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Infos zu afrikanischen Pinguinen

Die Boulders Penguin Colony in Simons Town beherbergt eine einzigartige und stark gefährdete Landkolonie afrikanischer Pinguine. Auch am Boulders Beach wird die Kolonie für mich sichtlich bei jedem Besuch kleiner. Seit 1982 ist der Strandabschnitt Teil des Table Mountain National Park. Er wurde in den vergangenen Jahren ausgeweitet, auch wenn ich nicht verstehe, warum man in dem neuen Teil nach wie vor baden darf. Eine weitere Kolonie findest du auf dem Weg zur Garden Route im Stoney Point Nature Reserve.

Die beiden Kolonien sind nur zwei von wenigen Orten auf der Welt. Sie kommen an der afrikanischen Westküste auf den Inseln von Angola und den Pinguininseln Namibias (Angra Pequena Islands oder Guano Islands) sowie am Westkap in Südafrika vor. Im Osten findest du sie bei Natal und in Mosambik. Während die Pinguine in Namibia sich wieder vermehren, geht der Bestand in Südafrika leider stark zurück.

Öffnungszeiten & Eintritt Boulders Beach

Der Boulders Beach ist täglich geöffnet, die Öffnungszeiten variieren je nach Jahreszeit. Als Faustregel gilt: Im Sommer (Oktober bis März) öffnet die Anlage früher und schließt später, im Winter entsprechend kürzer. Die aktuellen Öffnungszeiten findest du immer tagesaktuell auf der offiziellen SANParks-Webseite – ein Blick lohnt sich besonders, wenn du früh morgens planst.

Wichtig: Am Boulders Beach wird ausschließlich bargeldlos bezahlt. Nur Debit- und Kreditkarten werden akzeptiert – Bargeld wird nicht angenommen. Das hat mich beim ersten Besuch noch kalt erwischt, inzwischen ist es Standard in Südafrikas Nationalparks.

Aktuelle Eintrittspreise (gültig November 2025 – Oktober 2026):

Internationale Besucher zahlen R 245 pro Erwachsene (ab 12 Jahren) und R 120 pro Kind (2–11 Jahre). Für südafrikanische Staatsbürger und Einwohner gilt ein deutlich günstigerer Tarif von R 55 bzw. R 26. Kinder unter 2 Jahren haben freien Eintritt.

Tipp: Wenn du mehrere SANParks-Gebiete besuchst – zum Beispiel den Boulders Beach und Cape Point am selben Tag – lohnt sich die Anschaffung einer Wild Card, der Jahreskarte für alle SANParks. Für Vielreisende nach Südafrika amortisiert sie sich schnell.

Die aktuellen Preise findest du immer hier direkt bei SANParks: sanparks.org

Anreise zum Boulders Beach

Nach Simons Town gelangst du aus Kapstadt kommend über die M3, M64 und M4. Die Fahrt dauert etwa 1 Stunde (50 km). Fahre am besten frühmorgens oder am späten Nachmittag zu den Pinguinen. Am Tag ist sehr viel los. Achte auf die Öffnungszeiten.

Es gibt zwei Parkplätze. Einen großen am Haupteingang und einen hinteren, am Badestrand. Deinen Besuch solltest du unbedingt mit einem Besuch am Kap der guten Hoffnung und den Highlights der Kap-Halbinsel verbinden.

Pinguine am Boulders besuchen

Die Boulders Penguin Colony in Simons Town – rund 45 Minuten südlich von Kapstadt – ist der bekannteste Pinguin-Strand Südafrikas und beherbergt eine einzigartige, stark gefährdete Landkolonie afrikanischer Pinguine

Die Pinguine hier leben geschützt. Im geschützten Bereich nur auf Holzstegen gehen, die von zwei Seiten zur Kolonie an den Strand führen. So kannst du die süßen stinkenden Vögel beobachten, wie sie watscheln, im Wasser planschen, fressen oder auf den Nestern sitzen und brüten (je Jahreszeit). Ich könnte ihnen stundenlang zusehen.

Die Holzstege wurden nicht nur zum Schutz und der Wahrung einer gewissen Distanz zu den Pinguinen gebaut. Auch dafür, dass der Sand und die Eier vor Erschütterungen geschützt sind.

Am hinteren Strand, der erst kürzlich in die Schutzzäune integriert wurde und durch die riesigen Boulder (Steine) berühmt geworden ist, kannst du schwimmen. Je nach Gezeit ist ein toller Strand vorhanden oder alles ist von Wasser umgeben. Für Familien ideal, da der Strand durch die riesigen Felsbrocken die Bucht vor der extremen Strömung und hohen Wellen schützt.

Bitte immer darauf achten: Komme den Pinguinen nicht zu nah, halte Abstand und füttere sie nicht. Auch wenn sie niedlich aussehen, beißen sie, denn die Schnäbel sind scharf wie Rasiermesser und außerdem haben Pinguine Flöhe.

Das oben erwähnte "geschützt" muss ich leider in Anführungszeichen setzen. Ich habe bereits gesehen, wie kleine Kinder mit Steinchen werfen konnten und kein Ranger in der Nähe war. Andere haben mit Taschentüchern gewedelt (andere Nationalität, keine Ahnung, was damit bezweckt wurde, außer den Pinguin zu nerven). Es stört scheinbar niemanden und das finde ich beklemmend.

Gut zu wissen

Vor ein paar Jahren habe ich Jon kennengelernt, der sich dem Schutz dieser Pinguine verschrieben hat. Er bot Touren an und klärte uns auf. Beispielsweise dient dieser Teil des Table Mountain National Park dazu, andere SAN Parks (Nationalparks in Südafrika) zu finanzieren. In den Schutz der Pinguine fließt kein oder nur wenig Geld. Denn den Anwohnern sind sie lästig. Sie stinken, kacken in ihre Gärten, usw. Doch halt: Wer war zuerst da? Mensch oder Tier? Bedauerlicherweise bietet Jon die Touren nicht mehr an.

Auch wenn du hier bist: Ein Besuch des Nationalparks hilft trotzdem auf eine Art und Weise, dass Geld in den Schutz von Tieren investiert werden kann. Sei nicht geizig. Danke.

Beste Reisezeit für den Boulders Beach

Der Boulders Beach bei Kapstadt ist das ganze Jahr geöffnet – die Pinguine sind immer da. Aber je nach Jahreszeit erlebst du etwas anderes, und das lohnt sich zu wissen.

Juli und August sind für mich persönlich die spannendsten Monate: Es ist Brutzeit. Die Pinguine sitzen auf ihren Nestern, die Küken schlüpfen, und aus allen Büschen schnarcht, quiekt und schreit es. Wer flauschige Pinguin-Babys sehen möchte, sollte genau jetzt kommen. Es ist zwar Winter und Kapstadt kann grau und windig sein – aber die Tiere entschädigen für alles.

Im südafrikanischen Sommer (Dezember bis Februar) ist das Wetter ideal und der Strand wunderschön, aber der Boulders Beach ist dann auch am vollsten. Vor allem zwischen den Jahren und im Januar stauen sich die Besuchermassen auf den Holzstegen. Früh da sein ist dann Pflicht – ich würde spätestens um 8 Uhr morgens ankommen.

Oktober bis März bietet generell angenehme Temperaturen und viel Sonne. April bis September ist die ruhigere Nebensaison – weniger Touristen, entspannteres Beobachten, und die Lichtbedingungen für Fotos sind oft sogar schöner als im grellen Hochsommer.

Unabhängig vom Monat gilt: Frühmorgens oder am späten Nachmittag ist immer besser als mittags. Die Mittagshitze mögen weder Pinguine noch Besucher besonders, und die Holzstege sind dann am vollsten. Und manchmal sind auch die Parkplätze überfüllt und geschlossen.

Der Brillenpinguin – Portrait einer bedrohten Art

Der afrikanische Pinguin (Spheniscus demersus) ist die einzige Pinguinart, die auf dem afrikanischen Kontinent brütet – und gleichzeitig eine der am stärksten bedrohten. Um 1900 lebten noch rund vier Millionen dieser Tiere an den Küsten Südafrikas und Namibias. Heute sind es nur noch etwa 50.000 bis 70.000 Individuen. Ein dramatischer Rückgang, der mich jedes Mal, wenn ich hier stehe, tief bewegt.

Seinen etwas unrühmlichen englischen Spitznamen „Jackass Penguin" verdankt er seinem Ruf: Brillenpinguine kommunizieren mit einem lauten, eselsartigen Schreien, das besonders nachts durch die Kolonie hallt. Auf Deutsch nennt man sie auch liebevoll „Eulen des Meeres" – denn sie können unter Wasser bei Nacht genauso gut sehen wie am Tag. Beim Schwimmen benutzen sie ihre Beine zum Steuern, während ihre kurzen, kräftigen Flügel wie Propeller arbeiten. Mit bis zu 20 km/h sind sie im Wasser echte Sprinter.

Das unverwechselbare schwarz-weiße Muster mit dem schwarzen Brustband und den rosa Hautflecken über den Augen ist übrigens kein Zufall: Die nackten Stellen dienen zur Temperaturregulierung. Je wärmer es ist, desto mehr Blut fließt dorthin – und desto rosafarbener werden sie. Ein natürlicher Ventilator sozusagen.

Geschichte der Boulders Penguin Colony

Was heute eine der bekanntesten Touristenattraktionen der Kap-Halbinsel ist, begann im Jahr 1983 mit einem einzigen Pinguinpaar. Die beiden Tiere wurden unter einem windgeschützten Busch nahe den großen Granitfelsen entdeckt – und blieben. Andere Pinguine aus den Inselkolonien vor der südafrikanischen Küste folgten nach und nach, und die Kolonie wuchs.

Ihren Höhepunkt erreichte die Boulders Penguin Colony im Jahr 2005 mit rund 3.900 Tieren. Seitdem geht die Zahl leider zurück. Bereits 2011 waren es nur noch etwa 2.100 Brillenpinguine – ein Rückgang, den ich bei jedem meiner Besuche spüre. Die Kolonie wirkt kleiner, stiller.

Seit 1982 gehört der Strandabschnitt zum Table Mountain National Park, was den Tieren zumindest formalen Schutz bietet. Der Bereich wurde in den vergangenen Jahren erweitert, die Holzstege ausgebaut, und das Besucherzentrum modernisiert. Doch Schutz auf dem Papier und Schutz in der Realität sind zwei verschiedene Dinge – dazu mehr im Abschnitt über den Artenschutz.

Was den Rückgang verursacht, ist gut dokumentiert: Überfischung der Sardinen und Sardellen, die Hauptnahrung der Pinguine, Ölverschmutzung, der Klimawandel, der die Fischbestände verschiebt, und Lebensraumverlust durch menschliche Bebauung der Küste. Am 26. Mai 2010 wurde der Afrikanische Pinguin offiziell von „gefährdet" auf „stark gefährdet" hochgestuft – eine Einstufung, die ich mir jedes Mal ins Gedächtnis rufe, wenn ich die Tiere beobachte.

Jedes Jahr, wenn ich zurück in Südafrika bin, gehe ich zum Boulders Beach. Ich kann mit eigenen Augen sehen, wie schnell die Kolonien schrumpfen. Es ist leider sehr traurig.

Boulders Beach vs. Stony Point (Betty's Bay)

Wer Pinguine in Südafrika sehen möchte, hat auf dem Festland zwei Optionen: den Boulders Beach in Simons Town und das Stony Point Nature Reserve in Betty's Bay, etwa 90 Kilometer östlich von Kapstadt an der Küste Richtung Hermanus.

Stony Point ist deutlich weniger bekannt und entsprechend ruhiger. Wer dem Touristenstrom am Boulders Beach ausweichen möchte, findet dort eine entspanntere Atmosphäre – und muss die Pinguine nicht zwischen Menschenmassen hindurch beobachten.

Trotzdem würde ich persönlich immer wieder zum Boulders Beach zurückkehren. Der Grund ist simpel: die Lage ist schlicht unvergleichlich schöner. Die riesigen, abgerundeten Granitfelsen, nach denen der Strand seinen Namen trägt, geben den Fotos diesen ganz besonderen Rahmen – türkisblaues Wasser, weiße Sandstrände, und mittendrin watschelnde Pinguine vor Felsen, die so aussehen, als hätte sie ein Riese dort hingestellt. Diese Kulisse hat Stony Point so nicht zu bieten.

Mein Fazit: Für ein ruhigeres Erlebnis lohnt sich Stony Point als Ergänzung oder Alternative, besonders wenn du die Garden Route entlangfährst. Als Hauptziel und für die schöneren Erinnerungsfotos bleibt Boulders Beach aber erste Wahl.

Pinguinschutz – Was du tun kannst

Der Brillenpinguin ist vom Aussterben bedroht – und ein Besuch am Boulders Beach macht das greifbar. Was kann man also tun, damit diese Tiere auch in Zukunft noch die Strände Südafrikas bevölkern?

Beim Besuch selbst: Die wichtigste Regel ist so simpel wie wirkungsvoll – bleib auf den Boardwalks und halte Abstand. Die Pinguine am Boulders Beach wirken zutraulich, aber direkter Kontakt stresst sie. Kein Füttern, kein Anfassen, kein Aufrichten schlafender Tiere für ein besseres Foto.

Das African Penguin & Seabird Sanctuary (APSS): Was viele nicht wissen: Ein kleiner Pinguin braucht täglich rund zehn Sardinen – allein dafür gibt das APSS täglich etwa 150 Euro aus. Das privat finanzierte Sanctuary hat mit VW seinen wichtigsten Sponsor verloren, seither zählt buchstäblich jeder Euro. Als Besucher kannst du das Sanctuary kostenlos besuchen – und trotzdem direkt helfen: Wer einen Kaffee trinkt und ein Stück Kuchen isst, unterstützt damit die Versorgung der Tiere. Eine kleine Geste mit echtem Effekt.

Direkt spenden oder Volunteer werden: Wer mehr tun möchte, kann hier direkt über die Webseite spenden oder sich als Freiwillige/r einbringen – so wie ich es selbst gemacht habe. Die Links findest du weiter unten im Text.

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Katrin Lehr, Gründerin Reiseblog viel-unterwegs.de und Reise-Expertin
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