woche werden mitten in der Stadt mehrere Hauptstraßen gesperrt, damit die Einwohner entspannt Fahrradfahren, joggen, walken und skaten können. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens, der Lage in den Bergen und spärlichen Gehwegen sind Jogging und Radfahren in der Stadt normalerweise wahrlich eine Herausforderung. Und die Ciclovía bietet somit eine tolle Gelegenheit, unbekümmert auf einer breiten Straße zu sporteln.

So sind wir jeden Sonntag auf der Carrera 43 mitten durch El Poblado gejoggt, genossen früh morgens die Ruhe und die aufgehende Sonne. Zu fortgeschrittenerer Stunde hatte es schon fast etwas von einem Sportevent: An den Straßenseiten konntest Du Dich an vielen Ständen mit Getränken und Obst eindecken. Mitten auf dem Parque El Poblado fand außerdem ein kleiner Workout-Parcours statt.

  • Wann? Jeden Sonntag von 7 bis 13 Uhr, Dienstag & Donnerstag 20 bis 22 Uhr
  • Wo? Auf der Carrera 43 und dem Highway, Dienstag & Donnerstag: nur auf dem Highway
Während der Ciclovia in Poblado

Mountainbiken in den Anden

Auf der Ciclovía und damit auf der Straßen biken kann jeder sagst Du Dir? Stimmt! Wie wäre es mit einer aufregenden Tagestour durch die Wälder der Anden? Mit dem Mountainbike geht es über herausfordernde Downhills, Mittag wird bei einer freundlichen Familie mitten in einem typischen pueblo gegessen und weiter geht’s mit dem erfahrenen Guide immer bergab. Mein Kumpel Willi hat diese Tour, die Dich vor die Tore der Stadt führt, ausprobiert und war vollends begeistert.

Mountainbike-Tour in den Anden

Tagesausflug nach Guatapé & La Piedra del Peñol

Um dem normalen Verkehrschaos aus Medellín zu entkommen, raten wir dir, spätestens um 7 Uhr loszufahren (Wir hatten einen Fahrer über unser Airbnb empfohlen bekommen, der Fahrer schlug dies vor). Somit sind wir flexibler und können Fotostops nach unseren Wünschen einlegen. Ein Fahrer ist zwar teurer als mit den öffentlichen Bussen zu fahren, spart uns aber einige Zeit.

Die Fahrt zum Meteoritenstein La Piedra del Peñol dauert (aufgrund Stau) ca. 2,5 Stunden. In 15 - 20 Minuten und 659 Stufen später bist du oben angekommen und kannst die Aussicht genießen. Ein Schild am Eingang behauptet übrigens, es sei die beste Aussicht der Welt.

Kolumbien Sehenswürdigkeit Guatape
Aussicht vom Meteoritenstein La Piedra del Peñol

Danach solltest du die kunterbunte Stadt Guatapé besichtigen. In den hübschen Gassen und bunten Fresken kannst du ein paar Stunden verbringen.

Am Ufer des Sees buchen wir spontan eine „La Lancha“ Tour, mit dem Boot über den Stausee überreden.  Diese dauert 1,5 - 2 Stunden und führt an den Luxusvillen so manch eines Stars oder ehemaligen Drogenbarons vorbei. Isla de la Fantasia, auf der ich gerne mal übernachten würde, die Villa von Fußballstar James Rodriguez und die ehemals kleinste Villa Pablo Escobars „La Manuela“, die von seinen Kontrahenten „Los Pepes“ zerstört wurde.

Für ein paar Dollar kannst du die Villa im Rahmen einer kurzen Tour besichtigen. Wir lassen uns überreden und staunen über die wunderschöne Aussicht, die man vom Schlafzimmer aus hatte. Auch über die Löcher in der doppelten Wand wundern wir uns. Unser Guide klärt uns auf, dass nach der Zerstörung sofort die Menschen anfingen, in den Wänden nach verstecktem Geld, Waffen und Drogen suchten. Leuchtet uns ein.

Das ursprüngliche Dorf Guatapé wurde beim Bau eines Stausees geflutet. Nur ein Kreuz erinnert daran, das auf der Spitze der alten Kirche herausragt. Einzig noch existierendes Haus ist ein Krankenhaus am Rande des Stausees.

Besondere Stadtführungen

Bist du nur kurz in Medellín? Dann lege ich dir ans Herz, eine Stadtführung zu buchen. Dann hast du auf jeden Fall die Möglichkeit, kompakt einen Überblick über die Stadt zu bekommen. Ich habe folgende Aktivitäten in Medellín unternommen:

Real Walking Tour

Jeder empfiehlt für Medellín die Real Walking Tour, also nehme auch ich an einer teil. Dabei geht man durch El Centro - das Viertel im Zentrum Medellíns, das man sonst vielleicht meiden würde. Doch Führerin Caro, eine gebürtige Medellínense (wie man die Einwohner Medellín nennt) nimmt uns die Angst. Dank ihr erleben wir eine richtig tolle Tour und sehen wichtige Orte und Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Unterwegs mit der Real Walking Tour in Medellín

Für den perfekten Einstieg in Medellín solltest Du unbedingt an der berühmten Free Walking Tour von Real City Tours teilnehmen. Berühmt, nicht nur, weil der Lonely Planet diese Stadtführung empfiehlt, sondern weil sie schlichtweg sehr, sehr gut ist und Du einmal durch das komplette Stadtzentrum kommst.

In gut 3 1/2 Stunden führen Dich Locals durch den Stadtkern Medellíns. El Centro wird in vielen Reiseführern noch immer als gefährlich eingestuft. Die jungen Guides führen Dich auf Englisch zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Innenstadt.

Die Tour ist wahrlich ein Highlight. Die Einheimischen nehmen kein Blatt vor den Mund und Dich mit auf eine Reise durch die Geschichte Kolumbiens, in die düstersten Kapitel bis hin zum heutigen Stolz der Stadt.

  • Kosten: Du entscheidest selbst, wie viel „Trinkgeld“ Dir die Tour wert ist
  • Dauer: 3,5 Stunden
  • Wann? 2x täglich von Montag bis Samstag
  • Wo? Start: Poblado Metro Station oder Alpujarra Metro Station
  • Wichtig: Die Tour ist auf Englisch und so beliebt, dass Du Dich mindestens einen Tag vorher online anmelden musst.
  • Website von Real City Tours Medellín
Das 36 Meter hohe El Monument a La Raza erzählt die Geschichte der Menschen in der Provinz Antioquia

Graffiti-Tour durch die Comuna 13

Die Comuna 13 Anfang der 1990er: Skrupellose Drogenkartelle, Pablo Escobar, blutige Bandenkriege, gnadenloser Bürgerkrieg, trauriges Armutsviertel, höchste Mordrate der Welt. Die Einwohner dieses Stadtteils von Medellín haben viel erleiden müssen. Doch heute sieht es hier ganz anders aus.

Darum: Statt Dich von Vorurteilen abschrecken zu lassen, solltest Du Dich lieber einer spannenden Graffiti-Tour anschließen und Dich auf der längsten Open-Air-Rolltreppe der Welt 130 Meter die steilen Andenhänge hinauf tragen lassen. Dein Guide erklärt Dir die Bedeutung all der farbenfrohen Street-Art-Kunst und das positive Lebensgefühl, das sich hier entgegen dem Terror wieder durchsetzen konnte.

Ja, Du könntest die Comuna 13 auch auf eigene Faust besichtigen, doch sowohl aus Sicherheits-Aspekten als auch aufgrund der spannenden Infos, die Du durch den Guide erklärst, empfehlen wir Dir diese Tour.

Escobar Tour

Tour Nummer 3 in meinen Empfehlungen führt Dich auf die Pfade des Drogenbarons und bekanntesten Sohn der Stadt: Pablo Escobar. Noch heute ist der Umgang mit der jüngeren Geschichte in Medellín sehr schwierig und schmerzhaft für die Einwohner:innen. Selten, dass darüber öffentlich gesprochen wird. Dementsprechend solltest Du im Gespräch mit Kolumbianern sehr sensibel sein, nicht mit einem Escobar-T-Shirt durch die Stadt laufen oder den Namen laut in der Öffentlichkeit aussprechen. Meiner Meinung nach ist hier Respekt gefragt, denn Pablo Escobar war der Grund, warum alle Menschen in der Stadt Anfang der 1990er um ihr Leben fürchten mussten.

Wir entschieden uns für die hochgelobte Escobar-Tour von Paisa Road. Sie gilt als sehr authentisch und so objektiv wie möglich. Eine Konkurrenztour wird beispielsweise von Angehörigen der Escobar-Familie durchgeführt. Die Frage nach der Objektivität ist da natürlich eher heikel.

Der meistgesuchte Verbrecher der 1990er: Pablo Escobar

Bei den beiden Tourguides Paula und Nicolas geht’s mit einem kleinen Van unter anderem zu Escobars Residenz Monaco, zu dem Haus vor dem er in Laureles erschossen wurde und zum Schluss besuchst Du sein Grab.

Das Besondere an der Tour sind nicht die Orte, sondern Paulas eindringliche Art, mit der sie Dir von Escobars Leben, dem kolumbianischen Drogenhandel, aber vor allem auch davon erzählt, wie die Kolumbianer all die Jahre erlebt und gelitten haben. Wenn Du heute durch die Stadt streifst, ist es unvorstellbar, dass noch vor 15 Jahren allein die Vorstellung an ein unbeschwertes soziales und kulturelles Leben unmöglich war.

  • Kosten: 60.000 COP
  • Dauer: 3 Stunden
  • Wann? Täglich von Montag bis Samstag, 9.30 Uhr
  • Wo? Abholung von verschiedenen Hostels in Poblado
  • Wichtig: Die Tour ist auf Englisch und ebenfalls sehr beliebt. Pro Tour gibt’s nur 10 Plätze. Also: rechtzeitig reservieren!
  • Website Paisa Road

Essen und Trinken

Wenn Du in Medellín bist, solltest Du natürlich das traditionelle Essen der Region Antioquia kosten. Sehr bekannt, beliebt und vor allem mächtig ist Bandeja de Paisa. Bei diesem Gericht bekommst Du einen Teller mit allem, was das kolumbianische Herz begehrt: Hackfleisch, Bohnen, Speck, Schweinebauch, Eier, Kochbananen, Reis, Avocados und Tomaten.

Restaurant-Empfehlung

Neben ein paar kolumbianischen Highlights, waren wir auch öfter in Poblado und Laureles essen. Meine Restaurant- und Café-Highlights waren:

Karte mit Sehenswürdigkeiten in Medellín

Hier findest du meinen Stadtplan für Medellín, mit allen Sehenswürdigkeiten, sehenswerten Orten und Tipps für Essen, Bars und weiteren Highlights.

Sightseeing-Tipps

Beste Reiseführer für Medellín und Kolumbien

Für Medellín selbst findest Du noch keinen  Reiseführer, darum empfehle ich Dir den Lonely Planet Kolumbien (aktueller ist die englische Ausgabe), in dem es ein halbes Kapitel zu der Stadt mit nützlichen Tipps gibt. Weiterhin kann ich Dir die folgenden englischsprachigen Websites und Blogs zur Inspiration und weiterführende Informationen empfehlen.

Eine tolle Lese-Empfehlung zur Einstimmung ist außerdem Kolumbien: Ein Länderporträt (Diese Buchreihe wurde ausgezeichnet mit dem ITB BuchAward).

Wann ist die beste Zeit für deinen Besuch?

Mit dem gemäßigten Klima ist Medellín ganzjährig ein tolles Reiseziel. Als klimatisch beste Reisezeit mit den wenigsten Regentagen gelten Juli und August. Besonders gut besucht wird die Stadt, wenn im August das zehntägige Blumenfest „Feria de las Flores“ stattfindet.

Wie viele Tage in Medellín?

Wenn Du vom Flughafen in die Stadt fährst, wirkt Medellín riesig! Keine Frage, hier gibt es viel zu entdecken und zu erleben – einige Reisende oder digitale Nomaden bleiben gleich mehrere Wochen oder Monate hier. Um die wichtigsten und schönsten Sehenswürdigkeiten, die ich Dir vorgestellt habe, zu entdecken, empfehle ich Dir für die Stadt 3 bis 4 Tage einzuplanen. Als Ausgangspunkt für Tagesausflüge rundherum, kannst Du natürlich länger bleiben. Solltest Du zum Feiern hier sein, komme am besten übers Wochenende.

Wie ist das Wetter in Medelín?

Medellín trägt den zauberhaften Beinamen „Stadt des ewigen Frühlings“ nicht umsonst. Das Wetter ist hier fast das ganze Jahr über gemäßigt: angenehm sommerliche Temperaturen zwischen 20 bis 25° Celsius. Die Sonne tut ihr Übriges. Sobald sie hinter den Bergen verschwindet, kühlt es sich jedoch beträchtlich ab.

Sicherheit in Medellín

Als Hauptsitz des kolumbianischen Drogenrings „Medellín Kartell“ galt die Stadt Ende der 1980er, Anfang der 1990er als die gefährlichste Stadt der Welt. Doch in den letzten 25 Jahren hat sich die Lage um 180 Grad gedreht. So gilt Medellín nun als weitgehend sichere Stadt.

Natürlich gibt es, wie in anderen Großstädten auch, „gefährlichere Gegenden“, die Du besonders als Tourist und Weiße:r meiden solltest.

Diese Grundregeln solltest Du befolgen: Beispielsweise nachts nicht alleine durch die Stadt laufen und Acht darauf geben, wer um Dich herum ist. Doch in Stadtteilen wie El Poblado oder auch Laureles ist es für Touristen weitgehend sicher und angenehm. Natürlich solltest Du nicht naiv und unaufmerksam durch die Comunas laufen.

Grundsätzlich habe ich die Kolumbianer:innen jederzeit als sehr freundlich und hilfsbereit erlebt.

Sprache: Grundkenntnisse in Spanisch sind Pflicht

In Kolumbien wird Spanisch gesprochen. Grundkenntnisse in Spanisch sind eigentlich essenziell, wenn du nicht nur in Cartagena, Bogota oder Medellin reisen möchtest. Das Spanisch, welches in Kolumbien gesprochen wird ist relativ gut verständlich, man muss öfter darauf hinweisen, dass man doch bitte langsamer sprechen möchte. Lediglich in Medellin ("Paisas" - Bauern) und vor allem an der Karibikküste habe ich mir schwergetan, überhaupt etwas zu verstehen.

In touristischen Gegenden wird teilweise auch Englisch gesprochen. Touren und Guides sprechen oft nur spanisch. Grundkenntnisse in Spanisch sind daher sehr vorteilhaft.

Vor einer Reise nach Kolumbien rate ich dir, zumindest die wichtigsten Worte in Spanisch zu kennen.

Vor meinen Reisen nach Kolumbien habe ich Online-Kurse bei Babbel gemacht, um meine Spanisch Kenntnisse aufzufrischen. Mit Babbel kannst du in kurzer Zeit die wichtigsten Worte auf Spanisch lernen. Somit kannst du dich vor Ort verständigen und bist nicht komplett verloren. Verlass dich nicht darauf, dass vor Ort Leute Englisch sprechen.

Hier kannst du Online bei Babbel Spanisch lernen (ich habe Alternativen ausgiebig getestet – auch kostenlose – und bin immer wieder zu Babbel zurück. Mittlerweile habe ich eine lebenslange Flatrate für alle Sprachen abgeschlossen)

Anreise

Flüge nach Medellín

Der José Maria Cordova Airport liegt etwa eine Stunde von Medellín entfernt. Hier landen internationale wie nationale Flüge von Airlines wie United Airlines, KLM, Lufthansa, Air Canada, Iberia und British Airways.

Kurze Inlandsflüge landen übrigens sehr spektakulär auf dem kleineren Flughafen Aeroparque Juan Pablo II mitten in der Stadt.

Mein Tipp: Die zum Teil günstigste Flugverbindung aus Europa nach Medellín und Kolumbien führt über Miami. Diese Kombination wird Dir eher selten über Suchmaschinen angezeigt. Aber Flüge aus den USA nach Kolumbien sind mitunter sehr preiswert.

Wie komme ich am besten vom Flughafen in die Stadt?

Ich empfehle dir, mit einem Taxi zu deiner Unterkunft zu fahren. Wir haben meist UBER genutzt, denn über die App waren Fahrten günstiger.

Auf dem Weg vom 30 Kilometer entfernten Flughafen nach Medellín gewinnst Du einen ersten Eindruck von der spektakulären Lage der Stadt. In 40 bis 50 Minuten Fahrtzeit geht es über die Anden in die Stadt. Egal, ob tagsüber oder am Abend: der Ausblick ist beeindruckend!

  • Am schnellsten und bequemsten kommst Du mit einem öffentlichen gelben Taxi vom Flughafen in die Stadt. Direkt am Ausgang warten die Taxifahrer auf ihre Gäste. Die Fahrt hat einen Festpreis von 65.000 COP und muss in bar bezahlt werden. Alternativ kannst Du auch ein Uber bestellen, das aber meist teurer ist (weil offiziell am Flughafen nicht erlaubt).
  • Günstiger ist der Flughafenbus für ca. 15.000 COP, der Dich zur San Diego Mall bringt. Er fährt tagsüber alle 15 Minuten bis 21 Uhr. Von der Mall musst Du dann selbstständig zu Deiner Unterkunft weiter.
  • Alternativ fahren auch sogenannte „Shared Taxis“, die Du an ihrer weißen Farbe erkennst. Die Fahrer sammeln bis zu 4 Gäste zusammen und fahren Dich bis zur San Diego Mall. Der Preis wird vor der Abfahrt vereinbart und liegt rund bei 15.000 COP.

Öffentliche Verkehrsmittel in Medellín

Medellín verfügt über eine sehr gute öffentliche Infrastruktur. Besonders auf die Metro sind die Paisas sehr stolz.

Metro / Bus / Gondola

Wer in Medellín nicht im Stau stecken bleiben will, der benutzt die Metro und die Metroplus Busse. Gerade das Metro-System ist relativ einfach: Linie A befährt die Nord-Süd-Richtung, die Linie B verläuft über die Ost-West-Ausdehnung. Mit der Gondola kommst Du in die höher gelegenen Gebiete. Diese Möglichkeiten sind einfach, günstig und schnell.

Nicht zuletzt verdankt die Stadt ihrem Nahverkehrskonzept den Ruf der innovativsten Stadt Südamerikas. Die Paisas sind sehr stolz auf ihre Metro. Du wirst Dich wundern wie sauber die Züge sind und vor allem wie ruhig es ist.

Fahrradfahren

Wie auch in anderen großen Städten, setzt sich das Fahrradfahren in Medellín immer mehr durch. Mittlerweile gibt es auch einen Umsonst-Fahrrad-Service, der sich EnCicla nennt. Du kannst Dich online kostenlos anmelden und auf der Karte nach den Fahrradstationen in Deiner Nähe schauen.

Taxi & Uber

Am einfachsten kommst Du in Medellín mit dem Taxi oder Uber von A nach B, die Du Dir direkt über die Apps Easy Taxi oder Uber bestellen kannst. Taxis kannst Du natürlich auch an der Straße heranwinken. Einziges Manko: die wenigsten Fahrer sprechen Englisch. Taxis sind ein wenig teurer als Uber-Fahrzeuge, aber dennoch vergleichsweise günstig. Denk jedoch daran, dass in Medellín gefühlt immer Rushhour herrscht.

Mein Fazit zu Medellin

Medellín hat mich persönlich mehr als positiv überrascht und ja, vom Hocker gerissen. Ich gestehe, dass ich das ein oder andere Klischee im Kopf hatte. Doch hat mich diese moderne, südamerikanische Stadt eines Besseren belehrt. Vor allem die Herzlichkeit und Offenheit der Menschen und die beeindruckende Lage machen die Stadt einmalig und mehr als einen Besuch wert.

Warst du schon einmal in Medellín? Welches sind für dich die schönsten Sehenswürdigkeiten?

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Mandy Jochmann Autorin
Hi ich bin Mandy!

Moin, mein Name ist Mandy, ich bin ein waschechtes Ostsee-Kind und liebe das Reisen! Neue Kulturen und exotische Länder entdecke ich am liebsten in meinen Laufschuhen. Genauso mag ich die Abenteuer direkt vor der heimischen Haustür. Wenn ich nicht reise, unterstütze ich als Mentorin und Achtsamkeitstrainerin Frauen.

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