Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
- Ausgangspunkt: Parkplatz Robberg Nature Reserve, ca. 8 km südlich von Plettenberg Bay an der Garden Route
- Routen: 3 Wanderwege zur Wahl – The Gap (2,1 km), Witsand (5,5 km), The Point (9,2 km)
- Dauer: von ca. 30 Minuten (The Gap) bis ca. 4 Stunden (The Point, komplette Rundwanderung)
- Fortbewegung: zu Fuß, festes Schuhwerk mit gutem Grip nötig (Kletterpassagen bei The Point)
- Beste Reisezeit: ganzjährig möglich – wärmere, trockenere Monate (ca. Oktober bis April) sind angenehmer zum Wandern, für Wal-Sichtungen ist Juni bis November die beste Zeit

Wanderungen im Robberg Nature Reserve
Es gibt drei mögliche Wanderrouten im Robberg Nature Reserve, die sich in Länge und Schwierigkeit unterscheiden. Alle Wege sind gut ausgeschildert, mit jeweils zwei kürzeren Varianten, die von leicht bis mittelschwer reichen.
The Gap
- Länge: 2,1 km
- Dauer: ca. 30 Minuten
- Schwierigkeit: leicht
- Empfohlen für: Kinder, kurze Besuche, wer nur zum Baden herkommen möchte
Witsand (pink markiert)
- Länge: 5,5 km
- Dauer: ca. 2 bis 3 Stunden
- Schwierigkeit: mittel
- Empfohlen für: Familien und Menschen mit Höhenangst
The Point (gelbe Markierung)
- Länge: 9,2 km (kompletter Rundweg um die Halbinsel)
- Dauer: ca. 4 Stunden
- Schwierigkeit: anspruchsvoll – du musst an einer Stelle auf Felsen klettern (Höhenunterschied ca. 2 Meter, ohne Seile). Die offizielle Karte markiert die Stelle mit einem Totenkopf-Symbol. Nach Regen sind die Felsen rutschig.
- Empfohlen für: Wanderer ohne Höhenangst, die die schönsten Aussichten der Halbinsel sehen wollen
Tipp: Abkürzen kannst du nur an zwei Stellen – bei The Gap (zurück zum Parkplatz) und bei Witsand (rechts zum Strand statt weiter Richtung The Point). Bist du einmal Richtung The Point weitergelaufen, bleiben dir noch zwei Optionen: die komplette Rundwanderung zu Ende gehen oder an der Kletterpassage kurz vor The Point umdrehen und denselben Weg zurücklaufen.Robberg Nature Reserve: Gut zu wissen

Robberg Nature Reserve: Gut zu wissen
Kap-Robben im Robberg Nature Reserve
Im Robberg Nature Reserve leben etwa 6000 Kap-Robben. Die Route „The Point“ ist ein Rundweg entlang der Robberg-Halbinsel und reicht von leicht bis mittelschwer, wobei man an einer Stelle richtig auf Felsen klettern muss. Schuhe mit Grip sind daher Pflicht; mit Babys oder kleinen Kindern ist die große Route nicht zu empfehlen.
Tipp: Schuhe mit Grip anziehen, da du bei der großen Wanderung richtig klettern musst (auch für Laien machbar, nur mit Babys oder Kindern nicht zu empfehlen).
Hinweis: Die meisten Robben siehst du während der Paarungszeit im Südhalbkugel-Sommer, von November bis Februar – dann tummeln sich besonders viele Tiere auf den Felsen und im Wasser.
Unbedingt einpacken
- Mindestens 2 bis 3 Liter Wasser
- Sonnenschutz (auf der Route gibt es keinen Schatten)
- Badesachen, falls du an der Düne ins Meer springen möchtest
Im Reservat gibt es drei Aussichtsplattformen mit Picknick-Möglichkeiten und Wasserstellen, auf die du dich aber nicht verlassen solltest. Toiletten gibt es nur am Parkplatz, nicht unterwegs auf dem Trail.
Öffnungszeiten und Eintritt:
Beides ändert sich immer wieder, und auch kurzfristige Schließungen kommen vor – die aktuellen Zeiten, Preise und eventuelle Sperrungen findest du direkt auf der offiziellen CapeNature-Website. Wer eine Wild Card besitzt, hat freien Eintritt.
Seit 2026 ist das Reservat bargeldlos. Am Gate wird nur noch mit Debit-/Kreditkarte oder mobiler Zahlung bezahlt, Bargeld wird nicht mehr angenommen. Achte also unbedingt darauf, eine funktionierende Karte dabeizuhaben.
Achte auf die Gezeiten
Besonders wichtig: Vor der Wanderung unbedingt die Gezeiten prüfen, vor allem bei der kompletten Rundwanderung. Du bist so nah am Wasser, dass du bei Flut nicht starten solltest. Außerdem empfehle ich, nicht nach 14 Uhr vom Punkt Witsand aus weiter in Richtung The Point zu wandern – du brauchst noch genug Zeit, um die Runde sicher zu beenden, bevor die Sonne untergeht.
Anreise & Parken
Anfahrt zum Robberg Nature Reserve
Von Plettenberg Bay fährst du Richtung Süden und folgst den braunen Hinweisschildern – das Reservat ist gut ausgeschildert. Am Gate zahlst du den Eintritt, danach fährst du noch ca. 400 Meter bis zum eigentlichen Parkplatz.
Von Kapstadt aus nimmst du die Autobahn N2 in Richtung Plettenberg Bay. Kurz davor ist die Abfahrt zum Robberg Nature Reserve gut ausgeschildert.
Tipp: Unterkunft in der Nähe – ich kann dir das Long Story Guesthouse in Plettenberg Bay empfehlen. Mehr Unterkunfts- und Restaurant-Tipps für den Ort findest du in meinem Plettenberg-Bay-Guide.
Parkplatz
Der Parkplatz ist kostenlos und hat Toiletten sowie einen kleinen Imbisswagen. An schönen Tagen füllt er sich aber schnell – ich empfehle dir, früh zu starten, am besten gegen 7 oder 8 Uhr. Wer zu spät kommt, parkt am Straßenrand vor dem Gate und läuft die paar hundert Meter zum Start.
- Hier parken: Parkplatz auf Google Maps
Sicherheit & Notfallnummern
Das Robberg Nature Reserve ist gut organisiert und gilt als sicher – am Gate sind meist Ranger, das Gebiet wird überwacht. Trotzdem ein paar Grundregeln: Lass keine Wertsachen sichtbar im Auto liegen, bleib auf den markierten Wegen (die Klippen sind stellenweise steil und rutschig), und wandere nie alleine.
Informiere dich vorher außerdem über die aktuellen Wetterbedingungen. Für den Notfall solltest du dir diese Nummern ins Handy speichern, bevor du loswanderst:
- South African Police Services: 10111
- National Sea Rescue Institute: 082 990 5975
- Metro Rescue Services: 044 805 5070
Wanderung „The Point“ (unsere Wahl & beliebt)
Da uns im Vorfeld die komplette Rundwanderung um die Halbinsel im Robberg Nature Reserve empfohlen wurde, fiel die Wahl ohne nachzudenken auf die ca. 9 km lange Route "The Point". Meine getrackte Tour kannst du hier bei Komoot ansehen und nachwandern.
Zu Beginn ist man überwiegend auf einem normalen Pfad aus Erde oder Schotter unterwegs. Später, nach „The Point“ und nach den vielen Felsen, über die man zunächst klettern muss, wechselt die Route auf Holzstege und Sand.
Der Weg ist durchgehend mit kleinen Schildern markiert, auf denen eine Robbe abgebildet ist – einfach diesen Schildern folgen, dann kann man sich eigentlich nicht verlaufen. Trotzdem lohnt es sich, die Karte vorab auf dem Handy zu speichern, für den Fall, dass du doch mal unsicher bist. Ein Fernglas ist außerdem sehr empfehlenswert – zur Robbenkolonie führt kein Weg direkt hinunter, und mit Fernglas siehst du die Tiere deutlich besser.


The Gap
Alle drei Routen führen zunächst zur recht einfachen und schönen Stelle namens „The Gap“. Wer Kinder dabei hat oder nicht viel Zeit im Naturreservat verbringen kann, sollte hier abbiegen. Wer weitergeht, trifft als Nächstes auf die große und von Weitem schon zu riechende Robbenkolonie. Man wird sie riechen, ehe man sie sieht.

Mit Glück siehst du außerdem Delfine, Wale (vor allem zur Walsaison von Mai bis November) und in seltenen Fällen sogar einen Weißen Hai – Letztere sind hier allerdings sehr selten geworden.
Laut Infoblatt besteht obendrein die Chance, die kleinste Antilopenart am Westkap zu sehen: den Blue Duiker. Diese Böcke sind sehr scheu und kommen leider auch selten vor. Sie verstecken sich im dichten Fynbos. Die Männchen sind etwa 30 cm hoch. An zwei Besuchen im Robberg Nature Reserve haben wir keine gesehen.




Witsand
Nach etwa zwei Kilometern gelangt man zur Dünenlandschaft Witsand. Hier kann man rechts abbiegen, um die Abkürzung zum Strand und Meer zu nehmen. Der Strand ist in der Karte mit „Die Eiland“ markiert. Wer die volle Runde gehen möchte, geht geradeaus weiter bis The Point, dem Ende der Halbinsel.


The Point
Wer nicht abgebogen ist, gelangt als Nächstes zum südlichsten Punkt der Wanderung: The Point. Hier bläst der Wind, die Wellen brechen tosend gegen die Klippen und die Natur ist rauer und weniger grün.

Auf dem höchsten Punkt steht der Cape-Seal-Leuchtturm. Mit 146 Metern über dem Meeresspiegel ist dies das höchste Navigationslicht der südafrikanischen Küste. Sein solarbetriebener Strahl hat eine Reichweite von etwa 27 Kilometern.

Tipp für Vogelfreunde: Vor allem im Winter versammeln sich hier Hunderte von Basstölpeln, Kormoranen und Seeschwalben an der Landspitze – ein beeindruckender Anblick, den man im Sommer so nicht bekommt.
Wir haben uns hier auf die Felsen gesetzt und die Blicke aufs Meer genossen. Danach folgt der schwierigste Teil der Wanderung. Hat man die Klippen erklommen, gelangt man zu Holzstegen und Treppen. Abkürzungen, besonders unterhalb des Weges, sollte man unbedingt vermeiden.


Den gelb leuchtenden Strand, die Hauptattraktion im Robberg Nature Reserve, sieht man nun immer näher kommen. Die Brandung ist hier enorm, daher sollte man sich vom Wasser fernhalten. Auf dem Weg passiert man die Fountain-Shack-Hütte die man zum Übernachten mieten kann. Die Ausstattung ist sehr basic und man muss lange im Voraus reservieren, da Einheimische gerne hierherkommen.

Die Eiland (auch The Island)
Hier am wunderschönen Sandstrand sollte man auf jeden Fall verweilen. Je nach Lust und Laune kannst du hier ins Wasser springen oder nicht – eine Pause mit Snacks ist hier Pflicht. Die kleine vorgelagerte Insel selbst lässt sich über Holzstege erkunden, solange der Wasserstand es erlaubt – also am besten bei Niedrigwasser. Das Wasser ist übrigens eisig, auch wenn es bei strahlendem Sonnenschein anders aussieht.



Danach sind die letzten zwei Kilometer zum Parkplatz zurück recht schnell zurückgelegt. Lediglich eine Felstreppe wartet als letzte Anstrengung. Dann hat man es geschafft.



Nelson Bay und Nelson Bay Cave
Der Nelson Bay Cave verdankt das Naturreservat seinen UNESCO-Weltkulturerbe-Status. Dieser Abschnitt befindet sich zwischen Eingang und Parkplatz. In dieser Höhle wurden Funde gemacht, die auf eine Besiedlung in der Steinzeit hinweisen.
Laut Infotafeln fand sich hier ein erster Nachweis für die neuere Küstenbildung Südafrikas. Die Gesteine stammen aus der frühen Kreidezeit, vor 130 bis 110 Millionen Jahren. Aus dem Zerfall von Gondwana, dem prähistorischen Superkontinent, der sich vor etwa 120 Millionen Jahren in das heutige Südamerika, Afrika, die Antarktis, Indien und Australien aufteilte. Die Felsen am Robberg wurden am Grund dieses neuen afrikanischen Meeres abgelagert und kamen zum Vorschein, als sich der Meeresspiegel senkte.
Fazit zum Wandern im Robberg Nature Reserve
Für mich zählt das Robberg Nature Reserve zu den Highlights in ganz Südafrika. Wer keine Höhenangst hat, sollte unbedingt den kompletten 9 km langen Rundweg machen. Du wirst mit fantastischen Aussichten belohnt und kannst am Ende ins erfrischende Meer hüpfen. Das Natur- und Meeresschutzgebiet bei Plettenberg Bay sollte bei deiner Reise entlang der Garden Route auf jeden Fall als "Must See" auf deiner Liste stehen.
Wir haben mit einigen Fotostopps und Pausen für die Ausblicke vier Stunden benötigt. Trotzdem mussten wir trotz früher Startzeit feststellen, dass die Sonne hier extrem ist, wenn keine Wolken am Himmel sind. Sonnencreme ist also Pflicht. Bei der kompletten Rundwanderung mussten wir öfter unsere Hände für Kletterpartien nutzen, als wir im Vorfeld gedacht hatten.
Für die Ausblicke auf den Strand in Plettenberg Bay, die Robben und das tosende Meer lohnt sich der komplette Rundweg definitiv. Auch wer sich für eine kürzere Route entscheidet, kann sich auf tolle Momente freuen.
Südafrika Reisetipps
Diese Orte befinden sich ebenfalls an der Garden Route in Südafrika oder in unmittelbarer Nähe dazu. Sie lohnen sich ebenfalls für einen Aufenthalt.
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