Inhalt

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Golden Circle (isl. Gullni Hringurinn) ist eine ~300 km lange Rundroute im Südwesten Islands
  • Die 3 Hauptstops: Þingvellir-Nationalpark, Geysir-Geothermalgebiet und Gullfoss-Wasserfall
  • Bequem als Tagesausflug ab Reykjavík fahrbar – Anfahrt ca. 45 Minuten
  • Wer direkt vom Flughafen Keflavík startet, kann den Golden Circle gut in die Anreise einbauen – über die Route 35 erreichst du die ersten Stops ohne Umweg durch die Hauptstadt
  • Die Route ist gut ausgebaut und ausgeschildert, kein Allrad nötig (außer im Winter)
  • Selbst fahren lohnt sich: Du bestimmst das Tempo und wann du wo anhältst
  • Empfohlene Zeit: mindestens 6–8 Stunden, besser ein ganzer Tag

Die Route: Das sind die Stationen des Golden Circle

Die klassische Route führt dich auf rund 300 Kilometern durch den Südwesten Islands – meist entlang der Straße 35 und 36. Die drei Hauptstops Þingvellir, Geysir und Gullfoss sind gut ausgeschildert und problemlos in einem Tag fahrbar. Wer mehr Zeit mitbringt, entdeckt zwischen den Highlights eine Reihe weiterer Stops, die sich lohnen.

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Þingvellir-Nationalpark

Þingvellir ist für mich der inhaltsstärkste Stop am Golden Circle – auch wenn der erste Blick weniger spektakulär wirkt als Geysir oder Gullfoss. Hier kannst du zwischen zwei Kontinentalplatten spazieren: Die eurasische und die nordamerikanische tektonische Platte driften an dieser Stelle sichtbar auseinander, rund 2 cm pro Jahr. Das Ergebnis sind tiefe Felsspalten, junge Lavafelder und eine Landschaft, die sich noch immer verändert.

Seit 1930 ist Þingvellir Nationalpark, seit 2004 UNESCO-Weltkulturerbe. Am Besucherzentrum oben auf dem Aussichtspunkt hast du zuerst den besten Überblick – über die Spalten, die Ebene und den Binnensee Þingvallavatn. Von dort führen Fußwege hinab.

Hinweis: Die Straße Nr. 435 ist im Winter gesperrt und je nach Schneelage nur von Mai bis September befahrbar.

Von hier aus führen Fußwege hinab in die Spalten zwischen den Kontinentalplatten und vorbei am Öxarárfoss Wasserfall.

Öxarárfoss

Der Öxarárfoss fließt vom Fluss Öxará über die Almannagjá-Schlucht – ein kurzer, aber schöner Stopp. Vom Besucherzentrum aus sind es etwa 15–20 Minuten zu Fuß, der Weg ist leicht zu gehen.

Im Winter kann es glatt werden: Grödel sind dann auf Island ohnehin empfehlenswert und gehören auf deine Packliste für Island.

Öxarárfoss Wasserfall
Öxarárfoss Wasserfall

Schnorcheln in der Silfra-Spalte

Silfra ist einer jener Orte, an denen ich noch lange nach dem Auftauchen geredet habe. Der Spalt zwischen den Kontinentalplatten entstand nach einem Erdbeben 1789 und füllt sich mit Schmelzwasser vom Gletscher Langjökull – das Wasser braucht bis zu 100 Jahre, um 50 Kilometer durch Lavagestein zu wandern. Das Ergebnis: das reinste natürliche Süßwasser der Welt mit einer Sichtweite von über 100 Metern.

Ich habe hier geschnorchelt und war von der Klarheit beeindruckt – eine der eindrucksvollsten Aktivitäten, die ich in Island gemacht habe.

Preise bitte direkt auf dive.is prüfen (Stand meines letzten Besuchs: ab 135 €)

  • Anbieter: Dive.is bietet Schnorchel- und Tauchtouren an, auch mit Transfer ab Reykjavík
  • Plane mindestens 3 Stunden ein – Ausrüstung anlegen und Einweisung brauchen Zeit
  • Preise bitte direkt auf dive.is prüfen

Alþing, das älteste Parlament der Welt

Alþing wurde 930 n. Chr. auf der Ebene von Þingvellir gegründet – als Freiluftversammlung, die erst 1844 nach Reykjavík zog. Heute stehen hier die älteste Kirche Islands und die Sommerresidenz des Premierministers. Ein kurzer Spaziergang, der den Besuch abrundet.

Hinweis: Die Straße Nr. 435 ist im Winter gesperrt und je nach Schneeverhältnissen nur von Mai bis September geöffnet. Überprüfe daher die Bedingungen, bevor du sie befährst.

Brúarfoss

Der Brúarfoss war lange ein Geheimtipp – heute ist er bekannt, aber noch immer weniger überlaufen als die großen Drei. Was ihn besonders macht: Das Wasser leuchtet in einem intensiven, fast unwirklichen Blauton, der durch viele kleine Fälle in eine enge Schlucht mündet.

So findest du hin: Google Maps lotst dich hier falsch. Achte auf das Hinweisschild am Straßenrand, das auf den Parkplatz zeigt. Die letzten Meter führen über eine Schotterpiste, dann etwa 5 Minuten zu Fuß bis zur Brücke über den Fluss Vallá. Der Parkplatz kostet Geld (zahlbar per parka.is App) und ist begrenzt – früh morgens oder abends bist du deutlich entspannter dort.

Bruarfoss am Golden Circle in Island
Bruarfoss am Golden Circle in Island

Geothermalgebiet Haukadalur & Geysir

Das Geothermalgebiet Haukadalur riecht, zischt und brodelt – und das auf engstem Raum. Der Große Geysir, Namensgeber aller Geysire weltweit, ist seit Jahren kaum noch aktiv. Sein Nachbar Strokkur hingegen schießt verlässlich alle 8–10 Minuten eine Fontäne in die Höhe. Die Höhe hat in den letzten Jahren abgenommen – von einst 35 Metern auf aktuell etwa 16 – aber das Spektakel bleibt eindrucksvoll. Manch einer erschrickt, wenn es plötzlich losgeht.

Neben den Geysiren warten zahlreiche blubbernde Schlammtöpfe und heiße Quellen. Nimm dir Zeit und lauf das gesamte Gelände ab.

Beste Tageszeit: Vor 10 Uhr oder nach 20 Uhr (im Sommer), bevor oder nachdem die Reisebusse kommen. Im Sommer hast du bis Mitternacht Tageslicht – nutz das.

Tipp für Camper: Der Campingplatz Camping Geysir liegt direkt am Geothermalgebiet. Strom, Duschen und Waschmaschine vorhanden. Der Betreiber ist sehr freundlich und wartet mit ein paar Tipps auf. Infos auf der Webseite.

Gullfoss

Der Gullfoss ist laut, nass und beeindruckend – einer der schönsten Wasserfälle, die ich in Island gesehen habe. Aus rund 30 Metern Höhe stürzen die Wassermassen des Flusses Hvítá auf zwei Ebenen in die Tiefe. Zieh die Regenjacke an, bevor du runtergehst – du wirst sie brauchen. Der Name bedeutet übersetzt „goldener Wasserfall", benannt nach dem Regenbogen, der sich bei Sonnenschein über der Schlucht bildet.

Am Gullfoss gibt es ein großes Besucherzentrum mit Restaurant, Souvenirshop und kostenlosen Toiletten. Eintritt und Parkplatz sind kostenlos.

Im Winter sind die Wege zu den Aussichtspunkten oft gesperrt – Eis macht sie zu gefährlich.

Gullfoss im Sommer vs. Winter

Beide Varianten haben ihren Reiz: Im Sommer grüne Hügel, Regenbögen und volle Kraft. Im Winter Eisformationen, Stille und eine fast unwirkliche Kulisse. Ich habe den Gullfoss in beiden Jahreszeiten besucht – keiner der Besuche war der bessere.

Sieh dir die folgenden Bilder des Gullfoss im Sommer und Winter an. Beides ist wirklich wunderschön

Gullfoss im Sommer

Gullfoss im Winter

Gullfoss Wasserfall Island
Gullfoss Wasserfall Island

Kratersee Kerið

Der Kerið liegt direkt an der Straße und ist schnell erledigt – aber lohnenswert. In wenigen Minuten gehst du am Rand des Vulkankraters entlang und schaust hinab auf den tiefblau leuchtenden See.

  • Parken kostenlos, Eintritt 400 ISK pro Person (Kinder bis 12 kostenlos)
  • Drohnen sind verboten
  • Mein Tipp: Im Winter bei Schnee lohnt sich der Stopp weniger – die Farben fehlen. Bei knapper Zeit lieber einen anderen Stop wählen.

Weitere Highlights entlang der Route

Wer mehr als einen Tag mitbringt, findet entlang des Golden Circle eine Reihe weiterer Orte. Nicht alle haben uns gleich begeistert – hier meine ehrliche Einschätzung zu dem, was wir selbst ausprobiert haben.

Friðheimar Tomatenfarm

Friðheimar war mal ein Insider-Tipp, heute halten hier die Reisebusse. Friðheimar serviert Tomatengerichte und Getränke in allen Formen und Ausführungen. Wir haben im Sommer keinen Tisch bekommen – zu voll, zu viele Gruppen. An der Bar haben wir einen Bloody Mary probiert (gibt's auch alkoholfrei), beide Varianten waren lecker. Das Essen haben wir nicht geschafft (keinen Tisch), klingt aber gut: farm-to-table Tomatengerichte, selbstgebackenes Brot, Suppen.

  • Öffnungszeiten Restaurant: nur mittags 12–16 Uhr
  • Im Sommer Tisch unbedingt lange im Voraus reservieren
  • Wer abends kommt: Partnerrestaurant Vínstofa Friðheima bietet Happy Hour und Abendessen
  • Webseite

Wir hatten im Sommer keinen Platz ohne Reservierung. Wenn du essen möchtest, buchst du besser Wochen im Voraus.

Ökodorf Sólheimar

Sólheimar – „Haus der Sonne" – ist ein kleines Ökodorf im Südwesten Islands, das wir bislang nur von außen gesehen haben. Hast du hier eigene Erfahrungen oder möchtest du diesen Stop lieber weglassen?

Hrunalaug Hot Spring & Secret Lagoon

Hrunalaug können wir empfehlen – kleines Becken, Grasdach-Hütte, rund 40°C warmes Wasser. Früh morgens oder abends ist es noch angenehm ruhig. Bezahlung nur bar am Parkplatz (1.000 ISK / ca. 10 €), eigenes Handtuch mitbringen, der Boden ist durch Algen rutschig.

Die Secret Lagoon ist das älteste Thermalbad Islands – und längst kein Geheimtipp mehr. Auch im Winter zieht sie viele Besucher an, es ist eigentlich immer was los. Idyllisch ist es nicht, aber das Wasser ist warm und zuverlässig. Für ein entspanntes Badeerlebnis abseits des Trubels würde ich eher Hrunalaug wählen – wer aber gezielt das historische Thermalbad sehen möchte, ist hier richtig.

Hrunalaug Hot Spring Golden Circle Island
Hrunalaug Hot Spring Golden Circle Island

Laugarvatn Fontana

Klare Empfehlung: Das Fontana Spa hat zwei Außenpools, einen Whirlpool mit Seeblick, Dampfbad und Sauna – und man kann direkt in den Laugarvatnsee springen. Die Roggenbrot-Tour haben wir mitgemacht und fanden sie überraschend interessant: Brot wird mit Erdwärme im Boden gebacken. Kurz, aber einprägsam.

  • Kinder unter 12 Jahren frei, Handtücher und Badeanzüge leihbar
  • Webseite
Bild: Laugarvatn Fontana
Bild: Laugarvatn Fontana

Reykjadalur Thermal River in Hveragerði

Hveragerði ist nicht nur ein praktischer Übernachtungsort – wir finden, der Ort lohnt auch wegen seiner geothermischen Aktivitäten einen eigenen Stopp. Wir haben hier im Greenhouse Hotel übernachtet, im Supermarkt Vorräte aufgestockt, in der Bäckerei uns für den Tag eingedeckt und das Auto vollgetankt. Hier gibt es alles, was man braucht.

Das beliebteste Highlight ist die Wanderung zum heißen Fluss – dem Reykjadalur Hot Spring Thermal River. Die Tour geht das ganze Jahr, im Sommer ist allerdings sehr viel los (früh starten). Du wanderst rund 3 km durch die saftig grüne Hügellandschaft Reykjadalurs, vorbei an blubbernden Erdlöchern und plätschernden Bächen.

Plane 45–60 Minuten pro Strecke ein. Am Fluss angekommen heißt es: rein ins Wasser. An mehreren Stellen sammelt sich das heiße Quellwasser in natürlichen Becken mit rund 38°C.

Infos zum Greenhouse Hotel gibt es weiter unten im Artikel.

Reykjadalur Hot Spring Thermal River in Hveragerði
Reykjadalur Hot Spring Thermal River in Hveragerði

Brúarhlöð

Der Canyon am Fluss mit (eigentlich) sehr grünem Wasser. Besonders beeindruckend ist er im Winter, wenn die ihn umgebenden Felsen schneebedeckt sind. Hier wirst du selten auf Menschen treffen. Es gibt einen kleinen Parkplatz und keinen offiziellen Weg. Sei vorsichtig, wenn du zum Wasser hinabsteigen willst.

Kajaktouren enden hier. Wir fanden es wenig spektakulär und hatten uns mehr erhofft. Vielleicht lag es daran, dass es im Sommer nicht viel geregnet hatte. Kein Muss, aber wer in der Nähe ist und Zeit hat, kann kurz schauen.

Brúarhlöð
Brúarhlöð

Faxifoss

Der Faxifoss hält, was sein Name verspricht: einen schönen Wasserfall, ohne den Andrang am Gullfoss. Kaum Reisebusse, kaum Besucher. Groß und dramatisch ist er nicht – aber wenn du kurz Abstand vom Trubel suchst, ist er genau der richtige Stop.

Faxifoss Island

Reise planen: Tipps für den Golden Circle auf eigene Faust

Wie lange dauert der Golden Circle?

Für die klassische Route mit den drei Hauptstops Þingvellir, Geysir und Gullfoss solltest du mindestens 6–8 Stunden einplanen, inklusive Pausen und Besichtigungszeit. Das schafft man gut an einem Tag.

Ich habe den Golden Circle im Winter an einem Tag erkundet – das funktioniert, wenn du früh startest und die Stops priorisierst. Im Sommer mit Camper, Schnorcheln in der Silfra-Spalte und weiteren Aktivitäten haben wir 3 Tage hier verbracht. Ohne Stress und ohne das Gefühl, gehetzt zu sein, empfehle ich 2–3 Tage einzuplanen. So hast du Zeit für spontane Stopps – und die kommen auf dieser Route garantiert.

Golden Circle mit dem Auto: Route & was du wissen musst

Der Golden Circle lässt sich problemlos mit dem Mietwagen fahren – die Route ist gut ausgebaut, beschildert und auch ohne Ortskenntnis leicht zu navigieren. Die meisten Reisenden starten in Reykjavík und fahren den Kreis im Uhrzeigersinn: zuerst Þingvellir, dann Geysir, dann Gullfoss – und zurück über Selfoss. Wer direkt vom Flughafen Keflavík startet, kann die Route auch andersherum angehen und spart den Umweg durch die Hauptstadt.

Die Planung lohnt sich: Mietwagen sind je nach Saison schnell ausgebucht und nicht günstig, je länger du wartest. Gleiches gilt für Unterkünfte entlang der Route.

2WD oder 4x4 – welches Auto brauchst du?

Für den Golden Circle selbst genügt ein normaler 2WD-Kleinwagen. Die Straße 35 ist asphaltiert und gut befahrbar. Für Solo-Reisende oder Paare reicht ein Kompaktwagen, für größere Gruppen empfiehlt sich ein Van mit ausreichend Stauraum – oder zwei Kleinwagen.

Willst du neben dem Golden Circle auch Schotterpisten oder Spots abseits der Ringstraße erkunden, lohnt sich ein 4x4. Wir fahren auf Island fast immer mit 4x4 – einfach weil wir spontan auch mal abbiegen, wenn sich was Interessantes ergibt.

Ein Hybrid klingt nach guter Idee, hat uns aber nicht überzeugt: Der Tank ist so klein, dass du wirklich planen musst, um die nächste Tankstelle nicht zu verpassen. Die Ladeinfrastruktur für Elektroautos wird ausgebaut, aber an vielen Orten gibt es noch nur 1–2 Ladesäulen. Auch hier gilt: vorher planen.

Meine Empfehlungen für die Mietwagensuche: Sunny Cars für den Preisvergleich, ISAK oder mycar für echte 4x4 mit Geländemodifikationen.

So suche und buche ich Mietwagen

Für die Suche nach einem Mietwagen empfehlen wir dir die Plattform check24 oder Billiger Mietwagen. Ich vergleiche Preise auch mit Sunny Cars (mein Favorit für die meisten Länder).

Auf eigene Faust oder geführte Tour?

Meine klare Empfehlung: selbst fahren. Du entscheidest, wie lange du am Geysir stehst, wann du weiterfährst und wo du spontan anhältst. Gerade im Sommer mit langen Tagen ist das ein echter Vorteil – du kannst morgens früh starten, bevor die Busse kommen, und abends noch mal zurück, wenn das Licht am Gullfoss perfekt ist.

Geführte Touren haben ihren Platz: Wer keinen Führerschein hat, für den sind sie die einfachste Option. Manche Anbieter kombinieren den Golden Circle auch mit Aktivitäten wie Schneemobilfahren oder Nordlichter-Beobachtung, die sich so einfacher buchen lassen. Der Haken: Du hast an jedem Stop nur begrenzte Zeit, das Programm ist getaktet und du wartest auf die Gruppe.

Wer sich das leisten kann – zeitlich und mit Führerschein – fährt auf eigene Faust besser. Ich würde immer auf eigene Faust in Island reisen wollen.

Beste Reisezeit & Wetter am Golden Circle

Der Golden Circle lohnt sich das ganze Jahr – aber Sommer und Winter sind zwei grundverschiedene Erlebnisse.

Juni bis Anfang September ist die klassische Reisezeit: mildere Temperaturen, lange Tage und satte Farben. Im Sommer hast du bis Mitternacht Tageslicht, was dir enorm viel Flexibilität gibt. Der Nachteil: An den Hauptstops ist mehr los. Früh starten oder abends fahren hilft.

Im Winter ist die Route ruhiger, die Landschaft schneebedeckt und die Lichtstimmung oft spektakulär. Dafür musst du einige Einschränkungen einkalkulieren: Die Straße 435 am Þingvellir ist je nach Schneelage gesperrt, die Wege am Gullfoss können wegen Eis gesperrt sein, und der Kratersee Kerið verliert unter Schnee viel von seinem Farbreiz. Grödel für die Schuhe sind im Winter auf Island ohnehin Pflicht.

Das Wetter in Island ist grundsätzlich unberechenbar – zu jeder Jahreszeit. Wasserdichte Kleidung und warme Schichten sind immer richtig. Regenschirme nützen bei isländischem Wind wenig, eine gute Regenjacke ist das Wichtigste. Wasserfeste Schuhe dazu.

Detallierte Informationen je Monat für Island hier ansehen

Wetter und Kleidung

Das Wetter in Island ist unberechenbar, daher ist es wichtig, sich auf alle Bedingungen einzustellen und wasserdichte und warme Kleidung einzupacken. Abhängig von der Jahreszeit sind wasserfeste Schuhe und Regenschutz (Jacke oder Poncho, Regenschirm nützt nichts bei starkem Wind) von Vorteil, um gegen Regen geschützt zu sein.

Sieh dir meine Tipps zur Reiseplanung für deinen Urlaub in Island an.

Übernachten am Golden Circle

Für eine Tagestour übernachtest du am besten in Reykjavík oder Selfoss – beide sind gut angebunden. Wer mehr als einen Tag plant, sollte eine Nacht direkt in der Nähe von Geysir oder Gullfoss einkalkulieren. Die Unterkünfte dort sind allerdings rar und nicht günstig. Mit dem Camper ist das deutlich einfacher und flexibler – dazu gleich mehr.

Hotels

The Greenhouse Hotel, Hveragerði

Unser Favorit für eine Übernachtung am Golden Circle. Das 4-Sterne-Hotel liegt direkt in Hveragerði, architektonisch ein echter Blickfang mit Gewächshäusern und Blick auf den geothermischen Fluss. Im Erdgeschoss gibt es eine Food Hall mit sieben Restaurants und einer Bar, dazu Shops, eine Eisdiele und einen kleinen Supermarkt. Die Zimmer sind mit allem ausgestattet, was man braucht.

Ideale Lage: 70 km vom Flughafen Keflavík, 55 km vom Geysir, 40 Minuten ins Zentrum von Reykjavík. Perfekt als Start oder Ende der Route und für die Weiterreise in den Süden.

Verfügbarkeit prüfen

Astro Laugavegur, Reykjavik

Eine Ferienwohnung mit einem Schlafzimmer plus Schlafcouch, zentral in Reykjavík gelegen – theoretisch auch für 4 Personen nutzbar. Gute Ausgangslage für den Tagesausflug zum Golden Circle.

Bilder ansehen und Verfügbarkeit prüfen

Exeter Hotel, Reykjavik

Stylisches Designhotel im alten Hafen von Reykjavík, direkt am Konferenzhaus Harpa. Eigenes Restaurant, Bäckerei, Sauna und Fitnessraum. Gehört zur Keahotels-Gruppe, die wir auch im Süden Islands sehr empfehlen können.

Hier Verfügbarkeit prüfen

Campingplätze

Am Golden Circle haben wir gleich mehrere Tipps, um mit dem Wohnmobil (oder Zelt) zu übernachten.

Hafnarfjörður Campsite (südlich von Reykjavík)

Kleiner, gemütlicher Campingplatz mit nur 8 Plätzen – unbedingt vorab über parka.is reservieren. Der Betreiber ist nett, die Plätze sind parzelliert. Duschen, Waschmaschine und Trockner kostenlos. Mit dem Bus ins Zentrum von Reykjavík: rund 40 Minuten (Einzelfahrt per Klappid-App, ca. 570 ISK). Ideale Basis für den Start am Golden Circle.

Reykjavik Campsite

Großer, zweckmäßiger Campingplatz direkt neben dem Schwimmbad. Frühzeitig buchen – günstige Campervan-Plätze sind schnell vergriffen. Im Sommer ist hier immer was los (und nebenan fanden bei unserem Besuch fast täglich Fußballturniere statt – ab 8 Uhr morgens). Mit dem E-Scooter (Hopp-App) schnell im Zentrum, zu Fuß etwa 40 Minuten.

  • Preise variieren je Platz und Datum. Frühzeitig buchen, da schnell voll und Zugänge nur per #Code.
  • Hier Platz reservieren

Campingplatz Þingvellir-Nationalpark

Direkt am Besucherzentrum des Nationalparks – eigentlich drei Plätze, einer davon nur für Zelte. Riesige Grasfläche, aber für alle Gäste nur zwei Duschen. Praktisch, wenn du den nächsten Morgen früh in Þingvellir starten willst.

Campingplatz Thingvellir am Golden Circle in Island
Campingplatz Thingvellir am Golden Circle in Island

Camping Geysir, Haukadalur (unser Favorit)

Direkt neben dem Geothermalgebiet – schöner geht es kaum. Der Betreiber war sehr freundlich und hat uns beim Check-in gleich ein paar Tipps mitgegeben. Früh morgens kannst du den Strokkur vor allen anderen sehen.

Hinweis: Bei Park4 Night wird oft behauptet, dass der Betreiber das warme Wasser abdreht. Das stimmt so nicht und erklärt er beim Check-in.

Häufige Fragen

Wie lange braucht man für den Golden Circle Island?

Für die drei Hauptstopps reichen 6–8 Stunden. Wer auch weitere Highlights mitnehmen und entspannt unterwegs sein möchte, sollte 2–3 Tage einplanen.

Lohnt sich der Golden Circle als Tagesausflug?

Ja – wenn du wenig Zeit hast, ist ein Tagesausflug absolut sinnvoll. Du siehst Þingvellir, Geysir und Gullfoss problemlos an einem Tag. Mehr Zeit macht es aber deutlich entspannter.

Brauche ich ein 4x4-Fahrzeug?

Für den Golden Circle selbst nicht – die Straße 35 ist asphaltiert und gut befahrbar. Ein 4x4 lohnt sich nur, wenn du zusätzlich Schotterpisten oder Spots abseits der Hauptroute anfahren willst.

Kostet der Eintritt am Gullfoss etwas?

Nein – der Eintritt und der Parkplatz am Gullfoss sind kostenlos.

Kann man den Golden Circle im Winter fahren?

Ja, die Hauptroute ist ganzjährig befahrbar. Einzelne Straßen (z. B. die 435 am Þingvellir) können bei Schnee gesperrt sein. Grödel für die Schuhe sind im Winter Pflicht.

Der Golden Circle ist aus gutem Grund Islands meistbesuchte Route – aber er entfaltet seinen vollen Reiz erst, wenn du das Tempo selbst bestimmst. Kein Reisebus, der dich nach 20 Minuten am Geysir wieder einsammelt. Kein fester Fahrplan, der dir den Sonnenuntergang am Gullfoss verpasst.

Ich fahre diese Route immer wieder gerne – im Sommer wie im Winter, mit Camper oder Mietwagen. Island überrascht dich hier fast garantiert. Und wenn du nicht alles geschafft hast: nach Island kommt man sowieso immer wieder.

Hast du Fragen zur Route oder eigene Erfahrungen? Schreib mir in den Kommentaren – ich freue mich auf den Austausch.

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Katrin Lehr, Gründerin Reiseblog viel-unterwegs.de und Reise-Expertin
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