Uganda Ruanda Reisebericht – 25 Tage Abenteuer in Ostafrika

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Reisebericht für Uganda und Ruanda
Ich und Mister Guhongo - der zur Zeit älteste freilebende Berggorilla auf der Welt!

Uganda und Ruanda sind beides Länder, die bei vielen Menschen eher mit Bürgerkriegen, Flüchtlingen und Armut in Verbindung gebracht werden. Daher wurde ich von Freunden und Familie ziemlich ungläubig angesehen, als ich vom neuen Reiseziel berichtete.

Aller Beteuerung, dass diese Destinationen sehr sicher sind und einem Versprechen, nicht in die DR Kongo zu reisen (der Virunga Nationalpark und die dort lebenden Gorillas sind ein absoluter Wunsch von mir) wurde meine Entscheidung wohl oder übel akzeptiert. Beeinflussen lasse ich mich in der Auswahl meiner Reiseziele sowieso nicht.

Eine gute Entscheidung wie sich herausstellen sollte. Beide Länder sind so unglaublich grün, die Menschen versprühen Lebensfreude und eine große Energie, die Wirtschaft ihrer Länder voranzutreiben. Noch nie habe ich soviele Menschen gesehen, die richtig hart (ich meine wirklich richtig richtig hart) arbeiten, tüfteln, Ideen haben um am nächsten Tag auch noch Essen auf dem Tisch zu stehen haben.

Die Natur ist unbeschreiblich. Jeden Tag und jede Sekunde haben wir es genossen, mit unserem Toyota Rav4 durch diese unbeschreiblichen Landschaften fahren zu dürfen.

Diese Reise hat mich nicht nur wahnsinnig beeindruckt und jeden Tag vor eine neue Herausforderung gestellt. Nein, diese Reise war sehr lehrreich und wir haben inspirierende Menschen kennenlernen dürfen.

Da ich das alles nicht im privaten Reisetagebuch im verborgenen lassen möchte, bekommt ihr hier Auszüge meines Tagebuchs aus 25 Tagen Roadtrip durch Uganda und Ruanda zu lesen.

Ich hoffe es inspiriert euch, auch diese beiden Länder zu bereisen. Es lohnt sich!

Klickt auf die einzelnen Tage, um direkt zum entsprechenden Tag im Artikel zu springen:

Inhaltsverzeichnis

Hier findest du alle Reisetipps für Uganda und Ruanda (Planung, Flüge buchen, Mietwagen, welche Reiseführer, Unterkünfte, etc.)


Übrigens: Nur wenige Reisende fahren durch Uganda und Ruanda mit dem eigenen Mietwagen. Sie buchen gleich einen Fahrer mit. Auch wenn vermutlich nicht jeder den Mut hat, nach dem Motto „Augen zu und durch“ zu handeln. Es lohnt sich definitiv, ohne Fahrer diese Länder zu bereisen. Manchmal bin ich vermutlich über mich und mein Fahrkönnen herausgewachsen (ich bin noch nie selbst Offroad, und ein Allradfahrzeug gefahren).

Auch wenn das Fahren manchmal anstrengend (teils übelste Pisten über Stunden und kaum oder keine Straßenschilder vor allem in Uganda) oder auch gefährlich war (einmal sind wir fast gekippt, mehrere Male mußten wir halsbrecherischen Fahrern ausweichen und einmal hatte ich durch tiefen Matsch keine Kontrolle mehr über das Fahrzeug. Auch um Nachtfahrten kamen wir mindestens fünf mal nicht herum).


Warum jetzt nach Uganda und Ruanda?

Die Zeit für eine Reise nach Uganda und Ruanda könnte nicht besser sein. Beide Länder sind aktuell politisch stabil. Ich hoffe, dass auch Uganda nach den kommenden Wahlen (Februar 2016) stabil sein wird. Die Menschen sind es leid, Kriege zu führen. Haben sie uns zumindest versichert.

Trau dich und bereise Ostafrika. Die Tierbestände haben sich nach den Wilderungen Idi Amins Gefolge weitgehend erholt, Straßen werden nach und nach Asphaltiert, viele Unterkünfte (wundervolle Eco-Lodges) sind entstanden und beide Länder sind noch nicht allzu touristisch. An manchen Orten haben die Kinder noch nie Weiße („Musungu“) gesehen und rennen ganz aufgeregt und winkend auf dich zu. Oder sie weinen, da du so anders bist.

Bringe für die Reise allerdings Geduld mit. Hier ticken die Uhren ein wenig langsamer. Die Zubereitung einer Mahlzeit kann dann schon bis zu zwei Stunden betragen. Hungrig Essen zu gehen ist somit eine schlechte Idee.

Geduldig sind die Ostafrikaner. Außer im Straßenverkehr. Hier wird hektisch gerast, wild Spuren gewechselt und einfach die Straßenseite gewählt, die weniger Schlaglöcher oder Matschpfützen aufweist. Dass dies deine Spur ist, und du ihnen gerade frontal entgegenkommst interessiert die anderen nicht.

Reiseroute unserer Uganda – Ruanda Reise

reiseroute uganda und ruanda


Tag 1: Anreise nach Entebbe (Uganda)

Endlich ist es soweit: Der Roadtrip durch Uganda und Ruanda beginnt am Flughafen in Stuttgart. Turkish Airlines hatte das günstigste Angebot (505 € Hin- und Rückflug). Daher fliegen wir (Susi von Black Dots White Spots ist auch dabei) über Istanbul und einem kurzen Zwischenstop in Kigali (Hauptstadt von Ruanda) nach Entebbe. Vor dem Einchecken muss ich schnell umpacken, denn Steven von funkloch hat mir ein „kleines Päckchen“ mit 6 kg Klamotten und Fußballschuhen für die kleine Gemeinde Nandere, wo wir den Brunnen Bauen werden, mit auf die Reise gegeben.

Mitrbingsel für Uganda Reise
Da hat mir Steven ein Ei gelegt: Aus den angekündigten „2 Paar Schue“ und ein T-Shirt wurde ein Paket mit über 6 kg für die Menschen in Nandere!

Als alles verpackt und sortiert ist begeben wir uns zum check-in Schalter. Es fängt gut an, denn wir bekommen für beide Flüge ein Upgrade in die Business-Class! Unsere Freude ist groß!

Einen kleinen Haken hat mein Einchecken: Dank Stevens Geschenken ist mein Rucksack zu hoch für die Wanne am Fließband. Ich solle ihn doch bitte am Schalter für Sperrgepäck aufgeben. Eigentlich kein Problem. Doch irgendwie mag mich die Angestellte, die mein Rucksack durchleuchtet nicht und schon stehe ich am Förderband und packe aus. Mein Anti-Moskito Spray ist nicht in ihrem Sinn.

Angeblich wie es entflammbar ist und auch nicht „zur Körperpflege bestimmt“ sei. Solch einen Bullshit habe ich noch nicht gehört. Da scheint es mal wieder jemand zu genau zu nehmen, ich rege mich ziemlich auf. Mein Anti-Moskito Spray gehört sehr wohl zur Körperpflege. Es ist quasi das Parfum eines Reisenden. Nicht?

Der Flughafen in Stuttgart nimmt sich der Sache an, nachdem ich entrüstet einen Tweet gesendet habe und stimmt mir zu (die Antwort des Flughafens wurde mittlerweile leider gelöscht):

Nach dem ersten Ärger bekommt mein Handgepäck noch eine Untersuchung auf Spuren von Sprengstoff und dann sind wir endlich „drin“. Nicht aufregen Katrin, es stehen immerhin 3,5 Wochen Ostafrika bevor! Dank Upgrade dürfen wir auch in die Lounge. In Stuttgart nutzt Turkish Airlines die der Lufthansa mit. Kaffee, letzte E-Mails schreiben und weitere Unterkünfte buchen oder zusagen.

Flughafenlounge in Stuttgart
Dank Upgrade darf ich zum ersten mal in eine Flughafen-Lounge – wenn auch zugegebenermaßen in eine kleine.
Turkish Airlines Flug in Stuttgart
Turkish Airlines Flug TK 7102 ist pünktlich zum Abflug bereit

Flug TK 7102 startet pünktlich. Turkish Airlines verwöhnt uns schon vor dem Start mit der berühmten „Homemade Lemonade“. Ich liebe sie und trinke je nach Fluglänge mindestens zwei Gläser davon. Wenn man weit hinten im Flieger sitzt ist diese Limonade oft schon vergriffen.

Homemade Lemonade bei Turkish Airlines
Tipp für alle Turkish Airlines Fluggäste: Unbedingt die Homemade Lemonade bestellen und testen – köstlich und erfrischend!

Dazu gibt es ein äußerst leckeres Mittagessen, serviert von der mitfliegenden Köchin. Ehe wir uns versehen sind drei Flugstunden um und wir auch schon in Istanbul.

Wir vertreiben uns die Zeit im Starbucks, denn in der Ecke steht eine „WIFI-Machine“, die stark frequentiert ist: Mit Hilfe der Bordkarte können sämtliche Reisenden einen Code bekommen, mit welchem sie 2 h kostenloses WIFI nutzen können. Ein ziemlicher Trubel kann ich euch sagen und lustig zu beobachten. Ich entwerfe kurz ein Logo für ein neues Projekt meines Bruders. Schicke diverse Entwürfe hin und her, dann ist auch schon wieder Zeit zum Einchecken für den Weiterflug.

Buisiness Class Sitze bei Turkish Airlines
Die Buisiness Class Sitze bei Turkish Airlines sind ziemlich bequem. So bequem, dass sogar ich für ein paar Stunden einschlafen kann.

Über einen kurzen Stop in Kigali (Hauptstadt Ruandas) geht es weiter nach Entebbe. Kigali wirkt von oben alles andere als Großstädtisch. Das liegt einerseits daran, dass es 2.40 Uhr mitten in der Nacht ist, und andererseits auch daran, dass es keine Straßenbeleuchtung gibt. Nur wenige Häuser haben durchgängig Strom. Gegen 3.40 Uhr landen wir endlich in Entebbe.

Das Flugzeug parkt direkt vor dem Terminal, so dass wir den kurzen Weg in das Gebäude zu Fuß gehen können. Beim Verlassen des Fliegers spüren wir sofort, wie hoch die Luftfeuchtigkeit ist. Ich taumle im Halbschlaf ins Terminal, um wie alle anderen den Zettel zur Einreise auszufüllen. Dichtes Gedränge und die spätere Erkenntnis: Hätten wir uns sparen können.

Solltest du wie wir ein East African Visum (für die Länder Uganda, Ruanda und Kenia) benötigen, kannst du dich direkt bei der Einreise an den linken Schaltern (erkennst du am „VISA“ Schild) anstellen.

Hierfür musst du überhaupt nichts ausfüllen, sondern nur die Fingerabdrücke beider Hände abgeben, ein Foto von dir aufnehmen lassen und die 100 US$ in Bar auf den Tisch legen. Dieser Prozess ging recht zügig.

Schnell noch den Rucksack vom Gepäckband, Geld am ATM abgeben (Yeah ich bin Millionär) und zum bereits wartenden Fahrer unserer Unterkunft „2 Friends Beach Hotel“ gehen. Die Fahrt zur Unterkunft dauert nur 10 Minuten.

Uganda Schilling Gorilla
Lieblingsgeldschein? Millionär und dann noch mit nem Gorilla drauf!

Todmüde falle ich gegen 6 Uhr morgens ins Bett. Plötzlich übertönt ein Geräusch unseren Ventilator: Es regnet in Strömen. Klar, ist ja auch Regenzeit. Unser Fahrer meinte, es regne oft aber nicht sehr lange.  Wir werden es sehen…

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Tag 2: Von Entebbe durchs Verkehrschaos in Kampala nach Nandere

Als ich aufwache regnet es immer noch. Die Tropfen prasseln lautstark aufs Dach. Da es im 2 Friends Beach Hotel nur bis 10 Uhr Frühstück gibt, stelle ich mir auf 9.45 Uhr den Wecker und taumle aus dem Zimmer in den gegenüberliegenden Frühstücksraum.

Komisch. Ich bin in Afrika und trotzdem steht ein Glas Nutella auf dem Tisch. Ich gebe mich erstmal mit Kaffee, Wassermelonensaft und Rührei zufrieden. Dazu eine frische Scheibe Vollkornbrot. Wie zuhause in Deutschland oder?

Außer mir sind noch zwei andere Alleinreisende anwesend. Ich genieße die Stille und lausche dem Regen. Kein Ende in Sicht. Dabei wollte ich doch Entebbe erkunden. Dann eben noch einen Kaffee und eine kurze Nachricht nach Deutschland, dass wir gut angekommen sind.

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Irgendwann ist auch Susi wach, es hört plötzlich auf zu regnen und wir werden aktiv. Durch einen Hinterausgang geht es über die Straße direkt zur dazugehörigen absolut chilligen Beach-Bar des Hotels. Natürlich hat diese jetzt noch geschlossen. Trotzdem genießen wir den Ausblick am Victoriasee.

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Panorama von der Beachbar des 2 Friends Beach Hotel

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Übrigens: Der Victoriasee (auch Viktoria-See oder Viktoriasee geschrieben) ist der drittgrößte See der Welt. Flächenmäßig entspricht er ungefähr der Größe Bayerns. Er ist sowohl Teil von Tansania, Kenia und Uganda.

So schön der Ausblick, umso gefährlicher kann ein Bad darin sein. Der Bilharziose-Erreger fühlt sich darin ziemlich wohl. Vor dem Schwimmen im See wird überall gewarnt und abgeraten.

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Ist das nicht idyllisch?

Da noch ein wenig Zeit bis zur Mietwagenübernahme ist schlendere ich ein wenig durch die Straßen bzw. eher Pisten. Als „Musungu“ (Weiße) wird man sofort freundlich angesprochen und ausgefragt. So treffe ich keine 2 Minuten später auf Moses der mit auf seinem Mountainbike entgegengefahren kommt. Er erzählt mir von seinem Fahrradverleih „Bike2go Entebbe„, wir reden über Uganda, unsere Tour und er verrät mir, dass er eifrig Deutsch lernt, da er eine deutsche Freundin hat.

Wir tauschen Kontakte aus und er lädt uns ein, mit ihm eine Tour durch Entebbe zu machen. Ich muss ihn leider auf das Ende der Reise vertrösten. Wir bleiben in Kontakt.

Direkt an unserem Standpunkt sehe ich den ersten „Metzger“, welchen ich unbedingt fotografieren muss. Kaum geschehen kommt mir von 100 Meter eine ältere Frau entrüstet entgegen. Ich solle sofort das Bild löschen, das wäre ihr Business und so mache ich es kaputt. Ich entschuldige mich und frage sie ob ich es nicht fotografieren darf. Sie geht auf Nummer sicher und lässt sich alle Bilder auf meiner Kamera zeigen. Ich bin leicht verständnislos. Menschen „schieße“ ich nicht einfach ab. Aber eine verlassene Hütte mit nem Stück Fleisch? Echt jetzt?

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Ups, auf meinem iPhone habe ich doch noch ein Bild gefunden. „Corner Pork Joint“ – normal in Uganda

Dann kommt Julius und übergibt uns den Mietwagen, übergibt uns das Carnet, welches wir zum Überqueren der Grenze von Uganda nach Ruanda und zurück benötigen, Kartenmaterial und einen Bradt Travelguide für Uganda. Prima, bisher besitze ich nur die ebook Version. Gedruckte Infos sind mir immer lieber (und werden hier noch wichtig sein).

roadtrip uganda mietwagen
Unser Mietwagen von Roadtrip Uganda: Toyota Rav4 – natürlich Allrad

Abfahrt zum Supermarkt in der Viktoria Mall in Entebbe. Zuerst kaufen wir SIM-Karten bei Airtel (dauert über eine Stunde) und decken uns dann mit Wasser, Wasser, Cola, Snacks (Kekse und Nüsse), Toilettenpapier, Moskitospray (meines wurde mir ja leider am Flughafen abgenommen) und Samosas ein. Die Fahrt kann beginnen.

Entebbe - Kampala mit dem Auto
In Entebbe geht es noch entspannt zu – nur ab und zu überholen die Matatus und Boda Bodas einen ohne Vorwarnung. Mal von links, mal von rechts kommend…
Verkehrschaos in Kampala
In Kampala geht nix mehr – leider gibt es keine Fotos oder Filme. Wir mussten uns beide dann 100% auf den Verkehr konzentrieren
Entebbe Kampala selber Auto fahren
In Uganda habe sogar ich beide Hände am Steuer – Konzentration ist gefragt – trotzdem finden wir das alles irgendwie lustig und lachen über dieses Chaos

**Diesen Zwischenteil mit vielen Bildern gibt es heute exklusiv gegen eine Spende für den Brunnen in Nandere **
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Tag 3: Fahrt zum Murchison Falls Nationalpark

Um 7.45 Uhr stehen wir auf. Im Gegensatz zu den Einwohnern von Nandere schlafen wir lange. Alle sind schon auf und haben bereits die morgendliche Messe besucht. Nichts für mich, auch wenn sich der Gesang (Gospel auf Luanda) ziemlich gut anhört. 

Im Wohnzimmer (das eigentliche Wohngebäude wird gerade umgebaut) gibt es Kaffee, Omlette und Chiapati. Dazu natürlich frisches Obst (Regenzeit ist Erntezeit) und Luanda Vokabeln.

Danach führt uns Pater Joseph durch die Gemeinde und zeigt uns Felder, Brunnen und Schulen. Alle sind sehr freundlich und begrüßen uns sehr herzlich. Sind die brave German Girls die sich trauen, selbst mit dem Auto durch Uganda zu fahren vor allem für die Fahrt durch Kampala haben Sie großen Respekt.

Gegen 12 Uhr nehmen wir Abschied von Nandere und machen uns auf den Weg über Bombo und Masindi in den Murchison Falls Nationalpark zur Bakers Lodge. 

Wir kommen schnell voran, da die geteerte Straße bis Masindi in einem klasse Zustand ist (Ein Tipp für alle die selbst fahren: In Masindi auftanken!). Ab Masindi sind es noch 92 km bis Paara. Die befestigte Piste zwischen Masindi, Budongo Forest (Eines der größten und am besterhaltendsten Regenwaldgebiete Ostafrikas) und dem Murchison Nationalpark ist aus Erde und je nach Wetter in einem relativ guten Zustand (wie wir auf unserer weiteren Reise feststellen werden). Die Schlaglöcher oder durch heftige Regenfälle entstandenen tiefen Furchen gehören zum normalen Straßenbild. Man muss immer aufmerksam fahren oder vertraut auf die Stoßdämfer seines Wagens…

Fahrt zum Murchison Falls NP
So sieht das aus, wenn plötzlich ein Gewitter aufkommt…

Eine kurze und heftige Gewitterfront, sowie diverse Pavian-Familien auf der Straße bremsen uns aus. Auch die überdimensional großen Spinnennetze über der Straße im Budongo Forest bringen uns nicht nur zum Staunen, sondern auch zum Anhalten und staunen (Wagt bei der Durchfahrt mal einen Blick nach oben, aber macht davor euer Schiebedach zu).

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Hier wird alles transportiert was aufs Auto passt.

An der Baker’s Lodge werden wir schon erwartet und beziehen unser Luxus-Zelt. Dass unser Zelt etwas besonderes ist, bekommen wir in der ersten Nacht zu hören: Die Nilpferde verlassen nachts das Wasser zur Nahrungsaufnahme. Dies tun sie Nacht für Nacht vor unserem Zelt und mampfen sich durchs satte Gras. Die Geräuschkulisse ist irre! Das Essen hier übrigens ebenso.

Hier gibts alle Tipps zum Murchison Falls Nationalpark (und ganz viele Fotos)

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Alle weiteren Berichte werden nach und nach vervollständigt

Tag 4: Murchison Falls – Game Drive und Bootstour auf dem Victoria Nil

Schon früh klingelt der Wecker, um 6.30 Uhr gibts Frühstück, da wir um 7 Uhr die erste Fähre bei Paraa in den nördlichen Sektor des Parks erwischen möchten. Es warten schon eine Menge Autos. Aber geschafft. Als eines der letzten Autos, die noch mitfahren dürfen.

Fähre in Paraa vom Süd- in den Nordsektor
Fähre in Paraa vom Süd- in den Nordsektor

Am Parkeingang empfängt uns Vivian, unsere Rangerin, die mit uns zum Game Drive im Murchison Falls Nationalpark startet. Die Kosten dafür betragen 20 $ Dollar (Mehr zum Game Drive im Murchison Falls NP).

Wir entdecken Rothschildgiraffen, Warzenschweine, Antilopen, Oribi, Geier und Marabus, Büffel und Nilpferde. Vogelarten gibt es hier eine ganze Menge, vor allem viele Afrikanische Schreiseeadler und schwarz-weiße Stummelaffen (auch Colobus-Affen). Einen Ranger hätten wir dafür allerdings nicht benötigt, die Tracks sind außerdem gut ausgeschildert. Dass Ranger über Funk kommunizieren, wie ich es aus Südafrika gewohnt bin, gibt es hier (noch) nicht. Die 20 $ für einen Ranger würde ich hier beim nächsten mal echt sparen. Keinen Mehrwert, Infos zu Tieren nur nach Fragen und irgendwie anstrengend.

Fahren den Victoria Track, der nach dem Airflield links abzweigt. Dann rechts hinein in den Queen Track und zum Albertsee/Nildelta, wo sich die Nilpferde tummeln. Auf dem Rückweg bleiben leider die Löwen aus. Schade, hier hätte ich Nachholbedarf, waren die auch in Südafrika rar.

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Rothschildgiraffen beim Game Drive
Aasgeier in Baum im Murchison Falls Nationalpark
Satt gefressene Aasgeier im Baum beim Sonnenaufgang
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Ein seltener Anblick: Normalerweise ergreifen Wartenschweine sofort die Flucht wenn man angefahren kommt

Mehr Infos zum Murchison Falls Nationalpark, Game Drive und weiteren Aktivitäten findest du hier.

Nach unserem Game Drive fahren wir schnell in der Paraa Lodge zum tanken vorbei. Die einzige Möglichkeit, im Park zu tanken findest du hier. Zuerst am Hauptgebäude bezalhlen, dann zur Tankstelle fahren, Rechnung vorzeigen und einmal vollgetankt bekommen. Gegen 11 Uhr fahren wir mit der Fähre zurück zur Lodge.

Warten auf Fähre in Paraa
Warten auf die Fähre zurück in den südlichen Sektor, wo die Baker’s Lodge liegt

Nach einem Lunch geht es wieder los zur Bootstour auf dem Viktoria Nil flußaufwärts zu den Murchison Falls. Abfahrt ist 14.30 Uhr und die Tour kostet 30 $ Dollar.

Die Tour war okay aber dank der dänischen Vogelfreaks wird es zuerst belustigend dann anstrengend. Sobald ein Vogel zu sehen ist, ruft einer der Männer den Vogelnamen, alle springen auf und zücken ihr Fernglas. Die Kameras mit den riesigen Zoom-Objektiven dienen auch nur als Zierde. Schräg.

Sie schauen auch ziemlich pikiert als wir ein Nile auf dem Nile trinken. 

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Ein Nil auf dem Nil – schmeckt!

bootstour-murchison-falls-african-eagle bootstour-murchison-falls-wasserfall bootstour-murchison-falls-hippos-beobachten Nach 3,5 Stunden ist die Tour um und wir fahren zurück. Der Rest des Tages wird am Hauptgebäude der Lodge die Ruhe und Geräusche der Hippos genossen, Bilder gesichert, … bis ein Angestellter der Lodge plötzlich vor uns steht und fragt, ob wir ein Krokodil sehen möchten? Logo.

Alle Neugierigen laufen im dunkeln über die Wiese der Lodge – selbst in Südafrika unvorstellbar, da das Ufer und somit die Hippos und weitere Krokodile nah sein könnten… Bevor das Krokodil wieder ins Wasser verschwindet sehen wir es. Riesig! 

Hier gibt’s alle Infos zum Murchison Falls Nationalpark.

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Tag 5: Murchison Falls – Bootstour zum Delta

Letzte Nacht war unruhig. Immer wieder wurde ich von Tiergeräuschen rund um unsere Hütte wach. Nilpferde waren es nicht. Trotzdem heißt es heute wieder: Früh aufstehen. Denn die Bootstour zum Nil-Delta startet um 7 Uhr. Da die Baker’s Lodge auf dem „Weg“ zum Delta liegt sparen wir uns eine halbe Stunde und werden direkt abgeholt. Sogar mit eigenem kleinen Boot, da die Tour außer uns niemand gebucht hat.

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Unser kleines Boot zur Tour entlang des Viktoria Nil bis zum Nil-Delta am Albertsee und der Grenze zur DR Kongo

Die morgendliche Ruhe in dieser Landschaft ist unbeschreiblich schön. Ich verstehe nicht, warum die Tour zu den Murchison Falls so hochgelobt wird. Diese gefällt mir besser. Wir schippern an unzähligen Hippos vorbei, die schnell abtauchen, wenn wir zu nahe sind. Trotzdem muss unser Guide aufpassen, dass nicht doch ein Nilpferd zu nahe kommt. Das Boot könnte ein Nilpferd locker zum kentern bringen.

Das ein oder andere Nil-Krokodil bekommen wir auch bei dieser Tour zu sehen. Dazu jede Menge Vögel und Primaten. Vor allem die schwarz-weißen Stummelaffen zeigen sich hoch in den Bäumen.

Schwarz-weiße Stummelaffen
Schwarz-weiße Stummelaffen

Ich bin überrascht, wieviele Hippos wir auf unserem Rückweg passieren, die im Wasser oder sogar an Land stehen. Scheint an der morgendlichen Frische zu liegen. Lustig ist vor allem zu beobachten, wie Nilpferde im Wasser rennen. Dabei scheinen sie immer ein Lächeln im Gesicht zu haben:

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Nach vier Stunden werden wir wieder an der Lodge abgesetzt. Während der Tour haben wir außer ein paar Fischerbooten nur noch ein einziges anderes Boot gesehen. Das heißt: Sobald wir Tiere gesichtet und angehalten haben wurde der Motor abgestellt und es herrschte absolute Stille. Bis auf die Tiergeräusche, vor allem Hippos, natürlich. Irre.

Ausführlich über die Bootstour habe ich im Artikel zum Murchison Falls Nationalpark mit Tipps und Infos geschrieben.

Den Rest des Tages habe ich außer Fotos zu sortieren und die nächsten Fahrten und Tage zu planen nichts gemacht. Die Baker’s Lodge hat dazu beigetragen, dass man wirklich einen Gang zurück schalten kann und einfach nur genießt.

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Tag 6: Fahrt nach Fort Portal

Da die Fahrt nach Fort Portal länger Dauert, fahren wir nach dem Frühstück schon gegen 9 Uhr morgens los. In Masindi tanken wir erstmal den Wagen voll und treffen uns mit Godfrey, der meine dringend benötigten Jacken (Softshell und Fleece), welche ich dummerweise in Nandere vergessen hatte, übergibt. Toll, wie das Netzwerk in Uganda funktioniert. Jeder kennt irgendwo einen Menschen, der zufällig in unsere Richtung fährt und genau dann in Masindi ist, wenn wir auch da sind. Unglaublich.

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Direkt vor uns wird die Straße neu gemacht. Nach Regen eine rutschige Angelegenheit, die wir auch meistern

Die Straße bis Hoima ist gut. Wir freuen uns tierisch und planen eine frühere Ankunft im 1.500 m hoch gelegenen Fort Portal ein. Doch wir freuen uns leider zu früh. Ab Hoima ist die Straße in einem übelsten Zustand. Sieht auf Bildern nicht so schlimm aus, wir fahren ab jetzt wie auf einem Waschbrett. Über sechs Stunden werden wir kontinuierlich durchgeschüttelt, da die heftigen Regenfälle alle 10 cm tiefe Quer-Furchen in der Straße hinterlassen haben. Die üblichen tieferen Schlaglöcher sind dagegen fast normal.

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Die Straße ab Hoima ist mit tiefen Furchen durchzogen und ziemlich holprig.

Die Fahrt ist anstrengend und zehrt an den Nerven. Wir drehen die Musik einfach lauter auf, genießen die saftig grüne Landschaft und lachen uns kaputt, auch wenn wir vier mal knapp an einem Crash herumgekommen sind und viel Schweiß vergossen haben.

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Kein Wunder, dass Einheimische eher mit dem Fahrrad als mit dem Auto unterwegs sind.

Nach einer uns endlos vorkommenden neun Stunden langen Fahrt, mehreren Pinkelpausen (Bush-Toilet – alles nicht so einfach im am dichtesten besiedelten Land Afrikas) und Fotostops erreichen wir endlich Fort Portal und das Rwenzori View Guesthouse. Pünktlich zum einsetzenden Regen kommen wir an. Den Satz „immerhin hat es auf der Fahrt nicht geregnet“ sagen wir ab diesem Tag regelmäßig auf. Wir müssen schon wieder lachen.

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Die kleine Terrasse unseres Zimmers im Rwenzori View Guesthouse in Fort Portal

Das Guesthouse ist einfach, die Zimmer sauber und es gibt Strom und warmes Wasser. Dazu einen großen Raum mit einem langen Tisch, an dem alle Gäste zusammen essen. Dabei lernen wir ein holländisches Pärchen mittleren Alters kennen, die ihre Uganda-Reise mit dem Rucksack, Matatus und Boda Bodas meistern. Respekt.

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Der Ausblick aus unserem Zimmer auf den Garten und die Rwenzori Mountains (leider hier im Nebel verborgen)

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Tag 7: Fort Portal: Wir besuchen eine Teefabrik und die Sache mit den Crater Lakes

Auf der Fahrt nach Fort Portal haben wir am Tag davor überall Teefelder und Teefabriken gesehen. Eine davon möchten wir gerne besuchen. Dazu müssen wir uns im Guesthouse Infos beschaffen. Wir haben heute morgen keine Eile, denn es gießt in Strömen. Einer der Angestellten schreibt uns die Namen zweier Teefabriken auf (Tooro Kahuna Tea Factory und Kamusanga Tea Factory) und meint, wir sollen dort einfach unser Glück probieren. Gesagt, getan.

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Rund um Fort Portal gibt es sehr viele Teeplantagen und Fabriken

Die beiden Holländer kommen auch gerne mit und so gehen wir gegen 12 Uhr zu viert auf Erkundungstour.

Weg zur Teefabrik bei Fort Portal
Auf dem Weg zur Teefabrik bei Fort Portal

Die erste Teefabrik ist einfach zu finden. Leider dürfen wir hier nicht hinein. Top Secret, auch keine Fotos dürfen wir machen. Die Suche nach der anderen ist ein Tick schwieriger. Doch ein freundlicher Boda Boda Fahrer scheint die Fabrik zu kennen und fährt voraus. Dabei stellen wir fest, dass die Kamusanga Tea Factory eigentlich Kijura Tea Company Limited heißt. Schön.

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Am Tor müssen wir uns registrieren und wir werden hineingelassen!

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An der 2. Teefabrik dürfen wir hinein, nachdem wir uns registriert haben.

Die Freude ist noch größer, als der Chef persönlich seine Zeit opfert, um uns seine Teefabrik zu zeigen und den kompletten Vorgang der Teeherstellung bis ins kleinste Detail erklärt.

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Der Chef der Teefabrik erklärt uns alles: Von der Anlieferung der Teeblätter bis zum Versand nach Nairobi.
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Die Anlieferung der Teeblätter in Säcken erfolgt durch Farmer aus der Umgebung von Fort Portal
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Ich mitten im Teefeld vor der Teefabrik

Zum Abschluss bezahlen wir 10.000 UGX pro Person und jeder erhält einen 250 gr Eimer mit schwarzem Tee!

Doch dann passiert es: Das Auto springt nicht mehr an, da ich vergessen habe, das Licht auszumachen. Die Arbeiter sind gleich zur Stelle und mit ihnen eine volle Autobaterie, mit deren Hilfe das Auto schnell überbrückt wird. Läuft!

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Wir bedanken uns und verteilen Cola-Flaschen, die sich die Arbeiter als „Dankeschön“ wünschen. In Fort Portal kaufen wir Snacks in Form von Keksen und Chips und setzen den Weg fort.

Weiter geht es jetzt zu den Crater Lakes und einem Viewpoint, von dem die Aussicht auf die Seen besonders schön sein soll. Wir bemühen uns, mit GoogleMaps die beste Straße zu finden. Ein großer Fehler, wie sich herausstellt. Nutzt nie nie nie Google Maps in Uganda oder Ruanda. Es zeigt euch Straßen an, die nicht einmal die Bezeichnung „Piste“ verdient haben.

Ich sitze am Steuer, sterbe gefühlte zehn Tode und weiß nicht, wie wir es geschafft haben, diese Piste mit tiefen Schlamm- und Wasserlöchern zu meistern, ohne abzurutschen, steckenzubleiben oder dass irgendetwas anderes passiert. Bilder gibt es leider keine, zu sehr mussten wir uns alle konzentrieren und bangen, dass wir nicht stecken bleiben.

Wir passieren dabei Dörfer, wo keiner ein Auto besitzt. Nachdem wir diesen Weg heil überstanden haben, wissen wir auch, warum hier niemand ein Auto besitzt. Solch eine üble Piste habe ich noch nie gesehen geschweige denn bin ich solch eine gefahren (dass es im Verlauf der Reise noch schlimmer kommen würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt keiner).

Ein Auto voll mit Weißen hat hier wohl auch noch niemand gesehen. Die Zeit wird knapp, die Straßen aufgrund der Regenzeit zu schlecht und daher beschließen wir, die einzige Straße zum eigentlichen Viewpoint nicht mehr in Angriff zu nehmen. Wir biegen zum Zeltplatz ab, der angeblich am schönsten aller Kraterseen liegt. Behauptet zumindest der Chef über den Campingplatz.

Ausblick auf einen der Crater Lakes bei Fort Portal
Ausblick auf einen der Crater Lakes bei Fort Portal

Um zum See zu gehen, verlangt er auch gleich noch 10.000 UGX. Gelohnt hat sich die abenteuerliche Fahrt hierhin nicht so richtig. Außer die dazu gewonnene Fahrpraxis. Stummelaffen tummeln sich auch hier in den Bäumen und Gäste hat der Campingplatz zur Zeit keine. Low Season.

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Rückfahrt von den Crater Lakes nach Fort Portal

Kurz nach 18 Uhr erreichen wir unser Guesthouse und sind wirklich heilfroh, diesen Tag ohne Unfall überstanden zu haben.

Das Abendessen findet wieder am großen Tisch statt. Diesmal um eine Gruppe Amerikaner und nochmals einem Paar aus Holland. Beide Gruppen sind ziemlich christlich unterwegs. Da wir beide aus der Kirche ausgetreten sind, können wir mit den Menschen überhaupt nichts anfangen. Unsere Holländer auch nicht.

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Tag 8: Queen Elizabeth Nationalpark – Kyambura Gorge

Nach einem gemütlichen Frühstück brechen wir kurz vor 11 Uhr in den Queen Elizabeth Nationalpark (QENP) in die Kyambura Gorge auf.

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Auf dem Weg in den Queen Elizabeth Nationalpark in die Kyambura Gorge
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Auf dem Weg in den Queen Elizabeth Nationalpark kommen wir durch viele Dörfer.

Kurz vor dem Nationalpark machen wir einen Zwischenstop am Äquator. Meine erste Überquerung des Äquators mit dem Auto. Die zweite werden wir auf dem Rückweg nach Entebbe haben (dieses Denkmal steht allerdings weniger schön und ist viel touristischer mit Läden und überteuerten Cafés).

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Das Äquatordenkmal auf dem Weg zum Queen Elizabeth Nationalpark
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Kids verkaufen Fleischspieße, von deren Kauf wir abraten. Man weiß nicht, wie alt das Fleisch ist und es ist sehr heiß.

Die Straße durch den Queen Elizabeth Nationalpark selbst ist in einem unglaublich schlechten Zustand und mit Schlaglöchern übersäht. Wir machen es den Einheimischen nach und fahren so oft es geht neben der Straße auf der weniger buckelpistenartigen Erde.

Gegen 13.45 Ankunft kommen wir in der wundervollen Kyambura Gorge Lodge an, wo wir den Tag entspannt ausklingen lassen und die weiteren Aktivitäten überlegen.

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Kyambura Gorge Lodge
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Blick von der Terrasse nach Innen
Ausblick Bett über Queen Elizabeth Nationalpark
Ausblick vom Bett über die Kyambura Gorge und den Queen Elizabeth Nationalpark
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Ziemlich gemütlich hier- Hauptgebäude der Kyambura Gorge Lodge

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Tag 9: Kyambura Gorge (QENP) – Auf der Suche nach Schimpansen

Heute geht es früh zum Chimp-Tracking (Schimpansen). Wir müssen um 7.30 Uhr los, da wir zum Ausgangspunkt in der Kymbura Gorge wieder über die üble Piste im QENP fahren müssen. Das Schild zum Park Entrance übersehen wir fast, so alt und unleserlich ist es. Am Eingang treffen wur auf unseren Ranger und geben unsere Permits ab.

Schimpansen Trekking in Kyambura Gorge im QENP
Kyambura Gorge – Gorge heißt soviel wie Schlucht oder Canyon und in genau diesem leben Schimpansen

Dann müssen wir erstmal eine kurze Strecke mit dem Auto zwischen Savanne und Gorge (Schlucht) hinein fahren, um zum heutigen Ausgangspunkt zu gelangen. Es geht los und wir steigen erstmal in die Schlucht hinab, bevor wir matschige Pfade auf und ab stapfen. Anfangs sehen wir noch die Spuren der Knöchel auf dem matschigen Untergrund, welche wir irgendwann verlieren… leider finden wir diese auch nicht wieder.

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Abdrücke der Knöckel (Knuckles) der Schimpansen finden wir, verlieren leider die Spur

Nach knapp 2 Stundn ohne Spuren und Schimpansen machen wir uns über die Strasse zu einem anderen Einstieg auf. Auch hier keine Schimpansen. Eine weitere Gruppe und andere Tracker haben genauso wenig Erfolg.

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Trotz Bemühen und Telefonieren mit anderen Spurenlesern in der Schlucht konnten keine Schimpansen gefunden werden

Nachdem sich unser Ranger und die Spurenleser sehr bemüht haben, müssen wir heute nach 3,5 Stunden aufgeben. Keine Schimpansen. Schade.

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Mit diesem Boot fahren wir auf dem Kazinga Channel im Queen Elizabeth Nationalpark

Wir fahren kurz zur Lodge um nach einem kleinen Snack in den Queen Elizabeth Park zur Bootsfahrt auf dem Kazinga Kanal aufzubrechen. Die Boote hierfür starten an der Mwyeya Lodge um 15 Uhr. Das Ticket dazu mußten wir am Haupteingang des Parks kaufen.

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Bei einer Bootstour auf dem Kazinga Channel bekommt man ziemlich viele Tiere zu sehen

Die Fahrt macht Spaß und wir bekommen unter anderem Büffel, Elefanten, Nilpferde, Krokodile, Pelikane, Kormorane, African Fish Eagle, Marabu und Kingfisher vor die Kameralinse. Auch Fischerdörfer passieren wir, in welchen sich die Fischer bereit zum Ablegen machen. Pünktlich um 17 Uhr legen wir wieder an.

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Gleich drei unterschiedliche Tiere im Bild: Büffel, Nilpferde und ein Krokodil
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Gleich zwei prächtige Nil-Krokodile liegen am Flussufer
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Im Queen Elizabeth Nationalpark bekommen wir einige African Fish Eagle (Schreiseeadler) zu Gesicht
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Eine große Ansammlung von unter anderem Marabus, Pelikanen und Kormoranen

Danach beschließen wir, bis zum Sonnenuntergang auf eigene Faust durch die östlichen Sektoren des Parks zu fahren. Die hier lebenden Löwen oder Leoparden sichten wir nicht. Die Dämmerung kommt schnell und wieder sind wir in Dunkelheit über diese üble Piste durch den Park unterwegs.

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Hier fehlt doch was…
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Kurz vor Sonnenuntergang stossen wir auf eine größere Gruppe Elefanten mit Jungtieren

Nach einer Fliegenplage die sich anfühlt wie starker Regen setzt bei unserer Ankunft ein heftiger Regen ein. Der Weg zwischen Auto und Hauptgebäude der Lodge steht 20 cm unter Wasser. Klitschnass erreichen wir das Hauptgebäude.

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Tag 10: Game Drive durch den QENP – Auf zu den Baumlöwen in Ishasha

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Tag 11: Elefanten, Büffel und Baumlöwen? Game Drives in Ishasha

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Während den Game Drives hat man Sicht auf das Rwenzori Gebirge und den Kongo

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Tag 12: Baumlöwen zum Abschied – auf zu den Berggorillas im Bwindi Impenetrable Forest

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Wir haben Glück und finden zwei Löwinnen mit ihren Jungen im ganzen Feigenbaum verteilt

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Die kleinen Löwen chillen in der Mittagshitze im Schatten des Feigenbaumes
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Die Löwin schläft auf der anderen Seite des Feigenbaumes
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Auf der Fahrt vom Queen Elizabeth Nationalpark in den Bwindi Impenetrable Forest (Buhoma) können wir uns an der Landschaft nicht satt sehen

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Tag 13: Berggorillas im Bwindi Impenetrable Forrest (Buhoma)

Die ganze Geschichte zum Gorilla Trekking mit Tipps nachlesen

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Buhoma

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Tag 14: Krank sein in Buhoma? Ist nicht drin

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Tag 15: Fahrt zum Mgahinga Gorilla Nationalpark

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Tag 16: Golden Monkey Tracking im Mghahinga NP und Grenzüberquerung Ruanda (Volcanoes NP)

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Tag 17: Berggorillas im Volcanoes NP in traumhafter Kulisse

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Tag 18: Über Musanze an das Paradies am Kivusee

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Tag 19: Kivusee – Rubavu und plötzlich an der Grenze zur DR Kongo
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Tag 20: Fahrt nach Kigali und die erste Kapitulation vor einer Piste

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Tag 21: Kigali – wieder so eine afrikanische Stadt?

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Tag 22: Mein ungeplantes Date mit der Polizei – Fahrt zurück nach Uganda. Ruhe und Natur am Lake Mburo

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Tag 23: Lake Mburo Nationalpark – Game Drive mit Landcruiser und Pferd (Game „Ride“)

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Tag 24: Über den Äquator zurück nach Entebbe

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Tag 25: Workshop für Startups in Kampala

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Tag 26: Ab nach Hause

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13 KOMMENTARE

  1. Das war so ein toller Abenteuertrip! Die vielen Eindrücke, die Farben, die vielen tollen wilden Tiere, die abenteuerlichen Straßen, die Menschen, die unterschiedlichen Landschaften, die stylischen Lodges… und natürlich die Gorillas!!!!
    Bin sehr froh, dass wir es gewagt haben – auch gerade als Selbstfahrer!
    Jetzt heißt es auch bei mir, erst mal alles verarbeiten und die ersten Berichte schreiben. ;-)
    Bin gespannt auf deine nächsten Berichte…
    Auf weitere Abenteuer!

  2. Hi Katrin. toller Bericht.
    Freuen uns schon auf den Rest:)
    Wir überlegen uns gerade eine 20Tägige Reise nach Uganda zu machen…
    Könntest du uns verraten was ihr alles in allem pro Person ausgegeben habt ( inklusive Flug , Mietwagen etc )
    Würden uns sehr über eine Antwort freuen.
    VG
    Anne und Josef

    • Hallo Anne,

      das kann ich so noch nicht sagen. Ihr müsst mit Eintritten pro Nationalpark von 40$ pro Person + Kosten für Fahrzeug (30.000 UGX) kalkulieren. Unterkünfte (Lodges) in Nationalparks mit Essen und oftmals auch Getränken kosten in der Regel mind. 150 $ pro Person/Nacht. In Fort Portal haben wir in einem Guesthouse gewohnt dass billiger war aber ich meine auch 50 $ die Nacht (mit Essen) gekostet hat. Es geht natürlich auch viel günstiger. Den Mietwagen haben wir von Roadtrip Uganda bekommen, da ich unter anderem einen Workshops für Start-ups in Kampala gegeben habe. Ich kann den Annbieter sehr empfehlen. Der Kontakt und Service war prima und auch das Auto hat die übelsten Pisten ohne Platten geschafft. Für die Grenzüberquerung (falls ihr nach Ruanda möchtet) kommen extra Kosten für das Fahrzeug und eine Versicherung dazu. Muss mal nachschauen, wieviel das gekostet hat. Ich werde hierzu einen eigenen Artikel schreiben. Sonstige Tipps zur Reise findest du hier: http://viel-unterwegs.de/uganda-ruanda-reise-tipps/

      Ich rate jedem zu einer Reise nach Uganda (und Ruanda) und bin selbst 2016 nochmals dort!
      Katrin

  3. Oh wie toll. All die wilden Tieren direkt vor der Tür. Ich würde die Tour auch als Selbstfahrer machen, das ist zwar um einiges anstrengender, dafür bekommt man aber auch authentische Eindrücke. Du musst unbedingt schnell weiterschreiben. Ich will mehr lesen.
    LG Myriam

  4. Hallo Katrin, das sind wieder tolle Berichte – danke dafür!
    Ich habe im Sommer eine ähnliche Route bereist und konnte da grad nochmal mitfahren :-)

    Ein Highlight hast du offenbar ausgelassen (unbedingt nachholen beim Zweitbesuch!):
    ein ganzer Tag (ca. 8h) mit Schimpansen im Kibale-Forest: mit 70$ viel günstiger als Gorillas – und noch beeindruckender. Im Gegensatz zur Kyambura Gorge kamen die Tiere da auf den Boden, bis 0,5m an uns ran und haben dort ganz relaxt ihr Gruppenleben (Lausen, Dösen, Posen…) zelebriert. Unfassbar beeindruckend, diese „menschlichen“ Gesichter, Gesten, Mimik!

    Übrigens: bei den Bildern „Nile-Beer auf’m Nil“ hat bei uns keiner doof geschaut – im Gegenteil, die Geizhälse haben sich mein Bier für ihre Portraits geborgt :)

    • Danke dir Martin! Kibale war geplant, dann verworfen und das Schimpansen-Tracking nach Kyambura Gorge verlegt. Im Nachhinein schade, ich bin bald wieder in Uganda. Vielleicht habe ich ein wenig Zeit abseits unseres Wasser-Projekts und ich kann die Schimpansen und/oder Gorillas noch einmal besuchen.

      Haha da hattet ihr ja richtige Geizhälse an Bord! ;)

  5. Liebe Katrin,
    ein toller Bericht und sehr beeindruckend. Ich hoffe, du schreibst bald noch über eure weiteren Abenteuer auf der Reise. Ich bin gespannt.
    Viele Grüße
    Pia

  6. Liebe Katrin,

    vielen Dank für den tollen und ausführlichen Bericht. Ich überlege zur Zeit, ein Praktikum in Ruanda im nächsten Jahr zu machen. Ich bin auch total Feuer und Flamme, aber ähnlich wie bei dir, kommt aus meinem Umfeld viel Bedenken. Kannst du aktuell die Lage in Ruanda abschätzen? Und allgemein andere Infos geben, was ich unbedingt gesehen haben sollte? Weißt du zufällig auch, wie man auf dem Landweg nach Tansania kommt?

    Liebe Grüße,
    Lynn

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