Inhalt

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bekannter Fernwanderweg über 10–12 Tage, wovon ich die 5 schönsten Etappen gewandert bin: Theth → Valbona, Çerem → Dobërdol → Plav → Vusanje → zurück nach Theth.
  • Insgesamt ca. 80 km und ca. 5.000 Höhenmeter (Richtwert, wird nach deinen kompletten Tracking-Daten final angepasst)
  • Ideal für mich: selbstständig in eigener Geschwindigkeit wandern, mit Zelt und Gepäcktransport. Travelbase organisiert die Logistik.
  • Beste Reisezeit: Juni bis September (ich war Anfang September hier)
  • Anreise per Flug nach Tirana, z. B. ab Stuttgart mit Wizz Air oder Eurowings, dann Transfer nach Theth
  • Hier Termine ansehen oder für nächstes Jahr vorregistrieren. Sobald die Termine raus sind, bekommst du eine E-Mail und Frühbucherrabatt.

Was ist der Peaks of the Balkans?

Der Peaks of the Balkans ist ein rund 192 km langer Fernwanderweg, der durch die Bergwelt der albanischen Alpen, den Kosovo und Montenegro führt. Wer die komplette Strecke laufen will, braucht dafür klassischerweise 10 bis 12 Tage.

Ich bin nicht den kompletten Trail gewandert, sondern die 5 schönsten Etappen davon, gebucht als „Balkan Trail" bei Travelbase. Diese Etappen bilden einen Rundweg: Start und Ziel ist Theth in Albanien, dazwischen geht es über Valbona, Dobërdol, Plav und Vusanje. Besonders die Gastfreundschaft in den Bergdörfern hat uns beeindruckt.

Anders als bei einer klassisch geführten Gruppenreise kannst du dabei auf eigene Faust wandern, oder dich anderen deiner Gruppe anschließen. Travelbase übernimmt die komplette Logistik: Shuttle, Permits, Zeltplatz und Essen. Du hast dazu die Option, dir Zelt, Dufflebag, Wanderstöcke, Schlafsack und Isomatte auszuleihen.

Entlang der Route sind außerdem 4 Guides verteilt, vorne, in der Mitte und hinten in der Gruppe. Sie geben unterwegs Tipps zu Wasserquellen, Lunch- und Fotospots. Das war wirklich praktisch, da die Sommer immer regenärmer werden und nicht jede Quelle Wasser geführt hat (bei meinem Besuch).

Ein lokaler Guide ergänzt geschichtliche und kulturelle Hintergründe. Wer lieber die komplette Strecke individuell mit Gepäck in Gasthäusern wandern will, kann das ebenfalls tun. Dann hast du allerdings den Aufwand, dir vorab die Permits zu organisieren.

Offizielle Route (10 Tage)

Hier die offizielle Route des kompletten Peaks of the Balkans als 10-Tages-Rundweg:

  1. Theth → Valbonë – 13,9 km, ca. 7 Std. (siehe Tag 1)
  2. Valbonë → Çerem – 19,8 km, ca. 7 Std.
  3. Çerem → Dobërdol – 15,65 km, ca. 6 Std. (siehe Tag 2)
  4. Dobërdol → Milishevc (Kosovo) – 18,2 km, ca. 8–9 Std.
  5. Milishevc → Reka e Allagës – 16,2 km, ca. 7 Std.
  6. Reka e Allagës → Kuqishta – 23,5 km, ca. 8–9 Std.
  7. Kuqishta → Babino Polje (Montenegro) – 15,8 km, ca. 6 Std.
  8. Babino Polje → Plav – 20,3 km, ca. 7 Std.
  9. Plav → Vusanje – 27,5 km, ca. 8 Std. (siehe Tag 4)
  10. Vusanje → Theth (Albania) – 21,35 km, ca. 7 Std. (siehe Tag 5)

Balkan-Trail an 5 Tagen wandern

Der Balkan Trail dauert insgesamt 8 Tage, davon sind 5 Tage reine Wandertage. Dazwischen liegen ein Ankunftstag in Tirana, ein Transfertag nach Theth und ein Rücktransfer zum Flughafen.

Die Route ist ein Rundweg: Los geht's in Theth in Albanien über Valbona, Dobërdol, Plav und Vusanje führt der Weg wieder zurück nach Theth. Dabei wechselst du mehrmals zwischen Albanien, Montenegro und kurz auch dem Kosovo.

Insgesamt bin ich 80,6 km gewandert und dabei 4.750 Höhenmeter aufgestiegen, bei 4.450 Höhenmetern im Abstieg. Alle Werte habe ich mit meiner Garmin fēnix 8 getrackt, hier die genaue Übersicht:

EtappeStreckeDistanzDauerØ-TempoAufstiegAbstieg
1Theth → Valbona12,8 km7:53 Std.1,6 km/h1.110 m670 m
2Çerem → Dobërdol16,7 km7:31 Std.2,2 km/h1.150 m500 m
3Dobërdol → Plav17,8 km8:30 Std.2,1 km/h750 m1.060 m
4Plav → Vusanje16,3 km7:01 Std.2,3 km/h810 m1.240 m
5Vusanje → Theth17,0 km6:52 Std.2,5 km/h930 m980 m
Gesamt80,6 km37:47 Std.
Karte der Route der Peaks of the Balkans mit Travelbase
Karte der Route der Peaks of the Balkans mit Travelbase

Tipp: Am längsten unterwegs war ich auf Etappe 3 nach Plav mit 8:30 Std. da wir sowohl auf dem Gipfel als auch am See und an einer Hütte recht lange Pausen gemacht haben. Am steilsten ging es auf Etappe 2 nach Dobërdol zu, mit 1.150 Höhenmetern auf nur 16,7 km.

Hinweis: Wie viele Tage du insgesamt Urlaub brauchst, hängt auch von deinen Flugverbindungen ab. Ich kam freitags um die Mittagszeit an und hatte dadurch 1,5 Tage in Tirana, bevor am Sonntag der Transfer nach Theth losging. Nach der Rückkehr konnte ich nicht direkt samstags nach Hause fliegen wie andere aus meiner Gruppe, sondern blieb bis Sonntagnachmittag in Albanien. Plane deshalb am besten etwas Puffer vor und nach der Wanderung ein.

Tag 1: Theth – Valbona (Albanien)

Daten & Fakten (Garmin fēnix 8 43mm):

  • Strecke: 12,8 km
  • Dauer 7:53 Std. (Zeit unterwegs mit Pausen)
  • 1.110 Hm ↑ / 670 Hm ↓
  • höchster Punkt 1.820 m
  • Route bei Komoot ansehen

Der erste Wandertag beginnt direkt an unserem Gästehaus im Basecamp. Nach nur wenigen Metern passieren wir die markante Kirche von Theth. Sie wurde 1892 erbaut und zählt zu den ältesten Gebäuden im Dorf. Besonders bekannt ist der Priester Shtjefën Gjeçovi, der hier 1917 eine Schule eröffnete und den Kindern das Lesen und Schreiben auf Albanisch beibrachte. Während der kommunistischen Zeit diente das Gebäude zwischenzeitlich als Gesundheits- und Geburtsstation, bevor es nach der Wende mithilfe ausgewanderter Thethi-Bewohner aus den USA wieder aufgebaut wurde.

Kirche in Theth, Albanien. Start der Peaks of the Balkans
Kirche in Theth, Albanien. Start der Peaks of the Balkans

Im Morgenlicht liegen die umliegenden Zweitausender noch im Dunst, dann geht es auch schon steil bergauf. Zunächst über eine (ätzende) Schotterstraße, auf der noch Autos unterwegs sind.

Dann hinein in einen dichten Wald mit moosüberwachsenen Felsen und Birken. Es gibt Stände und Hütten, an der viele einkehren und frühstücken. Doch das ist uns zu früh.

Einige Kilometer später gelangen wir zur ersten Hütte mit Aussicht (Rrgalla Bar & Restorant). Wir machen eine kurz Pause. So urig hätte ich das in Albanien nicht erwartet. Normalerweise gibt es hier Fli, eine albanische Spezialität aus hauchdünnen Schichtcrêpes, an diesem Tag ist er aber ausverkauft. Schade. Die Pommes sehen übrigens auch sehr lecker aus.

Danach wird der Anstieg im Wald noch steiler und führt gegen Ende exponiert über Felsen, bis ich oben am Valbona-Pass ankomme, auf rund 1.800 m (meine Uhr zeigt als höchsten Punkt 1.820 m). Der Pass ist ziemlich voll (Tagesausflügler dank Social Media). Dafür weht ein angenehmer Wind. Der Blick reicht 360 Grad über schroffe, karstige Gipfel und weite grüne Täler. Zwei optionale Aussichtsgipfel direkt am Pass hast du noch vor dir. Diese sind aber kein Muss, wenn du nicht willst. Die Aussicht ist nochmal einen Tick besser als vom Pass.

Jetzt beginnt der Abstieg. Dieser führt wirklich malerisch über Serpentinen und Geröll durch Fichtenwälder. Nachmittags zum größten Teil im Schatten.

Die letzten 2 bis 3 km bestehen dann nur noch aus Schotter und größeren Trittstufen bergab. Meine Knie mögen das genauso wenig wie ich. Eine weitere Bar mit Wasserquelle lassen wir kurz davor links liegen und machen stattdessen auf einem großen Felsen mitten in der Natur noch einmal Pause.

An einer weiteren Hütte kurz vor dem Ziel warte ich mit anderen auf den Shuttle, den Travelbase individuell organisiert. Das ist gut so, denn der restliche Weg hinab führt durch ein ausgetrocknetes Flussbett mit Kieselsteinen und Geröll. Das würde zu 100 % keinen Spaß machen.

Die Wartezeit überbrücke ich mit einem Bier, Oregano-Chips und einem Platz auf der Couch in der Sonne, genauso gemütlich wie an der ersten Hütte.

Ziemlich cooler Getränkebrunnen ohne Strom
Ziemlich cooler Getränkebrunnen ohne Strom

Im Shuttle genießen wir die aufregende Fahrt zum Campingplatz. Die Sonne steht an diesem Septembertag schon tief, die Stimmung im Van ist ausgelassen.

Am Zeltplatz in Valbona wird die Zeit am Ende knapp: Zelt aufbauen, duschen, essen – das geht sich gerade noch aus. Beim Essen ist dann aber nicht mehr für alle genug da, schade. Abends gibt es noch ein kurzes Briefing für den nächsten Tag mit Infos zu Frühstück und Shuttlezeiten, dann wird es kühl, und ich liege schon um 20:30 Uhr im Schlafsack und lasse den Tag Revue passieren.

Zeltplatz in Valbona
Zeltplatz in Valbona

Tag 2: Valbona/Çerem – Dobërdol

(Albanien, kurzer Abschnitt in Montenegro)

Daten & Fakten (Garmin fēnix 8 43mm):

  • Strecke: 16,7 km
  • Dauer: 7:31 Std. (Zeit unterwegs mit Pausen)
  • 1.150 Hm ↑ / 500 Hm ↓
  • höchster Punkt 1.930 m
  • Route bei Komoot ansehen

Nachdem wir die Zelte abgebaut, gepackt und gefrühstückt haben, gibt es ein kurzes Briefing zur heutigen Etappe.

Der zweite Wandertag beginnt mit einem rund 45-minütigen Bus-Shuttle über holprige Pisten zum eigentlichen Startpunkt bei Çerem. Der erste Anstieg ist gleich steil: ein Wiesenhang, der größtenteils durch Wald führt. Dabei ist es schon jetzt sehr warm.

Tipp: Meine Kameraausrüstung wiegt mehr als der Rucksack mancher Mitwanderer, die sogar ihr Zelt und ihre komplette Ausrüstung selbst tragen. Deshalb nehme ich den optionalen Gepäck-Shuttle zur ersten Hütte an, praktisch, wenn du mit viel Fotoequipment unterwegs bist. Falls du nicht fit bist hast du hier sogar die Option, mit dem Shuttle bis zur 1. Hütte zu fahren und dir somit 45 Min. Aufstieg zu sparen.

An dieser Hütte gibt es eine kurze Pause mit Snacks und Getränken. Manche trinken Kaffee, mir ist es dafür zu warm.

Danach geht es über eine breite Schotterstraße weiter Richtung Montenegro, auf der auch Autos, Motorräder und Quads unterwegs sind, dazu vereinzelt andere Wandergruppen. Heute ist merklich weniger los.

Nur ein unauffälliger Grenzstein markiert die grüne Grenze nach Montenegro. Bemerkbar wird das eigentlich nur dadurch, dass Guide Max dort auf uns wartet und winkt, sonst hätten wir den Stein glatt übersehen.

Danach führt der Weg durch einen schönen Wald bergauf, mit immer wieder steileren Abschnitten. Am Wegesrand wachsen wilde Himbeeren. Wir suchen die Letzten der Saison und essen sie gleich auf.

Irgendwann kommt eine Lichtung, der Weg wird flacher, ich jogge sogar ein kurzes Stück. Kurz darauf geht es über die Grenze zurück nach Albanien, zur nächsten Hütte mit dem überall zuvor von unseren Guides beworbenen Blaubeerkuchen.

Ich setze mich im Schatten ins Gras, trinke eine Cola und ziehe Schuhe und Socken aus. Der Blaubeerkuchen schmeckt lecker, auch wenn ich darin mehr Blaubeeren erwartet hätte. Egal.

Weiter geht es zu zweit: Einige kleine Anstiege ziehen sich wie Nadelstiche, vorbei an winzigen Dörfern mit rustikalen Holzhütten, Bienenstöcken, Kühen und uns winkenden einheimischen Bauern. Wir setzen uns noch einmal kurz ins Gras, lassen eine weitere Einkehrmöglichkeit bewusst aus, und der Weg zieht sich merklich.

Trotzdem ist es wunderschön und wir bekommen nicht genug von diesen Aussichten.

Das Hochtal von Dobërdol ist jetzt schon von Weitem zu sehen. Ich bezweifle, dass es tatsächlich nur noch 4 km sein sollen, es sieht viel weiter entfernt aus. Nach einem letzten knackigen Anstieg liegt das Tal dann vor uns. Doch Guide Max zeigt zum anderen Ende des Bergdorfes nach einem erneuten Anstieg. Hier befindet sich unser Gästehaus mit Campingplatz. Pferde, Kühe und Schafe weiden im Abendlicht, das Tal wirkt zeitlos.

Es steht eine Pistenraupe mit Kabine in der Landschaft. Hierher zum Skifahren, das wäre doch was im Winter? Ich mag aktuell kaum an die kalte Jahreszeit denken, denn es ist heiß, trocken und staubig.

Ich beeile mich extra, um das Zelt noch im Sonnenschein aufzubauen und vor Sonnenuntergang zu duschen, doch der Gepäcktransport hat eine Panne. Also bleibt nur eins: ein Bier aus dem naturgekühlten Kühlschrank, gekühlt mit Wasser statt Strom. Hier gibt es nur Solar und Gas. Das muss man mal gesehen haben.

Nach eineinhalb Stunden ohne Gepäck dusche ich trotzdem schon, sehr komfortabel und warm, ziehe danach aber nochmal die verschwitzten Klamotten an. Zum Glück habe ich ein sauberes Longsleeve im Rucksack. Kurz vor Sonnenuntergang kommt der Gepäcktransport endlich an. Wir bauen schnell das Zelt auf, ziehen warme Kleidung an, und dann gibt es leckeres Essen, später mehrere Runden Raki aufs Haus.

Übernachtung (Zelten): Guest House Bashkimi

Dieses Gästehaus ist das Beste und Schönste überhaupt. Wir bekommen die beste Gastfreundschaft, großartiges Essen und immer wieder Nachschlag (Wandern macht hungrig). Dazu mehrere Runden Raki aufs Haus. Die Familie ist einfach so super freundlich und herzlich. Hier würde ich sofort wieder herkommen.

Manche sitzen an diesem Abend noch lange am Lagerfeuer, ich verkrieche mich in den Schlafsack und rechne mit einer kalten Nacht. Es wird dann aber doch mild. Die Option, den nahegelegenen Wasserfall zu besuchen, verpasse ich, weil ich auf den Gepäcktransport gewartet habe, als es noch hell war.

Tag 3: Dobërdol – Plav

(Albanien - Kosovo - Montenegro)

Daten & Fakten (Garmin fēnix 8 43mm):

Nachdem wir die Zelte verpackt, gefrühstückt und uns Lunchpakete gerichtet haben, geht es heute los zum höchsten Punkt der Reise.

Der dritte Wandertag startet mit einem knackigen Aufstieg über etliche Serpentinen, im schönsten Morgenlicht. Auf Fotos wirkt der Anstieg bei Weitem nicht so steil, wie er sich anfühlt.

Anstieg aus dem Tal von Doberdol heraus auf den Trekufiri (auch Tromeđa oder auf Deutsch Dreiländergipfel, 2.366 m).
Anstieg aus dem Tal von Doberdol heraus auf den Trekufiri (auch Tromeđa oder auf Deutsch Dreiländergipfel, 2.366 m).

Nach dem ersten Anstieg gäbe es eine Abkürzung, falls du dich nicht fit genug für die höchsten Gipfel der fünftägigen Tour fühlst. Ich will sowohl den Gipfel im Dreiländereck als auch den höchsten Punkt der ganzen Wanderung im Kosovo besteigen und gehe weiter nach oben. Der Weg verläuft ein Stück direkt an der Grenze zwischen Albanien und Montenegro, dann folgt ein kurzer Abstecher in den Kosovo.

Dreiländergipfel Trekufiri (montenegrinisch: Tromedja), auf 2.366 m der höchste Punkt unseres 5-tägigen Fernwanderwegs, bietet die Aussicht auf alle drei Länder gleichzeitig: Albanien, Montenegro und Kosovo. Für mich das persönliche Highlight der ganzen Tour. Oben mache ich ein Selfie mit unserem lokalen Guide Argo, der stolz seinen Kosovo-Schal zeigt, dazu ein gemeinsames Gruppenfoto mit allen, die auf den Gipfel wandern.

Der weitere Kammweg führt noch ein Stück in den Kosovo hinein, die Aussichten bleiben großartig, ich halte alle paar Meter für Fotos an.

Als es leicht bergab über eine Hochebene geht, entdecken wir ein unscheinbares Haus (oder eher Ruine). Die grüne Grenze nach Montenegro.

Danach geht es auf einer Schotterstraße durch einen Wald, der mich an Skandinavien oder Kanada erinnert. Auch hier sind leider (wenn auch selten) Quads, Motorräder und Autos unterwegs. Irgendwann biegen wir steil rechts ab, zum Lunch-Spot: einem See.

Vor uns liegt der Hridsko jezero, der auch als „See des Glücks“ bezeichnet wird. Auf rund 1.970 Metern Höhe zählt er zu den höchstgelegenen Bergseen des Prokletije-Gebirges. Der etwa 300 Meter lange Gletschersee liegt im nordwestlichen Teil des Gebirges und erreicht eine maximale Tiefe von ungefähr fünf Metern. Umgeben wird er von der schroffen Berglandschaft des Prokletije, unter anderem vom Hridski Krš und der Bogićevica.

An diesem idyllischen Waldsee mit Kanada-Feeling, verbringen wir unsere Mittagspause. Wer will, springt hinein (eiskalt). An diesem spätsommerlichen Tag fällt es mir schwer, danach wieder aufzubrechen und weiterzuwandern.

Der Weg zur nächsten Bar zieht sich gefühlt endlos, dabei dauert er weniger als eine Stunde. Das Gehirn spielt manchmal seine eigenen Tricks. Wir legen eine letzte Pause an der Bar von Samel's Cottages ein: unfassbar saubere Toiletten (man lernt schnell, die einfachen Dinge wir Klopapier und warme Duschen zu schätzen), dazu Himbeerkuchen oder wahlweise ein Drink aus Schafsjoghurt mit Himbeeren. Ich bleibe bei Cola und Himbeerkuchen. Den Joghurt-Drink habe ich probiert, war mir aber zu "Schafig" (sorry, total vergessen, ein Foto davon zu machen).

Bei Donnergrollen und dunkler werdendem Himmel bricht die erste Gruppe auf, ich mit ihr. Der Abstieg führt über eine breitere Forststraße nach Babino Polje. Unterwegs passieren wir eine Kuh, die wohl die Aussicht genießt (View Point belegt).

Ab der Unterkunft in Babino Polje geht es mit drei Shuttle-Bussen weiter zur Campsite direkt am See von Plav. Kaum sitzen wir im Shuttle, setzt der Regen ein, kurz darauf ein Gewitter – perfektes Timing.

Übernachtung (Zelten): Guest House Kula Damjanova, direkt am See von Plav. Die Duschen sind hier deutlich rustikaler, das Wasser tröpfelt nur mager aus dem Hahn. Der Weg zur Toilette ist recht weit, deshalb trinke ich ab 21 Uhr nichts mehr, was natürlich nicht ganz aufgeht, aber immerhin bin ich dann noch wach. Das Essen ist wieder klasse und danach gibts wie immer ein kurzes Briefing. Im Inneren befinden sich sehr viele Steckdosen, sodass jeder seine Powerbanks, Kameras und Handy laden kann.

Wir sitzen noch ein wenig beisammen. Nach dem Abendessen laufen wir im Dunkeln auf dem Steg hinaus in den See. Am nächsten Morgen im Dunst wiederholen wir den Spaziergang noch einmal.

Tag 4: Plav – Vusanje (Montenegro)

Daten & Fakten (Garmin fēnix 8 43mm):

Die ersten, eher eintönigen Kilometer über eine Schotterpiste überspringen wir mit einem 30-minütigen Bus-Shuttle, zum Glück. Ab hier begleitet uns den restlichen Tag ein junger Hund, den die einen "Debbie" nennen, die anderen "Itchy".

Der erste Anstieg ist noch machbar. Die Geschwindigkeit ist heute allgemein schneller. Jeder hat Extra-Power zu haben. Wie an einer Perlenkette aufgereiht gehen wir im Wald bergauf. Ich lasse mich zurückfallen und gehe lieber alleine. Die kleine Hündin begleitet mich.

An einer Hütte auf einer Hochebene angekommen, legen wir eine Pause ein. Noch einmal eincremen gegen die starke Sonne, Wasser auffüllen, eine Kleinigkeit essen, Bananen, Energyballs und Nüsse. Der Blick reicht schon hier weit in die Bergwelt Montenegros. Wie es wohl von oben aussehen mag? Das werde ich gleich herausfinden.

Denn dann kommt der Teil, vor dem uns alle gewarnt haben: ein sehr steiler, teils ausgesetzter Aufstieg in Serpentinen zum Gipfel Maja e Borit. Nur etwa 200 Höhenmeter, die sich aber fast senkrecht anfühlen, laut Komoot im Schnitt 39 % Steigung. Ich finde den Anstieg großartig. Mir macht es Spaß, zu klettern.

Die Mühe lohnt sich: Oben öffnet sich der Blick hinunter auf Plav und den See, an dem wir die letzte Nacht gezeltet haben. Oben angekommen wundere ich mich: Wie hat die kleine Hündin es so schnell nach oben geschafft? Die Stufen waren teilweise echt hoch. Verrückt. Dafür liegt sie jetzt auch erstmal total erschöpft da.

Tipp: Wanderstöcke helfen hier besonders. Der Aufstieg ist kurz, aber knackig steil und teils ausgesetzt.

Der weitere Kammweg führt durch den Nationalpark Prokletije, für mich einer der schönsten Abschnitte der ganzen Wanderung. Grasbewachsene Rücken, ringsum schroffe Gipfel, ein 360-Grad-Alpenpanorama, das mich eher an Kanada erinnert als an den Balkan. Der Höhenweg führt weiter zum Gipfel Bora, 2.106 m, bevor es zum Lunchspot geht.

Prokletije bedeutet übersetzt „Verfluchte Berge". Der Legende nach wurden sie an einem einzigen Tag für den Teufel erschaffen. Lange galten sie als kaum durchdringbar und waren Schauplatz von Blutfehden zwischen lokalen Stammesverbänden.

Bei der längeren Pause mit dieser Aussicht zieht, wie bestellt, ein Hirte mit Hirtenhund und Schafen vorbei. Einige der Schafe tragen ein langes, verfilztes Fell, fast wie Dreadlocks, was in der Gruppe für Scherze über Bob Marley sorgt.

Danach geht es weitestgehend bergab, nur vereinzelt nochmal kurz hoch, der Weg schlängelt sich gemächlich talwärts. An einer letzten urigen Bar bei einer Hirtenfamilie machen wir Halt: frischer Joghurt mit Honig als Spezialität, den ich mir mit einer anderen Wanderin teile, dazu kalte Cola. Die Trinkblase fülle ich an der Quelle nochmal auf.

Der weitere Abstieg nach Vusanje führt über asphaltierte und geschotterte Wege, landschaftlich weniger reizvoll als der Rest des Tages, dafür kurzweilig dank guter Gespräche mit anderen Wanderinnen.

Übernachtung (Zelten): Guest House Grlja, direkt am Wasserfall Grla in Vusanje. Meine Zelt-Kumpanin hat diesen Tag pausiert und ist per Shuttle vorausgefahren. Deshalb steht mein Zelt bei Ankunft schon, das Handtuch liegt bereits in der Sonne getrocknet bereit.

Geduscht wird in ehemaligen Hütten, einfach, aber authentisch: Wer schnell ist, bekommt noch warmes Wasser, der Rest schaut in die Röhre.

Weiter wandern: Blue Eye in Vusanje

Ich ziehe mich nur kurz um und laufe in Badeschuhen, meinen "besten Wanderschuhen" aka Adiletten, die 23 Minuten mit drei anderen, die nicht genug vom Wandern bekommen können, zum Blue Eye in Vusanje. Es ist eiskalt und erinnert mich an die antarktische Wassertemperatur in Kapstadt. Schnell rein und auch wieder raus. Aber ich war drin und es hat sich nach der Wanderung ziemlich gut angefühlt.

Blue Eye in Vusanje, Montenegro
Blue Eye in Vusanje, Montenegro

Danach gehen wir zurück, duschen, sitzen noch bei einem Bier zusammen und schon ist es wieder Zeit fürs Abendessen. Diesmal gibts Gegrilltes: Hähnchenflügel, Ćevapčići, Pommes, Salat und Gemüse. Mega lecker und mehr als ausreichend für alle. Den Abend verbringen wir noch richtig lang am Lagerfeuer bei Bier und lustigen Gesprächen. Heute werde ich überhaupt nicht müde.

Tipp: Wenn du am Abend noch Zeit und Kraft hast, lohnt sich der kurze Weg zum Blue Eye schon vor dem Abendessen. Du hast dann noch gutes Licht und musst am nächsten Morgen nicht extra dafür anhalten. Denn da führt der Wanderweg vorbei.

Tag 5: Vusanje – Theth

Daten & Fakten (Garmin fēnix 8 43mm):

Bevor es losgeht, möchte der Gastwirt noch ein Gruppenfoto mit uns, das bekommt er natürlich. Das Frühstück mit Spiegelei ist genauso gut wie die Lunch-Sandwiches, die schon jetzt großartig aussehen, die beste Wegzehrung der ganzen Reise.

Wie am Vortag erreichen wir nach wenigen Minuten das Blue Eye von Vusanje, diese strahlend blaue, eiskalte Quelle mitten im Wald. Nur eine aus der Gruppe traut sich heute Morgen hinein, ich war schon gestern da. Mit der Drohne wirkt die Quelle von oben spektakulär, von unten ist sie trotzdem schön.

Peaks of the Balkans letzter Tag Vusanje Blue Eye
Peaks of the Balkans letzter Tag Vusanje Blue Eye

Weiter geht es ins Ropojana-Tal. Der Weg führt mitten durch den im Sommer ausgetrockneten Ropojana-See, der nur im Frühjahr Wasser führt. Ein alter, pyramidenförmiger Grenzstein markiert hier die Grenze zwischen Montenegro und Albanien. An dieser Stelle erzählt uns der lokale Guide Agon Geschichten aus dem Krieg.

Danach geht es im Zickzack durch schattigen Wald bergauf zu einer Lichtung, vorbei an den Ruinen alter Hirtenhütten. Irgendwann ist Zeit für die Mittagspause, alle liegen im Gras und genießen Sonne oder Schatten.

Am Wegesrand liegen außerdem alte Bunkerreste und verlassene Militärposten. Sie stammen aus der Zeit des albanischen Kommunismus: Unter Enver Hoxha wurde diese Grenzregion aus Angst vor einem Angriff der Nachbarländer jahrzehntelang zum militärischen Sperrgebiet erklärt, die Bunker selbst dienten nur zu Trainingszwecken und wurden nach 1990 aufgegeben.

Vorbei am Arapi, dem "albanischen Matterhorn" mit seiner markanten, spitzen Bergform, geht es weiter bergauf. Am Qafa-e-Pejës-Pass angekommen, machen wir eine letzte kurze Pause. Der letzte Anstieg unserer Reise ist geschafft.

Dann wartet der steile, geröllige Serpentinen-Abstieg nach Theth mit rund 1.000 Höhenmetern, vor dem uns alle gewarnt haben. Zugegebenermaßen finde ich ihn großartig. Dank meiner Stöcke bin ich richtig im Flow. Die Blicke ins Tal sind beeindruckend, nur der Fluss im Tal ist komplett ausgetrocknet.

Nach dem Abstieg geht es durch Geröll und ein Stück Wald flacher weiter bis zur Bar. Dort angekommen ist es geschafft: 5 Tage Peaks of the Balkans. Ich komme sogar als eine der Ersten an. Alle können es kaum fassen, mein Gesicht so früh zu sehen. Ich bin glücklich und gleichzeitig etwas traurig, dass es schon vorbei ist, und stoße mit einer kalten Cola mit den anderen an.

Viel Zeit bleibt nicht, das erste Shuttle ist schon unterwegs. Ich springe rein und genieße die letzte Fahrt über Schotter, froh, hier auch diesen Abschnitt nicht laufen zu müssen. Das hat Travelbase schon gut herausgesucht.

Der Rundweg schließt sich. Zurück am Zeltplatz in Theth wo vor einer Woche alles begann, gönnen wir uns den Aperol, auf den wir uns schon seit Stunden gefreut haben. Danach gibt es ein letztes Briefing, wir bekommen Peaks of the Balkans Patches und jeder darf sein Highlight verraten. Es gibt ein letztes gemeinsames Abendessen. Mit ein paar neuen Freunden aus Holland, Deutschland und Belgien sitzen wir zusammen und irgendwann kriechen wir müde ins Zelt.

Tipp: Auch wenn es tagsüber gutes Wetter war, erwischt es uns in der letzten Nacht doch noch: Blitz, Donner und heftiger Regen sorgen für eine kleine Lichtshow im Zelt. Ich liege wach und lausche dem Schauspiel im warmen Schlafsack.

Um 5:30 Uhr klingelt der Wecker, Frühstück gibt es um 6 Uhr, um 7 Uhr geht der Shuttle zurück nach Tirana. Die meisten aus der Gruppe fahren direkt zum Flughafen weiter, ich bleibe mit ein paar anderen noch eine Nacht in Tirana. Wir verabreden uns zum letzten gemeinsamen Essen, schlendern durch die Stadt und fallen überglücklich und müde ins Hotelbett.

Übernachtung & Verpflegung: Zelten unterwegs

Auf dem Balkan Trail übernachtest du jede Nacht im Zelt, direkt bei den Gästehäusern der Gastgeberfamilien entlang der Route. Zelt, Schlafsack, Isomatte und bei Bedarf Wanderstöcke kannst du dir bei Travelbase leihen, dann musst du dafür nichts extra einpacken.

Ich selbst hatte meinen eigenen Schlafsack und meine eigene Isomatte dabei, da wusste ich genau, was ich nutze. Beim Zelt habe ich mir dagegen das Leihmodell von Travelbase genommen, ein MSR Elixir 3, zufällig genau dasselbe Modell, das ich auch privat besitze.

Tipp: Nach Verfügbarkeit lässt sich vor Ort teils auch spontan ein Zimmer statt des Zelts buchen. Ob sich das auch vorab direkt bei Travelbase anmelden lässt, weiß ich nicht. Das würde ich bei Interesse am besten direkt beim Anbieter erfragen.

Der Ablauf wiederholt sich jeden Abend: Zelt aufbauen, duschen, umziehen, dann Abendessen. Die Duschen reichen von sehr komfortabel und warm wie in Dobërdol bis einfach und rustikal in ehemaligen Hütten wie in Vusanje. Wer zuerst dran ist, hat meist noch warmes Wasser.

Beim Essen wird oft als Buffet serviert oder direkt auf großen Platten auf den Tisch gestellt, sodass sich jeder nehmen kann, was er mag. Insgesamt war das Essen durchweg hervorragend, mit gegrilltem Gemüse, Salaten, Fleisch, Käse und frischem Brot, an jedem Abend etwas anders. Nur einmal wurde abends nicht mehr aufgefüllt, sodass am Ende nicht mehr für alle genug da war, ärgerlich vor allem für alle mit einem späteren Shuttle.

Zum Frühstück gibt es Buffet mit Milch, türkischem Kaffee oder Tee, dazu meist Weißbrot und Müsli, oft Tomaten und Gurken, manchmal Joghurt oder Oliven. Der Kaffee kostet an manchen Stationen extra, mir war er das aber wert, er hat richtig gut geschmeckt.

Tipp: Falls dir Weißbrot und Müsli morgens nicht reichen: Ich habe mir zweimal mein eigenes Porridge gemacht, heißes Wasser gab es dafür jeden Morgen. Ich bin kein Fan von Brot am Morgen.

Nach dem Frühstück wird direkt das Lunchpaket für unterwegs zusammengestellt. Wichtig ist ausreichend Wasser: Getrunken werden sollten mindestens 3 Liter am Tag, bei der Anstrengung und den Temperaturen auf der Strecke eine sinnvolle Faustregel.

Hier kommen die Guides ins Spiel: Bei uns waren nach einem heißen Sommer einige Quellen zum Auffüllen unterwegs nicht mehr trinkbar oder komplett versiegt. Als Alleinreisende bekommst du solche Infos oft nicht. Dann bleibt dir nur, konsequent zu filtern oder das Risiko einer Magen-Darm-Erkrankung einzugehen, was gar nicht so selten vorkommt. Die Guides wussten dagegen immer, welche Quellen gerade Wasser führten. Ich habe trotzdem, so oft es ging, Wasser gekauft. Das gibt es überall entlang der Strecke, ist aber nicht gerade billig.

Wasser aus Gästehäusern und Bars entlang der Strecke ist sauber und trinkbar, aus Flüssen solltest du dagegen nicht direkt trinken, dafür lieber Wasserreinigungstabletten oder ein Filtersystem einpacken.

Schwierigkeitsgrad & Herausforderungen

Für den Balkan Trail brauchst du eine gewisse Grundfitness, machbar ist er aber für jeden in seinem eigenen Tempo. Vieles ist für mich auch Mindset: Mit der richtigen Einstellung lässt sich fast jede Etappe gut bewältigen.

Eine Ausnahme sehe ich auf der Etappe von Plav nach Vusanje: Der steile Aufstieg zum Gipfel Maja e Borit ist kurz eine kleine Kletterpartie. Dafür solltest du trittsicher sein und keine Höhenangst haben. Mir persönlich macht das nichts aus, deshalb kann ich schwer einschätzen, wie andere diese Stelle empfinden würden.

Tipp: Travelbase stellt im Vorfeld einen Trainingsplan zur Verfügung, der Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Stabilität trainiert. Sinnvoll, denn über 5 Tage mit Zelt und wechselndem Gelände ist die Tour für den Körper schon fordernd.

Packliste

Für die Wandertage selbst brauchst du gar nicht so viel: kurze Hose, ein T-Shirt aus Funktionsmaterial und Trailrunningschuhe waren für mich genau richtig (bei mir Modelle von Salomon). Dazu leichte Wanderstöcke von Leki, eine Baseball Cap als Sonnenschutz und Wandersocken von Falke in unterschiedlichen Dicken.

Abends nach dem Duschen ziehe ich direkt lange Hose und Longsleeve beziehungsweise eine Softshell-Jacke an. Sobald du einmal auskühlst, wird es an den Zeltplätzen schnell ungemütlich, und das lässt sich kaum mehr aufholen.

Tipp: Nimm Badeschuhe für die Dusche mit (bei mir Adiletten) sowie ein Funktionshandtuch. Beides ist leicht, nimmt kaum Platz weg und trocknet über Nacht am Zelt.

Schlaf-Ausrüstung

Auch wenn du Zelt, Schlafsack und Isomatte bei Travelbase leihen kannst, hatte ich meine eigene Ausrüstung dabei, weil ich weiß, was ich daran habe. Für die wärmeren Monate reicht ein leichter Daunenschlafsack wie der [Mountain Equipment Helium 400, dazu eine Isomatte von Thermarest.

Rucksack & Technik

Wanderst du und buchst wie ich den Gepäcktransport genügt ein Rucksack bis 35 Liter. Wanderst du dagegen mit Zelt (ohne Gepäcktransport zu nutzen), brauchst du eher 50 bis 60 Liter. Ich selbst war mit einem Deuter Aircontact Ultra 35+5 L unterwegs, durch meine Kameraausrüstung etwas schwerer bepackt als andere in der Gruppe.

Wanderstöcke sind Pflicht auf der Strecke, du kannst sie dir aber auch bei Travelbase leihen. Für den Rucksack selbst hat sich bei mir bewährt:

  • Eine wasserdichte Hülle für den Rucksack
  • Eine Trinkblase mit 2 l Fassungsvermögen, spart das Anhalten für die Flasche
  • 2 Powerbanks mit mindestens 10.000 mAh (die ultraleichten Modelle von Flextail wiegen kaum etwas zusätzlich)
  • Wasserdichte Packbeutel von Patagonia für Ordnung im Duffelbag und im Rucksack

Auch beim Packen selbst lohnt sich ein Blick in die offizielle Travelbase-App: Der Hüftgurt trägt den Großteil des Gewichts, schwere Sachen gehören deshalb möglichst nah an den Rücken. Bergauf schnallst du den Hüftgurt am besten enger für mehr Stabilität, bergab lockerst du ihn wieder etwas für die Balance.

Mobiles Internet: eSIM für unterwegs

Für die Verbindung unterwegs habe ich zwei eSIM-Optionen selbst genutzt und verglichen:

Airalo ist die günstigere Option, auch ohne Rabatt schon unter Holafly, und deckt mit 10 Tagen Laufzeit die komplette Reisedauer ab. Dafür gilt der Tarif europaweit statt speziell für den Balkan. Holafly punktet mit einem auf die Reisedauer zugeschnittenen Balkan-Paket.

Anreise: Wie du zum Peaks of the Balkans kommst

Nach Tirana kommst du am einfachsten per Direktflug. Von mehreren deutschen Städten aus gibt es Direktverbindungen, unter anderem ab Stuttgart, Berlin und Frankfurt. Am besten schaust du auf einer Flugsuchmaschine, welche Airline aktuell von deinem Wunschflughafen aus direkt fliegt, da sich die Streckennetze immer wieder ändern. Ich bin selbst ab Stuttgart mit Eurowings geflogen.

Vom Flughafen zum Marinaj Hotel im Zentrum bin ich mit Patoko gefahren, einer lokalen Taxi-App ähnlich wie Uber, für rund 20 €. Normalerweise dauert die Fahrt etwa 20 Minuten, der Verkehr Richtung Zentrum ist aber oft zäh, bei mir hat es entsprechend länger gedauert.

Tipp: Travelbase bietet auch einen buchbaren Flughafen-Shuttle an. Bei mir hat der Zeitplan allerdings nicht gepasst, weil ich einen Tag früher als der Rest meiner Gruppe angereist bin. Prüfe deshalb vorab, ob dein Ankunftstag zum Shuttle-Zeitplan passt, sonst ist ein Taxi über Patoko die unkompliziertere Alternative.

Permits & Grenzübergänge

Die Grenzübergänge auf der Route sind grüne Grenzen und nur selten besetzt. Bei meiner Wanderung war an keiner ein Kontrollposten. Beim Übertritt von Albanien nach Montenegro oder in den Kosovo merkst du deshalb kaum etwas davon. Oft markiert nur ein unauffälliger Grenzstein die eigentliche Grenze.

Trotzdem brauchst du für den Grenzübertritt ein Permit. Wer die Strecke individuell wandert, organisiert das selbst über das Zbulo-Formular, die Kosten hängen von der Anzahl der Grenzübertritte ab und liegen pro Person im niedrigen zweistelligen Euro-Bereich. Die aktuellen Preise und den genauen Ablauf findest du auf der offiziellen Zbulo-Seite.

Unkompliziert ist das nicht immer, die Regeln ändern sich immer wieder, das war schon vor meiner eigenen Reise so. Daher bin ich froh, dass Travelbase das übernommen hat und ich mich nicht darum kümmern musste.

Tipp: Genau hier kommt Travelbase ins Spiel: An jeder Grenze wartete ein Guide mit unseren Permits, falls doch eine Kontrolle stattgefunden hätte. Um die Organisation musste ich mich selbst gar nicht kümmern.

Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für den Balkan Trail ist Juni bis September. Ich habe mich bewusst für September entschieden, weil ich keine 40 Grad am Tag beim Wandern brauche, wie sie im Hochsommer im Juli und August möglich sind. Tagsüber war es bei der Anstrengung und den vielen Höhenmetern trotzdem noch richtig warm, abends und nachts am Zeltplatz wurde es kühler. An 2 Nächten war es durch hohe Luftfeuchtigkeit spürbar kälter, ansonsten ließ sich das mit langer Hose und Jacke gut aushalten.

Hinweis: Im September sind die Tage schon spürbar kürzer als im Hochsommer. Plane das bei deiner Tagesplanung mit ein, gerade an den längeren Wandertagen.

Auf der ersten Etappe nach Valbona ist entsprechend viel los, Theth ist durch Social Media inzwischen sehr bekannt. Ab der zweiten Etappe führt die Route dann in abgelegenere Regionen, dort ist generell kaum etwas los, unabhängig von der Jahreszeit.

Tipp: Je später im September, desto höher das Risiko für längere Regenphasen und kühlere Nächte, mit vereinzelten Gewittern. Wer auf Nummer sicher gehen will, plant die Wanderung lieber für Juni bis Ende August ein.

Erfahrung mit Travelbase

Mit Travelbase durch den Balkan Trail zu wandern, hat sich für mich als guter Mix aus Freiheit und Absicherung erwiesen. Du wanderst auf eigene Faust oder mit anderen aus der Gruppe, kümmerst dich aber um nichts von der Logistik: Shuttle, Permits, Zeltplatz und Essen sind organisiert, dazu kannst du dir bei Bedarf Zelt, Dufflebag, Wanderstöcke, Schlafsack und Isomatte leihen.

Die offizielle App war für mich ein praktischer Begleiter: Rund 10 Tage vor Abreise öffnet sich ein Gruppenchat, in dem sich alle schon vorab austauschen können. Dazu bekommst du ein Roadbook mit Infos zu jeder Etappe und eine Karte zum Nachverfolgen der Strecke. Bei den GPS-Werten würde ich mich aber eher auf eine eigene Uhr verlassen, die App-eigenen Distanz- und Höhenmeter-Angaben wichen bei mir deutlich von meinen eigenen Tracking-Daten ab.

Vor der Reise stellt Travelbase außerdem einen Trainingsplan zur Verfügung, sinnvoll, weil die 5 Tage mit Zelt und wechselndem Gelände fordernd sind.

Am meisten überzeugt mich immer wieder, dass bei Travelbase 4 Guides sich entlang der Route verteilen und Tipps zu Wasserquellen, Lunch- und Fotospots geben. Ein lokaler Guide ergänzt geschichtliche und kulturelle Hintergründe. An jeder Grenze wartete zusätzlich ein Guide mit unseren Permits, falls es doch zu einer Kontrolle gekommen wäre. Um die Organisation musste ich mich dadurch selbst nie kümmern.

Hier Termine ansehen oder für nächstes Jahr vorregistrieren. Sobald die Termine raus sind, bekommst du eine E-Mail und Frühbucherrabatt.

Infos zur Wanderung mit Travelbase

Der Preis für diese Reise beginnt bei 595 € und beinhaltet:

  • Optimierte Reiseroute und vollständige Reiseorganisation. Du musst dich um nichts kümmern
  • 6 Nächte Camping an einzigartigen Orten bei Einheimischen
  • Grenzgenehmigungen für die Grenzübergänge
  • Eintrittskarten für die Nationalparks
  • Alle Transporte während der Wanderung
  • Begleitung durch erfahrene Guides
  • Trainingsplan zur Vorbereitung
  • Umfassende Packliste
  • App für den Balkan Trail mit allen nützlichen Informationen inklusive Chat zum Austausch mit Guides und anderen Teilnehmern

Optional buchbar:

  • Shuttles (empfehle ich vor allem für Tirana - Theth zum Basecamp), Flughafen - Hotel in Tirana falls deine Flugzeiten passen. Wir sind früher angereist und haben Tirana erkundet (lohnt sich). Ein Taxi kostet ca. 20 €.
  • Ausrüstung (Zelt, Stöcke, Isomatte, Schlafsack und Dufflebag)
  • Gepäcktransport (für mehr Komfort). Buche ich immer, wenn möglich, da meine Kameraausrüstung mehr wiegt als die Ausrüstung selbst.

Fazit: Für wen lohnt sich der Peaks of the Balkans?

Der Peaks of the Balkans hat mich umgehauen. Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich nach meiner Rückkehr diese besonderen Berge und Momente in den Bergen des Balkans so sehr vermissen werde. Schroffe Gipfel, grüne Hochtäler, dazu drei Länder auf einer Route. Bei überaus gastfreundlichen Familien campen, großartiges Essen genießen und dank Travelbase sich um nichts kümmern zu müssen.

Ich bin so fasziniert von den Peaks of the Balkans, das ich im nächsten Jahr nochmals zurückkehren und noch mehr dieser Region erwandern möchte.

Müsste ich eine einzige Etappe empfehlen, ich könnte mich nicht entscheiden. Beim Mont Blanc Trail gab es eine Etappe, die mir überhaupt nicht getaugt hat. Bei dieser Tour könnte ich keinen einzigen Tag nennen, den ich auslassen würde. Die Ausblicke waren immer wieder anders und trotzdem atemberaubend. Es gab nicht nur ein Highlight, sondern zahlreiche: Vom Bergdorf Doberdol über den höchsten Gipfel und die 360 Grad Aussichten, den Kammweg am Maja e Borit und die Aussichten von hier oben. Die Wanderung zum Valbona Pass und viele mehr. Diese Wanderung solltest du definitiv auf deine Bucketlist setzen.

Häufige Fragen zum Peaks of the Balkans

Wie lange dauert der Peaks of the Balkans?

Der komplette Fernwanderweg ist rund 192 km lang und dauert klassischerweise 10 bis 12 Tage. Ich bin die 5 schönsten Etappen als „Balkan Trail" bei Travelbase gewandert, dafür brauchst du insgesamt 8 Tage inklusive An- und Abreise.

Muss ich den Peaks of the Balkans komplett wandern?

Nein. Viele Wanderer, mich eingeschlossen, konzentrieren sich auf die schönsten Etappen zwischen Theth, Valbona, Dobërdol, Plav und Vusanje, statt die komplette Strecke zu laufen.

Brauche ich ein Permit für den Peaks of the Balkans?

Ja, für den Grenzübertritt zwischen Albanien, Montenegro und Kosovo brauchst du ein Permit. Individualwanderer organisieren das selbst über das Zbulo-Formular, bei einer Buchung über Travelbase übernimmt der Veranstalter das für dich.

Wie schwierig ist der Peaks of the Balkans?

Du brauchst eine gewisse Grundfitness, die Etappen sind aber für jeden in seinem eigenen Tempo machbar. Die größte Herausforderung ist der kurze, ausgesetzte Aufstieg zum Gipfel Maja e Borit zwischen Plav und Vusanje.

Muss ich auf dem Balkan Trail zelten?

Bei der Travelbase-Variante ja, du übernachtest jede Nacht im Zelt bei den Gästehäusern entlang der Route. Zelt, Schlafsack und Isomatte kannst du dir dafür leihen. Du kannst aber auch in Gästehäusern übernachten.

Kann ich den Balkan Trail auch alleine wandern?

Ja, du wanderst auf eigene Faust in deinem eigenen Tempo, kannst dich aber jederzeit anderen aus deiner Gruppe anschließen. Guides sind entlang der Route verteilt und helfen bei Fragen zu Wasserquellen oder der Orientierung.

Wann ist die beste Reisezeit für den Peaks of the Balkans?

Juni bis September eignet sich am besten. Ich bin bewusst im September gewandert, um die Hitze des Hochsommers zu vermeiden, dafür sind die Tage schon kürzer und mit zunehmenden Regenphasen ist zu rechnen.

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Katrin Lehr, Gründerin Reiseblog viel-unterwegs.de und Reise-Expertin
Hi ich bin Katrin!

Ich bin Katrin, viel unterwegs und echte Reise-Expertin! Mit meinem Camper oder Mietwagen möchte ich die ganze Welt bevorzugt bei Roadtrips entdecken. Um meine Erfahrungen & Erlebnisse mit dir zu teilen, habe ich diesen Reiseblog gegründet!