Auto fahren in Uganda? Meine Tipps und Erfahrung als Selbstfahrer

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Du möchtest einen Roadtrip mit dem Auto durch Uganda unternehmen? Uganda ist definitiv eine Reise wert: Von Savannen mit Tierherden über die Seen und Vulkane am Zentralafrikanischen Grabenbruch, dem Viktoria Nil und tropischen Regenwäldern mit Primaten wie an Menschen gewöhnte Schimpansen und vor allem den Berggorillas im Bwindi Impenetrable Forest Nationalpark und im Vulkangebiet der atemberaubenden Virunga Mountains ist die Vielfalt unglaublich groß. 

Es hat sich noch kein Massentourismus entwickelt und das Land ist politisch stabil. Der Zeitpunkt, die Perle Afrikas zu entdecken könnte nicht besser sein.

Grenzenlose Freiheit auf Reisen heißt für mich, mit dem Auto unterwegs zu sein. Vor meiner 25-tägigen Reise durch Uganda mit einem Abstecher nach Ruanda habe ich überlegt, ob wir mit dem Auto selbst fahren oder einen Fahrer dazu buchen sollten, um durch die beiden Länder zu reisen.

Alle Überlegungen vor der Reise, Verkehrsregeln und Tipps zum Autofahren habe ich dir daher hier in diesem Artikel zusammengefasst. So wird auch deine Rundreise durch Uganda mit dem Mietwagen ein Vergnügen!

Auto mit Fahrer mieten, selber fahren oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durch Uganda reisen?

Nachdem ich in Foren nach Infos zu Mietwagenanbietern für beide Länder gesucht hatte, fanden wir mit Roadtrip Uganda schnell einen zuverlässigen Mietwagenanbieter.

Die Mitarbeiter waren immer hilfsbereit – auch wenn es um unsere Route ging. Die Mitarbeiter vor Ort konnten unsere Bedenken mit den schlechten Straßen nicht verstehen und meinten, dass wir sehr gut selbst mit dem Auto durch Uganda und Ruanda fahren könnten. So schlimm seien die Straßen nun auch nicht. Also beschlossen wir, auf eigene Faust mit dem Auto durch Uganda und Ruanda zu fahren.

Mir hat das selber fahren totalen Spaß gemacht, auch wenn manche Fahrt so ziemlich holprig, rutschig, nass und anstrengend war. Aber: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg (Diesen Spruch kannst du in Uganda wörtlich nehmen). 

Nach diesem Motto sind wir des öfteren über uns hinausgewachsen und haben die Offroad-Pisten durch tiefen Matsch irgendwie gemeistert. Doch dabei haben wir eines nie vergessen: In vollen Zügen und jede Sekunde unserer Etappen diese wunderschöne Landschaft zu genießen! 

Trotzdem würde ich nicht jedem raten, in Uganda selbst zu fahren. Wenn du Angst hast, bei oder nach heftigem Regen auf Schlammpisten oder rutschigen Stein- und Schottenpisten mit tiefen Wasser- oder Schlaglöchern zu fahren, nimm dir lieber einen Fahrer.

Wir waren so gut wie die einzigen Selbstfahrer in Uganda. Immer wieder wurden wir als „The brave german girls“ bezeichnet – vom ersten Tag an. Warum konnten wir anfangs nicht verstehen. Die Länder Uganda und Ruanda sind sehr sicher, nur die Pisten sind ab und zu eben – vor allem wenn du wie wir in der Regenzeit unterwegs bist – abenteuerlich und nicht immer passierbar. 

Übrigens: Auch wir sind vor dieser Reise noch nie über solche Pisten gefahren und haben dies in meinen und den Augen so manch einheimischen Mitfahrers hervorragend gemeistert. Man wächst über sich hinaus und entwickelt Fähigkeiten, die man vor der Abreise selbst nicht erahnt hätte. 

Öffentliche Verkehrsmittel in Uganda

Du könntest auch ohne Auto durchs Land reisen. Meiner Meinung nach sind die Möglichkeiten öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen außerhalb Städten (vor allem in Nationalparks) sehr begrenzt.

Die Matatus (Taxibusse) oder Boda Boda (Motorradtaxis) Fahrer haben dazu einen halsbrecherischen Stil, der oft im Krankenhaus endet. Außerdem haben wir während unseren Fahrten viele Matatus am Straßenrand gesehen, die Pannen hatten.

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Matatus (weiter vorn im Bild) halten oft an oder wechseln die Fahrbahn ohne Vorankündigung. Nachts fahren sie oft ohne Licht da dieses einfach nicht funktioniert
Mietwagen von Roadtrip Uganda: Toyota Rav4
Unser Geländewagen von Roadtrip Uganda: Toyota RAV4

Ist Uganda für Selbstfahrer sicher?

Absolut. Uganda ist eines der sichersten Länder Ostafrikas. Die Menschen sind freundlich und immer hilfsbereit. Wenn du einen Platten hast, hilft dir immer jemand, den Reifen zu wechseln. Wir hatten glücklicherweise keine Panne, aber immer wenn wir nach dem richtigen Weg fragten, haben wir immer eine freundliche und ehrliche Antwort bekommen.

Trotzdem rate ich dir zu einer defensiven Fahrweise und empfehle dir, nicht Nachts zu fahren. Wir sind fünfmal nicht immer geplant Nachts unterwegs gewesen. Entgegenkommende Fahrzeuge fahren konsequent mit Fernlicht und blenden dich, oder haben erst gar kein Licht an.

Vor allem Matatus besitzen selten ein funktionierendes Licht. Sei vorsichtig und weiche Fahrzeugen die dir auf deiner Spur entgegenkommen aus. Blende selbst ein paarmal auf, manchmal hilft auch das, damit die anderen auf ihre Spur zurückfahren. Verlassen solltest du dich darauf nicht.

Beim Fahren durch Städte wie Kampala rät dir jeder, die Fenster zu verriegeln. Auch Locals tun dies nicht ohne Grund. Negative Erlebnisse hatten wir jedoch nicht. Bei Paviangruppen rate ich generell immer, die Fenster und Türen zu verriegeln. Man weiß nie, ob diese nicht wie in Südafrika an Touristen gewohnt sind und probieren, Autos zu entriegeln und Essbares zu klauen. Auch hier hatte ich nicht den Eindruck, dass es „südafrikanisch“ zugeht.

Qualität der Straßen in Uganda

Das Straßennetz in Uganda wird immer besser ausgebaut, die Straßen zu den meisten touristischen Zielen sind gut und oft bis zum Gate der Nationalparks geteert. Trotzdem haben die Straßen und befestigten Pisten ziemlich viele tiefe Schlaglöcher. Dazu kommen die wahnsinnigen Matatu und Boda Boda Fahrer, die dich an den unmöglichsten Stellen überholen.

Die Straße zwischen Entebbe – Kampala bis Masindi Richtung Murchison Falls Nationalpark ist klasse (Stand Dez. 2015). Dafür war die befestigte Piste zwischen Hoima und Fort Portal in einem ziemlich üblen Zustand. Im März desselben Jahres muss diese Piste noch hervorragend gewesen sein. Frag deinen Mietwagenanbieter nach Entfernungen, aktuellen Infos zur Qualität der Straßen und Fahrzeiten. Sie wissen immer ungefähr, wie die Straßenverhältnisse sind.

Piste Masindi - Paraa (MFNP)
Direkt vor uns wird die Piste zwischen Masindi und Paraa (Murchison Falls NP) erneurt – in der Regenzeit nicht immer sehr clever
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Die Piste im Murchison Falls NP und Budongo Forest war dafür auch zu 80% in einem super Zustand
Straße Masindi - Hoima - Fort Portal
Oh yeah Freude: Über 6 Stunden Fahrt auf dieser Piste – Massage nennt man das nicht mehr

Eine Straße die mitunter die schlimmste war ist im Queen Elizabeth Nationalpark. Warum die einstmals geteerte Straße im beliebtesten Nationalpark Ugandas nicht einfach mal frisch geteert wird? Wir wissen es nicht. Auf einer Strecke von ca. 5 km sind links und rechts der Fahrbahn Teilstücke weggespült, der Rest weißt übelste tiefe und große Schlaglöcher auf. (Bild folgt)

Vor allem Nachts war dieses Stück ziemlich gefährlich, da entgegenkommende LKW-Fahrer auch mal deine Straßenseite nutzen, um den Schlaglöchern auszuweichen. Ob du entgegenkommst ist ihnen völlig egal.

Trotzdem kam die mit Abstand allerschlimmste Piste erst im Bwindi Impenetrable Forest Nationalpark. Ausgerechnet auf dem Weg früh morgens vor 7 Uhr durch den Wald von Buhoma nach Ruhija, als wir zum Gorilla-Tracking wollten … Hier mussten wir umdrehen, da der Teelaster das letzte befahrbare Stück blockierte und zum Zeitpunkt unseres Eintreffens schon seit dem Vorabend feststeckte… Ich war heilfroh, als wir hier wieder raus waren. Die Minuten davor waren der blanke Horror. Ich hatte wirklich keine Kontrolle mehr über das Fahrtzeug, es fühlte sich an, als würde ich auf Seifenlauge fahren.

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Abkürzung durch den Bwindi Forest von Buhoma nach Ruhija – in der Regenzeit aktuell kaum befahrbar – vielleicht bald, wenn die Piste verbessert wurde
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Unser Auto nach der „Schlamm-Tour“ durch den Bwindi Forest vor dem Gorilla Tracking

Weitere üble Pisten fanden wir ebenfalls im Bwindi Forest, als wir in ein Dorf als Ausgangsstation zum Gorilla-Tracking fahren musste. Die Fahrt dauerte ungefähr eine Stunde und führte über schmale Serpentinen in den Bergen die ausgewaschen und matschig waren. Dazu kamen spitze große Steine auf der Fahrbahn, die uns bangen ließen, hier ohne Platten durchzukommen.

Auch hier galt: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Der Wille war groß, schließlich wollten wir unbedingt die Berggorillas sehen.

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Straße von Fort Portal zum Queen Elizabeth Nationalpark
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Ebenfalls einen Teil der Straße durch den Queen Elizabeth Nationalpark auf dem Weg nach Buhoma (Bwindi Forest)
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Irgendein Dorf zwischen Fort Portal und dem Queen Elizabeth Nationalpark
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Auf dem Weg durch den Queen Elizabeth Nationalpark in den Ishasha Sektor – sehr entspannt und wunderschön ist diese Piste. Kaum ein Auto kam uns entgegen.
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Auf dem Weg nach Buhoma im Bwindi Impenetrable Forest
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Buhoma im Bwindi Impenetrable Forest – die Piste wurde vor nicht allzu langer Zeit erneuert, da die Einwohner gegen die alte Piste demonstriert hatten
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Auch auf dem Weg vom Ishasha im Queen Elizabeth Nationalpark nach Buhoma im Bwindi Impenetrable Forest

Beantrage einen Internationalen Führerschein für Uganda

Falls du noch keinen besitzt, solltest du vor der Reise einen Internationalen Führerschein beantragen. Meiner hat 16 Euro gekostet und ich konnte ihn zehn Minuten später direkt auf dem Rathaus mitnehmen. Der Internationale Führerschein ist drei Jahre gültig.

Bei der Autovermietung in Uganda musste ich weder den Internationalen noch den eigentlichen EU-Führerschein vorzeigen. Auch ein Reisepass wurde nicht verlangt. Das ist sicher nicht die Regel. Im Falle eines „Vergehens“ oder Unfalls ist es immer gut, einen Internationalen Führerschein dabei zu haben.

In Ruanda wurde ich übrigens von der Polizei angehalten. Hier genügte mein europäischer Führerschein, der Rest ist eine andere Geschichte…

Mietwagen für Uganda buchen

Ich habe den Mietwagen (ab und bis Kampala) vor der Reise von Zuhause aus gebucht. In diversen Foren habe ich nur Gutes über Roadtrip Uganda gelesen und daher fiel die Wahl auf diesen Anbieter. 

Ich empfehle dir, unbedingt einen Geländewagen (Offroader) zu nehmen. Das sind sehr robuste Fahrzeuge, mit denen du zu jeder Zeit, bei jeder Witterung und in schwerstem Gelände ans Ziel kommst. Gebräuchliche Bezeichnungen für Autos mit Allrad-Antrieb sind 4×4 (4-by-4), 4WD (4-wheel-drive) und AWD (all-wheel-drive).

Mein Favorit für diese Tour wäre ein Toyota Landcruiser gewesen. Warum? Er ist ziemlich robust und für alla Fahrsituationen das perfekte Fahrzeug für eine Reise durch diese Länder. Die Pisten in Nationalparks weisen Spurrillen auf, die genau für diese Autos ausgefahren sind.

Mit unserem etwas schmäleren Toyota RAV4 sind wir oft aufgesessen oder zwischen den Spuren gerutscht. War absolut machbar, mit einem etwas größeren Auto vermutlich um einiges komfortabler gewesen. Vermutlich hätte schon ein Toyota Prado ausgereicht. 

Kosten für den Mietwagen hängen von der Dauer der Buchung ab. Hier findest du einen Überblick über die Preise in Uganda.

Tipp: Falls du auch nach Ruanda fährst und am Überlegen bist, ob du Kampala – Kigali (oder umgekehrt) oder einen Roundtrip daraus machst, rate ich dir die Kosten zu prüfen. In Ruanda sind generell die Kosten höher, auch für Mietwägen. Einen Start in Entebbe rate ich dir aus diesem Grund.

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Weitere Tipps bevor du deinen Mietwagen buchst

Wenn du nicht wie bei dieser Reise einen Geländewagen benötigst rate ich immer, nie direkt beim Autovermieter zu buchen. In diesem Fall habe ich direkt gebucht, da Roadtrip Uganda uns bei der Routenplanung und der Suche nach Unterkünften immer eine schnelle und gute Auskunft bzw. weitere Tipps geliefert hat. Was für diese Reise sehr wertvoll war, um Entfernungen nicht zu unterschätzen (Wer denkt schon vor der Reise, dass man für ca. 230 km über 8 Stunden benötigen könnte? Ich jetzt schon). 

Ansonsten nutze ich Vergleichsportale wie z.B. billiger-mietwagen.de zu nutzen. So kannst du vor deiner Mietwagen-Buchung sämtliche Angebote der verschiedenen Anbieter vergleichen. Ich nutze billiger-mietwagen.de – eine deutsche Plattform auf welcher du für Uganda und Ruanda Mietwägen buchen kannst.

Weitere Tipps: Auf was du bei der Mietwagenbuchung achten musst

In Uganda wird links gefahren!

In Uganda gilt Linksverkehr. Alleine das ist für viele eine Herausforderung. Ich komme überraschend gut wieder „rein“ ins Links fahren und lasse mich auf den ersten Kilometern in Uganda mit dem Verkehr von Entebbe durch das Verkehrschaos von Kampala und weiter nördlich bis in ein kleines Dorf bei Bombo (Nandere) treiben. Ab Bombo sind wir off-road über Dreckpisten gefahren – ein riesen Spaß!

Im Gegensatz zum links fahren haben mir das Finden des Blinkers auf der anderen Seite des Lenkrads oder die Frage „In welche Richtung schließe ich das Auto jetzt eigentlich auf und ab?“ mehr Probleme bereitet.  

Anfangs hat man immer das Problem nicht einschätzen zu können, wie weit am linken Straßenrand noch Platz ist und wie weit die Motorradfahrer entfernt sind. Diese tauchen immer genau dann seitlich auf, wenn man sie nicht erwartet. Also ständig.

Tipp: Mietwagen mit Automatik erspart dir einigen Streß beim Schalten mit der linken Hand.

Geschwindigkeitsbegrenzung in Uganda

In Uganda gelten folgende Tempolimits: Innerhalb Ortschaften gelten 40 km/h, außerhalb 60 km/h und auf der Nationalstraße kannst du meist 100 km/h schnell fahren. Die Polizei greift bei Tempoüberschreitungen angeblich rigoros ein. Ich habe nur einmal im Queen Elizabeth Nationalpark eine Kontrolle. Hier wurden allerdings nur Einheimische Boda Boda Fahrer angehalten und kontrolliert. 

Geschwindigkeit in Nationalparks

In Nationalparks gelten 40 km/h. Ich rate dir sogar langsamer zu fahren. Die Pisten sind in den Nationalparks je nach Jahreszeit ganz ok. Nur an manchen Stellen extrem matschig oder rutschig. Oft bestehen die Wege zu Unterkünften nur aus Dreck- oder Steinpisten die von starken Regenfällen sehr ausgefahren oder noch matschig sein können (war bei uns im Lake Mburo Nationalpark auf den Tracks extrem).

Tiere entdeckst du sowieso nur, wenn sie vor dir die Straße überqueren oder du langsam fährst. Auch kann es hier immer wieder passieren, dass dir ein Tier (oder Herde) plötzlich den Weg versperrt, wenn du um eine Kurve biegst. 

Halte Abstand zu den Tieren. Vor allem männliche Elefanten oder einzelne männliche Büffel können sehr aggressiv und gefährlich werden.

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Longhorn Rinder kreuzen unseren Weg. Hier ist Geduld gefragt.

Bodenschwellen zwingen dich zum angepassten fahren

Auch in Uganda gibt es überall sogenannte Bremsschwellen („Bumper“). Diese sind je nach erlaubter Geschwindigkeit unterschiedlich hoch. In so manchen Dörfern bestehen sie nur aus Erde und sind teilweise so hoch, dass wir mit dem Unterboden des Fahrzeuges aufgesessen sind. Unglaublich.

Wenn du bei solch einem Bumper zu mit zu hoher Geschwindigkeit darüber fährst, hebst du ab und dein Fahrzeug kann schlimm beschädigt werden. Die Warnzeichen zu diesen Bodenschwellen übersieht man leicht oder sind erst gar nicht vorhanden. 

Tiere und Menschen auf den Straßen

Nicht selten überqueren Menschen in einem sehr gemütlichen Gang die Nationalstraßen, wenn deine Tachonadel 100 km/h anzeigt. Ich habe noch nie soviele Menschen entlang den Straßen gehen sehen wie in Uganda. Kaum einer besitzt ein Auto, Motorrad oder Fahrrad. Daher legen die Menschen täglich verdammt lange Strecken zu Fuß zurück. Achte daher auf die Menschen und vor allem Kinder.

Tiere findest du überall auf den Straßen. Ob Ziegen, Schafe oder Longhorn Rinder. Fahre aufmerksam. 

Verkehr in Kampala

Vor allem in Kampala ist das Autofahren eine Herausforderung und Geduldsprobe. Es scheint hier keine Regeln zu geben. Eine 2-spurige Fahrbahn wird plötzlich auf bis zu fünf Spuren erweitert, Menschen, Fahrräder und Motorräder kreuzen ohne Plan und Regeln, links, rechts, vor und hinter deinem Auto. Ampeln werden ignoriert und dienen oft der Zierde, solange kein Verkehrspolizist manuell bestimmt, wer fahren darf und wer nicht.

Als am letzten Abend Julius von Roadtrip Uganda uns durch Kampala gefahren hat meine er einmal kurz „Look now, I show you how to drive Uganda style“. Sprach es aus und bog blitzschnell auf die freie entgegenkommende 2-spurige Straße ab. Um uns daraufhin zu erklären, dass man das so mache, wenn auf der eigenen Spur absolutes Chaos herrscht und nichts mehr voran geht. Die entgegenkommenden Autos fahren dann ganz außen, während meist zwei Spuren von Fahrern der „falschen“ Seite vereinnahmt werden. Dieses Schauspiel geht dann so lange, bis ein Verkehrspolizist beschließt, das „Kapern“ der anderen Straßenseite zu beenden.

In Kampala brauchst du echt starke Nerven und Geduld. Wir haben für ein paar Kilometer quer durch Kampala einmal über zwei und am letzten Abend über drei Stunden bis Entebbe gebraucht. Laut Einheimischen und Freunden kann man bis zu vier Stunden im Verkehr der Hauptstadt feststecken. Ein Graus, müsste ich diesen Verkehrskollaps täglich mitmachen. 

In Kampala darf man außerdem nie den Fehler machen, stehen zu bleiben. Immer das Auto langsam weiter rollen lassen. Wer bremst – verliert. Ganz einfach. So kommst du einigermaßen gut durch die Stadt. Trotz Chaos hatten irgendwie viel Spaß dabei und viel gelacht.

Verkehrschaos in Kampala
In Kampala geht nix mehr – leider gibt es keine Fotos oder Filme. Wir mussten uns beide dann 100% auf den Verkehr konzentrieren

Tanken in Uganda (und Benzinpreise)

Im Vergleich zu Deutschland ist Tanken in Uganda günstiger. Für ein Ostafrikanisches Land und dessen Einwohner sehr teuer. Der Liter Benzin hat bei meiner Reise immer um die 1 – 1,10 € gekostet. Außer in Entebbe und Kampala musst du immer genügend Bargeld zum Tanken dabei haben. EC-Karten oder Kreditkarten werden hier nicht akzeptiert. 

Zum Tanken musst du den Wagen nicht verlassen. Ein Mitarbeiter der Tankstelle bedient dich. Du musst nur sagen wieviel Benzin du gerne hättest. Wir haben immer vollgetankt, bei jeder Gelegenheit, da wir keinen Reservekanister dabei hatten. Oft putzt dir ein weiterer Mitarbeiter in der Zwischenzeit die Scheiben. Für diese Leistungen solltest du ein Trinkgeld bezahlen. 

In ländlichen Regionen nimmt die Dichte der Tankstellen ab. Der Spritverbrauch kann – je nach Fahrbahnbeschaffenheit – sehr schnell nach oben gehen. Daher haben wir jede Möglichkeit genutzt, vollzutanken. Vor allem vor der Fahrt in Nationalparks. Nur einmal haben wir vergessen aufzutanken. Wir hatten Glück, im Murchison Falls Nationalpark gibt es eine Tankstelle die zur Paraa Lodge gehört. War zwar teurer, aber wer will schon im Nationalpark liegen bleiben? In guten Landkarten sind die Tankstellen eingezeichnet. 

Uns wurde vor der Reise geraten, nur an bekannten Tankstellen wie Shell, Total, Esso zu tanken und nicht an kleinen „no name“, da diese den Sprit oft punchen würden. Bestätigen kann ich das nicht.

Nutze gutes gedrucktes Kartenmaterial – keine App

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Verlasse dich nicht auf die Angaben in Google Maps!

Im Vorfeld unserer Reise haben wir ehrlich gesagt nicht so richtig darüber nachgedacht, wie wichtig gute gedruckte Karten sein könnten. Wir hatten bei der Mietwagenfirma ein GPS mitgebucht (2$ pro Tag). Außerdem hatten wir lokale SIM-Karten und wollten notfalls auf GoogleMaps zurückgreifen. Zusätzlich hatte ich mir eine Karte für Uganda von Reise Know-how angeschafft.

Dass ich diese oft nutzen würde, hätte ich nicht gedacht. Am Ende haben wir lieber auf Einheimische gehört und vor Abfahrt immer nach dem besten Weg zum nächsten Ort gefragt als auch sehr genau Blicke in unsere gedruckten Karten geworfen. Im englischen Bradt-Guide für Uganda sind sehr detaillierte Karten der Nationalparks und auch besonderen Punkte vorhanden. Diesen besaß ich zufällig als E-Book, Roadtrip Uganda packt in jeden Mietwagen ein gedrucktes Exemplar des Bradt Travel-Guide für Uganda.

Weitere Tipps für Karten und Reiseführer für Uganda und Ruanda nachlesen

Einfuhrbestimmungen nach Ruanda

Wenn du wie wir mit dem Mietwagen nach Ruanda über die Grenze fahren möchtest, benötigst du eine temporäre Einfuhrgenehmigung (Temporary import permit – TIP) oder im Land in welchem das Fahrzeug gemeldet ist, ein „Comesa“ oder „Carnet de Passage“. Das sind diese gelben Zettel:

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Comesa für die Aus- und Einreise aus Uganda nach Ruanda und zurück
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Die Grenze von Uganda nach Ruanda bei Cyanika

Wenn der Fahrer nicht der Eigentümer ist, muss er außerdem ein beglaubigtes Berechtigungsschreiben des Eigentümers für den Gebrauch vorlegen. Wir haben alles von Roadtrip Uganda bekommen. Doch das Berechtigungsschreiben wollte niemand sehen.

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Zollpapiere der ugandischen Behörde bevor du nach Ruanda mit dem Mietwagen einreisen darfst.

Weitere Tipps für eine Reise nach Uganda:

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Übrigens sind die Menschen in Uganda sehr gläubig, sie trauen wohl weder ihrem noch dem Fahrstil der anderen. Alle Matatus und LKWs sind mit Sprüchen verziert. Ein kleines Best of gefällig?

  • Try Jesus
  • God is able
  • God has Mercey
  • God is great
  • There is no hope
  • Holy Mary
  • In God we trust
  • His plan for you
  • Psalm 23
  • Try Jesus
  • Be god
  • God is better
  • Gods blessing
  • Thank you Jesus
  • Gods plan
  • Remember Gods judgement has no appeal
  • God is great full time
  • God first
  • God is good – all the Time
  • Big is Christ
  • Try Jesus No. 1
  • Jesus cares

Auch Muslime haben ihre Sprüche:

  • Allah is great
  • Allah Akbah
  • Mashah Allah

Vielen Dank an unsere Partner Roadtrip Uganda, Volcanoes Safaris und Turkish Airlines, die unsere Reise nach Uganda unterstützt haben. Alle Ansichten sind wie immer meine eigenen. 

1 KOMMENTAR

  1. Wow. Dass ihr in den beiden Ländern selbst gefahren seid, ist echt eine tolle Leistung. Ich bin schon in Marokko auf überfluteten Straßen gefahren und wäre fast von kubanischen Schlaglöchern verschluckt worden, aber das ist gar nichts im Gegensatz zu den Straßen, die ihr befahren musstet. Nachts würde ich in solchen Ländern auch nie fahren. Ich kann mir gut vorstellen, dass es ein richtiges Abenteuer war. Ich würde auch gern einmal durch Afrika fahren und die ganzen wilden Tiere sehen.
    LG Myriam

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