Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Ich zeige dir alle Wege, wie du mit dem Wohnmobil nach Irland kommst, und was sie kosten.
- Routen: Direktfähre nach Irland ab Frankreich, Landbridge über Großbritannien (Fähre oder Eurotunnel) oder Nachtfähre ab den Niederlanden
- Zeit: Direktfähre je nach Route rund 14 bis 24 Stunden, Landbridge mit Fahrt durch England und Wales meist 1 bis 2 Tage
- Das habe ich bezahlt: Eurotunnel 214 €, Fähre Holyhead – Dublin 245 £ für 2 Personen, Direktfähre Dublin – Cherbourg 412 € für 1 Person inkl. Kabine (nach meiner Umbuchung 615 €)
- Großbritannien: Reisepass und ETA (20 £ pro Person) nicht vergessen, der Personalausweis reicht nicht
- Meine Anreise: hin mit Eurotunnel und Fähre Holyhead – Dublin, zurück mit der Direktfähre Dublin – Cherbourg
Ich habe mich intensiv mit den verschiedenen Optionen beschäftigt. Es gibt Direktfähren, Fähren über England oder den Eurotunnel. Da ich alle Optionen ausprobieren wollte, habe ich mich auf der Hinreise für den Eurotunnel und Zug durch den Ärmelkanal entschieden. Eine entspannte, unkomplizierte Option, bei der wir während der gesamten Fahrt im Fahrzeug bleiben konnten. Für alle, die mit Hund reisen, ideal. Nach einer Nacht in England sind wir ab Holyhead (Wales) mit der Fähre nach Dublin übergesetzt. Auf dem Rückweg habe ich die direkte Fähre von Dublin nach Cherbourg genommen.
In diesem Beitrag zeige ich dir, welche Fähre nach Irland für deine Irlandreise mit dem Wohnmobil infrage kommt, alle Routen für die Anreise, was die Überfahrt kostet und welche Ausgaben du sonst noch einplanen solltest.
Fähre nach Irland mit Wohnmobil: alle Routen der Anreise
Es gibt zwei Hauptwege, um mit dem Wohnmobil nach Irland zu gelangen: direkt ab Frankreich oder über Großbritannien, entweder ab Frankreich oder ab den Niederlanden. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile – je nachdem, wie viel Zeit du hast, welches Budget dir zur Verfügung steht und ob du unterwegs Zwischenstopps einplanen möchtest.
Direktfähren von Frankreich nach Irland
Wenn du ohne Umwege nach Irland möchtest, ist die Direktfähre ab Frankreich die bequemste Lösung. Du fährst in Frankreich aufs Schiff und erst auf der Grünen Insel wieder runter, ganz ohne Großbritannien. Folgende Strecken kommen infrage:
- Cherbourg – Dublin (Irish Ferries, W.B. Yeats), ganzjährig
- Cherbourg – Rosslare (Brittany Ferries), ganzjährig
- Roscoff – Cork (Brittany Ferries), nur in der Saison von etwa Ende März bis Anfang November
- Dünkirchen – Rosslare (DFDS), 5-mal pro Woche, rund 24 Stunden, 4 Mahlzeiten inklusive
Die Überfahrten dauern je nach Verbindung rund 14 bis 24 Stunden. In der Regel buchst du hier eine Kabine dazu – besonders bei Nachtfahrten ist das empfehlenswert. Vorteil: Du sparst dir die lange Fahrt durch England und brauchst weder Reisepass noch ETA für Großbritannien. Nachteil: Die Preise sind höher, und die lange Zeit auf See kann anstrengend sein.
Abfahrt aus den Niederlanden
Eine Direktfähre von Deutschland nach Irland gibt es nicht. Wenn du aus Nord- oder Westdeutschland kommst, ist die Anreise über die Niederlande aber ideal. Von dort gibt es drei Fährlinien nach England, danach fährst du weiter zu einem der Häfen an der Irischen See:
- Rotterdam – Hull (P&O Ferries): Nachtfähre, ca. 11–12 Stunden. Von Hull sind es rund 300 km bis Holyhead.
- Hoek van Holland – Harwich (Stena Line): bis zu 4-mal täglich, ab 6,5 Stunden. Von Harwich fährst du rund 530 km bis Holyhead.
- IJmuiden – Newcastle (DFDS): tägliche Nachtfähre, ca. 16,5 bis 17 Stunden. Von Newcastle sind es nur rund 250 km bis Cairnryan in Schottland, ideal, wenn du nach Nordirland möchtest.
Rotterdam – Hull
P&O Ferries bietet eine Nachtfähre mit ca. 11–12 Stunden Überfahrtszeit. Wirklich ideal, wenn du über Nacht nach Nordengland (Yorkshire) anreisen und somit Zeit sparen möchtest. So sparst du dir die Fahrt durch den Süden Englands.
Landbridge über Großbritannien
Diese Variante kombiniert zwei Überfahrten:
- Über den Ärmelkanal: Calais – Dover (z. B. P&O Ferries, DFDS oder Irish Ferries), Dünkirchen – Dover (DFDS) oder mit dem Eurotunnel von Calais nach Folkestone
- Über die Irische See: Holyhead – Dublin (Stena Line oder Irish Ferries), Fishguard – Rosslare (Stena Line) oder Pembroke – Rosslare (Irish Ferries), ideal für den Süden Irlands. Nach Nordirland: Cairnryan – Belfast (Stena Line), Cairnryan – Larne (P&O Ferries) oder Liverpool – Belfast (Stena Line)
Zwischen den Fähren fährst du quer durch England und Wales – das bringt mehr Zeitaufwand, aber auch die Möglichkeit, unterwegs Stopps einzulegen. Die Route kann günstiger sein, erfordert aber etwas mehr Planung (z. B. Mautstraßen, Linksverkehr). Vor allem die Ringautobahn um London kostet oft Zeit, weil hier viel Verkehr ist.
Alle Fähren nach Irland im Überblick
| Route | Reederei | Dauer ca. |
|---|---|---|
| Direkt von Frankreich nach Irland | ||
| Cherbourg – Dublin | Irish Ferries | 18–19 Std. |
| Cherbourg – Rosslare | Brittany Ferries | 16–18 Std. |
| Roscoff – Cork (nur Saison) | Brittany Ferries | 13 Std. |
| Dünkirchen – Rosslare | DFDS | 24 Std. |
| Nach Großbritannien | ||
| Calais – Folkestone | Eurotunnel (Le Shuttle) | 35 Min. |
| Calais – Dover | P&O Ferries, DFDS, Irish Ferries | 1,5 Std. |
| Dünkirchen – Dover | DFDS | 2 Std. |
| Hoek van Holland – Harwich | Stena Line | 6,5 Std. |
| Rotterdam – Hull | P&O Ferries | 11–12 Std. |
| IJmuiden – Newcastle | DFDS | 16,5–17 Std. |
| Von Großbritannien nach Irland und Nordirland | ||
| Holyhead – Dublin | Stena Line, Irish Ferries | 3 Std. 15 Min. |
| Fishguard – Rosslare | Stena Line | 3,5 Std. |
| Pembroke – Rosslare | Irish Ferries | 4 Std. |
| Liverpool (Birkenhead) – Belfast | Stena Line | 8 Std. |
| Cairnryan – Belfast | Stena Line | 2 Std. 15 Min. |
| Cairnryan – Larne | P&O Ferries | 2 Std. |
Die Fahrzeiten können je nach Schiff und Abfahrt etwas abweichen. Die aktuellen Fahrpläne findest du direkt bei den Reedereien.
Diese Fähren nach Irland gibt es nicht mehr
Bei meiner Recherche bin ich im Internet immer wieder auf Fährverbindungen gestoßen, die längst eingestellt sind. Diese Routen gibt es aktuell nicht mehr, andere Infos im Internet sind veraltet:
- Cherbourg – Rosslare mit Stena Line: eingestellt am 30. September 2025. Die Strecke Cherbourg – Rosslare fährt nur noch Brittany Ferries.
- Liverpool – Dublin mit P&O Ferries: eingestellt im Dezember 2023. Auf der Irischen See fährt P&O nur noch Cairnryan – Larne.
- Rosslare – Cherbourg und Rosslare – Roscoff mit Irish Ferries: Irish Ferries fährt ab Frankreich nur noch Cherbourg – Dublin.
- Roscoff – Rosslare: Diese Direktfähre gibt es nicht mehr. Ab Roscoff fährt nur Brittany Ferries nach Cork, und das nur in der Saison.
- Zeebrugge – Hull mit P&O Ferries: eingestellt 2021. Ab den Niederlanden fährt P&O nur noch Rotterdam – Hull.
Tipp statt Fähre: Eurotunnel (Le Shuttle)
Ich habe mich auf meiner Hinreise für den Eurotunnel entschieden – genauer gesagt: Le Shuttle. Du fährst mit dem Wohnmobil in einen Zug, der dich in nur 35 Minuten von Calais nach Folkestone bringt. Für mich war das die unkomplizierteste und schnellste Variante, ohne Wellengang und Wartezeiten an der Fähre. Auch für Hundebesitzer ideal, da die Anreise sehr kurz ist.
Vorteile aus meiner Sicht:
- Sehr kurze Überfahrt
- Kein Seegang, keine Fähre
- Du bleibst während der Fahrt im Fahrzeug
- Schnelle Abwicklung am Terminal
Von Folkestone bin ich dann durch England bis Holyhead gefahren (mit einer Zwischenübernachtung) und habe dort die Fähre nach Dublin genommen – eine angenehme Kombination, die ich jederzeit wieder so machen würde.
Einreise nach Großbritannien: Reisepass, ETA und Lebensmittel
Sobald deine Route durch Großbritannien führt, also bei der Landbridge, dem Eurotunnel und den Fähren ab den Niederlanden, musst du drei Dinge beachten:
- Reisepass: Mit dem Personalausweis kommst du nicht nach Großbritannien. Stena Line verlangt außerdem seit dem 28. September 2026 auf den Strecken ab Holyhead, Fishguard, Dublin und Rosslare beim Check-in von allen Passagieren einen Reisepass.
- ETA: Für die Einreise brauchst du die elektronische Reisegenehmigung ETA. Sie kostet seit April 2026 20 £ (ca. 23 €) pro Person und gilt zwei Jahre. Beantrage sie rechtzeitig, die Bearbeitung kann bis zu drei Werktage dauern.
- Lebensmittel: Seit April 2025 darfst du kein Fleisch und keine Milchprodukte aus der EU nach Großbritannien mitnehmen, also auch keine Wurst und keinen Käse im Wohnmobil-Kühlschrank.
Bei einer direkten Fähre von Frankreich in die Republik Irland gibt es sehr wohl Dokumentenkontrollen, da Irland nicht zum Schengen-Raum gehört. Für deutsche bzw. EU-Bürger reicht für die Einreise in die Republik Irland grundsätzlich ein gültiger Personalausweis oder Reisepass. Eine britische ETA ist dafür nicht erforderlich.
Wenn du allerdings anschließend nach Nordirland weiterfährst, gelten die Einreisebestimmungen des Vereinigten Königreichs. Auch wenn es an der Landgrenze zwischen der Republik Irland und Nordirland in der Regel keine Grenzkontrollen gibt, benötigst du als deutscher Reisender grundsätzlich eine gültige UK ETA. Diese ist elektronisch an den Reisepass gekoppelt, mit dem sie beantragt wurde. Deshalb solltest du für eine Weiterreise nach Nordirland unbedingt deinen Reisepass mitnehmen.
Was kostet die Fähre nach Irland mit dem Wohnmobil?
Das Wichtigste in Kürze
- Ich zeige dir, was ich für Eurotunnel, Fähre und Direktfähre tatsächlich bezahlt habe.
- Direktfähre: Dublin – Cherbourg kostete allein mit Wohnmobil und Kabine 412 €, nach meiner Umbuchung 615 €
- Landbridge: Eurotunnel 214 € plus Fähre Holyhead – Dublin 245 £ für 2 Personen, dazu ETA, Sprit und eine Übernachtung in England
- Preisfaktor Nr. 1: der Termin. Dieselbe Überfahrt kostete eine Woche früher über 200 € mehr, deshalb buche flexibel.
Die Fährpreise hängen stark davon ab, welche Route du wählst, wann du buchst und wie hoch dein Wohnmobil ist. Ich habe mir vor meiner Reise mehrere Varianten durchgerechnet – und war überrascht, wie unterschiedlich die Preise ausfallen können. Damit du eine realistische Vorstellung bekommst, zeige ich dir hier meine echten Buchungen mit einem Kastenwagen (Peugeot Boxer, höher als 2,25 m).
Direktfähre von Frankreich nach Irland: meine Kosten
Auf der Rückfahrt war ich allein unterwegs und habe die Direktfähre von Dublin nach Cherbourg mit Irish Ferries genommen. Abfahrt war um 16 Uhr in Dublin, am nächsten Vormittag um 11 Uhr kam ich in Cherbourg an, also rund 18 Stunden auf See. So setzte sich der Preis zusammen:
- Wohnmobil über 2,25 m Höhe: 242 € (darin enthalten 46 € Umweltbeitrag)
- 1 Passagier mit Fahrzeug: 72 €
- Kabine (4-Bett-Innenkabine für mich allein): 98 €
- Gesamt: 412 € für die einfache Fahrt im Flexi-Tarif
Weil ich dann aber umgebucht habe, wurden es am Ende 615 €. Warum, erzähle ich dir weiter unten bei den Preisfaktoren.
Zu zweit kommt noch ein zweiter Passagier dazu, die Kabine teilt ihr euch. Rechne für die Direktfähre also grob mit 400 bis 500 € pro Strecke, in der Hauptsaison auch mit mehr.
Mein Tipp: Wenn du schnell seekrank wirst oder mit Hund reist, sind die kurzen Überfahrten über Großbritannien die bessere Wahl. Wenn du dir aber die Fahrt durch England sparen möchtest, lohnt sich die Direktfähre.
Landbridge über Großbritannien: Was ich bezahlt habe
Auf der Hinreise waren wir zu zweit und sind über Großbritannien gefahren. Die zwei Überfahrten haben uns so viel gekostet:
- Eurotunnel Calais – Folkestone: 214 € einfache Fahrt. Unser Boxer galt dort als Hochfahrzeug, das ist beim Eurotunnel alles über 1,85 m.
- Fähre Holyhead – Dublin (Irish Ferries): 245 £ im Economy-Tarif, davon 171 £ für das Wohnmobil und 74 £ für uns beide. Die Überfahrt dauerte 3 Stunden und 15 Minuten.
Zusammen sind das knapp 500 € für die Überfahrten. Wenn du statt des Eurotunnels die Fähre Calais – Dover nimmst, zahlst du je nach Termin und Fahrzeuggröße etwa 80 bis 120 € und sparst damit gegenüber dem Tunnel.
Diese Ausgaben kommen bei der Landbridge noch dazu:
- ETA: 20 £ (ca. 23 €) pro Person
- Diesel und Maut für die rund 500 km von Folkestone bis Holyhead
- Eine Übernachtung in England oder Wales, wenn du die Strecke nicht an einem Tag fahren möchtest
Eurotunnel oder Fähre: Was ist günstiger?
Die Fähre über den Ärmelkanal ist in der Regel günstiger als der Eurotunnel. Bei mir war der Tunnel teurer, dafür aber deutlich schneller und entspannter: 35 Minuten im Zug statt 90 Minuten auf dem Schiff, kein Seegang und keine langen Wartezeiten im Hafen. Vor allem in der Hauptsaison ist der reibungslose Ablauf ein echtes Plus. Ich würde ihn wieder nehmen.
Kosten im Vergleich: Direktfähre oder Landbridge?
| Direktfähre Dublin – Cherbourg | Landbridge mit Eurotunnel und Holyhead – Dublin | |
|---|---|---|
| Zeit | rund 18 Stunden | 35 Min. Tunnel, ca. 500 km Fahrt, 3 Std. 15 Min. Fähre |
| Mein Preis | 412 € (1 Person, mit Kabine), umgebucht 615 € | 214 € + 245 £ (2 Personen) |
| Extras | Essen an Bord | ETA, Diesel, Maut, Übernachtung |
| Dokumente | Personalausweis reicht | Reisepass und ETA |
Auf den ersten Blick ist die Landbridge nicht viel günstiger. Rechnest du ETA, Diesel und eine Übernachtung dazu, liegen beide Varianten bei zwei Personen oft ziemlich nah beieinander. Die Direktfähre spart dir dafür rund einen Tag Fahrt durch England und Wales. Trotzdem empfehle ich die Route über England für alle Hundebesitzer.
Preisfaktoren: Warum du beim Buchen flexibel sein solltest
Der größte Preisfaktor ist der Termin. Gebucht hatte ich meine Rückfahrt von Dublin nach Cherbourg für 412 €. Dann war Sturm angesagt, und ich wollte sowieso früher heim. Also habe ich die Überfahrt um eine Woche vorverlegt. Für genau dieselbe Verbindung verlangte Irish Ferries jetzt 615 €, allein das Wohnmobil kostete 444 statt 242 €. Über 200 € mehr, nur weil ich eine Woche früher gefahren bin. Umbuchen konnte ich überhaupt nur, weil ich den Flexi-Tarif hatte. Mein Tipp: Buch flexibel und vergleiche mehrere Termine, wenn du ein paar Tage Spielraum hast.
Diese Faktoren beeinflussen den Preis außerdem:
- Höhe des Wohnmobils: Bei Irish Ferries wird es ab 2,25 m teurer, beim Eurotunnel ab 1,85 m. Gib die Maße deshalb ganz genau an, mit Wohnwagen die Gesamtlänge des Gespanns.
- Saison: Im Juli und August sind die Preise am höchsten.
- Tarif: Flexible Tarife sind teurer, dafür kannst du umbuchen. Für mich hat sich der Flexi-Tarif gelohnt.
- Kabine bei Nachtüberfahrten
- Zusätzliche Gebühren wie Umweltbeiträge oder Haustiere
Fähren mit dem Wohnmobil: Tipps & Erfahrungen
Das Wichtigste in Kürze
- Ich verrate dir, worauf du bei Buchung, Kabine und Check-in achten solltest.
- Kabine: Auf der Direktfähre musst du Kabine oder Ruhesessel dazubuchen, meine Innenkabine kostete 98 €
- Hund: Heimtierausweis, Tollwutimpfung und Bandwurmbehandlung 1–5 Tage vor der Ankunft, das Tier schon bei der Buchung angeben
- Check-in: meist 60 Minuten vor Abfahrt, mit Hund teils 90 Minuten bis 2 Stunden
- Buchung: direkt bei der Reederei und im flexiblen Tarif
Da du vielleicht das erste Mal mit Camper und Fähre unterwegs bist, habe ich hier ein paar Tipps aufgeschrieben. Denn mit dem Wohnmobil auf die Fähre zu fahren ist unkomplizierter, als viele denken. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die du im Voraus wissen und beachten solltest.
Kabine oder Ruhesessel?
Wenn du eine Nachtfähre nimmst, etwa auf der Strecke Cherbourg – Dublin, musst du bei Irish Ferries entweder eine Kabine oder einen Ruhesessel dazubuchen. Ich empfehle dir auf jeden Fall die Kabine. Die Überfahrt dauert rund 18 Stunden – da ist es angenehm, sich zurückziehen und ausruhen zu können. Ich hatte auf der Rückfahrt eine 4-Bett-Innenkabine ohne Fenster für mich allein und habe dafür 98 € bezahlt. Zu zweit teilt ihr euch die Kabine, dann relativiert sich der Preis.
- Ich würde sie dir immer empfehlen, besonders bei Nachtfahrten.
- Tagsüber kannst du auch in öffentlichen Bereichen entspannen – aber bequem ist das nicht auf Dauer.
Bei den kurzen Überfahrten, z. B. Holyhead – Dublin mit gut 3 Stunden, brauchst du keine Kabine.
Mit Hund auf der Fähre nach Irland
Wenn du mit Hund die Fähre nach Irland nimmst, sind die kurzen Überfahrten über Großbritannien die bessere Wahl. Beim Eurotunnel bleibt dein Hund die ganzen 35 Minuten bei dir im Wohnmobil.
Diese Papiere braucht dein Hund für Irland:
- EU-Heimtierausweis und Mikrochip
- Tollwutimpfung, mindestens 21 Tage vor der Einreise
- Bandwurmbehandlung beim Tierarzt, 1 bis 5 Tage (24 bis 120 Stunden) vor der Ankunft in Irland, eingetragen im Heimtierausweis
- Einige Hundetypen wie Pitbull Terrier oder Dogo Argentino dürfen gar nicht nach Irland einreisen.
Fährst du über Großbritannien, gilt die Bandwurmbehandlung von 1 bis 5 Tagen auch für die Einreise nach England. Plane den Tierarzttermin deshalb so, dass die Frist für beide Länder passt.
So reist dein Hund an Bord:
- Eurotunnel: Der Hund bleibt im Fahrzeug. Vorher checkst du ihn an der Pet Reception ein. LeShuttle empfiehlt mit Tier, mindestens 90 Minuten vor Abfahrt da zu sein.
- Irische See (z. B. Holyhead – Dublin mit Irish Ferries): Dein Hund darf im Wohnmobil bleiben, auf manchen Schiffen gibt es zusätzlich Zwinger oder einen Aufenthaltsraum für Tiere.
- Direktfähre Dublin – Cherbourg (W.B. Yeats): Hier reist dein Hund in einem vorab gebuchten Zwinger an Bord, mit festen Zeiten zum Besuchen und Gassigehen. Der Check-in beginnt 2 Stunden vor Abfahrt.
Ganz wichtig: Gib deinen Hund schon bei der Buchung an, die Plätze sind begrenzt.
Buchungstipps: So findest du die passende Fähre
Ich habe für meine Reise verschiedene Portale ausprobiert und mehrere Verbindungen verglichen. Hier meine Tipps:
- Vergleichsportale wie Direct Ferries oder Aferry sind super, um schnell einen Überblick über Anbieter, Preise und Zeiten zu bekommen. Ausgebuchte Termine findest du dort manchmal noch, dann aber meist teurer.
- Ich habe meine Fährtickets direkt bei den Reedereien gebucht, da es dort oft günstigere Umbuchungsoptionen und besseren Support gibt.
- Buch den flexiblen Tarif. Er kostet etwas mehr, aber ohne ihn hätte ich meine Rückfahrt bei Sturm nicht umbuchen können.
- Früh buchen lohnt sich – vor allem in der Hauptsaison sind die günstigsten Tickets schnell weg. Viele Reedereien verschicken außerdem Angebote und Rabattaktionen per Newsletter.
- Achte bei der Buchung auf die exakte Länge und Höhe deines Fahrzeugs – das beeinflusst den Preis direkt.
Check-in und Boarding
Das Boarding mit Wohnmobil läuft ähnlich wie bei normalen Autos – nur dass du mit einem größeren Fahrzeug an Bord fährst:
- Sei mindestens 60 Minuten vor Abfahrt am Hafen bzw. Terminal. So stand es bei mir sowohl beim Eurotunnel als auch bei der Fähre Holyhead – Dublin. Manche Reedereien verlangen mehr, mit Hund sind es teils 2 Stunden.
- Beim Eurotunnel solltest du die Passagierdaten vorab online in deiner Buchung eintragen, sonst wirst du beim Check-in aufgehalten. Unser Boxer galt dort als Hochfahrzeug, wir mussten den Schildern „Large" folgen.
- Du bekommst beim Check-in einen Aufkleber mit Fahrzeugdaten und Deck-Zuweisung.
- Folge den Anweisungen der Crew – das Einparken im Laderaum ist einfach und wird gut organisiert.
Ich war anfangs etwas nervös, aber der Ablauf war jedes Mal entspannt und routiniert. Wenn du etwas mehr Platz brauchst oder z. B. eine Dachbox hast, solltest du das bei der Buchung angeben.
Weitere Kosten einer Wohnmobilreise nach Irland
Die Fährkosten machen einen großen Teil des Budgets aus – aber natürlich kommen unterwegs noch weitere Ausgaben auf dich zu. Damit du deine Reise realistisch planen kannst, gebe ich dir hier einen Überblick über die wichtigsten Kostenpunkte auf einer Wohnmobiltour durch Irland.
Übernachtung
Für einen Campingplatz zahlst du zu zweit mit Wohnmobil und Strom meist 35 bis 60 € pro Nacht, in der Hochsaison mehr. Alles zu Campingplätzen, Stellplätzen und Freistehen findest du in meinem Artikel Irland mit dem Wohnmobil: meine Tipps.
Mautgebühren
Die meisten Straßen in Irland sind mautfrei, aber es gibt Ausnahmen – vor allem rund um Dublin.
- M50-Ring um Dublin: Hier gibt es keine Schranken, sondern eine automatische Kennzeichenerfassung. Für einen Pkw zahlst du 3,20 € mit Videokonto oder 3,80 € ohne Registrierung. Bezahlen musst du bis 20 Uhr des Folgetags, online oder an Tankstellen.
- Weitere kleine Mautstrecken auf Autobahnen – je nach Route insgesamt unter 10 € für die ganze Reise
Tipp: Notiere dir das Datum und Uhrzeit der M50-Durchfahrt – so vergisst du die Zahlung nicht.
Tanken & Dieselpreise
Der Dieselpreis in Irland liegt meist leicht über dem EU-Durchschnitt.
- Aktuell rund 1,90 bis 2,00 € pro Liter
- In Nordirland teils günstiger, aber in Pfund
- Tankstellen im ländlichen Raum können rarer sein – besser frühzeitig nachfüllen
Ich habe vor allem an Tankstellen großer Supermarktketten getankt (z. B. Tesco, Applegreen), da dort die Preise etwas günstiger waren.
Nützliche Links: Unsere Empfehlungen, hier buchen wir
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