Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Ich zeige dir die schönsten Portugal-Sehenswürdigkeiten – von Lissabon über Porto bis zur Algarve.
- Beste Reisezeit: Frühling/Herbst für Städte, Sommer für die Algarve
- Fortbewegung: Wohnmobil oder Mietwagen für Rundreisen – damit bist du maximal flexibel. Für die Städte genügen die Öffis.
- Karte: Alle Orte auf einen Blick in meiner Google Maps Karte
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Mehr InformationenLissabon und Umgebung – Portugals kulturelles Herz
Lissabon – Altstadt, Alfama und Castelo de São Jorge
Lissabon ist auf sieben Hügeln gebaut, das spürst du an jeder Straße, die ohne Vorwarnung steil nach oben kippt. Steig durch die engen Gassen der Alfama, Lissabons ältestem Stadtviertel, hinauf zum Castelo de São Jorge – von der Burgmauer aus siehst du die roten Dächer, den Tejo und die gelbe Tram 28, die sich durch die engen Kurven quält. Am besten kommst du früh am Morgen oder kurz vor Sonnenuntergang, dann sind weder die Gassen noch die Miradouros – die zahlreichen Aussichtspunkte mit Blick auf den Tejo – überlaufen.


Pastéis de Belém – die berühmten Puddingtörtchen
Ohne einen Abstecher zur Pastelaria Belém ist kein Lissabon-Besuch komplett. Die kleinen Blätterteig-Törtchen mit Vanillecreme gibt es im Original nur hier, direkt im gleichnamigen Stadtteil – überall sonst in Portugal heißen sie Pastéis de Nata. Plan ein bisschen Wartezeit ein, die Schlange vor der Bäckerei gehört inzwischen fast so sehr zu Lissabon wie die Straßenbahnen.

Torre de Belém und Mosteiro dos Jerónimos
Zwei der bekanntesten Wahrzeichen Portugals liegen nur wenige Gehminuten auseinander im Stadtteil Belém. Der Torre de Belém wurde 1521 als Wehrturm am Tejo erbaut und zählt wie das benachbarte Mosteiro dos Jerónimos zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Kloster beeindruckt vor allem der manuelinische Baustil mit seinen aufwendig verzierten Steinornamenten – für den Innenhof solltest du dir bewusst Zeit nehmen.

Sintra – Märchenpaläste vor den Toren Lissabons
Sintra liegt nur etwa 30 Kilometer westlich von Lissabon. Mit dem Zug bist du in rund 40 Minuten da, und fühlst dich trotzdem wie in einer anderen Welt. Über der Stadt thront der knallbunte Palácio da Pena, ebenfalls UNESCO‑Weltkulturerbe. Gleich nebenan liegen die Mauerreste des maurischen Castelo dos Mouros aus dem 8. oder 9. Jahrhundert. Wenn du Zeit hast, lohnt sich auch ein Blick auf die Quinta da Regaleira mit ihrem berühmten Brunnenschacht und der eingelassenen Wendeltreppe – für Sintra allein würde ich dir einen ganzen Tag einplanen.

Cabo da Roca – Europas westlichster Punkt
Von Sintra aus sind es nur rund 20 Minuten bis zum Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt des europäischen Festlands. Hier stehst du auf steilen Klippen über dem Atlantik, im Rücken nichts als Wind und Weite. Die Aussichtsplattform ist tagsüber schnell voll mit Reisebussen, aber wenn du vom Parkplatz aus südlich am Klippenrand entlanggehst, hast du nach wenigen Minuten die Steilküste für dich allein.
Hab also Geduld. Als ich übrigens vor über 30 Jahren das erste Mal hier war, war überhaupt nichts los und Portugal noch nicht in der EU.

Porto und der Norden
Porto – Altstadt, Ribeira und die Ponte Dom Luís I
Die Ribeira, Portos Altstadt am Douro-Ufer, gehört seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Von dort führt die zweistöckige Ponte Dom Luís I aus dem 19. Jahrhundert nach Vila Nova de Gaia auf der anderen Flussseite – oben fahren die U-Bahnen, unten Autos und Fußgänger. Setz dich mit einem Kaffee an eine der Treppen zur Ribeira und schau den Rabelo-Booten auf dem Douro zu, mit denen früher der Portwein flussabwärts transportiert wurde.

Vila Nova de Gaia – Portweinkeller am Douro
Vila Nova de Gaia liegt Porto direkt gegenüber, getrennt durch den Fluss, aber zu Fuß über die Brücke erreichbar. Hier lagern die großen Portwein-Häuser wie Sandeman, Graham's oder Taylor's ihre Fässer, weil das Klima am Flussufer stabiler ist als drüben in der Stadt.
Eine Kellerführung mit Verkostung kostet meist zwischen 15 und 20 Euro und dauert etwa eine Stunde. Mein Tipp, auch wenn ich selbst kein Fan von Portwein bin.

Douro-Tal – Weinberge und Flusslandschaften
Das Douro-Tal ist eine der ältesten offiziell abgegrenzten Weinbauregionen der Welt – die Grenzen wurden bereits 1756 festgelegt. Die Weinberge liegen in steilen Terrassen am Fluss, von Hand angelegt, weil Maschinen an den Hängen kaum eine Chance haben. Du erreichst das Tal mit dem Zug ab Porto (Strecke Richtung Pocinho), mit dem Auto oder auf einer Tagestour mit dem Boot, und zwischen den Weinbergen liegen immer wieder kleine Dörfer und Aussichtspunkte, an denen sich ein Zwischenstopp lohnt.

Guimarães – die Wiege Portugals
Guimarães trägt den Beinamen "Wiege Portugals", weil hier 1139 Alfons I. zum ersten portugiesischen König ausgerufen wurde. Die Altstadt mit der Burg Castelo de Guimarães ist UNESCO-Weltkulturerbe und deutlich kleiner und ruhiger als Porto – ein gutes Ausflugsziel für einen halben Tag.

Peneda-Gerês – Portugals einziger Nationalpark
Der Peneda-Gerês ist mit rund 700 Quadratkilometern Portugals einziger Nationalpark, alle anderen Schutzgebiete im Land sind offiziell Naturparks. Hier leben noch wilde Garrano-Ponys, und die alten Steindörfer wie Soajo mit ihren auf Stelzen stehenden Getreidespeichern (Espigueiros) wirken, als wäre die Zeit stehengeblieben. Für manche Wanderstrecken brauchst du vorab eine kostenlose Genehmigung – daher lohnt es sich, das vorher zu prüfen.

Die Algarve – Traumstrände und Steilküsten im Süden
Praia de Odeceixe – Traumstrand an der Westküste
Die Algarve hat mehr als 200 Kilometer Küstenlinie, und Odeceixe markiert praktisch ihren nördlichen Anfang: Der Ort liegt an der Grenze zwischen Algarve und Alentejo, dort wo der Fluss Ribeira de Seixe auf den Atlantik trifft. Bei Ebbe legt sich eine breite Sandbank frei: auf der einen Seite ruhiges Flusswasser zum Planschen, auf der anderen raue Atlantikwellen zum Surfen. Der Strand liegt gut zwei Kilometer unterhalb des Dorfs, für den Rückweg bergauf lohnt sich ein Auto oder Fahrrad.

Lagos und die Ponta da Piedade
Lagos ist die größte Stadt der Westalgarve und ein guter Ausgangspunkt, um die Ponta da Piedade zu erkunden: gelbe Felsklippen mit Durchgängen und Grotten, die das Meer über Jahrtausende freigespült hat. Vom Aussichtspunkt am Leuchtturm siehst du die Formationen von oben, mit Kajak oder Stand-up-Paddle kommst du direkt durch die Felsbögen hindurch.

Küste von Sagres und Cabo de São Vicente
Cabo de São Vicente, keine zehn Minuten von Sagres entfernt, ist der südwestlichste Punkt Europas – für die Römer galt hier das Ende der bekannten Welt. Am Kap steht einer der stärksten Leuchttürme Europas, weil die Steilküste bei schlechtem Wetter für Schiffe gefährlich ist. Es ist ziemlich windig hier oben, ein Pullover ist auch im Sommer keine schlechte Idee.

Höhle von Benagil
Die Algar de Benagil ist die bekannteste Höhle der Algarve und nur vom Wasser aus zugänglich, mit Kajak, Stand-up-Paddle oder auf einer Bootstour ab Portimão, Albufeira oder Armação de Pêra. Ein Loch im Dach der Höhle lässt Sonnenlicht auf den Sandstrand im Inneren fallen. Anlanden und Baden in der Höhle ist inzwischen verboten, mit dem Boot kannst du sie aber durchfahren oder umrunden.

Faro – Tor zur Algarve
Faros Altstadt liegt hinter dem Arco da Vila, einem Stadttor, das im Kern auf die maurische Stadtmauer zurückgeht, auch wenn die heutige Fassade aus dem 19. Jahrhundert stammt. Weil hier der internationale Flughafen der Algarve liegt, fahren die meisten Reisenden nur durch – dabei lohnt sich ein Zwischenstopp in der kleinen Altstadt direkt an der Ria Formosa.

Capela dos Ossos in Faro – die Knochenkapelle
Die Capela dos Ossos gehört zur Igreja do Carmo und wurde 1816 aus den Knochen und Schädeln von Mönchen gebaut, für die auf dem Klosterfriedhof kein Platz mehr war. Über dem Eingang steht eine Inschrift, die an die eigene Sterblichkeit erinnert – ein deutlicher Kontrast zu den sonnigen Stränden der Algarve nur wenige Kilometer weiter.
Diesen skurrilen Ort musst du einfach mal gesehen haben.

Zentralportugal: Fátima, Nazaré und Coimbra
Fátima – Portugals bedeutendster Wallfahrtsort
Fátima liegt gut anderthalb Autostunden nördlich von Lissabon und ist der wichtigste Wallfahrtsort Portugals. 1917 sollen hier drei Hirtenkindern mehrfach die Jungfrau Maria erschienen sein, heute steht an der Stelle die Wallfahrtsbasilika mit ihrer riesigen Esplanade, die größer ist als der Petersplatz in Rom. Manche Pilger legen die letzten Meter zur Erscheinungskapelle kniend zurück, ein sichtbares Zeichen für die Bedeutung, die der Ort bis heute hat – ob du gläubig bist oder nicht, die Stimmung auf dem Platz ist spürbar.

Nazaré – die größten Wellen der Welt
Nazaré ist der Ort, an dem die höchsten je gesurften Wellen der Welt gemessen wurden. Ein Unterwasser-Canyon direkt vor der Praia do Norte bündelt die Energie der Atlantikwellen und lässt sie auf über 20 Meter auftürmen; 2024 surfte der Deutsche Sebastian Steudtner hier eine Welle von 28,57 Metern, ein möglicher neuer Weltrekord.
Am besten siehst du das Spektakel vom Aussichtspunkt beim Leuchtturm auf dem Sítio-Plateau, ganz ohne selbst nass zu werden. Portugals Westküste ist überhaupt ein Surf-Hotspot: Peniche ist berühmt für die Welle Supertubos, Ericeira gilt als verlässlicher Spot bei gutem Wetter, und weiter südlich an der Algarve wird Sagres unter Surfern als Geheimtipp gehandelt.

Coimbra – Portugals historische Universitätsstadt
Coimbra war von 1139 bis 1256 die erste Hauptstadt Portugals, bevor der Königshof nach Lissabon zog. Die Universität wurde 1290 gegründet – zunächst in Lissabon, seit 1537 ununterbrochen in Coimbra – und ist damit die älteste Universität Portugals und eine der ältesten Europas; seit 2013 zählt der historische Universitätskomplex in der Alta und der Rua da Sofia zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Bis heute prägt das Studentenleben die Stadt: Rund jeder fünfte Einwohner ist an der Universität oder der Polytechnischen Hochschule eingeschrieben.

Azoren und Madeira – Portugals Inseln im Atlantik
São Miguel (Azoren) – Vulkankrater und heiße Quellen
São Miguel ist mit Abstand die größte der neun Azoren-Inseln und ihr bekanntester Vulkan-Schauplatz. In der Lagoa das Sete Cidades liegen zwei Kraterseen dicht nebeneinander: die Lagoa Azul und die Lagoa Verde, einer blau, einer grün gefärbt – vom Miradouro da Boca do Inferno bist du nur wenige hundert Meter vom Parkplatz entfernt und hast beide auf einen Blick.
Im Ort Furnas dampft die Erde sichtbar: An den Caldeira-Geysiren tritt Wasser mit intensivem Schwefelgeruch aus dem Boden, und im Parque Terra Nostra, einem botanischen Garten von 1780, kannst du anschließend in drei Thermalbecken mit 35 bis 40 Grad baden. Das ganze Jahr über ziehen außerdem Wale und Delfine an der Küste vorbei – die Azoren gehören zu den zuverlässigsten Whale-Watching-Gebieten Europas.

Madeira – Steilküsten, Levadas und der Skywalk am Cabo Girão
Madeira ist vulkanischen Ursprungs, das siehst du an keiner Stelle deutlicher als am Cabo Girão: Mit 580 Metern ist es die höchste Steilklippe Europas, eine gläserne Skywalk-Plattform lässt dich direkt über dem Abgrund stehen.
Zum Wandern führt die Levada das 25 Fontes von Rabaçal aus elf Kilometer durch Lorbeerwald zu einem See, der von 25 Quellen gespeist wird – festes Schuhwerk ist Pflicht, weil die Wege an den Kanälen schmal und oft nass sind.
Wer höher hinaus will, startet am Pico do Arieiro. Mit 1.818 Metern Madeiras dritthöchstem Gipfel: Mit Reservierung erlebst du hier den Sonnenaufgang über den Wolken, ein Wanderweg führt weiter zum noch höheren Pico Ruivo.




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