Inhalt
Das Wichtigste in Kürze:
- Eintritt & Öffnungszeiten: aktuelle Preise und Zeiten findest du auf der offiziellen CapeNature-Website
- Anreise: rund 45 Kilometer Schotterpiste ab Swellendam (ca. 240 km ab Kapstadt), mit normalem Mietwagen befahrbar
- Beste Reisezeit für Wale: Mai bis November
- Aufenthaltsdauer: ein voller Tag reicht für einen Kurzbesuch, zur Walsaison empfehle ich mindestens 3 Nächte für 2 volle Tage, bei ausgiebigem Wandern oder Mountainbiken entsprechend mehr Zeit
- Highlights: weiße Dünen, Coastal Trail und der 55 Kilometer lange Whale Trail als Mehrtageswanderung
Warum das De Hoop Nature Reserve ein Geheimtipp ist
Das De Hoop Nature Reserve ist ein kleines Juwel an der Walküste auf dem Weg zur Garden Route. Mit den weißen Dünen, dem türkis leuchtenden Meer und der wilden, einsamen Natur zählt es für mich zu einem der schönsten Nationalparks in der Region Westkap in Südafrika. Hier findest du meine besten Tipps für einen Besuch.
Da das De Hoop Nature Reserve nur über eine schlechte Schotterpiste zu erreichen ist und etwas abseits der touristischen Hauptstraße liegt, haben viele Südafrika-Besucher dieses Paradies überhaupt nicht auf ihrem Plan. Daher findest du hier wirklich noch wenige Touristen und bist teilweise ganz allein unterwegs in dieser ursprünglichen Natur.
Für mich daher immer noch ein Geheimtipp, auch wenn immer mehr meiner Blogger-Kolleg*innen den Ort ebenfalls entdecken und darüber schreiben. Ich war vor 14 Jahren das erste Mal hier. Außer ein paar weiteren Unterkünften hat sich wenig geändert.

Lage und Anreise
Das De Hoop Nature Reserve liegt an der Südküste des Westkap, rund 240 Kilometer östlich von Kapstadt und nur eine gute Autostunde von Hermanus entfernt. Damit liegt es genau auf der Strecke zwischen Kapstadt und der Garden Route.
Die letzten 45 Kilometer führen über eine Schotterpiste, die an der N2 bei Swellendam beginnt. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde. Ich bin bei beiden Besuchen selbst mit dem Mietwagen hingefahren und hatte nie Probleme, einen Geländewagen brauchst du nicht. Plane trotzdem etwas Zeitpuffer ein, denn auf der Schotterpiste kommst du langsamer voran als auf der Teerstraße.
Tipp: Tanke rechtzeitig, im Reservat selbst gibt es keine Tankstelle. Die letzte Möglichkeit vor dem Eingang liegt im kleinen Ort Ouplaas, etwa 15 Kilometer vor dem Reservat.
Entfernung:
- De Hoop Nature Reserve – Cape Agulhas: 85 km
- De Hoop Nature Reserve – Hermanus: 137 km.

Karte: De Hoop Nature Reserve
Auf dieser Karte findest du alle wichtigen Punkte im Reservat auf einen Blick: Eingänge, Wanderwege, Aussichtspunkte und Unterkünfte. Speichere dir die Orte mit einem Klick in Google Maps, dann hast du sie unterwegs griffbereit.

Eintritt und Öffnungszeiten
Der Eintritt ins De Hoop Nature Reserve wird als Tagesgebühr pro Person berechnet, Kinder zahlen weniger. Die aktuellen Preise und Öffnungszeiten findest du immer aktuell auf der offiziellen CapeNature-Website, da sich diese ändern können.
Mit der Wild Card ist der Eintritt kostenlos. Das lohnt sich, wenn du während deiner Südafrika-Reise mehrere Nationalparks und Reservate besuchst. Ich habe eigentlich bei jedem Besuch die Wild Card besessen.

Welche Tiere und Pflanzen gibt es im De Hoop Nature Reserve zu sehen?
Im De Hoop Nature Reserve leben unter anderem Kap-Bergzebras, Elenantilopen, Strauße, Buntböcke, Paviane, Gelbmangusten und Karakale. Mit etwas Glück siehst du auch einen Leoparden, auch wenn diese selten und scheu sind. Achte beim Fahren auf Strauße, sie überqueren die Straße oft plötzlich und unkoordiniert.
Besonders spannend ist die Vogelwelt: Über 260 Vogelarten wurden im Reservat bereits gezählt. Am De Hoop Vlei, einem Ramsar-Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung, brütet der Rosaflamingo, De Hoop ist der einzige Ort in Südafrika, an dem ihm das gelingt. Im Potberg-Teil des Reservats liegt außerdem die einzige verbliebene Brutkolonie des gefährdeten Kapgeiers in der ganzen Provinz Westkap.
Auch im Meer steht das De Hoop Nature Reserve unter Schutz: Die Meeresschutzzone erstreckt sich 5,5 Kilometer vor der 45 Kilometer langen Küste und schützt Delfine, Robben, südliche Glattwale und rund 250 Fischarten. Von Mai bis November kommen die Glattwale zum Kalben direkt vor die Küste, dazu mehr im Abschnitt zum Whale Watching.
Das rund 36.000 Hektar große Reservat gehört zum Cape Floral Kingdom, dem kleinsten, aber am stärksten bedrohten Pflanzenreich der Welt, und beherbergt das größte zusammenhängende Tiefland-Fynbos-Gebiet am Westkap. Von den rund 9000 Pflanzenarten der Kap-Flora wachsen schätzungsweise 1500 allein im De Hoop Nature Reserve. Diese einzigartige Vielfalt an Flora und Fauna war 2004 der Grund, warum die UNESCO das Reservat zum Weltnaturerbe erklärt hat.



Wandern im De Hoop Naturschutzgebiet
Das Naturschutzgebiet De Hoop ist ein Wanderparadies. Es gibt zwei Wanderungen, die ich dir als Tagesbesucher empfehlen kann. Für eine mehrtägige Wanderung gibt es den berühmten Whale Trail, bei dem der Name Programm ist und du entlang der Küste die Chance auf Sichtungen der südlichen Glattwale hast.
Lass dir am Parkeingang die Karte geben, in der auch die Wanderungen eingezeichnet sind. Wir haben uns dort auch beraten lassen, was wir an einem Tagesbesuch am besten unternehmen können. Tipp: Lade die Forge Hiking Trail Maps App aufs Handy, dann hast du alle Karten des Parks offline verfügbar.
Für Wanderungen wird eine Gebühr fällig, die du am Gate bezahlst, die aktuelle Höhe findest du auf der offiziellen CapeNature-Seite. Die Anzahl der Permits ist begrenzt. Willst du auf Nummer sicher gehen, buche deine Erlaubnis online vorab.
De Hoop Coastal Trail
Dieser Wanderweg führt dich vom Parkplatz Koppie Alleen zunächst hinab zum Strand. Dort angekommen biegst du links ab und gehst entlang der felsigen Küste, so weit du möchtest.
Ich habe die Strecke selbst nie getrackt, auf Komoot wird sie mit rund 13 km angegeben. Bei Ebbe kannst du auch am Strand entlanggehen, das ist die schönere Variante. Prüfe die Gezeitentabelle im Internet oder frage am Empfang danach. Achte auf die Vegetation und zertrample keine Pflanzen.
Siehst du Hinweisschilder, dass du nicht auf die Dünen klettern sollst, halte dich daran. An den Hippo Pools gibt es einen guten Spot zur Walbeobachtung.

De Hoop Klipspringer Trail
- Länge: 6 km
- Dauer: 2 Stunden
Diese Wanderung beginnt im Potberg's Eco Venue und führt als Rundweg über den Potberg im nordöstlichen Teil des Reservats abseits der Küste. Vom höchsten Punkt hast du einen weiten Blick über das Breede River Tal. Mit etwas Glück siehst du hier auch die Kapgeier, mehr zur Kolonie im Abschnitt zu Tieren und Pflanzen.
De Hoop Potberg Trail
- Länge: 10 km
- Dauer: 3 Stunden
Diese Wanderung startet ebenfalls am Potberg's Eco Venue, führt aber auf einer längeren Route weiter durch die Potberg-Berge als der Klipspringer Trail. Eine gute Wahl, wenn du mehr Zeit mitbringst und tiefer in die Bergwelt des Reservats eintauchen willst.
Mehrtägige Wanderung: Whale Trail
- Länge: 55 km
- Dauer: 5 Tage/4 Nächte (plus eine Übernachtung in Potberg vor dem Start)
Die Route führt von Potberg nach Koppie Alleen, mit Übernachtungen in fünf verschiedenen Hütten unterwegs. Er führt durch üppigen Fynbos, immer mit Blick auf die Küste. Diese Wanderung steht bei mir noch auf der Liste, wenn ich beim nächsten Besuch mehr Zeit mitbringe.

Essen & Trinken
Im De Hoop Nature Reserve gibt es zwei Restaurants: das Fig Tree Restaurant im zentralen Bereich und das Bites Beach Café bei Koppie Alleen. Ich war bei beiden.
Das Fig Tree Restaurant liegt im „Opstal"-Bereich mit Blick auf den De Hoop Vlei und ist täglich für Tages- wie Übernachtungsgäste geöffnet, mit Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie Snacks.
Bei Koppie Alleen liegt das Bites Beach Café in einem restaurierten Cape-Dutch-Fischerhäuschen auf den Felsen, tagsüber geöffnet für Wanderer und Tagesbesucher, mit frischem Fisch, Pizza aus dem Holzofen und Burgern. Bei meinem ersten Besuch stand hier noch ein einfacher Food Truck, inzwischen ist daraus ein festes Café geworden.
Tipp: Willst du selbst kochen oder dich mit Snacks für die Wanderungen eindecken, kaufe vorher in Ouplaas ein, 15 Kilometer vor dem Reservat. Im Reservat selbst gibt es keinen Supermarkt.
Wo übernachten im De Hoop Nature Reserve?
Im De Hoop Nature Reserve selbst kannst du bei der De Hoop Collection übernachten, die alle Unterkünfte im Reservat betreibt. Das Angebot reicht von einfacheren Selbstversorger-Chalets über Cottages im Opstal-Bereich, nur wenige Gehminuten vom Fig Tree Restaurant entfernt, bis zu hochwertigen Lodges mit Vollpension.
Tipp: Die Zimmerzahl im Reservat ist begrenzt, vor allem in der Walsaison von Mai bis November sind die Unterkünfte oft früh ausgebucht. Buche deshalb rechtzeitig, wenn du direkt im Reservat übernachten möchtest.

Falls dir das zu teuer ist, kannst du auch in Swellendam übernachten, das nur eine knappe Autostunde entfernt liegt und sich auch als Zwischenstopp auf dem Weg zur Garden Route anbietet.
A Riverbed Guesthouse in Swellendam
Tolle neue Unterkunft mit großem Bad, Zimmer und einer Terrasse am Pool. Wir hatten das Zimmer ganz am Ende. An den vorderen herrscht oft "Durchgangsverkehr", da die Gäste einfach vorbeilaufen müssen. Es ist aber sehr ruhig und die Gastgeber sind sehr freundlich. Das Guesthouse liegt am Fluss (2. Bild) und so mancher Gast hat auch hier gegrillt, gechillt und sich abgekühlt.
Kleine Küchenzeile im Zimmer, Frühstück zum Selbermachen im Kühlschrank und Kaffee im Zimmer. Was gibt es Schöneres?
In der Nähe
Diese Ziele lassen sich gut kombinieren
Das De Hoop Nature Reserve liegt auf der Strecke zwischen Kapstadt und der Garden Route. Mehrere lohnende Ziele liegen in der Nähe:
- Cape Agulhas: der südlichste Punkt Afrikas, mit Leuchtturm und Schiffswracks.
- Swellendam: historisches Städtchen im kapholländischen Stil, direkt an der N2 auf dem Weg zum Reservat.
- Hermanus: bekannt für Walbeobachtung von Land aus, eine gute Autostunde vom Reservat entfernt.
- Mossel Bay: offizieller Startpunkt der Garden Route, wenn du von hier aus weiterfährst.
FAQ: Häufige Fragen
Direkt im Reservat bei der De Hoop Collection oder, als günstigere Alternative, im nahen Swellendam, das eine knappe Autostunde entfernt liegt. Hier gibt es mehrere Hotels und B&B's zur Auswahl.
Ein voller Tag reicht für einen Kurzbesuch. Zur Walsaison von Mai bis November empfehle ich mindestens 3 Nächte für 2 volle Tage, bei ausgiebigem Wandern oder Mountainbiken entsprechend mehr.
Wandern entlang der Küste oder durch die Potberg-Berge, Wale beobachten von Mai bis November sowie die weißen Dünen und die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt entdecken.
Der Eintritt wird als Tagesgebühr pro Person berechnet, mit der Wild Card ist er kostenlos. Die aktuellen Preise findest du auf der offiziellen CapeNature-Website.
Für mich ja: Trotz der schlechten Zufahrt zählt das De Hoop Nature Reserve für mich zu den schönsten Nationalparks am Westkap, gerade weil es noch ein Geheimtipp ist.
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