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Die (Namib) Wüste lebt (wer älter ist, kennt den Film vielleicht noch aus dem Schulunterricht, denn der wurde in Namibia gedreht). Da mir vor der Reise diese Living Desert Tour mehrfach für Swakopmund empfohlen wurde, habe ich nicht lange gezögert und gebucht.

Viele Anbieter, wo buchen?

Es gibt zahlreiche Anbieter, doch wenn du wie ich alleine unterwegs bist, sagen die meisten: Nein, minimum 2 Personen müssen buchen. Also werde ich bei Tommys Tours & Safaris fündig und bereue es auf keine Weise.

Mein Guide Andrew (halb Norweger, halb Afrikaans) holt mich pünktlich um 8 Uhr gut gelaunt an meiner Unterkunft ab. Auf dem Weg zu den Dünen im  Dorob-Nationalpark sammeln wir noch eine Familie mit drei Kindern aus dem Frankfurter Raum ein und machen uns auf den Weg.

Die Tour beginnt

Am Eingang zu den Dünen fahren wir weiter, lassen die Kamele (wer bucht denn in Namibia eine Tour auf dem Kamel, bitteschön?) links liegen und halten kurze Zeit später an. Ein zweites Auto mit Guide Johannes und einer weiteren Familie steht bereits da. Wir befinden uns im Dorob-Nationalpark.

Da alle deutschsprachig sind, übernimmt Johannes das Reden und Andrew die Spurensuche. Während Johannes uns zeigt, welche Tiere wir unter anderem hier in der Wüste finden können, lässt Andrew Luft aus den Reifen.

Johannes erklärt uns, was wir bei der Living Desert Tour an Tieren sehen könnten.
Guide Johannes erklärt uns, was wir bei der Living Desert Tour an Tieren sehen könnten.

Diese Tour ist ideal für Familien, weil es deutschsprechende Guides gibt

Eigentlich mag ich keine deutschsprachigen Touren, aber da hier so viele Kids dabei sind, die noch kein Englisch können (und es in Namibia ohnehin super viele Deutsche gibt), finde ich es dieses Mal echt klasse. Die Kinder sind neugierig und löchern Johannes mit Fragen.

Während wir Johannes lauschen, sucht Andrew bereits nach Spuren im Sand. Irgendwann kommt er mit geschlossener Hand zurück. Wir sind gespannt, was er gefunden hat. Manche Tiere buddeln sich nämlich sehr tief ein, und man muss wirklich auf die kleinsten Details achten.

Er präsentiert uns einen sehr coolen Palmatogecko. Der Namibgecko (Pachydactylus rangei, Wikipedia), auch Schwimmfußgecko genannt, ist ein in der Namibwüste (Namibia, Angola, Südafrika) endemischer, nachtaktiver Gecko. Seine Haut ist fast transparent, er hat große, lidlose Augen und Schwimmhäute zwischen den Zehen, die ihm das Laufen auf Sand erleichtern.

Um Feuchtigkeit aufzunehmen, leckt er sich den morgendlichen Nebel von seinen Augen. Wir beobachten sie eine Weile und sind sehr fasziniert.

Danach wird eine Umgebung geschaffen, damit sie sich wieder eingraben kann. Denn in der Hitze des Tages würde dieser Wüstengecko nicht überleben, er ist nachtaktiv. Das Eingraben geht so schnell, dass nach wenigen Sekunden alles vorbei ist und man nicht mehr sehen würde, dass hier ein Tier in einer Höhle im Sand versteckt ist. Irre.

Wir fahren weiter.

Nur wenige Meter weiter hat Andrew zuvor schon ein Zeichen gemacht, dass wir nicht deuten können. Wir gehen wie beim Bushwalk im Gänsemarsch, einer nach dem anderen, um so wenig Spuren wie möglich zu hinterlassen.

Was hat Andrew als nächstes entdeckt?

Johannes erklärt uns, worauf wir achten sollen. Und ja, bei genauem Hinsehen entdecken wir Augen, perfekt getarnt im Sand. Wir nähern uns langsam – zu schnell und laut – und ehe wir es kapieren, windet sich eine Zwergpuffotter (Sand Viper) von uns davon.

Wir versuchen, sie im naheliegenden Gebüsch zu finden, und lernen, dass sie eine Art „Bautanz“ macht, um sich wieder einzugraben. Nachdem jeder Fotos und Videos gemacht und beobachtet hat, lassen wir sie in Frieden und fahren weiter.

Die Schlange war ein Highlight, denn man sagte uns, dass man in den vergangenen Tagen keine gefunden hätte (man weiß nie, ob die Aussage stimmt). Ich hoffe ja auf ein Namaqua-Chamäleon (Wüstenchamäleon). Eins in der Wüste habe ich weder in Sossusvlei noch im Hoanib Skeleton Coast Nationalpark gesehen.

Was nun? Etwa ein Namaqua-Chamäleon?

Eine Zeit später halten die beiden wieder an. Andrew und Johannes gehen eine Ebene Sandfläche ab, ohne etwas zu finden. Sie verraten uns beide nicht, wonach sie suchen. Wir fahren weiter und plötzlich macht wiederum Andrew eine Entdeckung. Wir checken es zunächst nicht.

Living Desert Tour in Swakopmund: Ein Namaqua Chamäleon ist schwer zu sehen
Living Desert Tour in Swakopmund: Ein Namaqua Chamäleon ist echt gut getarnt.

Erst nach genauem Hinsehen entdecken wir es: Was wie ein schwarzer Stein aussieht, entpuppt sich als Chamäleon. Das Wüstenchamäleon in Namibia heißt Namaqua-Chamäleon (Chamaeleo namaquensis). Ich bin glücklich, denn schon lange wollte ich eins sehen.

Nach einer Weile des Beobachtens, wie es ein Wurm nach dem anderen verspeist (mit großem Abstand, um das Chamäleon nicht zu stressen), lassen wir es schließlich in Ruhe und kehren zum Auto zurück. Als wir weiterfahren, entdeckt Andrew plötzlich ein weiteres Chamäleon. Wir sehen wie beim ersten erst mal nichts. Verrückt, wie klein und gut getarnt die kleinen Tierchen sind.

Wüstenchamäleon bei der Living Desert Tour mit Tommy's Living Desert Tours
Wüstenchamäleon bei der Living Desert Tour mit Tommy's Living Desert Tours

Ab in die Dünen

Jetzt kommt der lustige Teil des Trips: eine Fahrt in die Dünen und zu einem Aussichtspunkt, wo wir sowohl die Stadt als auch das Meer sehen können. Schon irre, dass man in Swakopmund die Dünen direkt vor seiner Haustür hat.

Die Dünen sind in Swakopmund sehr nah!
Die Dünen sind in Swakopmund sehr nah!

Hinweis: Falls du schnell seekrank wirst: Bei uns hatten welche ein wenig Probleme bei der schunkelnden Fahrt in den Dünen.

Denn das Einzigartige an Swakopmund ist, dass hier die Dünen direkt ins Meer übergehen. Die Stadt liegt dann direkt dahinter. Wirklich sehenswert, und die Kinder können nicht genug davon bekommen, die Dünen hinauf und hinab zu rennen und rutschen. Hier oben ist unser letzter Stopp und wir nehmen Abschied von der anderen Gruppe im 2. Auto.

Sehr begeistert und überwältigt von den Eindrücken des Vormittages sind wir kurz nach 13 Uhr wieder in der Stadt, um den restlichen Tag in Swakopmund zur Erkundung zu nutzen. Für mich auch nach der Namibia Reise eine der coolsten Touren, die ich gemacht habe. Total unterschätzt, von vielen ausgelassen und bei mir ein absolutes Highlight.

Infos zur Tour

  • Anbieter: Tommy's Living Desert Tours (es gibt noch zahlreiche andere, diese nahmen mich als Einzelperson mit und bieten auch Touren auf Deutsch an, interessant für Familien mit Kindern)
  • Dauer: 8 bis ca. 13 Uhr
  • Inklusive Abholung von deiner Unterkunft
  • Kosten: 1000 N$
  • Mindestteilnehmerzahl: 2 (wenn du wie ich alleine bist einfach eine Email schreiben, du kannst dich einer Gruppe anschließen)
  • Softdrinks und kleiner Snack sind im Preis enthalten
  • Mitbringen: Kamera (ideal mit Makro-Objektiv), ein gutes Handy ist auch super (mein iPhone 17 Pro hat den Gecko besser scharf bekommen als die „große“ Kamera (ohne Makro-Objektiv).

Ich hoffe, dir hat dieser Artikel gefallen und geholfen, deine Fragen zu beantworten. Falls du noch Ideen oder Fragen zur Living Desert Tour hast, dann freue ich mich sehr auf deinen Kommentar hier auf dem Reiseblog.

Hier findest du meine Tipps zur Planung der Namibia Rundreise als Selbstfahrer, hier im Reiseblog alle Namibia Reiseberichte, Highlights und Infos.

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Katrin Lehr, Gründerin Reiseblog viel-unterwegs.de und Reise-Expertin
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